Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition
Payer-Weyprecht-Expedition
1872 bis 1874
Supraportenbild: Kaiser Franz Josefs-Land, der verlassene Tegetthoff.
Gemälde von Julius von Payer. Naturhistorisches Museum; um 1930
Die Österreichisch-Ungarische Nordpolarexpedition (von Julius Payer Österreich-Ungarische Nordpolexpedition und volkstümlich auch Payer-Weyprecht-Expedition bezeichnet) startete 1872 unter der Leitung von Carl Weyprecht und Julius Payer und endete 1874.
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Österreichisch- Ungarische Nordpolexpedition 1872. Auf der Fahrt des Schiffes
'Isbjörn': Schiffsjunge und Schiffshund des Segelschoners 'Isbjörn'.
Stereofotografie. Burger, Wilhelm; Wilczek, Johann Graf; 1872
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Sie wurde auf Initiative und mit finanzieller Förderung von Hans Graf Wilczek durchgeführt, um das Nördliche Eismeer näher zu erkunden. Zu den weiteren Finanziers gehörte Friedrich Schey von Koromla. Die Besatzung der Expedition wurde aus ganz Österreich-Ungarn rekrutiert, speziell aber aus Istrien und Dalmatien.
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gruppenbild Mannschaft der Nordpolexpedition der "Admiral Tegetthoff"
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die "Admiral Tegetthoff" war eine eisgängige, hölzerne Schonerbark mit einer kohlenbetriebenen Dampfmaschine (sogenannter Auxiliar-Segler mit markantem Schornstein hinter dem Großmasten) als Hilfsantrieb, verstärktem Rumpf und spezieller Rumpfform zur Vermeidung der Eispressung. Das Schiff wurde unter der Baunummer 41 auf der Joh. C. Tecklenborg- Werft in Geestemünde (Bremerhaven) im August 1871 fertiggestellt.
Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition - Admiral Tegetthoff © Erhard Gaube - www.gaube.at
Modell der "Admiral Tegetthoff" im Naturhistorischen Museum.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Die Jungfernreise war ihre einzige Fahrt – die Expedition ins Nordpolarmeer über Tromsø. Sie war 300 BRT / 230 NRT groß, hatte 520 t Tragfähigkeit. Ihre Länge über alles (Lüa) betrug 38,39 m (44,81 m mit Klüverbaum), die Breite 7,30 m und der Tiefgang 3,47 m. Sie führte vier Rahsegel (einfache Bram- und Marssegel), drei Schratsegel (Großschratsegel, Großtoppsegel, Besan- und Besantoppsegel), zwei Stagsegel (zwischen Großmast und Fockmast) und drei Vorsegel. Sie führte drei Rettungsboote mit sich.
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Österreichisch- Ungarische Nordpolexpedition 1872
Matrose beim Segelflicken an Deck des Segelschoners 'Isbjörn'.
 Stereofotografie. Burger, Wilhelm; Wilczek, Johann Graf; 1872
http://data.onb.ac.at/rec/baa10558604
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Expeditionsschiff Admiral Tegetthoff war ein Segelschiff mit Hilfsmotor und verließ mit einer 24-köpfigen Besatzung im Juli 1872 den norwegischen Hafen Tromsø. Ende August blieb es nördlich von Nowaja Semlja auf 79° 51′ im Eis stecken und wurde in bis dato nur Robbenjägern und Walfängern bekannte Polarregionen abgetrieben.
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Österreichisch- Ungarische Nordpolexpedition 1872
Auf der Fahrt des Schiffes 'Isbjörn': Matrose in der Takelage der Isbjörn.
Stereofotografie. Burger, Wilhelm; Wilczek, Johann Graf; 1872
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Auf dieser Drift entdeckte die Expedition am 30. August 1873 die nur bei einigen norwegischen Fischern als Rönnebeck-Land bekannte Inselgruppe, die sie nach Kaiser Franz Joseph I. „Franz-Josef-Land“ benannte; die erste Insel, die die Expedition betrat, benannte sie nach ihrem Sponsor Graf Wilczek Wilczek-Insel. Die Forscher unternahmen auf der Inselgruppe zahlreiche Schlittenreisen und Expeditionen zu Fuß, um das Gebiet zu kartieren. Zwei Winter verbrachten die Expeditionsteilnehmer an Bord des eingeschlossenen Schiffes. Im Frühjahr 1874 beschloss die Expeditionsleitung, das Schiff im Packeis zurückzulassen. Während die übrige Mannschaft an Bord ausharrte, machte sich Payer mit einigen Begleitern auf den Weg nach Norden, um den 82. Breitengrad zu erreichen und den fast 50 Jahre alten Rekord des britischen Polarforschers James Clark Ross zu brechen, der diesen bisher als einziger erreicht hatte. Nach einem Marsch von 17 Tagen erreichten Payer und seine Begleiter Schiffsfähnrich Eduard Orel und Matrose Antonio Zaninovich am 12. April 1874 den nördlichsten Punkt des Archipels auf 82° 50′ nördlicher Breite und nannten ihn Kap Fligely. Dann hatten sie 300 km Rückweg zum Schiff zu bewältigen. Payer hat auf der Inselgruppe mehr als 800 km zurückgelegt.
