Die Ringstraßenpalais
Ein Sinnbild der damaligen Gründerzeit (Belle Epoque)
1867 - 1914
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Durchblick vom Schwarzenbergplatz gegen die Museen im Hintergrund.
Links vorne das Hotel Imperial (Palais Württemberg); um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ringstraßenpalais ist der Begriff für prachtvolle Palais an der Wiener Ringstraße. Diese Gebäude wurden meistens vom alten Adel oder von Bankiers und Großindustriellen (sogenannte "Ringstraßenbarone") im späten 19. Jahrhundert erbaut. Die Palais wurden im Ringstraßenstil erbaut, eine Mischung von Neobarock und Neorenaissance, dem Neomanierismus. Der Begriff Palais wurde etwa ab 1990 aus Marketinggründen auch für Gebäude verwendet, die, historisch gesehen, niemals Palais waren; diese sind hier nicht angeführt.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Stadtansicht mit dem Palais Coburg im 19. Jahrhundert.
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Die Ringstraßenpalais waren im Gegensatz zu älteren Wiener Stadtpalais im historischen Stadtkern meist höher und größer gebaut, mit damals modernen Einrichtungen wie Aufzügen, fließendem kalten und warmen Wasser, Sanitäreinrichtungen, elektrischem Strom und Zentralheizungen. Meist wurde nur ein Teil der sehr repräsentativen Gebäude für die Familie selber verwendet, der Rest wurde an Unternehmen oder für andere Zwecke vermietet. Einige Ringstraßenpalais wurden auch von Mitgliedern der kaiserlichen Familie errichtet, wie das Palais Erzherzog Wilhelm und Palais Erzherzog Ludwig Viktor.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palais Wertheim: Fassade 'Steyr-Daimler-Puch A.G.' Ring/Canovagasse; 1938 - 1945.
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Bekannt wurde das Palais Lieben-Auspitz, in dem Berta Zuckerkandl ihren berühmten literarischen Salon führte, dem bedeutendsten Salon in Wien neben dem der Baronin Todesco in der Kärntner Straße. Die Ringstraßenpalais sind ein Sinnbild der damaligen Gründerzeit (Belle Epoque). Aufstieg, Glanz und Niedergang dieser Zeit wurden in der Fernsehserie Ringstraßenpalais in den 1980er Jahren verfilmt. Drehort war das Palais Schey von Koromla neben dem Burggarten. Nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg verloren die Ringstraßenpalais langsam ihre primäre Funktion als repräsentative Stadtresidenzen ihrer Erbauer und Besitzer.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palais Ephrussi: Front Schottengasse. 3 Stockwerke,
aufgenommen aus Einmündung der Schottenbastei. ;1940.
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 Vor und während des Zweiten Weltkrieges „arisierten“ die Nationalsozialisten Palais in jüdischem Besitz wie das Palais Ephrussi mit wertvollem Mobiliar. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges überdauerten sämtliche Palais äußerlich relativ unbeschädigt. Die Gebäude sind aber nach wie vor sehr begehrt; der größte Teil der Gebäude wird zum Wohnen verwendet, Firmen haben ihren repräsentativen Hauptstadtsitz, manche wurden in Luxushotels umgewandelt.
Zu den Ringstraßenpalais gehören folgende Gebäude:
Palais Colloredo-Mansfeld
Zedlitzgasse 8, Parkring 6, 1010 Wien
Es wurde im Jahre 1865 von Johann Romano von Ringe und August Schwendenwein von Lanauberg für das Fürstengeschlecht Colloredo-Mansfeld in strenghistoristischem Stil in Form der Wiener Neorenaissance erbaut.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Colloredo-Mansfeld, Front zur Waaggasse.
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Die Fassaden in der Zedlitzgasse und am Parkring sind bis auf den Portalbereich nahezu identisch. Über einer gequaderten Sockelzone mit Souterrainfenster mit schönen Schmiedeeisengittern und mit Keilsteinen gerahmten Fenstern erhebt sich eine dreigeschossige Oberzone.
Palais Dumba
Parkring 4 / Ecke Zedlitzgasse, 1010 Wien
Das Palais Dumba wurde in den Jahren 1865 bis 1866 vom bekannten Wiener Architektenduo Johann Romano von Ringe und August Schwendenwein von Lanauberg im Auftrag von Nikolaus Dumba als ein großes U-förmiges Eckhaus im Wiener Neorenaissancestil errichtet.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Palais Dumba am Parkring; 2011.
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Der Industrielle und Politiker griechischer Abstammung war vor allem in Wien als Kunstmäzen und Musikfreund bekannt. Heute beherbergt das eher unauffällige, fünfgeschoßige Palais Wohnungen sowie im Erdgeschoss mehrere Geschäftslokale. Bekannt wurde das Palais vor allem dank seiner reichlichen Innenausstattung, die jedoch großteils im Jahre 1937 im Dorotheum versteigert wurde.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Bibliothek im Palais Dumba, nach Rudolf von Alt; 1877.
