Geschichte der Luftfahrt in Österreich
Die dritte Ju52/3m OE-LAM der ÖLAG, welche ab Februar 1936 im Dienst stand.
© Österreichisches Luftfahrt-Archiv - Quelle: www.flugfeld-aspern.info
Die Luftfahrt in Österreich begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und hatte während der vielen Jahre bis heute sowohl in der Forschung und Entwicklung als auch in der Wirtschaft eine kaum zu überschätzende Bedeutung. Die erste Fahrt eines Heißluftballons mit menschlichen Fahrgästen fand am 21. November 1783 statt. Ebenfalls Ende 1783 experimentierte in Wien Alois von Beckh-Widmanstätten zunächst in geschlossenen Räumen mit Heißluftballons aus Papier. Im Frühjahr 1784 unternahm er auf der Wieden den ersten Versuch im Freien. Johann Georg Stuwer, ein in Wien ansässiger Lustfeuerwerker, bemühte sich zur gleichen Zeit bereits darum, mit einem entsprechend großen Heißluftballon und einer Gondel für vier bis sechs Personen – gesichert mit Seilen – aufzusteigen.
© -  Christian Brandsttter Verlagsgesellschaft m.b.H.
"J. P. Blanchards Ankunft in Groß-Enzersdorf bei Wien von seiner 38. Luftreise"
Kolorierter Stich von H. Löschenkohl. 1791.
© Verlag Christian Brandstätter
 Im Prater von Wien stieg er am 6. Juli 1784 erstmals auf. Beim dritten Aufstieg am 25. August riss das Sicherungsseil und der Ballon fuhr Richtung Norden über die Praterauen und die Donau. 1791 unternahm der Franzose Jean-Pierre Blanchard von Prag kommend mehrere kommerzielle Fahrten mit einem mit Wasserstoff gefüllten Gasballon. Den Start am 2. August beobachtete auch Kaiser Leopold II. In Prag hatte Graf Joachim Sternberg am 31. Oktober 1790 als erster Österreicher eine freiwillige Flugreise unternommen.
„Die Luftschifferinn im Prater am Feuerwerksplatz“, 1820
© Wienbibliothek im Rathaus
Animiert von diesen Vorführungen wollte der seit frühester Kindheit in Wien lebende Schweizer Jakob Degen den Ballon lenkbar zu machen. Er kombinierte ein Schwingenfluggerät mit einem Gasballon und stieg am 13. November 1808 zum ersten Probeflug von der Feuerwerkswiese im Prater auf. Am 6. September 1810 führte er seine Entwicklung Kaiser Franz I. in Laxenburg vor. Eine Stunde lang ging es vom Schloss nach Vösendorf.
© Wien Museum - www.wienmuseum.at
„Ballonfahrt über Wien“, Jacob Alt, 1847.
© Wien Museum - www.wienmuseum.at
In Linz an der Donau wurde am 22. September 1867 von Ingenieur C. A. Mayrhofer aus Oberösterreich der „Kriegs-Observations-Ballon“ vorgestellt. Ein ringförmiger und ein kugelförmiger Ballon trugen gemeinsam die mit einer Seilwinde ausgestattete Beobachtergondel. Die Seilwinde ermöglichte es, die Gondel wie eine Aufzugskabine zu heben oder zu Boden zu lassen.
Das von Franz Renner entwickelte Flugschiff "Estaric I"
über der Rotunde im Wiener Prater; 1909.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Viktor Silberer aus Wien kaufte 1882 in Paris einen Kugelballon. Den ersten Aufstieg unternahm er am 11. August 1882, bis 1887 folgten 187 weitere. Weiter zur Popularität des Ballonfahrens trug er mit Vorträgen und Ausstellungen bei. Im Prater auf der Feuerwerkswiese ließ er eine Ballonhalle und eine Gerätehütte aufstellen. Außerdem verfügte er über eine eigene Leuchtgasleitung zum Befüllen des Luftballons. Er ging daran, die erste Wiener Aeronautische Anstalt zu gründen, um den Ballonsportbegeisterten einen Sammelpunkt zu bieten. Dies brachte ihm den Ruf eines Fachmannes ein, der zum ersten Leiter eines Ausbildungskurses zum Ballonführer beim k.u.k. Heer berufen wurde. 1901 gründete er gemeinsam mit Hauptmann Franz Hinterstoisser den Wiener Aero Club als Dachverband für Ballonfahrer, aus dem 1910 der Österreichische Aero Club wurde und von dem seit 1901 Aufzeichnungen geführt werden über alle von ihm organisierten Ballonfahrten und Veranstaltungen.
