AUSTROMIR 91
Dipl.-Ing. Franz Viehböck - Der erste Österreicher im All
04. Oktober 2991 - 10. Oktober 1991
© BMBWK - Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Raumstation MIR mit angedocktem Raumtransporter Sojus.
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Franz Viehböck, geb. 24.8.1960 in Wien, war nach Abschluss des Studiums der Technischen Universität Wien, Studienrichtung Elektrotechnik (Industrielle Elektronik und Regelungstechnik), als Assistent am Institut für Elektronische Messtechnik an der TU Wien tätig. Kurz vor Abschluss seiner Doktorarbeit wurde er unter zahlreichen Bewerbern als Aspirant zur Kosmonauten-Ausbildung im russischen Juri-Gagarin-Trainings-Center ausgewählt. Nach zweijährigem Training für das sowjetisch-österreichische Weltraum-Projekt „Austromir“ absolvierte er als erster und bis dato einziger Österreicher einen 9-tägigen Flug ins All zur Weltraumstation MIR.
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Die AUSTROMIR Crew verabschiedet
sich noch ein letztes  Mal, bevor es
mit dem Aufzug nach oben geht.
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Dipl.-Ing. Franz Viehböck als erster
und bis dato einziger Österreicher
mit einen 9-tägigen Flug ins All.
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Im Auftrag der österreichischen Regierung folgte eine zweijährige Informations- und Vortragstätigkeit über seine wissenschaftlichen Aktivitäten im All. Danach nahm er ein Angebot der Firma Rockwell als Program-Development Manager für deren Space-Systems-Division in den USA an. Der Schwerpunkt dieser Tätigkeit lag in der Erarbeitung gemeinsamer internationaler Programme mit Europa und auch der ehemaligen Sowjetunion. Kurz nach Übernahme der Rockwell Aerospace & Defense Group durch Boeing wurde Franz Viehböck zum „Director for International Business Development“ für Boeings damals neue Space Systems Development-Group ernannt. Um Boeings Bedeutung als globales Unternehmen zu unterstreichen, war Viehböck ab 1999 Europa-Generaldirektor für den expandierenden Boeing Bereich „Space & Communications“ und parallel dazu als „Country-Director“ von Boeing Österreich tätig. Mit September 2002 trat Dipl.Ing. Franz Viehböck die Geschäftsführung der Berndorf Band Ges.m.b.H. im Technologieunternehmen Berndorf AG an.
AUSTROMIR 91 - Quelle: http://www.austromir.at/
Die Flugmannschaft
Die Flugmannschaft des Fluges Sojus TM-13 bestand aus dem Russen Oberst Aleksandr Aleksandrovich Volkov (Kommandant), dem Kasachen Toktar Ongarbayevich Aubakirov (Bordingenieur) und dem Österreicher Franz Viehböck (Wissenschaftskosmonaut)..
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Die Reservemannschaft
Für die Reservemannschaft wurden der Russische Oberst Aleksandr Stepanovich
Viktorenko (Kommandant), der Kasache Talgat Amangeldyevich Musabayev (Bordingenieur)
und der Österreicher Clemens Lothaller (Wissenschaftskosmonaut) nominiert..
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Dipl.Ing. Franz Viehböck war als Assistent an der TU in Wien tätig, als die Ausschreibung für einen österreichischen Kosmonauten in den Medien publiziert wurde. Nach kurzer Überlegung entschied sich Viehböck zur Bewerbung an der Mir-Mission. Im Nachhinein betrachtet war dies der erste Schritt, mit dem er seinen vorgeplanten Lebens- und Berufsweg verließ.
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Eine Sojus Trägerrakete auf dem Weg zum Startplatz in Baikonur.
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Es war ihm bewusst, dass diese Bewerbung einerseits eine enorme Herausforderung und ein unvergleichliches Abenteuer bedeutet, andererseits seine bislang vorgesehenen Berufspläne, zumindest für einige Zeit, total verändern würde. Er wusste, dass die Ausbildung und das bis an die menschlichen Grenzen gehende psychische und physische Training zwei Jahre seines Lebens in Anspruch nehmen würde. Das Ziel war der Raumflug - vorausgesetzt, er schafft die Qualifikation.
