Die Jägerzeile
1569 - 1850
Die Jägerzeile (Praterstraße) - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Jägerzeile und Praterstern (Kartenausschnitt).
Karte von Wien ca 1830, Carl Graf Vasquez (1796–1861).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Jägerzeile war eine eigenständige Vorstadt Wiens im k.k. Polizeibezirk Leopoldstadt und ist seit der Eingemeindung 1850 ein – heute nicht mehr als solcher wahrnehmbarer – Stadtteil Wiens im 2. Gemeindebezirk, der Leopoldstadt. Es handelte sich anfangs um eine 1569 entstandene Ansiedlung für pensionierte Hofjäger, für die Maximilian II. Grundstücke in der Venediger Au zur Ansiedlung bereitstellen ließ. 1580 waren die Grundstücke der heutigen Häuser Praterstraße 36-56 und Czerningasse 7-9 vergeben, der Rest wurde erst 1630-1647 ausgegeben.
Die Jägerzeile (Praterstraße) © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Theater in der Leopoldstadt um 1820
Frontalansicht über die Jägerzeile (Praterstraße). Stich von Cohn.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Da die Verbauung nur zögernd vonstatten ging, entwickelte sich erst im Lauf eines Jahrhunderts eine Vorstadt. Die Vorstadt wurde 1850 mit der Leopoldstadt und der Brigittenau als zweiter Bezirk nach Wien eingemeindet. Der Name Jägerzeile war 1640-1660 gleichzeitig mit dem Namen Venediger Au in Gebrauch, dann setzte er sich allein durch. Die Bezeichnung "Unter den Felbern", die der Jägerzeile fälschlich zugeschrieben wird, bezog sich hingegen auf die Gegend zwischen Tabor- und Praterstraße. Als am 7. April 1766 durch Joseph II. der Prater öffentlich zugänglich gemacht wurde, nahm die Jägerzeile einen raschen Aufstieg und entwickelte sich bald zu einer der vornehmsten Straßen in den Vorstädten.
Die Jägerzeile (Praterstraße) - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Rudolf von Alt - Die Jägerzeile in Wien - 1844.
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Eine Kopie des Gnadenbilds Maria von Pötsch, die sich im Besitz eines herrschaftlichen Laufers befand, wurde später an einem Baum in der Doppelallee, welche durch die Jägerzeile führte, zur öffentlichen Verehrung aufgestellt. Dem Schutz des Bilds schrieb man es zu, dass 1713 die Jägerzeile von der Pest verschont blieb. Um das Gnadenbild wurde daher eine hölzerne Kapelle errichtet, die 1732 ein Sturm zerstörte.
Die Jägerzeile (Praterstraße) © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
2.3.1830: Franz Karl, Erzherzog von Österreich, beteiligt sich in der Jägerzeile an der Rettungsaktion. Kolorierter Stich (Mischtechnik) nach eigener Zeichnung von Eduard Gurk.
Legende: "LEOPOLDSTADT JÄGERZEIL am 2. MÄRZ. / DENKMAHL EDLER HOCHHERZIGER GESINNUNGEN UND HANDLUNGEN / IN DEN TAGEN DER GEFAHRVOLLEN ÜBERSCHWEMMUNG VOM I. MÄRZ 1830 IN WIEN."
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Da das Bild unversehrt geblieben war, erbaute Gräfin Caraffa und der Praterforstmeister Sperlbauer eine steinerne Kapelle, in der 1736 die erste Messe gelesen wurde. 1780 wurde sie, da sie die Zufahrt zum Prater behinderte, abgerissen. Als Ersatz erbaute man die Johannes-Nepomuk-Kirche, auf deren Hochaltar das Bild aufgestellt wurde. 1750 wurde die Jägerzeile mit mehreren vizedomischen Realitäten an die niederösterreichischen Stände, von diesen 1764 an Josef Zorn verkauft. 1797 kam sie durch Kauf an die Edlen von Segenthal. Ab 1774 wurde für die Jägerzeile ein eigener Richter eingesetzt. 1841 wurde die Grundherrschaft Jägerzeile Besitz der Stadt Wien. Bereits Anfangs des 19. Jahrhunderts hieß der obere Teil Praterstraße, 1862 wurde dieser Name auf den gesamten Straßenzug übertragen.
Die Jägerzeile (Praterstraße) - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das ehemalige Wappen der Jägerzeile.
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Das Wappen der Jägerzeile zeigt den silbernen Hubertushirsch, das Symbol der Jägerzeile, auf einer grünen Wiese. Der Hirsch trägt ein zwölfendiges, goldenes Geweih. In dessen Mitte ragt ein goldenes Kreuz heraus. Das Wappen ist nunmehr Teil des Wappens des 2. Wiener Gemeindebezirks.
Historische topografische Namen
im Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt um 1835.
Der verarmte Adelige Carl Graf Vasquez, geb. 1796 in Klattau, Böhmen, gest. 1861 in Ofen (Budapest), arbeitet im Biedermeier als Kartograf und bringt ab 1827 detaillierte und illustrierte Stadtpläne der k.k. Polizey-Bezirke Wiens und seiner Vorstädte heraus. Dem ohne Jahreszahl herausgebenenen Blatt K. K. Polizey-Bezirk Leopoldstadt, bestehend aus den Vorstädten Leopoldstadt und Jägerzeil nebst 14 der vorzüglichsten Ansichten von Carl Graf Vasquez (es muss, da keinerlei Hinweis auf den Bau des Nordbahnhofes aufscheint, vor 1839 erschienen sein) sind folgende topografischen Bezeichnungen entnommen und den alphabetisch angeordneten heutigen Bezeichnungen gegenübergestellt.
Afrikanergasse: Marokkanergasse
Ferdinandstraße: An der Holzstätte
Große Mohrengasse: Große Hafnergasse
Große Sperlgasse: Herrngasse
Haidgasse: Badgasse
Hollandstraße: Große Ankergasse,
1883–1919 Stephaniestraße
Im Werd: Auf der Haid
Karmelitergasse: Josephsgasse
Karmelitermarkt: K. K. nö. Strafarbeitshaus
Kleine Pfarrgasse: damals teilweise Rauchfangkehrergasse
Körnergasse: Magazingasse
Leopoldsgasse: teilweise Am Gottesacker;
Straffhausgasse
Nordbahnviertel: In Völkert (Grüngebiet)
Nordportalstraße,
Perspektivstraße:
Vermählungsmais
(Mais = Jungwald oder Holzschlag)
Novaragasse: Gärtnergasse
Obere Augartenstraße: Augarten-Damm-Straße
Praterstraße: Jägerzeile
Salztorbrücke: Carls Kettenbrücke bzw. -steg,
1886–1919: Stephaniebrücke
Schmelzgasse: damals teilweise Brunngasse
Schwedenbrücke: 1819–1920 Ferdinandsbrücke
Stuwerviertel: Schwimmschulmais,
Feuerwerksmais, Feuerwerksplatz
Taborstraße, Häuserblöcke
zum Augarten:
Wachtelgründe
Untere Augartenstraße: Neue Gasse
Zirkusgasse: Große Fuhrmannsgasse
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Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.

steinedererinnerung.net

 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Johann Strauss
Wohnung
W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
E-Mail: office@wienmuseum.at 
www.wienmuseum.at
 
 
Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
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Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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