Erste Republik
Von Deutschösterreich zum Austrofaschismus
12. November 1918 - 13. März 1938
Erste Republik Österreich © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ausrufung der Ersten Republik.
Wien, vor dem Parlament am 12.11.1918: Massendemonstration vor dem Parlament anlässlich
der Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich durch Präsident Dinghofer (Blick von oben).
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Die Geschichte der Ersten Republik begann mit dem 12. November 1918, dem Tag der Ausrufung der Republik "Deutschösterreich" durch die Provisorische Nationalversammlung, zu der sich alle deutschsprachigen Abgeordneten des 1911 gewählten Reichsrats am 21. Oktober 1918 zusammengeschlossen hatten. Am 31. Oktober hatte H. Lammasch, der letzte österreichische Ministerpräsident, die Regierungsgeschäfte einem aus den 3 Präsidenten und 20 Mitgliedern (aller Parteien) der Provisorischen Nationalversammlung bestehenden Staatsrat übergeben, und am 11. November 1918 hatte Kaiser Karl "auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften" verzichtet. Der Sozialdemokrat K. Renner bildete als Staatskanzler eine Konzentrationsregierung aus allen Parteien.
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Erste Regierung der Ersten Republik.
Stehend v.l.: Unterstaatssekretär Miklas, Sektionsrat Horicky, Staatssekretär Schumpeter,
Unterstaatssekretär Weihs, die Staatssekretäre Paul, Zerdik und Bauer, Ministerialsekretär
Fenz, Staatssekretär Löwenfeld-Russ. Sitzend v.l.: die Staatssekretäre Deutsch
und Bratusch, Unterstaatssekretär Glöckel, Staatskanzler Renner, Staatssekretär
Hanusch, Unterstaatssekretär Ellenbogen. ;1919.
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Die am 16. 2. 1919 gewählte Konstituierende Nationalversammlung beschloss die erste rein parlamentarische Bundesverfassung, die am 1. 10. 1920 in Kraft trat. Rot-Weiß-Rot, die ehemaligen Babenbergerfarben, wurden die Staatsfarben (Wappen). Der geplante Anschluss der jungen Republik an das Deutsche Reich (Anschluss) wurde von der Pariser Friedenskommission 1919 untersagt. Am 24. 3. 1919 musste Exkaiser Karl mit seiner Familie Österreich verlassen, da er sich weigerte, in aller Form auf den Thron zu verzichten. Die Nationalversammlung beschloss daraufhin am 3. 4. 1919 die Landesverweisung und Enteignung des Hauses Habsburg-Lothringen (Habsburger-Gesetz) und die Abschaffung des Adels.
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Staatskanzler Karl Renner (ganze Figur stehend, leicht rechts; Hut) in Gruppe mit den
anderen Mitgliedern der Delegation zum Friedensschluss von St. Germain; 1919.
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Am 10. 9. 1919 musste die Nationalversammlung den Bestimmungen des Friedensvertrags von Saint-Germain zustimmen, den Staatskanzler Renner am 25. 10. 1919 unterzeichnete und der Österreich die Kriegsschulden der alten Monarchie aufbürdete. Die Bezeichnung "Deutschösterreich" wurde verboten, das Burgenland Österreich zuerkannt, Südkärnten blieb aufgrund einer Volksabstimmung 1920 bei Österreich (Kärntner Abwehrkampf, Kärntner Volksabstimmung), Südtirol dagegen musste ohne jede Abstimmung an Italien abgetreten werden.
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Arbeitslose stehen vor einer Volksküche in Wien zur Auspeisung angestellt.
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Österreich verblieben rund 12 % des Gebiets der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Damit stand der junge Staat vor großen wirtschaftlichen Problemen. Zu diesen Schwierigkeiten der unmittelbaren Nachkriegsjahre, gekennzeichnet durch Hungersnot, Kohlenmangel, Inflation, Arbeitslosigkeit, kamen bald innenpolitische Spannungen zwischen den Parteien, als am 10. 6. 1920 die seit dem Oktober 1918 bestehende Koalition mit den Sozialdemokraten von den Christlichsozialen aufgekündigt wurde.
