Johann Stauss Sohn
* 25. Oktober 1825 - † 3. Juni 1899
Der "Walzerkönig" wohnte Mitte der 1860er bis Mitte der 1870er Jahre in
der Praterstraße 54 und komponierte 1866/1867 hier den Donauwalzer.
Johann Strauss Denkmal im Wiener Stadtpark © Gaube
Johann Strauss Denkmal im Wiener Stadtpark.
Das wohl am meist fotografierte Denkmal Wiens - der vergoldete Johann Strauss,
(Kopien dieses Strauss-Denkmals stehen seit der Expo´1990 in Osaka-Japan
und seit der Expo´1999 in Kunming-China)
Johann Baptist Strauss (* 25. Oktober 1825 in St. Ulrich bei Wien, heute ein Teil von Wien Neubau; † 3. Juni 1899 in Wien) war ein österreichisch-deutscher Kapellmeister und Komponist und wurde als „Walzerkönig“ international geschätzt. Zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Vater wird er auch als „Johann Strauss Sohn“ bezeichnet. Obwohl der Name Strauss in Nachschlagewerken häufig mit ß zu finden ist, schrieb Strauss selbst seinen Namen immer in der Schreibweise Strauſs mit langem und rundem s, was eine in der Antiqua und Handschrift damals häufige Ersatzform für Fraktur-ß war. Die Familie stammte aus dem Raum Wien-Niederösterreich. Sein Vater Johann Strauss sah für ihn ursprünglich eine Laufbahn als Beamter vor, doch seine bald allein erziehende Mutter Anna, geb. Streim (1801–1870), die alles daran setzte, mit der Unterstützung ihres Sohnes Rache für die Untreue ihres Gatten zu nehmen, ermöglichte Johann junior eine Musikausbildung, u. a. bei Joseph Drechsler.
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss Sohn. Ausfahrt im zweispännigen Wagen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Da der Vater mit der Familie gebrochen hatte, musste er als Ältester für die Ernährung der Familie sorgen und er begann, Konzerte zu geben. Schon sein erster Auftritt im Casino Dommayer am 15. Oktober 1844 im Wiener Vorort Hietzing, einem in der ganzen Region bekannten Vergnügungslokal, wurde ein Riesenerfolg. Tourneen führten ihn bald durch ganz Europa und Nordamerika. Nach dem Tod seines Vaters, 1849, übernahm er dessen Orchester. Da er für die Revolutionäre des Jahres 1848 einige Werke komponiert hatte – z. B. den Freiheitslieder-Walzer und den Revolutionsmarsch –, war er bei Hof trotz seiner Popularität in Ungnade gefallen und wurde deshalb von Kaiser Franz Joseph I. erst 1863 zum „k.k. Hofball-Musikdirektor“ ernannt.
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss Sohn.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Er leitete nun bis 1871 alle Hofbälle. In dieser Zeit komponierte Strauss nur Tanzmusik, was seinen Ruf als „Walzerkönig“ begründete. 1866/1867 komponierte er in seiner damaligen Wohnung, 2., Praterstraße 54, den später weltbekannt gewordenen Donauwalzer (An der schönen blauen Donau), der heute als inoffizielle Hymne Wiens und Österreichs gilt. 1871 wurde sein Ansuchen um Enthebung von diesem Posten genehmigt; gleichzeitig wurde ihm der Franz-Joseph-Orden verliehen. Nachfolger wurde sein Bruder Eduard Strauß. Jacques Offenbach, mit dem er 1864 zusammengetroffen war, hatte Strauss zur Komposition von Operetten angeregt, die Strauss selbst immer als „komische Oper“ bezeichnete.