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Österreichisch- Ungarische Nordpolexpedition 1872
Auf der Fahrt des Schiffes 'Isbjörn': Dampfsegler "Admiral Tegetthoff"
im Eismeer vor der nördlichen Barents-Insel, Nowaja Semlja.
Stereofotografie. Burger, Wilhelm; Wilczek, Johann Graf; 1872
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wenige Tage nach Payers Rückkehr verließ die Expedition am 20. Mai die Tegetthoff und begann auf Schlitten und Booten den Rückweg über das Eis. Fünf der Boote wurden auf Schlitten verpackt. Alle Instrumente, alle Aufzeichnungen, die Weyprecht und seine Offiziere während des zweijährigen Aufenthaltes im Eis anfertigten, wurden wasser- und stoßsicher verpackt. Die Schlitten wurden über die von unzähligen Blöcken, Höckern, Rissen und Spalten zerfurchte Eis- und Schneewildnis gezogen, um nach Wochen festzustellen, dass durch ungünstige Winde aus Süden eine Norddrift die Eismassen und mit ihnen die ermattete Mannschaft wieder zurückgetragen hatte.
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Österreichisch- Ungarische Nordpolexpedition 1872
Auf der Fahrt des Schiffes 'Isbjörn':
Das Schlachtschiff (Originalbildbezeichung) 'Tegethoff' bei den
Barents-Inseln vom Eise besetzt.
Stereofotografie. Burger, Wilhelm; Wilczek, Johann Graf; 1872
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
So befanden sie sich am 15. Juli wieder fast auf Höhe des verlassenen Schiffes und konnten dieses sogar sehen. Einige wollten in ihrer Panik und Verzweiflung wieder zurück an Bord, um mit dem Leben abzuschließen. Weyprecht schaffte es jedoch, mit der Bibel in der Hand, die ausgelaugte, hungernde und demoralisierte Mannschaft zum rettenden Weitermarsch in Richtung Süden zu bewegen. Diese Szene hielt Payer später in dem monumentalen Ölgemälde „Nie zurück!“, welches sich heute im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien befindet, fest.
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nordpolexpedition 1872-74. Trennung der Schiff 'Tegetthoff' und 'Isbjörn'
am 21.8.1872 während der Nordpolexpedition 1872-74.
Gemälde von Adolf Obermüllner, nach einer ad-vivum-Zeichnung von Julius von Payer, wiedergegeben in Fotos des Verlags Friedrich Bruckmann.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach einem Monat Marsch in südlicher Richtung, die Eisdrift hörte in der Zwischenzeit auf, erreichte die Expedition am 14. August 1874 schließlich wieder das offene Meer. Dazu kam eine gehörige Portion Glück, denn die Eisgrenze war in diesem Jahr weit nach Norden gewandert. Nach sechs Tagen des Ruderns wurden sie von zwei russischen Transchonern, die an der Küste von Nowaja Semlja in der Mündung des Puhova-Flusses mit Lachsfischerei und Rentierjagd beschäftigt waren, an Bord genommen und nach zähen Verhandlungen (die Fischer sollten drei Boote, zwei Lefaucheux-Gewehre und 1200 Silberrubel erhalten) zum norwegischen Hafen Vardø gebracht.
