Die Schlacht bei Königgrätz
Österreichs Niederlage im Deutschen Krieg
3. Juli 1866
Schlacht von Königgrätz. Gemälde von Georg Bleibtreu.
© Heeresgeschichtliches Museum Wien
In der Schlacht bei Königgrätz trafen im Deutschen Krieg die Truppen Preußens beim tschechischen Dorf Sadowa am 3. Juli 1866 auf die Armeen Österreichs und Sachsens. In einem Gelände von etwa zehn Kilometern Breite und fünf Kilometern Tiefe bekämpften sich über 400.000 Soldaten in einer verlustreichen Schlacht.
Ansicht der Kreisstadt Königgrätz; um 1840.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zentren der Kämpfe bildeten die strategisch wichtigen Hügel Svíb bei Maslowed und Chlum bei Schestar. Durch den Sieg in dieser kriegsentscheidenden Schlacht wurde Preußen Führungsmacht in Deutschland und Bismarck setzte damit die kleindeutsche Lösung durch. Die Schlacht gilt als einer der Wegbereiter für die Deutsche Reichsgründung 1871. In mehreren Sprachen wird die Schlacht nach dem Dorf Sadowa benannt, insbesondere auch in Frankreich, wo sie als politische Niederlage wahrgenommen wurde und in Folge der Ruf „Rache für Sadowa!“ aufkam.
Ansicht der Kreisstadt Königgrätz; um 1840.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Königgrätz (Hradec Králové) ist eine tschechische Stadt am Oberlauf der Elbe im Vorland des Riesengebirges in Nordostböhmen. Sie ist das Verwaltungszentrum der Region Hradec Králové, Universitätsstadt und Bischofssitz. Hradec Králové liegt auf einer Höhe von 240 m n.m. am Zusammenfluss von Elbe und Adler (Orlice) im südwestlichen Teil der gleichnamigen Region etwa 21 km nördlich von Pardubitz und 112 km östlich von Prag. Die Festungsanlagen hatten in der Kriegsführung der damaligen Zeit an Bedeutung verloren und wurden im Jahre 1884 geschleift.
Historische Karte der gegnerischen Schlachtordnungen am Nachmittag,
kurz vor der Entscheidung der Schlacht von Königgrätz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Den Anlass zum Krieg gab der Konflikt um den Besitz der von Österreich und Preußen gemeinsam verwalteten Gebiete Schleswig und Holstein nach dem Deutsch-Dänischen Krieg. 1865 konnten die Gegensätze noch einmal mit der Gasteiner Konvention überwunden werden, indem sich Österreich auf die Verwaltung von Holstein beschränkte. Als aber Preußen entgegen den Bestimmungen dieses Abkommens Holstein besetzte, erklärte Österreich die Mobilmachung der Bundesarmee.
Historische Karte der Truppenaufstellung der Schlacht bei Königgrätz 1866.
© Heeresgeschichtliches Museum Wien
Darauf trat Preußen aus dem Deutschen Bund aus und erklärte am 19. Juni 1866 Österreich den Krieg. Auf Seiten Österreichs standen die deutschen Mittelstaaten mit Bayern, Hannover, Sachsen, Württemberg, Baden sowie diverse deutsche Kleinstaaten. An Preußens Seite standen die meisten thüringischen Kleinstaaten (Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach war die Ehefrau des preußischen Königs), einige norddeutsche Länder sowie Italien, welches im Falle eines Sieges Venetien von Österreich erhalten sollte.
Die sogenannte Lokomotivflucht nach Eger.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Generalstabschef Helmuth von Moltke nutzte konsequent die Mittel der Eisenbahn, um seine komplizierten, auf exakte Einhaltung des Zeitrahmens angewiesenen Aufmarschpläne verwirklichen zu können. Clark meint aber dazu, dass Moltkes aufwändige logistische Planung Preußen um ein Haar ins Verderben gestürzt hätte, da die Nachschubzüge erst eintrafen, als die Schlacht schon gewonnen war.
