Der OPEC-Überfall
Terroristen nahmen elf Minister der OPEC-Staaten als Geiseln
21. bis 23. Dezember 1975
Bevor sich Carlos als Letzter in das Flugzeug begab, gab er ebenfalls Rösch die Hand
und entbot Grüße an Kreisky, der klug gehandelt habe; 22. Dezember 1975.
Quelle: www.rundschau-online.de/opec-terroranschlag-reise-in-die-70er-jahre
Die OPEC-Geiselnahme war die Folge eines Überfalls auf das Hauptquartier der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) in Wien Ende Dezember 1975. Terroristen nahmen dabei ,elf Minister der OPEC-Staaten, weitere Delegationsmitglieder sowie deren Mitarbeiter (gesamt 62 Personen), gefangen und ermordeten drei Menschen. Anführer der sich selbst als Arm der arabischen Revolution bezeichnenden Gruppe war Ilich Ramírez Sánchez (Carlos, der Schakal).
Hotel Hilton Im 3. Wiener Bezirk Landstraße. Teilansicht der Rückfront schräg von links
mit Teil der Fußgängerbrücke vom Hotel über den Heumarkt zum Stadtpark; 1976.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am 21. Dezember 1975 fuhr das sechsköpfige Terrorkommando am späten Vormittag vom Hotel Hilton nahe dem Stadtpark, wo die Terroristen Zimmer gemietet hatten, mit der Straßenbahn über die Ringstraße. An der Haltestelle Schottentor stiegen die Terroristen aus und gingen die wenigen Meter bis zur OPEC-Zentrale am Wiener Dr.-Karl-Lueger-Ring. Die Terroristen betraten um 11:45 Uhr die OPEC-Zentrale, ohne dass sie sich zuvor hatten ausweisen müssen oder ihre mit Waffen und Sprengstoff bepackten Taschen kontrolliert worden wären. Dann gingen sie zum Konferenzsaal im ersten Stock des Gebäudes, wo elf Minister sowie hochrangige OPEC-Vertreter über eine eventuelle Erhöhung der Erdölpreise berieten.
Opec Sitzung in Wien; 1975.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Gebäude der Opec-Konferenz in Wien während des Überfalls 1975.
Quelle: www.spiegel.de/prozess-um-opec-attentat-sonja-suder-und-christian-gauger
Im Hausflur hielten sich rund 30 internationale Journalisten auf. Zwei Beamte der Polizei in Zivil bewachten die Gänge und den Konferenzsaal. Die Terroristen zogen ihre Schusswaffen. Einer der Polizeibeamten, der 65-jährige und kurz vor seiner Pensionierung stehende Anton Tichler, stellte sich Carlos entgegen. „Sind Sie Polizist?“ fragte ihn dessen deutsche Komplizin Gabriele Kröcher-Tiedemann, genannt Nada. Als der Polizist die Frage bejahte, schoss die Terroristin angeblich auf ihn und verletzte ihn dabei tödlich. Außerdem soll sie den irakischen OPEC-Angestellten Alaa Hassan Khafali getötet haben, der sich den Terroristen entgegenstellte.
Die Terroristen konnten etwa 62 Personen in ihre Gewalt bringen, darunter alle elf Minister der OPEC-Staaten sowie weitere Delegationsmitglieder und deren Mitarbeiter. Der libysche Delegierte Jusuf al-Azmarly, der einem der Täter die Schusswaffe entreißen wollte, wurde von Carlos erschossen.
Polizisten umstellten das Wiener Gebäude bei dem Überfall auf die Opec-Konferenz..
Quelle: www.spiegel.de/prozess-um-opec-attentat-sonja-suder-und-christian-gauger
Nachdem wenige Minuten später die ersten Polizeikräfte eintrafen, schossen die Terroristen aus den straßenseitigen Fenstern. Drei Beamte versuchten, in das Gebäude einzudringen, und stürmten die Treppe hinauf.
Daraufhin eröffnete der deutsche Terrorist Hans-Joachim Klein das Feuer.
Auch eine Handgranate wurde von den Terroristen geworfen.
Der Sicherheitswachebeamte Kurt Leopolder von der Wiener Alarmabteilung wurde dabei von einem Projektil getroffen, konnte jedoch das Feuer erwidern. "In Orsch haben s' mi g'schossen – aber den hab' i derwischt!", kommentierte ein Polizist den Schusswechsel mit den Terroristen. Klein erlitt dabei einen Bauchschuss.