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die österreichisch-ungarische Nordpolexpedition 1872 - 1874
Verlassen des 'Tegetthoff' nach der Rückkehr der Schlittenreisenden am 20. Mai 1874. Gemälde von Adolf Obermüllner nach ad-vivum-Skizze von Julius von Payer. Repronegativ ;1874-05-20
http://data.onb.ac.at/rec/baa8023946
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am 25. September 1874 kam das Expeditionsteam, das durch Krankheit und Tod nur ein Mitglied, Otto Krisch, verloren hatte, in Wien auf dem Nordbahnhof an und wurde auf der Fahrt ins Stadtzentrum bejubelt: Nur Schritt für Schritt konnten die Wagen vorwärts aus dem Nordbahnhofe […] gelangen. […] Es ist nicht zu hoch gegriffen, wenn man annimmt, daß eine Viertelmillion Menschen an dem Empfange theilnahm. Julius Payer wurde in der Folge von Kaiser Franz Joseph I. in den erblichen Adelsstand erhoben.
Österreichisch-Ungarische Nordpolexpedition © Erhard Gaube - www.gaube.at
Artefakte der Nordpolexpedition im Naturhistorischen Museum.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Carl Weyprecht schrieb 1874, als er die Mannschaft zum Durchhalten bewegte, eine Flaschenpost, in der er die Ereignisse beschrieb, und übergab sie auch zu diesem Zeitpunkt dem Meer. Diese Flasche wurde 104 Jahre später, im Jahr 1978 von einem russischen Forscher, Wladimir Serow, auf der Insel Lamont im Franz-Josef-Land gefunden. Sie kam auf diplomatischem Weg im Jahr 1980 nach Wien und befindet sich heute im Besitz der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Bedeutung der Entdeckung
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Österreichisch- Ungarische Nordpolexpedition 1872
Burger, Wilhelm; Wilczek, Johann Graf
Auf der Fahrt mit dem Schiff 'Isbjörn': Landschaft vom Gipfel eines Berges auf Nowaja Semlja aus, Blatt 5. Links im Bild ein Theodolit. Vintage Print. Mappenwerk. ;1872-07-31
Legende: "Untersatzblatt unter Passepartout links: V.Blat.t Richtung nach Nordost / Diese 5 Aufnahmen sind von 11 Uhr abends bis 5 Uhr / früh gemacht // Der Theodolit zum Höhenmessen und Visiren."
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Landentdeckung und die Erfahrungen der Expedition waren ein wesentlicher Beitrag zur Polarforschung, besonders zur Entdeckung der Nordostpassage durch Adolf Erik Nordenskiöld. Sie gaben auch den Anstoß zu den Internationalen Polarjahren. Damit wurde der Weg vom sportlichen Wettlauf einzelner Expeditionen zu weltweiter wissenschaftlicher Zusammenarbeit bei der Erforschung der Polargebiete gewiesen. Des Weiteren hatten Payer/Weyprecht mit Kap Fligely den nördlichsten Punkt Eurasiens erstmals betreten und mit ihrer Expedition die Theorie vom eisfreien Nordpolarmeer widerlegt.
Cap Figély, der nördlichste Punkt, den Julius von Payer auf der
Nordpol-Expedition erreicht hat. Reproduktionsfoto.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die wissenschaftlichen Resultate der Nordpolexpedition (meteorologische, astronomische, geodätische, magnetische und Polarlichtbeobachtungen sowie zoologische Ergebnisse) wurden 1878 in einer Denkschrift der Akademie der Wissenschaften veröffentlicht. Darüber hinaus verfasste Julius Payer das Werk österreichisch-ungarische Nordpol-Expedition in den Jahren 1872–74, erschienen 1876, und schuf Gemälde, die einzigen, die je ein Polarforscher selbst von seiner Expedition gemalt hat.
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
'Niemals zurück'.
Episode von der Norpolexpedition 1872 - 1874. Julius von Payer
hält eine Ansprache vor den erschöpften Expeditionsteilnehmern.
Repronegativ nach Gemälde von Julius von Payer, Öl auf Leinwand, 1892.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Das bekannteste ist das Bild „Nie zurück!“; es zeigt, wie die Matrosen von den Expeditionsleitern nach Beginn des äußerst mühsamen Rückmarsches davon abgehalten wurden, zum verlassenen Schiff zurückzukehren. Literarisch verarbeitet wurde die Expedition in Christoph Ransmayrs 1984 erschienenem Roman Die Schrecken des Eises und der Finsternis.