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Das reich verzierte Arbeitszimmer des Palais wurde vom bekannten Künstler Hans Makart geschaffen. Weiters beteiligten sich auch Gustav Klimt und Friedrich Schilcher. Ihre Supraporten verbrannten jedoch während des Zweiten Weltkrieges. Die ehemalige reiche Ausstattung wurde jedoch auf einigen Aquarellen von Rudolf von Alt beziehungsweise auf Fotografien festgehalten.
Palais Ephrussi
Universitätsring 14, 1010 Wien
Das Palais Ephrussi ist ein Ringstraßenpalais in der Inneren Stadt (1. Bezirk) in Wien am Universitätsring 14; die ursprüngliche Adresse lautete Franzensring 24, 1934–2012 Dr.-Karl-Lueger-Ring 14. Das Palais liegt an der Ringstraße gegenüber dem Verkehrsknotenpunkt Schottentor, benannt nach einem nicht mehr vorhandenen Stadttor, seit 1980 mit der U-Bahn-Station Schottentor der Linie U2.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Fassade des Palais Ephrussi am damaligen Franzensring in Teilansicht; um 1875.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Palais wurde von Theophil von Hansen 1872 bis 1873 in der Entstehungszeit der Wiener Ringstraße für den aus Odessa stammenden Bankier Ignaz von Ephrussi erbaut. Von diesem Architekten stammen auch einige andere bedeutende Bauwerke des Historismus im Bereich der Ringstraße wie das Parlamentsgebäude, der Wiener Musikverein, die Börse, das Palais Epstein und der Heinrichhof. Im Gegensatz zum Heinrichhof plante Hansen dieses Gebäude aber nicht als Wohnhof, sondern als Palais. Dies bezeugen das prächtige Vestibül, die Prunkstiege und die herrschaftlichen Wohnräume. Im glasüberdachten Innenhof befindet sich ein Brunnen mit einer Terrakottafigur des Apollo.
Palais Epstein
Dr.-Karl-Renner-Ring 1 / Ecke Bellariastraße, 1010 Wien
Das Palais Epstein in Wien wurde im typischen Stil des Historismus an der kurz zuvor angelegten Wiener Ringstraße errichtet und befindet sich zwischen dem Parlament, dem ehemaligen k.k. Reichsratsgebäude, und dem Naturhistorischen Museum am Dr.-Karl-Renner-Ring 1 (früher Burgring 9), Ecke Bellariastraße.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palais Epstein, Gesamtaufnahme von links über Eck, bald nach der Erbauung; nach 1871.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Auftrag des aus Prag stammenden jüdischen Bankiers Gustav von Epstein wurde das Palais Epstein vom dänischen Baumeister Theophil von Hansen im historistischen Stil der Neorenaissance zwischen 1868 und 1871 gebaut. Damals bestanden die prominenten Nachbargebäude noch nicht einmal als Baustellen. Als Bauleiter war der junge Otto Wagner tätig. Im Erdgeschoß wurden die Bankräume eingerichtet, in der darüber liegenden Beletage die prunkvollen Wohnräume der Familie Epstein mit Details wie in die Wände versenkbaren Schiebetüren zwischen den Salons. Auch die nicht marmorgetäfelten Teile der Stiegenhauswände haben eine Oberfläche aus Stucco Lustro (ein u.a. mit Wachs hergestellter Marmor täuschend imitierendender Stuck), der bis heute auch viele Räume des Gebäudes kennzeichnet. An Stelle des Palais hätte ursprünglich das Adelige Casino entstehen sollen, doch der hohe Preis verhinderte dieses Projekt, – das Grundstück war wegen seiner Einzellage zwischen Bellariastraße und Schmerlingplatz, gegenüber dem Volksgarten, und seiner Nähe zur Hofburg und anderen kaiserlichen Bauten das damals teuerste an der Ringstraße und nur für den Bankier finanzierbar.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palais Epstein, Sowjetische Kommandantur: Fassade von links über Eck mit großem
Lenin- und Stalinbild. Im Vordergrund ein Verkehrspolizist; 1947.
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Als Folge des Börsenkrachs von 1873 musste Epstein sein Palais verkaufen, um den Konkurs der Bank abzuwenden. Gekauft wurde es 1876 von der Imperial Continental Gas Association, London, die in Wien Gaswerke und öffentliche Gasbeleuchtung betrieb. Ihr Direktor Henry James Drory wohnte und arbeitete dann hier bis 1899. 1902 gelangte das Gebäude in Staatsbesitz (k.k. Ärar) und wurde Sitz des Verwaltungsgerichtshofs. 1922 musste dieser dem Stadtschulrat für Wien weichen, einer politisch vom Roten Wien dominierten Bundesbehörde, für die die Stadtverwaltung vom Bund einen Sitz möglichst nahe dem Wiener Rathaus verlangt hatte. Dazu wurde das Innere des Palais adaptiert, Wanddekorationen wurden dabei verdeckt und blieben so erhalten.