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Verabschiedung der AUSTROMIR 91 Crew
mit Toktar Aubakirov, Aleksandr Volkov und Franz Viehböck (v.l.n.r.).
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Unter unzähligen Bewerbern wurden er und Dr. Clemens Lothaller ausgewählt, das anstrengende, zweijährige Training in dem nahe Moskau gelegenen Sternenstädtchen aufzunehmen. Von nun an war Franz Viehböcks volle Konzentration auf die Realisierung seiner Vision - dem Flug ins All - ausgerichtet. Die Aussicht auf das einmalige Abenteuer ließ ihn alle Tests bravourös bestehen - er verfolgte konsequent sein Ziel: in der Spitze jener Rakete zu sitzen, die zur Raumstation MIR fliegen würde.
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Um 06:59 Uhr MEZ (09:59 Uhr Ortszeit) hob die Sojus Trägerrakete
mit dem Raumtransporter Sojus TM-13 zur Raumstation MIR ab.
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Bis zum Tag vor dem Start war nicht 100%ig fixiert, wer von den beiden Österreichern endgültig die Raumkapsel besteigen würde: Franz Viehböck oder sein Ersatzmann Clemens Lothaller. Letztendlich war es dann doch Viehböck, der am 2. Oktober 1991 den Raumanzug anzog. Die nervliche Anspannung und die unvermeidliche Unsicherheit, ob er sich für das Richtige entschieden hat, wich der notwendigen Konzentration und der Spannung auf das faszinierende Erlebnis.
Um 06:59 Uhr MEZ (09:59 Uhr Ortszeit) hob die Sojus Trägerrakete
mit dem Raumtransporter Sojus TM-13 zur Raumstation MIR ab.
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Die Sojus-Rakete startete problemlos und flog ihrem Ziel, der Raumstation Mir, entgegen. Franz Viehböck realisierte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass beim Abheben der Rakete auch sein eigenes Leben, seine berufliche Laufbahn und seine Zukunft unwiderruflich in eine neue Richtung gelenkt wurde. Für ihn folgten 9 anstrengende, arbeitsintensive Tage auf der Station: wissenschaftliche Tests mussten durchgeführt werden, die auf der Erde simulierte Schwerelosigkeit wurde Realität. Die Landung – im Nachhinein betrachtet, der gefährlichste Teil seines Raumabenteuers - führte ihn unvorbereitet in eine neue Position: die unerwartete und ungeahnte Popularität in Österreich, die bis in seine Privatsphäre hineinreichte.
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Die Landung von Sojus TM-12 erfolgte am 10. Oktober 1991 um 05:12 Uhr MEZ
 (08:12 Uhr Ortszeit) 58 km östlich von Arkalyk (Kasachstan).
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Landeteil von Sojus TM-12 nach der Landung in der kasachischen Steppe.
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Mit dem Abschluss des Unternehmens war aber das öffentliche Interesse an Austromir nicht abgeflaut; vertraglich war Viehböck noch die zwei folgenden Jahre an das Projekt gebunden. Er und Clemens Lothaller tourten durch Österreich und hielten Vorträge über ihre "russischen" Erlebnisse. Doch auch diese zwei Jahre gingen vorbei. Für die meisten anderen Menschen wäre spätestens damit ein Kapitel ihres Lebens erfolgreich abgeschlossen gewesen, und sie hätten dort fortgesetzt, wo sie vor dem Abenteuer gestanden hatten.
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Am 20. November 1991 wurde Franz Viehböck der Orden "Völker Freundschaft"
vom Sowjetischen Staatspräsidenten Mikhail Gorbachev verliehen. Gleichzeitig war
dies die letzte derartige Amtshandlung vor dem Verfall der Sowjetunion.
