Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort:
Der Augarten
Augarten © Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Portal zum "Allen Menschen gewidmeten Erlustigungsort" Augarten.
© Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Eintracht ist stärker als Licht« war der Wahlspruch Kaiser Matthias', der erstens aufgrund eines lange schwelenden und schließlich offen ausbrechenden Konflikts mit seinem Bruder Kaiser Rudolf II. in die Geschichte einging und zweitens als jener Kaiser, in dessen letztem Regierungsjahr der Dreißigjährige Krieg ausbrach. Fast zwanzig Jahre währte der Streit der Brüder, entlud sich in Scharmützeln, wurde mit Verträgen besänftigt und war doch erst ausgetragen, als Rudolf II. ohne männlichen Nachfolger isoliert und geisteskrank auf der Prager Burg starb und Matthias ihm auf dem Kaiserthron nachfolgte. Doch Matthias' Epoche war schwierig. Es war die Zeit, als sich die Fronten zwischen Katholiken und Protestanten zunehmend verhärteten und die Zeichen gefährlich in Richtung Krieg wiesen. Matthias, der sich so intensiv um die Kaiserkrone bemüht hatte, war dann allerdings ein wenig aktiver Herrscher. Er überließ das Regieren über weite Strecken seinem Kanzler, dem Bischof von Wien Melchior Khlesl, und ging lieber auf die Jagd.

Eines seiner bevorzugten Jagdgebiete befand sich westlich von Wien und sollte später das Areal von Schloss Schönbrunn werden, das andere nicht weit von der inneren Stadt Wiens direkt an der Donau. Die Wolfsau war, wenn auch im Frühling immer wieder vom Hochwasser der Donau bedroht, ein herrlich dichtes und wildreiches Jagdgebiet. Der Kaiser liebte es und ließ sich hier 1614 ein kleines Jagdschloss errichten. Das Gebiet war nicht groß, so dass Kaiser Matthias' Nachfolger Ferdinand III. und Leopold I. es durch Zukaufe erweiterten. Und weil einer der Erweiterungskäufe das Gartenpalais der Trautson einschloss, konnte Leopold auch gleich damit beginnen, sich mitten in der Natur ein hübsches Lust-schloss ausbauen zu lassen. Leopold war es nicht beschieden, sich an der kaiserlichen Favorita, so der Name des Schlosses, lange zu erfreuen. Als die Türken 1683 Wien belagerten, wurde der Augarten samt seinen Gebäuden ein Opfer von Krieg und marodierenden Truppen.

Die Hochzeit des Augartens begann im 18. Jahrhundert, als Joseph I. zuerst die zerstörte Favorita wieder errichten ließ und sein Bruder, Karl VI., Jean Trehet den Auftrag gab, aus dem wilden Jagdgebiet einen barocken Lust- und Ziergarten zu gestalten: Knapp über fünfzig Hektar Aulandschaft, die ganz der barocken Kultur entsprechend gezähmt und in Form gebracht wurde und nicht mehr der Jagd, sondern dem adeligen Divertissement gewidmet war.

Karls Enkel, Josef II., erteilte dem Absolutismus des Hochbarock eine Absage. Als Vertreter des aufgeklärten Absolutismus, der das Herrschertum als Dienst am Staat sah, den übermächtigen Einfluss des Adels und hohen Klerus zurückzudrängen suchte und -ein wahrhaft revolutionärer Schritt - schließlich auch die Leibeigenschaft der Bauern aufhob, hielt er wenig von exklusiven Vergnügungen. »Alles für das Volk, aber nichts durch das Volk« war Josefs Motto, das er einigermaßen konsequent umzusetzen versuchte. Dazu gehörte nicht zuletzt auch, den bislang der kaiserlichen Familie vorenthaltenen Augarten 1775 für die Bevölkerung zu öffnen. Die strömte denn auch in Scharen herbei, betrat den Garten durch ein neu errichtetes Haupttor, das die schöne Inschrift »Allen Menschen gewidmeter Erlustigungs-Ort von Ihrem Schaetzer« trägt, hielt sich weitgehend an das Verbot, die vom Kaiser jüngst ausgesetzten Nachtigallen zu jagen und machte den Augarten ansonsten zu einem Zentrum sommerlichen Gesellschaftslebens. Ob lustwandelnd auf den Wegen zwischen Bäumen, Sträuchern und Blumen oder den weiten Blick bis zum Kahlenberg und zum Leopoldsberg von der ebenfalls neu errichteten Terrasse am nördlichen Ende des Gartens genießend - an der Öffnung des Augartens hatten die Wiener wirklich Freude. Kaiser Josef II. selbst ließ sich 1780 sein bescheidenes Josef-Stöckel errichten und den damals überaus modernen englischen Garten anlegen.

Doch heitere Idyllen scheinen keinen Anspruch auf Ewigkeit zu haben. Der immer wieder vom Donauhochwasser gefährdete Augarten verschwand Ende Februar 1830 unter einer verheerenden Flut. Und als man zwischen 1860 und 1870 die Donau regulierte und im Zuge dessen den Augarten vom Strom trennte, wurde aus dem gezähmten Augebiet eine Kulturlandschaft. Sie war zwar nicht mehr vom Hochwasser gefährdet, aber die ursprüngliche Atmosphäre des Augartens war endgültig Vergangenheit.

