Lokomotivfabrik Floridsdorf
Die einst bedeutendste Lokomotivfabrik Österreichs
vom Shopping Center Nord bis zu den Einkaufszentren an der Brünnerstraße
Quelle: www.tramwayforum.at/ - Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / TARS631
Lokomotivfabrik Floridsdorf, Wien (21. September 1980).
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Wiener Lokomotiv-Fabriks-AG (LOFAG bzw. WLF) war einst die bedeutendste Lokomotivfabrik Österreichs und zu einer herausragenden Entwicklungsstätte für Dampflokomotiven. Berühmte Baureihen wie die BR 310 von Karl Gölsdorf verließen hier die Werkshallen und halfen maßgeblich bei der Industrialisierung der K & K-Monarchie. Nach dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches war die WLF die einzige österreichische Lokomotivfabrik, die die Weltwirtschaftskrise überlebte. Hier arbeiteten täglich bis zu 8.800 Menschen und die stärkste Lok Europas wurde hier gebaut. So entstand in Floridsdorf ab 1928 noch die Baureihe 214, die wohl den Höhepunkt und zugleich das Ende der selbstständigen österreichischen Dampflokentwicklung darstellte. Mit dem Anschluss 1938 erfolgte die Umstellung der Produktion auf deutsche Loktypen, vor allem der Baureihen 44 und 50.
DRB Klasse 52 "Kriegslok" 2-10-0 Nr.52 8134 mit 2'2'T30 Tender - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Hugh Llewelyn
DRB Klasse 52 "Kriegslok" 2-10-0 Nr.52 8134 mit 2'2'T30 Tender.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Hugh Llewelyn
 In Floridsdorf trug man auch maßgeblich zur Entwicklung der sogenannten Kriegslokomotiven der Baureihen 52 und später 42 bei. Am 5. März 1945 verließ die letzte Kriegslokomotive das Werk. Bis dahin hatten 2.115 Dampflokomotiven und 57 Elektrolokomotiven die LOFAG verlassen. Alleine von der Kriegslokomotive BR 52 wurden 1.192 Stück in Floridsdorf hergestellt. 1969 schlossen die Werkstore für immer.
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Lokomotivfabrik Floridsdorf, eine der Hallen innen (21. September 1980).
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Die Anlagen verfielen jahrelang. Hier am Rande der Stadt holt sich die Natur alles wieder zurück. Das riesige Areal der Lokomotivfabrik reichte vom heutigen Shopping Center Nord bis zu den Einkaufszentren an der Brünnerstraße – Nordwestbahn (Haltestelle Brünnerstrasse, S Bahn bzw. der heutigen Autobahn A22). Die einstigen Fabrikshallen wurden komplett demoliert und neu überbaut.Ein paar Bilder der Ruinen vor dem Abbruch.
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Lokomotivfabrik Floridsdorf, eine weitere Halle innen (21. September 1980).
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Die Lokomotivfabrik Floridsdorf (als Abkürzungen sind Flor, WLF für Wiener Lokomotivfabrik Floridsdorf, sowie auch LOFAG für Lokomotivfabrik Floridsdorf AG gebräuchlich) wurde am 6. September 1869 gegründet und erarbeitete sich im Lauf ihres Bestandes dank ihrer konstruktiven Vielfalt und Qualität einen Spitzenplatz unter den europäischen Lokomotivfabriken.
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Lokomotivfabrik Floridsdorf (21. September 1980).
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Nach der Lokomotivfabrik der Staatseisenbahngesellschaft (StEG, Wien) und jenen von Georg Sigl (Wien und Wiener Neustadt) war die Floridsdorfer Lokomotivfabrik die dritte derartige Fabrik auf dem Gebiet der Donaumonarchie. Am 6. September 1869 wurde mit einer Hauptversammlung die “Wiener Lokomotiv-Fabriks-Actien-Gesellschaft bei Floridsdorf“ gegründet. Der Werkplan war bei dieser Versammlung bereits vorhanden und sah das Fabrikareal auf freiem Gelände in der Nähe der Gemeinde Floridsdorf vor. Das Areal gehörte zu Groß Jedlersdorf dessen Ortskern weit entfernt war. Die damals zu Niederösterreich gehörenden Gemeinden kamen am 28.Dezember 1904 per Gesetz zu Wien und wurden zum 21. Bezirk zusammengefasst.