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Nicht so Franz Viehböck. Schon während seiner Ausbildung zum Kosmonauten wurde ihm klar, dass die Thematik HighTech und Weltraum seine weitere Zukunft bestimmen würde und er dieses Ziel weiterverfolgen müsse - die Faszination dieses Metiers hatte ihn vereinnahmt. Durch seine Fachkenntnis, seine Vorbildung und durch seine in kürzester Zeit erworbenen wichtigen internationalen Kontakte, wurde ihm ein unausschlagbarer Job bei Rockwell Aerospace angeboten, Viehböck nahm an.
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Als Vortragender, begeistert Franz Viehböck mit seinen fesselnden Geschichten..
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Rockwell wurde dann von "The Boeing Company" übernommen und infolgedessen wechselte er zum größten Flugzeughersteller und gleichzeitig innovativsten Raumfahrtkonzern der Welt. Innerhalb kürzester Zeit avancierte er zum General Director der Boeing Space & Communications Division für den europäischen Raum und führte ab 1999 seine Tätigkeit in einem neu in Wien gegründeten Boeing-Büro aus.
© Franz Viehböck - www.franzviehboeck.com/
Franz Viehböck, "Director for International Business Development" für Boeing.
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Aufgrund seiner internationalen Erfolge für Boeing wurde er Anfang 2002 nach Los Angeles zurückbeordert, um zusätzliche Aufgaben im Weltraum- und Kommunikationsgeschäft zu übernehmen. Doch die Herausforderung, den Job des Geschäftsführers der Berndorf Band GmbH& Co. in Berndorf anzutreten, so wie der Wunsch seiner drei Kinder in Österreich zu bleiben, hat Viehböck und seine Familie nach Europa zurückgeholt.
© BMVIT - Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie / Thomas Jantzen
Weltraumminister Leichtfried, IV-Generalsekretär Neumayer, ASE-Präsident Noguchi
und "Austronaut" Franz Viehböck informieren über die aktuellen Entwicklungen in der
Raumfahrt und die österreichische Förderstrategie für die Weltraumindustrie
beim 29. Planetary Congress der Association of Space Explorers (ASE) 2016.
© BMVIT - Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie / Thomas Jantzen
Viele wichtige Erfahrungen aus dem Abenteuer Weltraum erwiesen sich in seiner beruflichen Laufbahn in den verschiedenen Managementpositionen als sehr wesentlich. Immer wieder wurde er mit den Themen: Stressbewältigung, Teamarbeit, Konfliktmanagement, Motivation und Innovation konfrontiert. In seinen Vorträgen begeistert Franz Viehböck durch Schilderungen seiner faszinierenden Erlebnisse im Weltraum. Er ermutigt dabei die Menschen seiner Lebensphilosophie zu folgen - mit den Füßen am Boden zu bleiben und dabei nach den Sternen zu greifen.
Aufenthalt auf der Raumstation MIR
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Franz Viehböck mit der Besatzung der Raumstation MIR..
© Franz Viehböck - www.franzviehboeck.com /  BMBWK, Wien
Nach der herzlichen Begrüßung am 4. Oktober - traditionsgemäß mit Brot und Salz - wurden den neuangekommenen Kosmonauten Grußtelegramme des Staatspräsidenten der UdSSR, Michail Gorbatschov, und des Präsidenten der RSFSR, Boris Jelzin, übermittelt. Die ersten Stunden an Bord von MIR verbrachte Franz Viehböck gemeinsam mit seinen sowjetischen Kollegen damit, Güter von Sojus TM-13 in die Raumstation zu bringen und sich mit seiner neuen Umgebung vertraut zu machen. Am Nachmittag des ersten Tages im Weltraum begann Franz Viehböck mit der Durchführung des ersten Experimentes. Das von der Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck vorbereitete Experiment COGIMIR beschäftigte sich mit den Veränderungen der kognitiven Leistungen des Menschen im Weltraum.
© Franz Viehböck - Human Research Institute
Franz Viehböck in der Raumstation MIR mit der Sensorjacke.