Feldbaugeleisen musste 1944 der barocke Garten weichen, als die Nationalsozialisten zwei Flaktürme errichten ließen und einen Teil der Rüstungsproduktion hierher verlagerten. Ein Jahr später, in den letzten Tagen vor der Kapitulation des Deutschen Reichs, fanden hier die erbittertsten Kämpfe statt. Als der Krieg im Mai 1945 zu Ende war, hatte sich der einst so freundliche Augarten in ein schreckliches Schlachtfeld verwandelt, und wo einst Tulpen und Rosen blühten, bedeckten hunderte tote Soldaten die Erde. Der Boden war gespickt mit scharfen Minen, so dass der Garten auch nach dem Krieg noch jahrelang gesperrt bleiben musste.

Langsam wurden die Zeichen der Katastrophe beseitigt, die toten Soldaten vom eilig angelegten Notfriedhof auf andere Friedhöfe überführt, die Geleise demontiert, die Minen entschärft und geborgen und die Schuttberge, die die Nazis vom Aushub der Flaktürme hinterlassen hatten, abgetragen. Die Flaktürme selbst zu sprengen erwies sich als unmöglich. Die Rote Armee versuchte es, scheiterte aber an der zu großen Nähe von Wohnbauten; die breiten Risse in der Außenhaut dagegen sind einer Bande abenteuerlustiger Kinder zu verdanken, die sich 1946 in den Turm schlichen und zwei Waggons voller scharfer Munition anzündeten.

Jahrelang versank der Augarten in einen Dornröschenschlaf, dessen Stille nur von der Arbeit des politisch nicht ganz einwandfreien Bildhauers Gustinus Ambrosi unterbrochen wurde. Ihm hatte man in den 1950er-Jahren ein Museum samt angeschlossenem Wohn- und Ateliertrakt im Augarten zur Verfügung gestellt. Erst in den 1990er-Jahren erwachte der alte »Erlustigungsort« zu neuem Leben: Mit dem Open-air-Sommerkino des Filmarchivs, dem Atelier Augarten als einem Zentrum für zeitgenössische bildende Kunst, der »Bunkerei« mit Musik- und Kulturveranstaltungen und den gepflegten Gartenanlagen hat man dem Augarten eine Atmosphäre zurückgegeben, in der noch ein wenig vom Glanz der heiteren Unschuld seiner frühen Jahre schimmert.
Das imperiale Wien | Mythos und Wahrheit
Sie sind gleichermaßen Zeugen einer prachtvollen Geschichte und beeindruckende architektonische Elemente einer lebendigen Metropole: Die Palais, die Schlösser und der große Komplex der Hofburg.

Viele von ihnen erzählen von der Epoche der Habsburger, davon, wie sich Kaiser Karl VI. sein Jagdschloss erträumte und wie sich Maria Theresia »ihr« Schönbrunn schließlich von Nicolò Pacassi ausbauen ließ, wie Kaiser Franz Joseph von seinen Gemächern in der Hofburg aus ein riesiges Reich regierte und wie sich Elisabeth, die rätselhafte Kaiserin, ihre Aufenthalte in der Wiener Innenstadt mit der Ausstattung ihrer Appartements so erträglich wie möglich gestaltete. Aber auch vom stolzen Prinzen Eugen ist die Rede, der sich sein Belvedere mit einem Traumblick über die Altstadt Wiens bauen ließ. Und von jener Zeit, als sich das Antlitz Wiens vollständig veränderte, weil die alten Stadtmauern abgerissen wurden, um den berühmten Gründerzeitbauten – darunter die Hofoper und das Burgtheater, aber auch die blühenden Paradiese Burg- und Volksgarten – der Wiener Ringstraße Platz zu machen. Dieses Buch ist eine Reise durch Wien, eine Reise durch die Zeit, ein Blick hinter die historischen Kulissen einer der schönsten Städte der Welt.
Format 13,5 x 21 cm
112 Seiten, ca. 150 Abb. Broschur
Barbara Sternthal, Autorin
Barbara Sternthal, geb. 1961, promovierte an der Universität Wien, ist freischaffende Autorin, Übersetzerin und Redakteurin. Bisher verfasste sie eine Reihe von Reiseführern, Beiträge zu Kunst und Kultur sowie Biografien über Gustav Klimt und Sigmund Freud. Zuletzt erschienen Texte zur Wiener Werkstätte und zu Wien um 1900 (Fondation Beyeler), Gelebte Räume. Wie Architekten wohnen (mit Fotos von J. Kalmár), Die Lipizzaner und die Spanische Hofreitschule (Hg. Elisabeth Gürtler), Diebe, Dogen, Delinquenten. Der Venedig-Führer für Juristen sowie mit dem Fotografen Harald Eisenberger Wie man Venezianer wird. Der Traum vom Leben in der Serenissima und Coffee to Stay. Die schönsten Cafés in Europa. Sie lebt in Wien und so oft wie möglich in Venedig.
auszugsweise aus
Barbara Sternthal;
Das imperiale Wien | Mythos und Wahrheit
Sie sind gleichermaßen Zeugen einer prachtvollen Geschichte und beeindruckende architektonische Elemente einer lebendigen Metropole: Die Palais, die Schlösser und der große Komplex der Hofburg.
 
mit freundlicher Genehmigung
Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
 
 
 
 
 
Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.

steinedererinnerung.net

 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Johann Strauss
Wohnung
W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
E-Mail: office@wienmuseum.at 
www.wienmuseum.at
 
 
Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
Klostergeschichten.at
Geschichte, Informationen und Angebote über Klöster, Orden und Kirchen in Österreich
Klostergeschichten.at ist eine
private Internetplattform mit dem
Ziel über Kirche, Orden und Klöster
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Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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