Palais Erzherzog Ludwig Viktor
Schubertring / Schwarzenbergplatz 1, 1010 Wien
Das Palais Erzherzog Ludwig Viktor ist eines der bedeutendsten Ringstraßenpalais. Es wurde zwischen 1863 und 1866 errichtet und befindet sich am Schwarzenbergplatz. Der Architekt Heinrich Freiherr von Ferstel wurde 1861 beauftragt, auf dem Glacis ein Denkmal für Fürst Schwarzenberg zu errichten und gleichzeitig einen repräsentativ gestalteten Platz mit gleichen Namen anzulegen. Als erstes Bauwerk auf dem Schwarzenbergplatz entstand das Palais von Erzherzog Ludwig Viktor, dem jüngsten Bruder von Kaiser Franz Joseph.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palais Erzherzog Ludwig Viktor: Gesamtansicht über Eck. Aufnahme von der
diagonal gegenüberliegenden Seite der Ringstraße; um 1875.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Er selbst konnte das Palais, das 1866 fertiggestellt worden war, nicht lange für seine außergewöhnlichen Feste nutzen, da „Luzi-Wuzi“, wie er von seinen Freunden genannt wurde, wegen einiger für den Hof unangenehmer Skandale nach Schloss Kleßheim in Salzburg verbannt wurde. Das Palais ist im Stil der italienischen Renaissance nachempfunden. Die Hauptfassade ist zum Schwarzenbergplatz ausgerichtet und wird von einem breiten Mittelrisalit dominiert. Die Gliederung der Stockwerke entspricht der zum Zeitpunkt des Baus vorgesehenen Nutzung. Die Räume im Erdgeschoss waren als Stallungen und Remisen der Kutschen gedacht, im Mezzanin lag der Wohnbereich und im ersten Stock der Festsaal. Darüber befanden sich Bedienstetenwohnungen.
Palais Erzherzog Wilhelm
 Parkring 8, 1010 Wien
Das Palais Erzherzog Wilhelm (auch: Deutschmeister-Palais) ist ein vom dänisch-österreichischen Architekten Theophil von Hansen 1864–1868 errichtetes, historistisches Gebäude der Wiener Ringstraße. Das viergeschoßige Gebäude an der Adresse Parkring 8 war einer der frühesten Ringstraßenbauten. Bauherr war Erzherzog Wilhelm (1827–1894), der Hochmeister des Deutschen Ordens. 1870 verkaufte der Erzherzog das Palais an die Deutschmeister. 1938 bis 1945 war es Sitz der Wiener SS-Zentrale, 1945 bis 1974 diente es als Bundespolizeidirektion Wien.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palais Erzherzog Wilhelm (auch Deutschmeister-Palais); um 1880.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Palais zählt zu den bedeutendsten und dank der vorbildlichen Restaurierung zu den am besten erhaltenen Ringstraßenpalais. Der Bau ist in einen fünfgeschoßigen Mittelrisalit und um ein Geschoß niedrigere Seitentrakte gegliedert. In einer zweigeschoßigen, gequaderten Sockelzone führen drei hohe Rundbogenportale zur zweiläufigen Prunkstiege und weiter zu den ehemaligen Stallungen. In der Beletage ist der Risalit mit einer ionischen Kolonnade mit Balustrade geschmückt. Im Inneren ist ein besonders reich dekorierter Salon mit zwei dunkelgrünen Marmorsäulen als Raumteiler, schwarzem Marmorsockel und rosa Wandfeldern sowie Kassettendecke und der Speisesaal mit angrenzendem Buffet zu nennen.
Palais Gomperz
Kärntner Ring 3, 1010 Wien
Das Palais Gomperz wurde von Ludwig Förster 1860/61 erbaut und von den Brüdern Julius und Max Gomperz erworben, die beide erfolgreich als Bankier in Wien tätig waren. Sie waren wichtige Akteure im Wirtschaftsleben der Monarchie. Julius Gomperz war Mitglied des mährischen Landtags, saß ab 1871/72 im Reichsrat, war ab 1872 Präsident der Brünner jüdischen Gemeinde, wurde erbliches Mitglied des österreichischen Herrenhauses und 1879 in den Adelsstand erhoben.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Palais Gomperz am Kärntner Ring 3.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Thomas Ledl
Max Gomperz wurde 1850 Vizepräsident der Brünner Handelskammer. 1858 übersiedelte er nach Wien, wurde Verwaltungsrat, Präsident und Ehrenpräsident der Creditanstalt für Handel und Gewerbe, betrieb ein Bankhaus, war Präsident der Böhmischen Westbahn und der Prager Eisen-Industriegesellschaft und wurde 1877 in den Adelstand erhoben. Das Palais ist im Stil des Historismus erbaut. Es hat sechs Etagen. Im Erdgeschoss befinden sich mehrere Geschäfte. Unter dem Balkon im zweiten Stockwerk sind vier Statuen aufgestellt, die die vier Musen (Tanz, Poesie, Malerei, Musik) symbolisieren.
