Der Lainzer Tiergarten
Erholungsgebiet am Rande von Wien
Hermesstraße, 1130 Wien
Lainzer Tiergarten © Erhard Gaube - www.gaube.at
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Der Lainzer Tiergarten ist ein öffentlich zugängliches Naturschutzgebiet in Wien, das von der Magistratsabteilung 49 - Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien verwaltet und betreut wird. Er ist ein Tiergarten im Sinne eines weitläufigen Waldgebietes mit reichem, innerhalb des Gartens frei lebendem Wildbestand. Als dieses Schutzgebiet ist es auch Bestandteil des Biosphärenparks Wienerwald.
Lainzer Tiergarten © Erhard Gaube - www.gaube.at
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Der Lainzer Tiergarten, benannt nach dem östlich anrainenden Ort Lainz, befindet sich größtenteils wie dieser in Hietzing, dem 13. Gemeindebezirk im Westen Wiens, in der Katastralgemeinde Auhof. (Ein kleiner Teil im Südwesten des Tiergartens befindet sich in Niederösterreich bei Laab im Walde.) Das ummauerte Areal fällt nördlich zum Wiental mit dem Auhof und der Westautobahn ab, grenzt nördlich und östlich an städtisches Siedlungsgebiet sowie westlich und südlich an Wald in Niederösterreich und Wien, südlich auch an das Liesingbachtal.
Lainzer Tiergarten © Erhard Gaube - www.gaube.at
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Mit den angrenzenden Wäldern zählt der Tiergarten zum nördlichen Teil des Wienerwaldes. Er liegt am Ostrand der Alpen, an dem im Miozän eine Meeresküste lag. Dort wurden auch Hinweise auf die Tätigkeit eines kleinen Vulkans gefunden, die wissenschaftlich publiziert wurden. Vulkanische Gesteine (Pikrite, Tuffe) wurden mehrfach gefunden.
Lainzer Tiergarten © Erhard Gaube - www.gaube.at
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An den Gesteinen wurden Bohrlöcher von Meermuscheln beobachtet. Die ersten Besiedlungen auf dem Areal des Lainzer Tiergarten gehen auf die Römerzeit zurück. Im Zuge von archäologischen Ausgrabungen wurden Keramikbruchstücke, die auf das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert wurden, gefunden. Weitere Funde wurden dem späten 11. bis 13. Jahrhundert zugeordnet. Der Wienerwald wurde schon im 11. Jahrhundert von den Babenbergern als Jagdgebiet genutzt.
Lainzer Tiergarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Lainzer Tor, Torwärterhaus.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / darkweasel94
Kaiser Ferdinand I. kaufte den Auhof mit angrenzenden Waldungen, ließ 1561 um das Gebiet einen Holzzaun bauen und machte es zum kaiserlichen Jagdrevier (das es bis 1918 blieb). Der ursprüngliche Zaun umschloss dabei nur einen kleinen Bereich des heutigen Areals und erforderte immer wieder intensive Reparaturmaßnahmen. Gründe für den Zaunbau waren die durch die unmittelbare räumliche Nähe zu besiedeltem Gebiet auftretenden Probleme des Verbisses, des Wildwechsels und der Nahrungssuche auf Äckern und Wiesen sowie die massiven Flurschäden auf den Agrarflächen der Umgebung.
Bild: © Lainzer Tiergarten
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zudem waren auch der Schutz der Weingärten und die Trennung der Interessenssphären der Jagd und der Agrar- und Weinwirtschaft ein Anliegen. Zur Zeit Kaiser Karls VI. beschreibt eine zeitgenössische Publikation den Tiergarten als „vornehmsten Wildpark Europas“. Das Jagdgebiet im Wienerwald wies schon im 18. Jahrhundert eine gemessen an der natürlichen Population überdurchschnittlich hohe Wilddichte auf. Unter Kaiser Joseph II. wurde endlich anstelle des Holzzauns eine Mauer geplant, welche ein viel größeres Gebiet umfassen sollte. Mit der Errichtung der 24,2 km langen Steinmauer wurde Baumeister Philipp Schlucker beauftragt.