Sanitäter transportieren einen verletzten Polizeibeamten aus dem OPEC-Gebäude in Wien ab.
Quelle: www.krone.at/der-terror-schlug-auch-bei-uns-schon-gnadenlos-zu
Später überbrachte eine OPEC-Mitarbeiterin eine Botschaft der Terroristen. Darin wurde um eine „Feuerpause“ ersucht, um die beiden Schwerverletzten, den Polizeibeamten sowie den Terroristen Klein, in ein Krankenhaus zu bringen. Klein wurde ins Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) transportiert. Dort wurde festgestellt, dass ein Querschläger bei ihm schwere Verletzungen im Bauchraum verursacht hatte, wobei das Projektil in der Wirbelsäule steckte.
Terrorist Hans-Joachim Klein erlitt einen Bauchschuss.
Quelle: kurier.at/ueberfall-auf-die-opec-vor-40-jahren-kam-der-terror-nach-wien
Hans-Joachim Klein wird ins Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) transportiert.
Quelle: derstandard.at/40-Jahre-OPEC-Ueberfall-Terror-auf-der-Insel-der-Seligen
Zunächst verlangten die Terroristen ein Gespräch mit dem libyschen Botschafter
in Wien. Dieser war zu dieser Zeit aber in Prag. Stattdessen sprachen sie mit
dem irakischen Geschäftsträger. Danach schickten sie den algerischen Ölminister Abdesselam aus dem OPEC-Gebäude, der ein sechseinhalbseitiges Kommuniqué
in französischer Sprache übergeben sollte. Dieses Kommuniqué sollte
im Zweistundentakt im Rundfunk verlesen werden,
ansonsten werde jede Viertelstunde eine Geisel erschossen.
 Die vom „Arm der arabischen Revolution“
- so die Selbstbezeichnung des Terrorkommandos -
in dem Kommuniqué geäußerten Meinungen und Forderungen waren:
Israel dürfe von keinem muslimischen Staat anerkannt werden
Erklärung des Irans zum Agenten des amerikanischen Imperialismus
die Erdölquellen im arabischen Raum sollten verstaatlicht werden
die Ölstaaten sollten den palästinensischen Widerstand finanzieren
Das arabische Volk sei von einem „gewaltigen Komplott“ bedroht, an dem der „amerikanische Imperialismus“, „zionistische Aggressoren“ sowie „kapitulationsbereite“ arabische Regierungen beteiligt seien
Am Ende des Kommuniqués gab es eine Entschuldigung der Terroristen
„für die Schwierigkeiten, die unsere Aktion dem
friedliebenden österreichischen Volk gebracht haben“
.
Als Vermittler zu den Terroristen trat der Geschäftsträger der irakischen Botschaft, Riyadh al-Azzawi, auf, der sich selbst den Sicherheitsbehörden dafür angeboten hatte. Die Terroristen, die sich mit Amphetamin-Substanzen wachhielten, wollten am folgenden Tag um sieben Uhr früh mit einem Autobus zum Flughafen Wien-Schwechat gebracht werden, wo ein Flugzeug bereitstehen sollte.
Bundeskanzler Bruno Kreisky bei einem Staatsbesuch in Quatar, 1981.
Quelle: Siftung Bruno Kreisky Archiv - www.kreisky100.at/meilensteine/index
Pressekonferenz mit Willi Brandt und Yassir Arafat in Wien; 1979.
Quelle: Siftung Bruno Kreisky Archiv - www.kreisky100.at/meilensteine/index
Im Bundeskanzleramt versammelten sich die Regierungsmitglieder zu einem außerordentlichen Ministerrat. Bundeskanzler Bruno Kreisky unterbrach seinen Skiurlaub am Arlberg und traf gegen 18 Uhr in Wien ein. Kreisky erklärte sich mit der Verlesung des Kommuniqués im Radio einverstanden.
Der von Kreisky geleitete Krisenstab stellte
Bedingungen für den freien Abzug der Terroristen:
Alle Geiseln müssten sich damit einverstanden erklären, ausgeflogen zu werden.
Alle Geiseln müssten nach der ersten Landung freigelassen werden.