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Lokomotivfabrik Floridsdorf (21. September 1980).
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 Am 6. Mai 1870 begann der Bau zweier Werkstättenhallen, einer Gießerei, vier Magazine, ein Wasserreservoir und Pumpwerk, das Administrationsgebäude und sieben Arbeiter-Wohnhäuser mit 117 Wohnungen. Am 10.Juni 1871 wurden die ersten Lokomotiven an die Kunden übergeben. Es war die C-Güterzuglokomotive bestimmt für die Österreichische Nordwestbahn.
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Das Fabriksgelände der Floridsdorfer Lokomotivfabrik
auf einer frühen Postkartenansicht.
Bilder: © Verband Wiener Volksbildung und Volkshochschule Floridsdorf 2005
 Im ersten Betriebsjahr verließen 17 Lokomotiven das Werk, 1872 waren es dann 57 Stück. 1873 wurde die erste, in der Floridsdorfer Lokomotivfabrik produzierte, Schnellzuglokomotive (1 A 1 Bauart) ausgeliefert. Nach dem Entwurf Karl Gölsdorfs und unter der Leitung des Chefkonstrukteurs Max Österreicher konstruiert, verließ 1894 die erste der Zweizylinder- Verbundbauart ausgeführten Typen das Werk.
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1F1-Heissdampf-Zahnradlokomotive, System Abt, DRB-Reihe 97.4,
gebaut 1941 für die Zahnradstrecke Eisenerz – Vordernberg,
als stärkste Zahnradlokomotive der Welt bekannt.
1881 wurde die erste Zahnradbahnlokomotive konstruiert und hergestellt. Auftraggeber war die Werksbahn eines ungarischen Eisenwerks. Ausgeführt wurde diese Lok als Schmalspurlok (790 Millimeter Spurweite). Da einziger Lizenznehmer für das Zahnradbahnsystem Abt in der Donaumonarchie, lieferte das Unternehmen fast alle in Österreich-Ungarn benötigten Zahnradlokomotiven, u.a. die Lokomotiven der Erzbergbahn und der Bosnisch-Herzegowinischen Landesbahnen (Spurweite 760 mm).

Von den vier Lokomotivfabriken in Österreich während der Zwischenkriegszeit (StEG in Wien, Krauss & Co in Linz, Lokomotivfabrik Wiener Neustadt (vormals G. Sigl)) überlebte nur die Floridsdorfer Lokomotivfabrik.
 
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1E- Heissdampf-Zwillings-Güterzugslokomotive Reihe 52, als die Kriegslokomotive
des Zweiten Weltkriegs bezeichnet; gebaut 1943–1944.
Während des Zweiten Weltkriegs hatte das Werk unter den schweren Bombenangriffen zu leiden, konnte aber immer weiter produzieren. Hauptsächlich wurden Dampflokomotiven der Baureihe 52 produziert, über 1172 Stück für die DR und 20 Stück für die CFR (dort als 150 bezeichnet), die höchste Produktionszahl aller am 52er-Bau beteiligter Lokomotivfabriken! Ab dem Frühjahr wurde die Produktion auf die DR-Baureihe 42 umgestellt und am 13. Juni 1944 wurde die 42 2301 an die DR übergeben. Am 9. März 1945 verließ mit 42 2580 die 2.115. und letzte während des Kriegs gebaute Lokomotive das Werk.

Quelle: www.geheimprojekte.at/firma_lokomotivfabrik_wien
 Mitte April 1945, nach dem Ende der Kampfhandlungen in Wien, wurden große Teile des Werks demontiert und in die Sowjetunion abtransportiert. Neben Maschinen wurde auch Rohmaterial abtransportiert, angeblich 800 Waggonladungen. Trotzdem stand Ende Oktober mit einer D 42 die erste nach dem Krieg gebaute Dampflokomotive vor der Werkshalle. Neben dem Bau neuer Loks war – wegen der Zerstörung der benachbarten Hauptwerkstatt Floridsdorf – die Hauptrevision von Lokomotiven der ÖStB die Hauptarbeit im Werk.