© Franz Viehböck - Human Research Institute /  BMBWK, Wien
Am 5. Oktober begann der Arbeitstag an Bord des Orbitalkomplexes MIR um 8 Uhr ZUP-Zeit, und dauerte bis 23:00 Uhr. Sowohl Franz Viehböck als auch die sowjetischen Kosmonauten widmeten sich in erster Linie medizinischen Experimenten. Bei den medizinischen Experimenten handelte es sich durchwegs um Untersuchungen von physiologischen Reaktionen des Organismus auf die Schwerelosigkeit, die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht oder nur ungenügend erforscht worden sind. Der Großteil der medizinischen Experimente - bezeichnet als Block I und Block II - wurden sowohl am zweiten als auch am fünften Tag des Raumfluges durchgeführt. Unter Block I sind die gleichzeitig durchgeführten Experimente AUDIMIR, MONIMIR und OPTOVERT zusammengefaßt, unter Block II die durchgeführten Experimente MIKROVIB, PULSTRANS, und MOTOMIR.
© BMBWK - Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Franz Viehböck mit der Besatzung der Raumstation MIR.
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Die physikalisch-technologischen Experimente LOGION und MIGMAS-A waren die wissenschaftlichen Schwerpunkte des dritten Tages. Daneben hatte Franz Viehböck eine Reihe von gesellschaftlichen Verpflichtungen zu bewältigen. Nach der Erfüllung der wissenschaftlichen Aufgaben stand Öffentlichkeitsarbeit auf dem Programm. Am Vormittag gab die gesamte Crew eine Pressekonferenz für sowjetische und ausländische Journalisten im Flugleitzentrum. Kurz vor Ende der Übertragung wurde mit Hilfe von VIDEOMIR auch eine Verbindung mit Wien und Graz hergestellt.
AUSTROMIR 91 - Quelle: http://www.austromir.at/
Franz Viehböck beim Auspacken des österreichischen Gastmahls.
© AUSTROMIR 91 / Ing. Erwin Rössler - BMBWK
Am Vormittag des 7. Oktober hatte Franz Viehböck zum zweitenmal Gelegenheit, mit Hilfe der Fernerkundungseinrichtungen der Raumstation MIR österreichisches Gebiet zu photographieren. Die Aufnahmen wurden im Rahmen des Experiments FEM ausgewertet. Nach der Durchführung des Fernerkundungsexperimentes FEM wurde Franz Viehböck für kurze Zeit zum Postbeamten. Er stempelte die dreißig mitgebrachten Kuverts mit AUSTROMIR-Sonderpostmarken, fünfundzwanzig QSL-Karten und zehn Urkunden für die am Projekt AREMIR beteiligten Schulen. Diesen Dokumenten wurden ein spezieller AUSTROMIR-Stempel mit der Bezeichnung TROMIR und der Original-MIR-Bordstempel aufgedrückt. Am Nachmittag stand das Experiment BODYFLUIDS auf dem Programm
AUSTROMIR 91 - Quelle: http://www.austromir.at/
Aleksandr Volkov und Franz Viehböck beim Abstempeln
der Bordpost mit dem AUSTROMIR-Stempel TROMIR.
© AUSTROMIR 91 / Ing. Erwin Rössler - BMBWK
Am 8. Oktober an Bord von MIR standen nochmals medizinische Experimente im Vordergrund. In den Morgenstunden durfte Franz Viehböck seine Aufgaben im Schlaf, der überwacht wurde, erledigen. Am Vormittag führte er gemeinsam mit Alexandr Volkov den zweiten Durchgang der Experimente AUDIMIR, MONIMIR und OPTOVERT (Block I) durch. Nach dem Mittagessen setzten sie mit BLOCK II der medizinischen Experimente fort. Auch die Experimente MIKROVIB, PULSTRANS und MOTOMIR sind am zweiten Flugtag schon einmal durchgeführt worden
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Franz Viehböck beim Transferieren seines Raumanzuges von Sojus TM-13 nach Sojus TM-12.