Lainzer Tiergarten © Erhard Gaube - www.gaube.at
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  1882–1886 ließ Franz Joseph I. im stadtnäheren, östlichen Teil des Tiergartens die Hermesvilla als Refugium für Kaiserin Elisabeth errichten. Der zur damaligen Zeit, auch auf Grund von Franz Josephs geringer gewordener Jagdlust, weniger zum eigentlichen Zweck verwendete Tiergarten wurde so erstmals anders genutzt. Der Hermesvillapark ist ein bis heute bestehendes, völlig vom Menschen bepflanztes, planiertes und gepflegtes Areal, das sich in der botanischen wie zoologischen Ausstattung stark von der Umgebung unterscheidet. Die Nutzungskonflikte nach diesem Eingriff in ein nahezu unbebautes Gebiet blieben nicht aus.
Bild: © MA 49 - Pieper
Bild: © MA 49 - Pieper
Nach dem Zerfall der Monarchie am Ende des Ersten Weltkriegs, 1918, und damit dem Ende des kaiserlichen Jagdreviers kam es im Tiergarten zu Wilderei und Holzakquisitionen, gegen die die verbliebenen Jäger und Förster vorgingen, allerdings ohne merklichen Erfolg. Auf Grund des Fehlens der Kohlelieferungen aus dem Ausland war das Sammeln von „Klaubholz“ eingeschränkt gestattet worden. Das illegale Holzsammeln und -fällen musste mittels Gewalteinsatz der Jagd- und Forstbeamten eingedämmt werden.
Lainzer Tiergarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Penzinger Wiese im Lainzer Tiergarten.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / darkweasel94
Großes Aufsehen erregte der Mord, der am 17. Juli 1928 im Saulackenmais an der Lebedame Katharina Fellner verübt wurde und als "Mord im Lainzer Tiergarten" in die Wiener Kriminalgeschichte einging. 1954 wurde NS-Groß-Wien auf das heutige Stadtgebiet reduziert. Liesing war nun der 23. Bezirk. 1956 wurde der Lainzer Tiergarten aus dem 23. Bezirk aus- und in den 13. Bezirk, Hietzing, eingegliedert, dem er bis heute angehört.
Lainzer Tiergarten © Erhard Gaube - www.gaube.at
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Wie nach dem Ersten Weltkrieg wurden in der Nachkriegszeit andere Nutzungen diskutiert, jedoch nie verwirklicht. Eine derart große ungenutzte Fläche wurde von vielen als unnötiger Luxus angesehen, und es gab – wie schon zuvor – Bestrebungen, das Gebiet zu bebauen. Die Trasse der Westautobahn sollte nach ursprünglichen Plänen direkt durch den Tiergarten gelegt werden.
Lainzer Tiergarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Asphaltierte Straße bei der Großen Dorotheerwiese.
Blick von Westen auf die Große Dorotheerwiese im Lainzer Tiergarten.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Eknuf
Der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern dieser Trassenführung drohte zu eskalieren, schließlich kam es aber zu einem Kompromiss. Für den Bau wurden zwar Teile im Norden des Areals bei Weidlingau und Auhof abgetrennt, als Ersatz jedoch 1960 neue Flächen bei Laab im Walde eingliedert. Diese etwa 90 ha zwischen dem nun funktionslosen Alten Dianator und dem Laaber Tor befinden sich in Niederösterreich. Die Sensibilisierung der Bevölkerung in Naturschutzfragen führte, von Medien unterstützt, zu stärkerer Kritik an der Jagd, obwohl die Bejagung eines derartigen Ökosystems für dessen Bestand unabdingbar ist.
Lainzer Tiergarten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Lainzer Tiergarten, Wildschweine bei der Futterstelle. ;um 1890.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Die Gefahren für den Besucher durch unkontrolliertes Füttern der Wildschweine und der damit einhergehende Verlust der Scheu der Tiere waren hingegen kaum Thema. Die heutigen Nutzungsformen im Bereich des Tiergartens unterscheiden sich beträchtlich von jenen der Gründungszeit. Nach wie vor ist die Wilddichte im Lainzer Tiergarten hoch und übersteigt den natürlichen Bestand ca. um den Faktor 10, was intensive Pflege und Bejagung verlangt, um übermäßigen Verbiss an den Waldsäumen bzw. Kraut- und Strauchschicht zu verhindern.
