Parlamentsgebäude
Sitz der Gesetzgebungsorgane des Bundes
Dr. Karl Renner-Ring 3, 1010 Wien
Das Parlamentsgebäudes an der Wiener Ringstraße.
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Das Parlamentsgebäude an der Wiener Ringstraße, in dem die beiden Kammern des österreichischen Parlaments tagen, wird umgangssprachlich auch als „Parlament“ bezeichnet. Es wurde von 1874 bis 1883 nach einem Entwurf von Theophil von Hansen im neoklassizistischen Stil errichtet. Das bis zum Ende der Monarchie, 1918, Reichsratsgebäude genannte Bauwerk diente dem Haus der Abgeordneten ebenso wie dem Herrenhaus. Seit 12. November 1918, dem Tag der letzten Reichsratssitzung, tagten hier die Provisorische Nationalversammlung, dann die Konstituierende Nationalversammlung und von November 1920 an Nationalrat und Bundesrat.
Gesamtansicht des Parlamentsgebäudes an der Wiener Ringstraße.
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Ab 1933 wurde das Gebäude nach der Ausschaltung des Nationalrats Haus der Bundesgesetzgebung genannt, in dem der ständestaatliche Bundesrat tagte, ab 1938 hieß das Gebäude in der nationalsozialistischen Ära Gauhaus, in der Zweiten Republik seit April 1945 wieder Parlament(sgebäude).
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Der Historische Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses im Parlamentsgebäude.
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Am 12. November 1918 ging die Verfügungsgewalt über das Parlamentsgebäude vom Reichsrat (der an diesem Tag seine letzte Sitzung abhielt) auf das Parlament Deutschösterreichs, damals die Provisorische Nationalversammlung (die an diesem Tag zum ersten Mal in diesem Gebäude tagte), über. In den Diktaturjahren 1934–1945 wurde das Gebäude nicht für parlamentarische Zwecke benützt. Am 29. April 1945 übergab der sowjetische Stadtkommandant Alexej Blagodatow der am 27. April gebildeten Provisorischen Staatsregierung mit Karl Renner an der Spitze das Parlamentsgebäude.
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Der Sitzungssaal des Nationalrates im Parlamentsgebäude in Wien.
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Parlament - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Budgetsaal des Parlamentsgebäudes. Eröffnung der Verleihung des 43. Fernsehpreises
der Österreichischen Erwachsenenbildung im Budgetsaal des Parlamentsgebäudes in Wien.
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Die Regierung hatte sich bei Bürgermeister Theodor Körner im Rathaus getroffen und war dann, von Körner und anderen Kommunalpolitikern begleitet, durch ein Spalier von Zuschauern über Rathausplatz und Ring zum Parlament gegangen, was durch Pressefotos dokumentiert wurde. Nach der ersten Nationalratswahl der Zweiten Republik, die am 25. November 1945 stattfand, übernahmen das Gebäude wieder die beiden 1920 eingerichteten Parlamentskammern der Republik Österreich, Nationalrat und Bundesrat.
Entwurf für das neu zu erbauende Herrenhaus in Wien, Ansicht der Hauptfront. Vorentwurf,
später abgeändert als Parlament erbaut. Zeichnung Theophil von Hansen, 1865.
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Ursprünglich war beabsichtigt, für das Herrenhaus und das Abgeordnetenhaus des durch das Februar-Patent 1861 geschaffenen Reichsrates zwei getrennte Gebäude zu errichten. Nach dem Ausgleich mit Ungarn wurde dieser Plan jedoch fallen gelassen und im Jahre 1869 vom Ministerium des Inneren der Architekt Theophil von Hansen mit der Ausarbeitung des Projektes für ein großes Parlamentsgebäude betraut.
Parlament Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Parlament im Bau - 'Verbauung des Paradeplatzes'. (Hinter dem bis
zur Dachhöhe gediehenen Parlament Rathaus und Universität,
noch weniger weit vorgeschritten). ;um 1878
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Der erste Spatenstich erfolgte im Juni 1874; der Grundstein trägt das Datum „2. September 1874“. Zur gleichen Zeit wurde an der Errichtung der Hofmuseen, des Rathauses und der Universität gearbeitet. Theophil Hansen entnahm - wie bereits erwähnt - wohl überlegt und in sehr sinnvoller Weise den Stil des Wiener Parlamentsgebäudes der griechischen Antike; stammen doch auch wichtige staatsrechtliche Begriffe - beispielsweise „Politik“, „Demokratie“ und andere - aus dem griechischen Altertum.