© BMBWK - Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Am 9. Oktober bereiteten die Kosmonauten an Bord des Raumtransporters Sojus TM-12 alles für die Rückkehr zur Erde vor. Genau genommen haben diese Vorbereitungen sofort nach der Ankunft auf der MIR begonnen. Franz Viehböck führte nochmals das Experiment COGIMIR durch. Anschließend sprach die Crew mit einem sowjetischen TV-Kommentator über die Bilanz ihrer Mission im Weltraum. Nach dem Mittagessen ruhten sich die Kosmonauten aus, um für die anstrengende Rückkehr zur Erde fit zu sein. Um 22:00 Uhr ZUP-Zeit (20:00 Uhr MEZ) entkonservierten sie den Transporter Sojus TM-12, mit dem Franz Viehböck gemeinsam mit den sowjetischen Kosmonauten Arzebarskij und Aubakirov zur Erde zurückkehren werden.
© BMBWK - Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Franz Viehböck nach der Landung in der kasachischen Steppe.
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Am 10. Oktober ab 00:30 Uhr ZUP-Zeit (22:30 Uhr MEZ) übertrug das Fernsehen die Verabschiedung der Crews und die letzten Vorbereitungen der "Heimkehrermannschaft". Die Kosmonauten schlossen die Luke zwischen dem Transporter und der Station und kontrollierten die Dichtheit der Durchgangsluken. Sie zogen ihre Raumanzüge an und stiegen vom Wohnbereich von Sojus TM-12 in den Landeapparat um. Das Abkoppeln des Transportes von der Raumstation MIR erfolgte um 03:52 Uhr ZUP-Zeit (01:52 Uhr MEZ).
MIGMAS - Micro Gravity Mass Spectrometer
AUSTROMIR 91 - Quelle: http://www.austromir.at/
Durchführung des Experimentes MIGMAS gemäß Bordhandbuch durch
Kosmonaut Franz Viehböck im Rahmen der Mission AUSTROMIR.
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Die Mikroanalysestation MIGMAS ist ein materialwissenschaftliches Messgerät, das als ständige Einrichtung an Bord von Raumstationen Untersuchungen, die früher nur in Labors auf der Erde möglich waren, durchführen kann. Das Institut für Angewandte Systemtechnik hat dafür ein miniaturisiertes Sekundärionen-Massenspektrometer für die hochempfindliche Oberflächenanalyse von Feststoffen (Metallen, Halbleitern, Isolatoren) entwickelt. Es soll vor allem zur Untersuchung der Weltraumkorrosion von im freien Weltraum exponierten Materialien, zur Qualitätskontrolle bei Weltraumreparaturen sowie für generelle materialkundliche Forschung im Weltraum dienen. Das Gerät ist bereits fertiggestellt und wartet nur auf seinen Einsatz. MIGMAS arbeitet nach dem Prinzip einer Rasterionenmikrosonde: Auf die zu untersuchende Probe wird ein feinfokussierter Ionenstrahl (Primärionenstrahl) gerichtet, wobei an der getroffenen Stelle geladene Probenatome (Sekundärionen) ausgesendet werden. Diese Sekundärionen werden in einem Massenspektrometer nach ihrem Atomgewicht getrennt. Auf diese Weise wird die chemische und isotopische Zusammensetzung der Oberfläche bestimmt. Wird der Primärionenstrahl in einem Raster über die Probe geführt und an jedem Rasterpunkt die Sekundärionenintensität gespeichert, so kann auf diese Weise die Elementverteilung an der momentanen Probenoberfläche als zweidimensionales "Bild" dargestellt werden. Durch Kombination dieser Abbildungsmethode mit dem kontinuierlichen Abtragen der Probenoberfläche durch den Sputtereffekt (Material wird durch die Ionen abgetragen) kann auch die räumliche dreidimensionale Elementverteilung in der Probe mit hoher Ortsauflösung dargestellt werden. Die Oberflächenuntersuchungen sollen u. a. dazu beitragen, neue Materialien für Weltraumflugkörper zu finden. MIGMAS soll an Bord des russischen Segmentes der internationalen Raumstation (ISS), aber auch bei zukünftigen ESA-Raumflügen verwendet werden.
JOANNEUM RESEARCH mit an Bord
© JOANNEUM RESEARCH - www.joanneum.at
Von links: JOANNEUM RESEARCH-Prokurist DI Erwin Kubista, DI Robert Finsterbusch (TU Graz), Willibald Stumptner (Österreichisches Weltraumforum), Univ.-Prof. Dr. Otto Koudelka (TU Graz) und JOANNEUM RESEARCH-Geschäftsführer Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pribyl.