Eindecker im Luftraum von Wien; um 1909.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In Fischamend entstand aber nicht nur die k.u.k. Militär Aeronautische Anstalt, sondern Ende 1910 auch eine private Luftschiffhalle. Ingenieur Hans Otto Stagl und Oberleutnant Franz Mannsbarth konstruierten gemeinsam ein privat genutztes Luftschiff, das zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung im Jahr 1910 mit 91 m Länge das größte Prallluftschiff der Welt war. Die Propeller waren zur Verbesserung der Manövrierbarkeit zum Teil schwenkbar. 1911, während der Österreichische Flugwoche in Wiener Neustadt, führte dieses Luftschiff den ersten Passagierluftverkehr in Österreich durch. 1914 musste aus finanziellen Gründen der Betrieb eingestellt und das Luftschiff abgewrackt werden.
Lohner Etrich-F Taube, Bild: © Gaube, Citype
Lohner Etrich-F Taube, Bild: © Gaube, Citype Lohner Etrich-F Taube, Bild: © Gaube, Citype
Die Etrich Taube im Flugmuseum AVIATICUM - Wiener Neustadt.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
In einer Werkstätte Igo Etrichs entstand 1899 ein eigener Gleiter, der im April 1901 erstmals erprobt wurde, der schlechten Aerodynamik wegen allerdings mit wenig Erfolg. Bei einem weiteren Flugversuch kam es zu einem Unfall, bei dem sich Igo verletzte, und so wurde beschlossen (auch wegen Zeitmangel), einen geeigneten Mann zu finden, der sich mit den sich ergebenden Problemen befassen und auch als Pilot fungieren sollte. Wilhelm Kress, mit dem die Familie Etrich in Kontakt war, vermittelte ihnen Franz Wels, der den Auftrag annahm. In der Literatur fand er schließlich einen Bericht über die Flugeigenschaften des Samens der Kletterpflanzenart Zanonia macrocarpa aus Java. Daraufhin beschlossen die Etrichs, einen neuen Flugapparat mit der Form dieses Samens zu bauen.
© -  Christian Brandsttter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Flugzeug vom Typ "Etrich-Monoplan". 1911
Erste Versuche 1903 verliefen so zufriedenstellend, dass ein größerer, manntragender Flugapparat zwischen 1905 und 1906 konstruiert wurde. Die neue Flügelform wurde von den Etrichs am 3. März 1905 zum Patent angemeldet. Angeregt von Viktor Silberer, Präsident des Österreichischen Aero Clubs, und Hauptmann Franz Hinterstoisser, Kommandant der Militär-Aeronautischen Anstalt widmete die Stadt Wiener Neustadt unter Bürgermeister Franz Kammann am 2. Juni 1909 ein Gelände nordwestlich der Stadt in ein Flugfeld um beschloss die Errichtung von Hangars und sonstigen notwendigen Einrichtungen.
Das erste Flugzeug am Grazer Flughafen Thalerhof – die Etrich-Taube.
Quelle: Austria-Forum - austria-forum.org
Die beiden ersten im Juli 1908 fertiggestellten Aeroplanhallen bezogen Igo Etrich (27. Juli) und Ingenieur Hipssich, dessen Aeroplan in der Daimler Automobilfabrik fertiggestellt wurde. Weiters errichtete Daimler zwei eigene Hallen. Die ersten Aktivitäten auf dem neuen Flugfeld waren Fahrversuche und Luftsprünge, die bei den meisten Beteiligten aber doch den Optimismus nährten. Karl Illner etwa untern ahm mit einer neuen Luftschraube, die auf dem nachträglich motorisierten Etrich-Wels-Gleiter aus dem Jahr 1905/1906 montiert worden war und hob plötzlich etwa 40 Meter weit und vier Meter hoch ab.
© -  Christian Brandsttter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Der Franzose Louis Blériot demonstrierte am 23. 10 .1909 im Rahmen eines
Schaufliegens auf der Simmeringer Heide seine Flugmaschine.
