Wien im Ersten Weltkrieg
Von der "Belle Époque" zur "sterbenden Stadt"
1914 - 1918
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ausgehungerter Einspänner beim Palais Kinsky-Daun; 1916.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die viereinhalb Jahre Krieg zwischen 1914 und 1918 verwandelten Wien. Der triste Hungeralltag seiner Einwohner machte die einst glanzvolle Metropole eines Großreiches, in der der Kaiser eines Imperiums von 53 Millionen Einwohnern residierte, zur „sterbenden Stadt“. Der Zermürbungs- und Erschöpfungskrieg und die Mobilisierung aller Kräfte und Ressourcen für die Front setzten der Stadt Stück für Stück zu. Galoppierende Inflation, Unterernährung, die Abschneidung von Importen, die Priorisierung der Waffenindustrie und das dem Krieg untergeordnete Transportwesen schnürten das normale Leben immer mehr ein. Gegenüber der Mortalitätsrate vor dem Krieg war die Sterblichkeit in den Jahren um über 70.000 Tote gestiegen.
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 1, Am Hof. Wartende Menschen, hauptsächlich Frauen, vor einem Marktstand; 1918.
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Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 2, Taborstraße 26. Meinl-Filiale mit Schlange stehenden Käufern; um 1918.
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Wien befand sich am Ende des Krieges in einer Art Ausnahmezustand. Streiks und Revolutionsbereitschaft resultierten aus der Verzweiflung über die Versorgungssituation. Nach dem Zerfall der Monarchie blieb das hungrige Wien zwar Hauptstadt, aber eines neuen Staates und unter gänzlich anderen Umständen.
Isonzo-Ausstellung in der königlichen
Akademie der Künste; 1917.
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Kriegerwaisentage 1917 - Gute
Menschen spenden ihr Scherflein.
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Aufruf zur Zeichnung der
Siebenten Kriegsanleihe; 1917.
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Allgemeine Wäschesammlung 1917
Wien ;Kriegsfürsorgeamt; 1917.
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 Bürgermeister und Gemeindeverwaltung versuchten 1914 die Bevölkerung auf Patriotismus und Mobilisierung einzuschwören, mussten kurze Zeit später aber Tod, Not, urbanen Niedergang und politische Polarisierung moderieren. Immerhin erreichten sie trotz revolutionärer Umbrüche Kontinuität in Politik und Verwaltung.
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ringkaffee mit im Freien sitzenden Gästen; 1915.
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Wien 8, Kochgasse; Schwarzwaldküche: Speisegarten; um 1914.
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Die durch das Attentat von Sarajevo ausgelöste Kette von Entscheidungen der politischen Elite in Europa löste jene "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" aus, als die der Erste Weltkrieg später bezeichnet wurde. Sie kostete rund zehn Millionen Soldaten das Leben. Um am Abschluss der Manöver in Bosnien teilzunehmen, war der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, am 23. Juni 1914 von Wien aus nach Triest aufgebrochen, um von dort nach Bosnien weiterzureisen. Von Ilidža fuhren der Thronfolger und seine Gattin am Sonntag, dem 28. Juni 1914, mit der Bahn nach Sarajevo und vom Bahnhof mit dem Auto ins Stadtzentrum.
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo; 28. 06. 1914.
Der Wagen mit dem Erzherzog und seiner Gemahlin in Sarajevo.
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Das Attentat in Sarajewo; Verhaftung eines Attentäters; 28. 06. 1914.
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 Schon auf dieser Fahrt entgingen sie nur knapp einem Attentat. Im Rathaus von Sarajevo angekommen, machte Franz Ferdinand seinem Ärger Luft, doch gelang es dem ehrgeizigen Armeeinspektor und Landeschef von Bosnien, Oskar Potiorek, den Thronfolger zu beruhigen. Auf dem Rückweg fielen jedoch in Sarajevo jene tragischen Schüsse, die sich letztlich als tödliches Fanal nicht nur der Donaumonarchie, sondern des "Alten Europa" erweisen sollten.
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Menschenmenge in Hütteldorf, vor einem Kohlenhändler versammelt. ;1917-08-16.
