Das Kraftwerk Kaprun
Kaprun gehört zu den größten Wasserkraftwerken in Europa
Fertiggestellt 1955
Ober- und Hauptstufe der Kraftwerksgruppe: Moser- und Wasserfallboden,
mit obererer Pasterze am Großglockner, im Hintergrund der Großvenediger.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Tigerente
Das Tauernkraftwerk wurde 1955 fertiggestellt und besteht aus der Oberstufe, der Hauptstufe und dem Kraftwerk Klammsee. Es wurde nach seiner Fertigstellung 10 Jahre nach dem Krieg zu einem Sinnbild für den Wiederaufbau Österreichs.
Stausee und Staumauer Kaprun; 1956.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Kraftwerk Kaprun gehört zu den größten Wasserkraftwerken in Europa. Es besteht aus drei riesigen Stauseen mit mehr als 100 Meter hohen Staumauern. In den Hochgebirgsstauseen wird größtenteils das Schmelzwasser des Großglockner Pasterzengletscher gesammelt und mit Hilfe der Wasserkraft zu Strom umgewandelt.
Kraftwerk Kaprun; Hauptstufenwerk (Krafthaus Kaprun): Generatorenhalle; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Kraftwerk Kaprun umfasst eine Gruppe von Wasserkraftwerken in der Gemeinde Kaprun (Hohen Tauern, Kapruner Tal) im Bundesland Salzburg in Österreich. Errichtet wurde das Kraftwerk Kaprun von der ehemaligen Tauernkraftwerke AG, seit 1999 gehört es zur Verbund Hydro Power AG, dem Tochterunternehmen für Wasserkrafterzeugung der Verbund AG.
Kraftwerk Kaprun, Maschinenhaus.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Ing. Günter Tuder
Das Elektrizitätswerk Kaprun ist ein Speicherkraftwerk mit der Möglichkeit des Pumpbetriebes und erzeugt elektrischen Strom zur Abdeckung der Spitzenlast. Die Elektrizitätswerke werden von der Zentralwarte in Kaprun überwacht und fernbedient.
Oberstufe (Kraftwerk Limberg & Limberg II).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Ewald Gabardi
Die elektrische Energie wird über zwei 220-kV-Leitungen zum Umspannwerk Tauern geleitet, wo die Einspeisung in das überregionale Hochspannungsnetz erfolgt.
Die Kraftwerksgruppe besteht aus folgenden Staustufen:
Oberstufe (Kraftwerk Limberg & Limberg II)
mit: Stausee Margaritze, Stausee Mooserboden
Hauptstufe mit: Stausee Wasserfallboden
Kraftwerk Klammsee mit: Stausee Klammsee
Sie verfügt derzeit über eine installierte Leistung von 833 MW zur Stromerzeugung und 610 MW für den Pumpbetrieb. Das Regelarbeitsvermögen von Limberg und Hauptstufe beträgt zusammen jährlich 742 Millionen kWh (einschließlich Pumpwälzbetrieb).
Hauptstufenwerk Krafthaus Kaprun:
Hochspannungsleitung von der Stromverteileranlage weg; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Wasser, das in den Kraftwerken zur Stromerzeugung genutzt wird, ist großteils Schmelzwasser des Pasterzengletschers des Großglockners, des höchsten Berges Österreichs. Dieses Wasser wird im Stausee Margaritze gesammelt und durch den 11,6 km langen Möll-Überleitungsstollen in den Speicher Mooserboden, abhängig von dessen Wasserspiegel, geleitet oder gepumpt.
Limbergsperre: Ingenieur prüft ein Abflußventil am Fuß des Dammes; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Es durchtunnelt damit die Wasserscheide des Alpenhauptkamms zwischen Drau/Mur und Salzach/Inn. Nach der Nutzung in der Oberstufe wird das Wasser im Stausee Wasserfallboden gespeichert und nochmals in der Hauptstufe genutzt.
