Flaktürme Augarten
Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Augarten, 1020 Wien
Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Gefechtsturm Augarten
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Wiener Flaktürme sind sechs große, aus Stahlbeton errichtete Abwehr- und Schutzbauten in Wien, die in den Jahren 1942 bis 1945 als riesige Luftschutzanlagen mit aufmontierten Flugabwehrgeschützen und Feuerleitanlagen erbaut wurden. Solche oberirdischen Schutzräume nannte und nennt man auch Hochbunker. Der Architekt der Flaktürme war Friedrich Tamms (1904–1980).
Im Unterschied zu den Berliner und den Hamburger Flaktürmen
sind die Wiener Flaktürme weitgehend unverändert erhalten.
Wiener Flaktürme - Augarten Wien - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Gefechtsturm Augarten
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Technische Daten der Flaktürme im Augarten:
Das System der Wiener Flaktürme besteht aus insgesamt sechs Bauwerken,
drei Gefechtstürmen mit jeweils einem Feuerleitturm.
Beschreibung   Gefechtsturm   Leitturm
Fundamentausmaß [m²]   2.120   651
Verbaute Fläche [m²]   1.475   510
Nutzfläche [m²]   11.000   2.925
Grundfläche   43,0 m Ø   31,0 m x 18,0 m
Höhe [m]   55   53
Turmmasse / Nutzlast [t]   149.100   55.550
 
Geo-Koordinaten   ♁48° 13′ 33″ N,
16° 22′ 22″ O
  ♁48° 13′ 40″ N,
16° 22′ 41″ O
Die drei Bunkerpaare sind in einem Dreieck angeordnet, in dessen ungefährer Mitte sich der Stephansdom befindet. Die Türme sind unterschiedlich hoch, ihre oberen Plattformen sind aber exakt auf demselben Niveau, was eine Koordinierung der von den Radaranlagen (Feuerleitradar) ermittelten Daten erleichterte (zum Stand der deutschen Radartechnik zu dieser Zeit siehe Würzburg (Radar)).
 
Flaktürme - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die drei Bunkerpaare sind in einem Dreieck angeordnet, oben Augarten.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Als nach der Landung der Alliierten in Italien südlich und nördlich von Rom (1943) Angriffe alliierter Luftflotten auf Wien zu erwarten waren, entschloß man sich, 1943/1944 (nach Berliner Vorbild [Prototyp 11. August 1942, Anordnung zum Bau von zwei Flaktürmen in Wien am 9. September 1942, Vorschläge für Standorte und Baureihenfolge durch Rüstungsminister Albert Speer am 7./8. November 1942]) an verschiedenen Standorten in möglichst freier Lage Betontürme zu errichten, auf welchen Fliegerabwehrkanonen (Flak) aufgestellt wurden; die Türme sollten diesen freies Schußfeld bei besserer Sicht ermöglichen.
Wiener Flaktürme - Augarten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Feuerleitturm Augarten
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Redaktionsbericht derstandard.at vom 18. Juni 2007: Ein 500-Tonnen-Kran hievte 2007 bis zu 50 Tonnen schwere Betonteile aus dem Inneren des NS-Kriegsrelikts. Zwei seiner "Ohren" verlor der Turm bereits im November 2006: Die Plattformen an der Spitze des Baus hatten sich gelockert und mussten - ebenfalls mittels Kran - abgetragen werden.
Wiener Flaktürme - Augarten  © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Schäden im Gefechtsturm der Flaktürme im Augarten Wien.
 © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Zirka 1.200 Kubikmeter Taubenkot seien außerdem mit Hilfe eines Saugwagens entfernt worden, schilderte der Geschäftsführer der zuständigen Baufirma Prajo, Zeljko Vocinkic. Die tierischen Hinterlassenschaften wurden dabei in allen Geschoßen vorgefunden: Im Erdgeschoß habe es gar bis zu vier Meter hohe Schichten des Drecks gegeben. Dieser sei aber vorher chemisch und biologisch auf gefährliche Substanzen oder Viren untersucht worden, betonte Vocinkic. Der Tierkot hätte für Menschen keine Lebensgefahr dargestellt.
Wiener Flaktürme - Augarten  © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Zerstörungen durch Sprengversuche im Gefechtsturm der Flaktürme im Augarten Wien.
 © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
 Im Mai 2006 Jahres hatte eine Schutt-Verschiebung im Inneren des Baus Teile des Mauerwerks nach außen gedrückt. Nach dem Öffnen der Turmdecke an zwei Stellen war die zuständige Baufirma Prajo tätig, Betonteile von fünf eingestürzten Decken wurden mit Hilfe eines Krans aus dem Gebäude herausgehoben.
derstandard.at/2792527/Wiener-Augarten-Flakturm-bleibt-Riesenbaustelle
Bewaffnung der Flak Türme:
Der 12,8-cm-Flak-Zwilling 40 war eine Weiterentwicklung der 12,8-cm-Flak 40. Durch das zweite Rohr verdoppelte sich die Feuergeschwindigkeit auf bis zu 28 Schuss pro Minute. Das verdoppelte Gewicht spielte keine Rolle, da die Flak nur ortsfest in Sockellafette, zumeist auf Flaktürmen eingesetzt wurde. Von der sehr teuren Flak wurden nur sehr wenige von der Hanomag in Hannover und der Oberschlesischen Gerätebau GmbH in Laurahütte hergestellt. Der höchste Bestand wurde im Januar 1945 mit 33 Stück erreicht.
Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
12,8-cm-Flak-Zwilling 40
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der 12,8-cm-Flak-Zwilling 40 konnte 26 Kilogramm schwere Sprenggranaten 14.800 Meter hoch schießen. Die Lebensdauer eines Rohres betrug ungefähr 1000 bis 2000 Schuss. Der maximale Einsatzradius der vier Hauptgeschütze (12,8-cm-Flak-Zwilling 40) jedes Turmes betrug unter idealen Bedingungen 20 km.
Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
12,8-cm-Flak-Zwilling 40
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Bis kurz vor Kriegsende hatten die Geschosse nur Zeitzünder. Im Kopf der Granate war ein von den Uhrenwerken Gebr. Thiel (→ Gerätebau GmbH) entwickeltes Uhrwerk (Typ ZtZ S/30) eingebaut, das nach einer einstellbaren Laufzeit von 1,5 bis 29,5 Sekunden die Granate zündete. Die Verzögerungszeit wurde durch das sogenannte „Kommandogerät“ errechnet. Dieser mechanische Analogrechner bestimmte aus den ermittelten Werten von Kurs und Höhe des Flugzeugs den Vorhalt und damit die Laufzeit des Geschosses.
Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
12,8-cm-Flak-Zwilling 40
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
12,8-cm-Flak-Zwilling 40
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
12,8-cm-Flak-Zwilling 40
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
12,8-cm-Flak-Zwilling 40
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Vor dem Abschuss musste die Verzögerungszeit in der „Zünderstellmaschine“ an jeder Granate eingestellt werden. Da kein Aufschlagzünder vorhanden war, kam es oft vor, dass die Flakgranate ein Flugzeugteil durchschlug und erst weit dahinter explodierte. Durch die Einführung von zusätzlichen Aufschlagzündern (Doppelzündern), die trotz Anforderung erst 1945 stattfand, konnte deshalb die Abschussrate deutlich erhöht werden.
Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
12,8-cm-Flak 40/1 in der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
 Die kleineren Plattformen der Gefechts- und Feuerleittürme waren für 2 cm-Flugabwehrgeschütze vorgesehen, doch wurden sie in Wien niemals verwendet, da tief fliegende Flugzeuge in den letzten Kriegsjahren nicht mehr auftraten. Neben ihrer militärischen Besatzung dienten die Flaktürme in Wien als provisorische Spitäler, beherbergten Radiosender und teilweise kriegswichtige technische Betriebe und boten in großem Umfang Luftschutzräume für die Bevölkerung. Der 2-cm-Flak-Vierling 38 (Flak = Flugabwehrkanone) war eine Flugabwehrkanone der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1938 aus der 2-cm-Flak 38 für den Einsatz auf Schiffen der Kriegsmarine konzipiert, wurde das Geschütz später von der gesamten Wehrmacht übernommen.
Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Flak-Vierling 38
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Flak-Vierling 38 fand breite Anwendung als Abwehrwaffe gegen Tiefflieger und war häufig Bestandteil von Flaktürmen, Panzerzügen und anderen befestigten Luftabwehrstellungen. Die Lafette hatte eine Dreiecksbettung mit höhenverstellbaren Füßen. Der Richtschütze justierte die Waffe mit Hilfe zweier Handräder; abgefeuert wurde mittels zweier Pedale, je eines für zwei diametral zueinander liegende Läufe. Aufgerichtet hatte die Flak eine Höhe von 3,07 m. Das Höhenrichtfeld reichte von −10° bis zu +100°. Die Bedienung bestand aus sieben Mann. Zusammen waren die vier Läufe theoretisch in der Lage, 1800 Schuss pro Minute abzugeben. Im Einsatz war eine Zahl von 800 Schuss/min realistisch. Die Kanonen ließen sich automatisch oder halbautomatisch, gleichzeitig alle vier oder je zwei diametral abfeuern. Die maximale Schussweite betrug 4800 m, die maximale Schusshöhe lag bei 3800 m, die Zerlegergrenze bei 2200 m.
Radaranlage:
Der Durchbruch der Radartechnik folgte erst kurz vor und während des Zweiten Weltkrieges. Die militärische Aufrüstung in dieser Zeit führte dazu, dass ab Mitte der 1930er Jahre in mehreren Ländern parallel intensiv an der Entwicklung von Radargeräten geforscht wurde. Insbesondere die Deutschen und die Briten leisteten sich in der Folge ein Wettrennen in der Entwicklung von Radarsystemen. Aber auch in den USA, in der Sowjetunion sowie in Frankreich, Japan, Italien und den Niederlanden standen zu Beginn des Krieges 1939 Radaranlagen zur Verfügung.
Flaktürme Augarten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Würzburg-Riese am Feuerleitturm Augarten, 1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Würzburg-Riese ist ein Radargerät von Telefunken und diente während des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg zur Ortung feindlicher Flugzeuge. Es handelte sich um eine vergrößerte Version des FuMG 62 Würzburg und verwendete wie dieses Frequenzen um 560 MHz (Dezimeterwellen). Technisch anspruchsvoll war die präzise Steuerung des 11 Tonnen schweren drehbaren Teils aus Parabolspiegel und Bedienkabine, was mit einem von der AEG entwickelten Leonardsatz realisiert wurde. Die Mitte 1941 eingeführten ortsfesten „Riesen“ (Tarnbezeichnungen: Funk-Sende-Empfänger FuSE 65 bzw. Funkmessgerät - FuMG 65; Ausführung Kriegsmarine: Funkmess-Ortungsgerät FuMO 214) dienten zur Führung der Nachtjäger der Luftwaffe und wurden zur Feuerleitung auf den Leittürmen der großen Flaktürme installiert. Einige Würzburg-Riesen (FuSE 65 E) waren auf Eisenbahnwagen montiert.
Flaktürme Augarten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Würzburg-Riese am Feuerleitturm Esterhazypark, 1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ab Juli 1943 störten die Alliierten die Wirksamkeit der Radaranlagen durch das Abwerfen von Stanniolstreifen (Düppel). Die vielen Radioechos irritierten zunächst die deutsche Luftabwehr. Bald gelang es aber, über den Dopplereffekt die Geschwindigkeit der georteten Objekte zu bestimmen und die langsam schwebenden Metallstreifen auszublenden. Diese Technik wurde auch bekannt als die „Würzburger Lösung“ oder kürzer als „Würzlaus“, bestehend aus Würz von Würzburg und Laus, der als Codename der einstigen geheimen Methode verwandt wurde. Dabei wird beim Empfänger mittels Filter exakt die eigene Sendefrequenz ausgeblendet.
Wiener Flaktürme - Augarten Wien - Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Radargerät Würzburg-Riese.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
 Nur die Frequenzen knapp oberhalb und unterhalb der eigenen Sendefrequenz wurden empfangen. Ein sich bewegendes Objekt bewirkt über den Dopplereffekt eine leichte Frequenzverschiebung. Da also nur die Frequenzen von sich bewegenden Objekten (hier: Bomber) erfasst wurden und die nicht veränderten Frequenzen der stehenden Objekte (hier: langsame Stanniolfolie der „Düppel“) ausgeblendet wurden, waren plötzlich die Bomber wieder klar auf dem Anzeigegerät. Dieses Verfahren ist heute als Moving Target Indication bei fast allen modernen Radargeräten Standard. Es können somit alle „Hintergrund“-Echos ausgeblendet werden.
Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Erhaltene Würzburg-Riese-Radarstellung in Douvres-la-Délivrande, Normandie.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Radargerät Würzburg-Riese (Funkmeßgerät FuMG 65)
Teil der deutschen Luftverteidigung im Zweiten Weltkrieg 1939–1945
Klassifizierung:
ortsfeste nichtnavigatorische Ortungsfunklstelle
nichtnavigatorischer Ortungsfunkdienst
Spiegeldurchmesser:   7,5 m
Wellenlänge:   53 cm
Frequenz:   560 MHz
Antennengewinn:   32 dBi
Peilgenauigkeit:   0,25 Grad
Reichweite gegen Flugziele:   250 km
Gewicht des drehbaren Teils:   11 Tonnen
Geschichte:
Die gut sichtbaren schweren Beschädigungen eines der beiden Türme im Augarten sind die Folge einer Explosion im Jahre 1946. Spielende Kinder haben damals rund 2000 Stück 12,8 cm-Granaten in Brand gesteckt. Die Explosion hob nicht nur das Dach des Bunkers – das anschließend in seine Bettung zurückfiel – sondern zerstörte auch die Fensterscheiben in weitem Umkreis.
Wiener Flaktürme - Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Gefechtsturm Augarten
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die gut sichtbaren schweren Beschädigungen eines der beiden Türme im Augarten sind die Folge einer Explosion im Jahre 1946. Spielende Kinder haben damals rund 2000 Stück 12,8 cm-Granaten in Brand gesteckt. Die Explosion hob nicht nur das Dach des Bunkers – das anschließend in seine Bettung zurückfiel – sondern zerstörte auch die Fensterscheiben in weitem Umkreis.
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm   © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Blick auf den Feuerleitturm Augarten
 © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Eine Beseitigung der Türme unterließ man wegen der Nähe zur Wohnbebauung. Heutzutage wäre eine Entfernung der Türme durchaus möglich, inzwischen stehen aber alle sechs Bauten unter Denkmalschutz (nur für die beiden Flaktürme im Augarten existiert ein Bescheid (GZ 39.086/2/2000 vom 5. April 2000)).
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gefechtsturm Augarten
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gefechtsturm Augarten
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wiener Flaktürme - AugartenFlakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Feuerleitturm Augarten
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Feuerleitturm Augarten
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mit dem Bau der Flaktürme wurden die Firmen Philipp Holzmann und Gottlieb Tesch beauftragt, wobei kleinere Betriebe über Arbeitsgemeinschaften eingebunden wurden. Da die Verfügbarkeit einheimischer Arbeitskräfte durch Einberufungen ständig abnahm, wurden im Verlauf des Krieges immer mehr Kriegsgefangene, Fremd- und Zwangsarbeiter eingesetzt.
Wiener Flaktürme - Flakturm © Erhard Gaube - www.gaube.at
Lifttüre im Feuerleitturm Arenbergpark.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Zement wurde vor allem aus Mannersdorf am Leithagebirge angeliefert, in geringerer Menge auch aus Rodaun. Der Schotter stammte aus den Schottergruben Padlesak in Felixdorf und Gustav Haager bei Heidfeld an der Preßburger Bahn, etwa im Bereich des heutigen Flughafen Wien-Schwechat. Sand wurde in Schiffen via Donaukanal angeliefert; im Bereich der Weißgerberlände wurden Sandsilos der Vereinigten Baustoffwerke AG errichtet.
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm  © Die 78er – Institut für Stadterkundung Wien
Haupttreppe im Feuerleitturm Augarten.
 © Die 78er – Institut für Stadterkundung Wien
In diesem Bereich befand sich schon ab 1918 ein Anschlussgleis der Straßenbahn durch die Drorygasse. Dieses war seit 1925 stillgelegt; es wurde 1941 wiederhergestellt und im folgenden Jahr nach dem Bau eines weiteren Silos um zwei Gleise erweitert. Für den Abraum, der beim Ausheben der Fundamente anfiel, wurde bei der Kratochwjlestraße (damals Weissenbachstraße) im 22. Bezirk eine Deponie angelegt, die ebenfalls einen Straßenbahnanschluss erhielt.
Wiener Flaktürme - Flakturm © Erhard Gaube - www.gaube.at
Haupttreppe im Feuerleitturm Arenbergpark.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Das Flakturmpaar im Wiener Augarten (Bezirk: Leopoldstadt) trägt den Codenamen „Peter“. Gefechts- und Feuerleitturm wurden in der Zeit von Juli 1944 bis Jänner 1945 nach Bauart III errichtet. Der Gefechtsturm ist mit seinen 13 Stockwerken um zwei Meter höher als der zwölfstöckige Leitturm, um deren Plattformen auf dasselbe Niveau zu bringen. Es handelt sich um die zuletzt errichteten, und dementsprechend am weitesten entwickelten Flaktürme des Dritten Reiches. Die Planung erfolgte nur mehr im Wiener Büro von Tamms. Besonders markant sind die Stahlbeton-Kragträger an der Außenseite für eine einfachere Wartung bzw. Reparatur der Plattformen.