Palais Helfert
Parkring 18, 1010 Wien
Baron Joseph Alexander Freiherr von Helfert ließ das Eckpalais von Ludwig Tischler in den Jahren 1871 bis 1873 im Stil der Neu-Wiener Renaissance erbauen. Bei der Umgestaltung in ein Büro- und Wohnhaus wurde das Säulenportal und der darüber liegende Balkon abgerissen und dadurch der Charakter des Palais.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Palais Przibram, Parkring 18, 1010 Wien (auch bekannt als Palais Helfert).
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Die genutete und teilweise rustizierte Fassade besitzt im ersten Stock Ädikulafenster mit halbrunden toskanischen Säulen. Die Fenster des darüber liegenden Stockwerkes haben alternierende Dreiecksgiebel- und Segmentgiebelverdachung sowie Balkone. Das zweite und dritte Geschoss ist durch korinthische Riesenpilaster zusammengefasst. Das Attikageschoss ist durch ein Gurtgesims optisch getrennt und es dominiert der Rundbogen, wobei sich Fenster und Nischen mit Dekorationselementen abwechseln, jeweils durch ionische Pilaster getrennt. Von der Innenausstattung haben sich durch die Umbauten nur wenige Reste erhalten und die sind teilweise durch abgehängte Decken verdeckt, wie etwa die Prunkdecke im Marmorsaal. In den Türfüllungen des ehemaligen Speisesaales, sie stammen aus 1874, sind mythologische Figuren mit Speisen abgebildet.
Palais Henckel von Donnersmarck
Parkring 14 / Weihburggasse 32, 1010 Wien
Bauherr des Palais war der Industrielle Hugo Henckel von Donnersmarck, der es als Geschenk für seine zweite Frau Laura geb. Gräfin Kaszongi in den Jahren 1871 / 1872 bauen ließ. Das Palais wurde von August Schwendenwein und Johann Romano entworfen. In dem Palais wohnte einige Zeit Graf Edmund Zichy (Wien 1811 bis 1894 Wien), der eine bedeutende Persönlichkeit der Ringstraßengesellschaft und Förderer von Kunst und Wissenschaft war. In der Wohnung waren große Teppiche, die er selbst entwarf. Bekannt war die Sammlung indischer und chinesischer Bronzen. Im Jahr 1906 wurde das Palais, nachdem Gräfin Zichy verstorben war, an den Grafen Mir verkauft. Am Giebel ist noch das Monogramm M in der Grafenkrone sichtbar. Als der Graf starb, verkaufte es seine Witwe 1917 an Alberto Marquis de Hohenkubin.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Palais Henckel von Donnersmarck; 2009.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Gryffindor
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus geplündert und beschädigt. 1975 ging das Palais an die Erben des 1972 verstorbenen Marquis. Um diese Zeit stand das Haus aber bereits leer. Die Erben verkauften es zwei Jahre später an die Gemeinde Wien. In den Jahren 1983 bis 1985 wurde es vom Architekturbüro Pfeffer Consult in ein Hotel umgebaut. Gemeinsam mit dem benachbarten Palais Leitenberger beherbergte das Haus bis Ende 2013 das Radisson Blu Hotel.
Palais Königswarter
 Kärntner Ring 4, 1010 Wien
Das Palais Königswarter in Wien ist ein Palais im Ringstraßenstil. Es wurde 1862 am Kärntner Ring 4 im 1. Wiener Gemeindebezirk schräg gegenüber der Wiener Staatsoper erbaut. In dieser Zeit wurden am nach dem Abriss der Stadtmauern neu angelegten Kärntner Ring erstmals Gebäude errichtet.
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Das Palais Königswarterbam Kärntner Ring 4; 2011.
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Auftraggeber war der Bankier Jonas von Königswarter. Das Palais wurde von August Schwendenwein und Johann Romano entworfen. Königswarter, der 1860 in den Ritterstand erhoben worden war, wurde vom Kaiser 1870, ein Jahr vor dem Tod, in den Freiherrenstand erhoben. Von 1890 bis 1940 lebte im dritten Stock des Palais Burgschauspielerin Katharina Schratt, Freundin von Kaiser Franz Joseph I. Ihr 1909 verstorbener Ehemann, Miklos Baron Kiss de Ittebe, von dem sie getrennt lebte, kaufte das Palais 1907 und vererbte es ihr.