Kraftwerk Kaprun; Hauptstufenwerk (Krafthaus Kaprun) nach Abschluss eines Teils  der
Bauarbeiten. Übersicht mit Werk und Hochspannungsanlage gegen den Lechnerberg; 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Durch die nördlich und südlich des Alpenhauptkamms liegenden Einzugsgebiete können Niederschlagsereignisse verschiedener klimatischer Zonen erfasst und genutzt – und auch für den Hochwasserschutz reguliert – werden. Im Jahr 2011 wurde das Pumpspeicherkraftwerk Limberg II in Betrieb genommen. Dadurch erhöhte sich die installierte Turbinen- und Pumpleistung der Kraftwerksgruppe um 480 MW.
Der Stausee Margaritze.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Divbyzero
Der Stausee Margaritze liegt an der Pasterze (am Großglockner), in den Hohen Tauern in Kärnten, und ist Teil der Speicherkraftwerke Kaprun. Der Stausee, wie auch der Überleitungsstollen Möll wurden im Sommer 1953 fertiggestellt. Zwei Talsperren, die Möllsperre (93 m Höhe) und die Margaritzensperre (39 m) bilden einen Stausee, er ist etwa 200 m lang, und 800 m breit, mit 3,2 Mio. m³ Nutzinhalt. Er dient als Wochenspeicher und sammelt das Schmelzwasser des Pasterzengletschers, der natürlicherweise über die Möll in die Drau entwässert.
Kraftwerk Kaprun - Margaritzenspeicher; Feier anlässlich der Fertigstellung von
Möll- und Margaritzendamm. Teilnehmer auf Platz vor dem Margaritzendamm; 1952.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Stauziel liegt auf einer Seehöhe von 2.036 m, das Absenkziel auf 1.980 m. Bei Absenkung von Stauziel auf Absenkziel schüttet der Margaritzenspeicher 3,2 Mio. m³ Wasser, und trägt so 8,3 GWh zur Stromerzeugung bei, bei einem Jahresarbeitsvermögen von 152 GWh. Das Wasser wird durch den 11,6 km langen Möllüberleitungsstollen in den Speicher Mooserboden im Kapruner Tal, abhängig von dessen Wasserspiegel, geleitet oder gepumpt.
Der Stausee Mooserboden oberhalb der Gemeinde Kaprun in den Hohen Tauern.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Leo-setä
Der Stausee Mooserboden liegt oberhalb der Gemeinde Kaprun in den Hohen Tauern im Bundesland Salzburg in Österreich. Der Stausee ist ein Jahresspeicher mit einer Oberfläche von 1,6 km² und einem Nutzinhalt von max. 84,9 Mio. m³.
Die Staumauer des Mooserbodens oberhalb der Gemeinde Kaprun in den Hohen Tauern.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Wasser wird aus einem Einzugsgebiet von 99,3 km² gesammelt, wobei der Großteil davon Schmelzwasser des Pasterzengletschers des Großglockners ist.
Stausee Mooserboden 2016.
 Quelle: Wikimedia Commons
(CC-BY-SA 3.0) Schlipstraeger
Stausee Mooserboden 1968.
Quelle: Wikimedia Commons
(CC-BY-SA 3.0) Nikater
Dieses Schmelzwasser wird im Stausee Margaritze in Kärnten gesammelt und durch den 11,5 km langen Möll-Überleitungsstollen in den Speicher Mooserboden geleitet.
Moserboden: Baggerarbeiten auf der Talsohle für den zukünftigen Stausee des
Kraftwerks Kaprun. Übersicht von Nordwesten gegen Klockerin und Riffl; 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In der Oberstufe des Kraftwerks Kaprun wird das Wasser zur Erzeugung von elektrischem Strom verwendet. Das Stauziel liegt auf einer Seehöhe von 2036 m ü. A., das Absenkziel auf 1960 m ü. A. Der Stausee entstand durch den Bau der beiden Talsperren Moosersperre und Drossensperre von 1947 bis 1955. Zwischen den beiden Sperren liegt der Felsen Höhenburg (2108 m ü. A.).
