Groß-Wien
Adolf Hitler wollte der "Perle Wien" eine neue Fassung geben
1938 - 1945
Tag des Großdeutschen Reiches in Wien. Die Wagenkolonne Adolf Hitlers
auf der Fahrt vom Burgtheater zum Rathaus; 09. 04. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Groß-Wien ist die Bezeichnung für die durch Eingemeindungen vergrößerte Stadt Wien. Der Begriff „Groß-Wien“ wird heute vor allem benutzt, um das durch die Eingemeindungen während der NS-Zeit vergrößerte Wien von der heutigen Stadt zu unterscheiden, denn nach 1945 wurde 1954 der größere Teil dieser Erweiterungen rückgängig gemacht. Die Eingemeindungen während des Nationalsozialismus haben bis heute Einfluss auf die Infrastruktur der Region. In Wien selbst wurden auch einige im Rahmen des Projekts vorgenommene Bezirksumgliederungen beibehalten.
Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Übersichtsdarstellung zum "Reichsgau Wien" aus dem Verwaltungsbericht der Stadt Wien 1938 - Der grüne Bereich markiert das ursprüngliche Stadtgebiet, die rote Umrandung Groß-Wien.
Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Im Gegensatz zur „Führerstadt“ Linz hatte Wien im Städtebauprogramm des „Dritten Reiches“ keine Priorität. Die Stadt sollte ihren Hauptstadtanspruch allenfalls im kulturellen Bereich bewahren. Dennoch wurde schon ab 1938 auch der Ausbau Wiens geplant. Herangezogen unter anderem der Berliner Architekt Franz Pöcher.
Volksabstimmung in Wien; Seyß-Inquart bei der Stimmabgabe
in seinem Wahllokal am Rupertusplatz in Dornbach; 10. 04. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Volksabstimmung in Wien; Soldaten wählen in der Stiftskaserne; 10. 04. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dieser sah für die Leopoldstadt, einen Bezirk mit traditionell hohem jüdischen Bevölkerungsanteil weitgehende Flächenabrisse vor. Anstelle dieses dicht bebauten Viertels war ein zwischen zwei parallelen Achsen liegendes Parteiforum vorgesehen.
Wien 1, Künstlerhaus; Hauptfront (Mittelrisalit)
im Dienste der Propaganda für die Volksabstimmung am 10.April 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 1, Morzinplatz; 'Hotel Metropole' (Hauptquartier der Gestapo).
Gesamtansicht über Eck von links; 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Damit sollte auch Hitlers Wunsch entsprochen werden, die Stadt näher an die Donau zu bringen. Die Ringstraße sollte zu beiden Seiten verlängert werden. Einzelne Aspekte der nationalsozialistischen Großstadtplanung für Wien wurden bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg weiter verfolgt, etwa der Gedanke der Donauinsel.
Reichskolonialtagung 1939; Abschlusskundgebung am Heldenplatz mit Traditionsfahnen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
15 Jahre NSDAP im Gau Wien; Vor dem Gasthaus Tischler in der Schauflergasse,
in dem 1926 die erste NSDAP-Versammlung stattgefunden hat. ; 04. 03. 1941.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach dem am 13. März 1938 erfolgten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich war vor allem die neue Stadtverwaltung an großen Ausbauplänen interessiert. Die nationalsozialistische Führung beschloss deshalb, in der umfangreichen Propagandakampagne für die Volksabstimmung über den bereits vollzogenen Anschluss am 10. April 1938 den Ausbau Wiens von der „zweitgrößten deutschen Stadt“ zur „flächenmäßig größten“ des Reiches, zu Groß-Wien, anzukündigen.