Generalstabschef Helmuth von Moltke.
Quelle: Wikimedia Commons
Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Oberbefehlshaber der österr.
Nordarmee, Ludwig von Benedek.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Insofern hatte die Eisenbahn (noch) keine wirkliche Bedeutung für die Schlacht, zumal die sächsischen Lokomotivführer einen Einsatz von sächsischen Lokomotiven verhinderten, indem sie massenweise Lokomotiven nach Eger verbrachten, um sie den Preußen zu entziehen. Die Bedeutung der Schlacht bei Königgrätz ist sowohl im allgemeinen politischen Zusammenhang als auch als Markstein der militärstrategischen Entwicklung in Europa zu sehen.
Gefechtsdarstellung der "Schlacht bei Königgrätz".
Historische Veranstaltung  zum 148th Gedenken bei Chlum im Juli 2014.
Quelle: www.hkregion.cz/148th-anniversary-of-the-battle-at-koniggratz-1866
 Mit Königgrätz beginnt das Zeitalter der großen Manöver von Massenheeren, die mit der nun ausgebauten Eisenbahn schnell und einzeln bewegt wurden und im Unterschied etwa zur napoleonischen Epoche reine Feuergefechte (Feuertaktik) führten. Das Bajonett als kampfentscheidende, weil in der konkreten Gefechtssituation Mann gegen Mann einzusetzende Waffe (Stoßtaktik) wurde durch die ansatzweise Automatisierung der Handfeuerwaffen endgültig historisch.
Quelle: www.truppendienst.com/erinnerung-an-koeniggraetz / Orban
Eine österreichische Kanone, wie sie auch in der Batterie der Toten eingesetzt wurde.
Quelle: www.truppendienst.com/erinnerung-an-koeniggraetz / Orban
Quelle: www.truppendienst.com/erinnerung-an-koeniggraetz / Orban
Österreichische Vorderladergewehre (Infanteriegewehr M 62, System Lorenz)
von der Schlacht bei Königgrätz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Auf Seite der Preußen hatte der Chef des Generalstabs, General von Moltke, ein weiträumiges Zangenmanöver ausgearbeitet. Moltkes Schlachtplan basierte auf einem in seiner Ausführung durchaus problematischen Prinzip: „Getrennt marschieren – vereint schlagen“, das heißt einem Aufmarsch entgegen der traditionellen strategischen Lehre auf den „äußeren Linien“ und nicht den inneren Linien mit ihrem Vorteil kürzerer Wege und leichterer gegenseitiger Verstärkung.
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der österreichische Feldzeugmeister Ludwig von Benedek war durch seine militärischen Erfolge in den Feldzügen in Italien (1848 und 1859) als geschickter Stratege bekannt geworden und wurde nach Ausbruch des Krieges – im Alter von 61 Jahren – zum Oberbefehlshaber der österreichischen Nordarmee berufen. Da er für den neuen böhmischen Kriegsschauplatz über keinerlei militärische Erfahrung verfügte, versuchte er vorerst vergeblich das Amt abzulehnen, fügte sich aber doch der Entscheidung Kaiser Franz Josephs.
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Gefecht zwischen k.k. Husaren und preussischen Kürassieren bei Stresetitz.
Gemälde von Alexander von Bensa.
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Am 3. Juli gegen 4 Uhr morgens begann der Anmarsch der preußischen 1. Armee unter Friedrich Karl zur Bistritz. Links erreichte die 7. Division Cerekwitz, in der Mitte rückte die 8. Division unter General Horn als Vorhut auf Klenitz, rechts davon waren die 3. und 4. Division im Vorgehen auf Dohalitz und Mokrowous. Dahinter folgten in zweiter Linie die 5. und 6. Division in Richtung auf Sadowa nach.