Blick von der Moosersperre auf Speicher Wasserfallboden mit Limbergsperre.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Simon Strohofer
Der Stausee Wasserfallboden liegt südlich der Gemeinde Kaprun in den Hohen Tauern im Bundesland Salzburg in Österreich. Der Stausee ist ein Jahresspeicher mit einer Oberfläche von 1,5 km² und einem Nutzinhalt von max. 81,2 Mio m³.
Der Limberg-Staudamm für das Kraftwerk Kaprun.
Blick von Osten über die Dammkrone gegen Westen; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Den talseitigen Abschluss bildet die Talsperre Limberg, die eine Höhe von 120 m und eine Kronenlänge von 357 m aufweist. Erbaut wurde die Gewölbestaumauer von 1938 bis 1951. Der Stausee Wasserfallboden fungiert als Unterbecken der beiden Oberstufen Limberg I und Limberg II des Kraftwerks Kaprun. Das Stauziel liegt auf einer Seehöhe von 1672 m ü. A.
Der Klammsee.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Tiesse
Der Klammsee ist ein Stausee und liegt auf dem Gemeindegebiet von Kaprun im Bundesland Salzburg in Österreich. Der Klammsee ist ein Tagesspeicher mit einem Volumen von 200.000 m³ und Teil des Kraftwerks Kaprun.
Die Staumauer Bürgsperre mit einer Höhe von 19 m staut die Kapruner Ache und sammelt Wasser des Kapruner Tales, das nicht in der Hauptstufe des Kraftwerks erfasst wird. Die Inbetriebnahme erfolgte 1947.
Historische AV-Karte Fuscher Kamm, 1891. Die Hochalm Moserboden mit Almhüttengruppe,
und mächtige Vergletscherung der ganzen Glocknergruppe; 1891.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Schlesinger
Idee und erste Konzepte zum Projekt Kaprun-Großglockner entstanden 1928 bei der Firma AEG in Berlin unter dem Titel Tauernkraftwerk oder „Zentralisationsprojekt“. Aufgrund technischer und finanzieller Schwierigkeiten zu Beginn der Weltwirtschaftskrise wurde die Idee Anfang der 1930er Jahre zunächst verworfen und erst 1938 von den Nationalsozialisten wieder aufgegriffen.
Ausblick bei Kaprun, Salzburg; Blick über Berge. Im Vordergrund Holzhütte; 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die von ihnen 1938 gegründete VIAG-Tochter Alpen-Elektrowerke wurde mit der Ausführung beauftragt. 1938 ordnete Hermann Göring den Bau des Kraftwerks an. Das Gelände wurde vermessen und die eigentliche Arbeit begann 1938/39. Da man noch keine vergleichbaren Projekte als Vorlage hatte und die Erfahrungswerte sehr gering waren, gestaltete sich die Planung schwierig.
Baubeginn in Kaprun Weltbild ;Hermann Göring beim Spatenstich zum Kraftwerk
im Kapruner Tal. Hinter ihm zahlreiche NS-Funktionäre; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach dem für umfangreiche Propagandazwecke durchgeführten Spatenstich begann mit der Begehung und Vermessung des Geländes 1938/39 die eigentliche Arbeit. Aufgrund des Mangels an Erfahrungswerten waren zahlreiche Entnahmen und Analysen von Gesteinsproben für die Planung notwendig. Zur Erschließung der künftigen Baustelle in schwierigem Gelände wurden Zufahrtswege und kleinere Brücken errichtet. Zudem wurden Baracken für Ingenieure und Arbeiter aufgestellt und einige Verankerungen für Materialseilbahnen betoniert.
Diese Gedenktafel wurde im Jahr 2003 auf dem als Heidnische Kirche benannten
Ehrenmal des Bildhauers Josef Magnus am Mooserboden in Kaprun angebracht.