Quelle: www.tramwayforum.at/ - Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / TARS631
1946 unterstellte die sowjetische Besatzungsmacht die Floridsdorfer Lokomotivfabrik der Verwaltung durch die USIA. Gleichzeitig sollte das Werk durch das Verstaatlichungsgesetz vom 26. Juli 1946 ins Eigentum der Republik Österreich übergehen. Dieses Gesetz konnte in den sowjetisch besetzten Gebieten aber erst nach dem Abschluss der Verhandlungen über den Österreichischen Staatsvertrag 1955 vollzogen werden.
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Die Karusseldrehbank
Während der Zeit als USIA-Betrieb wurden nur wenige Lokomotiven hergestellt, dafür aber unter anderem Zentralheizungskessel, Seilwinden und Fahrgestelle für Eisenbahn-Drehkräne. Erst ab 1953 wandte man sich wieder mehr dem Lokomotivbau zu. Für Indien wurden erst 99 Ersatzkessel geliefert, danach folgten bis 1958 140 Lokomotiven. Mit der am 13. August 1955 erfolgten Übergabe der Floridsdorfer Lokomotivfabrik an die österreichische Verwaltung kam gleichzeitig die Verstaatlichung von 1946 zur Anwendung.
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BB dieselhydraulische Lokomotive 2020.01; gebaut 1960.
Hauptprodukt in der Zeit nach 1955 waren Diesellokomotiven für das In- und Ausland, darunter für die Tschechoslowakei. Allerdings sanken die Stückzahlen, was nach geringer Produktivität aussieht, tatsächlich wurden aber als Auftragsarbeit für Henschel und das Simmering-Graz-Pauker-Werk in Simmering Drehgestelle gefertigt. 158 Drehgestelle waren für Triebwagen der elektrischen Schnellbahn Kairo – Heluan (Ägypten) bestimmt.

Am 14. Februar 1958 wurde die Verschmelzung der Floridsdorfer Lokomotivfabrik mit der Simmering-Graz-Pauker AG beschlossen, was das Ende als eigenständiges Unternehmen bedeutete. Zwar gab es noch einmal einen Großauftrag von 50 Diesellokomotiven für die Bulgarischen Staatsbahnen, aber in Summe leerten sich die Auftragsbücher. Die Erzeugung von Kesselwagen war eine Notlösung.
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Elektrolokomotive 1042.540, die letzte in der Lofag gebaute Lokomotive; 1969.
Am 19. September 1969 wurde mit der 1042.540 – einer Elektrolokomotive – das letzte von 6.043 Floridsdorfer Triebfahrzeugen an die ÖBB übergeben. Kurz vor der Schleifung aller Anlagen war in den 1980er-Jahren noch im Gespräch, auf dem Gelände der Lokomotivfabrik in den teilweise noch gut erhaltenen Hallen ein österreichisches Verkehrsmuseum einzurichten. Heute steht von der Fabrik nichts mehr. An ihrer Stelle steht neben verschiedenen Kleinbetrieben, einem Baumarkt (mittlerweile einem Lebensmittelgeschäft gewichen) und Möbelhäusern die Shopping City Nord. Ein letztes Relikt ist ein Obelisk, der an die Opfer des Nationalsozialismus unter den Mitarbeitern des Unternehmens erinnert. Im Jahr 1901 wurde in Floridsdorf die Lokomotivgasse nach der Lokomotivfabrik benannt.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Lokomotivfabrik_Floridsdorf" der
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Lokomotivfabrik Floridsdorf
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Arbeiten in der Montagehalle
Die Floridsdorfer Lokomotivfabrik war ein frühes Zentrum der Wiener Arbeiterbewegung und Ort vieler denkwürdiger Ereignisse. Am 12. August 1882 etwa hielt der Floridsdorfer Oberrabbiner Joseph Samuel Bloch (1850–1923) im großen Saal der Lokomotivfabrik vor Floridsdorfer Arbeitern einen Vortrag zum Thema "Der Arbeiter zur Zeit Jesu". Bloch legte darin dar, dass es in der Antike zwar bei Griechen und Römern, nicht aber in Palästina Sklaverei gegeben habe, dass die Arbeit bei den Juden stets hoch geschätzt wurde und dass auch der arbeitsfreie Wochentag auf ein jüdisches Erbe zurückgehe. Er schloss seinen Vortrag mit folgenden Worten: Nein, nicht der Kampf gegen den Semitismus, sondern der für ihn würde von den wohltätigsten Folgen sein für die arbeitende Bevölkerung, für das Heil des Staates. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Floridsdorfer Lokomotivfabrik die größte und – wie sich später herausstellen sollte –, auch die langlebigste Fabrik ihrer Art in Österreich. Die Floridsdorfer Lokomotivfabrik, die in der Nachkriegszeit v.a. für die Sowjetunion produzierte, spielte auch als Versammlungsort während des Oktoberstreiks von 1950 eine wichtige Rolle. Nach dem Abzug der Sowjets kam das österreichische Verstaatlichungsgesetz von 1946 auch hier zur Geltung. Die Zahl der Beschäftigten erreichte mit 1.500 Personen bald darauf ihren Nachkriegshöhepunkt.
