Römerstadt Carnuntum
Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien
Hauptstraße 1A, 2404 Petronell-Carnuntum
Carnuntum - © Erhard Gaube - www.gaube.at
Das Heidentor der ehemaligen Römerstadt Carnuntum.
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Carnuntum war in den ersten vier Jahrhunderten nach dem Beginn unserer Zeitrechnung die Hauptstadt des mit Rom verbündeten Königreiches Noricum und später die Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien; sie lag im Gebiet des heutigen Ortes Petronell, etwa 50 km östlich von Wien, direkt am Südufer der Donau. Sie war ein reiches, blühendes Handels- und Handwerkszentrum an der Kreuzung der Bernstein-Handelsstraße vom Norden nach Süden und dem natürlichen West-Ost-Verkehrsweg der Donau; es gab einen Donauhafen, öffentliche Thermenanlagen und ein Amphitheater für 13.000 Besucher. Sie zählt zu den bedeutendsten und am umfangreichsten erforschten antiken Ausgrabungsstätten in Österreich und liegt auf den Gemeindegebieten von Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg, Bundesland Niederösterreich.
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Römerstadt Carnuntum.
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Die Region um ein noch nicht lokalisiertes keltisches Siedlungs- und Machtzentrum, das der Historiker Velleius Paterculus als „Carnunto, qui locus regni Norici“ (im Königreich Norikum gelegen) bezeichnete, wurde ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. zu einem der zentralen Sammelpunkte für die Expansion der Römer ins freie Germanien (Barbaricum). An den Ausläufern der Kleinen Karpaten entwickelte sich bald einer der wichtigsten Siedlungs- und Verteidigungsschwerpunkte in den nördlichen Provinzen des Reiches.
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Rekonstruktion in der Römerstadt Carnuntum.
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Ihren rasanten Aufstieg verdankte die Stadt unter anderem ihrer günstigen Lage am Kreuzungspunkt zweier transkontinentaler Handelsrouten sowie an den beiden Militärlagern, in denen zeitweise bis zu 6500 Mann stationiert waren. Die Stadt stand während der römischen Herrschaft über Pannonien wiederholt im Mittelpunkt bedeutender historischer Ereignisse. Carnuntum bestand aus mehreren Siedlungsbereichen, dem Legionslager, einer Militärsiedlung (canabae legionis) und der sogenannten Zivilstadt, die sich außerhalb einer Sicherheitszone von 2,2 km (entspricht einer keltischen Leuge) vom Legionslager aus gegen Westen ausbreitete.

Rekonstruktion eines römischen Hauses in Carnuntum.
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Die ältesten archäologischen Zeugnisse aus römischer Zeit datieren in die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. In der Regierungszeit des Claudius entstand parallel zu einem festen Holz-Erde-Lager mit angeschlossenem Lagerdorf die Zivilsiedlung. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts lebten dort bereits rund 50.000 Menschen. Kaiser Hadrian gewährte ihr in weiterer Folge das Recht zur Selbstverwaltung. Unter Trajan stieg sie zur Provinzhauptstadt von Oberpannonien auf. Während der Markomannenkriege führte Marc Aurel von dort aus seine Feldzüge in die Stammesgebiete nördlich der Donau.

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Rekonstruktion eines römischen Hauses in Carnuntum.
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Ende des 2. Jahrhunderts wurde dort Septimius Severus von den Donaulegionen zum Kaiser ausgerufen und die Zivilstadt danach in den Rang einer Kolonie erhoben. Dies hatte einen langanhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt zur Folge. 308 n. Chr. hielten die Tetrarchen dort die Kaiserkonferenz von Carnuntum ab. In der Mitte des 4. Jahrhunderts verwüstete ein schweres Erdbeben die Region. Diese Naturkatastrophe im Verbund mit der stetigen Reduzierung der Grenztruppen und den Auswirkungen der Völkerwanderung verursachten schließlich den wirtschaftlichen und demografischen Niedergang der Stadt.
Carnuntum 2009 - © Erhard Gaube - www.gaube.at
Mosaikboden in der Römerstadt Carnuntum.
