Dogenhof
"In honorem Venetiae"
Praterstraße 70, 1020 Wien
Dogenhof - Praterstraße 70, 1020 Wien - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / HatschiKa
Der Dogenhof in der Praterstraße 70.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / HatschiKa
Dogenhof (2, Praterstraße 70), erbaut 1896-1898 nach Plänen von Carl Caufal (laut Gedenktafel im Hausflur Bauherr Maximilian Haas, Gutsbesitzer; ursprünglich Hotel), Fassadengestaltung teilweise nach Motiven der Ca' d'oro in Venedig. Oberhalb des Kaffeehauseingangs befindet sich das Relief des Markuslöwen. Es wird zuweilen darauf hingewiesen, der Bau des Dogenhofs gehe auf die anlässlich der Stadterweiterung (1850) geäußerte Idee zurück, den einzelnen Nationen in Wien bestimmte Bezirksteile zuzuweisen und den Bewohnern dort die ihnen aus der Heimat vertraute Umgebung möglichst gut nachzuformen.
Dogenhof © Erhard Gaube
Der Markuslöwe über dem Haupteingang.
Möglicherweise war geplant, in der Leopoldstadt eine kleine italienische Kolonie anzusiedeln. Wahrscheinlicher dürfte es allerdings sein, dass der Bezugspunkt der 1895 im nahegelegenen Prater eröffnete Vergnügungspark „Venedig in Wien" gewesen ist. Zuvor stand hier ein 1808 für Georg Krieg errichtetes Gebäude, dem 1827 ein Neubau Johann Baptist Mollners für Christine Gräfin Wenkheim folgte.
Text auszugsweiseaus www.wien.gv.at/Wien_Geschichte_Wiki
Venedig in Wien - Das Ende eines Jahrtausends
Rupert Feuchtmüller: Die Praterstrasse in der Wiener Leopoldstadt
Dogenhof - Praterstraße 70, 1020 Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dogenhof. Gesamtansicht leicht von rechts. 1898 nach Motiven der Ca d´oro erbaut; um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eines der attraktivsten Häuser der Praterstrasse ist noch heute der Dogenhof. Dieses unter Denkmalschutz stehende Gebäude (Nr. 70) hatte mehrere Vorgängerbauten. 1775 nahm hier Josef Wenger Änderungen vor, 1808 ist ein Neubau für Georg Krieg genannt, und 1827 ließ sich, wie bereits erwähnt, Christine Gräfin Wenkheim von Johann Baptist Mollner ein Haus an dieser Stelle errichten. Im Jahr 1898 hatte der Gutsbesitzer Maximilian Haas den Dogenhof erbauen lassen. Eine Tafel im Eingangsbereich nennt ihn, den Bauherrn und den Architekten Karl Coufal sowie das Datum. Auch eine Widmung ist hinzugefügt: "In honorem Venetiae".
Dogenhof - Praterstraße 70, 1020 Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Praterstraße mit dem Dogenhof im Bild rechts; um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als Vorbild soll, der Überlieferung nach, die Ca'd'Oro am Canal grande gedient haben, doch trifft dies nur auf den etwas vereinfachten Zierat der fünfteiligen Mittelloggia zu; in Venedig ist sie sechsteilig. Motive des 15. Jahrhunderts, wie Maßwerkformen, Kielbogen, gedrehte Stäbe und Kreuzblumen, wurden dekorativ in eine durch Felder geteilte Wandfläche gesetzt. Über dem Hauptportal kniet der Doge vor dem Markuslöwen. Die regelmäßige Sachlichkeit des späten 19. Jahrhunderts ist unverkennbar. Leider wird heute die ursprüngliche Wirkung durch den Verlust der Balkone und die moderne Aufstockung - wodurch die ehemalige Dachsilhouette entfernt wurde - sehr beeinträchtigt. Eine alte Ansicht zeigt den ehemaligen Zustand. Dieser Dogenhof ist in seiner Bauform im Zusammenhang mit dem großen Vergnügungspark "Venedig in Wien" zu verstehen, der im Prater errichtet wurde.
Dogenhof - Praterstraße 70, 1020 Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ledermann, Postkartenverlag ;Fassaden schräg von rechts. In der Mitte der 'Dogenhof'. nach 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
  An den Gründer dieser Vergnügungsstätte erinnert eine Gedenktafel in der Praterstrasse Nr. 56. Am Wohnhaus Josephine Gallmeyers wird nämlich noch einer zweiten Persönlichkeit gedacht, die hier gewohnt hat: "Gabor Steiner Theater- und Varietédirektor. Gründer der Theater- und Vergnügungsstadt 'Venedig in Wien' im Prater. Initiator der Errichtung des Riesenrades" Im Jahre 1891 hatte die vornehme Abgeschiedenheit des Kaisergartens ein Ende. Das Areal wurde an eine englische Gesellschaft verkauft, die hier zunächst einen englischen Garten errichtete.
Dogenhof - Praterstraße 70, 1020 Wien - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / HatschiKa
Der Dogenhof in der Praterstraße 70 - Detail.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / HatschiKa
Die dort gebotenen Darbietungen fanden aber wenig Anklang, so dass Gabor Steiner den Garten für zehn Jahre pachten konnte. Nach seinen Anweisungen zauberten der Architekt Oskar Marmorek und der Maler Ferdinand Moser hier die Lagunenstadt in den Prater. An einer Wasserfläche von 8000 m² reihten sich zum Beispiel Nachbildungen der Porta del Arsenale und des Palazzo Dario. Gondeln fuhren durch die engen Kanäle, Sänger, Ballettgruppen und ein italienisches Marionettentheater suchten neben vielen anderen Attraktionen die Atmosphäre Venedigs einzufangen, wie dies eine Illustration von Wilhelm Gause recht anschaulich zeigt.
Dogenhof - Praterstraße 70, 1020 Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Dogenhof. Bild aus dem "Wiener Bauten-Album".
Beilagen zur "Wiener Bauindustrie-Zeitung." 1887 - 1889.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Steiner hatte in dem von ihm erbauten Römersaal außerdem Platz für 2000 Besucher, denen hier Opern- und Konzertaufführungen geboten wurden. 1897 ist auf diesem Areal das Riesenrad errichtet worden, und 1905 hat Steiner auf der großen Freilichtbühne der Olympia-Arena mit Hilfe von Malern und Bildhauern "Neue Bilder" dargestellt, die er märchenhaft zu beleuchten verstand; ein künstlicher See von 4000 m² war entstanden. Als die Aktiengesellschaft "Venedig" nicht mehr zahlungsfähig war, wurde sie von Gabor Steiner 1912 neuerlich zum Erfolg geführt. Nebenbei betrieb Steiner dein Theater in der Rotunde, und im Jahr 1900 hielt er im Zirkus Busch Ringkampfkonkurrenzen ab.
Dogenhof © Erhard Gaube
Der Dogenhof in der Praterstraße 70.
Die Sängerin Fritzi Massary, die bei Steiner ihre Karriere begonnen hatte, wohnte übrigens gleichfalls in der Praterstrasse; doch auf sie werden wir noch später zurückkommen. Das Erscheinungsbild der Praterstrasse wurde gegen Ende des Jahrhunderts aber nicht vom Dogenhof allein geprägt. Es ist verständlich, dass gerade jene Häuser, die noch ihr biedermeierliches Aussehen bewahrt hatten, zum Bau von Neubauten herausgefordert hatten, die mehr kostbar gewordenen Wohnraum boten. Immerhin hatte Wien um diese Zeit mit seiner Einwohnerzahl bereits die Millionengrenze überschritten.
Text auszugsweise aus
Rupert Feuchtmüller;
Die Praterstrasse in der Wiener Leopoldstadt
Die Kulturgeschichte dereinstigen "Jägerzeile", die einmal zu den schönsten und vornehmsten Straßen Wiens zählte. Von prachtvollen Palais und stolzen Bürgerhäusern berichtet dieses reich bebilderte, äußerst informative Werk...
mit freundlicher Genehmigung
Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
 