Groß-Wien - Durch die Eingemeindung von 97 Orten wird Groß-Wien geschaffen:
symbolischer Festakt auf dem Balkon des Rathauses von Klosterneuburg, v.l.: Kreisleiter
Slupetzky, der Wiener Bürgermeister Neubacher, Gauleiter Globocnik; 15. 10. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ankunft der Berliner KdF-Fahrer auf dem Wiener Südbahnhof; 08. 07. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hinzu kam ein „Aufbauprogramm“, das umfangreiche bauliche Umgestaltungen in Wien vorsah. Als treibende Kraft hinter dem Projekt Groß-Wien galt der damalige Wiener Bürgermeister Hermann Neubacher, der im „Roten Wien“ als Generaldirektor die Gemeinnützige Siedlungs- und Baustoffanstalt (Gesiba) geleitet hatte.
Hitler und Goebbels vor dem Wiener Westbahnhof; 09. 04. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Schaffung von Groß-Wien.
Der Wiener Bürgermeister verkündet die Schaffung von Groß-Wien.
Dadurch wird Wien flächenmäßig die größte Stadt im Deutschen Reich; 12. 10. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach der Rede Adolf Hitlers am Wiener Heldenplatz am 15. März 1938 befasste man sich in der nationalsozialistischen Stadtverwaltung mit den Umsetzungsplänen der groß angelegten Gebietserweiterung Wiens, nach dem Vorbild Groß-Hamburgs.
Eröffnung der "Ostmarkschau" in Wien.
Bürgermeister Neubacher beim Rundgang durch die Ausstellung; 26. 05. 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Amtsblatt der Stadt Wien, 15. Juli 1938.
Die Jubelmeldungen über den Aufbau Wiens häuften sich, realisiert wurden jedoch
die wenigsten Bauvorhaben. Selten klafften Anspruch und Realität so weit auseinander
wie beim Wohnbau in Wien. Die Ankündigung, 80.000 Wohnungen zu bauen
und damit das "Rote Wien" zu übertreffen, blieb Propaganda.
© Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Am 23. April 1938 legte die Magistratsdirektion einen Akt über die Gebietsvergrößerung an und ab Mai gab es Besprechungen der einzelnen Verwaltungsgruppen darüber. Dabei wurden teilweise extrem ausgreifende Erweiterungen erwogen (bis zu 8500 km2), bis zu den Quellen der Hochquellenwasserleitungen im Süden und zur Reichsgrenze im Osten.
Erster Mai 1938 in Wien; SA aus Leoben marschiert auf der Ringstraße.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Einzug der Österreichischen Legion in Wien. Spielmannszug vor dem Parlament; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Insbesondere die noch von früher übernommenen Beamten sprachen sich dagegen aus, da Wien dann die teilweise hohen Schulden der niederösterreichischen Gemeinden übernehmen hätte müssen, wobei besonders auf die ganz andere Lage als in Hamburg hingewiesen wurde. Außerdem stieß Neubacher auf den Widerstand der niederösterreichischen NSDAP-Stellen.
Beginn der Bauarbeiten am Großhafen Albern: Bagger; um 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 1, Minoritenplatz; Rohbau des neuen Hauses der Vaterländischen Front.
Ansicht vom Minoritenplatz. Aufnahme 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Bildung Groß-Wiens erfolgte teilweise nach wirtschaftlichen, teilweise nach militärischen Gesichtspunkten. Die so erweiterte Stadt Wien wurde nunmehr in 26 statt bisher 21 Bezirke eingeteilt: Dabei wurden der bisherige 14. und der bisherige 15. Bezirk, beide besonders klein, zum neuen 15. Bezirk zusammengelegt. Aus Teilen des bisherigen 13. Bezirks und neu eingemeindeten Gebieten wurde ein neuer, großer 14. Bezirk gebildet.
Bau Rathausbunker in Wien.
Baugrube mit Stützverschalungen am Friedrich-Schmidt-Platz  bei der
heutigen Landesgerichtstraße, Seite Lichtenfelsgasse, Blick Richtung Felderstraße; 1941.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bau Rathausbunker in Wien.