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss Sohn. Gruppenbild mit seinen Brüdern Josef und Eduard.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am 10. Februar 1871 hatte dann seine erste Operette, Indigo und die 40 Räuber, im Theater an der Wien Premiere. Ebenfalls an diesem Theater fand am 5. April 1874 die Uraufführung seiner erfolgreichsten und der wahrscheinlich bekanntesten Operette überhaupt statt, Die Fledermaus. Dieses Werk wurde 1894 in das Repertoire der k.k. Hofoper (heute Wiener Staatsoper) aufgenommen und ist die einzige Operette, die dort bis heute gespielt wird. Es folgte eine Reihe weiterer Operettenpremieren, darunter Der lustige Krieg und Eine Nacht in Venedig. Strauss wurde zu einer zentralen Figur der „Goldenen Ära der Wiener Operette“.
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
"Egyptischer Marsch"
Titelblatt der Druckausgabe.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
"Wiener Blut"
Titelblatt der Druckausgabe.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss Sohn mit dem
Violinbogen den Donau-Walzer
dirigierend.
Zeichnung von Ludwig Koch.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss Sohn Bildnis:
Brust leicht von links.
Lithographie.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1876 erhielt Strauss die Baugenehmigung für ein Wohnhaus im Bezirk Wieden, Igelgasse 4. Das sogenannte „Strauss-Palais“ wurde 1878 fertiggestellt. Es lag nahe dem Palais Erzherzog Rainer und der Wiedner Hauptstraße, durch die man direkt in die Altstadt gelangte. 1944 wurde es bei Luftangriffen durch Bomben zerstört. Von Juli 1880 bis 1893/94 gehörte ihm außerdem eine Villa in Schönau an der Triesting, die 1864 für den Industriellen Paul Pacher von Theinburg erbaut worden war. Strauss nutzte sie vornehmlich während der Sommermonate. In dieser Villa entstanden die Operetten Eine Nacht in Venedig und Der Zigeunerbaron, Teile der Oper Ritter Pázmán sowie Tanzkompositionen, u. a. Rosen aus dem Süden und der Kuss-Walzer.
Johann Strauss Sohn © Wiener Stadt- und Landesbibliothek
Autographes Notenblatt mit Melodieentwürfen von Johann Strauss (Sohn).
© Wiener Stadt- und Landesbibliothek
Anlässlich seines 40-Jahre-Jubiläums als Künstler, das er wieder beim „Dommayer“ feierte, wurde ihm von der Stadt Wien 1884 ehrenhalber das Wiener Bürgerrecht verliehen. Mit der Aufgabe der österreichischen Staatsbürgerschaft durch ihn erlosch dieses Bürgerrecht allerdings bereits 1886 wieder. 1885 war Premiere des Zigeunerbarons mit Alexander Girardi in der Hauptrolle, darauf folgten einige heute weniger bekannte Operetten.
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der „Hofball-Musikdirektor“ Johann Strauss mit seiner Kapelle.
Zum 150. Geburtstag. Ausstellung der Wiener Stadtbibliothek 22. Mai bis 31. Oktober 1975.
 Hrsg.: Wiener Stadtbibliothek. Eigenverlag, Wien 1975.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Seine letzte Operette, Die Göttin der Vernunft, vollendete er nur, weil er sich vertraglich u. a. gegenüber Alexandrine von Schönerer zu der Komposition verpflichtet hatte. Da er das Libretto von Alfred Maria Willner ablehnte, distanzierte er sich vom Werk und erschien nicht einmal zur Premiere am 13. März 1897, die wiederum im Theater an der Wien stattfand.
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss Sohn.
Rechts unten im Bild Gemeinsam mit seiner Gattin Henriette Treffz; nach 1862.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Strauss war insgesamt dreimal verheiratet. Seine erste Ehefrau war Henriette, geborene Chalupetzky, geb. 1818, als Sängerin bekannt unter dem Namen Jetty Treffz (dem Mädchennamen ihrer Mutter). Mit ihr bezog er 1862, im Jahr der Hochzeit, in Hietzing, Hetzendorfer Straße 18 (seit 1894 Maxingstraße), ein Sommerquartier und kaufte das bis 1878 immer wieder benützte Haus später; er komponierte dort im Sommer 1873 den Großteil seiner Operette Die Fledermaus. In der Wintersaison wohnte das Paar meist im 1. oder 2. Bezirk, von 1866 an an der Adresse 2., Praterstraße 54 (heute Johann-Strauss-Wohnung des Wien Museums).
