Filmstadt Wien
Sascha Film - Wien Film - Belvedere Film - Austria Film
Filmatelier von "Sascha" Kolowrat. Um 1920
© Filmarchiv Austria - www.filmarchiv.at
Ab 27. 3. 1896 wurden Aufnahmen der Brüder Lumière in Wien vorgeführt, zunächst in der franz. Botschaft, dann öffentl. in Wien 1, Kärntner Str. 45. Die kurzen Dokumentarfilme von ein paar Minuten Länge erweckten nicht nur Aufmerksamkeit beim zahlenden Publikum (darunter am 17. 4. 1896 auch Ks. Franz Joseph), sondern animierten auch ö. Experimentier- freudige zur Stummfilmproduktion als neuer Kunst. Zunächst wurden ausländ. F. von Wanderkinos (darunter J. Agostini, J. Bläser, L. u. A. Geni, K. Lifka) und einigen ständigen Kinos (1903 gab es 3 in Wien) präsentiert; 1908 gilt als Geburtsjahr des ö. Spielfilms, als der Fotograf A. Kolm gem. mit dem Schauspieler H. Hanus den nicht mehr erhaltenen Streifen "Von Stufe zu Stufe" hergestellt haben soll. Die von Kolm 1910 gegr. "Erste Ö. Kinofilm-Ind." (später "Wr. Kunstfilm-Ind. Ges. m. b. H.") drehte den ersten ö. Dokumentarfilm, die erste ö. Wochenschau sowie Spielfilme (u. a. "Die Ahnfrau", 1910; "Der Müller und sein Kind", 1911). Stars des Stummfilms waren C. Cartellieri, L. Haid, A. Milety u. M. Sonja.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Laaer Berg; Kulissenaufbau für den Film "Sodom und Gomorrha" 1922.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der bekannteste Filmpionier war der böhm. Adelige A. Kolowrat-Krakowsky (Bild links), der 1913 mit seiner "Sascha-Film" in Wien den ersten Großfilm, "Der Millionenonkel" mit Alexander Girardi (Regie: H. Marischka), produzierte. 1916 ließ er in Wien-Sievering das erste Großatelier erbauen. In seiner Ära kamen u. a. F. Freisler, K. Hartl, W. Reisch und G. Ucicky zum F. Inspiriert durch C. B. de Milles Arbeiten in den USA begann Kolowrat in den 20er Jahren mit einigen Monumentalprojekten, u. a. "Sodom und Gomorrha" (1922) und "Die Sklavenkönigin" (1924), Regie führte jeweils M. Kertesz (Michael Curtiz).
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Szenenbild aus "Die Sklavenkönigin"  von 1924.
© Filmarchiv Austria - www.filmarchiv.at
Die Sascha-F. bemühte sich um Absatzmärkte in den USA und den Gebieten der ehem. ö.-ungar. Monarchie (Bosna in Belgrad, Radius in Budapest, Petef in Warschau, Slavia in Prag, Doria in Bukarest). Durch die Übernahme einer Vertretung der Paramount in Ö. 1918 bildeten sich die ersten Berufsvereinigungen (Regisseure, Operateure, Darsteller). 1919 wurde die Vita-Film-AG gegründet, im selben Jahr begann der Bau der Rosenhügel-Studios, 1922 entstanden neue Ateliers (Listo F.-Atelier, Schönbrunner Atelier, Astoria, Dreamland Atelier).
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hohe Warte 8, Gelände der Döblinger Filmfabrik "Dreamland".
Schrebergärten im Vordergrund; um 1925.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1923 verhinderte die Inflation den Absatz der F., die Vita-F. musste schließen. Der Überflutung des Markts mit ausländ. F. (1925 waren es 1200) wurde mit einer Kontingentierung (1926) entgegengetreten. 1925 geriet die F.-Ind. in eine schwere Krise, die durch die Etablierung des Ton-F. zunächst noch verschärft wurde. Im Juni 1928 wurden in der Wr. Urania erste Kurztonfilme dokumentarischen Inhalts vorgeführt, ein Jahr später hatte am 23. August in Graz die erste ö. Tonfilmproduktion Premiere ("G´schichten aus der Stmk." von H. O. Löwenstein).