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Der Erste Weltkrieg war keineswegs eine zwangsläufige Folge des Attentats von Sarajevo, sondern wurde von den Großmächten (eingeschränkt von Großbritannien), bewusst in Kauf genommen. Er begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien durch Kaiser Franz Josef, obwohl der Monarch annehmen musste, dass Russland mit großer Wahrscheinlichkeit das Vorgehen gegen Serbien nicht tatenlos hinnehmen würde.
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Rekruten auf der Landstraßer Hauptstraße nach der Assentierung; 02. 05. 1917.
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Abfahrt aus Wien an die Front, August 1914.
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Wesentliche Kriegsbeteiligte waren Deutschland, Österreich-Ungarn, das Osmanische Reich und Bulgarien einerseits sowie Frankreich, Großbritannien und das Britische Weltreich, Russland, Serbien, Belgien, Italien, Rumänien, Japan und die USA andererseits. 40 Staaten beteiligten sich am bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte, insgesamt standen annähernd 70 Millionen Menschen unter Waffen.
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Richard Weiskirchner am einem Schreibtisch sitzend. ;um 1912.
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Richard Weiskirchner konnte als ausgewiesener Kenner der österreichischen Politik und Verwaltung gelten, als er im Jänner 1913 zum Wiener Bürgermeister gewählt wurde. Weiskirchner kam aus Karl Luegers kommunalpolitischer Schule, versuchte sich in der Rolle des Kriegsbürgermeisters als pragmatisch agierender Christlichsozialer mit stark deutschnationalem Einschlag zu profilieren.
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Vor dem Laden des Fleischhauers Jacob Neumayr im Ersten Weltkrieg. ;1916-04-22.
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Hamsterkauf von Lebensmitteln (Mehl). ;1914-08-06.
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Das Amt des Bürgermeisters der Reichshaupt- und Residenzstadt behielt er bis zum Mai 1919. Mit der Etablierung der erstmals am 28. Juli 1914 zusammentretenden sogenannten „Obmännerkonferenz“, in die er alle Parteien, auch die sozialdemokratische Opposition, einbezog, gelang Weiskirchner ein politischer Coup, der - trotz aller Konflikte in den Jahren 1916 bis 1918 - die ganze Kriegszeit wirkte.
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 1, Kärntner Ring. Spendensammlerin bittet einen Herren. ;1916-08-12.
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Naschmarkt. Städtischer Erdäpfelverkauf während des Ersten Weltkrieges. ;1917-09-08.
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Es gehört zu den Paradoxien des Krieges, dass Wien in seiner gesamten Geschichte just zu einem Zeitpunkt einen Einwohner-Höchststand erreichte, als sich hunderttausend Wiener weit weg von ihrer Heimatstadt an der Front befanden. Wien wurde Kasernenstadt für Soldaten aus der ganzen Monarchie, in Wien war die zentrale Verwaltung aller Kriegsanstrengungen massiert.
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Österreichische Bürger beim Zeichnen von Kriegsanlehe. Farblithografie; 1914 - 1918.
© ="fusstext" target="_blank" href="http://data.onb.ac.at/rec/baa12421864">ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
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"7. Kriegsanleihe. Dienstgrad, Name, Truppenteil hat ... Mark in Worten ... Mark auf die
7. Kriegsanleihe gezeichnet. Dienststempel: Unterschrift:" - Abbildung Infanterist mit
Helm schüttelt einem Matrosen die Hand; im Hintergrund die Reichskronem mit zwei Adlern;
Textfeld und Bild gerahmt von Eichenlaub ;um 1916:
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Wien verwandelte sich zur Lazarettstadt; allein bis März 1915 kamen mehr als 260.000 Verletzte in Wien an. Hierher strebten die meisten Flüchtlinge, weil ihnen die Hauptstadt mehr Überlebenschancen bot; nachdem im Spätherbst 1914 250.000 Vertriebene in Wien gelandet waren, stoppte die Regierung den Zuzug.
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Verkehr mit Gemüse im 12. und 13. Bezirk, sowie Gemeinden in Hietzung-Umgebung.