Parlament Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Parlament an der Wiener Ringstraße nach der Vollendung 1888.
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Symbolhafte Bedeutung hatte auch, dass für den Bau des Parlamentsgebäudes Materialien aus fast allen Kronländern der Monarchie herangezogen wurden. So sollte das Bauwerk das Zusammenströmen aller Kräfte „der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder“ im Wiener Parlamentsgebäude versinnbildlichen. Mit dem Untergang der Österreichisch-ungarischen Monarchie endete die Epoche des Vielvölkerparlaments in Wien.
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Seit November 1918 ist das Gebäude Sitz der parlamentarischen Körperschaften der Republik Österreich, wobei zunächst die Nationalversammlung und später der Nationalrat in dem bis zur Zerstörung im Jahre 1945 unverändert gebliebenen Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses tagten. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurde das Parlamentsgebäude stark in Mitleidenschaft gezogen; etwa die Hälfte der Bausubstanz wurde vernichtet.
Parlament Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ringstraße - Blick vom Parlament mit Rossebändiger
gegen Burgtheater. ;1914-01-27
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Parlament Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Parlament - Dachaufnahme mit antik maskiertem Rauchfang.
Aufnahme gegen das Rathaus. Zvacek, Fritz; um 1930
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 Am 7. Februar 1945 erlitt die Säulenhalle durch Bombentreffer schwere Schäden. Zwei Säulen wurden total zerstört, die Randdeckenkonstruktion mit der reich vergoldeten Kassettendecke und ein prachtvolles Friesgemälde, das 121 Meter lang sowie über 2 Meter hoch war und die wichtigsten idealen und volkswirtschaftlichen Aufgaben des Parlaments allegorisch darstellte, wurden schwer beschädigt.
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Kriegsschäden am Parlament - Blick auf Bombenschäden am Parlament:
Schwerer Schaden am Seitentrakt; ;1945
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Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Parlament; Rückfront mit Bombenschäden; 1946.
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Beim Wiederaufbau erfolgte die Rekonstruktion nicht mehr in der ursprünglichen von Hansen herrührenden Ausstattung: an Stelle von Pavonazzo-Marmor wurde für den Wandplattenbelag Salzburger Marmor verwendet. Das Friesgemälde konnte zunächst nicht wiederhergestellt werden; erst in den 90er Jahren sollte es möglich werden, einzelne erhalten gebliebene Teile zu restaurieren. Neben Zerstörungen im Kanzleitrakt an der Ringstraße sowie in der Säulenhalle war vor allem der Herrenhaustrakt stark von Kriegseinwirkungen betroffen.
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Parlament; Vorderansicht von links.
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Der Sitzungssaal des Herrenhauses war total ausgebrannt, wobei insbesondere der figurale Schmuck sowie die zerstörten Marmorplastiken des Lykurg, Solon, Themistokles, Aristides, Sophokles, Sokrates, Perikles und Demosthenes kaum wiederherstellbar erschienen. Angesichts dieser Tatsache entschloss man sich, nicht den alten Herrenhaussaal zu rekonstruieren, sondern einen neuen Saal in einer sachlichen, jedoch vornehmen und zweckmäßigen Ausstattung für den Nationalrat der Republik Österreich zu errichten.
Parlament Wien - © Erhard Gaube - www.gaube.at
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Beim Wiederaufbau des Gebäudes in den Jahren 1945 bis 1956 war man auch bemüht, die schon von Hansen angestrebte technische Eigenständigkeit weiter auszugestalten und zu vervollkommnen. So verfügt das Parlamentsgebäude heute über ein Notstromaggregat, das jederzeit eine ausreichende Stromversorgung des Hauses auch bei Ausfall des Stadtnetzes gewährleistet, und über eine Vielzahl sonstiger technischer Einrichtungen, die eine weitgehende Versorgungsautonomie sicherstellen. Dass es sich hierbei um eine zwingende Notwendigkeit handelt, ergibt sich nicht nur aus prinzipiellen Erwägungen im Sinne der Gewaltentrennung, sondern auch aus der Möglichkeit eines außergewöhnlichen Notstandes.
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Nationalrat und Bundesrat als gewählte Vertretungskörper des österreichischen Volkes müssen jederzeit - insbesondere im Katastrophenfalle - die materiellen Voraussetzungen für ihre Tätigkeit gewährleistet wissen. Diesem Zweck dienen die angeführten und viele andere, teils sehr komplizierte Einrichtungen sowie die mit ihrer Wartung betrauten Bediensteten. Zum Personalstand der Parlamentsdirektion gehören deshalb nicht nur Akademiker, Stenographen, Verwaltungsbeamte, Sekretärinnen und Beamte des Saaldienstes wie in jedem Parlament, sondern auch die mit der Wartung der Infrastruktur des Parlamentsgebäudes betrauten Techniker und Facharbeiter.