 
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MuTh Konzertsaal
Es entsteht ein spannender Ort der Begegnung von Musik und Theater mit Fokus auf jungen Menschen mitten in Wien. Die neue Bühne ist top-ausgestattet und der Zuschauerraum bietet Platz für 413 Gäste. Die Bühne ist 12 x 9 Meter groß, hat einen optimal konzipierten Orchestergraben und die beste Akustik der Stadt.
Der Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
Möge die Architektur dazu beitragen, dass dieses neue Musik- und Theaterzentrum seine positive Strahlkraft weit über die Grenzen Wiens entfalten wird.
Die Wiener Sängerknaben sind ein weltbekannter Knabenchor und eine Institution des Wiener Musiklebens, bestehend aus vier Einzelchören.
Am Augartenspitz 1 (Ecke Castellezgasse), 1020 Wien
Telefon: +43 1 347 80 80
www.muth.at
 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Odeon Theater
Das Odeon wurde 1988 von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits als Spielstätte für ihr Serapions Ensemble gegründet. Der Theatersaal war ursprünglich der große Saal der Börse für landwirtschaftliche Produkte.
In Anlehnung an das griechische Odeion, das ein überdachter, freier Platz für Tanz- und Musikaufführungen war, wurde der Saal Odeon genannt.
Dem Serapions Ensemble liegt die Idee der Zusammenführung und der freien Entfaltung der Künste zugrunde – seine Arbeiten haben einen ganz besonderen, unvergesslichen Reiz, der sich aus der Verbindung von Musiktheater, Tanz, Schauspiel und bildender Kunst ergibt. Es arbeitet vor allem mit visuellen Mitteln und ist daher universell verständlich; Musik und Wort begleiten das Geschehen auf der Bühne.
Taborstrasse 10, 1020 Wien
Telefon: +43-(0)1- 216 51 27
www.odeon-theater.at
 
