Die Seeschlacht von Lissa
Die Schlacht von Lissa war das erste Seegefecht
der europäischen Geschichte, in dem Panzerschiffe eingesetzt wurden
20. Juli 1866
Die Seeschlacht bei Lissa.
Monumentalgemälde von Alexander Kircher (Heeresgeschichtliches Museum, Wien)
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Im Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieg gewann der österreichische Admiral Wilhelm von Tegetthoff am 20. Juli 1866 durch Anwendung der Rammtaktik die Seeschlacht von Lissa bei der heute Vis genannten Insel gegen die überlegene italienische Flotte unter Admiral Carlo Pellione di Persano.
Vizeadmiral Wilhelm von Tegetthoff im linken Bild
und rechts Admiral Carlo Pellione di Persano.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Vermutlich handelte es sich um die letzte durch Anwendung dieser Taktik gewonnene größere Seeschlacht. Dies war die erste Seeschlacht, in der in größerem Umfang Panzerschiffe eingesetzt wurden. Trotz einiger Siege über Italien verlor Österreich aber den Krieg vor allem an der zweiten Front gegen das mit Italien verbündete Preußen (Schlacht von Königgrätz) und musste im Frieden von Wien Venetien an Italien abtreten.
Der Hafen von Vis auf der Insel Vis (Lissa) um 1911.
Quelle: www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/ansichtskarten/kroatien/vis-lissa
Vis [ˈʋiːs] (italienisch und deutsch Lissa; lateinisch Issa; griechisch Issa) ist eine kroatische Insel, gehört politisch und geographisch zur Region Split-Dalmatien in der mittleren Ost-Adria. Vis ist 90,3 km² groß (Länge 17 km, Breite bis 8 km) und eher hügelig als bergig, die höchste Erhebung, der Berg Hum, erreicht 587 Meter. Vis liegt rund 60 km vom Festland entfernt und hat ca. 3500 Einwohner. Die größten Ortschaften sind Vis und Komiža. Gemeinsam mit ihrer kleineren Nebeninsel Biševo ist sie die am weitesten von der Küste des dalmatinischen Festlands entfernt liegende bewohnte Insel. Ein rund 18 km breiter Meeresarm trennt sie von Hvar, der nächsten Insel im Osten.
Vorgeschichte
Im Juni 1866 brach der Krieg zwischen Preußen und Österreich aus. Italien, mit Preußen alliiert, erklärte Österreich den Krieg und sandte Truppen in die Lombardei. Obwohl die italienische Armee den Österreichern zahlenmäßig überlegen war, wurde sie am 24. Juni besiegt und zum Rückzug gezwungen.
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Das italienische Turmpanzerschiff RN Affondatore
Die Preußen retteten die Situation, indem sie die Österreicher in der Schlacht von Königgrätz (heute: Hradec Králové) am 3. Juli schlugen. Die Niederlage in Königgrätz und die Information, dass die Österreicher über einen Waffenstillstand verhandelten, zwang die italienische Marine zum Zug. Die Italiener wollten die österreichischen Gebiete an der Adria einnehmen. Diese Gebiete wollten die Italiener in den Friedensverhandlungen als Verhandlungsgegenstand nutzen. Der Kommandant der italienischen Flotte, Admiral Carlo Persano, kreuzte vom 9. bis zum 11. Juli auf der geografischen Breite von Lissa ohne den Feind aktiv anzugreifen. Persanos passives Verhalten wurde stark kritisiert und der Oberbefehlshaber der Marine befahl ihm, irgendeine Erfolg versprechende Aktion zu unternehmen. Folglich wurde beschlossen, die Insel Lissa (kroat. Vis), das so genannte „Gibraltar der Adria“, einzunehmen.
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Das italienische Panzerschiff RN Re d´Italia
Die Verteidigung von Lissa bestand aus 1.833 Soldaten, starken Festungen und Küstenbatterien (Wellington, Bentainks, Magnaremi und Nadpostranje) mit insgesamt 88 Kanonen. Weiter existierte eine Polizeistation auf dem Hügel Hum (585 Meter), mit einer Telegrafenverbindung zum Festland über die Insel Hvar. Die italienische Flotte verließ Ancona, den italienischen Flottenstützpunkt, am Nachmittag des 16. Juli und erreichte Lissa ohne einen detaillierten Operationsplan vorbereitet zu haben.