Betonierte Decke über Rathausbunker am Friedrich-Schmidt-Platz, Seite Felderstraße; 1942.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Groß-Wien war mit 1.218,98 km² fast fünf Mal so groß wie das frühere Wien und bekam mit der Erweiterung rund 200.000 neue Einwohner. Ab 1. Mai 1939 wurde die Stadt Wien, dem Ostmarkgesetz entsprechend, als Reichsgau definiert. Bei der Volkszählung vom 17. Mai 1939 zählte man 1.929.976 Personen. Wien wurde damit zur sechstgrößten Stadt der Welt. Als Ausgleich erhielt Niederösterreich bzw. seit 1939 Niederdonau das nördliche und mittlere Burgenland und Südmähren.
Bau Rathausbunker in Wien.
Notstromaggregat im neuen Bunker am Friedrich-Schmidt-Platz; 1942.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bau Rathausbunker in Wien.
Lüftungsschächte im neuen Bunker am Friedrich-Schmidt-Platz; 1942.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bau Rathausbunker in Wien.
Leerer, großer Raum im neuen Bunker am Friedrich-Schmidt-Platz; 1942.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am Tag der Erweiterung wurde eine Triumphfahrt von NSDAP-Gauleiter Odilo Globocnik und Bürgermeister Hermann Neubacher durch die sieben wichtigsten der 97 eingemeindeten Orte organisiert. Diese endete in Mödling, wo die 97 Bürgermeister der betroffenen Gemeinden ihre Amtsgeschäfte symbolisch an den Wiener Bürgermeister übergaben.
Hitlers Einzug in Wien; Die Wagenkolonne in der Mariahilferstraße,
in der Nähe des Flottenkinos; 14 .03. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Trotz der anfänglichen nationalsozialistischen Propaganda war eine großzügige Umgestaltung für Wien von der NS-Führung nicht vorgesehen. Hitler selbst widmete sich lieber anderen Städten in der „Ostmark“, wie der neuen Führerstadt Linz. Wien wurde nur als Binnenhafen und Stützpunkt der Wehrmacht und Luftwaffe im Wehrkreis XVII angesehen, der als eine Basis für die Eroberung der Ost- und Südostgebiete dienen konnte. Aus diesen Gründen kamen die NS-Führung und Gauleiter Josef Bürckel zu dem Schluss, Wien städtebaulich zu konservieren.
Goebbels in Wien Weltbild; Werbetafel auf einer Straßenbahn in Wien; 28. 03. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am Wiener Westbahnhof empfängt der BdM den ungarischen Reichsverweser Horthy; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Trotz dieser Vorgabe von Adolf Hitler entstanden mehrere Pläne zu einer Umgestaltung der Stadt. Diese wurden vor allem von der Stadtverwaltung selbst in Auftrag gegeben. Erste Pläne zum Umbau Wiens entstanden bereits vor dem Anschluss im Büro Albert Speers, wenn auch ohne dessen Beteiligung. Diese Pläne wurden von beamteten Architekten im Wiener Stadtplanungsamt aufgegriffen.
Stephansdom mit Hakenkreuzfahnen im Vordergrund (vermutlich Haas-Haus).
Beflaggung anläßlich der kommenden Volksabstimmung. Aufnahme aus der Serie:
 'Großdeutschlands Wiedergeburt' von Heinrich Hoffmann; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hitlerbild und Hakenkreuzfahnen vor
dem Café Reichsrat am Rathausplatz.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hitlers Geburtstag in Wien. Ausmarsch
des Musikzuges aus der Stiftskaserne.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Es wurden zahlreiche Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. Vor allem unter Wiens zweitem Gauleiter Baldur von Schirach entstand eine rege Baufantasie und Planungsaktivität. In den Jahren 1940 bis 1942 betraute Schirach den deutschen Reichsarchitekten Hanns Dustmann mit Neugestaltungsplanungen für Wien. Die Ausarbeitung von Plänen für Groß-Wien wurde jedoch mit fortschreitendem Kriegsverlauf wieder eingestellt.
Gloria-Kino. Fassade schräg von links.