© Filmarchiv Austria - www.filmarchiv.at
Szenenbild aus "Bel Ami"  von 1934.
Olga Tschechowa, Hilde Hildebrand, Willi Forst.
© Filmarchiv Austria - www.filmarchiv.at
Um die Produktion von Ton-F. durchzuführen, liierte sich die Sascha 1930 mit der Tobis zur Sascha-Tobis-F. 1933 prägte W. Forst mit "Leise flehen meine Lieder" einen neuen Stil, den Wr. Musik-F., der dem Ton-F. zur Hochblüte verhalf ("Maskerade", 1934; "Bel Ami", 1939; "Operette", 1940 u. v. a). 1934 wurde die Kontingentierung neu geregelt, danach mussten die Tobis-Sascha-Wochenschau und ö. Kultur-F. obligatorisch gezeigt werden. Die eigenständige ö. F.-Produktion fand im März 1938 durch den Anschluss ein Ende.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rosenhügel-Filmatelier, Flugbild von Westsüdwesten; 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Von den Höhepunkten der Stummfilmära bis in die 60er Jahre (z. T. auch danach) setzte der ö. F. immer wieder auf den Ausstattungs-F., bei dem Architekten wie A. Berger, J. v. Borsody, F. Jüptner-Jonstorff, H. Ledersteger und W. Schlichting sowie Kostümbildner wie F. Adlmüller, L. Bei, C. Flemming, Gerdago, L. Hofer und E. Kniepert in einer Mischung aus hist. Genauigkeit und phantasievoller Überzeichnung vergangene Epochen zitierten, Akzente in der zeitgenöss. Mode setzten oder deren Trends miteinbezogen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Film- und Presseleute im Sieveringer Atelier. Nach Abschluss der Dreharbeiten
zum Film "Ölrausch" gemütliches Beisammensein beim Heurigen:
Viktor de Kowa, E.W. Emo, Theo Lingen und Henny Porten beim Wein; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Aufgrund der polit. Veränderungen in Deutschland und Ö. in den 30er Jahren, in geringerem Maß auch aus Karrieregründen gingen viele ö. Filmschaffende in die Emigration, etwa die Regisseure P. Czinner, F. Lang, O. Preminger, J. v. Sternberg, E. v. Stroheim, W. Reisch, B. Wilder und F. Zinnemann oder die Schauspieler L. Askin, O. Homolka, P. Lorre, C. Mayer, L. Rainer und A. Wohlbrück, der Cartoonist M. Fleischer sowie die Musiker E. W. Korngold, M. Steiner und R. Stolz.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Übersicht über die Neubauten am Rosenhügel; 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rosenhügel-Studio. Der modern ausgestattete Schminkraum im Atelier Rosenhügel; 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Aus unterschiedl. Motiven kehrten zahlr. Emigranten nicht mehr nach Ö. zurück. Die ö. Ateliers wurden in der neugegr. Wien-Film zusammengefasst, die zu einer der produktivsten F.-Firmen des Dritten Reichs wurde. Ö. Themen dominierten, die Handlung spielte zumeist in der Vergangenheit ("Unsterblicher Walzer", 1939; "Brüderlein fein"; "Wen die Götter lieben"; "Wiener Blut", 1942).
Dreharbeiten "Der Postmeister" der Wien-Film.
 Regisseur Ucicky, rechts mit Hilde Krahl;1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mit der alliierten Besetzung Ö. 1945 wurden die Ateliers beschlagnahmt. 1946 markierte den Neubeginn der ö. Filmindustrie. Die F. bis zum Ende des 2. Weltkriegs waren häufig von Stars wie H. Moser, A. und P. Hörbiger, P. Wessely, H. Holt u. a. getragen und thematisierten zwischenmenschl. Beziehungen und liebenswerte Exzentriker meist in heiterer Form aus dem Blickwinkel der bürgerl. Welt (nicht selten vergangener Epochen). Die Nachkriegszeit setzte diese Tradition zunächst fort.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Film "Der Engel mit der Posaune". Dreharbeiten in der Freudenau.