Alle Österreicher sowie die in Österreich lebenden OPEC-Mitarbeiter müssten vor dem Abflug freigelassen werden.
Die Terroristen nahmen die Bedingungen an, verlangten jedoch,
dass der schwerverletzte Klein mitfliegen müsse.
In einer Presseerklärung ließ Bundeskanzler Kreisky verlautbaren:
„Das oberste Gebot ist, Menschenleben zu retten. Es ist schon genug Unglück geschehen, und da wir wissen, dass die Drohungen sehr, sehr ernst zu nehmen sind, bestimmt das nicht zuletzt unser Handeln.“
Wie vereinbart, stand am Morgen des 22. Dezember ein Post-Autobus
- die Zielangabe über der Windschutzscheibe meldete „Sonderfahrt“ -
 vor dem OPEC-Gebäude. Die OPEC-Angestellten wurden von den Terroristen freigelassen, die kurz vor acht Uhr den Bus mit den 33 verbliebenen Geiseln – die elf Minister sowie 22 Delegierte – betraten. Dann fuhr der Bus in Begleitung von Streifenwagen zum Flughafen Wien-Schwechat.
Die Fahrt im Bus zum Flughafen; 22. Dezember 1975.
Quelle: diepresse.com/Opec_Vor-dem-Terror-sagten-sie-noch-Gruess-Gott
Der Terrorist Klein wurde mit dem Krankenwagen zum Flughafen gebracht. Dabei wurde er vom Wiener Internisten Wiriya Rawenduzy (1929–2011) begleitet, der auch als Arzt beim österreichischen Roten Kreuz tätig war. Rawenduzy, ein irakischer Kurde, der Mitte der 1950er Jahre zum Medizinstudium nach Wien gekommen war, hörte im Radio vom Überfall und bot im OPEC-Gebäude seine Dienste an. Er kannte viele Mitarbeiter der Erdölorganisation und war zudem Übersetzer für Arabisch und Persisch. Robert Danzinger († 1990, Alter: 63), ein hoher Polizeibeamter und designierter Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, übernahm die Leitung des Einsatzes, da der noch amtierende Generaldirektor, Oswald Peterlunger (1909–1985), sich in die Angelegenheit nicht mehr hatte einmischen wollen. Danzinger sprach Rawenduzy an und fragte ihn im Namen Kreiskys, ob er bereit wäre, als Arzt den verletzten Terroristen auf dem Flug zu begleiten und medizinisch zu versorgen. Zuvor hatte bereits ein anderer angefragter Arzt mit Hinweis auf seine Familie diese Anfrage abgelehnt. Rawenduzy sagte zu.
Direkt vor dem heckseitigen Treppenaufgang zur Maschine schüttelten der Vermittler
Riyadh al-Azzawi sowie der dort eingetroffene Innenminister Otto Rösch jeder Geisel die Hand.
Quelle: www.rundschau-online.de/opec-terroranschlag-reise-in-die-70er-jahre
Den Terroristen wurde eine DC-9 der Austrian Airlines (AUA) zur Verfügung gestellt, die österreichischen AUA-Piloten Manfred Pollak und Otto Herold hatten sich für diesen Flug freiwillig gemeldet. Nachdem der Bus auf dem Rollfeld angekommen war, stieg Carlos aus und begab sich in das Innere des Flugzeugs, verließ es jedoch bald wieder. Direkt vor dem heckseitigen Treppenaufgang zur Maschine schüttelten der Vermittler Riyadh al-Azzawi sowie der dort eingetroffene Innenminister Otto Rösch jeder Geisel die Hand. Bevor sich Carlos als Letzter in das Flugzeug begab, gab er ebenfalls Rösch die Hand und entbot Grüße an Kreisky, der klug gehandelt habe. Bilder dieses Handschlags gingen um die Welt, in internationalen Medien gab es dafür viel Kritik. In der deutschen Tageszeitung Die Welt wurde das Bild mit den Worten kommentiert: „Danke verbindlichst für die reibungslose Abfertigung.“ Carlos hätte ihm die Hand entgegengestreckt, welche dieser „im Reflex“, wie Rösch sich rechtfertigte, ergriffen habe. Röschs Handschlag mit Carlos wurde in den österreichischen Medien noch über Jahre hinweg immer wieder diskutiert, insbesondere 1985 in der Affaire Frischenschlager (Handschlag mit dem Kriegsverbrecher Walter Reder, 1915–1991).