Sie erinnert an über 120 Zwangsarbeiter, die beim Bau der Kraftwerksgruppe Kaprun
zwischen 1940 und 1945 ums Leben gekommen sind.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Neunherz Alexander
Obwohl unter dem nationalsozialistischen Regime kein einziges Fundament gelegt und hauptsächlich im Sommer gearbeitet wurde, gab es unter den für hochalpine Bedingungen unzureichend ausgerüsteten und schlecht ernährten Zwangsarbeitern zahlreiche Verletzte und auch Tote. Trotz aller Hindernisse wurde 1944 das Kraftwerk in Betrieb genommen. Auch wenn die Staumauer nur 10 Meter hoch war und das Kraftwerk nur eine geringe Leistung erbrachte. Bis 1945 sind von bis zu 83 verunglückten Arbeitern 56 Todesfälle dokumentiert (zwischen 1946 und 1951 kamen insgesamt 78 Arbeiter bei Unfällen oder Lawinenabgängen ums Leben).
Bauarbeiten in Kaprun; um 1948.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Baustelle Kaprun; 1949.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Von Anfang an litt das Projekt unter Mangel an Maschinen und geeigneten Ingenieuren. Die Bauarbeiten entwickelten sich schleppend. Bezeichnenderweise kam die Organisation Todt in Kaprun nicht zum Einsatz. Im Winter 1942/43 wurde das Projekt praktisch stillgelegt. Rüstungsminister Speer hatte neue Prioritäten gesetzt.
Mooserboden: Bauarbeiten für die Oberstufe des Kraftwerks Kaprun. Blick auf
Arbeiterlager 'Heidnische Kirche' in 2000 m Höhe. Im Hintergrund Limbergsperre; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Zwangsarbeiter wurden in der Rüstungsindustrie (z. B. Bau von unterirdischen Stollen für Munition-, Panzer- und Flugzeugbau) gebraucht, und die wenigen noch einsatzfähigen Geräte wurden von Kaprun abgezogen. Deshalb wurde mit dem Bau des Maschinenhauses und der Limbergsperre erst nach 1945 begonnen (Beginn der Betonierung der Limbergsperre: 8. September 1948).
Bau des Kraftwerks Kaprun; 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bau des Kraftwerks Kaprun; 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bau des Kraftwerks Kaprun; 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wegen der klimabedingten Kürze des vollen Arbeitseinsatzes und des Mangels an Baugerät sowie kompetentem Personal kann die Arbeit in der NS-Ära mit allerhöchstens fünf Prozent des Gesamtaufwandes der ersten Ausbaustufe bis 1955 geschätzt werden. Oft genannte (viel) höhere Schätzungen entbehren jeder Grundlage. Die von der Union-Baugesellschaft ausführlich fotografisch dokumentierte Baustelle zeigt deutlich erkennbar die Gesamtsituation 1948.
Bau des Kraftwerks Kaprun; 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bau des Kraftwerks Kaprun; 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bau des Kraftwerks Kaprun; 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wie damals üblich, erfolgte bei komplexen Projekten die Detailplanung schrittweise, zumal bei diesem Hochgebirgsprojekt keine entsprechenden Erfahrungen vorlagen. So fanden die österreichischen Verantwortlichen nach Kriegsende wenige Detailpläne vor. Deshalb war es nach 1945 ohne viel Aufwand möglich, das Konzept an mehreren Stellen zu ändern bzw. zu verbessern und den wesentlich großzügigeren finanziellen Nachkriegsmitteln anzupassen.
Drossensperre: Staumauer im Bauzustand Blick vom gegenüberliegenden Berghang auf
Baustelle und gegen die Betonfabrik auf der Höhenburg; 1953.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Drossensperre: Staumauer im Bauzustand Teilansicht mit Blick gegen Gletschermassiv; 1953.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Drossensperre: Staumauer im Bauzustand Teilansicht im Aufblick; 1953.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ab 1947 wurde das Projekt mit enormen Mitteln aus dem Marshallplan gefördert (1,43 Mrd. Schilling). Beim Bau des Oberstufenkraftwerks Mooserboden bremsten die US-Experten zunächst die Vergabe weiterer ERP-Kredite, weil sie die Wirtschaftlichkeit des Projekts anzweifelten.