Ankündigung für "Edelweißkönig" bzw. "Krambambuli". Hakenkreuzfahnen. ;um 1940.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hochzeit im Wiener Rathaus, Brautpaar mit Standesbeamten; um 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die nicht verwirklichten Pläne für die Umgestaltung des neuen Groß-Wien sahen unter anderem vor, das Zentrum Wiens „näher an die Donau zu rücken“. Dies sollte durch zwei monumentale, parallel verlaufende Straßenachsen, die vom jeweiligen Endpunkt der Ringstraße, dem Schottenring beziehungsweise der Urania, beginnend über die Donau bis zu einem neuen „Donauforum“ im Bereich der Alten Donau führen hätten sollen. Dort sollte am Donauufer unter anderem ein 350 m hoher steinerner Kuppelbau, ähnlich wie in Berlin, entstehen.
Reichsminister Rudolf Heß bei seiner Ansprache in der Wagenhalle der Stadt Wien; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Radioübertragung des ersten Werkskonzertes der DAF in Wien.
Erstes Wiener Werkskonzert der DAF in Schwechater Brauerei: die Wiener Symphoniker
unter Oswald Kabasta, Übertragung durch Radio Wien; 09. 08. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Weiters sollte eine in über 100 m Höhe auf riesigen Viaduktbögen verlaufende „Via triumphalis“ entstehen, die von der Votivkirche am Ring über den Gaußplatz in der Brigittenau bis auf den Kahlenberg zu einem NS-Ehrenmal führen und die Weinhänge von Sievering und Grinzing überspannen sollte. Als Vorbild dieser Umbaupläne dienten meist historische Vorlagen aus der Zeit des Barocks beziehungsweise gründerzeitliche Vorstellungen.
Wien schwört dem Führer Treue - Kundgebung für Hitler: Der stellvertretende
Gauleiter Scharizer verlässt unter dem Jubel der Bevölkerung den Kundgebungsplatz; 1944.
Legende: "Mit einer gewaltigen Kundgebung bekundete Wien gestern abend ihren Glauben an
Adolf Hitler. Über 250.000 Wiener und Wienerinnen nahmen an dieser Riesenkundgebung teil.
UBz. Stellv. Gauleiter Scharizer verlässt unter d. Jubel der Bevölkerung den Kundgebungsplatz."
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Heldengedenktag in Wien. Marsch zur Heldengedennkfeier auf dem Heldenplatz,
Transparent "Heil Adolf Hitler!" ; 12. 03. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach der vollzogenen Gebietserweiterung Wiens sollten die neu erschlossenen Gebiete rasch infrastrukturell erschlossen sowie die zahlreichen Baulücken nach und nach geschlossen werden. Bereits im Herbst 1938 feierte man die Fertigstellung der „Ersten nationalsozialistischen Siedlung der Ostmark“, der „SA-Dankopfersiedlung Leopoldau“, die jedoch bereits vor dem „Anschluss“ nahezu vollendet war. Im Jahre 1939 wurde schließlich ein umfangreiches Wohnbauprogramm vorgestellt, das eine Errichtung von 60.000 neuen Wohnungen vorsah. 12.000 dieser geplanten Wohnungen waren Teil eines besonderen Sofort-Wohnprogrammes, das besonders schnell realisiert werden sollte.
Reichsstatthalterei in Wien; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wehrmachtssoldaten in Wien; 1940.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Diese Programme sollten die Leistungen der sozialdemokratischen Stadtverwaltung im Bereich des kommunalen Wohnbaus vor dem „Anschluss“ in den Schatten stellen. Dennoch kam es nur mehr zur Errichtung von etwa 3.000 neuen Wohnungen. Die größte neu errichtete Siedlung war die Wienerfeld-Siedlung West und Ost im Süden Groß-Wiens mit 500 Wohnungen. Die meisten der neuen Wohnungen wurden jedoch in kleineren Baulücken im dichter besiedelten Gebiet Wiens errichtet.