Salzburger Nachrichten vom 17. April 2015: "OPEC-Terror in Wien" (Pressreader).
Quelle: www.pressreader.com/salzburger-nachrichten/20150417/282059095531852
Das Flugzeug verließ Österreich zunächst mit unbekanntem Kurs. Erst in der Luft erfuhren die Piloten vom Zielort Algier. Dort konnte der angeschossene, schwer verletzte Klein in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Außerdem wurden einige Geiseln freigelassen. Der Flug wurde nach Tripolis fortgesetzt, der libysche und algerische Ölminister und vier weitere Geiseln verließen die Maschine. Die Terroristen sowie die restlichen Geiseln blieben an Bord.
Bundeskanzler Bruno Kreisky ehrt die bei dem
 "OPEC - Überfall diensthabenden Einsatzkräfte"; trinken Sekt; 1976.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Flugzeug flog am 23. Dezember 1975 zurück nach Algier. Dort wurden gegen die Zusicherung freien Geleites für die Terroristen die letzten beiden Geiseln, der saudische und iranische Ölminister, freigelassen. Die Terroristen wurden in einer Villa untergebracht. Österreich verlangte daraufhin die Auslieferung der Terroristen.
Ehrungen betreffend OPEC-Überfall durchgeführt von Verkehrsminister Erwin Lanc.
Verkehrsminister Erwin Lanc (ab 8. Juni 1977 Innenminister) hält Rede vor den Betroffenen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Dies wurde jedoch von Algerien mit der Begründung abgelehnt, dass es kein Auslieferungsabkommen mit Österreich gebe. Carlos und seine Mittäter konnten am 31. Dezember 1975 ungehindert nach Libyen ausreisen. Medienberichten zufolge hatte Carlos von libyscher Seite den Auftrag erhalten, den saudi-arabischen Ölminister Yamani sowie dessen iranischen Kollegen Jamshid Amuzegar zu ermorden, beide hätten sich aber mit einer hohen Summe bei Carlos freigekauft.
Bundeskanzler Bruno Kreisky gibt eine Erklärung zur wirtschaftlichen Situation vor dem
Nationalrat ab. Neben ihm auf der Regierungsbank sitzt Innenminister Otto Rösch. 01.07.1975.
© Parlamentsdirektion - www.parlament.gv.at
Die Geiselnahme fand in den damaligen Büroräumen der OPEC am ehemaligen Dr.-Karl-Lueger-Ring (heute Universitätsring), gegenüber dem Hauptgebäude der Universität Wien statt, nicht wie oft fälschlich berichtet wird im erst 1977 bezogenen OPEC-Gebäude am Wiener Donaukanal. Zwar existiert das Bürogebäude, in dem 1975 die OPEC-Konferenz stattfand, in seinen Grundzügen noch immer, nach einer Asbest-Entsorgung hat sich jedoch das Aussehen sowohl außen wie innen komplett verändert. Nichts erinnert mehr an die Zeit der Geiselnahme.
Identifizierte Täter des OPEC Überfalls:
Ilich Ramírez Sánchez alias Carlos:
seit 1994 lebenslange Haft in französischem Gefängnis
Hans-Joachim Klein:
2001 in Deutschland verurteilt, 2003 vorzeitig entlassen
Gabriele Kröcher-Tiedemann alias Nada:
1990 von der Mordanklage freigesprochen; † 1995
Anis Al-Nakasch:
1985 zu lebenslanger Haft verurteilt, 1995 freigelassen
Fahndungsbilder von Ilich Ramírez Sánchez, "Carlos" und "Carlos, der Schakal"
Quelle: Internet - www.google.at
Ilich Ramírez Sánchez (* 12. Oktober 1949 in Michelena, Táchira) bekannt als Carlos und Carlos, der Schakal, ist ein venezolanischer Terrorist, der für zahlreiche internationale Anschläge ab 1973 verantwortlich ist. Seit 1994 ist er in Frankreich inhaftiert, wo er 1997, 2011 und 2017 jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.
Ilich Ramírez Sánchez, "Carlos", "Carlos the Jackal" und "Carlos, der Schakal"
Fahndungsblatt mit Fingerabdruck von Ilich Ramírez Sánchez.