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johann Strauss Sohn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Jetty starb 1878 in dem Haus in Hietzing, im selben Jahr, in dem das „Strauss-Palais“ an der Igelgasse im 4. Bezirk fertiggestellt wurde. Schon wenige Wochen später heiratete Strauss die Schauspielerin Angelika Dittrich. 1882 verließ sie ihn wegen des Direktors des Theaters an der Wien, Franz Steiner. Im selben Jahr wurde die Ehe „von Tisch und Bett“ geschieden. Eine Trennung dem Bande nach war nicht möglich, da in Österreich das katholische Eherecht auch im bürgerlich-rechtlichen Bereich galt.
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Karikatur Josef Strauss (ganze Figur, stehend, halb links) zusammen mit seinen Brüdern
Johann Strauss II und Eduard Strauss. Xylografie. Aus "Der Zeitgeist" 1869 02 01, Nr. 6
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Um erneut heiraten zu können, gab Strauss 1886 die österreichische Staatsbürgerschaft auf. Er wurde Staatsbürger des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha und damit Deutscher. Nun musste nach dem für Deutsche geltenden Eherecht der Zivilehe die Ehe mit Angelika Dittrich auch bürgerlich-rechtlich getrennt werden, was Herzog Ernst II. 1887 tat. Strauss heiratete im selben Jahr in Coburg Adele, geborene Deutsch, verwitwete Strauss (1856–1930); als seine Ehefrau wurde auch sie Deutsche. Beide waren überdies vorher zum evangelisch-lutherischen Glauben übergetreten. Die kirchliche Trauung fand in Coburg in der Hofkapelle des Schlosses Ehrenburg statt. Alle drei Ehen blieben kinderlos.
Johann Strauss Sohn © www.wienbibliothek.at
Das früheste Musikmanuskript von Johann Strauss (Sohn), das  derzeit bekannt ist. Es handelt sich um die 1852 komponierte und uraufgeführte "Annen-Polka" op. 117, das wohl bekannteste und berühmteste Werk aus der ersten Schaffensperiode von Johann Strauss (Sohn).
Das den gesamten Polka-Teil beinhaltende Blatt wurde von Strauss auch mit einer Widmung versehen: "Zur freundlichen Erinnerung / von Joh. Strauss / 18. Juli 1854."
© www.wienbibliothek.at
Johann Strauss starb – als Deutscher und als Coburger Bürger, der er seit 1887 war – am 3. Juni 1899 in seinem Haus in der Igelgasse in Wien Wieden an einer Lungenentzündung. Sein Leichnam wurde im Trauerhaus zunächst öffentlich aufgebahrt (währenddessen wurden 161 Kränze am Sarg niedergelegt) und am 6. Juni 1899 fand in der Evangelischen Stadtkirche A.B. in der Dorotheergasse der Einsegnungsgottesdienst statt. Anschließend wurde der Sarg in einer mehrstündigen Zeremonie unter Teilnahme vieler Tausender auf den Wiener Zentralfriedhof gebracht, vorbei an den Wirkungsstätten Theater an der Wien, Hofoper und Musikverein.
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johann Strauss Sohn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Am offenen Grab ergriff Bürgermeister Karl Lueger das Wort. Unter den zahlreichen Trauergästen erwähnte die Tageszeitung Neue Freie Presse tags darauf Gustav Mahler, Ludwig Bösendorfer und Hermann Bahr. Strauss wurde am 8. Oktober 1899 schließlich in kleinem Kreis in einem Ehrengrab beigesetzt, das sich in der Nachbarschaft der Gräber anderer bekannter Musiker befindet (Gruppe 32A, Nr. 27). Das Grabdenkmal gestaltete Johannes Benk.