Lainzer Tiergarten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Lainzer Tiergarten, Eingangsallee /Auhof mit Eberplastiken. ;1936.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zudem ist das Ansiedeln von Prädatoren aus Gründen der Sicherheit der Besucher und der beschränkten Größe des Gebietes unmöglich. Um Gäste des heute öffentlichen Parks vor möglichen Schädigungen durch die Jagd zu schützen, wird diese während der Schließzeiten im Winter durchgeführt. Die dabei bejagten Wildarten sind vor allem Schwarzwild, aber auch Rotwild und Rehwild. Neben diesen werden in eigenen Gehegen Damwild, Muffelwild und so genannte Heckrinder gehalten.
Lainzer Tiergarten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Lainzer Tiergarten, Sonntag am Hirschgstemm. ;1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In forstwirtschaftlicher Hinsicht steht vor allem die Erhaltung und Pflege des Bestandes im Vordergrund, einerseits um die Artendiversität zu erhalten und zu erweitern, andererseits um die Besucher vor möglichen Gefahren zu schützen. Das Forstamt der Stadt Wien (MA 49) ist dabei für alle einschlägigen Arbeiten verantwortlich. Der Park bietet, botanisch betrachtet, nicht ausschließlich ursprüngliche, in Mitteleuropa heimische Bepflanzung.
Lainzer Tiergarten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Lainzer Tiergarten - Golfplatz des 'International Country Clubs':
Damen beim Golfspiel. ;um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Park ist keine Urlandschaft, sondern eine weitgehend der Natur überlassene Kulturlandschaft. Die Durchforstung wird im Vergleich zum Nutzwald auf einem sehr geringen Niveau durchgeführt, abseits der Wege werden die forstwirtschaftlichen Arbeiten auf ein Minimum reduziert bzw. ganz eingestellt. Im Bereich des Johannser Kogels wurde der – möglicherweise nicht standortspezifische – alte Eichenbestand trotz Schädigung der Bäume nicht durchforstet und zum Naturdenkmal erklärt. Um den naturnahen Charakter des Parks zu fördern, wird die Benützung schwerer Forstmaschinen so gering wie möglich gehalten.
Lainzer Tiergarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Nikolaikapelle im Lainzer Tiergarten.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Wolfgang Glock
Auf kleinen Teilen des Gebietes wird Landwirtschaft betrieben. Von größerer Bedeutung ist jedoch die Bewirtschaftung der Wiesen. Diese werden einerseits als Lagerwiesen für die Erholungsnutzung und andererseits als Futterwiesen, die nicht betreten werden dürfen, ausgewiesen. Die Zufütterungen während der Wintermonate werden zum Großteil mit auf diesen Wiesen geerntetem Grünfutter durchgeführt. Grundsätzlich ist es den Besuchern nur auf dafür freigegebenen Arealen gestattet, die Wege zu verlassen. Hauptsächlich aber wird der Tiergarten heute als Naherholungsgebiet genutzt. Neben der Hermesvilla als Kultur- und Ausstellungszentrum ist das Areal vor allem für Wanderer und Läufer, Familien und Ausflügler interessant.
Lainzer Tiergarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Michael Kranewitter
Da der Park ein Naturschutzgebiet ist, ist es auf der anderen Seite unmöglich, die infrastrukturellen Maßnahmen soweit auszudehnen, dass der Lainzer Tiergarten zum voll erschlossenen Erholungs- und Vergnügungsgebiet umgewidmet würde, mit allen dazu nötigen Eingriffen. Das Verbot von Kraftfahrzeugen, Fahrrädern, Skateboards und Haustieren, die nur sehr geringen vorhandenen Parkmöglichkeiten, das Verbot von offenem Feuer sowie die eingeschränkte Benützung der Grünflächen sind sicherlich im Vergleich zu anderen Naherholungsgebieten wie dem Wiener Prater oder der Donauinsel eine freizeittechnische Einschränkung.
Lainzer Tiergarten © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Lainzer Tiergarten, Hermesvilla. Außenansicht. ;um 1900
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bis auf die Hermesvilla ist das Gebiet weitgehend unbebaut, die Straßen und Wege sind teilweise unasphaltiert, es stehen relativ wenige sanitäre Einrichtungen zur Verfügung. Diese Einschränkungen machen aber andererseits die spezifische Qualität des Parks aus.