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Im späten 4. Jahrhundert diente der schon stark heruntergekommene Ort Kaiser Valentinian I. als Heerlager für einen Feldzug gegen transdanubische Stammesverbände. Im Laufe des 5. Jahrhunderts wurde Carnuntum von seinen romanischen Bewohnern aufgegeben und verlassen. Zwischen Limes- und Bernsteinstraße liegt das sogenannte Heidentor, ein Triumphalmonument aus dem 4. Jahrhundert und heute das Wahrzeichen der Region Carnuntum.
Militärischer Bereich
Römerfest Carnuntum 2009.
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Der Besitz von Carnuntum als Kreuzungspunkt zweier stark frequentierter, transkontinentaler Haupthandels- und Verkehrsrouten war für die Römer strategisch äußerst wichtig. Die Donau war damals die schnellste Verbindung zwischen dem Westen und dem Osten des Römischen Reiches. Vom Legionslager aus konnte neben der Kontrolle des Stromes, seiner Übergänge (Stopfenreuth, Burgberg von Devin) und der sich nördlich anschließenden Mündung der March auch der Verkehr auf der Bernsteinstraße überwacht werden. Die westliche Flanke Carnuntums wurde durch das Legionslager in Vindobona geschützt. Zu den weiteren Aufgaben der Besatzung zählte die Grenzsicherung und Signalweitergabe am Donaulimes. Vom Lagerplateau hatte man auch eine gute Sicht auf das Marchfeld.
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Römerfest Carnuntum 2009.
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Das Legionskastell als Zentrum des Großraums Carnuntum spielte bei der Entwicklung des Straßennetzes eine bedeutende Rolle. Wie die Lager in Vindobona und Arrabona stand es an den Endpunkten von wichtigen Fernstraßen, von denen zwei bei der Colonia Claudia Savaria aufeinandertrafen und von dort weiter nach Italien führten. Die Bernsteinstraße war eine bedeutende Handelsroute, die den unwirtlichen, wenig entwickelten Norden Europas mit den alten Handels- und Handwerkszentren in Italien an der Adria und dem übrigen Mittelmeer verband. Sie überquerte vermutlich in der Nähe des Pfaffenberges die Donau und erreichte im Südwesten die Stadtgrenze. Ab dort war sie mit der sogenannten Gräberstraße identisch, da dort seit der frühen Kaiserzeit außerhalb des Siedlungsbereichs bevorzugt Gräber angelegt wurden. Sie verlief in weiterer Folge am Westufer des Neusiedlersees entlang und verband Carnuntum mit der nächstgelegenen Stadt Scarbantia (Sopron), wie Funde von Meilensteinen bei Oslip und Bruck an der Leitha zeigten.
Römerfest Carnuntum 2009 - © Erhard Gaube - www.gaube.at
Römerfest Carnuntum 2009.
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In den römischen Schriftquellen wurde Carnuntum zum ersten Mal in Zusammenhang mit Kriegsereignissen vor dem pannonisch-dalmatischen Aufstand (bellum dalmaticum), einer Erhebung der indigenen Stämme gegen die römische Herrschaft, von 6–9 n. Chr. genannt. Nach dem Chronisten Velleius Paterculus errichtete damals ein ca. 40.000 Mann starkes römisches Heer unter ihrem Feldherrn Tiberius ein provisorisches Winterlager (castra hiberna), um von dort aus u. a. die Markomannen unter ihrem König Marbod zu unterwerfen, die nördlich der Donau u. a. im Bereich des heutigen Böhmen und Mähren siedelten. Die Konsolidierung der römischen Herrschaft stieß in Pannonien auf wesentlich größere Schwierigkeiten als im benachbarten Norikum. Unter Vespasian (69–79) wurde das Holz-Erde-Lager durch einen Steinbau ersetzt. Unter seinem Nachfolger Domitian wurde etwa 1,2 Kilometer südwestlich des Lagers zusätzlich ein Kastell für eine 500 Mann starke Reitereinheit angelegt. Sie sollte eine größere Mobilität der Truppen bei der Grenzüberwachung gewährleisten. In den Jahren 85 bis 86 erlitten die Römer eine Niederlage gegen die Daker. Die Kämpfe griffen in weiterer Folge auch auf die Region um Carnuntum über. Domitian sah sich daher genötigt, persönlich in Pannonien zu erscheinen um die Abwehrmaßnahmen zu koordinieren. Während eines in den Jahren 89 und 90 gegen Markomannen und Quaden geführten Feldzuges hielt sich der Kaiser wohl auch in Carnuntum auf.
