Das Wiener Rathaus
Herausragendes Beispiel für einen Profanbau der Neugotik
Rathaus, 1010 Wien
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Das Wiener Rathaus am Rathausplatz im 1. Wiener Gemeindebezirk, Innere Stadt, bis 1960 zur Unterscheidung vom Alten Rathaus Neues Rathaus genannt, wurde von 1872 bis 1883 nach Entwürfen des Architekten Friedrich von Schmidt im Stil der Neogotik errichtet. Hier befinden sich die Amtsräume des Wiener Bürgermeisters und Landeshauptmanns, seit 1885 des Gemeinderates und seit 1920 des Landtages, von Wiener Stadtsenat und Wiener Landesregierung, des Magistratsdirektors und diverser Magistratsabteilungen.
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Als Standort stand ursprünglich ein Areal gegenüber dem im Zuge des Ringstraßenbaus angelegten Stadtpark, dem ersten kommunalen Park Wiens, zur Diskussion. Schließlich konzentrierten sich die Wünsche der Stadtverwaltung aber auf einen Teil des Josefstädter Glacis, einer vor der (nun demolierten) Stadtmauer gelegenen Bauverbotszone, die im 19. Jahrhundert als Paradeplatz diente und dem Kaiser 1870 nur nach Interventionen von Bürgermeister Cajetan Felder abgerungen werden konnte. Stadtverwaltung und k.k. Regierung stritten lang darüber, wer sich mit welchem Anteil an der Finanzierung des Ringstraßenprojekts beteiligen würde; die Frage des Bauplatzes für das Rathaus, mit dem das erstarkende Bürgertum sein Selbstbewusstsein auch gegenüber dem Kaiser demonstrieren wollte, nahm dabei einen prominenten Platz ein.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Das Wiener Rathaus wurde von 1872 bis 1883 errichtet und ist eines von vielen historistischen Bauwerken, die zu dieser Zeit entlang der Ringstraße entstanden sind. Die Rathausfassade ist ein herausragendes Beispiel für einen Profanbau der Neugotik. Das Äußere, vor allem der 98 m hohe Turm, ist von der Tradition flämischer Rathäuser der Gotik, wie etwa das Rathaus von Brüssel auf dem Grand-Place/Grote Markt inspiriert, um äußerlich an die mittelalterliche Tradition städtischer Freiheit anzuknüpfen.
Grundsteinlegung im Fundament des Turmes am 14. Juni 1873.
© Stadt Wien - www.wien.gv.at
Der Grundriss mit sieben Höfen folgt eher der Konzeption barocker Paläste. Die Zuordnung des Gesamtgebäudes zur Neugotik ist daher mit Vorsicht zu verwenden und wurde von Schmidt selbst auch abgelehnt. Bei einer Grundfläche von 19.592 m² weist das Rathaus eine Gesamtnutzfläche von 113.000 m² auf. Das Gebäude ist 152 m lang und 127 m breit, wobei die 1.575 Räume 2.035 Fenster haben. Die Baukosten betrugen etwa 14 Millionen Gulden.
Aufnahme während des Baues (bis zur halben Höhe gediehen),
über Eck aus Richtung Universität. ;um 1878
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Bau besteht aus Ziegeln mit einer Verkleidung durch Naturstein. Lediglich einzelne Teile, wie die Turmspitzen bestehen zur Gänze aus Stein. Es wurden hauptsächlich Algenkalke vom Leithagebirge verwendet (harte, dichte Kalksteine aus Wöllersdorf, Hundsheim bei Deutsch-Altenburg, Kaisersteinbruch, Mannersdorf und Oslip) und poröse Kalksandsteine von St. Margarethen, Breitenbrunn, Zogelsdorf. Es mussten jedoch aus den verschiedensten Teilen der Monarchie und aus dem Ausland Kalksandsteine bezogen werden, da der Bedarf durch die anderen im Bau begriffenen Ringstraßengebäude nicht nur durch die nahe bei Wien gelegenen Steinbrüche gedeckt werden konnte.