Wien im Wahlschmuck; Das Looshaus auf dem Michaelerplatz
mit Hakenkreuzfahnen  und NS-Wahlparolen versehen; 07. 04. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Wohnungsbaupläne der Nationalsozialisten waren gescheitert, in den letzten Kriegsjahren ab 1942 konnten gar keine neuen Wohnungen mehr fertiggestellt werden. Die zunehmende kriegsbedingte Zuwanderung konnte in den Anfangsjahren durch jene Wohnungen gedeckt werden, die sich zuvor in jüdischem Besitz befunden hatten: Vor dem „Anschluss“ lebten rund 170.000 Juden in Wien. Durch Vertreibung und Deportation kamen rund 78.000 Wohnungen in die Hände der nationalsozialistischen Stadtverwaltung und wurden „arisiert“.
Goebbels bei seiner Ansprache in der Nordwestbahnhalle; 29. 03. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Spatenstich in Wien; Ansprache des Wiener Bürgermeisters Neubacher anlässlich
des Spatenstichs für eine Großsiedlung auf der Lockerwiese in Lainz; 16. 07. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mit Fortschreiten des Krieges stellten sich jedoch zunehmende Wohnungsknappheit und Versorgungsengpässe ein. In Wien kam es aufgrund dessen zu einer vermehrten Anlage neuer Schrebergärten. Die Stadtverwaltung beschloss schließlich die Zwangsbewirtschaftung des Wohnungsbestandes sowie ab Ende 1943 eine Zuzugsperre auszusprechen.
Stephansplatz; Gesamtansicht gegen die Kärntnerstraße. Hakenkreuzfahnen am Haus.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 3, Schwarzenbergplatz 5; Frontalansicht des Palais Pollack-Parnau.
Gebäude der Kreisleitung der NSDAP; 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der infrastrukturelle Ausbau der Stadt betraf stark den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Die neuen Randbezirke sollten rasch an das öffentliche Verkehrssystem des alten Stadtgebietes angepasst werden. So wurde beispielsweise eine S-Bahn-Linie bis Franzensdorf geplant, um die ehemaligen Marchfeldgemeinden im Osten besser erreichen zu können. Die dünner besiedelten Gebiete am neuen Stadtrand sollten durch den neu geschaffenen Oberleitungsbus Wien mit der Innenstadt verbunden werden. 1943 begann man mit dem Bau der ersten zwei Linien nach Salmannsdorf sowie Klosterneuburg.
Wien, Eingang in einen Luftschutzraum. Darüber Orientierungszeichen LSR.1944.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien im NS-Schmuck; Vor dem Wiener Westbahnhof; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hierfür wurden fünf Unterwerke, davon eines in Klosterneuburg, errichtet, sowie (ebenfalls in Klosterneuburg) eine Reichspostgarage für diese Strecke adaptiert. Richtung Süden fuhr bereits früher die Straßenbahn (360er) bis Mödling. Das Zentrum Wiens sollte durch eine U-Bahn erschlossen werden. Die Planungen hierfür übernahm die Siemens-Bauunion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Projekte teilweise wiederaufgenommen.
Eröffnung der Bank der Deutschen Arbeit in Wien.
Außenansicht der Bank am Schottenring im Hakenkreuzschmuck; 17. 02. 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erster Mai 1938 in Wien.
Reichskommissar Bürckel während
der Maikundgebung.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Reichshauptamtsleiter Oberlindober
führt den ersten Spatenstich beim
Bau einer Kriegsopfersiedlung; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Des Weiteren sollte der Bau einer Stadtautobahn und eines Autobahnringes erfolgen. 1940 erfolgten dazu bereits viele Grundeinlösungen und die ersten Brückenbauten für die heutige Wiener Außenringautobahn A 21, die erst in den 1970er Jahren – größtenteils nach der alten Trassierung – gebaut wurde. Auch die heutige Wiener Außenring Schnellstraße S 1 wurde damals bereits projektiert, musste aber nach den heutigen Gegebenheiten umgeplant werden. Bei Groß-Enzersdorf und Schwechat, im neuen Süden Groß-Wiens, sollten zudem hochseetüchtige Donauhäfen entstehen. Dies sollte im Zusammenhang mit der geplanten Eröffnung des Rhein-Main-Donau- und des Donau-Oder-Kanals im Jahre 1945 geschehen.