Besucherzentrum Lainzer Tiergarten
Bild: © MA 49 Die Ausstellung und das interaktive Geländemodell im Besucherzentrum Lainzer Tiergarten beim Lainzer Tor bieten allen Besucherinnen und Besuchern fachkundige Informationen über das Naturschutzgebiet.
Im Souvenirshop erhalten Sie Plüschwildschweine, T-Shirts, Kappen, Ansichtskarten und andere Mitbringsel.
Das interaktive Geländemodell
Bild: © MA 49 Das interaktive Geländemodell des gesamten Naturschutzgebietes ist die Attraktion im Besucherzentrum. Die Besucherinnen und Besucher können am Modell alle Einrichtungen und Orte des Lainzer Tiergartens abfragen.
Leuchtdioden weisen den Weg zum gesuchten Bereich. Auf einem Großbildschirm werden zusätzliche Text- und Bildinformationen geboten.
Naturschutzgebiet Lainzer Tiergarten
Folgende Kriterien machen den Lainzer Tiergarten
zu einem schützenswerten Natur- und Landschaftsraum:
Große Artenvielfalt
Vorkommen zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten
Bestand lebenden Altholzes
Hoher Anteil an stehendem und liegendem Totholz
Erklärung zum Naturschutzgebiet

1941 wurde der Lainzer Tiergarten erstmals zum Naturschutzgebiet erklärt. Eine zeitgemäße Naturschutzverordnung der Wiener Landesregierung erfolgte 1998. Diese Verordnung sichert die Erhaltung des Lainzer Tiergartens in seiner heutigen Form.
Bild: © Lainzer Tiergarten Bild: © Lainzer Tiergarten
Bild: © Lainzer Tiergarten Bild: © Lainzer Tiergarten
Welt- und europaweite Schutzprogramme
Der gesamte Lainzer Tiergarten ist Natura 2000-Gebiet und damit Teil eines europaweiten Netzes besonders wertvoller Schutzgebiete. Gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union sind einige der Wälder im Lainzer Tiergarten prioritäre, europaweit schützenswerte Lebensräume:
Die Erlen-Eschen-Wälder an den größeren Bächen
Die Hangmischwälder
Der Labkraut-Hainbuchen-Wald
Der Lainzer Tiergarten als Teil des Biosphärenparks Wienerwald
Um den Wienerwald künftig noch besser zu schützen, beschlossen die Länder Wien und Niederösterreich im Jahr 2002, den Wienerwald zum Biosphärenpark zu erklären. Der Lainzer Tiergarten wird Teil des Biosphährenparks Wienerwald sein.
Lage und Größe
Der Lainzer Tiergarten liegt im Westen der Stadt Wien im östlichen Wienerwald. Die Gesamtfläche des Lainzer Tiergartens beträgt 2.450 Hektar. Davon sind 1.945 Hektar Waldfläche. Die Umfassungsmauer des Tiergartens ist zirka 22 Kilometer lang.
Geologie
Der Lainzer Tiergarten befindet sich geologisch betrachtet in der Flyschzone. Charakteristisch sind Sandsteine und Mergelgesteine, schwere, tonige Böden und zahlreiche Bäche und Gräben.
Klima
Der Lainzer Tiergarten liegt im Grenzgebiet des Pannonischen Klimas im Osten (charakteristisch sind hohe Sommertemperaturen und relativ geringer Niederschlag) und des Ozeanischen Klimas im Westen (mit geringen mittleren Jahrestemperaturen u. größeren Jahresniederschlagsmengen). Zwischen dem östlichen und dem westlichen Bereich des Lainzer Tiergartens gibt es wesentliche Temperaturunterschiede.
Temperaturmittel: Neun Grad Celsius
Mittlerer Jahresniederschlag: 750 Millimeter
Wälder des Lainzer Tiergartens
Charakteristisch sind die imposanten Eichen- und Buchenwälder. Im Lainzer Tiergarten stand nicht die Holznutzung im Vordergrund, sondern der Tierbestand und die Jagd. Daher ist der Waldbestand teilweise über 400 Jahre alt. Heute werden diese Wälder bewusst geschützt und gepflegt.
Lainzer Tiergarten © Erhard Gaube - www.gaube.at Lainzer Tiergarten © Erhard Gaube - www.gaube.at
Waldgesellschaften im Lainzer Tiergarten
Eichen-Hainbuchen-Wald (lichter Waldtyp)
Dieser Waldtyp kommt in tieferen Lagen vor.