Parlament Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Parlament - Technikraum.
Rübelt, Lothar; 1948-11
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Analog zu anderen Parlamenten wurde seit Jahren, ja Jahrzehnten versucht, das eine oder andere Objekt in der Nähe des Parlamentsgebäudes zu erwerben bzw. anzumieten. Endlich konnte 1981 mit einem grundlegenden Um- bzw. Ausbau des Hauses Reichsratsstraße 9 unter der Planung des Architekten Prof. Dr. Sepp Stein begonnen werden; hierbei wurde die Auflage erteilt, das Parlamentsgebäude durch einen Tunnel mit dem Haus in der Reichsratsstraße zu verbinden. Mit diesem Tunnel sollte nicht nur eine Verbindung für die Fußgänger, sondern auch eine technische Integration der beiden Häuser hergestellt werden. Im Untergeschoss des Gebäudes, das Anfang 1985 bezogen werden konnte, mündet der Unterstraßentunnel ein; weiters dient es der Unterbringung technischer Räume sowie der Lager-, Vorbereitungs- und Personalräume für eine Restauration; eine Hauptküche und ein Restaurant für etwa 130 Personen sind im Erdgeschoss untergebracht.
Parlament Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Parlament - ;Details aus den Betriebsräumen
Kontroll- und Aufenthaltsraum der Parlamentswache.
United States Information Service (USIS) ; 1953-02-28
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Im ersten Stock befinden sich Restaurationsräume für ca. 110 Personen; Arbeitsräume für Abgeordnete sind im zweiten, Büroräume im dritten bis sechsten Stock untergebracht. Zehn Jahre nach dem Haus Reichsratsstraße 9 konnte ein weiteres Gebäude, das Haus Reichsratsstraße 1, erworben und, neuerlich unter federführender Planung des Architekten Prof. Dr. Sepp Stein, für Zwecke des Parlaments adaptiert werden.
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rückfront des Pallas-Athene-Brunnen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Auch dieses Haus wurde durch einen im Kellergeschoss mündenden Unterstraßentunnel mit dem Parlamentsgebäude verbunden. Das Kellergeschoss beherbergt Magazine, das Erdgeschoss neben einem „Info-Shop“, wo Informationsmaterial über das österreichische Parlament bezogen werden kann, das Parlamentspostamt und die Druckerei.
Parlament Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Besuch einer Delegation amerikanischer Senatoren und
Kongressabgeordneter in Wien. Besuch im Parlament.
United States Information Service (USIS) ;1951-11-15
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 In den sechs Obergeschossen befinden sich Büro- und sonstige Arbeitsräumlichkeiten für verschiedene Abteilungen der Parlamentsdirektion. Die von diesen Abteilungen zuvor benützten Räume im Parlamentsgebäude wurden, nachdem das Haus Reichsratsstraße 1 im Jahre 1994 bezogen worden war, größtenteils den parlamentarischen Klubs zur Verfügung gestellt. Bereits im Jahre 1992 waren durch die Anmietung von Räumen in einem Gebäude in der Schenkenstraße Büroräumlichkeiten für die parlamentarischen Mitarbeiter der Abgeordneten geschaffen worden.
Pallas Athene
Parlament Wien - © Erhard Gaube - www.gaube.at
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Die 5,5 m hohe Monumentalstatue der Pallas Athene vor dem Wiener Parlamentsgebäude verleiht nicht nur der Außenerscheinung dieses Gebäudes einen markanten plastischen Akzent, sondern ist geradezu zu einer Symbolfigur für den österreichischen Parlamentarismus geworden. Der dänische Architekt Theophil Hansen, nach dessen Entwurf in den Jahren 1874 bis 1884 das Parlamentsgebäude errichtet worden ist, hat dieses als "Gesamtkunstwerk" konzipiert; so schloss seine Planung auch den figuralen Schmuck des Gebäudes ein.