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Der Dampfhammer
1958 beschloss die Hauptversammlung die Verschmelzung des Unternehmens mit der Simmering-Graz-Pauker AG. Damit endete die Geschichte der Floridsdorfer Lokomotivfabrik als eigenständiges Unternehmen. Am 19. September 1969 wurde die letzte Floridsdorfer Maschine an die ÖBB übergeben; die Produktion wurde von den Werken Simmering und Graz der SGP übernommen. Mit der Integration der SGP Verkehrstechnik GmbH in den Siemens-Konzern im Jahr 1997 wurde Siemens Transportation Systems zu einem der weltweit führenden Anbieter von Schienenfahrzeugen für den Nah- und Fernverkehr.
aus
dasrotewien.at
dasrotewien.at
Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie
Sozialdemokratische Partei Österreichs, Landesorganisation Wien
www.dasrotewien.at
"...Bei uns in der Lofag..."
Erinnerungen an die Floridsdorfer Lokomotivfabrik
- Wiens größten Industriebetrieb
Verband Wiener Volksbildung und Volkshochschule Floridsdorf 2005
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Einer der 60 Tonnen-Kräne
Die Floridsdorfer Lokomotivfabrik war einst Wiens größter Industriebetrieb. Während ihres über 100 jährigen Bestehens produzierte sie rund 6000 Lokomotiven und war wesentlicher Bestandteil der Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkriegs.

Aufgrund ihrer gut organisierten Arbeiterschaft und wirtschaftlichen Bedeutung war sie in den politisch so turbulenten Jahren der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts oft im Brennpunkt des Geschehens.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Lofag
in den ersten Jahrzehnten
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1F-Heissdampf-Vierzylinder-Verbund-Güterzuglokomotive Reihe 100, war auf
den bis zu 28 %-Rampen der Tauernbahn eingesetzt; gebaut 1911.
Bei der Gründung der Fabrik war den Werksanlagen eine Jahreserzeugung von 100 Lokomotiven zugrundegelegt worden – eine Zahl, die erst 1898 erreicht werden konnte. Um die Jahrhundertwende treten wieder fünf Jahre des zahlenmäßigen Rückganges ein. Jetzt wurden aber wesentlich stärkere Lokomotivtypen produziert, so dass der Produktionswert in etwa gleich blieb.
Die ersten Lokomotiven der Lofag
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Die erste in der Lofag gebaute Lokomotive Typ Humbold
Auf die erste in der Lofag produzierte Lokomotive vom Typ „Humboldt“, einer Normalgüterzugtype der damaligen Epoche, folgte 1873 die erste Schnellzuglokomotive für die Flachlandstrecke der Nordbahn. Ein revolutionärer Schritt wurde zu Beginn der 1890iger Jahre gesetzt, als der Lokomotivtyp Reihe 4 durch die Reihe 6 ersetzt wurde. Damit konnte die Fahrzeit der Bäderzüge Wien – Karlsbad um nahezu die Hälfte verringert werden.