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Ignaz Seipel, Leopold Kunschak u.a.
während eines Aufmarsches auf der Wiener Ringstraße; um 1920.
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Die Sozialdemokraten schieden am 22. 10. 1922 aus der Regierung aus und standen von nun an bis zur Auflösung ihrer Partei 1934 in Opposition. Am 16. 12. 1920 wurde Österreich in den Völkerbund aufgenommen. Bundeskanzler I. Seipel schloss am 4. 10. 1922 eine Völkerbundanleihe auf 20 Jahre in der Höhe von 650 Millionen Goldkronen ab, die mit einer internationalen Finanzkontrolle Österreichs (bis 1926) verbunden war. 1924 wurde die neue Schilling-Währung eingeführt; sie leitete die allmähliche Sanierung der österreichischen Wirtschaft ein.
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Wohnbau; Wien 12, Wienerbergstraße 16-20. Austro Flug ;Gemeindebau von
Südsüdosten gegen den Meidlinger Friedhof. ;um 1930.
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Wohnbau; Wien 21, Wagramerstraße 97-103. Austro Flug;
Gemeindebauten von Süden. ;um 1930.
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Die ersten großen Wasserkraftwerke (Partenen in Vorarlberg, Partenstein in Oberösterreich, Teigitsch-Kraftwerke in der Steiermark) konnten errichtet, Teilstrecken der Bundesbahnen elektrifiziert, das Straßennetz erweitert und erneuert werden (Gaisbergstraße 1929, Großglockner-Hochalpenstraße und Wiener Höhenstraße 1935, Packstraße 1936), der soziale Wohnbau wurde in Wien aufgenommen, die Industrialisierung vorangetrieben, die Produktion der Landwirtschaft beträchtlich erhöht (1937 bestritt die Landwirtschaft bereits 81 % der Nahrungsmittelversorgung; ihre Mechanisierung nahm zu). Eine wesentliche Rolle begann auch der Fremdenverkehr als Devisenbringer zu spielen. 1921 wurde die Wiener Messe gegründet. Der Export von Fertigwaren (Holz, Holzwaren, Eisen, Stahl, Papier, Textilien, Milchprodukte) wirkte sich günstig auf die Außenhandelsbilanz aus.
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Teileröffnung der Wiener Höhenstraße. Kardinal Theodor Innitzer bei der Eröffnung
des ersten Abschnitts der Wiener Höhenstraße; 16. Oktober 1935.
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Eröffnung der Großglockner-Hochalpenstraße. Die Regierungsautos begeben
sich  zum Ehrenmal auf dem Fuschertörl; 1935.
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Eröffnung der Großglockner-Hochalpenstraße.
Die Eröffnungsrede von Bundespräsident Miklas; 1935.
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Schon 1925 wies der Staatshaushalt einen Gebarungsüberschuss von 76,5 Millionen Schilling auf, und 1927 war die Währung durch den Gold- und Devisenbestand der Nationalbank bereits zu 70 % gedeckt. Dennoch war die österreichische Wirtschaft weiterhin schweren Belastungen ausgesetzt; da das notwendige Kapital im eigenen Land nicht aufgebracht werden konnte, musste es aus dem Ausland beschafft werden, wodurch sich Österreich weitgehend fremdem politischen Einfluss aussetzte. Von den rund 250.000 Beamten mussten 100.000 entlassen bzw. vorzeitig pensioniert werden. Die Eisenbahnen hatten 1919 rund 75 % ihres ehemaligen Streckennetzes verloren, übrigblieben vor allem die kostspieligen Gebirgsstrecken; für den Bezug der fehlenden Steinkohlen mussten beträchtliche Devisen aufgewendet werden.
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Parteitag der österreichischen Sozialdemokraten. Parteitag im Saal des
Volksgartens von Linz 1926. Delegierte und das Präsidium. ;1926.