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Monumentalstatue der Pallas Athene vor dem Wiener Parlamentsgebäude.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der vor der Parlamentsrampe zu errichtende Monumentalbrunnen sollte Hansens ursprünglicher Planung nach von einer allegorischen Darstellung der Austria, also einer Versinnbildlichung Österreichs, bekrönt sein. Im endgültigen, 1878 von Hansen vorgelegten Figurenprogramm trat an ihre Stelle Pallas Athene, die griechische Göttin der Weisheit. Verwirklicht wurde die Monumentalstatue erst nach Hansens Tod, aber seinem Entwurf entsprechend, vom Bildhauer Carl Kundmann im Jahre 1902.
Sitzungssaal des ehemaligen Abgeordnetenhauses
Parlament Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Sitzung des neugewählten Nationalrats im Parlament
United States Information Service (USIS) ;1949-11-08
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Sitzungssaal des ehemaligen Abgeordnetenhauses ist weitgehend originalgetreu erhalten und dient heute den Sitzungen der Bundesversammlung sowie gemeinsamen Fest- und Gedenksitzungen des Nationalrates und des Bundesrates. Architektonisch ist der Saal einem griechischen Theater nachgebildet. Vor der Stirnwand befindet sich das Präsidium mit dem Rednerpult und der Regierungsbank, im Halbkreis sind die Sitzplätze der Abgeordneten angeordnet. Die aus Carrara-Marmor gehauenen Marmorstatuen an der Stirnwand - zwischen den aus Untersberger Marmor gefertigten Säulen und Pilastern - stellen römische Staatsmänner, das von Friedrich Eisenmenger ausgeführte Friesgemälde stellt die Entstehung des staatlichen Lebens dar; die Giebelgruppe darüber soll den Tagesablauf versinnbildlichen.
Säulenhalle
Parlament Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Parlament - Renovierungsarbeiten in der Säulenhalle
United States Information Service (USIS); 1953-02-28
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die große, in ihren Proportionen dem Parthenon der Akropolis von Athen nachempfundene Säulenhalle bildet den zentralen Raum des  Parlamentsgebäudes und sollte nach der ursprünglichen Absicht als Stätte der Begegnung zwischen den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und des Herrenhauses dienen. Heute fungiert sie als Veranstaltungsort, so etwa für den alljährlichen Empfang des Präsidenten des Nationalrates und des Präsidenten des Bundesrates für das Diplomatische Corps. Bei der Wahl der Baumaterialien für das Parlamentsgebäude war Theophil Hansen bestrebt, Marmore und Steine aus den Kronländern der Monarchie zu verwenden, um dadurch deren Verbundenheit mit ihrem Parlament zum Ausdruck zu bringen. So bestehen etwa die 24 monolithischen, d.h. aus einem Stück gefertigten, jeweils mehr als 16 Tonnen schweren Säulen der großen Säulenhalle aus Adneter Marmor, die Bodenplatten aus istrischem Karstmarmor. Als in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs das Parlamentsgebäude durch Bombentreffer schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, erlitt auch die Säulenhalle schwere Schäden; die beiden Säulen in der Nordwestecke der Halle wurden zerstört, die Randdeckenkonstruktion mit der reich vergoldeten Kassettendecke und das sich unterhalb der Decke hinziehende Friesgemälde von Eduard Lebiedzki schwer beschädigt. Die beiden zerstörten Säulen wurden 1950 durch zwei neue, aus dem gleichen Steinbruch wie die Originale gebrochene, jedoch nicht mehr die gleiche Musterung aufweisende Säulen ersetzt. Die restaurierbaren Teile des Lebiedzki-Frieses konnten erst in den 90er Jahren wiederhergestellt werden.
Politische Funktionen
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Festsitzung des Nationalrates im Parlament. Sitzung anlässlich des 15. Jahrestages
des Wiederbeginns der parlamentarischen Tätigkeit in Österreich; 19. 12. 1960.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Sitz des Reichsrates hatte zwei deutlich voneinander abgesetzte Hälften, die der damaligen Gliederung des Reichsrates in Herrenhaus und Abgeordnetenhaus entsprachen; ursprünglich waren sogar zwei separate Gebäude vorgesehen gewesen. Der offizielle Name war „k.k. Reichratsgebäude“, der Name „Parlament“ war aber schon von Anfang an in Gebrauch.
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Festsitzung im Parlament zum Staatsfeiertag. Festansprache des Zweiten
Nationalratspräsidenten Alfred Maleta im festlich geschmückten Parlament; 26. 10. 1966.
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Am 12. November 1918 fand hier die letzte Sitzung des Abgeordnetenhauses des k.k. Reichsrates statt, dann trat am gleichen Tag die Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich (die bis dahin im Niederösterreichischen Landhaus getagt hatte) erstmals im Parlamentsgebäude zusammen und beschloss, dass der neue Staat Republik und Teil Deutschlands sei (Erste Republik Österreich).