Ab 12. September 1917 ist der freie Ein- und Verkauf von Gemüse beim Erzeuger
verboten - Die Erzeuger müssen Ihre Waren zum Sammelplatz im 12. Bezirk bringen
 - Übertretungen werden bestraft - K.k. niederösterreichische Statthalterei -
Der Statthalter Bleyleben - Wien am 5. September 1917 - Zahl W/IV-102/8 ;1917-09-05.
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8. Kriegsanleihe: Matrose und
Soldat mit Helm beim Transport von
Munition; im Hintergrund ein U-Boot
und Kriegsschiffe ;um 1916.
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Unser ist der Sieg! zeichnet die
3. Kriegsanleihe, denn ein großer
finanzieller Erfolg ist die beste
Stütze unserer Waffen.
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 Wien wurde zum Zentrum der Kriegswirtschaft und zog Arbeitskräfte aus der ganzen Monarchie an. All die genannten Personenströme ließen die Bevölkerungszahl auf über 2,4 Millionen klettern. Die galoppierende Teuerung, die auch die Mieten betraf, löste eine Debatte über den Mietzins aus. Keineswegs nur von sozialdemokratischer Seite wurden ein Einfrieren des Mietzinses und eine Festsetzung des Mietzinses durch die Behörde verlangt, um der zunehmenden Verarmung zu begegnen.
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Transport von 2500 Kisten Liebesgaben durch die Stadt. ;um 1916.
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Wien 9, Fechtergasse; Ankerbrotwagen mit weiblichen Fahrern; 1917.
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Die Planung, Ausgabe und Kontrolle der Brot-, Kartoffel- und diversen anderen Karten war eine der vielen neuen Aufgaben, die der Stadtverwaltung während des Krieges zuwuchs. Um die brennenden Probleme anzugehen und die akuten Anforderungen einigermaßen zu bewältigen, wurde eine Fülle neuer Behörden geschaffen: das Städtische Jugendamt, das Invalidenamt, das Wohnungsamt, das Städtische Gesundheitsamt, das Arbeiterfürsorgeamt, die Milchversorgungsstelle, die Abteilung für Ausspeiseaktionen, das Kriegsküchenkommissariat, das Hilfsbüro der Privatangelegenheiten der Einberufenen, die Zentralstelle der Fürsorge für Kriegsflüchtlinge, die Städtische Zentrale für Tuberkulosefürsorge u.a.m.
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Kriegsküche; Kinder mit Menageschale vor einer Kriegsküche. ;1917-08-13.
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Wien 14, Penzing; Kriegsküche. ;1918-07-31.
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Auch beim staatlichen Unterhaltsbeitrag war die Gemeinde im Rahmen des übertragenen Wirkungsbereiches gefordert. Waren es im Oktober etwa 60.000 Personen, so weitete sich nach und nach der Bezieherkreis um Internierte, Flüchtlinge, Invalide aus. Gegen Kriegsende waren 650.000 Personen registriert, die ihre Sozialhilfen abholten.
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Trauerschmuck für das Begräbnis von Franz Joseph I. am Heldentor; November 1916.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
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Der aufgebahrte Sarg von Kaiser Franz Joseph I.; 30. 11. 1916.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1918 wurden an 200.000 registrierte Familien mit 700.000 sogenannten „Mindestbemittelten“ verbilligte Einkaufsscheine ausgegeben, in den sogenannten Kriegsküchen wurden im zweiten Halbjahr 1918 mehr als 45 Millionen Portionen gekocht, um den Bedürftigen zumindest einmal am Tag Nahrung zu geben. Neben der staatlichen und der kommunalen Fürsorge gab es noch unzählige selbständig agierende private Initiativen. Das neue Amtshaus in der Felderstraße vis-à-vis dem Rathaus war schon gefüllt, ehe auf den Gängen eine Glühbirne brannte.
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Besuch der Kaiserin Zita in der Ottakringer Kinder-Tagesheimstätte in Wien.
