Bürgerkrieg 1934
Februarkämpfe und Juliputsch
12. Februar - 25. Juli 1934
Bürgerkrieg 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
12. Februar 1934 - vor dem Burgtheater positionierte Heimwehr,
gerüstet für bewaffnete Auseinandersetzung in den Straßen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Ereignisse der Februartage 1934 gehören zu den dunkelsten und folgenschwersten Kapiteln der österreichischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Schwere innenpolitische Krisen und damit verbundene Eskalationen bringen für die Erste Republik schicksalhafte Tage mit einem für die Zukunft katastrophalen Verlauf: den Bürgerkrieg. Zwei Gruppen polarisieren in diesem Konflikt. Auf der einen Seite steht der seit März 1933 verbotene Republikanische Schutzbund der Sozialdemokraten.
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12. Februar 1934; Straßensperren und Geschützaufbau des Bundesheeres
in der Reichsratstraße bei der Universität, Blick auf das Rathaus.
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12. Februar 1934; Schwere Haubitze und Soldaten am Kopf der Floridsdorfer Brücke.
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Auf der anderen Seite steht die Regierung Engelbert Dollfuß mit der Exekutive, also Bundesheer, Polizei und Gendarmerie sowie den Heimwehrverbänden. Es sind die unüberwindbaren Gegensätze zwischen beiden Gruppen, die im Februar 1934 in Österreich die Waffen sprechen lassen.
Bundeskanzler Engelbert Dollfuß
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Am 11. Februar 1934 spricht der Heimwehrführer Emil Fey bei einer Veranstaltung deutliche Worte: "Die Aussprachen von gestern und vorgestern haben uns die Gewissheit gegeben, dass Kanzler Dollfuß der Unsrige ist. Ich kann euch noch mehr, wenn auch mit kurzen Worten, sagen: Wir werden morgen an die Arbeit gehen und wir werden ganze Arbeit leisten". Als Reaktion auf diese Worte richtet Richard Bernaschek, Kommandant des Schutzbundes in Oberösterreich, einen Brief an den Parteivorstand in Wien. Er kündigt an, dass im Fall einer Waffensuche in Oberösterreich mit Widerstand des Schutzbundes zu rechnen sei.
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Heimwehraufmarsch; Versammlung auf dem Heldenplatz; 1932.
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Am 12. Februar 1934 um 11:46 Uhr blieben in Wien die Straßenbahnen stehen; es war dies das äußere Zeichen zum Beginn des Aufstands der letzten kampfbereiten Reste des Republikanischen Schutzbunds, des militärischen Arms der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, gegen ein autoritäres Regime (Ständestaat).
Der im Februar 1934 von der Diktaturregierung Dollfuß II bereits verbotene Republikanische Schutzbund der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP)
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Die Besetzung des sozialdemokratischen Parteiheims im "Hotel Schiff" in Linz.
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In den frühen Morgenstunden war es in Linz zu Schießereien im Zuge einer der in letzter Zeit üblich gewordenen „Waffensuchen" in sozialdemokratischen Parteiheimen gekommen. (Auslöser für diese Ereignisse war der gewaltsame Widerstand des oberösterreichischen Schutzbundführers Richard Bernaschek und seiner Mitkämpfer gegen die Räumung des Waffenlagers des mittlerweile verbotenen Schutzbundes im Linzer Hotel Schiff - https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichischer_Bürgerkrieg)
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Waffensuche beim Republikanischen Schutzbund. Militärfahrzeuge stehen vor der
Liesinger Brauerei, da beim ehemaligen Schutzbund nach Waffen gesucht wird; 1933.