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
G'schichten aus dem Wienerwald. opus 325.
Titelblatt der Druckausgabe des Klavierauszuges. Wien: A. Spina.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Johann Strauss (Sohn) wurde zu seinen Lebzeiten mit zahlreichen Ehrungen bedacht. Am Anfang seiner Laufbahn als Kapellmeister und Komponist war er nicht zuletzt durch zahlreiche Dedikationen darauf bedacht, die Zahl seiner erhaltenen Auszeichnungen zu erhöhen. Im Alter stand Strauss diesen eher distanziert gegenüber. So soll er einer bekannten (jedoch nicht belegten) Anekdote zufolge die Sammlung in einem Zimmer in seiner Villa in der Igelgasse mit den Worten Und hier sehen Sie die Rumpelkammer meiner Berühmtheit gezeigt haben.
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johann Strauss Sohn und Johannes Brahms. Dieses Foto entstand in Wien.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Zu den wichtigsten Ehrungen zählen:
Bürgerrecht der Stadt Wien (1884, zum 40-jährigen Künstlerjubiläum, 1885 mit dem Ausscheiden aus dem österreichischen Staatsverband kraft Gesetzes erloschen)
Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (verliehen anlässlich des Goldenen Künstlerjubiläums am 8. Oktober 1894)
Ehrenmitgliedschaft des Wiener Männergesang-Vereines
Goldene Künstler-Medaille, verliehen durch Kaiser Franz Joseph I. am 23. Mai 1864
Russische Große Goldene Medaille am Alexander-Newski-Bande, verliehen am 11. Okt. 1864
Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens, verliehen am 12. Jänner 1871 (anlässlich der Enthebung von der Hofballmusik)
Croix de Chevalier de l'Ordre national de la Légion d'Honneur, verliehen am 28. März 1877 durch den Präsidenten der französischen Republik, Marschall Mac-Mahon.
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johann Strauss Denkmal im Wiener Stadtpark.
Das wohl am meist fotografierte Denkmal Wiens - der vergoldete Johann Strauss,
(Kopien dieses Strauss-Denkmals stehen seit der Expo´1990 in Osaka-Japan
und seit der Expo´1999 in Kunming-China)
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
In Wien erinnern zahlreiche Denkmäler und Gedenktafeln an Strauss. Im Jahr 1921 konnte das auf Grund einer privaten Initiative von Edmund Hellmer 1907 geschaffene Johann-Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark feierlich eingeweiht werden. Diese hatte sich seit dem Tod von Johann Strauss 1899 darum bemüht, allerdings verhinderten verschiedene Widerstände der Behörden und letztlich der Erste Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit eine frühere Errichtung. 1991 wurde die bis 1935 bestandene Vergoldung erneuert. Es ist heute eines der am meisten fotografierten Denkmäler in Wien.
Johann Strauss Sohn © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Johann Strauss Sohn © Gaube
Das Grab von Johann Strauss Sohn und seiner Gattin. (linkes Bild 1949)
 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Deutsche Johann Strauss Gesellschaft wiederum stiftete 1987 auf ihre Kosten einen Gedenkstein aus Anlass der 100. Wiederkehr der Einbürgerung von Johann Strauss in Coburg, der zunächst an dem, zum gleichen Zeitpunkt umbenannten Johann-Strauss-Platz stand. Zwei Jahre später wurde er in den Rosengarten umgesetzt, wo er auch heute noch zu besichtigen ist. In Pawlowsk wurde 2003 zum Andenken an die „russischen Jahre“ von Johann Strauss ein Denkmal errichtet, das in enger Anlehnung an das Strauss-Denkmal in Wien geschaffen wurde.