Julius von Payer
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bildnis des Payer, Julius von [1841-1915] in Polarausrüstung, mit Karl Weyprecht
die österreichische Fahne hissend. Gemälde von Karl von Stur,
wiedergegeben in einer Fotografie von J. Löwy - Wien
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
* 2. 9. 1841 Schönau bei Teplitz (Teplice, CZ), † 29. 8. 1915 Veldes (Bled, SLO), Polar- und Alpenforscher, Kartograph. Prof. der Militärakad., leitete 1871 mit K. Weyprecht eine Vorexpedition in die Arktis und 1872-74 die ö.-ungar. Nordpolexpedition; 30. 8. 1873 Entdeckung des Franz-Joseph-Lands, das er am 1. 11. 1873 erstmals betrat. P. nahm auch an der 2. dt. Nordpolarexpedition (1869/70) teil und gab den dabei von ihm entdeckten Landschaften ö. Namen (in NO-Grönland: Tyrolerfjord, Franz-Josef-Fjord). P. galt mit über 30 Erstbesteigungen v. a. in der Glockner- und Ortlergruppe auch als hervorragender Alpinist. Nach einem Parisaufenthalt 1884-90 eröffnete er in Wien eine Malschule und schuf Bleistiftskizzen, dokumentar. Bilder und Karten von seinen Expeditionen.
Karl Weyprecht
* 8. 9. 1838 König (Deutschland), † 29. 3. 1881 Michelstadt (Deutschland), Marineoffizier, Linienschiffsleutnant. Trat 1856 in die österreichische Kriegsmarine ein, Einsatz in den Kriegen 1859 und 1866 (Seeschlacht bei Lissa). Sein starkes naturwissenschaftliches Interesse führte ihn mit J. von Payer zusammen, mit dem er 1872-74 die österreichisch-ungarische Nordpolexpedition auf dem Schiff "Admiral Tegetthoff" unternahm, die trotz Verlusts des Expeditionsschiffs im Packeis mit der Rückkehr endete. Danach wissenschaftliche Studien, ab 1879 an der Meteorologischen Anstalt in Wien.
Hans (Johann Nepomuk) Graf Wilczek
Nordpolexpedition 1872 - 1874 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Österreichisch- Ungarische Nordpolexpedition 1872
Auf der Fahrt des Schiffes 'Isbjörn': Auf Deck des Segelschoners 'Isbjörn'. Rechts
stehend Johann Graf Wilczek, neben ihm Commodore Max Baron von Sterneck. Stereofotografie. Burger, Wilhelm; 1872
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
* 7. 12. 1837 Wien, † 27. 1. 1922 ebenda, Forschungsreisender, Förderer von Kunst und Wissenschaft. Rüstete 1872 die Vorexpedition in das Nowaja-Semlja-Meer aus, unterstützte die österreichisch-ungarische Nordpolexpedition finanziell und richtete 1882 aus eigenen Mitteln die österreichische Station auf der Insel Jan Mayen ein. 1875 Präsident der Geographischen Gesellschaft; gründete die "Gesellschaft der Wiener Kunstfreunde"; Mitbegründer der "Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaft" sowie des Rudolfinerhauses in Wien (mit T. Billroth). Er ließ die Burg Kreuzenstein in romantischen Stil wiedererbauen. Nach ihm ist eine Insel des Franz-Joseph-Lands (Wilczek-Insel) benannt.

1872 war er auch Leiter der Zweiten Isbjörn Expedition, deren Zweck es war, ein Kohle- und Proviantdepot für die Polarexpedition zu errichten. Nach dem zufälligen Zusammentreffen von Isbjörn und Tegetthoff und dem Anlegen eines Lebensmitteldepots an der Küste der Barentsinsel erreichte die Isbjörn die Petschora-Mündung, von wo aus Wilczek auf der Petschora und Wolga durch Russland weiterreiste und am 9. November wieder in Wien eintraf. Als Fotograf war Wilhelm Burger mit ihm unterwegs.