Großkundgebung der HJ in Wien; Kundgebung auf dem Freiheitsplatz
vor der Votivkirche als Abschluss der HJ-Werbewoche; 25. 06. 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die neuen Häfen sollten des Weiteren eine Ansiedlung von Industriebetrieben nach sich ziehen. Neben den geplanten Donauhäfen kam es zu einer tatsächlichen Errichtung eines Getreidehafens in Albern, nahe Schwechat. In den Jahren 1939 bis 1942 wurde von Zwangsarbeitern der riesige Getreidehafen errichtet, über den Getreide aus Ost- und Südosteuropa nach Deutschland transportiert wurde. Der Alberner Hafen steht bis heute in Betrieb.
Wien 3, Arenbergpark; Flakturm (Geschützturm); um 1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 3, Arenbergpark; Flakturm
Feuerleitturm Gesamtaufnahme;1945
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 6, Esterhazypark; Flakturm
Feuerleitturm Gesamtaufnahme; 1945
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine der deutlichsten Veränderungen im Stadtbild im Zuge der militärischen Aufrüstung der Stadt brachte die Errichtung der Wiener Flaktürme. Die drei fertiggestellten Flakturmpaare stehen bis heute in der Stadt. Ursprünglich hätten sie nach dem Sieg, mit Marmor verkleidet, als Denkmäler für die gefallenen deutschen Soldaten dienen sollen. Weitere militärische Neubauten waren die Errichtung eines Stützpunktes der deutschen Luftwaffe und einer Luftkampfschule bei Wien-Seyring. Auch der heutige Flughafen der Stadt, Wien-Schwechat, geht auf einen Militärflugplatz zurück, der damals in Groß-Wien errichtet wurde.
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
NS-Durchhalteparole an einem zerstörten Gebäude in Wien; 1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Parteigau der NSDAP für die Stadt Wien wurde im Jahr 1926 gegründet. 1939 wurden die Stadt Wien und die nach den Veränderungen vom Herbst 1938 übrig gebliebenen ehemaligen österreichischen Länder als Reichsgaue konstituiert.
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Rückkunft von Karl Seitz in Wien.
Blick über die Menschenmenge auf dem Wiener Rathausplatz; 23. 06. 1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Wien während der Besatzungszeit.
Die vier Hochkommissare der Militärzonen in Wien Das Bild zeigt von l.n.r.:
Blagadatov, russ. Zone; Lewis, amerikan. Zone; Payrat, franz. Zone; Palmer, brit. Zone;1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die "Perle" Wien, so Adolf Hitler wenige Wochen nach dem Anschluss 1938, sollte damit "eine würdige Fassung" erhalten. Als Vorbild dienten die neuen deutschen Riesenstädte Groß-Berlin und Groß-Hamburg. Statt Prunk und Glanz hatte das nationalsozialistische Regime der Stadt Tod und Zerstörung gebracht. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde von verschiedenen Seiten die Aufhebung der Eingemeindungen vom 15. Oktober 1938 gefordert.
Deklaration über Österreich; 1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wieder frei! 1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Die sowjetische Besatzungsmacht setzte durch, dass die Viersektorenstadt Wien besatzungsrechtlich nur in ihren Grenzen von 1937 in vier Sektoren geteilt wurde; alle 1938 hinzugekommenen Gebiete gehörten militärisch zu Niederösterreich, Teil der sowjetischen Besatzungszone.Es dauerte neun Jahre, bis ausgehandelt war, welche Gemeinden an Niederösterreich fallen sollten.Letztendlich verblieben 1954 nur 17 Gemeinden bei Wien.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Groß-Wien" der
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2000 Jahre Wiener Geschichte lebendig gemacht
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Telefon: +43 (0)1 5321514
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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