 Oskar Werner (links) mit Kollegen und Freunden; 1947.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Film "Der Engel mit der Posaune". Dreharbeiten in der Freudenau.
 Der Kameramann Günther Anders bei der Arbeit; 1947.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Neben einer ausgeprägten Welle von Heimatfilmen, die vom Wald- und Berggenre ("Echo der Berge - Der Förster vom Silberwald;", 1954) bis zu hist. Themen in operettenhaftem Schema (E. Marischkas "Sissi-Trilogie", 1955-57 mit R. Schneider und weitere k. u. k.-Filme) reichten, behandelte man auch die aktuelle Zeitsituation, von einer Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit ("Der Engel mit der Posaune", 1948, Regie: K. Hartl; "Der letzte Akt", 1955, Regie: G. W. Pabst) bis hin zu neuen soz. Problemen unterschiedlichster Art ("Wienerinnen", 1952; "Flucht ins Schilf", 1953, beide unter der Regie von K. Steinwendner; "Moos auf den Steinen", 1968, Regie: G. Lhotsky).
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Carol Reed, (Kniestück stehend, halb links; in Mantel, mit dunklem Schal; Linke in
Manteltasche) zusammen mit zwei Männern (beide in Mänteln, mit Hüten) im Gespräch
'während der Dreharbeiten zu dem Film "Der Dritte Mann" in Wien; 1948.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Carol Reed, (: ganze Figur stehend, Linksprofil; in Mantel) zusammen mit
Trevor Howard (: ganze Figur stehend, fast en face; in offenem Mantel mit Mütze)
und Bernard Lee (: ganze Figur stehend, fliehendes Linksprofil; in Militäruniform,
mit Mütze; Linke in Hosentasche), dem BBC-Reporter Patrick Smith, Patrick
anlässlich der Dreharbeiten zu dem Film  'Der Dritte Mann' in einem Kanalschacht
unter dem Friedrichsplatz in Wien  ein Interview gebend.; 1948.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine Reihe von F.-Preisen wurde geschaffen, u. a. der "Sascha-Pokal" für Spielfilme, der Kulturfilmpreis für Dokumentar-F., weiters Prämiierungen für Werbe-F. und die "Goldene Feder" (ab 1954, ein Kritikerpreis an den Regisseur des "F. des Jahres"). Die Interessen- und Berufsvertretungen wurden neugeordnet, der Unterrichts-F. wurde ins Leben gerufen.
John Huston und Montgomery Clift während der Dreharbeiten zu "Freud", Wien, 1961.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
"Der Engel mit der Posauner" 1948                          "Wienerinnen" 1952       
Die Filmkrise in den 60er Jahren versuchte man in Ö. durch die Gründung der Stadthallen-Produktionsges. auszugleichen, der Versuch begann 1961, endete 1966 und brachte unterschiedlichste Produktionen hervor, u. a. "Unsere tollen Tanten" (1961), "Der letzte Ritt nach Santa Cruz" (1964) und "Der Kongreß amüsiert sich" (1966). Nach 1968 setzte in der ö. F.-Geschichte eine vielseitige und uneinheitl. Entwicklung ein.
 
 
Neben F. Antels kommerziellen und populären Unterhaltungs-F. (z. B. seine "Wirtinnen"-Serie in den 60er und 70er Jahren) etablierten sich zwar bis in die 90er Jahre ö. Regisseure (u. a. "Kassbach", 1979, Regie: P. Patzak; "Der 7. Kontinent", 1979, Regie: M. Haneke; "Der Schüler Gerber", 1981, Regie: W. Glück; "Müllers Büro", 1986, Regie: N. List; "Weiningers Nacht", 1990, Regie: P. Manker; "Indien", 1993, R: P. Harather; "Exit II", 1995, F. Novotny), von einem spezifisch ö. F. kann aber nicht gesprochen werden. Von den ö. F.-Schauspielern erreichten in den letzten Jahren K. M. Brandauer und A. Schwarzenegger größte internat. Bekanntheit.