Quelle: Internet - www.google.at
Von Beirut aus nahm Carlos an der Planung des Angriffs auf das OPEC-Hauptquartier in Wien teil. Am 21. Dezember 1975 führte er das sechsköpfige Team an, das die Attacke auf das Treffen der OPEC-Führer durchführte, drei Personen tötete und 60 Geiseln nahm. Am folgenden Tag wurde den Terroristen ein Flugzeug zur Verfügung gestellt, in welchem sie 42 Geiseln mit nach Algier nahmen, 30 der Entführten ließen sie dort frei. Anschließend flog die Douglas DC-9 nach Tripolis, wo weitere Geiseln freikamen, und kehrte wieder nach Algier zurück. Hier wurden auch die restlichen Geiseln freigelassen; den Terroristen wurde Asyl gewährt. Ramírez Sánchez verließ kurz darauf Algerien, ging nach Libyen und darauf in den Südjemen, wo er in Aden an einem Treffen führender PFLP-Mitglieder teilnahm. Hier musste er sich dafür rechtfertigen, dass er den saudi-arabischen und iranischen Ölminister, nicht exekutiert hatte. Angeblich hatte er auch Teile des Lösegeldes unterschlagen.
Ilich Ramírez Sánchez, "Carlos", "Carlos the Jackal" und "Carlos, der Schakal"
In der sudanesischen Hauptstadt Khartum wird er 1994 verhaftet,
an französische Agenten übergeben und nach Paris überführt.
Quelle: www.20min.ch/Terrorist-Carlos-soll-nie-mehr-freikommen
Die französischen und US-amerikanischen Geheimdienste machten den sudanesischen Behörden mehrere Angebote für seine Auslieferung. Ausschlaggebend für seine letztendliche Verhaftung war möglicherweise Carlos' playboyhaftes Leben, das einige islamische Fundamentalisten erzürnte. Am 14. August 1994 wurde er an französische Agenten übergeben, die ihn nach Paris überstellten. Er wurde wegen seiner Pariser Morde von 1975 angeklagt und wartete im Gefängnis La Santé in Paris auf seinen Prozess. Dieser begann am 12. Dezember 1997. Am 23. Dezember wurde er schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.
Ausweis von Ilich Ramírez Sánchez im höchsten Sicherheitsgefängnis in Frankreich.
Quelle: www.elconfidencial.com/antonio-salas-el-chacal-me-convirtio-en-el-gestor-de-su-web
In der Haft konvertierte Ramírez Sánchez zum Islam. Er trat in einen Briefwechsel mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez ein und veröffentlichte im Juni 2003 das Buch Revolutionärer Islam, in dem er versucht, Terrorismus als ein Mittel des Freiheitskampfes zu erklären und zu verteidigen. Er äußerte auch seine Unterstützung für Osama bin Laden und die Terroranschläge am 11. September 2001. Seit 2005 schreibt er unter seinem muslimischen Namen, Salim Muhammed, Artikel für die illegale Monatszeitschrift Aylık der türkischen militant-islamistischen Organisation İBDA-C. In einer Individualbeschwerde wandte er sich vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen seine Haftbedingungen. Die Beschwerde wurde in erster und zweiter Instanz abgewiesen. „Angesichts der Persönlichkeit und außerordentlichen Gefährlichkeit“ des Häftlings könne die Maßnahme nicht als menschenunwürdige Behandlung eingestuft werden.
Ilich Ramirez Sanchez, wird in Handschellen und von Gendarmen bewacht,
zu einer Verhandlung in Paris am 7. März 2001 vorgeführt.
Quelle: www.gettyimages.at/fotos/ilich-ramirez-sanchez?
Vor allem im englischen Sprachraum wurde Ramírez Sánchez oft als "Carlos the Jackal" ("Carlos, der Schakal") bezeichnet. Dieser von englischen Boulevardzeitungen eingeführte Spitzname geht auf Berichte zurück, bei der polizeilichen Durchsuchung eines Quartiers des Terroristen in London sei ein Exemplar des Kriminalromans The Day of the Jackal (Der Schakal) von Frederick Forsyth gefunden worden.