Das erste wirklich fliegende Flugzeug bekam Österreich-Ungarn am 23. Oktober 1909 auf der Simmeringer Heide zu sehen. Auf seiner Tournee, die ihn weiter nach Budapest und Konstantinopel führte, machte der Überquerer des Ärmelkanals Louis Blériot Station in Wien und heizte damit das Interesse an der Fliegerei zusätzlich an. Der Slowene Edvard Rusjan unternahm den ersten erfolgreichen Motorflug der Monarchie mit dem selbst konstruierten Doppeldecker EDA I in Mali Rojci am 25. November 1909 in der Nähe von Gorica/Görtz. Dieses Flugzeug baute er zusammen mit seinem Bruder Josip Rusjan in Vipava. Hauptmann Quoika kam mit einem Bleriot-Flieger nach Wiener Neustadt, um Fliegen zu lernen. Baron Titi besaß ein Flugzeug französischer Herkunft, welches das Unternehmen Opel & Beyschlag in Wien im Programm hatte. Das Flugfeld in Wiener Neustadt musste ausgebaut werden, im Frühjahr 1910 standen hier bereits 13 Hangars.
Der  Autoplan von Alfred Ritter von Pischof für Werner & Pfleiderer.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Nach seiner Rückkehr aus Paris entwickelte der in Wien geborene Alfred Ritter von Pischof für Werner & Pfleiderer einen neuen Autoplan, der am Flugfeld von Wiener Neustadt weiterentwickelt wurde. Nachdem am 25. April 1910 der erste Passagier mitgeflogen war, folgte am 9. Mai 1910 der erste Überlandflug eines Flugzeugs in Österreich. Pischof legte in einer Zeit von 41 Minuten eine Strecke von 45 Kilometern zurück. Zwischen 1911 und 1913 wurde dieser Autoplan in Wien, Paris und Budapest gebaut. Den ersten großen Überlandflug in Österreich unternahm Karl Illner mit der Etrich-Taube am 17. Mai 1910. Dieser führte von Wiener Neustadt zur Simmeringer Haide, wo er nach 32 Minuten Flugzeit landete. Am späten Nachmittag erfolgte der Rückflug
das Zeppelin-Luftschiff "Sachsen" auf dem Flugplatz Aspern in Wien; um 1913.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Landung des Luftschiffes "Sachsen" am Flugfeld Aspern.
Luftschifflandung des Zeppelins "LZ 17" in Wien
im Rahmen des zweiten Internationalen Flugmeetings; 1913.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nachdem am 25. Jänner 1912 die Wiener Flugfeld-Gesellschaft m. b. H gegründet worden war, wurde auf einem Areal bei Aspern das Flugfeld errichtet. Bis Mitte Mai sollte aus dem Ackerland eine Wiese mit tragfähigem Boden und Hangars und sonst notwendige Gebäude errichtet werden. In der Folge setzte eine Abwanderungsbewegung der Fliegerei von Wiener Neustadt nach Wien ein. Daraufhin wurde in Wiener Neustadt das Flugfeld für die zivile Luftfahrt gesperrt und an das Militär verpachtet.
"Lohner" Firmenschild..
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs verfügte die Fliegertruppe nur über Etrich-Tauben und Lohner-Pfeilflieger, da lediglich Lohner in der Lage war, Flugzeuge in Serie zu produzieren. Um den gestiegenen Bedarf zu decken, mussten Flugzeuge in Deutschland angekauft werden und anfänglich deutsche Flugzeugtypen in Lizenz gebaut. Mangels Schulflugzeugen wurden Offiziere nach Deutschland geschickt, um dort zu Piloten ausgebildet zu werden. Durch die Eröffnung neuer Flugzeugfabriken bestanden 1915 bereits sieben Werke; eine Entwicklung, an der Camillo Castiglione wesentlich beteiligt war. Über die von ihm gegründete Motor-Luftfahrzeug-Ges. m. b. H. belieferte er die Luftstreitkräfte mit Luftfahrzeugen. In Ungarn gründete er 1912 eine Flugzeugfabrik, welche in Lizenz Aufklärer und Schuldoppeldecker von Lohner fertigte und ab 1915 auch Konstruktionen von Ingenieur Ernst Heinkel. In Österreich gründete er nach Kriegsausbruch zunächst die Österreichisch-ungarischen Albatros-Werke Ges. m. b. H in Wien-Stadlau und als zweites Werk in Österreich die Phönix-Flugzeugwerke AG, ebenfalls in Wien-Stadlau.