(Text auszugsweise: aeiou - das kulturinformationssystem des bm:bwk)
Sascha Film
© Filmarchiv Austria - www.filmarchiv.at
Szenenbild aus "Maskerade"  mit Willi Forst von 1934.
© Filmarchiv Austria - www.filmarchiv.at
Sascha-Film, gegr. 1910 von A. Graf Kolowrat-Krakowsky, 1916 Fusion mit O. Meßter. Produzierte Kriegswochenschauberichte und errichtete ein Atelier in Wien-Sievering. In den 20er Jahren produzierte die S.-F. Monumentalstummfilme, u. a. "Sodom und Gomorrha" (1922) und "Die Sklavenkönigin" (1924). Nach dem Tod von Kolowrat-Krakowksy 1927 und einer schwierigen Phase wurde 1932 das Atelier in Sievering in ein Tonfilmstudio umgebaut, 1933 wurden die Ateliers auf dem Rosenhügel dazugekauft. 1934 beteiligte sich das Tobis-Tonbild-Syndikat (Berlin) an der S.-F. Der letzte große Filmerfolg war "Maskerade" (1934). 1938 wurde die S.-F. in die Wien-Film umgewandelt.
Wien Film
Szenenbild aus "1. April 2000" von 1952.
© Filmarchiv Austria - www.filmarchiv.at
Wien-Film, 1938 aus der Umwandlung der Tobis-Sascha-Filmind. (A. Kolowrat-Krakowsky) hervorgegangene, während der ersten Kriegsjahre äußerst erfolgreiche Produktionsfirma für Spielfilme und Kulturfilme. Gedreht wurden u. a. die Filme "Anton der Letzte" (1939), "Operette" (1940), "Der Postmeister" (1940) und "Schrammeln" (1944). 1943/44 erlangte die W.-F. das bis dahin der Ufa vorbehaltene Vorrecht für Farbfilmarbeiten. Nach Kriegsende wurden von der W.-F. weiterhin Kultur- und Spielfilme produziert ("Wr. Mädeln", 1949; "1. April 2000", 1952; "Hannerl", 1952).
Filmplakate "Wiener Mädeln“ (1949).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Nach dem Staatsvertrag 1955 ging die W.-F. in Bundesbesitz über. Die Eigenproduktionen entwickelten sich immer mehr zu Verlustgeschäften, die Vermietung der Ateliers auf dem Rosenhügel für ausländ. Produktionen (u. a. an die Disney-Corporation) brachte keine ausreichenden Einnahmen. 1985 wurde die W.-F. als staatl. Ges. aufgelöst, erhalten blieb nur eine Firma zur Bewahrung früherer Produktionen.
Belvedere Film
"Märchen vom Glück“ (1949)
Quelle: www.belvederefilm.com
Die Belvedere-Film war eine 1946 gegründete Wiener Filmproduktionsgesellschaft. Gründer waren der erfahrene 57-jährige Filmschaffende Emmerich Hanus und die damals 22-jährige Opernsängerin und Schauspielerin Elfi von Dassanowsky, sowie der formale Geschäftsführer August Diglas, sowie weitere Kollegen als Geldgeber. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es eine gleichnamige, nur kurz existente, Filmproduktionsgesellschaft des Grafen Czernin. Das Unternehmen wurde 1999 mit Sitz in Wien und Los Angeles als Produzent von unabhängigen Kurz- und Spielfilmen, vielfach mit österreichischen Themen, wieder gegründet. Als Mitgründerin fungierte erneut Elfi von Dassanowsky, dieses mal jedoch gemeinsam mit ihrem Sohn Robert Dassanowsky. Wie Emmerich Hanus wollte auch Elfi von Dassanowsky mehr als nur einzelne unabhängige Filme, oder Filme in Zusammenarbeit mit verschiedenen Alliierten-Mächten, die im besetzten Nachkriegswien die Kontrolle über die größeren Produktionsstudios ausübten, machen. Hanus wollte eine neue Tradition von schauspielerischem und technischem Talent pflegen, und zwar in einem neuen Studio, welches neue Ideen respektieren und auch die technische Perfektion des Wien-Films wieder aufnehmen würde. Die ersten Projekte waren zwei Kulturfilme: „Symphonie in Salzburg“ 1946 und „Die Kunstschätze des Klosterneuburger Stiftes“ 1947.