Neben anderen Orten ist in der österreichisch-ungarischen Kolonie in Tianjin (China) eine Strauss-Skulptur errichtet worden. Im 10. Arrondissement von Paris ist am Johann-Strauss-Platz (Boulevard St. Martin / rue René Boulanger) eine Strauss-Büste zu finden.
Johann Strauss Sohn © Verlag Christian Brandstätter - Duncan J. D. Smith
Johann Strauss Wohnung, Praterstraße 54.
Eine Wandtafel erinnert an das Gebäude,
in dem Johann Strauß den Donauwalzer schrieb
© Verlag Christian Brandstätter - Duncan J. D. Smith
Im Haus Praterstraße 54 im 2. Wiener Gemeindebezirk wohnte Johann Strauß mit seiner Gattin Henriette Treffz-Chalupetzky. In seiner ehemaligen Wohnung wurde in den 1970er Jahren eine Musikergedenkstätte als Außenstelle des Wien Museums eingerichtet. Am 18. März 2015 wurde das Museum der Johann Strauss Dynastie (Strauss Museum Wien) im 9. Wiener Gemeindebezirk (Müllnergasse 3) eröffnet.
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johann Strauß im “Im Musik-Himmel”.
Karikatur von Theo Zasche aus “Der Floh”, Nr. 24. 1899
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Dieses durch einen privaten Verein geschaffene Museum zeigt u. a. mittels Originaldokumenten, Stichen, Fotografien und Tondokumenten die Geschichte der Strauss-Dynastie (Johann Strauss Vater, seinen Söhnen Johann, Josef und Eduard Strauss sowie Johann Strauss Enkel) und das kulturhistorische Umfeld, in dem sie lebten und wirkten. Es ist weltweit das erste Museum dieser Art, welches sich mit der Familiengeschichte einerseits und dem künstlerischen Schaffen der gesamten Strauss-Dynastie andererseits auseinandersetzt.
Der Donauwalzer
Heimliche Hymne Österreichs
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Donauwalzer, Titelblatt einer der ersten Ausgaben 1867.
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Der Donauwalzer wurde von Johann Strauss (Sohn) im Spätherbst 1866 und Winter 1866/67 komponiert. Der eigentliche Titel des Walzers lautet An der schönen blauen Donau und ausgespielt dauert er etwa neun Minuten. Die Opusnummer ist 314. Er wurde bald zu einer heimlichen Hymne Österreichs und wird regelmäßig zum Jahreswechsel gespielt. Johann Strauss war zunächst vom Wiener Männergesang-Verein eingeladen worden, bei einer Sommerliedertafel im Juli 1865 in Hietzing mitzuwirken. Da seine alljährlichen Verpflichtungen in Pawlowsk dies nicht zuließen, versprach er zunächst für 1866 eine Komposition. 1866 wurde Strauss an sein noch offenes Versprechen durch den Männergesang-Verein erinnert. Allerdings hatte inzwischen der Krieg zwischen Preußen und Österreich mit der von Österreich verlorenen Schlacht bei Königgrätz stattgefunden, so dass die Frage nach einer geeigneten Uraufführung schnell im Raum stand.
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Donauwalzer, Erstausgabe von Carl Anton Spina.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Da überdies viele Bälle in der Faschingszeit abgesagt wurden, einigte man sich, dass für die Liedertafel 1867, womit der Männergesangverein seinen traditionellen Narrenabend ersetzte, ein Walzer entstehen sollte. Das 1865 gegebene Versprechen löste Strauss also mit dem Walzer An der schönen blauen Donau ein. Der Walzer wurde von Johann Strauss von vornherein in zwei Fassungen konzipiert, wobei zeitlich zunächst bis Ende 1866 die Orchesterfassung entstand. Daraufhin unterlegte der Polizeikommissar Josef Weyl, Hausdichter des Männergesang-Vereines, diesem seinen Text mit parodistischem Charakter und zeitkritischer Satire, erst danach besorgte Johann Strauss eine Zweitfassung für Männerchor und Klavier als Chorwalzer. Am 15. Februar 1867 fand die Uraufführung der Chorfassung im Saal des Dianabades statt: Ausführende waren der Wiener Männer-Gesangverein und die Kapelle des Infanterie-Regimentes 42. Beide leitete Rudolf Weinwurm.