Italienischer Angriff auf Lissa
Der Hafen von Vis auf der Insel Vis (Lissa).
Quelle: www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/ansichtskarten/kroatien/vis-lissa
Persanos Flotte kreuzte am 17. Juli bei Lissa, aber zu weit entfernt um von den Verteidigern gesehen zu werden. Das einzige Schiff, das sehr nahe herankam, war das Aufklärungsschiff RN Messaggero, welches den Stabschef der Flotte an Bord hatte, um die Positionen der Küstenbatterien und Festungen aufzuklären. Am nächsten Tag näherte sich die ganze Flotte der Insel und startete den Angriff. Einige Panzerschiffe wurden zum Hafen von Hvar gesandt, um die Telegrafenverbindung Vis-Hvar-Split zu unterbrechen. Weitere Aufklärungsschiffe wurden nach Nord-Westen entsandt. Das Gros der Flotte griff Lissa um 10:30 Uhr an drei verschiedenen Positionen an. Das erste Geschwader von Panzerschiffen unter Kommandant Giovanni Vacca eröffnete das Feuer auf die österreichischen Batterien bei Komiža.
Die Re d'Italia im Bau.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das zweite Geschwader, unter dem Kommando von Persano selbst, attackierte den Hafen von Lissa, während das dritte Geschwader, bestehend aus hölzernen Fregatten unter Giovanni Battista Albini angewiesen war, die Batterien in Nadpostranje zu zerstören und Truppen in der Bucht von Rukvac anzulanden. Das erste Artillerieduell zeigte, dass die Küstenbatterien (speziell die in Komiža) zu hoch für die italienischen Kanonen lagen. Folglich zogen sich die italienischen Schiffe nach einigen Stunden nutzlosen Bombardements zurück und unterstützten das zweite Geschwader beim Angriff auf den Hafen von Lissa.
Seeschlacht von Lissa
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Am nächsten Tag (19. Juli) zog sich die gesamte Flotte vor dem Hafen von Lissa zusammen und griff geschlossen an. Die Italiener bekamen Unterstützung durch das moderne, turmbestückte Panzerschiff RN Affondatore und einige Truppentransporter. Diese Schiffe nahmen ebenfalls am Angriff auf den Hafen von Lissa teil. Obwohl vier Panzerschiffe in den Hafen eindringen konnten, wurde der Widerstand der Verteidiger nicht wesentlich geschwächt.
Beginn der Schlacht
Seeschlacht von Lissa
Quelle: http://www.deutsche-schutzgebiete.de
Am dritten Tag (20. Juli) war die Lage der Verteidiger von Lissa kritisch. Zwei Drittel der Kanonen waren am Vortag zerstört worden, und die Italiener bereiteten am frühen Morgen die Landung vor. In dem Moment, als die Panzerschiffe den entscheidenden Angriff auf den Hafen und die Batterien starteten und die Holzschiffe sich mit 2.200 Mann der Bucht von Rogacic zur Landung näherten, sichtete und identifizierte das Aufklärungsschiff RN Esploratore Schiffe, die sich aus nordwestlicher Richtung näherten. Als Persano diese Information erhielt, stoppte er die Landeoperation und steuerte dem Gegner entgegen.
Seeschlacht von Lissa
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Nach einigen telegrafischen Nachrichten von Lissa über die Präsenz und Aktivitäten der italienischen Flotte entschied der Kommandant der österreichischen Flotte, Konteradmiral Wilhelm Freiherr von Tegetthoff, seine Position in der Nordadria zu verlassen und den bedrängten Truppen bei Lissa zu Hilfe zu kommen. Er handelte schnell – die österreichische Flotte verließ den Liegeplatz Fažana um 13:00 Uhr und eilte nach Süden.