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Budgetdebatte im Parlament.
Blick auf die Regierungsbank, Kreisky und Salcher im Gespräch; 01. 12. 1982.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Budgetdebatte im Parlament.
Blick auf die Regierungsbank, stehend Robert Graf (Nahaufnahme); 01. 12. 1982.
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Hierauf wurde vor der auf der Ringstraße wartenden Menschenmenge auf der Parlamentsrampe die Republik ausgerufen. Seit März 1919 tagte hier die Konstituierende Nationalversammlung, die 1920 die Bundesverfassung beschloss, und seit 10. November 1920 (1933/1934–1945 unterbrochen) tagen hier Nationalrat und Bundesrat. Nach der „Selbstausschaltung des Parlaments“ (ein Begriff der Dollfuß-Diktatur) im März 1933 tagte hier ab Mai 1934 der Bundestag, das formale Gesetzgebungsorgan des austrofaschistischen Ständestaates. 1938–1945 wurde das Gebäude vom nationalsozialistischen Regime als „Gauhaus“ bezeichnet.
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gedenken an die Ausschaltung des Parlaments 1933 im Parlament. Blick auf die
Parlamentarier und die Regierungsbank von vorne und von der Seite; 04. 03. 1983.
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In Österreich obliegt die Gesetzgebung auf Bundesebene zwei eigenständigen gesetzgebenden Körperschaften, dem Nationalrat (183 Abgeordnete) und dem Bundesrat (61 Mitglieder), die gemeinsam auch als Parlament bezeichnet werden. In seltenen Fällen treten Nationalrat und Bundesrat als Bundesversammlung gemeinsam zusammen. Wenn die Gesetzgebungsorgane des Bundes auch verfassungsrechtlich nicht als „das Parlament“ bezeichnet werden, so ist dieser Begriff doch weit verbreitet und wird von den beiden Kammern auch in der Öffentlichkeitsarbeit gebraucht. Ohne weitere Spezifizierung ist damit im allgemeinen österreichischen Sprachgebrauch meist nur der Nationalrat gemeint.
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Budgetdebatte im Parlament. Blick auf die Regierungsbank (Ausschnitt): v.l. Dohnal,
Löschnak, Kreisky; Salcher, Seidel, im Vordergrund Fischer als Redner; 01. 12. 1982.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Gesetzgebungsperiode des Nationalrates beträgt fünf Jahre (bis zur Wahlrechtsreform 2008 betrug sie vier Jahre). Der Nationalrat wird durch allgemeine Wahlen bestimmt und ist die dominierende Kammer in der österreichischen Gesetzgebung, er besitzt praktisch fast die gesamte legislative Macht. Der Nationalrat hat die Möglichkeit, sich selbst aufzulösen. Der Bundesrat wird von den einzelnen Landtagen (den Parlamenten der Bundesländer) entsprechend der Stärke der Fraktionen in diesen beschickt. Der Bundesrat besitzt in den meisten Fällen nur ein suspensives (aufschiebendes) Vetorecht, das durch einen Beharrungsbeschluss des Nationalrates außer Kraft gesetzt werden kann. Nationalrat und Bundesrat treten zu bestimmten Anlässen als Bundesversammlung zusammen. Deren wichtigste verfassungsrechtliche Kompetenzen bestehen in der Angelobung des Bundespräsidenten sowie in der Möglichkeit, den Bundespräsidenten vor dem Verfassungsgerichtshof anzuklagen oder eine Volksabstimmung zu seiner Amtsenthebung anzusetzen. Die Bundesversammlung hätte auch etwaige Kriegserklärungen Österreichs zu beschließen.
Parlament © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Festsitzung im Parlament anlässlich 10 Jahre II. Republik; 1955.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Rahmen der eGovernment-Initiative der 1990er Jahre hat das österreichische Parlament eine umfangreiche Website gestaltet, die seit 1998 online ist. Neben allgemeinen Informationen zu Tagesgeschehen und politischem Hintergrund und Information auch in Gebärdensprache finden sich hier insbesondere eine umfangreiche Datenbank der Personalien (Wer ist Wer) und die gesamten parlamentarischen Materialien, also stenographische Protokolle der Sitzungen, die Akten zu den Gesetzwerdungen, Anfragen und Beantwortungen und Weiteres (Parlament aktiv).