Er besteht aus Eichen, Hainbuchen, seltenen Wildobstarten (Vogelkirsche, Elsbeere, Speierling) und Bodenpflanzen (Maiglöckchen, Leberblümchen). Die alten, oft hohlen Eichenbäume sind der Lebensraum vieler Tiere (Spechte, Meisen, Fledermäuse, Käfer).
Zerreichenwald (Besonderheit des Lainzer Tiergartens)
Die Zerreiche war früher sehr beliebt, da ihre großen Eicheln ein hervorragendes Wildfutter sind. Ein typischer Strauch dieser Wälder ist der Dirndlstrauch, der bereits ab März gelb blüht.
Bodensaurer Eichenwald
Bodensaure Wälder kommen auf nährstoff- und kalkarmem Gestein vor.
Der Boden ist mit auffallend viel Moos bedeckt. Es wachsen kaum Blütenpflanzen.
Die Eichen sind oft bizarr gewachsen und bleiben vergleichsweise klein.
Rotbuchenwald
In feuchteren und höheren Lagen des westlichen Tiergartens gibt es ein Rotbuchenwald-Vorkommen. Im Sommer bilden die Buchen ein sehr dichtes Blätterdach, das kaum Licht zu den unteren Vegetationsschichten durch lässt. Deshalb findet man hier kaum Sträucher und Bodenpflanzen.
Die dicke Schicht der abgefallenen Buchenblätter ist im Herbst und Winter der Lebensraum für Kleintiere.
Wiesen des Lainzer Tiergartens
Zahlreiche Wiesen des Wienerwaldes wurden trockengelegt oder mit Kunstdünger und Spritzmitteln behandelt. Im stadteigenen Wienerwald, und somit auch im Lainzer Tiergarten, wurde auf solche Eingriffe verzichtet. Daher blieben naturnahe Wiesen erhalten. Sumpfwiesen, Gräben und Tümpel sind wichtige Rückzugsgebiete für bedrohte Arten.
Bild: © Lainzer Tiergarten Bild: © Lainzer Tiergarten
Pflanzengesellschaften
Bunt blühende Trespen-Halbtrockenrasen
mit Himmelschlüsseln, Karthäuser-Nelken, Knabenkräutern und Margariten
Pfeifengras-Streuwiesen
mit Lungen-Enzian, Weiden-Alant, Tausendguldenkraut und Sumpfstendel
Kleine Heideflächen
oder Bürstlingsrasen mit hohem Naturschutzwert.
Lainzer Tiergarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Blick über die Hohenauer Wiese im Lainzer Tiergarten Richtung Maurer Wald.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Eknuf
Schutz und Pflege der Wiesen
Das Umwühlen von Wiesenteilen durch die Wildschweine hat offene und lockere Böden zur Folge. Hier leben einige im übrigen Wienerwald großteils ausgestorbene Pflanzen (Kleinling, Sumpf- Ruhrkraut, Sumpfquendel). Zum Schutz und der Pflege dieser Wiesen wurde ein detaillierter Pflegeplan erstellt. Er legt fest, wann und wie oft eine Wiese gemäht wird und wann ein Einsatz von Kompost erfolgt.
Seltene Tiere im Lainzer Tiergarten
Die mächtigen Baumriesen des Lainzer Tiergartens sind, ob lebend oder abgestorben, ob stehend oder schon modrig liegend, ein unersetzlicher Lebensraum für Tiere. Zum Teil handelt es sich um Arten, die sonst nicht mehr anzutreffen sind oder immer rarer werden.
Vögel
Die Vogelwelt ist besonders vielfältig. 94 Vogelarten leben im Lainzer Tiergarten. Neben den zahlreichen Greifvogelarten sind folgende "Raritäten" besonders hervorzuheben:
Weißrückenspecht, Zwergschnäpper und Halsbandschnäpper
Der Schwarzspecht legt seine Nisthöhlen vorwiegend in alten Buchen an.
Die Hohltaube und der Waldkauz besiedeln oft die ehemaligen Höhlen des Schwarzspechtes.