Festsaal des Rathauses (Heliogravüre 1883)
© Stadt Wien - www.wien.gv.at
 Für Säulen, Gesimse und Kapitelle wurden Karstkalke verwendet. Jurakalk für Fenstersäulen wurde aus Trient importiert sowie für Balustradenfiguren Savonnières aus Nancy. Die Vielfalt kann nur angedeutet werden, Untersberger Marmor für kleinere Säulen, für die Sitzbänke in den Frontarkaden und die Stufen der Freitreppe istrischer Kreidekalk aus Černigrad, das Dach war mit „englischem Schiefer“ gedeckt, es musste nach dem Krieg erneuert werden.
Rathausplatz Wien - Militärgeographisches Institut Wien
Luftbildaufnahme des Rathausplatzes 1927
Militärgeographisches Institut Wien
Auf der Spitze des 98 m hohen Hauptturms in der Mitte der Vorderfront steht der Rathausmann, eine 3,4 m hohe, aus Kupfer getriebene Gestalt in Form eines Standartenträgers in Rüstung. Sie wurde von Alexander Nehr nach einem Modell von Franz Gastell gestaltet und von dem Schlossermeister sowie Fabriksbesitzer Ludwig Wilhelm aus der Rossau der Stadt geschenkt. Vorbild war angeblich die Prunkrüstung Kaiser Maximilians I. Mit der Statue und deren Sockel ist der Turm 103,3 m hoch. Die Statue wurde am 21. Oktober 1882 an der Turmspitze angebracht.
Der Rathausmann.
Wiens Kennzeichen vor seiner Anbringung auf den Turm des Rathauses. ;1985.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Festsaal im 1. Stock an der Vorderfront des Rathauses mit doppelgeschoßiger Raumhöhe, Blick auf Ringstraße, das jenseits des Rathausplatzes gelegene Burgtheater und die Innere Stadt, aus Innenhöfen über die Feststiegen I und II zugänglich, ist mit einer Länge von 71 m und einer Breite von 20 m einer der größten Säle an der Wiener Ringstraße.
Der Festsaal im Wiener Rathaus.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Gryffindor
 An Säulen befinden sich zehn Statuen von Persönlichkeiten aus der Geschichte der Stadt: Johann Peter Frank (Pionier der Sozialmedizin sowie des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, ab 1795 Professor am Allgemeinen Krankenhaus), Josef Georg Hörl (Bürgermeister von 1773 bis 1804), Niklas Graf Salm der Ältere (Feldherr zur Zeit der osmanischen Belagerung Wiens 1529), Wolfgang Treu (Bürgermeister von 1528 bis 1530 sowie 1532/33 und 1536/37), Konrad Vorlauf (Bürgermeister von 1403 bis 1404 und 1406 bis 1408), Johann Konrad Richthausen von Chaos (1663 Stifter des Chaosschen Stiftungshauses für Waisen), Johann Andreas von Liebenberg (Bürgermeister von 1680 bis 1683), Albert Kasimir von Sachsen-Teschen (Begründer der Albertina und Auftraggeber für die 1804 fertiggestellte Albertinische Wasserleitung), Ernst Rüdiger von Starhemberg (ab 1680 Wiener Stadtkommandant) und Stephan Edler von Wohlleben (Bürgermeister von 1804 bis 1823).
Feststiege des neogotischen Rathauses von Wien.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Bwag
 Das an den Festsaal angrenzende Nordbuffet dient bei Bedarf als Erweiterung des Festsaals, das ehemalige Südbuffet wurde 1973 vom Festsaal abgetrennt und für Leopold Gratz zum Bürgermeisterbüro umgebaut. Der Festsaal, der kleinere Wappensaal mit Blick in den Arkadenhof und weitere Räume im 1. Stock werden unter anderem für Ausstellungen, Konzerte und Bälle genutzt; insgesamt finden im Rathaus jährlich rund 800 Veranstaltungen statt.