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Flakturm (Geschützturm), teilweise
durch Bäumde verdeckt. ;1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gefechtsturm Augarten, 1945; mit
bombenzerstörten Transportanlagen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Feuerleitturm Augarten, 1945;
Bombenschäden.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Feuerleitturm Augarten, 1945;
Bombenschäden.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zur Errichtung wurde sowohl ein Eisenbahn- als auch ein Straßenbahnanschluss errichtet. Das Bahngleis zweigte vom Nordwestbahnhof ab, kreuzte die Gleise der Straßenbahnlinie 5 und führte danach direkt innerhalb des Augartens an dessen Rand entlang. Um sich eine zweite Kreuzung mit der Straßenbahn zu ersparen, wurde eine Gleisschleife der Straßenbahn abgetragen. Im Augarten gab es eine Abzweigung, die direkt zum Leitturm führte. Auf der gegenüber liegenden Seite des Augartens, etwa bei der Scholzgasse, begann ein Anschlussgleis der Straßenbahn, das direkt in die Eisenbahngleise mündete.
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gefechtsturm Augarten
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gefechtsturm Augarten
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stiege zu einer vermauertenTür.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Um die Gleise mit Straßenbahnfahrzeugen befahren zu können, wurden in die Herzstücke der Weichen nach Bedarf Passstücke eingelegt. Am 23. Oktober 1944 kam es allerdings zu einem Unfall, bei dem acht Menschen verletzt wurden. Da der Gefechtsturm nicht direkt an den Gleisen lag, wurde zusätzlich noch eine Feldbahn errichtet. Ein Teil der Anlagen wurde schon 1944 wieder entfernt, die USIA ließ den Rest 1948 abtragen.
Wiener Flaktürme - Flakturm © Erhard Gaube - www.gaube.at
Liftschacht  im Feuerleitturm Arenbergpark.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Der Gefechtsturm ist der höchste aller Flaktürme. Ursprünglich waren nur zehn Stockwerke geplant, dies wurde erst Anfang 1944 abgeändert. Die Außenmauer ist 2,50 m dick, die Dicke der inneren Ringmauer bewegt sich zwischen 1,40 m unten und 1 m oben. Diese innere Mauer schließt jeweils zwei Treppenanlagen und zwei Aufzüge ein. Außen wurden zwei Munitionsaufzüge eingebaut, die in den elften Stock bis zur Plattform führten. Dort befanden sich Gasschleusen, Duschräume und eine Entgiftungsanlage.
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm   © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Flakturm Augarten - Zerstörungen durch Sprengversuche.
 © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Vier Treppen führen von hier zu den höhergelegen Etagen und den Geschützständen. Die Decke hatte eine Dicke von 3,50 m und war spiralbewehrt. Zum Transport von Rohren und Geschützen gab es hier einen Kran. Die unteren Stockwerke wurden von Rüstungsbetrieben benutzt, in den ursprünglich nicht geplanten drei Geschossen erzeugte die Wiener Radiowerke-Aktiengesellschaft (WIRAG) nach einem Führererlass vom 30. Mai 1944 Röhren.
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm   © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Flakturm Augarten - Blick auf die Treppe.
 © Gesellschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten
Der Innenraum des Gefechtsturmes ist stark beschädigt. Grund dafür ist, dass es am 21. November 1946 zu einer schweren Explosion der im oberen Stockwerk gelagerten Munition kam, ausgelöst durch spielende Kinder, die über den noch bestehenden Kran in den Turm gelangten und dort ein Feuer entzündeten. .
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm  © Die 78er – Institut für Stadterkundung Wien
Hinweiskennzeichnung bzw. Anweisung.