Trude Marlen Thea Weis
Wolf Albach-Retty   Rudolf Carl
Dies sollte die wiedergeborene österreichische Kultur und ihre Talente in der Nachkriegsfilmkunst repräsentieren. Die erste Komödie „Die Glücksmühle“ wurde 1947 unter Regie von Emmerich Hanus produziert. Sie wurde vom Filmhistoriker Walter Fritz als „das erste ländliche Lustspiel nach 1945“ bezeichnet. Diese Gattung wollten Hanus und Dassanowsky genau so wie auch die „Wiener Musikkomödie“ wiedererfinden, um sie von den NS-Klischees abzuheben und einem neuen und intellektuellerem Nachkriegspublikum näher zu bringen.
Attila Hörbiger und Paula Wessely in "Der Engel mit der Posaune“ (1948)
Quelle: www.belvederefilm.com
Die Belvedere-Film brachte viele alte Stars wieder auf die Leinwand zurück und entdeckte auch viele neue. In „Die Glücksmühle“ spielten Thea Weis, Karl Skraup und Leopold Esterle. Die darauf folgende Komödie „Wer küsst wen?“ aus dem Jahre 1947 wurde für Trude Marlen und Wolf Albach-Retty geschrieben, welcher von dem Burgschauspieler Alexander Trojan am Anfang der Produktion ersetzt wurde. In der Komödie „Der Leberfleck“ (1948) standen unter Regie von Rudolf Carl die berühmten Komiker Oskar Sima, Fritz Imhoff und Carl selbst wieder gemeinsam vor der Kamera.
O. W. Fischer Oskar Werner
Nadja Tiller   Evelyn Künnecke
Der damals junge Theaterstar Oskar Werner sollte von Elfi von Dassanowsky zum Eintritt in die Filmwelt überredet werden. Doch während sie und Hanus nach einer passenden Rolle für ihn suchten, um seine bemerkenswerten Talente zu zeigen, stellte von Dassanowskys alter Arbeitgeber, der Wien-Film Regisseur Karl Hartl, ihn in „Engel mit der Posaune“ ein, womit er weltbekannt wurde. Doch mit der damaligen „Miss Austria“ Nadja Tiller, der jungen Evelyn Künnecke und dem Kabarettisten Gunther Philipp entdeckte die Belvedere-Film Talente, die rasch zu Fixgrößen des österreichischen Films zählten. Ihre ersten Filmrollen absolvierten sie in der extravaganten musikalischen Satire „Märchen vom Glück“ (1949), die auch Maria Holst ihre „Comeback“-Rolle und O. W. Fischer seine erste, und möglicherweise auch einzige Sängerrolle einbrachte. Der 2001 veröffentlichte Kurzfilm „Semmelweis“ wurde vierfach ausgezeichnet, unter anderem in New York, Houston, Parma, und beim Festival of Nations in Österreich.
Filmplakate "Märchen vom Glück“ (1949) und "Semmelweis" (2001).