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Vorhut der Division Horn wurde am Swiep (Svíb) in einen Artillerieschusswechsel mit der Artillerie des österreichischen X. Korps verwickelt. Als die Preußen versuchten, die Bistritz zu überqueren, beschlossen zwei österreichische Korpskommandanten sich zu profilieren und gegen die rechte Flanke des Gegners vorzugehen.
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Ohne weiter gegen die zu erwartende preußische 2. Armee Front zu machen, verließen die Truppen der Korpskommandanten Festetics und Thun ihre Stellungen und rückten nach Westen vor, wodurch eine Lücke in der österreichischen Verteidigung in nördlicher Richtung klaffte; genau dort, wo später die preußische 2. Armee entscheidend eingreifen sollte.
Gefechtsdarstellung der "Schlacht bei Königgrätz".
Historische Veranstaltung  zum 148th Gedenken bei Chlum im Juli 2014.
Quelle: www.hkregion.cz/148th-anniversary-of-the-battle-at-koniggratz-1866
Am Vormittag hatten die Österreicher lediglich die preußische 1. Armee vor sich – die Einheiten des Kronprinzen befanden sich noch im Anmarsch und auch die Elbarmee hatte die Bistritz bei Nechanitz noch nicht überschritten. Folglich erhöhte sich der Druck auf die zahlenmäßig unterlegenen preußischen Truppen vor Ort. In der Mitte wurden Thun und Festetics in schwere Kämpfe im Swiepwald verwickelt.
Preußische Truppen bei der Schlacht bei Königgrätz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die preußische 7. Division unter Generalmajor von Fransecky, darunter insbesondere das 2. Magdeburgische Infanterieregiment Nr. 27, verschanzte sich im Swiepwald und versuchte in einem fürchterlichen Gemetzel, die Offensive zweier österreichischer Korps abzuwehren. An den Flügeln besetzten die Preußen den Wald bei Swiep.
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Ohne Artillerievorbereitung und Wissen der Heeresleitung versuchten die Österreicher unter Graf Festetics den Wald zurückzuerobern. Dem Grafen Festetics wurde durch eine Granate der rechte Fuß zerschmettert, sodass FML Anton Mollinary die Führung der weiteren Angriffe leitete. Im Swiepwald tobte ein schwerer Kampf, wobei die preußische 7. Division fast aufgerieben wurde, aber gleichzeitig die Österreicher hohe Verluste hinnehmen mussten.
Wilhelm I. trifft während der Schlacht auf den Kronprinzen,
Wandgemälde von Emil Hünten für die Berliner Ruhmeshalle.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Am südlichen Ende der Front überquerte derweil auch die Elbarmee die Bistritz. Ab 10 Uhr vormittags war es der 15. Division gelungen, bei Lubno über die Bistritz zu gehen, General von Canstein bereitete den Angriff auf Neu- und Nieder-Prim vor. Schon wiegten sich die österreichischen Generäle im Gefühl des Sieges, im preußischen Hauptquartier entstand der erste Unmut gegen den unorthodoxen Aufmarschplan des exzentrischen Moltke. Selbst König Wilhelm I. und sein Ministerpräsident Bismarck befürchteten eine Niederlage. Da tauchte gegen Mittag, auf Höhe des gegenüber liegenden Dorfes Horenowes, das preußische 1. Garderegiment zu Fuß auf.
Die Schlacht bei Königgrätz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Es bildete die Avantgarde des zur 2. Armee gehörenden preußischen Gardekorps – die Armee des Kronprinzen war da und nahm gemeinsam mit der von Südwesten her angreifenden Elbarmee die im Swiepwald verbissenen österreichischen Truppen in die Zange. Um 13.45 Uhr begann auch der Angriff der 14. Division unter General Münster-Meinhövel gegen die Linie Problus-Stresetitz.