Palais Leitenberger
Parkring 16 / Ecke Himmelpfortgasse, 1010 Wien
Das Palais Leitenberger ist ein 1871 / 1872 in Wien im Auftrag von Freiherr Friedrich Franz Josef von Leitenberger (1837–1899), Ehrenpräsident des Verbandes der Baumwollindustriellen, errichtetes Ringstraßenpalais an der Adresse 1., Parkring 16, Ecke Himmelpfortgasse. Architekt war Ludwig Zettl. Es stellt eines der letzten original erhaltenen Palais aus der Zeit des Historismus dar.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Palais Leitenberger.
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In den Jahren 1991 bis 1993 wurde das Palais Leitenberger im Zuge der Restaurierungsarbeiten vom neuen Pächter Radisson SAS originalgetreu restauriert und mit dem benachbarten Palais Henckel von Donnersmarck baulich verbunden.
Palais Lieben-Auspitz
Oppolzergasse 6 / Universitätsring 4, 1010 Wien
Das Palais Lieben-Auspitz ist bekannt als Standort des Cafés Landtmann und des legendären Salons von Berta Zuckerkandl-Szeps. Es wurde im Auftrag der Geschwister Leopold, Adolf, Helene, Richard und Ida Lieben und ihres Cousins und Helenes Ehemann Rudolf Auspitz von den Architekten Carl Schumann und Ludwig Tischler 1873 bis 1874 im Stil des Historismus errichtet. Zu dieser Zeit war ein Großteil der Wiener Ringstraße noch in Bau: Als das Haus in Betrieb genommen wurde, bestand weder das heute benachbarte Hauptgebäude der Universität Wien noch das neue Haus des Burgtheaters.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das "Landtmann" im Palais Lieben-Auspitz, eines der beliebtesten Wiener Kaffehäuser.
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Im Erdgeschoß befindet sich das bekannte Café Landtmann. Berta Zuckerkandl-Szeps veranstaltete in diesem Haus ihren literarischen Salon (Eingang Oppolzergasse 6). Leopold Lieben bezog 1888 den ersten Stock und richtete ihn im Rokokostil ein. Er war der Vater des Physikers Robert von Lieben. Im Haus wohnte auch Leopold Liebens Tochter, Roberts Schwester Valerie, mit ihrem Ehemann Johann Paul Karplus, einem Arzt. Deren in den Vereinigten Staaten lebender Enkel Martin Karplus wurde 2013 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
Palais Schey von Koromla
Goethegasse 3 / Opernring 10, 1010 Wien
Das Palais Schey von Koromla ist ein historistisches Palais und wurde 1863/64, im Zuge der Errichtung der 1865 von Kaiser Franz Joseph I. eröffneten Wiener Ringstraße um die historische Altstadt, von Johann Julius Romano und August Schwendenwein im Auftrag von Friedrich Freiherr Schey von Koromla (1815–1881) erbaut. Fünf Jahre später, 1869, wurde einen Häuserblock weiter die heutige Wiener Staatsoper eröffnet. Das Gebäude ist ein fünfgeschoßiger Ziegelbau mit traditionellem, hellem Verputz.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Palais Schey von Koromla am Opernring 10, um 1942.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Die Hauptfront blickt auf den zum Hofburg-Ensemble gehörigen ehemaligen Kaisergarten, bis 1918 Privatgarten des kaiserlichen Hofes. Die hohen Säulen am steinernen Eingangsportal in der Goethegasse 3 tragen einen Balkon im zweiten Stock, der „Beletage“. Das Palais weist an der Hauptfront elf, zur Ringstraße neun Fensterachsen auf; an den anderen beiden Seiten ist es an Nachbargebäude gekoppelt. An der Front zur Ringstraße befinden sich Geschäftslokale. An der Ecke Goethegasse / Ringstraße wurde zwischen dem Palais und dem heutigen Burggarten im Jahr 1900 ein repräsentatives Goethedenkmal enthüllt. In den 1980er Jahren wurde die Fernsehserie Ringstraßenpalais teilweise im und am Palais gedreht.