Website Screenshot 2017: https://www.parlament.gv.at/
Parlament
Sitz der Gesetzgebungsorgane des Bundes
Dr. Karl Renner-Ring 3, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 401 10 8888
E-Mail: services@parlament.gv.at
www.parlament.gv.at
 
 
 
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Volksgarten
Der Volksgarten liegt auf einem Areal, auf dem sich früher in erster Linie Festungsanlagen befanden. Darin wurde ein Park angelegt, der ursprünglich als Privatgarten für die Erzherzöge gedacht war, doch auf Vorschlag der Hofgartenverwaltung der erste öffentliche zugängliche Park in Hofbesitz wurde.
Ab 1825 war die Bezeichnung Volksgarten gebräuchlich. Verantwortlich für das Konzept des Garten war Ludwig von Remy, die gärtnerische Gestaltung erfolgte durch den Hofgärtner Franz Antoine dem Älteren. Die streng geometrische Form der Wege erleichterte auch die Überwachung der Besucher.
In der Mitte der Anlage wurde von 1819 bis 1823 nach Entwürfen von Peter von Nobile der Theseustempel angelegt. Nach Schleifung einer Kurtine um 1860 wurde der Volksgarten von Franz Antoine dem Jüngeren im Zuge des Ringstraßenbaus im französischen Barockstil erweitert und 1864 mit einer Einfriedung von Moritz Löhr versehen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
Palmenhaus
Das 1882 eröffnete Schönbrunner Palmenhaus ist das prominenteste der vier Pflanzenhäuser im Schönbrunner Schlosspark und, zusammen mit den Kew Gardens und dem Palmenhaus von Frankfurt, weltweit eines der drei größten seiner Art.
Die Eisen-Glas-Konstruktion ist ein architektonisches Schmuckstück des Schlossparks. Das Haus wurde von 1986 bis 1990 generalsaniert. Heute zeigt es Teile der Schausammlungen der Bundesgärten mit zahlreichen mediterranen, tropischen und subtropischen Pflanzen.
Von den wichtigsten Pflanzenarten fehlen nur die Wüstenpflanzen, die man sich jedoch im nahen und erst vor kurzem eröffneten Wüstenhaus ansehen kann. Dort gibt es eine künstliche Landschaft voller Kakteen, in der farbenfrohe Geckos in der Hitze baden und winzige Elefantenspitzmäuse zwischen den Felsen und Sukkulenten herumhuschen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
Grinzing
Kaiser Probus ist schuld daran, dass schon 276 n.Chr. die ersten Weinstöcke auf den Hügeln rund um Grinzing gepflanzt wurden. Diese botanische Nebenbeschäftigung der römischen Legionäre brachte dem kleinen Dorf vor den Toren Wiens Wohlstand und viel, viel später sogar internationale Berühmtheit - denn in dieser anmutigen Landschaft wächst ein vorzüglicher Wein!
Um bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 700 Jahre gelegentlich ungeschoren davonzukommen, legten die Grinziger Weinbauern von ihren Weinkellern aus unterirdische Fluchtwege an, die sie bis in ihre geliebte Grinzinger Kirche brachten.
Auch das ehemalige "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besaß einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wurde in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.
Vor einer prachtvollen, 250 Jahre alten Weinpresse und großen, alten Fässern konnte man hier Heurigengemütlichkeit erleben. Diese typische Wiener Geselligkeitsform, seit Maria Theresias Zeiten als "Heuriger" amtlich bezeichnet, ist für den Wiener ein kleines, zeitloses Stückchen Glück.
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Prater Wien
Der Wellenbrecher oder umgangssprachlich einfach „Scherm“ genannte Kettenflieger begeistert seit Jahrzehnten die Praterbesucher und weckt mit Sicherheit zahlreiche Kindheitserinnerungen. In luftigen Höhen lässt sich hier schon im Eingangsbereich des Wurstelpraters ein erster Überblick über das Areal gewinnen.
Pratercard
Mit der Pratercard wird die Tradition der bargeldlosen Bezahlung bei den Praterattraktionen zeitgerecht weiter geführt, die vor Jahren mit dem „Calafati Schilling“ ihren Anfang nahm. Die Pratercard eignet sich hervorragend als Geschenk zu jedem Anlass, oder für Ihren nächsten Firmen-Betriebsausflug in den Wiener Prater.
Wiener Riesenrad
Das Wiener Riesenrad im Prater im Gemeindebezirk Leopoldstadt ist eine Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen Wiens. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war zur damaligen Zeit eines der größten Riesenräder der Welt.
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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