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Wien antwortete mit der Ausrufung des Generalstreiks, der von einer in langen Jahren der Arbeitslosigkeit und des materiellen Elends zermürbten Arbeiterschaft nicht durchgehalten werden konnte und binnen weniger Stunden zusammenbrach. Entscheidender als die zahlenmäßige Unterlegenheit des Schutzbunds, die frühzeitige Verhaftung des militärischen Leiters (Alexander Eifler) und einiger Bezirkskommandanten sowie des verfehlten militärischen Vorgehens  war das Ausbleiben einer allgemeinen Erhebung der Arbeiterschaft.
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Schutzbundaufmarsch in Eisenstadt; 1932.
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Aufmarsch auf dem Platz des 12. November in Linz. Im Vordergrund Formation
des Republikanischen Schutzbundes, im Hintergrund Publikum mit zum Teil
geschmückten Fahrrädern in der ersten Reihe; 1930.
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 Die 1929 mit aller Vehemenz einsetzende Weltwirtschaftskrise und die damit verbundene Massenarbeitslosigkeit hatten die gesellschaftliche und politische Machtpositionen der Arbeiterschaft und ihrer Organisationen entscheidend geschwächt. Deren politische Entmachtung, die Gleichschaltung der Gewerkschaften und der weitgehende Sozialabbau wurden zu einer immer deutlicheren, erfolgversprechenden Perspektive der Krisenlösungsstrategie der Regierung.
Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Reisepass des Schutzbundführers Julius Deutsch und Armbinde.
Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Bundeskanzler Engelbert Dollfuß bildete eine Regierungskoalition mit den Heimwehren; er lieferte das Sicherheitsministerium an Emil Fey aus und kooperierte mit dem faschistischen Italien Benito Mussolinis. Am 5. März 1933 entschloss sich Dollfuß zum Staatsstreich; eine Unregelmäßigkeit im Abstimmungsbetrieb des Parlaments nützte er zu dessen Ausschaltung. Ab diesem Zeitpunkt regierte er mit Hilfe des Kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes des Jahres 1917.
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Julius Deutsch; Der Schutzbundführer bei einer Ansprache; 1932.
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Dies bedeutete einen Zustand des permanenten Verfassungsbruchs und eine Abschaffung verfassungsmäßig garantierter Freiheitsrechte (Aufhebung der Pressefreiheit, Einschränkung des Versammlungsrechts, De-facto-Abschaffung der Schwurgerichtsbarkeit, Streikverbot für viele Industriezweige, Strafandrohung für Streik, Verschlechterung der Arbeiterschutzgesetze, Eingriffsmöglichkeit in bestehende Kollektiwerträge, Reduzierung von Löhnen und Arbeitslosengeldern auf dem Verordnungsweg, Übertragung der Rechtsprechung für politische Delikte an die Polizei, im Jänner 1934 schließlich Auflösung der Arbeiterkammern und der Betriebsräte in Staatsbetrieben). Noch im Jänner 1934 bot Otto Bauer weitestgehende Konzessionen an, und die Niederösterreicher um Karl Renner versuchten bis zuletzt, mit Regierungsvertretern zu verhandeln. Der linke Parteiflügel war allerdings nicht mehr bereit, weiterhin abzuwarten.
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12. Februar 1934; Verteilung von Waffen an das Bundesheer.
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Die Ausrufung des Generalstreiks zog bürgerkriegsähnliche Kämpfe nach sich. In jenen Bezirken, die Kampfgebiet waren, wurden die Kämpfe mit äußerster Härte und Kompromisslosigkeit geführt. Nach Ansicht von Militärexperten stellen sie „für die damalige Zeit ein Optimum an Kriegskunst für den Kampf in einer Großstadt" dar. Heftig umkämpft waren insbesondere der Karl-Marx-Hof (Einsatz von Artillerie), der Reumannhof und die Wohnhausanlage Sandleiten, außerdem das Arbeiterheim Ottakring; am heftigsten tobten die Kämpfe in Simmering, Meidling (Haydnhof, Indianerhof, Reismannhof) und Floridsdorf, das drei Tage lang umkämpft blieb (Schlingerhof, Goethehof [einziger Angriff eines Heeresflugzeugs]).