Palais Wertheim
 Schwarzenbergplatz 17 / Kärntner Ring 18, 1010 Wien
Das Palais Wertheim ist ein Palais im Ringstraßenstil und befindet sich am Schwarzenbergplatz 17 / Kärntner Ring 18 im 1. Wiener Gemeindebezirk. Das vom Industriellen Franz Freiherr von Wertheim bei Heinrich Freiherr von Ferstel in Auftrag gegebene Palais wurde von 1864 bis 1868 errichtet und 1910 in ein Wohn- und Bürogebäude umgewandelt. Am 27. Juli 1977 eröffnete im Parterre des Palais die erste österreichische McDonald’s-Filiale.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Palais Wertheim um 1870.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ferstel, ab 1863 mit dem Bau des gegenüberliegenden Erzherzog-Ludwig-Viktor-Palais beschäftigt, wurde mit der Gesamtplanung des Schwarzenbergplatzes beauftragt; sein Konzept sah (im Sinn von dessen Schöpfer Ernst Julius Hähnel) eine großzügige architektonische Umrahmung des Schwarzenbergdenkmals vor. Ferstel deutete in der Fassadengestaltung der beiden als Pendants konzipierten Palais mit feinem Einfühlungsvermögen die soziale Differenzierung der Bauherrn (Hochadel-Großbürgertum) an (Säulen-Pilaster, Skulpturen-Hermen); die beiden Palais werden damit aber auch zum Symbol der tiefgreifenden sozialen Umstrukturierung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wertheim richtete im Palais das "Residenztheater" ein.
 Palais Württemberg
 Kärntner Ring 16 (Hotel Imperial), 1010 Wien
Als Palais an der Wiener Ringstraße wurde es in den Jahren 1862 bis 1865 nach den Plänen des Architekten Arnold Zenetti unter der Leitung des Baumeisters Heinrich Adam im Stile der italienischen Neo-Renaissance für Herzog Philipp von Württemberg, erbaut. In den Innenräumen sind einzelne Architekturteile mit Stein verkleidet: bei den Pfeilern der großen Halle ist es Carraramarmor, die Pilaster im Festsaal haben Auflagen des gelben Marmors Giallo di Siena, Wandflächen und Säulen aus Kunstmarmor. In der Feststiege bestehen Wandflächen, Balustraden, die großen Säulen aus Kunstmarmor, die Stiegenstufen sind aus Kaiserstein, dem harten lichtgelben Algenkalk aus Kaisersteinbruch. Auf dem Podest der Stiege steht die Plastik „Donauweibchen“ von Hanns Gasser.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Palais Württemberg (ab 1873 Hotel Imperial). Aufnahme von der Kreuzung
Schwarzenbergplatz, als Palais des Herzogs von Württemberg. ;vor 1873.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Herzog bewohnte das Palais mit seiner Gemahlin, der geborenen Erzherzogin Marie Therese von Österreich, seit 1866, verkaufte es aber bereits 1871 an den Bankier Horace von Landau. Vermutlich war das Palais von einer Investorengruppe erworben worden, denn der Baumeister Wilhelm Gross gestaltete es zum Hotel um. Am 28. April 1873 wurde das neue Hotel zur Wiener Weltausstellung 1873 in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und der Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Hotel Imperial in der ursprünglichen Bauform, Aufnahme aus dem Jahr 1880.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Hotel zählt seit seiner Eröffnung zu den luxuriösesten Häusern der Stadt Wien. Als Gäste zählen viele Staatsoberhäupter und andere Persönlichkeiten. Während der Monarchiezeit kamen Gäste wie Fürst Otto von Bismarck, Graf Patrice de Mac-Mahon, König Milan von Serbien, Zar Ferdinand von Bulgarien, Richard Wagner, Eleonora Duse und Sarah Bernhardt. Das Gästebuch mit prominenten Unterschriften wird heute unter einer Glasglocke präsentiert. Traditionellerweise logieren Staatsgäste im Hotel Imperial; Die bekanntesten waren John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow bei ihrem Gipfeltreffen 1961 in Wien, Richard Nixon, König Olav von Norwegen, Marschall Tito, König Leopold von Belgien, die indische Premierministerin Indira Gandhi, Königin Elisabeth von England, König Juan Carlos von Spanien sowie Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko von Japan. Auch zahlreiche prominente Künstler waren zu Gast im Imperial, darunter Otto Preminger, Walt Disney, Otto Klemperer, Alfred Hitchcock, Frank Sinatra, Woody Allen, Yul Brynner, Peter Ustinov, Michel Piccoli, Zubin Mehta, Vladimir Horowitz, Riccardo Muti, Mick Jagger, Mariah Carey und Sofia Coppola. Michael Jackson schrieb hier das Stück Earth Song.
Folgende Gebäude zählen ebenfalls zum Ringstraßenpalaisstil, obwohl sie nicht direkt an der Ringstraße, aber in nächster Nähe zu dieser gelegen sind:   
Palais Todesco
 Kärntner Straße 51, 1010 Wien
Das Palais Todesco ist ein Repräsentationsbau in Wien. Es befindet sich in der Kärntner Straße 51 gegenüber dem Opernhaus, wo früher das alte Kärntner Tor stand und wurde dort in den Jahren 1861 bis 1864 von den Architekten Ludwig Förster (1797–1863) und innen von Theophil von Hansen (1813–1891) für Baron Eduard von Todesco erbaut. Im Palais wohnten die jüdischen Familien Todesco und von Lieben, die nach dem „Anschluss“ 1938 von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Palais Todesco: Front Kärntnerstraße von links; um 1880.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Palais war bereits 1935 an die „Versicherungsanstalt der österreichischen Bundesländer, Versicherungs AG“ verkauft worden. Zur Zeiten der Monarchie hatte der k.u.k. Hoflieferant P. & C. Habig eine Filiale im Erdgeschoss. Von 1947 bis 1993 befand sich im Palais Todesco die Zentrale der Österreichischen Volkspartei.