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Das österreichische Linienschiff SMS Kaiser nach der Schlacht
In der Nacht vor der Schlacht hielt Tegetthoff mit vollen Segeln Richtung Lissa. Ein Sturm vom Westen brachte Regen, Wind und heftigen Seegang, der das Segeln erschwerte, aber am Morgen ließ der Sturm zur Gänze nach. Gegen 09:00 Uhr tauchten die Hügel von Lissa aus dem Nebel auf, nur wenig später, nachdem sich die italienische Flotte im Meer nördlich von Lissa verteilt hatte.
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Das österreichische Flaggschiff, Panzerschiff Ferdinand Max
Die österreichische Flotte segelte in Dreiecksformation. Das erste Dreieck (in der Kommandantur von Admiral Tegetthoff) bestand aus sieben Panzerschiffen, das zweite (in der Kommandantur von Kapitän zur See Anton von Petz) 1.000 Meter hinter der ersten, bestand aus sechs Holzfregatten, geführt von dem Linienschiff SMS Kaiser und das dritte (in der Kommandantur von Fregattenkapitän Eberle), 1.000 Meter hinter der zweiten, bestand aus sieben Kanonenbooten. Dies war auch die Angriffsformation. Um 10:30 Uhr, als sich die beiden Flotten sehr nahe standen, befahl Tegethoff die Geschwindigkeit zu erhöhen und befahl: „Distanzschießen – den Feind rammen“.
Seeschlacht von Lissa
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die hölzernen Schiffe wurden angewiesen, die Panzerschiffe zu unterstützen. Angeblich sagte Persano, als er den Feind sah: «Ecco i pescatori!» („Hier kommen die Fischdampfer!“), dies ist aber nicht gesichert. Wegen der Landevorbereitungen und den Truppentransportern in See konnte er am Anfang der Schlacht nur zehn Panzerschiffe gegen Tegetthoff schicken.
Seeschlacht von Lissa
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Panzerschiff RN Formidabile, beschädigt während des Angriffes auf den Hafen von Lissa, segelte nach Ancona, Terribile fiel hinter Komitza zurück und die Holzschiffe luden die Landungstruppen, Boote und Ausrüstung. Als die Österreicher den Angriff starteten, segelte Persano mit drei Panzerschiffen in jedem Geschwader in Linienformation und entschied plötzlich, das Flaggschiff zu wechseln. Er verließ die RN Re d´Italia und betrat die RN Affondatore, welche außerhalb der Gefechtsformation stand. Durch diese Aktion stiftete er Verwirrung unter seinen Offizieren und zerriss die Gefechtsformation, indem er einen Leerraum zwischen der Vorhut und der Mitte der Formation schuf. Konteradmiral Tegetthoff bemerkte dies, und um 10:50 Uhr sprengte die österreichische Flotte die italienische Gefechtsformation.
Ausgangssituation der Schlacht von Lissa.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die österreichischen Panzerschiffe drehten nach rechts ab und griffen das Zentrum der feindlichen Formation an. Die Holzfregatten des zweiten Dreiecks, geführt vom Linienschiff Kaiser, griffen die Italiener von hinten an, während die Kanonenboote, nachdem sie von der italienischen Vorhut angegriffen wurden, von einigen italienischen Schiffen verfolgt nach Norden segelten. Die italienischen Holzfregatten, unter dem Kommando von Albini, nahmen nicht an der Schlacht teil.
Seeschlacht von Lissa.
Gemälde von F. Kollarz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Kampf war in mehrere kleinere Gefechte unterteilt. Der Hauptkampf war im Zentrum, wo Tegetthoff mit sieben Panzerschiffen gegen vier Italienische focht. Daraus folgend wurde ein Exempel für die richtige Verteilung der Einheiten geschaffen, welche ein entscheidender Teil der Schlacht war. Dichter, schwarzer (Kohle-)Nebel sorgte auf dem Schlachtfeld für Verwirrung und half Tegetthoff, seinen Plan zu realisieren. Das Artilleriefeuer wurde willkürlich auf die feindlichen Schiffe, welche aus dem Nebel herauskamen, eröffnet, zum Teil auf Entfernungen unter 50 Meter.