Das neue Rathaus in Wien.  Federzeichnung in Schwarz,
laviert, von Viktor Luntz, Vorzeichnung zum "Kronprinzenwerk"
(Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Wien 1886-1902), Bd. "Wien", 1886
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
  Der Life Ball, Europas größte Aids-Benefiz-Veranstaltung, wird in einer Vielzahl von Räumen im Rathaus gefeiert. An der Hinterfront des Rathauses befindet sich im 1. Stock ebenfalls ein Saal mit doppelgeschoßiger Raumhöhe: der Gemeinderatssitzungssaal, mit weitgehend originalgetreuer Holzvertäfelung und -möblierung als Plenarsaal des Wiener Gemeinderates (der auch als Wiener Landtag fungiert) eingerichtet. Die Sitze der 100 Abgeordneten sind in klassischem Parlamentsstil halbkreisförmig und nach hinten ansteigend angeordnet.
Rathaus - Gesamtansicht der Ringstrasenfront. ;1948.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Vom 2. Stock aus ist die Zuschauergalerie zugänglich. Im südlichen Teil des Rathauses befindet sich im 1. Stock, unweit des Bürgermeisterbüros, der Stadtsenatssitzungssaal, in dem die Regierung, wie das Gremium heute intern genannt wird, regelmäßig tagt. Hier finden auch Ehrungen und Verleihungen statt. Im Repräsentationsgeschoß des Hauses haben weiters die wissenschaftliche Bibliothek der Stadt und des Landes Wien, genannt Wienbibliothek im Rathaus, einige amtsführende Stadträte und Spitzenbeamte ihre Büros.
Rathaus Wien - © Erhard Gaube - www.gaube.at
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Im Erdgeschoß des Rathauses befinden sich die wichtigsten Eingänge (und Einfahrten) zum Gebäude: an der nördlichen Seitenfront der Eingang Felderstraße (mit Tabak-Trafik, Stiege 4, u. a. zur Wienbibliothek im Rathaus, und Stiege 6, neben der ein historischer Paternosteraufzug besteht), an der südlichen der Eingang Lichtenfelsgasse (mit dem direkten Aufzug zum Bürgermeisterbüro, einer Wendeltreppe in den Halbstock, wo sich einst die Bürgermeisterwohnung befand, und den Stiegen 3 und 5), an der westlichen Hinterfront der Eingang Friedrich-Schmidt-Platz (siehe unten, mit den Stiegen 7 und 8). Von jedem dieser drei Eingänge aus führen zwei Stiegenanlagen in die oberen Geschoße.
Rathaus - Kandelaber und Blick durch die Arkaden zur Votivkirche. ;1917
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
An der der Ringstraße und dem Rathausplatz und -park zugewandten Vorderseite des Rathauses leiten zahlreiche Stufen zu Eingängen direkt unter dem Hauptturm und daneben, die nur bei Veranstaltungen in der Volkshalle geöffnet werden und direkt auch nur in diese führen. Die Volkshalle befindet sich genau unter dem Festsaal; hier hatten nach Auffassung der Erbauer des Rathauses Veranstaltungen volkstümlicheren Charakters stattzufinden, zu denen auch einfachere Menschen erwartet wurden. (Zur Zeit des Rathausbaues war das 1919 eingeführte allgemeine und gleiche Wahlrecht für Männer und Frauen noch in weiter Ferne.) Die Volkshalle ist auch vom Arkadenhof direkt zugänglich und wird heute ebenfalls für Veranstaltungen aller Art verwendet. Vom Festsaal unterscheiden sie die wesentlich geringere Raumhöhe und das Vorhandensein zahlreicher die oberen Geschoße tragender Säulen; außerdem ist der natürliche Lichteinfall wesentlich geringer.