 
Klosterkirche der
Barmherzigen Brüder
Barmherzigenkirche hl. Johannes der Täufer
Angebote in der
Klosterkirche:
Mo. bis Sa.:
05.55h Konventmesse mit Laudes
Sonntag:
07.30h Laudes
08.00h Konventmesse
18.00h Stille Anbetung, Vesper
Eucharistischer Segen
In ihrer gegenwärtigen Form wurde die Kirche 1683-1692 erbaut und dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht; 1691 feierten die Barmherzigen Brüder in ihr die Heiligsprechung ihres Ordensstifters, 1694 erfolgte die neuerliche Weihe, 1697 war der Glockenturm vollendet.
Ein Juwel der Kirche ist auch die aus Forellenmarmor gehauene Statue der Gottesmutter mit Kind. Aufgrund der Kleidung und des Faltenwurfes deutet alles darauf hin, daß diese Figur aus der Zeit der Spätrenaissance stammt und daher das älteste Kunstwerk in der Kirche ist.
Die ebenfalls im Jahre 1763 im Rokokostil errichtete Kanzel entzückt den Beschauer durch ihre edle Linienführung. Die Kanzelbrüstung bereichern die alegorischen Figuren von Glaube, Hoffnung und Liebe.
Taborstrasse 16, 1020 Wien
barmherzige-brueder.at
 
 
 
 
Klostergeschichten.at
Geschichte, Informationen und Angebote über Klöster, Orden und Kirchen in Österreich
Klostergeschichten.at ist eine
private Internetplattform mit dem
Ziel über Kirche, Orden und Klöster
in Österreich zu informieren. Weiters
versucht Klostergeschichten.at
die Geschichte des Christentums in aktuellen und historischen Fotos,
sowie in der Kunst darzustellen.
 Orden, Klöster, Stifte u. Abteien; Ordensspitäler; Geschichte des Christentums; Kirchen in Österreich; Heilige und Selige; Fest- und Feiertage; Gebet und Kirche; Klostergeschichten; Mönchtum
Es werden keinerlei Geschäfte oder kommerzielle Nutzungen mit dieser Plattform lukriert bzw. getätigt. Die Ausrichtung des Mediums ist r.k.
klostergeschichten.at
 
 
Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.
steinedererinnerung.net
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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