Bild: © Lainzer Tiergarten Bild: © Lainzer Tiergarten
Amphibien und Reptilien
Die zahlreichen Teiche, Tümpel, Gräben und Wiesen im Lainzer Tiergarten bieten 15 Amphibien- und Reptilienarten hervorragende Lebensräume. Hervorzuhebende Arten:
Gelbbauchunke
Grasfrosch
Feuersalamander
Europäischer Laubfrosch
Bild: © Lainzer Tiergarten Bild: © Lainzer Tiergarten
Insekten
Auf den naturnahen Wiesen und im Totholz der urigen Wälder leben unzählige Insektenarten. Im Lainzer Tiergarten leben insgesamt 39 verschiedene Heuschreckenarten und zahlreiche Schmetterlinge. Hervorzuhebende Arten:
Hirschkäfer
Seltene Bockkäfer wie der große Eichenbock (lebt nur auf mächtigen alten Eichen)
Kaisermantel (eine Schmetterlingsart)
Säugetiere
Unzählige kleine und große Säugetierarten leben in den Wäldern und Wiesen des Lainzer Tiergartens. Es konnten zum Beispiel insgesamt 13 Fledermausarten beobachtet werden. Für bereits ausgerottete und stark bedrohte Tierarten bietet der Lainzer Tiergarten einen unersetzlichen Lebensraum.
Fledermausarten: Wasserfledermaus, große Bartfledermaus und kleiner Abendsegler
Auerochse oder Ur: Die ursprünglich weit verbreitete Stammform unserer Hausrinder wurde bereits 1627 ausgerottet. Die Tiere im Lainzer Tiergarten wurden ab 1928 aus urtümlichen Rinderrassen rückgezüchtet. Sie leben jetzt im großen Gehege beim Hohenauer Teich (Lageplan).
Lainzer Tiergarten - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)

Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Wisent: Wisente sind Wildrinder, die über drei Meter lang und zwei Meter hoch werden können. Ihre Schädel tragen sie meist gesenkt. Die Hörner sind stark gebogen, mit nach innen gedrehter Spitze. Im Gehege beim Hohenauer Teich leben zwei junge Wisentkühe aus dem Tiergarten Schönbrunn.
Wildtiere im Lainzer Tiergarten
Der Lainzer Tiergarten ist einer der ältesten Tierparks Europas. Traditionsgemäß wird hier ein artenreicher Wildbestand gehalten. Der Wildtierpark Lainzer Tiergarten wird jährlich von mehr als 500.000 Personen besucht. Er ist der vielfältigste und außergewöhnlichste Teil des stadtnahen Wienerwaldes. Eine maßvolle Bewirtschaftung der Wälder ermöglicht eine ungeahnte Vielfalt an forstlichen, zoologischen und botanischen Raritäten. Die Bewirtschaftung wird mit angewandtem Naturschutz in Einklang gebracht
Wildschweine (Schwarzwild)
Wildschweine haben ein borstiges, dunkles, graubraunes Haarkleid. Die männlichen Tiere (Keiler) sind an den großen, gebogenen Eckzähnen zu erkennen. Die im Frühjahr geborenen Jungtiere (Frischlinge) sind durch ihre braun beige Längsstreifung hervorragend getarnt. Wildschweine, die Stammform aller Hausschweinrassen, sind Allesfresser und sehr gesellig.
Die weiblichen Tiere (Bachen) mit ihren Frischlingen können sehr aggressiv und gefährlich sein, wenn sie gestört werden.
Die Stückzahl beträgt 800 bis 1.000.
Bild: © Lainzer Tiergarten Bild: © Lainzer Tiergarten
Hirsche (Rotwild)
Das Fell der Rothirsche ist im Sommer rötlichbraun und im Winter graubraun. Das Fell der Jungtiere ist rotbraun und weiß getupft. Die männlichen Tiere tragen ein verzweigtes Stangengeweih, das jährlich im Spätwinter abgeworfen wird und wieder nachwächst. Rothirsche sind vorwiegend Waldbewohner. Sie ernähren sich von Gräsern, Kräutern, Baum- und Feldfrüchten.
Die Stückzahl beträgt 80 bis 100.
Bild: © Lainzer Tiergarten Bild: © Lainzer Tiergarten
Damhirsche (Damwild)
Damhirsche stammen aus Südeuropa und Kleinasien. Sie haben ein rot-, grau- oder schwarzbraunes Fell mit weißen Flecken. Die männlichen Tiere tragen ein schaufelartiges, lang gestrecktes Geweih. In ihrer Lebensweise und Ernährung gleichen sie weitgehend den Rothirschen. Die Stückzahl beträgt 200 bis 250.