Palais Wiener von Welten
 Schwarzenbergplatz 2, 1010 Wien
Das Palais Wiener von Welten ist ein Palais im Ringstraßenstil. Es wurde 1869 errichtet und befindet sich am Schwarzenbergplatz 2 im 1. Wiener Gemeindebezirk. Auftraggeber war der Bankier Eduard Wiener von Welten. Das Palais wurde von August Schwendenwein und Johann Romano entworfen.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Palais Wiener von Welten, 2008.
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Zu Ende des Zweiten Weltkrieges brannte das Palais aus, wurde aber, anders als die benachbarte ehemalige Staatsbahndirektion (Schwarzenbergplatz 3) unter Beibehaltung der Fassade von der Firma Philips wieder aufgebaut. Eine Besonderheit des Palais ist der kleine, davorliegende Stadtweingarten, mit ein paar Quadratmetern der kleinste Weingarten Wiens. Jeden Herbst werden die ersten Trauben vom Wiener Bürgermeister persönlich geerntet.
 Palais Pollack-Parnau
 Schwarzenbergplatz 5, 1010 Wien
Der fünfgeschoßige, monumentale, verhalten klassizistische Bau wurde für den Textilindustriellen Bruno Pollack von Parnau nach Entwürfen des Architekten Ernst von Gotthilf kurz vor 1914 im äußeren Bereich des Schwarzenbergplatzes errichtet. Er verweist stilistisch bereits auf die konservativeren Architekturströmungen der Zwischenkriegszeit. Die Familie des Bauherrn bewohnte die Beletage, die übrigen Wohngeschoße wurden vermietet. 1938 verfiel das Gebäude der Arisierung, das Bauwerk in prominenter Lage wurde nach einer leichten Umgestaltung der Fassade zur Kreisleitung der NSDAP für den dritten Bezirk.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palais Pollack-Parnau, Frontalansicht leicht von rechts vor dem Umbau zur Kreisleitung.
1944 von Bombentreffer zerstört. Bild 1938 - 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1944 wurde das Palais durch eine Fliegerbombe schwer beschädigt. Nach 1945 wurde das weitgehend zerstörte Gebäude der Besitzerfamilie restituiert, die es danach verkaufte. 1958 wurde an seiner Stelle ein Bürogebäude des Steyr-Daimler-Puch-Konzerns errichtet
Palais Ofenheim
 Schwarzenbergplatz 15, 1010 Wien
Das Palais Ofenheim ist ein Palais im Ringstraßenstil und befindet sich am Schwarzenbergplatz 15 im 1. Wiener Gemeindebezirk. Das Palais wurde 1868 nach Entwürfen der Architekten August Schwendenwein und Johann Romano für den Eisenbahnindustriellen Victor Ofenheim, Ritter von Ponteuxin errichtet und befindet sich heute im Besitz der Zürich Versicherung Österreich, die es als Bürohaus nutzt.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Palais Ofenheim am Schwarzenbergplatz 15 .
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
1850 wurde Victor Ofenheim Kanzler beim Generalkonsulat in Galatz, trat jedoch in den administrativen Eisenbahndienst (1850 in der Generalbaudirektion, 1852 in der Zentraldirektion für Eisenbahnbauten); er arbeitete beim Bau der Semmeringbahn. 1854 trat er ins Handelsministerium über, verließ den Staatsdienst jedoch 1856 und arbeitete bis 1864 bei der Karl-Ludwig-Bahn in Galizien. Ein Prozess, den Handelsminister Banhans gegen ihn wegen Betrugs angestrengt hatte (1875), endete mit einem Freispruch, worauf Banhans zurücktrat. 1879 wurde Ofenheim in den Reichsrat gewählt, musste jedoch 1880 wegen des Verdachts der Wahlbestechung auf sein Mandat verzichten. Sein Charakter und seine Karriere sind ein typisches Beispiel für den schillernden Typ eines Unternehmers der Gründerzeit.