Montage von Flugzeugteilen in der Karosseriefabrik in Wien-Favoriten, 1916
© Wienbibliothek im Rathaus
Mit 40 bestätigten und einer unbekannten Anzahl ungeklärter Luftsiegen war Hauptmann Godwin Brumowski der erfolgreichste österreichisch-ungarische Jagdflieger der k.u.k. Armee, zweiterfolgreichster war mit 32 bestätigten und zusätzlich ebenfalls unbestätigten Abschüssen Offiziersstellvertreter Julius Arigi. Bei der k.u.k. Kriegsmarine war Linienschiffsleutnant Freiherr Gottfried von Banfield mit 18 Abschüssen der Erfolgreichste. Er war auch der einzige Träger des Maria-Theresia-Ordens in der Fliegenden Truppe. Nach einem Probeflug am 20. März 1918 zwischen Wien-Aspern und Kiew wurde am 1. April 1918 der offizielle und tägliche Betrieb auf der Strecke Wien – Krakau – Lemberg – Prosskurow – Kiew in beiden Richtungen aufgenommen. Ab Mai wurde auch der Abschnitt Prosskurow – Odessa beflogen. Die etwa 1.200 Kilometer lange Strecke wurde nach dem Prinzip des Staffellaufs bewältigt, an den Zwischenstationen wurde die Post umgeladen. Ab 4. Juli 1918 wurde auch eine Luftpostlinie zwischen Wien und Budapest eingerichtet. Geplant war eine Verlängerung nach Bukarest und Odessa, doch dazu kam es nicht mehr.
Fischamend, Hubschrauberflugversuche, 1918 - © Wienbibliothek im Rathaus
Fischamend, Hubschrauberflugversuche, 1918
© Wienbibliothek im Rathaus
Die Sektion Gleit- und Segelflug des Verein für Luftschiffahrt in Steiermark wurde am 14. Oktober 1921 durch Oberleutnant außer Dienst Adolf Kogler, den Techniker Hans Zoffmann und den Präsidenten a.o. Professor Theodor Schenkel gegründet. Nach etwa zwei Jahren wurde die Vereinigung in Akaflieg umbenannt. Eine weitere Vereinigung von Segelfliegern wurde an der Technischen Hochschule Wien am 11. November 1921 gegründet. Die Segelflugzeuge sollten laut Beschluss selbst gebaut werden. Als Arbeitsraum wurde ihnen ein Zimmer im Aeromechanischen Laboratorium der Lehrkanzel zur Verfügung gestellt, die Werkstätte befand sich im Maschinenelementelabor in der Gumpendorfer Straße 7.
Der Zeppelinpionier Dr. Eckener nach der Landung in Aspern; 1931.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Luftschiff Zeppelin in Wien.
Bundespräsident Miklas besteigt für einen Rundflug die Gondel; 1931.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zwischen 1924 und 1931 bestand mit Hauptsitz in Wien (Freyung 3) und Werken in Brunn am Gebirge, am Flugfeld Aspern und einer Reparaturwerkstätte in Wien-Währing, Canongasse 12 das Unternehmen Avis Flugzeug- und Autowerke Dieses Unternehmen produzierte neben Kleinautomobilen, die in Wien vor allem als Taxis eingesetzt wurden, auch Flugzeuge und veranstaltete mit einer Fokker F.III bis etwa 1926 Rundflüge im Raum Wien. Die Stilllegung des Betriebs war eine Folge der Weltwirtschaftskrise. Kurzlebig waren auch die „Phönix Flugzeugwerke“ in Wöllersdorf in Niederösterreich, die im September 1929 gegründet wurde. In der Doppelrolle als Mitfinancier und Werkspilot war Hauptmann außer Dienst Godwin Brumowski für die neugegründete Fabrik tätig.
Das Luftschiff Zeppelin über Wien.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach dem Ende des Flugzeugbauverbots in Österreich durch den Vertrag von Saint-Germain gründete Theodor Hopfner ein Flugzeugwerk mit Standort Flugfeld Aspern. Mit einem selbst entworfenen und gebauten Flugzeug gründete er ein Rundflugunternehmen, das ab 1925 auch Charterflüge ins Ausland anbieten durfte. 1928 wurde die im Vertrag von Saint-Germain festgelegte Kontrolle der österreichischen Luftfahrt aufgehoben.