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Römische Katapulte - Römerfest Carnuntum 2009.
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Im Zuge der römischen Gegenoffensive zur Verheerung der germanischen Stammesgebiete nördlich der Donau schlug Kaiser Mark Aurel für drei Jahre (171–173) in Carnuntum sein Hauptquartier auf und verfasste dort vor seinem Tod im Jahre 180 unter anderem einige Kapitel seiner Selbstbetrachtungen. Das Reiterlager diente nun als vorgeschobenes Nachschub- und Versorgungslager für die Fronteinheiten und wurde damals zusätzlich mit Werkstätten und Lagerhäusern ausgestattet. Marc Aurels Nachfolger, Kaiser Commodus (180–192), schloss mit den Germanen schließlich einen Friedensvertrag und hielt sich zu diesem Zweck vermutlich ebenfalls in Carnuntum auf. Dem Friedensschluss folgte in den pannonischen Provinzen eine Periode der Stabilität und des Wiederaufbaus, in der unter anderem auch das Amphitheater der Lagerstadt in Stein neu errichtet wurde. Am 9. April 193 fand das für Carnuntum bedeutendste historische Ereignis statt. Der amtierende oberpannonische Statthalter Septimius Severus (193–211) wurde von den Donaulegionen als Gegenkaiser zu Didius Julianus ausgerufen und später auch vom Senat in Rom bestätigt. Septimius Severus erwies sich als großzügiger Förderer Pannoniens und erhob die Zivilstadt in den Rang einer Colonia (colonia Septimia Aurelia Antoniniana Karnuntum). Sie war damit die bedeutendste Stadt der Pannonia superior. Die Folge war eine weitere intensive, über mehrere Jahrzehnte dauernde Bautätigkeit.
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Römische Katapulte - Römerfest Carnuntum 2009.
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Unter den Severern (193–235) erreichte der Standort seine wirtschaftliche/kulturelle Hochblüte und maximale Ausdehnung. Im Hilfstruppenlager waren nun wieder ausschließlich Reiter stationiert. Die letzten Jahrzehnte des 3. Jahrhunderts waren von inneren Unruhen, ständigen Abwehrkämpfen gegen Invasoren und rasch wechselnder Herrscher auf dem Kaiserthron geprägt (sogenannte Reichskrise des 3. Jahrhunderts). Carnuntum blieb aber weiterhin ein bedeutender Stützpunkt am mittleren Donaulimes.
Ziviler Bereich
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Carnuntum - Amphitheater
Frühe Anlage - massiver Holzbau auf Steinfundamente
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Die antike, zehn Quadratkilometer große, besiedelte Gesamtfläche Carnuntums reichte im Westen von Petronell-Carnuntum bis zum Pfaffenberg bei Bad Deutsch Altenburg im Osten. Dieser Siedlungsbereich setzte sich aus den beiden Kastellen, sowie der Lager- und der Zivilstadt zusammen. Die Zivilstadt erstreckte sich ursprünglich über die heutigen Gemeindegebiete von Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch Altenburg. Die ältesten römischen Siedlungsspuren wurden für die Zeit zwischen 40 und 50 n. Chr. nachgewiesen (Funde von oberitalischen Terra Sigillata), als die Legio XV im Zusammenhang mit der Vertreibung des Vannius dauerhaft an der Donau stationiert wurde und nach Vindobona (Wien) in Carnuntum ihr zweites Lager am pannonischen Limes bezog (Flur am Burgfeld). In dieser Zeitperiode wurden auch die alten keltischen Oppida aufgelassen. Westlich des Lagers, entlang der Limesstraße in Richtung Vindobona, entstand seit 80 n. Chr. die spätere Zivilstadt.