Kaiserin Zita bei der Knabengruppe; 29. 07. 1918.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bereits zu Kriegsbeginn zeigten sich die Schwächen des Versorgungssystems, zeichneten sich Engpässe bei Mehl und Fleisch, Kartoffel und Futtermehl, auch bei der Kohlenzufuhr ab. Einerseits wurde die Zulieferung der Güter reduziert. Vor allem Ungarn, woher vor dem Krieg mehr als fünfzig Prozent der Lebensmittel kamen, nahm den Export auf ein Sechstel des Vorkriegsniveaus zurück. Als sich Anfang August 1914 mit Kriegsbeginn Gemüse und Kartoffel verteuerten, verwüsteten Frauen auf dem Yppenplatz Marktstände. Ein Jahr später eskalierte die Situation vielerorts vor Geschäften und auf den Märkten.
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am 19. April 1916 wird die Zuckerkarte eingeführt. Mit der Einführung von Karten für
Lebensmittel versuchen die Behörden zu steuern, welche Mengen dem Einzelnen zustehen.
© Wienbibliothek im Rathaus
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mehlbezugskarte - Kundmachung - Wien; Wechsel von einer Mehlabgabestelle zu einer Konsumentenorganisation oder umgekehrt soll rechtzeitig gemeldet werden - Ausgabe der
neuen Karten am 17. Februar 1917 - Wien, am 12. Jänner 1917 - Vom Magistrate der k.k.
Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, als politischer Behörde I. Instanz - Z.L.B. I-45 ex 1917.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Täglich stellten sich Hunderttausende (in den Berichten der Polizei 300.000 bis 500.000) unter entsetzlichen Bedingungen an, um ihre Ration Brot zu bekommen, ein Stückchen Fleisch oder ein paar Eier zu erobern. Wer dies nicht tat, lief Gefahr, überhaupt nichts zu bekommen. Die Behörden versuchten das Anstellen zu verbieten, Bürgermeister und Gemeindepolitiker traten dagegen auf – allein es half nichts. Das Anstellen wurde zum Zeichen dieses Krieges. Im Spätherbst 1916 kam eine neue, eine politische Dimension ins Spiel.
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Szene am Kalvarienbergmarkt. ;1917-04-01.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien im Ersten Weltkrieg © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Schwarzmarkt in Wien; Soldaten verkaufen Monturstücke; 1918.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Jetzt griffen die Belegschaften einzelner Firmen ein, um die Belieferung mit Lebensmitteln zu erzwingen. Sie streikten, zogen mit Forderungen nach Brot und ausreichender Ernährung Richtung Innenstadt. Burschen zogen mit den Polizisten ein Katz- und Mausspiel auf. Schuhgeschäfte wurden gestürmt, Bäckerautos überfallen, Fleischergeschäfte ausgeraubt. Jahr für Jahr wurden die zugeteilten Rationen kleiner und der Hunger größer. Meldungen von der Februarrevolution in Russland wirkten elektrisierend; die Parole „Brot und Frieden“ verfing auch in Wien.
Kriegsinvaliden vermittelt Stellen aller Art : die k.k. Arbeitsvermittlung an Kriegsinvalide
Wien. Farbzeichnung: drei Kriegsinvalide bei der Arbeit; schwarzer Text auf
orangefarbenem-weißen gemusterten Untergrund; um 1917.
© Wienbibliothek im Rathaus
Bürger der Leopoldstadt! Der Krieg ist
in allen seinem Ernste ausgebrochen;
Spenden Pflicht eines jeden; um 1914.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Herzliche Bitte! Das rote Kreuz
Spenden werden beim Spendendepot
entgegengenommen; 1916.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erst recht versetzten die Massenstreiks des Jänner 1918 Kaiser und Regierung in Panik, weckten die Versuchung nach Verhängung des Ausnahmezustandes. Die Front wuchs nun endgültig ins Hinterland hinein. Stadt und Regierung versuchten, der Not und Revolutionsdrohung mit der Ankurbelung von Sozialpolitik (Mieterschutz, Kriegsküchen, Kriegsgärten) und der Organisation der Versorgung (Karten für Brot, Kohle, Petroleum, Kartoffel etc.) entgegenzutreten.
Text auszugsweise aus:
Der Erste Weltkrieg
Wiener Stadt- u. Landesarchiv (MA 8) und die Wienbibliothek im Rathaus (MA 9)
 
 
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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