© JOANNEUM RESEARCH - www.joanneum.at
Am 2. Oktober 1991 startete das Raumschiff „SOJUS TM-13“ im Rahmen des sowjetisch-österreichischen Projekts AUSTROMIR für einen sechstägigen Flug. Erstmals hatte ein Österreicher, der Astronaut DI Franz Viehböck, die Möglichkeit an der bemannten Raumfahrt teilzunehmen und Experimente unter Mikrogravität auszuführen. Damals war auch Technologie der JOANNEUM RESEARCH mit an Bord: Das damalige Institut für Angewandte Systemtechnik der JOANNEUM RESEARCH war maßgeblich am Erfolg des Projekts beteiligt. Die Gesamtprojektleitung lag beim Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Univ.-Prof. DI Dr. Dr. Dr. Willibald Riedler, der damals auch das Institut für Angewandte Systemtechnik der JOANNEUM RESEARCH leitete, hatte die wissenschaftliche Leitung des Projekts AUSTROMIR inne. Damit wurde der Ruf von Graz als Weltraumhauptstadt verstärkt. Auch heute gilt Graz als Forschungs-Hotspot in der Weltraumforschung. Jetzt wurde das wissenschaftlich wertvolle AUSTROMIR-Material dem Österreichischen Weltraum Forum zur Verfügung gestellt. JOANNEUM RESEARCH-Geschäftsführer Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pribyl übergab am 20. Mai 2016 das Material und die Dokumentation der Mission AUSTROMIR: „Wir freuen uns, dass wir das Material und die Dokumentation der Mission AUSTROMIR nun dem österreichischen Netzwerk von Raumfahrtspezialisten und Weltrauminteressierten zur Verfügung stellen können, wo es in guten Händen sein wird. Das Österreichische Weltraum Forum wird die Exponate und Unterlagen nach höchsten wissenschaftlichen Standards behandeln und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen.“
Briefmarke "AUSTRO MIR 91"
Erscheinungsdatum:   02.10. 1991
Druckart:   Offset
Entwurf:   V. Wurnitsch
Druck:   Österreichische Staatsdruckerei
Art:   Sonderpostmarke
Anläßlich eines Staatsbesuches im Jahre 1987 bot der damalige sowjetische Außenminister Ryschkov der österreichischen Bundesregierung an, einen gemeinsamen, sowjetisch-österreichischen Raumflug auf der Raumstation MIR durchführen zu lassen. Trotz der hohen Investitionskosten entschied der Ministerrat am 5. April 1988 dieses Angebot anzunehmen und im Oktober wurde ein diesbezüglicher Staatsvertrag unterzeichnet. Das war die Geburtsstunde des Projektes AUSTRO MIR. Der Start zur Raumstation erfolgte mit einer Sojus-TM-Rakete, in der Dipl.-Ing. Franz Viehböck als erster Österreicher ins All reiste. Eine ganze Reihe von Experimenten im Dienste des technischen und medizinischen Fortschritts wurden mit Unterstützung der sowjetischen Kollegen durchgeführt und auch tausend Stück der Sonderpostmarke mit dem Motiv der Raumstation begleiteten die Mannschaft auf ihrem Flug.
Website Screenshot 2017: http://www.austromir.at/
AUSTROMIR 91
Die Website http://www.austromir.at dient dazu, das Österreichische Projekt AUSTROMIR 91 einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Bei der hier veröffentlichten Website handelt es sich nicht um eine offizielle Website des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (kurz: BMBWK).
Weiterhin ist das BMBWK als alleiniger Rechtsinhaber
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Time Travel Vienna richtet sich an Menschen jedes Alters, an Einheimische und Touristen, an alle, die etwas über die Geschichte Wiens erfahren wollen. Die Shows dauern 50 Minuten, sind kompakt und spannend aufbereitet, humorvoll begleitet von Tourguides.
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Telefon: +43 (0)1 5321514
www.timetravel-vienna.at
 
 
 
 
Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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