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12. Februar 1934; Geschütze zielen auf den Karl-Marx-Hof.
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12. Februar 1934; Karl-Marx-Hof, davor Bundesheer in Stellung.
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Noch am 12. Februar wurde über Wien, Steiermark und Oberösterreich das Standrecht verhängt; die Sozialdemokratische Partei, die Freien Gewerkschaften und in rascher Folge sämtliche sozialdemokratische Kultur- und Vorfeldorganisationen wurden aufgelöst. Otto Bauer und Julius Deutsch flohen am 13. Februar in die Tschechoslowakei. Nationalrat Johann Schorsch war ebenso mit im Ahornhof und flüchtete schließlich in die Schweiz.
Wien 19, Karl-Marx-Hof:
Artilleriewirkung. Gebrochene Platte.
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Gebäude der Konsumgenossenschaft
mit zahlreichen Beschädigungen.
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Beschossener Gemeindebau in Wien.
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Fassade des Karl Marx-Hofes.
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Am 14. Februar traten die Standgerichte zusammen; zwei Angeklagte (der schwerverletzte Schutzbündler Münichreiter und der Feuerwehroffizier Weissel) wurden noch am selben Tag hingerichtet, sieben weitere Hinrichtungen folgten. Am 15. Februar gab die Regierung die Zahl der Opfer mit 118 Toten und 486 Verwundeten der Exekutive sowie 196 Toten und 319 Verwundeten des Schutzbunds an (Schätzungen des englischen Journalisten Gedye belaufen sich, nach Recherchen vor Ort, allerdings auf 1.500-2.000 Tote und 5.000 Verwundete).
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12. Februar 1934; Straßensperre des Bundesheeres in der Taborstraße.
Soldaten und Polizisten kontrollieren Fußgänger an einer Stacheldrahtsperre.
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Ein im Wiener Stadt- und Landesarchiv im Bestand Landesgericht für Strafsachen befindlicher Akt mit der Bezeichnung "Otto Bauer und Genossen" umfasst sechs Kartons und gibt durch die enthaltenen Beschuldigtenverhöre, Zeugenaussagen und beschlagnahmten Unterlagen minutiös Aufschluss über die Situation all der verhafteten Parteivorstandsmitglieder der SDAP unmittelbar vor und während der Kampfhandlungen des Februar 1934. 
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12. Februar 1934; Absperrung des Rathauses durch Polizei und freiwillige Schutzkorps.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nachdem am 21. Februar 1934 die Welle der Standgerichtsprozesse verebbt war - 140 Schutzbündler waren abgeurteilt und acht davon gehenkt worden - bestand die Absicht einer politisch tendenziösen Justiz darin, einen großen Schauprozess gegen die Führung der österreichischen Sozialdemokratie zu führen. Sie sollte dabei öffentlich als geistige Drahtzieherin des Aufstandes angeprangert werden. Ein solcher Prozess kam deshalb nicht zustande, weil es trotz all der umfangreichen gerichtlichen Erhebungen nicht gelang, ausreichend Indizien für das Verbrechen der Vorbereitung eines "hochverräterischen Umsturzes" zu finden. Vielmehr zeigte sich, wie sehr gerade der "rechte Flügel" der Parteiführung bis zuletzt beinahe unter Selbstaufgabe der eigenen Prinzipien die Verständigung mit dem Regierungslager angestrebt hatte.