Franz-Josef-Land
Franz-Josefs-Land - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Franz-Josef-Land
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Franz-Josef-Land (russisch Земля Франца-Иосифа Semlja Franza Iossifa) ist eine Inselgruppe im Nordpolarmeer nördlich der großen Doppelinsel Nowaja Semlja und gehört zur Oblast Archangelsk in Russland. Benannt wurde sie nach Österreich-Ungarns Monarchen Franz Joseph I. Das Kap Fligely bei 81° 51′ n. Br. auf der Rudolf-Insel (Ostrow Rudolfa) ist der nördlichste Landpunkt Eurasiens. In einigen geographischen Abhandlungen sowie (u. a. englischsprachigen) Beiträgen wird Franz-Josef-Land zu Asien gezählt. Auf Franz-Josef-Land scheint vom 10. April bis 5. September die Sonne, die allerdings nie sehr hoch steigt (max. 33°). Die Zufahrt ist nur wenige Sommerwochen (und nicht in jedem Jahr) eisfrei und für Besucher praktisch nur auf einer der sporadisch durchgeführten Eisbrecher-Kreuzfahrten möglich. Landexpeditionen sind in der Regel nicht erlaubt, doch gibt es Ausnahmen wie für die Payer-Weyprecht-Gedächtnisexpedition 2005
Franz-Josefs-Land - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Franz-Josef-Land
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Inselgruppe liegt östlich von Spitzbergen und nordwestlich der Inselgruppe Sewernaja Semlja (Nordland). Sie ist durch Fjorde, Buchten und meist zugefrorene Meerengen unterteilt. Zwischen Spitzbergen und Franz-Josef-Land befindet sich noch die zu Russland gehörende Victoria-Insel. Der nördlichste Punkt Franz-Josef-Lands ist ca. 900 km vom geographischen Nordpol entfernt. Nur Grönland und die ihm nördlich vorgelagerten kleinen Eilande wie die Kaffeklubben-Insel sowie die Ellesmere-Insel im kanadisch-arktischen Archipel liegen näher am Pol. Die südlichste Insel Franz-Josef-Lands ist etwa 370 km von Nowaja Semlja entfernt. Die Barentssee wird im Norden von Franz-Josef-Land begrenzt. Die Gesamtfläche der Inseln beträgt 16.090 km² (etwa die Größe der Steiermark oder Thüringens). Es wurden 191 Inseln gezählt (andere Quelle: 187 Inseln), die zu 85 % ständig mit Eis bedeckt sind. Damit weist die Inselgruppe die höchste Vergletscherungsrate aller arktischen Länder auf. Die mittlere Eisdicke beträgt 180 m. Etwa 60 % der Küstenlinie werden von Gletschern gebildet. Die Inselgruppe ist vulkanischen Ursprungs, die höchste Erhebung (614 m ü. NN) liegt auf der Wiener-Neustadt-Insel (ostrow Winer Neischtadt). Die Zeitzonen sind für die 160 km westlich des Archipels gelegene Ostrow Wiktorija (Victoria-Insel) MEZ +1 Stunde und für den Rest MEZ +2 Stunden.
Franz-Josefs-Land - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Franz-Josef-Land, Northbrook-Insel.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
So nah am Nordpol ist die Vegetation sehr spärlich. Sie bedeckt nur 10 % der eisfreien Fläche. Nur unterhalb von Vogelfelsen gibt es aufgrund der Düngung geschlossene Vegetationsflächen. Verbreitet sind vor allem Flechten, die in über 100 Arten heimisch sind. Einige Grasarten und die wenigen Blütenpflanzen, die im Frühsommer eine kurze Blüte erleben, kommen nur bis zu einer Höhe von 130 m vor. Bis zu 175 m Höhe, dominieren Moose und Flechten, darüber nur noch Flechten.[1] In manchen von der Sonne beschienenen Schneefeldern bilden sich in den oberen Schichten des tauenden Schnees sehr farbenprächtige Eisalgen zum Beispiel in scharlachrot oder grasgrün. Auf Franz-Josef-Land wurden 41 Vogelarten beobachtet, von denen 14 hier auch brüten. Die Anzahl der brütenden Arten nimmt innerhalb des Archipels von Südwesten nach Nordosten ab. Am häufigsten sind Meeresvögel wie Eissturmvögel, Möwen, Lummen und Krabbentaucher. An Landsäugetieren sind nur der Eisbär und in geringer Zahl der Polarfuchs heimisch. Verbreitete Meeressäuger sind Sattelrobben, Ringelrobben und Bartrobben. Auch das Walross ist nicht selten. Im Meer lebt eine kleine Population des Grönlandwals.
Franz-Josefs-Land - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Franz-Josef-Land
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Im April/Mai 2005 reiste die Payer-Weyprecht-Gedächtnisexpedition mit einer Sondereinreisegenehmigung nach Franz-Josef-Land. Die moderne Kleinexpedition, bestehend aus den Österreichern Christoph Höbenreich (Expeditionsleiter) und Robert Mühlthaler, den Russen Viktor Bojarski und Nikita Ovsianikov sowie dem Polarhund Nanuk, durchquerte Franz-Josef-Land mit Ski und Schlitten auf den Spuren von Julius Payer, um die historische Leistung der Pioniere zu würdigen. Die Expedition hinterließ am Kap Tirol eine bronzene Gedenktafel.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Nordpolexpedition" der
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Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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