Feststiege. Durchblick von unten. ;um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Vom Rathauseingang am Friedrich-Schmidt-Platz 1 führen zwei Stiegen zum Gemeinderatssitzungssaal im 1. Stock. Am Fuß der beiden Stiegen befand sich einst eine überdachte Vorfahrt für die in Kutschen zu den Sitzungen kommenden Gemeinderäte. Später wurde hier ein Feuerwehrwagen abgestellt; um 1970 wurde die ehemalige Vorfahrt zum Rathausinformation genannten Informationsbüro umgebaut, das heute Stadtinformationszentrum (Magistratsabteilung 55) heißt. Seit 1927 befindet sich die Rathauswache im Rathaus, eine speziell auf die Sicherheitsbedürfnisse des Rathauses eingestellte Sondereinheit der Wiener Berufsfeuerwehr. Zu ihren Aufgaben zählen heute neben standardmäßigen Brandschutzaufgaben der Betrieb der Wiener Katastrophenleitzentrale sowie, seit das Passwesen 2005 von der Bundespolizeidirektion Wien an die Stadt Wien abgegeben wurde, das Ausstellen von Notpässen, da die Rathauswache Tag und Nacht in Dienst ist.
Rathaus Wien - © Erhard Gaube - www.gaube.at
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Im Untergeschoß des Rathauses befindet sich der unter Denkmalschutz stehende Wiener Rathauskeller, der am 12. Februar 1899 eröffnet wurde und für das Publikum von einem eigenen Abgang auf dem Rathausplatz, Ecke Felderstraße, zugänglich ist. Die Räumlichkeiten des hier untergebrachten Restaurationsbetriebes umfassen über 3.500 m². Die künstlerische Ausgestaltung oblag dem Architekten Josef Urban, die historischen Wandmalereien stammen von Heinrich Lefler. Beteiligt waren auch die Maler Hugo Darnaut, Karl Friedrich Gsur, Hans Ranzoni, Maximilian Suppantschitsch und Charles Wilda. Der Rathauskeller wurde und wird von der Stadt Wien verpachtet und kann auch für Veranstaltungen und Feste genutzt werden.
Rathaus - Frontalansicht von erhöhtem Standort aus dem Burgtheater. ;1927
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der gesamte Bereich umfasst mehrere Räume: der Rittersaal (früher Ratskeller) ist mit Darstellungen großer Feste aus der Geschichte von Wien geschmückt, der Grüne Saal (früher Volkskeller) liegt direkt unter der Volkshalle, der Grinzinger Keller entstand im Zuge der Renovierung 1925 und ist Standort eines 70.000 l großen Weinfasses, das Ziehrer-Stüberl ist mit sechs Wappen Innerösterreichs dekoriert, im Augustiner-Stüberl (der ehemaligen Schwemme) sind sieben Darstellungen aus Wiener Sagen und ein Genrebild von Gsur zu sehen, im Ratsherrenstüberl werden in der Ausschmückung Motive aus den Sagen „Küss den Pfennig“ und „Schab den Rüssel“ verwendet, das Rosenstüberl bildet den Vorraum.
Arkadenhof vom Eingang; um 1900
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Umfassende Renovierungen erfolgten 1925, 1952 und zuletzt 2005, als der gesamte Bereich für rund 6 Millionen Euro generalsaniert wurde und die historischen Wandmalereien und Holzarbeiten unter der Leitung des österreichischen Bundesdenkmalamtes restauriert wurden. Die Wandmalereien wurden von einem Freskenmaler ausgeführt, der zugleich auch die Neugestaltung der Wände und Decken im Lehár-Saal des angeschlossenen Rathauskeller übernommen hat.
Untere Partie des Turmes gegen
die Universität. ;1917
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Durchblick durch Arkade beim
Eingangsbereich, 1938
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rathaus.