Palais Schwab
Weihburggasse 30, 1010 Wien
Im Zuge der Errichtung der Wiener Ringstraße ließ der Bauherr Gottlieb Schwab in der zweiten Gebäudelinie hinter dem Parkring am Wiener Stadtpark ein repräsentatives Miethaus erbauen, wo er selbst von 1872 bis 1875 wohnte. Das zweiseitige Eckhaus mit einem dreigeschossigen Eckerker wurde in streng historistischem Stil von 1871 bis 1872 nach den Plänen des Architekten Wilhelm Stiassny erbaut. Das Hochparterre zeigt eine gut erhaltene Raumenfilade mit einer Wandmalerei aus dem Jahr 1873. Die Fassade mit vier Geschossen über einem Sockel zeigt gedrungene Lisenen. Im Hochparterre haben die Fenster geohrte Fensterrahmen unter greifenden Horizontalbossen und Konsolgesims zwischen toskanischen Dreiviertelsäulen. Das 1. Obergeschoss hat eine Parapetbalustrade, ein Triglyphenfries und ein Konsolgesims.
Ringstraßenpalais - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Palais Schwab (2011), links Hegelgasse, rechts Weihburggasse.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das 2. und 3. Obergeschoss haben Giebelfenster mit Ädikulen mit Dreiviertelsäulen und Parapetbalustrade bzw. Segmentgiebel auf Konsolen mit dazwischenliegenden Mäanderfriesen und Volutenkonsolen und einer Gliederung aus Rechteckfenstern zwischen toskanischen, ionischen und korinthischen Pilastern. Teils wechseln Parapetbalustraden mit glattem Parapet mit Löwenmasken. Beidseits des Eckerkers sind vortretende ortsteingequaderte Achsen mit einem Gebälk als gemeinsame Verdachung. Das seitliche randständige Portal in der Weihburggasse ist ein ionisches Säulenportal mit einem Rundbogen mit Festons und Löwenmaske im Fries mit einem darüberliegenden Balkon mit Schmiedeeisengitter und darüber im 2. Obergeschoss ein geschichtetes Ädikulafenster.
Palais Coburg
Coburgbastei 4, 1010 Wien
Das Palais Coburg an der Coburgbastei 4 ist eine Ausnahme, da es bereits vor der Errichtung der Ringstraße knapp innerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung erbaut wurde. Dem Prestige des Begriffs Palais im Immobilienwesen entsprechend wurde ein ehemaliges städtisches Amtsgebäude am Schottenring 20–26 etwa seit 2000 als Palais Hansen vermarktet. Es beherbergt heute ein Hotel.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palais Coburg; Gartenseite über den Ring leicht schräg von rechts. ;1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der ursprüngliche Entwurf von 1839 für den Auftraggeber Ferdinand Georg August von Sachsen-Coburg-Saalfeld-Koháry stammte von dem Wiener Architekten Karl Schleps. Nach dessen Tod 1840 wurde das Palais von Adolf Korompay in fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt. Die freistehenden Säulen im Mittelteil der Fassade brachten dem Gebäude im Volksmund damals den Beinamen Spargelburg ein.
Ringstraßenpalais © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Palais Coburg: Gartentreppe (Aufgang zur Rückfront) bei Weihburggasse 29; 1902.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Für die Stufen sämtlicher Stiegenhäuser, zumal der monumentalen Prunktreppe sowie tragender Architekturteile, verwendete man weißen, harten Kaiserstein aus Kaisersteinbruch. Das Palais war nach Fertigstellung bis zum Revolutionsjahr 1848 nicht bewohnt, 1849 bezogen es August von Sachsen-Coburg und Gotha und seine Frau Clementine d’Orléans. Sie adaptierten Teile des Palais als Zinshaus und vermieteten sie. Zudem statteten sie die Prunkräume des 1. Obergeschosses mit den Insignien des französischen Königshauses und des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha aus. 1864 erfolgte die Fertigstellung der Figurenbekrönung auf dem Mittelrisalit.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Ringstraßenpalais" der
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Palmenhaus
Das 1882 eröffnete Schönbrunner Palmenhaus ist das prominenteste der vier Pflanzenhäuser im Schönbrunner Schlosspark und, zusammen mit den Kew Gardens und dem Palmenhaus von Frankfurt, weltweit eines der drei größten seiner Art.
Die Eisen-Glas-Konstruktion ist ein architektonisches Schmuckstück des Schlossparks. Das Haus wurde von 1986 bis 1990 generalsaniert. Heute zeigt es Teile der Schausammlungen der Bundesgärten mit zahlreichen mediterranen, tropischen und subtropischen Pflanzen.
Von den wichtigsten Pflanzenarten fehlen nur die Wüstenpflanzen, die man sich jedoch im nahen und erst vor kurzem eröffneten Wüstenhaus ansehen kann. Dort gibt es eine künstliche Landschaft voller Kakteen, in der farbenfrohe Geckos in der Hitze baden und winzige Elefantenspitzmäuse zwischen den Felsen und Sukkulenten herumhuschen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
 
 
 
 
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