Bürgerkrieg 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 5, Reumannhof; Lokalaugenschein durch Bürgermeister Richard Schmitz
unmittelbar nach Niederwerfung des Februaraufstands 1934: Heeres-LKW
mit beschlagnahmten Gegenständen beladen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dennoch kamen diese für den Aufbau der Republik und der Stadt Wien so verdienstvollen Frauen und Männer erst nach Monaten und unter Ausreiseverbot wieder frei. Renner, Seitz, Breitner, Sever und Helmer hatten Tage in Polizeihaft (Roßauer Lände) und mehrere Monate in der Strafanstalt der Justiz verbringen müssen. Danneberg, Körner und Helene Postranecky kamen erst 1935 von dort frei. Andere, wie die National-, Stadt- und Landesräte Weber, Speiser, Richter und Schneidmadl wurden nach ihrer Untersuchungshaft für mehrere Monate im Anhaltelager Wöllersdorf interniert. Obwohl es nie zu einem Gerichtsurteil gekommen war, es nicht einmal zu einer Anklage gereicht hatte, wurden alle Ansuchen um Haftentschädigung abgelehnt. Gegen Rosa Jochmann, die sich im Widerstand engagiert hatte, wurde ein eigenes Verfahren eröffnet, das zu einer einjährigen Kerkerhaft führte.
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Februarkämpfe 1934 - Vizekanzler Major Emil Fey besucht die Verwundeten
des Bundesheeres im Allgemeinen Krankenhaus. Er geht im Stechschritt u.a. mit
zwei Ärzten in Weiß vor der Unfallstation; ;1934.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am 12. Februar 1934 übertrug Dollfuß nach der Verhaftung des demokratischen gewählten Wiener Bürgermeisters Karl Seitz die Verwaltung der Stadt Wien dem von ihm bestellten Bundeskommissär Richard Schmitz, der am 7. April 1934 zum Bürgermeister ernannt wurde. Am 30. April 1934 löste Dollfuß das bis dahin formal noch bestehende Parlament endgültig auf, am 1. Mai proklamierte er die von allen demokratischen Relikten gesäuberte berufsständisch-autoritäre Verfassung. 1934 schloss Dollfuß mit dem Vatikan ein Konkordat; durch die im selben Jahr abgeschlossenen „Römischen Protokolle" räumte er Mussolini entscheidenden Einfluss auf die österreichische Innen- und Außenpolitik ein.
Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Notizkalender von Karl Renner mit den Eintragungen: 12. Februar "nachts Landhaus",
13. Februar "früh Rossauerlände" (dort befand sich das Polizeigebäude)..
Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv
„Wer sich vorgesetzt hat, ein möglichst ehrliches und anschauliches Bild seiner Zeit zu geben, muß auch den Mut haben, romantische Vorstellungen zu enttäuschen … So sonderbar es scheinen mag: ich war an diesen historischen Februartagen 1934 in Wien und habe nichts gesehen von den entscheidenden Ereignisse, die sich in Wien abspielten und nichts, auch nicht das mindeste davon gewußt, während sie geschahen. Es wurde mit Kanonen geschossen, es wurden Häuser besetzt, es wurden Hunderte von Leichen davongetragen – ich habe nicht eine einzige gesehen. … Alles ging im innern Kreise der Stadt ebenso ruhig und regelmäßig weiter wie sonst, während in den Vorstädten der Kampf wütete, und wir glaubten töricht den offiziellen Mitteilungen, dass alles schon beigelegt und erledigt sei.“
Stefan Zweig - https://de.wikipedia.org/wiki/Österreichischer_Bürgerkrieg
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Unterzeichnung der Römischen Protokolle.
Dollfuß mit Gömbös und Mussolini bei der Unterzeichnung; 17. März 1934.
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Am 17. März 1934 unterzeichneten Dollfuß, der ungarische Ministerpräsident Gyula Gömbös und Mussolini in Rom die „Römischen Protokolle“, mit denen sich Österreich noch stärker an Ungarn und an das faschistische Italien band. Am 27. April wurde der Nationalrat ohne die Abgeordneten der verbotenen SDAPÖ nochmals einberufen – eine Geste in Richtung demokratisches Ausland. Das Rumpfparlament genehmigte die bisher erlassenen 461 Notverordnungen und „beschloss“ eine neue Verfassung, die am 1. Mai 1934 (sogenannte „Maiverfassung“) in Kraft trat. Die Ständestaatsverfassung war allerdings von der Regierung Dollfuß zuvor bereits unter Berufung auf das Kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz „im Namen Gottes, des Allmächtigen“ beschlossen und publiziert worden. Bundespräsident Miklas als Hüter der Verfassung fiel Dollfuß nicht in den Arm.