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Beachtlich waren die Leistungen auf dem Gebiet der Sozialgesetzgebung, womit sich Österreich an die erste Stelle der sozial fortgeschrittenen Staaten Europas setzte: Achtstundentag, Betriebsräte, Arbeitslosenversicherung und Altersversorgung wurden eingeführt, der Mieterschutz blieb aufrecht. Der Sozialdemokrat F. Hanusch und der Christlichsoziale J. Reschkämpften erfolgreich für das Angestellten-, das Arbeiterurlaubs-, das Hausgehilfen- und das Invalidenbeschäftigungsgesetz sowie für Kollektivverträge. Fürsorge- und Gesundheitswesen wurden modern geregelt, Schulzahnkliniken, Mutterberatungsstellen und Fürsorgestellen eingerichtet, neue Sportanlagen, Bäder und moderne Kindergärten eröffnet.
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Das Burgtheater bei Nacht.
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In Kunst und Wissenschaft konnte der junge Staat mit der alten Metropole Wien seine überragende Stellung weiter behaupten. Wiener Burgtheater, Oper und Operette und die von M. Reinhardt, H. von Hofmannsthal und R. Strauss gegründeten Salzburger Festspiele trugen den Namen Österreichs in alle Welt, die Werke der österreichischen Dichter A. Wildgans, H. von Hofmannsthal, F. Werfel, S. Zweig, R. Musil, F. Kafka, H. Broch und J. Roth gingen in die Weltliteratur ein. Für die Leistungen der Wissenschaft zeugen die Nobelpreisträger K. Landsteiner, E. Schrödinger und J. Wagner-Jauregg. O. Glöckel und seine bahnbrechende Wiener Schulreform verfolgten den zeitgemäßen Umbau des Bildungswesens; die Volksbildungsarbeit ergriff durch Volkshochschulen und Volksbüchereien weite Kreise der Bevölkerung, die Tätigkeit der landwirtschaftlichen Berufsschulen wirkte ebenso in die Breite.
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Schutzbündler in einem Eisenbahnwaggon eine Woche nach dem Zusammenstoß
des Schutzbundes mit der Frontkämpfervereinigung auf der Fahrt nach
Schattendorf(Burgenland); 30. Jänner 1927.
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Während sich die wirtschaftliche und kulturelle Lage der Ersten Republik allmählich konsolidierte, verschärften sich die Gegensätze zwischen der bürgerlichen und der sozialistischen Seite von Jahr zu Jahr. Beide großen Parteien gründeten bewaffnete Wehrverbände, die Frontkämpferorganisationen entstanden ab 1920 und die Heimwehren 1921-23, der Republikanische Schutzbund 1923. Das Linzer Programm, die Entwicklung des Austromarxismus, die Verstärkung der Heimwehrbewegung und des Austrofaschismuskennzeichneten die Lage. Der Freispruch im Schattendorfer Prozess beschwor die Wiener Julirevolte und den Justizpalastbrand von 1927 herauf.
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Justizpalastbrand; Blick auf den Brand, ein Löschfahrzeug der Feuerwehr; 15. Juli 1927.
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Der Verlauf dieser Ereignisse hatte die Sozialdemokraten geschwächt und die Heimwehr gestärkt, sodass unter deren antiparlamentarischen Druck 1929 eine Verfassungsänderung durchgeführt werden konnte, die dem Bundespräsidenten auf Kosten des Nationalrats mehr Macht einräumte. Er sollte nun direkt vom Volk gewählt werden und nicht mehr auf bloße Repräsentationsfunktionen beschränkt sein, seither ernennt er die Mitglieder der Bundesregierung und kann das Parlament auflösen und Neuwahlen ausschreiben.
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Angelobung von Bundespräsident Miklas; Stehend vor der Bundesversammlung
anlässlich seines Gelöbnisses; 5. Dezember 1928.
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Die 1929 ausgebrochene Weltwirtschaftskrise brachte auch Österreich in neue wirtschaftliche Schwierigkeiten. Fabriken mussten geschlossen werden, die Zahl der unterstützten Arbeitslosen stieg von 264.148 im Februar 1929 auf 401.321 im Februar 1933, dazu kamen jeweils rund 100.000 nicht unterstützte Personen.
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Wahlkampf 1930; Heimwehr mit Wahlplakaten "Wählt Heimatblock!".