 © Die 78er – Institut für Stadterkundung Wien
Sie konnten den Flakturm aber unverletzt verlassen. Im Frühjahr 2006 war der Turm über Monate hinweg großräumig abgesperrt, weil durch eine Schuttverlagerung im Inneren als Spätfolge der Explosion eine Außenwand nach außen gedrückt wurde. Dadurch bestand die Gefahr, dass eine Plattform einstürzen könnte
Wiener Flaktürme - Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Wiener Flaktürme - Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Feuerleitturm Augarten
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Feuerleitturm Augarten
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Abstand des Leitturms zum Gefechtsturm beträgt etwa 400 m. Die Grundfläche beträgt 31 m × 18 m, während sich die Ausmaße in den oberen Stockwerken nur mehr auf 31 m × 15 m belaufen. Zwei Treppen führen von der Südseite durch Schleusen in den ersten Stock. An der Nordseite befinden sich zwei Notausgänge, die nicht in den Originalplänen aufschienen. Die Schutzdecke war wieder 3,50 m dick, das Funkmessgerät war auf diesem Flakturm nicht versenkbar.
Wiener Flaktürme - Flakturm © Erhard Gaube - www.gaube.at Wiener Flaktürme - Flakturm © Erhard Gaube - www.gaube.at
 Rundgang oberste Etage
im Feuerleitturm Arenbergpark.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Notausgang
im Feuerleitturm Arenbergpark.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
 Auf der Westseite des Turmes befinden sich vom zweiten bis zum neunten Stock Öffnungen, deren Sinn nicht ganz klar ist. Im zwölften Obergeschoss ist ein Durchschuss zu sehen. Beide Türme sind – ebenso wie der Grund auf dem sie stehen – im Besitz der Republik Österreich und werden von der Burghauptmannschaft verwaltet.
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm  © Die 78er – Institut für Stadterkundung Wien
Treppe im Flakturm Augarten
 © Die 78er – Institut für Stadterkundung Wien
Sowohl Leit- als auch Gefechtsturm stehen leer und werden nicht genutzt. Seit März 2002 sind beide Türme an die Datenverarbeitungsfirma DCV vermietet, die sie in ein IT-Datencenter umbauen wollte. Der ursprünglich abschlägige Bescheid des Bundesdenkmalamts (sowohl die Flaktürme als auch der Augarten selbst stehen unter Denkmalschutz) wurde nach langem hin und her vom übergeordneten Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur aufgehoben.
Wiener Flaktürme -Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Wiener Flaktürme - Flaktürme Augarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Gefechtsturm Augarten
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Gefechtsturm Augarten
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
 Dennoch dürfte dieses Projekt als endgültig gescheitert betrachtet werden: Seitens der Stadt Wien gibt es keinerlei Bestrebungen, Teile der historischen Parkanlage in Bauland umzuwidmen. Auch seitens der ansässigen Bevölkerung stieß das Projekt auf breite Ablehnung, da mit dem Ausbau des Gefechtsturms zu einem IT-Datencenter auch eine Aufstockung des Turm um drei vollverglaste, in der Nacht hell erleuchtete Stockwerke einhergegangen wäre.
Wiener Flaktürme -Flakturm © Erhard Gaube - www.gaube.at
Rundgang oberste Etage im Feuerleitturm Arenbergpark.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
  Weitere Kritikpunkte waren mit dem Projekt einhergehende Notwendigkeiten wie die Öffnung von Teilen des Augartens für Zulieferverkehr und die Abgasbelästigung durch Diesel-Notstromgeneratoren.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Wiener_Flaktürme" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
 
 
 
 
 
Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.

steinedererinnerung.net

 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Johann Strauss
Wohnung
W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
E-Mail: office@wienmuseum.at 
www.wienmuseum.at
 
 
Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
Klostergeschichten.at
Geschichte, Informationen und Angebote über Klöster, Orden und Kirchen in Österreich
Klostergeschichten.at ist eine
private Internetplattform mit dem
Ziel über Kirche, Orden und Klöster
in Österreich zu informieren. Weiters
versucht Klostergeschichten.at
die Geschichte des Christentums in aktuellen und historischen Fotos,
sowie in der Kunst darzustellen.
 Orden, Klöster, Stifte u. Abteien; Ordensspitäler; Geschichte des Christentums; Kirchen in Österreich; Heilige und Selige; Fest- und Feiertage; Gebet und Kirche; Klostergeschichten; Mönchtum
Es werden keinerlei Geschäfte oder kommerzielle Nutzungen mit dieser Plattform lukriert bzw. getätigt. Die Ausrichtung des Mediums ist r.k.
klostergeschichten.at
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
© design by gaube 2016
design by gaube