Ankunft der Fliegerin Elli Beinhorn in Wien; 1933.
Nach ihrer Rückkehr von einem Indienflug mit einer "Messerschmitt-Taifun".
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Am 1. April 1929 wurde in Graz-Thalerhof eine ÖLAG-Fliegerschule gegründet, an der auch heimlich militärische Schulungskurse abgehalten wurden. 1934, nach der „Enttarnung“ der Aufstellung von Luftstreitkräften wurde die Fliegerschule aufgelöst und der Flughafen Thalerhof dem Militär übergeben. Zu Erprobungs- und Ausbildungszwecken wurden österreichische, italienische und britische Flugzeuge angeschafft, oft allerdings nur in Einzelstücken.
Der Flugplatz Salzburg anno 1932/33.
© Flughafen Salzburg - www.salzburg-airport.com
Die ÖLAG stellte 1937 eine neue Ju 52/3m in Dienst und übernahm später noch eine weitere Maschine dieses Typs von der Lufthansa. Die Balkanstrecke wurde bis Saloniki verlängert, einen Direktflug nach München mit Anschluss nach London gab es zwischen 4. Oktober und 4. Dezember. Im Linienverkehr legten die ÖLAG-Maschinen 795.048 km zurück. In Österreich waren die Flugplätze Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg angeflogen worden, im Ausland im Linienverkehr die Städte Belgrad, Berlin, Budapest, Dresden, Laibach, München, Prag, Saloniki, Sofia, Susak, Venedig und Zürich, außerplanmäßig Athen, Halle und Nürnberg.
Ju52 der ÖLAG am Flughafen Salzburg; 1935.
© Flughafen Salzburg - www.salzburg-airport.com
3.364 Starts wurden durchgeführt, 12.549 Fluggäste benutzten die ÖLAG-Maschinen im Planverkehr, 306 bei Rund- und Sonderflügen. Am 19. September 1937 wurde vom Österreichischen Bundesheer ein Großflugtag veranstaltet. Das Österreichische Bundesheer bzw. die österreichischen Luftstreitkräfte wurden bereits im Juli 1935 in Aspern etabliert. Dazu wurde in der Südwestecke des Flughafen Aspern ein großer Hangar errichtet und zahlreiche Militärmaschinen stationiert.

19. September 1937 Großflugtag des Österreichischen Bundesheeres.
© Österreichisches Luftfahrt-Archiv - Quelle: www.flugfeld-aspern.info
Nur wenige Jahre als selbständiges Flugzeugwerk bestand die „Wiener Neustädter Flughafen-Betriebsges.m.b.H“, die 1935 gegründet wurde und an der sich auch die Stadt Wiener Neustadt beteiligte. Gebaut wurden hier unter anderen zwei Flugzeuge für die Gran-Chaco-Südamerika-Expedition von Erzherzog Albrecht, aber auch andere Kunden aus Österreich (Bundesheer) und Polen. Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich 1938 wurde die Firma auf „Wiener Neustädter Flugzeugwerke Ges.m.b.H“ abgeändert. Produziert wurden hier hauptsächlich Bf 109-Jagdflugzeuge.
Plakat zum Tag der Österreichischen Luftfahrt:
 "Gebt uns unsere Luftfahrt wieder"; 1953.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren Österreich alle Formen der Luftfahrt verboten. Die zivile Luftfahrt kehrte durch die Pan American World Airways am 16. Juni 1946 wieder nach Österreich zurück. Der österreichische Staatsvertrag vom 15. Mai 1955 und der vollzogene Abzug der Alliierten brachte Österreich auch die volle Freiheit im Luftraum. Gefeiert wurde dies mit einem Flugtag auf dem heutigen Flughafen Wien-Schwechat, dem ehemaligen Werksflugplatz der Ernst Heinkel Flugzeugwerke.
Tag der österreichischen Luftfahrt:
Veranstaltung auf dem Wiener Heldenplatz: Segnung von Segelflugzeugen; 1954.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das erste nach dem Krieg in Österreich konstruierte Flugzeug wurde von Ingenieur Otto Kauba in Wiener Neustadt gebaut. Zum Erstflug startete die einmotorige Maschine OK-15 am 16. Juli 1956. Wie auch bei der Ausrüstung und Bewaffnung für die Bodentruppen stammten die ersten Flugzeuge des Österreichischen Bundesheers aus den Beständen der ehemaligen Besatzungsmächte. In diesem Fall waren es je vier Jakovlev Jak 11 und Jak 18 von der Roten Armee, die in Langenlebarn stationiert wurden.