Der Swiepwald bei Königgrätz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Vor dem aus Nechanitz angesetzten Druck der Elbarmee ging das gegenüberliegende Sächsische Korps am Nachmittag langsam zurück. Gegen 13 Uhr, als Benedek den Befehl zum Einsatz der Reserve geben wollte, war den Österreichern die Gefahr die jetzt vom Norden drohte, im ganzen Ausmaß bekannt. Die preußische 1. Garde-Division unter General Hiller von Gärtringen – Vorhut der jetzt eingreifenden 2. Armee – war über Maslowed im Anmarsch auf Chlum. Der im Rücken bedrohte FML Thun musste sofort den Großteil seiner Truppen wieder nach Osten zurückführen.
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Erstürmung von Chlum am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
 Auch die österreichischen Stellungen im Swiepwald brachen dadurch zusammen. Hinter der eintreffenden 2. Garde-Division war bereits das preußische I. und V. Korps im Anmarsch, die 11. und 12. Division des VI. Korps unter General von Mutius stieß bereits außen rechts in die österreichische Flanke. Thun musste den Rückzug seines Korps am westlichen Elbeufer anordnen, wodurch die Lage am rechten Flügel der Österreicher noch exponierter wurde.
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Benedek selbst führte bei Chlum eine Infanteriebrigade in einen wirkungslosen Gegenangriff. Die österreichische Reserve – das VI. Korps konnte im Nahkampf mit der preußischen 1. Garde-Division beinahe das verlorene Chlum zurückerobern, wurde jedoch kurz vor dem Ziel aufgehalten. Zur Entlastung der schwer ringenden Infanterie attackierten schließlich noch zwei österreichische Kavallerie-Divisionen im Gefecht bei Stresetitz und bei Rosberitz-Langenhof, hier standen 39,5 österreichische etwa 31 preußischen Schwadronen gegenüber.
Schlacht bei Königgrätz - Gemälde von Christian Sell.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Angriff der Hessen-Kürassiere bei Rosberitz traf auf die preußische Kavallerie-Brigade unter Generalmajor von der Groeben und führte durch das Eingreifen der gegnerischen Infanterie zum vorzeitigen Abbruch. Die schwere 3. Reserve-Kavallerie–Division unter Generalmajor Graf von Coudenhove zeigte sich mit der Kürassier-Brigade unter Prinz Windischgrätz bei Stresetitz den preußischen Dragonern aber mehr als ebenbürtig.
Schlachtfeld von Königgrätz am 03.07.1866.
Übergang der 14. preussischen Division über die Bistritz. Nach Originalskizze auf
Holz gezeichnet von Chr(istian) Sell. Leipziger Illustrierte Zeitung 1866.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Noch vor dem Eingreifen der über die Bistritz nachgezogenen 16. Division unter General von Etzel waren auch die Stellungen der Sachsen bei Problus zusammengebrochen. Als der letzte Gegenangriff Rammings bei Chlum gescheitert war, befahl Benedek den Opfergang seiner letzten Reserven. Da eine Einkesselung der gesamten österreichischen Armee drohte, gab von Benedek gegen vier Uhr die Schlacht auf und befahl den Rückzug auf Königgrätz.
Die Batterie der Toten. Monumentalgemälde von Václav Sochor.
© Heeresgeschichtliches Museum Wien
Die Armeegeschützreserve nach der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Ein Ruhmesblatt der österreichischen Artillerie. Gemälde von Rudolf Otto von Ottenfeld.
© Heeresgeschichtliches Museum Wien
Bei der Elbarmee konnte derweil die 14. Division die Sachsen mit seiner 27. Infanterie-Brigade unter General von Schwartzkoppen aus dem Dorf Problus hinausdrängen. Die Verteidiger von Problus waren unter den letzten Bataillonen, die das Schlachtfeld verließen und bildeten die Nachhut der Österreicher.
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das I. Korps unter FML Gondrecourt musste mit drei Brigaden die Preußen daran hindern, der österreichischen Hauptmacht den Rückzug abzuschneiden. Bevor sich dieses Korps notdürftig vom Gegner lösen konnte, hatte es allein Verluste von 279 Offizieren und 10.000 Mann erlitten, davon waren 2.800 Mann in Gefangenschaft geraten. Die zurückflutenden Österreicher wurden durch die preußische Kavallerie verfolgt, die dann aber durch die Artillerie auf ausreichende Distanz gehalten wurde.