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Der Zusammenbruch der Creditanstalt 1931 verschlechterte die wirtschaftliche Lage noch mehr. Eine Erleichterung für Österreich war die auf der Haager Konferenz 1930 ausgesprochene Befreiung von den Reparationspflichten, den Forderungen der Nachfolgestaaten und dem Generalpfandrecht. 1932 musste Österreich eine neue Völkerbundanleihe in der Höhe von 300 Millionen Schilling aufnehmen (Vertrag von Lausanne). Der Versuch J. Schobers, eine Zollunion mit Deutschland zu errichten (1931), scheiterte am Einspruch Frankreichs, Italiens und der Tschechoslowakei.
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Regierung Dollfuß II; Stehend v.l.: Gleißner (Land- und Forstwirtschaft), Karwinsky
(Exekutive), Schönburg-Hartenstein (Heerwesen), Neustädter-Stürmer (Arbeitsbeschaffung).
Sitzend v.l.: Justizminister ?, Stockinger (Handel und Gewerbe), Ender (Spezialverwaltung),
Fey (Vizekanzler), Dollfuß (Bundeskanzler), Buresch (Finanzen), Schmitz (Soziales),
Kerber (Innenminister), Schuschnigg (Unterricht); 22. September 1933.
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Als am 4. 3. 1933 alle 3 Präsidenten des Nationalrats aus abstimmungstechnischen Gründen ihr Amt nacheinander niederlegten, erklärte am 7. 3. die Regierung Dollfuß, der Nationalrat habe "sich selbst ausgeschaltet". Damit war die parlamentarische Demokratie der Ersten Republik beendet; E. Dollfuß verhinderte, dass der Nationalrat wieder zusammentrat, und regierte seither unter Berufung auf das kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz aus 1917 autoritär mit Hilfe von Regierungsverordnungen.
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Bundeskanzler Engelbert Dollfuß in Kaiserjäger-Uniform als Redner bei einer Veranstaltung
der Vaterländischen Front auf dem Wiener Trabrennplatz; 11. September 1933.
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Im gleichen Jahr wurden der Republikanische Schutzbund, die Kommunistische Partei und die Nationalsozialistische Partei (die beide im Parlament der Ersten Republik nie über ein Mandat verfügt hatten) sowie der Steirische Heimatschutz verboten. Im Mai 1933 wurde die Vaterländische Front gegründet. Infolge des bewaffneten Widerstands von Schutzbündlern in Linz gegen nach Waffen suchende Exekutivorgane und Heimwehrleute kam es am 12. 2. 1934 zur Erhebung des Republikanischen Schutzbunds und zum offenen Bürgerkrieg (Februarkämpfe).
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Letzte Nationalratssitzung vor Erlassung der Maiverfassung 1. Mai 1934.
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Am 1. 5. 1934 rief Dollfuß mit der Maiverfassung1934 den "Christlichen deutschen Bundesstaat Österreich auf berufsständischer Grundlage" aus und machte die Vaterländische Front zum "alleinigen Träger der politischen Willensbildung"; die gesetzgebenden Körperschaften sollten Staatsrat, Bundeskulturrat, Bundeswirtschaftsrat und Länderrat sein (Ständestaat).
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Bundeskanzler Dollfuß verkündet am 1. Mai 1934 in einer Radioansprache die neue autoritäre
Verfassung. Bundeskanzler Dr. Dollfuß verkündigt am 1. Mai in Kaiserschützenuniform in einer
Radioansprache aus seinem Arbeitszimmer im Bundeskanzleramt die neue Verfassung.
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Inzwischen begann die drohende Gefahr des Nationalsozialismus für Österreich immer gefährlichere Formen anzunehmen. Am 27. 5. 1933 hatte die nationalsozialistische deutsche Reichsregierung die "1000-Mark-Sperre" erlassen; jeder Deutsche, der nach Österreich reisen wollte, musste 1000 Mark erlegen (1932 waren 40 % der ausländischen Touristen in Österreich Deutsche). In Österreich selbst setzte eine Welle von Terror und Sabotageakten der NSDAP ein.
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Der Tag nach dem Juliputsch; Passanten vor dem Parlament, berittene Polizei; 26. Juli 1934.