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Carnuntum - Amphitheater
Frühe Anlage - massiver Holzbau auf Steinfundamente
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Durch die verstärkte Zuwanderung, gefördert durch die Anwesenheit der Legion, die ein Höchstmaß an Sicherheit und ein stabiles Wirtschaftswachstum garantierte, vergrößerte sich Carnuntum im Laufe des 2. Jahrhunderts stetig weiter. Nach der Zweiteilung der Provinz in Oberpannonien und Unterpannonien unter Trajan avancierte die Stadt zwischen 103 und 107 zur Residenz des konsularischen oberpannonischen Statthalters (legatus Augusti pro praetore provinciae Pannoniae). Eine zusätzliche Triebfeder für ihre Aufwärtsentwicklung war der Fernhandel mit den nördlichen Barbarenstämmen. Sie wurde daher 124 von Hadrian (117–138), wahrscheinlich anlässlich eines Besuches des Kaisers, in den Rang eines Munizipiums erhoben (municipium Aelium Karnuntum). Vermutlich war zu diesem Zeitpunkt die Romanisierungsprozess der Provinz schon weit fortgeschritten. In den folgenden Jahrzehnten wurden imposante öffentliche Bauten (Forumsanlage mit Rathaus (curia) und Amtsgebäuden, Tempel, Thermen etc.) und eine aufwendige Infrastruktur hergestellt. Auf dem Bergrücken des Pfaffenberges und auf der Pfaffenwiese wurden Tempel und Kultanlagen für den obersten Reichsgott Iuppiter Optimus Maximus und den Kaiserkult errichtet.
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Carnuntum - Gräberstrasse - Ansicht
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Die für das Römische Reich verheerenden Markomannenkriege in den 160er- und 170er-Jahren beendeten jedoch abrupt ihre Expansion. Im Zuge der römischen Gegenoffensive zur Zerstörung der germanischen Stammesgebiete nördlich der Donau schlug Kaiser Mark Aurel (161–180) für drei Jahre (171–173) in Carnuntum sein Hauptquartier auf. Dort verfasste er vor seinem Tod im Jahre 180 unter anderem einige Kapitel seiner Selbstbetrachtungen. Archäologisch konnte überraschenderweise bei den Grabungen für diese Zeitperiode kein größerer Zerstörungshorizont nachgewiesen werden. Sein Sohn und Nachfolger Commodus (180–192) schloss mit den Germanenstämmen schließlich einen Waffenstillstandsvertrag und hielt sich zu diesem Zweck vermutlich ebenfalls in Carnuntum auf. Dem Friedensschluss folgte in den pannonischen Provinzen eine Periode des raschen Wiederaufbaus. Am 9. April 193 fand das für die Stadt bedeutendste historische Ereignis statt. Der amtierende oberpannonische Statthalter Septimius Severus (193–211) wurde von den Donaulegionen als Gegenkaiser zu Didius Julianus ausgerufen und später auch vom Senat in Rom bestätigt. Er gründete das Herrscherhaus der Severer, das dem Reich noch einmal einen massiven politischen und wirtschaftlichen Aufschwung brachte.
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Carnuntum - Gräberstrasse - Ansicht
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Septimius Severus erhob die Zivilstadt in den Rang einer Colonia (colonia Septimia Aurelia Antoniniana Karnuntum). Sie war damit die bedeutendste Stadt der Pannonia superior. Die Folge war eine weitere intensive, über mehrere Jahrzehnte andauernde Bautätigkeit. Die Aufwertung zur Colonia hing vielleicht auch mit einer Ehrung (deductio) einer größeren Anzahl von Legionsveteranen zusammen. Ihr Status als römische Bürger wurde dadurch noch etwas mehr herausgehoben, und dem Kaiser entstanden deswegen keine weiteren Kosten. Diese Maßnahme war vermutlich nach den Verheerungen der Markomannenkriege dringend notwendig, um Zuwanderer zu ermutigen, sich dort dauerhaft niederzulassen. Unter den Severern (193–235) erreichte Carnuntum seine wirtschaftliche und kulturelle Hochblüte und maximale Ausdehnung. Während der Herrschaft des Severus Alexander bekleidete zwischen den Jahren 226 und 228 der Historiker Cassius Dio das Amt des Statthalters.