C. Frederik Sorenson: Seeschlacht von Lissa,
Heeresgeschichtliches Museum Wien
Die meisten Schiffe, speziell die österreichischen, versuchten, den Feind zu rammen. Tegetthoffs Flaggschiff SMS Ferdinand Max leitete diese Versuche. Obwohl unter einem unvorteilhaftem Winkel, rammte sie das Panzerschiff Palestro am Heck mit solcher Kraft, dass die italienischen Matrosen am Heck der Palestro gegen den Bug der Ferdinand Max geschleudert wurden. Nachdem Tegetthoff geschrien hatte: „Wer will die Flagge haben?“ rannte der kroatische Offiziersanwärter Nikola Karkovic zu der Flagge, nahm sie an sich und lief unter schwerstem Gewehrfeuer auf sein Schiff zurück. Die Fahne war die erste Trophäe in der Schlacht.
Mastfragment Linienschiff KAISER © Erhard Gaube - www.gaube.at
Mastfragment des ehemaligen Linienschiffs "Kaiser"
 im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Zur selben Zeit lag die Kaiser unter schwererm Feuer von hinten. Das italienische Flaggschiff, die Affondatore, nahm an diesen Angriffen teil. Die Kaiser vermied zweimal, von der Affondatore gerammt zu werden und feuerte eine Breitseite aus kurzer Entfernung auf die Affondatore. Obwohl die Kanonen der Kaiser schwächer als die des italienischen Gegner waren und die Panzerung nicht durchschlagen konnten, richteten zwei Dutzend Geschosse bei der Affondatore beträchtlichen Schaden an. Nach einem weiteren Duell mit einem anderen Panzerschiff musste sich die Kaiser mit zerstörten Aufbauten in den Hafen von Lissa zurückziehen.
Seeschlacht von Lissa
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Re d'Italia lag unter schwerem Feuer und die Palestro versuchte, ihr zu Hilfe zu eilen. Nachdem sie von der Ferdinand Max gerammt wurde, erlitt die Palestro zahlreiche Treffer. Feuer brach aus und sie zog sich zur gleichen Zeit wie die Kaiser vom Schlachtfeld zurück. Zwei andere italienische Schiffe nahmen die Palestro in Schlepp und die Besatzung wurde mit Booten von Bord gebracht. Kapitän Capellini stoppte die Räumung des Schiffes und blieb mit seiner Mannschaft freiwillig an Bord und kämpfte gegen das Feuer.
Der Untergang der Re d'Italia
Michael Sanderson, 'Lissa, 20 July 1866'
Währenddessen erreichte die Schlacht ihren Höhepunkt. Das Ruder der Re d'Italia war beschädigt und sie wurde zum Anhalten gezwungen. Konteradmiral Tegetthoff bemerkte dies, segelte um 11:30 Uhr mit voller Geschwindigkeit (11,5 Knoten) auf sie zu und rammte die Re d'Italia auf der Backbordseite. Das italienische Schiff sank in drei Minuten und nahm 381 Matrosen mit in die Tiefe.
Seeschlacht von Lissa
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Persanos ganze Aufmerksamkeit sank, er setzte ständig Flaggensignale wie: „Die Flotte soll den Feind jagen, freies manövrieren, freies segeln“, „Jedes Schiff, das nicht kämpft, ist nicht in seiner Position“, „Folgen Sie ihrem Kommandanten in Linienformation.“ Viele Kapitäne missachteten das Signal, weil sie nichts von Persanos Schiffwechsel wussten.
Seeschlacht von Lissa
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Gegen 12:15 Uhr war der intensivste Teil der Schlacht beendet. Die österreichischen Schiffe liefen in drei parallelen Linien nach Norden zum Hafen von Lissa. Die Italiener segelten in zwei Linien westlich der Österreicher. Einige sporadische Schüsse wurden noch bis 14:00 Uhr ausgetauscht, als man das Feuer komplett einstellte.
Das österreichische Flaggschiff, Panzerschiff Ferdinand Max.