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Bei dem am 25. 7. 1934 misslungenen Putschversuch der Nationalsozialisten wurde Bundeskanzler Dollfuß ermordet (Juliputsch). - 1934 wurden zwischen Österreich, Italien und Ungarn die so genannten Römischen Protokolle unterzeichnet, die die Aufrechterhaltung der Eigenstaatlichkeit Österreichs zum Ziel hatten. Ihnen ging die Drei-Mächte-Garantie (Großbritannien, Italien, Frankreich) für Österreichs Unabhängigkeit voraus. Aber im österreichisch-deutschen Verständigungsabkommen vom 11. 7. 1936 (Juliabkommen) verpflichtete sich Österreich bereits, seine "Außenpolitik als zweiter deutscher Staat zu führen".
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Konferenz der Staaten der "Römischen Protokolle"; Das Bild zeigt die Regierungschefs
Österreichs, Ungarns und Italiens beim unterzeichnen der Verträge;; 12. November 1936.
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Am 10. 10. 1936 löste K. Schuschnigg, der 1934 Nachfolger von Dollfuß als autoritärer Bundeskanzler geworden war, alle Wehrverbände auf, nachdem er am 1. 4. 1936 ein Gesetz über die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht erlassen hatte. Die weitere Politik Hitlers und des faschistischen Italien unter B. Mussolini ("Achse Berlin- Rom") machten die Römische Protokolle unwirksam. Bei der Begegnung Hitlers mit Schuschnigg in Berchtesgaden am 12. 2. 1938 drohte Hitler mit dem sofortigen Einmarsch deutscher Truppen in Österreich, falls seine Forderungen (unter anderem Amnestie für die verhafteten Nationalsozialisten, Aufnahme nationalsozialistischer Minister in die österreichische Regierung) nicht sofort erfüllt würden.
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Schuschnigg im Kreise seines Kabinetts V.
Sitzend v.r.: Hans Pernter, Glaise-Horstenau, Neumayer, Guido Schmidt, Schuschnigg,
Hülgerth, Raab, Rott und Watzek. Stehend v.r.: Matschnig, Skubl, Seyß-Inquart, Mandorfer,
Adamovich, Zehner, Guido Zernatto, Walter Adam und Stepski-Doliwa; 21. Februar 1938.
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Den Aufruf Schuschniggs an das Volk zu einem Volksentscheid über die Unabhängigkeit Österreichs beantwortete Hitler mit sich überstürzenden Ultimaten, denen sich Schuschnigg am Abend des 11. März 1938 beugte: Er verzichtete auf Widerstand, "weil wir um keinen Preis (...) deutsches Blut zu vergießen gesonnen sind", trat zurück und übergab die Regierung dem von Deutschland namhaft gemachten Nationalsozialisten A. Seyß-Inquart.
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Propaganda für die von Schuschnigg geplante Volksbefragung.
Plakat auf einem Auto: "Ja! Mit Schuschnigg für ein freies Österreich"; März 1938.
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Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Vor Albertina steht ein offenes
Lastauto, Männer auf der Plattform, Flugblätter in der Luft, Plakat mit Schuschnigg-Porträt
am Lastwagen angebracht; 10. März 1938.
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In der Nacht vom 11. zum 12. März marschierte deutsches Militär in Österreich ein. Am 13. 3. 1938 verkündete Hitler in Linz die "Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich" (Anschluss). Der österreichische Bundespräsident W. Miklas wurde am 13. 3. 1938 zur Abdankung veranlasst.
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Die Wiener Sängerknaben machen Werbung für die Volksabstimmung. Vor einem
Gemeindebau mit dem Transparent "Wir singen für Adolf Hitler!"; 06. 04. 1938.
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Straßenszene in Wien, Schwarzenbergplatz; März 1938.
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Großbritannien, Frankreich und das mit dem Ständestaat befreundete Italien Mussolinis hatten keine ihrer Garantieerklärungen erfüllt, sondern tatenlos den Gewaltakt zur Kenntnis genommen. Der Völkerbund schwieg ebenfalls. Als einziger Staat protestierte Mexiko.
Text auszugsweise aus:
AEIOU - Österreich Lexikon
www.aeiou.at/aeiou.encyclop.e/e782241.htm
 
 
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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