Quelle: www.belvederefilm.com
Das besondere der 1946 neu gegründeten Belvedere-Film unter den vielen anderen Neugründungen der Nachkriegszeit war, dass es Österreichs erstes neues Studio war. Eine sich selbst tragende Anstalt für die Entwicklung von Talenten und Produktionen. Die Studios und zugleich Sitz der Gesellschaft waren im eleganten Jugendstilgebäude am Bauernmarkt 24 untergebracht, welches vom Wiener Architekten Anton Hein, wie das gesamte Bauernmarkt-Fleischmarkt-Viertel, im Jahre 1913 entworfen worden war. Im obersten Geschoss desselben Gebäudes befand sich anfangs ein Stummfilmatelier. 1933 wurde dort das Lehrinstitut für Tonfilmkunst gegründet, wo unter anderen Ernst Lubitsch, Heinz Hanus, Karl Farkas, Artur Berger, Franz Herterich und Hans Theyer lehrten. In der Wien-Film-Zeit wurde es als zusätzliches Filmstudio zum Rosenhügel gebraucht. In den ersten Jahren wurde jede mögliche Räumlichkeit des in den letzten Kriegsjahren beschädigten Gebäudes benutzt. Das Fensterglas und ein Großteil der Einrichtung fehlte. Wie Marielies Füringk in ihrem Artikel über den Besuch der Studios in einer Ausgabe von „Mein Film“ 1947 schrieb, hatte die Belvedere-Film aber bald Büroräume, Kulissen- und Kostümfundus, Garderoben, Werkräume für Bau und Schnitt, eine Tonkabine und zwei Aufnahmehallen, die Raum für mittlere Dekoration boten.
Das ehemalige Lehrinstitut für Tonfilmkunst - Bauernmarkt 24, CineCenter.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Andreas Praefcke
Der Großteil der Außenaufnahmen für die frühen Heimatfilme wurde in Altaussee gedreht. In den Jahren 1948/49 konnten die großen Aufnahmehallen der Rosenhügel-Filmstudios als zweites Aufnahmeatelier genutzt werden. Mehrere der großen technischen Talente der Wien-Film konnten zur Arbeit für die Belvedere-Film gewonnen werden. Darunter der Tontechniker Alfred Norkus, der Kameramann Sepp Ketterer, die Kostümbildnerin Gerdago und die Kostümschneiderin Ella Bei. Aber dennoch waren mindestens die Hälfte der technischen Belegschaft Anfänger, wobei aus vielen später noch Experten wurden, wie etwa Hanns Matula als Kameramann und Editor. Der frühere Belvedere-Studiobau, der zu Beginn des Filmes in Österreich existierte, ist heute Ort des „CineCenter“-Kinos. Eine Gedenktafel am Bauernmarkt erinnert an die Firma und Ihre Gründer.
Oskar Sima Gunther Philipp
Fritz Imhoff   Peter Alexander
Mit Hilfe des Filmarchivs Austria, des Wien-Film-Verleihs und der deutschen Murnau-Stiftung sucht die Belvedere-Film verschollene Produktionen, die offensichtlich während der 1950er Jahre durch die sowjetischen Besatzungstruppen entwendet wurden, nachdem Belvedere-Film die Produktion eingestellt hatte. Kopien von „Märchen vom Glück“ (zum Wiederverleih in „Traum vom Glück“ umbenannt) und „Dr. Rosin“ sind im Filmarchiv zu finden, und der besondere Sammelschnitt von „Dr. Rosin“, der im Augarten-Filmdepot aufbewahrt wird, hat aus irgendeinem Grund viel von seinem Dialog eingebüßt.
Austria Film
Austria Film und Video GmbH, 1949 als "Austria Wochenschau GmbH" gegr., produziert monatlich "Hallo Kino" für die ö. Kinos sowie Dokumentar- und Informationsfilme über populäre Themen, wie z. B. "Die Spanische Reitschule in Wien", für ausländ. TV-Stationen. Ein Filmarchiv mit 35-mm-Tonfilmen, von dem alle anderen Formate und Video-Systeme überspielt werden können, steht Film- und Fernsehproduzenten zur Verfügung. Die erste ö. Wochenschau war 1914 die "Sascha-Meßter-Woche", ihr folgte 1931-33 eine internat. Wochenschau, 1934-38 erschien "Ö. in Bild und Ton, ö. Wochenschau".