Gemälde von Alex Kirchner.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Eine halbe Stunde später sank die Palestro durch explodierende Munition, welche durch das Feuer gezündet wurde. Nur 19 Mann von 250 überlebten. Keine der beiden Parteien versuchte den Kampf nachmittags weiterzuführen. In zahlenmäßiger Überlegenheit, aber demoralisiert und ohne Kohle und Munition verließen die Italiener bei Sonnenuntergang das Schlachtfeld und zogen sich nach Ancona zurück.
Ergebnis
Seeschlacht von Lissa
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Mehrere Panzerschiffe auf beiden Seiten wurden leicht beschädigt. Der Untergang der Affondatore in Ancona 3 Tage später wurde durch die Beschädigungen im Verlauf der Schlacht hervorgerufen. Die Schlacht von Lissa war das erste Seegefecht der europäischen Geschichte, in dem Panzerschiffe eingesetzt wurden und beeinflusste die Entwicklung der Marinetaktik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, allerdings wurde dabei der Rammtaktik zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.
Die italienische Fregatte Prinz Umberto bei der
Bergung von Überlebendenden der Re d'Italia
 Nur einige Schiffe waren speziell dafür ausgestattet und nur wenige der Rammversuche während der Schlacht hatten auch tatsächlich Erfolg. Mit der Entwicklung durchschlagskräftigerer Kanonen, die Schiffe schon versenken konnten, während sie sich dem Gegner zum Rammen näherten, erwies sich diese Taktik als unzeitgemäß. Fakt ist, dass die Italiener zahlreichere und bessere Schiffe als die Österreicher besaßen, dies aber in der Schlacht nicht zum Vorteil nutzen konnten. Die Italiener besaßen wenig Erfahrung und wurden schlecht geführt, was nicht nur in dieser Schlacht entscheidend war, sondern auch in den Gefechten des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Die Niederlage in der Schlacht um Lissa wurde von den Italienern als Tragödie angesehen. Admiral Persano wurde seines Amtes enthoben und aus dem Marinedienst entlassen. Tegetthoff hingegen wurde für Mut und Tapferkeit zum Vizeadmiral befördert.
Wilhelm von Tegetthoff © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Vizeadmiral Wilhelm von Tegetthoff
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die österreichische Flotte gewann den Kampf, weil die entscheidenden Befehle ohne Verzögerung gegeben wurden, der Schlachtplan hervorragend ausgearbeitet war, die Mannschaften tapfer und gut ausgebildet waren. Ein wesentlicher Teil des Erfolgs wurde durch die entschlossene Vorgehensweise von Konteradmiral Tegetthoff begründet. Es wurde oft gesagt, die Schlacht von Lissa sei ein Exempel dafür, dass eine Flotte von hölzernen Schiffen, geführt von einem eisernen Admiral mehr ausrichten kann, als eine Flotte von eisernen Schiffen mit einem hölzernen Admiral. Die österreichischen Matrosen hatten nicht nur Respekt vor Tegetthoff, sie schätzten ihn auch als Kommandanten.
Anton Romako: Admiral Tegetthoff in der Seeschlacht von Lissa, 1878-1880
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zudem ist interessant, dass unter den 7.871 Seeleuten mehr als 5.000 Kroaten waren. Sie waren im Zivilberuf meistens Matrosen, Fischer oder andere Küstenbewohner und im Umgang mit Schiffen und der See geübt. Ihr Beitrag zum Sieg war unbezahlbar. Einer der berühmtesten kroatischen Seeleute war Marko Florio, der Kapitän der Holzfregatte SMS Erzherzog Friedrich, welche im zweiten Geschwader fuhr. Die erbeutete Fahne der Palestro wurde in kleine Teile zerteilt und nach der Schlacht an unterschiedliche Personen ausgegeben. Ein Teil befand sich bis 1918 im Marinemuseum in Pula, bis die Italiener das Museum einnahmen. Die Nachfahren von Nikola Karkovic sollen noch immer im Besitz eines Stücks der Fahne sein, welches heutzutage unbezahlbar sein soll. Die Tradition der Schlacht von Lissa lebte noch lange fort in Seemannsgeschichten und Volksliedern entlang der Kroatischen Küste.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Österreichische_Marine" der
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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