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25. Juli 1934; Die Kanalbrigade durchsucht die Kanäle nach versteckten Waffen.
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Am 25. Juli 1934 versuchten die österreichischen Nationalsozialisten, deren Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei seit dem 19. Juni 1933 verboten war, durch einen Putsch gegen die Regierung Dollfuß an die Macht zu kommen.
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25. Juli 1934; Aufgefahrener Panzerwagen vor dem Bundeskanzleramt in Wien.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
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25. Juli 1934; Blick auf die Menschenmenge vor dem Gebäude der RAVAG,
Kärntnerstraße, Ecke Johannesgasse in Wien.
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25. Juli 1934; Polizei setzt zum Sturm auf das Ravag-Gebäude an.
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Der Putschplan sah vor, dass die SS-Standarte 89 unter Führung von SS-Untersturmführer Fridolin Glass das Bundeskanzleramt besetzt und Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß ausschaltet, während der frühere christlichsoziale Landeshauptmann der Steiermark und nunmehrige NS-Sympathisant Anton Rintelen über den Rundfunk zum Bundeskanzler ausgerufen werden sollte.
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25. Juli 1934; Die Exekutive vor dem von Nationalsozialisten besetzten RAVAG-Gebäude
in der Johannesgasse 4a: ein Verwundeter wird auf einer Tragbahre
aus dem Parterrefenster gehoben.
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25. Juli 1934; Die Exekutive vor dem von Nationalsozialisten besetzten RAVAG-Gebäude
in der Johannesgasse 4a: Gefallener Wachmann.
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Obwohl die Putschpläne durch Verrat den Sicherheitsbehörden bekannt wurden, konnten sich die in Uniformen des österreichischen Bundesheers gekleideten SS-Putschisten in einer Turnhalle des Deutschen Turnerbunds (7, Siebensterngasse) sammeln, von dort zum Bundeskanzleramt am Ballhausplatz sowie zum RAVAG-Gebäude (1, Johannesgasse 4A) gelangen und beide wichtigen Gebäude besetzen, wobei Bundeskanzler Dollfuß von den Putschisten tödlich verletzt wurde; dem Sterbenden wurden Arzt und Priester verweigert.
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Der am 25. Juli 1934 ermordete Bundeskanzler Engelbert Dollfuß.
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Bei den Auseinandersetzungen um das Bundeskanzleramt spielte der Wiener Heimwehrführer und Sicherheitsminister Major a. D. Emil Fey eine dubiose Rolle und wurde später seiner Ämter enthoben. Das den Putschisten von der Regierung gewährte freie Geleit wurde unter Hinweis auf den Tod Dollfuß' nicht eingehalten; zahlreiche Putschisten kamen vor Gericht, einige wurden vom Militärgericht zum Tod verurteilt und hingerichtet.
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29. Juli 1934; Aufbahrung des ermordeten Bundeskanzlers Dollfuß.
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August 1934; Das Militärgericht tagt (Prozess gegen Holzweber und Planetta).
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 Obwohl auch in anderen Teilen Österreichs ein nationalsozialistischer Aufstand begann und schwere Kämpfe zwischen Putschisten und der Exekutive ausbrachen, konnte die Regierung unter der Leitung des von Bundespräsidenten Miklas zum Bundeskanzler ernannten Kurt Schuschnigg die Macht behaupten und den Aufstand mit Hilfe des Bundesheers und der Polizei niederschlagen.
Text auszugsweise aus:
Wiener Stadt- und Landesarchiv
www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Februarkämpfe
 
 
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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