Blick Richtung Votivkirche. ;1938
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Reichsratstraße, Blick von der
Universität. Winterbild. ;1939
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Rathaus besitzt sieben Innenhöfe, von denen der zentrale Arkadenhof der bedeutendste ist. Er wurde schon in der Ersten Republik und in der nationalsozialistischen Ära für Veranstaltungen verwendet (beispielsweise Aufführung von „Dantons Tod" durch Max Reinhardt, 1929; 100-Jahr-Feier des Wiener Männergesang-Vereins, 1943), in der Zweiten Republik für die Arkadenhofkonzerte (seit 12. Juli 1952) und Veranstaltungen der Wiener Festwochen. 1989 wurde der Arkadenhof ganzjährig für parkierende Autos gesperrt, danach auf seiner nördlichen Hälfte gärtnerisch gestaltet und 1989-1994 mit Skulpturen von Rudolf Kedl geschmückt (in der Folge wechselnde künstlerische Gestaltung, darunter Skulpturen von Alfred Hrdlicka); 1992 wurde ein Sommerkaffeehaus („Arkaden-Cafe") eingerichtet. Seit den 1990er Jahren entwickelte sich das Rathaus zur Ball-Hochburg. Die Palette reicht vom die Wiener Ballsaison eröffnenden Almdudler Trachtenpärchenball über den Krankenpflege- und Flüchtlingsball bis zu den traditionellen Concordia- und Blumenball. Die größte internationale Bedeutung erlangte der seit 1993 stattfindende Life Ball, der sich zum größten Charity-Event Europas im Rahmen der AIDS-Hilfe entwickelte.
Erster Mai 1990 in Wien - Maifeier am Rathausplatz: Blick auf das Rathaus, vor
dessen Hauptportal ein großes Dreieck aufgestellt ist, das eine rote Nelke zeigt und
den Text "SPÖ / 1. Mai / 100 Jahre / Für die Zukunft. / Für Österreich. / SPÖ".
 Auf dem Platz sind Menschen versammelt. Im Vordergrund eine Luftballontraube.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Rathaus wurde während des Zweiten Weltkriegs durch Bomben schwer beschädigt, die architektonische Renovierung war Mitte der 50er Jahre, die Innenrestaurierung Anfang der 70er Jahre weitgehend abgeschlossen. Der Rathausturm wurde 1958/1959 renoviert (am 31. Mai 1958 ertönte erstmals ein im Turm installiertes Glockenspiel, das später wieder außer Betrieb kam). 1979-1984 erfolgte die Fassadenreinigung nach Sanierung der vier Nebentürme, 1984-1988 jene des Hauptturms. Am 14. Dezember 1999 wurde die Generalsanierung des Festsaals abgeschlossen. Von Herbst 2012 bis Herbst 2014 wurde eine neue Fassendenreinigung und -restaurierung durchgeführt. Dabei wurden 40.000 Quadratmeter Naturstein sowie Türen, Tore, Fenstergitter und Bleiverglasungen erneuert. Im Zuge dieser Renovierungsarbeiten wurde auch die Rathausbeleuchtung auf energieeffiziente Lampen umgerüstet.
Das Rathaus und der "Anschluss" 11. März 1938
Rathaus, 1941
© Stadt Wien - www.wien.gv.at
Mehr als hundert schwer bewaffnete Männer der Rathauswache bewachten am Abend des 11. März 1938 das abgeriegelte Wiener Rathaus. Bürgermeister Richard Schmitz, noch von Dollfuß ernannt, ließ die Miliz der städtischen Betriebe bewaffnen. Die Wiener ‚Frontmiliz’ wurde in den Ausnahmezustand versetzt. Schmitz war vorerst fest entschlossen, in Zusammenarbeit mit der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung den Nationalsozialisten Widerstand entgegen zu bringen. Bereits in den Tagen davor hatte er gemeinsam mit führenden Funktionären der Kanzlerdiktatur (Oliver Rathkolb) versucht, in Kollaboration mit Funktionären der verbotenen Revolutionären Sozialisten, der Gewerkschaften und der KPÖ eine Abwehr des „Anschlusses“ zu organisieren, doch die raschen Ereignisabfolgen zwischen Wien und Berlin sowie die Ultimaten Hitlers und Görings hatten diesen Versuch des Widerstandes überholt.