Rehe
Das Fell der Rehe ist im Sommer rotbraun und im Winter graubraun. Die Jungen (Kitze) haben weiße Punkte. Rehe leben im Sommer einzeln oder in der Mutterfamilie, im Winter in Rudeln. Der natürliche Lebensraum der Rehe ist die aufgelockerte Landschaft mit Waldflecken, Wiesen, Feldern und Gebüschen.
Die genaue Anzahl ist nicht feststellbar.
Bild: © Lainzer Tiergarten Bild: © Lainzer Tiergarten
Mufflons (Wildschafe)
Mufflons haben ein rotbraunes, glattes Fell. Die Männchen erkennt man am weißen Sattelfleck und den dicken, stark gekrümmten Hörnern (Schnecken). Weibchen und Jungtiere leben in Rudeln. Mufflons sind die wild lebende Form aller Hausschafe. Sie waren in Mitteleuropa ausgestorben und wurden aus den Rückzugsgebieten in Sardinien und Korsika wieder eingebürgert. Die Stückzahl beträgt zirka 700.
Website Screenshot 2017: http://www.lainzer-tiergarten.at/
Tiergarten Lainz
Erholungsgebiet am Rande von Wien
Hermesstraße, 1130 Wien
Telefon: +43 (0)1 4000-49200
Eingänge:
Lainzer Tor: Hermesstraße, 1130 Wien
(GPS: 48.166893,16.257109)
Gütenbachtor: Gütenbachstraße, 1230 Wien
(GPS: 48.153192,16.222461)
Nikolaitor: Nikolausgasse, 1130 Wien
(GPS: 48.198356,16.253098)
Laaber Tor: Tiergartenstraße, 2381 Laab im Walde
(GPS: 48.166139,16.193850)
www.lainzer-tiergarten.at
 
 
 
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2000 Jahre Wiener Geschichte lebendig gemacht
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Telefon: +43 (0)1 5321514
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Johann Strauss
Wohnung
W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
E-Mail: office@wienmuseum.at 
www.wienmuseum.at
 
 
 
 
 
 
Prater Wien
Der Wellenbrecher oder umgangssprachlich einfach „Scherm“ genannte Kettenflieger begeistert seit Jahrzehnten die Praterbesucher und weckt mit Sicherheit zahlreiche Kindheitserinnerungen. In luftigen Höhen lässt sich hier schon im Eingangsbereich des Wurstelpraters ein erster Überblick über das Areal gewinnen.
Pratercard
Mit der Pratercard wird die Tradition der bargeldlosen Bezahlung bei den Praterattraktionen zeitgerecht weiter geführt, die vor Jahren mit dem „Calafati Schilling“ ihren Anfang nahm. Die Pratercard eignet sich hervorragend als Geschenk zu jedem Anlass, oder für Ihren nächsten Firmen-Betriebsausflug in den Wiener Prater.
Wiener Riesenrad
Das Wiener Riesenrad im Prater im Gemeindebezirk Leopoldstadt ist eine Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen Wiens. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war zur damaligen Zeit eines der größten Riesenräder der Welt.
Handelskai 265, 1020 Wien
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Citybike Wien
Das Citybike Wien ist ein großflächig angelegtes Fahrradverleihsystem in Wien, das vom Werbeunternehmen Gewista betrieben wird. Citybike ist eine Ergänzung zu öffentlichen Verkehrsmitteln und ist nicht für die Nutzung über einen längeren Zeitraum gedacht.
Die Benutzung des Rades ist für die erste Stunde gratis. Die zweite Stunde kostet 1 Euro, die dritte 2 Euro, ab der vierten Stunde kostet es vier Euro.
Möchten Sie Ihre Bankomat-/Kreditkarte nicht nutzen, oder mehrere Karten erhalten, mit denen Sie Citybike Wien nutzen können, sind Sie bei der Citybike Card richtig, Voraussetzung dafür ist lediglich ein österreichisches Bankkonto. Sie können sich online für eine Citybike Card anmelden.
www.citybikewien.at
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
© design by gaube 2016
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