Verfilmungen: Im deutschen Spielfilm "Drei gegen Drei" der Band Trio von 1985 werden drei südamerikanische Generäle von einem Terroristen namens Carlos getötet. 1997 wurde eine größtenteils fiktive Geschichte mit dem Titel "The Assignment – Der Auftrag" um den langjährigen Versuch verfilmt, Carlos zu fassen. Carlos wird von Aidan Quinn gespielt. In weiteren Hauptrollen sind Donald Sutherland und Ben Kingsley als CIA- bzw. Mossad-Agenten zu sehen. 2009 wurde unter der Regie von Olivier Assayas das Leben von Carlos (gespielt vom Venezolaner Édgar Ramírez) aufwendig verfilmt als Carlos, le prix du chacal bzw. in Deutschland unter dem Titel "Carlos – Der Schakal". Der Film hält sich nur bedingt an die historischen Fakten.
Fahnundungsfoto von Hans-Joachim Klein, rechts: Hans-Joachim Klein (vorn),
der französische Philosoph Jean-Paul Sartre und der Terroristen-Verteidiger
Klaus Croissant auf dem Weg nach Stammheim 12 April 1974.
Quelle: www.welt.de/Angst-vor-Uranterrorismus-fuehrte-zu-einem-boesen-Eigentor
Hans-Joachim Klein (* 21. Dezember 1947 in Frankfurt am Main) war Mitglied der Revolutionären Zellen (RZ). 1975 beteiligte er sich an der OPEC-Geiselnahme. Danach sagte er sich vom Terrorismus los und lebte bis zu seiner Verhaftung 1998 im Untergrund in Frankreich. 2001 wurde er zu neun Jahren Haft verurteilt und 2003 auf Bewährung entlassen. Seitdem lebt er wieder in Frankreich.
Verfilmungen: Im französischen Film "Carlos – Der Schakal"
aus dem Jahre 2010 wird er von Christoph Bach dargestellt.
Fahnundungsblatt von Gabriele Kröcher-Tiedemann, rechts Fahndungsfoto 1979.
Quelle: Internet - www.google.at
Gabriele Kröcher-Tiedemann (* 18. Mai 1951 in Ziegendorf in Mecklenburg; † 7. Oktober 1995) war eine deutsche Terroristin aus dem Umfeld der West-Berliner Haschrebellen. Sie war 1972 in Berlin Gründungsmitglied der Bewegung 2. Juni. Nach ihrem Aufenthalt im Südjemen im Anschluss an die Lorenz-Entführung soll sie Kontakte zur Rote Armee Fraktion (RAF) gehabt haben. Sie wird oft zur „zweiten Generation“ der RAF gezählt. 1991 wurde sie aus der Haft entlassen. Schon in der Haft hatte sie sich vom Terrorismus losgesagt und die Scheidung von Norbert Kröcher betrieben. 1992 erkrankte sie an Krebs, musste sich mehreren Operationen unterziehen und starb am 7. Oktober 1995 mit 44 Jahren.
Verfilmungen: In der Fernsehdokumentation Tage des Terrors aus dem Jahr 2005 wurde sie von Christina Grün dargestellt. Im französischen "Carlos – Der Schakal"
aus dem Jahre 2010 übernahm Julia Hummer ihre Rolle.
Fahnundungsfotos von 1978: Sonja Suder und Christian Gauger.
Quelle: www.hna.de/politik/terror-rentner-gericht
Sonja Suder und Christian Gauger: Vor fast 40 Jahren soll Gauger den Überfall auf die Opec-Konferenz in Wien unter dem Kommando des Venezolaners Ilich Ramirez Sanchez alias Carlos entscheidend mitvorbereitet haben. Im Frankfurter Stadtwald, so die Staatsanwaltschaft, habe Suder sich konspirativ mit Hans-Joachim Klein getroffen und ihn als Attentäter gewonnen. Auch habe sie Waffen und Sprengstoff beschafft. Gauger ist hingegen nicht wegen des Opec-Attentats angeklagt. Tatsächlich war Klein an dem Überfall mit drei Toten am 21. Dezember 1975 beteiligt und wurde dabei selbst durch einen Schuss verletzt. Er wurde 2001 zu neun Jahren Haft verurteilt und 2009 begnadigt. Er profitierte von der Kronzeugenregelung, als er Hinweise auf Suder gab. Auch wenn Suder selber gar nicht an dem Wiener Überfall beteiligt war, sei sie doch mitverantwortlich für die drei Toten, meint die Staatsanwaltschaft (rundschau-online).
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "OPEC-Geiselnahme" der
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Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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