Der erste Helikopter in Wien. Bundeskanzler Figl vor dem Flug; 1955.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Das österreichische Bundesheer, das bisher nur zurückgelassene Flugzeuge besessen hatte, bekam eine Staffel DeHavilland „Vampire“, die am 10. April 1957 den Standort Graz-Thalerhof bezogen. Am 7. Juli 1961 feierte das Österreichische Bundesheer in Schwechat die Indienststellung des ersten Jabo-Geschwaders, bestehend aus schwedischen Saab J-29F („Fliegende Tonne“). Abgelöst wurden diese im Juli 1970 durch 40 Saab J-105Ö. Der nächste Generationswechsel brachte nicht nur den überschalltauglichen Saab J-35Ö Draken, sondern auch heftige Diskussionen über das damals schon veraltete Fluggerät
Mit der De Havilland DH 115 Vampire begann in Graz das Jet-Zeitalter.
Quelle: www.doppeladler.com
. Am 30. September 1957 wurden im Festsaal der Creditanstalt-Bankverein in Wien die Austrian Airlines gegründet. Die ersten vier Vickers Viscount wurden gechartert, die erste von ihnen flog am 31. März 1958 als AUA-Maschine nach London. Die Simmering-Graz-Pauker AG versuchte ebenfalls ins Fluggeschäft einzusteigen. Ober-Ingenieur Erich Meindl konstruierte ein zweimotoriges und viersitziges Geschäfts- und Reiseflugzeug, das als M 222 am 15. Mai 1959 erstmals flog.
Ballonaufstieg Heldenplatz; 1956.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
  Am 2. August des gleichen Jahres stürzte das Flugzeug bei einem Erprobungsflug kurz vor der Landung in Wiener Neustadt ab, wobei der Pilot und der Bordmechaniker ums Leben kamen. Um die Maschine in Serie produzieren zu können, wurde sie von Ingenieur Rüdiger Kunz als SGP 222 neu konstruiert. Nach dem Bau des vierten Prototyps wurden die weiteren Arbeiten eingestellt.
Tragschrauber mit VW Motor von Oskar Westermeyer; 1966.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Im Mai 1981 sollte in Friesach (Kärnten) die erfolgreichste Serienproduktion von Flugzeugen in Österreich seit der Kaiserzeit beginnen. Der aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigte Motorsegler H-36 „Dimona“ wurde von Diplom-Ingenieur Wolf Hoffmann in Deutschland entwickelt und entgegen der ursprünglichen Planung in Friesach in Kärnten mit großem Erfolg gefertigt („Hoffmann Aircraft“). Der unrentablen Fertigung wegen wurde die Produktion eingestellt. Als Tochterunternehmen der Simmering-Graz-Pauker wurde 1985 in Wien die Herstellung wieder aufgenommen und nach einer Überarbeitung der Maschine die Produktion der nunmehrigen „Super Dimona“ HK-36R mit in Österreich produziertem Rotax-Motor im November 1988 in das neue Werk in Wiener Neustadt verlegt, wo weitere erfolgreiche Flugzeugmodelle entwickelt wurden.
Saab 35 Ö "Draken" im Heeresgeschichtlichen Museum Wien.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Die Anschaffung des bereits veralteten Saab Draken brachte dem Bundesheer den Einstieg ins Zeitalter der Überschallgeschwindigkeit, wurde aber wegen des Alters der „Rostschüsseln“ heftig kritisiert. Noch heftiger umstritten ist der Ankauf der Eurofighter wegen der Kosten, aber auch wegen nicht nachprüfbarer Berichte über die angebliche begrenzte Einsatztauglichkeit. Im Gegensatz dazu stieß die Anschaffung der Black Hawk-Hubschrauber in der Bevölkerung kaum auf Kritik. Die Lawinenkatastrophe von Galtür und die unter Mithilfe von Hubschraubern der Nachbarstaaten durchgeführte Rettungsaktion hatte den Österreichern die Notwendigkeit moderner und leistungsfähiger Helikopter drastisch vor Augen geführt.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Luftfahrt_in_Österreich" der
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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