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1C1-Nassdampf-Verbund- Tenderlokomotive Reihe 30,
als Wiener Stadtbahnlokomotive bekannt; gebaut 1895 – 1901
Der in dieser Zeit steigende Eisenbahnverkehr und der Bau der Wiener Stadtbahn erforderten neue, leistungsfähigere Lokomotivbauarten, sodass die folgende Zeit bis in den Weltkrieg den Lokomotivfabriken reichliche Beschäftigung brachte.
Fertigstellung der 2000 im Jahre 1911. Lok der Reihe 429. In der Mitte
Direktor Hermann Gussenbauer, links der spätere Direktor Arno Demmer
und dessen Mitarbeiter.
Die 1908 herausgekommene 1C1-Vierzylinder-Verbund- Schnellzugslokomotive Reihe 210 und die Heissdampfvariante aus 1911 hatten einen Kessel mit den größten auf dem Kontinent vorkommenden Abmessungen. Diese Lokomotiven waren für Flachlandstrecken im Norden und Osten der Staatsbahnen bestimmt, die aber teilweise Steigungen von 10 % aufwiesen, wobei die bisher notwendigen Vorspannleistungen entfallen sollten.
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1D2-Heissdampf-Zwillings-Schnellzugslokomotive Reihe 214;
gebaut 1928–1936.
Einen Markstein bildete die epochemachende Reihe 100, ebenfalls von 1911. Die erste erfolgreiche sechsfachgekuppelte Lokomotive der Welt beförderte auf der Tauernbahn ohne Nachschub Schnellzüge von acht vierachsigen Wagen bei 350t Gewicht. Während des Krieges wurden neben der Vollbahnlokomotivproduktion auch einige Schmalspurloks für die k.u.k. Heeresfeldbahnen gefertigt.
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Die „Indienlok“
Einen Produktionsausstoß pro Jahr an Lokomotiven wie 1899: 100 Stück, 1917: 107 Stück, 1943: 871 Stück, 1944: 607 Stück, erreichte die Lofag nach 1955 nicht einmal annähernd wieder. Der Höhepunkt dieser Epoche, der auf der „Indien-Lok“ basierte, betrug 1956 mit der Nachkriegsrekordmarke von 66 Stück. Vor- und nachher dümpelte der jährliche Lokomotivausstoß zwischen drei Stück (1951) bis 48 Stück (1955) und noch einmal 40 Stück (1965) so dahin. Dazu ist anzumerken, dass ab den 50-er Jahren der Bau von Diesellokomotiven stetig zunahm und auch einige Elektrolokomotiven gefertigt wurden.
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Elektro-Gepäckstriebwagen Reihe 4061; gebaut 1956–1958.
Nach dem Verkauf des Lofag-Geländes mussten alle Mieter aus den Häusern ausziehen. Meine Eltern bekamen, wie die meisten anderen Mieter, im November 1984 eine Gemeindewohnung zugewiesen. Die Wohnhäuser und alle anderen noch stehenden Werkshallen wurden dann 1985 abgerissen und auf dem Gelände neue Firmen und das „Shopping Center Nord – SCN“’ angesiedelt. Dort wo einst das Beamtenhaus stand, befindet sich heute die Grünfläche vor dem Möbelhaus „LUTZ“. Unter dem Gras müssten sich noch die zugeschütteten Reste der Kellergewölbe befinden.
auszugsweise aus
"...Bei uns in der Lofag..."
Erinnerungen an die Floridsdorfer Lokomotivfabrik
 - Wiens größten Industriebetrieb
ISBN 3–900 799–67-9
1. Auflage 2005
Medieninhaber, Herausgeber und Verleger:
Verband Wiener Volksbildung – Edition Volkshochschule
1150 Wien, Hollergasse 22
© Verband Wiener Volksbildung
    und Volkshochschule Floridsdorf 2005
Das Bildmaterial für dieses Buch wurde folgenden
Beständen entnommen:
Sammlung Lothar Rihosek, Sammlung Ernst Sladek
Sammlung Johann Steininger, Archiv des Bezirksmuseums Floridsdorf
Hinweis: Leider ist das Buch im Moment vergriffen! Die VHS Floridsdorf
stellt aber das gesamte Buch zum kostenlose Download zur Verfügung.


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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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