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Carnuntum - Übersicht
claudische Zeit - Blick in Richtung Süd/Westen
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Die letzten Jahrzehnte des 3. Jahrhunderts waren von inneren Unruhen, ständigen Abwehrkämpfen gegen Invasoren und rasch wechselnder Herrscher auf dem Kaiserthron geprägt (Reichskrise des 3. Jahrhunderts). Carnuntum blieb aber weiterhin ein bedeutender Stützpunkt am mittleren Donaulimes. 260, während der Regentschaft von Gallienus (253–268), riefen die Carnuntiner Truppen den Statthalter der Pannonia superior, Regalianus, zum Gegenkaiser aus, er wurde aber nicht vom Senat in Rom anerkannt. Sein Einfluss wuchs auch nie über den Limesstreifen zwischen Carnuntum und Brigetio hinaus. Während seiner kurzen Herrschaft ließ er Münzen mit seinem Abbild und dem seiner Frau Sulpicia Dryantilla prägen, von denen einige in Carnuntum gefunden wurden. Schon sechs Monate später wurden sie von ihren eigenen Soldaten ermordet. Da diese Münzen nur in Carnuntum gefunden wurden, wird angenommen, dass der Usurpator dort auch sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte. Mit Diokletians Herrschaftsantritt endete 284 die lange Periode der Instabilität unter den Soldatenkaisern. Ober- und Unterpannonien wurden nun in vier Verwaltungseinheiten aufgespalten. Im Zuge seiner umfassenden Reichsreform setzte für Carnuntum eine letzte Nachblütezeit mit neuerlicher intensiver Bautätigkeit ein.
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Carnuntum - Übersicht - Winter
claudische Zeit - Blick in Richtung Süd/Osten
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Die politischen Konflikte zwischen seinen Nachfolgern nach seiner Abdankung veranlassten Diokletian, der den Zusammenbruch seines Herrschaftssystems verhindern wollte, 308 in Carnuntum eine Zusammenkunft aller Hauptbeteiligten einzuberufen, um die Streitigkeiten friedlich beizulegen und die Tetrarchie wiederzubeleben. Mit Abhaltung dieser Konferenz in seinen Mauern rückte Carnuntum wieder einmal in den Mittelpunkt der Reichspolitik. Die Stadt wurde wohl auf Grund ihrer Lage nahe der Grenze zwischen dem West- und dem Ostteil des Reiches und auch wegen ihrer repräsentativen Gebäude für die standesgemäße Unterbringung der Delegierten als Veranstaltungsort ausgewählt. In diesem historisch bedeutsamen Treffen gelang es den Augusti Diokletian, Galerius, Licinius und Maximinus Daia die Machtverteilung im Römischen Reich auf eine neue stabile Grundlage zu stellen (sogenannte vierte Tetrarchie). Die Teilnehmer stifteten anlässlich der Wiederherstellung eines Mithrasheiligtums (Mithräum III) einen Altar, der heute im Museum Carnuntinum aufbewahrt wird. Auf dem Stadtterritorium Carnuntums und seiner ländlichen Umgebung entstanden in dieser Zeit auch zahlreiche villae rusticae die die Versorgung des Limes mit Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs sicherstellen sollten. Zu den letzten größeren Bauvorhaben gehörte auch ein Triumphbogen des Kaisers Constantius II. südwestlich des Siedlungsgebiets, dessen Überreste heute als Heidentor bekannt sind. In der Mitte des 4. Jahrhunderts (350) wurde Carnuntum von einem schweren Erdbeben erschüttert. Vermutlich wanderte ein großer Teil der Stadtbevölkerung aufgrund dieser Katastrophe und wegen einer Klimaverschlechterung schon während des ausgehenden 4. Jahrhunderts ab.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Carnuntum_(Zivilstadt)" der
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Römerstadt Carnuntum
Hauptstraße 1A, 2404 Petronell-Carnuntum
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Öffnungszeiten:
19. März – 19. November 2017
täglich 09.00 – 17.00 Uhr
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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