Quelle: www.radio.cz/fr/static/bataille-de-sadowa / Ivana Vonderková
Quelle: www.radio.cz/fr/static/bataille-de-sadowa / Ivana Vonderková
Museum der "Schlacht bei Königgrätz" in der Nähe von Chlum.
Quelle: www.radio.cz/fr/static/bataille-de-sadowa / Ivana Vonderková
 Unter dem Schutz der Kanonen der Festung Königgrätz erfolgte der Rückzug der geschlagenen Österreicher zur Elbe. Der Festungskommandant Generalmajor Weigl schloss in Verkennung der Lage abends die Stadttore und erzeugte durch das Öffnen von Schleusen ein kleines Sumpfgebiet, das den zurückdrängenden Österreichern weitere unnötige Verluste abverlangte.
Darstellung der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Schlachtfeld von Königgrätz am 03.07.1866.
Das Schlachtfeld am Abend des 3.Juli., mit zahlreichen Toten und Verwundeten.
Zeichnung von Friedrich Ortlieb und Otto Günther, wiedergegeben in einer Xylographie.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Verluste der Preußen in der Schlacht betrugen 359 Offiziere, 8.794 Mann und 909 Pferde, davon 1.929 Gefallene, 6.948 Verwundete und 276 Vermisste. Die Österreicher verloren 1.313 Offiziere, 41.499 Mann und 6.010 Reiter, davon 5.658 Gefallene, 7.574 Verwundete, 7.410 Vermisste und 22.170 Gefangene. Das sächsische Korps verlor 55 Offiziere und 1.446 Mann, davon 135 Tote, 940 Verwundete und 426 Vermisste.
Diorama im Museum der "Schlacht bei Königgrätz" in der Nähe von Chlum.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die preußische 1. Armee unter Friedrich Karl verfolgte die Österreicher nach Brünn; die 2. Armee unter dem Kronprinzen auf Olmütz und die Elbarmee folgte den Österreichern über Iglau nach Znaim. Die Preußen erreichten Mitte Juli den Donauraum und gingen ohne größeren Widerstand auf die Linie Stockerau und Gänserndorf im nördlichen Vorfeld von Wien vor.
Museum der "Schlacht bei Königgrätz" in der Nähe von Chlum.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Am 26. Juli 1866 wurde der Vorfrieden von Nikolsburg geschlossen, dem der endgültige Friedensschluss von Prag am 23. August folgte. Die Schlacht hatte für das Habsburger Kaiserreich Österreich auch weitreichende politische Folgen. Trotz der erfolgreichen Schlachten bei Custoza (24. Juni) und Lissa (20. Juli) gegen die auf Seiten der Preußen in den Krieg eingetretenen Italiener sah sich Kaiser Franz Joseph nach der verheerenden Niederlage bei Königgrätz zur Kapitulation und zur Abtretung Venetiens an Italien im Frieden von Wien gezwungen.
Grabmal der Totenbatterie des österreichischen Hauptmanns von Groeben,
der 1866 den österreichischen Rückzug deckte, errichtet 1893.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Österreichisches Denkmal der Schlacht bei Königgrätz in der Nähe von Chlum.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der österreichische Kaiser Franz Joseph soll, nachdem ihm die Nachricht vom Ausgang der Schlacht überbracht worden war, ganz unkaiserlich über seinen Feldherrn geschimpft haben: „Benedek, der Trottel!“. Benedek wurde seines Amtes enthoben, durch Erzherzog Albrecht ersetzt und vor ein Kriegsgericht gestellt. Das Verfahren wurde jedoch auf kaiserlichen Druck eingestellt und Benedek befohlen, bis an sein Lebensende über die Schlacht zu schweigen, woran er sich auch hielt.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Schlacht_bei_Königgrätz" der
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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