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Titelblatt einer Ausgabe um 1910.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Entgegen anderslautenden Behauptungen fast aller Strauss-Biographien und deren unkritischer Übernahmen steht heute, beginnend seit den Forschungen von Norbert Linke seit Beginn der 1980er-Jahre anhand der Original-Quellen zweifelsfrei fest, dass dieser Walzer an diesem Abend nicht nur jubelnd aufgenommen wurde, er „[…] ‚schlug zündend ein‘ […] Das ‚Neue Fremdenblatt‘ ließ am 17. Februar 1867 sogar verlauten: ‚Die Eröffnungsnummer der zweiten Abteilung war ein entschiedener Schlager‘.“, womit musikhistorisch der Begriff „Schlager“ erstmals belegt ist. Der Männergesangverein überreichte nach der Aufführung an Johann Strauss als „Ehrensold“ einen Golddukaten. Gleichwohl setzte sich der Walzer zunächst nicht durch.
Johann Strauss Sohn - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
"An der schönen blauen Donau" Handsigniert. von Johann Strauss Sohn.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Johann Strauss soll nach der ersten Aufführung in der Orchesterfassung am 10. März 1867 im k.k. Volksgarten gegenüber seinem Bruder Josef geäußert haben:
„Den Walzer mag der Teufel holen, nur um die Coda tut’s mir leid – der hätt’ ich einen Erfolg gewünscht.“
Der ursprüngliche Text von Josef Weyl, dem Vereinsdichter des Wiener Männergesangvereins, lautete (in der Fassung der Uraufführung, Ausschnitten, B=Bässe, T=Tenöre):
B: Wiener, seid froh …
T: Oho, wieso?
B: No-so bli-ickt nur um -
T: I bitt, warum?
B: Ein Schimmer des Lichts …
T: Wir seh'n noch nichts!
B: Ei, Fasching ist da!
T: Ach so, na ja!
B: Drum trotzet der Zeit …
T: (kläglich): O Gott, die Zeit …
B: Der Trübseligkeit.
T: Ah! Das wär' g'scheit!
Was nutzt das Bedauern,
das Trauern,
Drum froh und lustig seid!
Als Strauss jedoch später in Paris an der Weltausstellung 1867 auftrat und dringend neue Kompositionen benötigte, erinnerte er sich daran. Unter dem Namen „Le beau Danube bleu“ wurde das Stück sofort zu einem großen Erfolg. Der Donauwalzer wird auch heute zumeist als reiner Orchesterwalzer aufgeführt. Im Jahre 1889 dichtete Franz von Gernerth einen neuen Text, der mit „Donau so blau“ nun auch den Titel des Walzers berücksichtigte.
"Donau so blau,
so schön und blau
durch Tal und Au
wogst ruhig du hin,
dich grüßt unser Wien,
dein silbernes Band
knüpft Land an Land,
und fröhliche Herzen schlagen
an deinem schönen Strand."
Die Erstaufführung mit seinen Worten fand am 2. Juli 1890 anlässlich der Sommerliedertafel des Wiener Männergesang-Vereins im Dreher-Park in Meidling statt (heute Schönbrunner Straße 307).
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Johann_Strauss_(Sohn)" der
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Es entsteht ein spannender Ort der Begegnung von Musik und Theater mit Fokus auf jungen Menschen mitten in Wien. Die neue Bühne ist top-ausgestattet und der Zuschauerraum bietet Platz für 413 Gäste. Die Bühne ist 12 x 9 Meter groß, hat einen optimal konzipierten Orchestergraben und die beste Akustik der Stadt.