(Text auszugsweise: aeiou - das kulturinformationssystem des bm:bwk)
 
 
 
  Kunst & Kultur Wien
    Q202 Freie Kunst
    Theater Josefstadt
    Raimundtheater
    Theater an der Wien
    Ronacher
    Volkstheater
    Secessionsgebäude
    Staatsoper
    Volksoper
    Burgtheater
    Musikvereinshaus
    Theater Hamakom
    Odeon Theater
    MuTh Konzertsaal
  Filmstadt Wien
    Die ersten Studios
    Rosenhügel Studios
    Sodom u. Gomorrha
    Der dritte Mann
    James Bond
    Die drei Musketiere
  Kirchen in Wien
    Stephansdom
    Virgilkapelle
    Karlskirche
    Mexikokirche
    Votivkirche
    Minoritenkirche
    Kapuzinerkirche
    Maria am Gestade
    Ruprechtskirche
    Peterskirche
    Kirche am Steinhof
    Mariahilfer Kirche
    Klosterkirche BBW
    Kirche Maria Grün
    Mormonenkirche
    Friedenspagode
    Friedhofskirche
    Zentralfriedhof Wien
  Personen
    Elias Canetti
    Johann Strauß Sohn
    Ferdinand Raimund
    Johann Nestroy
    Arthur Schnitzler
    Therese Krones
    Fritzi Massary
    Josefine Gallmeyer
    Elfi Dassanowsky
    Peter Alexander
    Wiener Sängerknaben
    Sigmund Freud
    Otto Muehl
    Ludwig Hirsch
    Bücher Leopoldstadt
    Der Wiener Fiaker
    Der Wiener Dialekt
    Wiener Lieder
 
 
U-Bahnnetz Wien - Schnellverbindungen Wien  
 
 
 
Johann Strauss
Wohnung
W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
 
 
MuTh Konzertsaal
Es entsteht ein spannender Ort der Begegnung von Musik und Theater mit Fokus auf jungen Menschen mitten in Wien. Die neue Bühne ist top-ausgestattet und der Zuschauerraum bietet Platz für 413 Gäste. Die Bühne ist 12 x 9 Meter groß, hat einen optimal konzipierten Orchestergraben und die beste Akustik der Stadt.
Der Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
Möge die Architektur dazu beitragen, dass dieses neue Musik- und Theaterzentrum seine positive Strahlkraft weit über die Grenzen Wiens entfalten wird.
Die Wiener Sängerknaben sind ein weltbekannter Knabenchor und eine Institution des Wiener Musiklebens, bestehend aus vier Einzelchören.
Am Augartenspitz 1 (Ecke Castellezgasse), 1020 Wien
Telefon: +43 1 347 80 80
www.muth.at
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Odeon Theater
Das Odeon wurde 1988 von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits als Spielstätte für ihr Serapions Ensemble gegründet. Der Theatersaal war ursprünglich der große Saal der Börse für landwirtschaftliche Produkte.
In Anlehnung an das griechische Odeion, das ein überdachter, freier Platz für Tanz- und Musikaufführungen war, wurde der Saal Odeon genannt.
Dem Serapions Ensemble liegt die Idee der Zusammenführung und der freien Entfaltung der Künste zugrunde – seine Arbeiten haben einen ganz besonderen, unvergesslichen Reiz, der sich aus der Verbindung von Musiktheater, Tanz, Schauspiel und bildender Kunst ergibt. Es arbeitet vor allem mit visuellen Mitteln und ist daher universell verständlich; Musik und Wort begleiten das Geschehen auf der Bühne.
Taborstrasse 10, 1020 Wien
Telefon: +43-(0)1- 216 51 27
www.odeon-theater.at
 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.
steinedererinnerung.net
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
© design by gaube 2016
design by gaube