Marshall-Plan; Wirtschaftsjournalisten aus 20 Ländern auf Informationsreise
durch Österreich. Delegation besichtigt die Großbaustelle für die Kraftwerksanlagen
von Kaprun. 4 verschiedene Aufnahmen; 1953.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Sie forderten stattdessen den Bau einer Hochspannungsleitung über den Arlberg, um die Energie der Vorarlberger Illwerke AG im eigenen Land zu nutzen. Für Österreich war Kaprun aber zu einer so wichtigen Prestigefrage geworden, dass die amerikanischen Partner umgestimmt werden konnten.
Mooserboden: Bauarbeiten für die Oberstufe des Kraftwerks Kaprun.
Einebnen des Bodens mit Schubraupe; 1951.
Legende:: "ERP-Maschinen tragen viel zur Beschleunigung der Arbeit bei"
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nachdem 1947 die Finanzierung gesichert worden war, wurde unverzüglich mit dem Bau begonnen, da schon früh der hohe Identität stiftende und propagandistische Wert für die Wiederaufbaudynamik der Zweiten Republik erkannt wurde. Unter den vorerst wenigen Baumaschinen bei der Ingangsetzung 1946/47 waren auch einige von den USA gestiftete, darunter einer der legendären „Erie-Bagger“. Am 23. September 1955 wurde das Kraftwerk mit einer Gleichenfeier in Betrieb genommen.
Eröffnung des Wasserkraftwerks Kaprun:
1. Reihe v.li: der Salzburger Landeshauptmann Josef Klaus, Theodor Körner, Karl Waldbrunner,
der kleine, untersetzte Mann rechts ist Hans Böhmer (einer der drei Erbauer von Kaprun)
2. Reihe: u.a. Ferdinand Wedenig (hinter Körner mit Spektiv), Franz Jonas.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In den 2010ern rückte Kaprun in die Debatte der Energiewende. Zum einen war es – von der Öffentlichkeit durch den minimalen Landschaftsverbrauch der neuen Kavernenanlage Limberg II weitgehend unbemerkt – zu einem der leistungsfähigsten Pumpspeichersysteme der Alpen umgerüstet worden. Diese spielen insbesondere im Management des stark schwankenden Wind- und Solarstroms eine wichtige Rolle.
Limbergsperre: Nahansicht des fertiggestellten Damms
vom Wasserfallboden aus vor Einleitung des Stausees; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zum anderen entbrannte aber die Debatte um die 360-KV-Ringleitung Österreichs und den Lückenschluss mit der Salzburgleitung durch das Salzachtal, die nicht zuletzt auch der besseren Anbindung Kapruns an das moderne europäische Hochspannungsnetz dienen soll.
Mythos Kaprun
Stausee Mooserboden bei Kaprun, Salzburg, Österreich; 2005.
Berge v.l.n.r.: Mittlerer Bärenkopf 3244 m, Schwarzköpfl 3124 m mit Schwarzköpflkees,
Schattseitköpfl 3172 m, Hohe Riffl 3338 m, dazwischen Karlingerkees,
Totenkopf (Torköpfl) 3151 m über dem Kapruner Törl.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Schaufi
Schon in der NS-Zeit propagandistisch unterstützt, entwickelte sich Kaprun in den Nachkriegsjahren, vielmehr aber noch nach seiner Eröffnung, zu einem Sinnbild des österreichischen Wiederaufbaus. Vor der Kulisse der Alpen konnte so der Sieg eines geeinten Volkes über einen scheinbar übermächtigen, naturgegebenen Gegner inszeniert werden.
Mooserboden: Bauarbeiten für die Oberstufe des Kraftwerks Kaprun.
Arbeiter beim Entfernen von Steinblöcken; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fertigstellung des Limberg-Staudamms, letzte Verputzarbeiten; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dadurch wurde Kaprun zum Gründungsmythos der wiedererstandenen Zweiten Republik Österreich, so wie die unweit gelegene Großglockner-Hochalpenstraße zum Konsolidierungsmythos der Ersten Republik in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise, der man als „Restösterreich“ ihre wirtschaftliche Überlebensfähigkeit angezweifelt hatte.