Der Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
Möge die Architektur dazu beitragen, dass dieses neue Musik- und Theaterzentrum seine positive Strahlkraft weit über die Grenzen Wiens entfalten wird.
Die Wiener Sängerknaben sind ein weltbekannter Knabenchor und eine Institution des Wiener Musiklebens, bestehend aus vier Einzelchören.
Am Augartenspitz 1 (Ecke Castellezgasse), 1020 Wien
Telefon: +43 1 347 80 80
www.muth.at
 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Odeon Theater
Das Odeon wurde 1988 von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits als Spielstätte für ihr Serapions Ensemble gegründet. Der Theatersaal war ursprünglich der große Saal der Börse für landwirtschaftliche Produkte.
In Anlehnung an das griechische Odeion, das ein überdachter, freier Platz für Tanz- und Musikaufführungen war, wurde der Saal Odeon genannt.
Dem Serapions Ensemble liegt die Idee der Zusammenführung und der freien Entfaltung der Künste zugrunde – seine Arbeiten haben einen ganz besonderen, unvergesslichen Reiz, der sich aus der Verbindung von Musiktheater, Tanz, Schauspiel und bildender Kunst ergibt. Es arbeitet vor allem mit visuellen Mitteln und ist daher universell verständlich; Musik und Wort begleiten das Geschehen auf der Bühne.
Taborstrasse 10, 1020 Wien
Telefon: +43-(0)1- 216 51 27
www.odeon-theater.at
 
 
Klosterkirche der
Barmherzigen Brüder
Barmherzigenkirche hl. Johannes der Täufer
Angebote in der
Klosterkirche:
Mo. bis Sa.:
05.55h Konventmesse mit Laudes
Sonntag:
07.30h Laudes
08.00h Konventmesse
18.00h Stille Anbetung, Vesper
Eucharistischer Segen
In ihrer gegenwärtigen Form wurde die Kirche 1683-1692 erbaut und dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht; 1691 feierten die Barmherzigen Brüder in ihr die Heiligsprechung ihres Ordensstifters, 1694 erfolgte die neuerliche Weihe, 1697 war der Glockenturm vollendet.
Ein Juwel der Kirche ist auch die aus Forellenmarmor gehauene Statue der Gottesmutter mit Kind. Aufgrund der Kleidung und des Faltenwurfes deutet alles darauf hin, daß diese Figur aus der Zeit der Spätrenaissance stammt und daher das älteste Kunstwerk in der Kirche ist.
Die ebenfalls im Jahre 1763 im Rokokostil errichtete Kanzel entzückt den Beschauer durch ihre edle Linienführung. Die Kanzelbrüstung bereichern die alegorischen Figuren von Glaube, Hoffnung und Liebe.
Taborstrasse 16, 1020 Wien
barmherzige-brueder.at
 
 
 
 
Klostergeschichten.at
Geschichte, Informationen und Angebote über Klöster, Orden und Kirchen in Österreich
Klostergeschichten.at ist eine
private Internetplattform mit dem
Ziel über Kirche, Orden und Klöster
in Österreich zu informieren. Weiters
versucht Klostergeschichten.at
die Geschichte des Christentums in aktuellen und historischen Fotos,
sowie in der Kunst darzustellen.
 Orden, Klöster, Stifte u. Abteien; Ordensspitäler; Geschichte des Christentums; Kirchen in Österreich; Heilige und Selige; Fest- und Feiertage; Gebet und Kirche; Klostergeschichten; Mönchtum
Es werden keinerlei Geschäfte oder kommerzielle Nutzungen mit dieser Plattform lukriert bzw. getätigt. Die Ausrichtung des Mediums ist r.k.
klostergeschichten.at
 
 
Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.
steinedererinnerung.net
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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