Limberg-Staudamm; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Limberg-Staudamm; 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In den 1970ern ist eine Transformation des Mythos festzustellen, die Technik (Staumauern und Krafthaus) tritt auf den Photographien immer weiter in den Hintergrund, die Aufmerksamkeit richtet sich fast ausschließlich auf die Berg- und Seenlandschaft.
Möllstollen-Durchbruch,
 Bergarbeiter freuen sich; 1954.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zwei Bauabeiter mit  Preßluft-
hammer auf der Baustelle; 1954.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Sieg des Menschen über die Natur schien nicht mehr erstrebenswert, zu der Zeit beginnt mit der Besetzung der Hainburger Au die Umweltbewegung in Österreich. Die Kraftwerksanlagen können aber nach wie vor ihre Wirkung entfalten, und bilden heute – zusammen mit dem Nationalpark Hohe Tauern – im Tourismusmarketing der Region Zell am See/Pinzgau einen wichtigen Bestandteil im Spannungsfeld der menschlichen Erschließung und naturräumlichen Erhaltung des hochalpinen Raumes.
Baustelle Kaprun; 1949.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Moserboden u. Drossensperre 1956.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bau der Staumauer; 1954.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bau der Staumauer; 1954.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Leiden der jüdischen Zwangsarbeiter und das Verdrängen dieser Geschichte im Nachkriegsösterreich wurden 2003 Thema des Theaterstücks Das Werk von Elfriede Jelinek. Durch die in dieser Zeit öffentlicher geführte Debatte um Österreichs Mitbeteiligung in den Kriegsgräueln wurde das Kaprunertal vermehrt zu einer „Gedächtnislandschaft“, die die Gesamtheit der Kernthemen der jüngeren österreichischen Geschichte dokumentiert.
Sepp Forcher, der als junger Mann Hilfsarbeiter auf der Baustelle war, widersprach 2016 der Legende der aufopfernden Kameradschaft am Bau:
„Jeder Hilfsarbeiter hatte seinen Arbeiter, dieser hatte seinen Vorarbeiter, dieser seinen Meister, und der Meister hatte seinen Ingenieur. Das war streng hierarchisch.“
Und von gemeinschaftlichem Kampf, so Forcher, konnte erst recht keine Rede sein:
„Es ging uns nur um die Arbeit.“
Blick von der Höhenburg auf den Mooserboden-Stausee.
© Verbund - www.verbund.com
Mit Transfer-Bussen und dem Lärchwand-Schrägaufzug, dem größten offenen Schrägaufzug Europas, gelangen Sie bequem in 2.040 m Höhe zum Stausee Mooserboden. Unterwegs gibt es die Möglichkeit auch bei der Fürthermoar Alm zu halten. Eine urige, privat geführte Alm, die mit so manchen heimischen Köstlichkeiten aufwartet. Für einen Ausflug zu den Kaprun Hochgebirgsstauseen empfehlen wir eine Aufenthaltsdauer von rund vier Stunden. Die Transfer-Busse fahren je nach Personenaufkommen um Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten.
Europas größter offener Schrägaufzug in Aktion.
© Verbund - www.verbund.com
Der Lärchwand Schrägaufzug vereint gleich zwei Superlativen (größter offener Schrägaufzug Europas und größte Spurbreite eines personenbefördernden Schienenfahrzeuges der Welt) in sich. Bis zu 185 Personen finden am runderneuerten Schrägaufzug, der trotzdem seinen Charme behalten hat, Platz. Somit bietet VERBUND an den Kaprun Hochgebirgsstauseen ein zusätzliches touristisches Highlight das die Mischung von Natur und Technik widerspiegelt. Der Lärchwand-Schrägaufzug führt oberhalb des Kesselfall-Alpenhauses zum Stausee Wasserfallboden. Der Schrägaufzug überwindet dabei 431 Höhenmeter auf einer Länge von 820 Metern. Jedes Jahr besuchen über 100.000 Gäste die Hochgebirgsstauseen.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Kraftwerk_Kaprun" der
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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