Einzug der Nationalsozialisten in das Rathaus.
Der von Gauleiter Alfred Frauenfeld angeführte Zug der Abgeordneten vor dem Rathaus; 1932.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am Nachmittag des 11. März war Schmitz noch im Bundeskanzleramt gewesen. Die Kapitulation der österreichische Bundesregierung hatte allerdings den Widerstand des Wiener Rathauses perspektivlos werden lassen: Schmitz kehrte ins Rathaus zurück und begann mit der Vernichtung von Akten. Am Abend skandierten in den vollen Gassen rund um das Rathaus Nationalsozialisten die Übergabe des Amtsgebäudes. Der Kommandant der Rathauswache und der bisherige Erste Vizebürgermeister, Major a.D. Fritz Lahr, telefonierten.
Kundgebung der HJ vor dem Rathaus Weltbild ;Anmarsch der HJ; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Lahr gab Befehl, eine Hakenkreuzfahne zu hissen und keinesfalls von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Eine Stunde später stand Lahr mit einigen SA-Leuten vor den verschlossenen Gittertoren des Rathauses und fordert Einlass. Den Bewachungsmannschaften und dem Bürgermeister erklärte er, er handle im Auftrag der (noch gar nicht ernannten) Regierung, er habe von Dr. Hugo Jury, dem künftigen Minister in der Regierung Seyss-Inquart, die Weisung, als kommissarischer Leiter die Führung der Geschäfte des Bürgermeisters zu übernehmen.
Parade der Wehrmacht vor dem Rathaus: Soldaten stehen in Reih und Glied,
Hakenkreuzfahnen sowie Zuschauermenge; ;1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Schmitz lehnte diese Rücktrittsaufforderung zwei Mal ab. Gemeinsam mit anderen Nationalsozialisten, darunter Karl Gratzenberger, Karl Sobolak und Thomas Kozich, kehrte Lahr kurz vor Mitternacht noch einmal zum Rathaus zurück. Die Hakenkreuzfahne wurde gehisst und etwa 160 Bewaffnete des SA-Sturmbanns I/99 „Oberland“ – vielen von ihnen Ehemalige des „Deutschen Turnvereins“ – besetzten das Rathaus. Im Arkadenhof versammelte sich die Rathauswache und legte die Waffen nieder. Schriftliche Quellen zu diesen dramatischen Stunden gibt es kaum. Gesichert ist nur, dass die Rathausbesetzer im Rathauskeller auf Kosten der Stadt 166 Paar Frankfurter Würstchen verzehrten.
Tag des Großdeutschen Reiches in Wien.
Die Wagenkolonne Adolf Hitlers auf der Fahrt vom Burgtheater zum Rathaus; 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Um 20 Minuten nach Mitternacht verlautbarte die österreichische Radiostation RAVAG eine der ersten Amtshandlungen des eben erst ernannten Bundeskanzlers Seyss-Inquart: Er betraue Vizebürgermeister Lahr mit der Führung der Geschäfte des Bürgermeisters von Wien. Schmitz stand ab sofort unter Hausarrest, wurde am nächsten Tag verhaftet und im Gefangenenhaus am Donaukanal interniert. Gemeinsam mit 150 anderen Prominenten wurde er am 1. April 1938 im Zuge des ersten Gefangenentransport in das Konzentrationslager Dachau überstellt.
Rathausplatz und Rathauspark
Weihnachtsmarkt am Rathausplatz, Wien - © Ben Burger - Fotolia.com
Weihnachtsmarkt am Rathausplatz.
© Fotolia Bilddatenbank - de.fotolia.com
 
Der Rest des ehemaligen Josefstädter Glacis vor dem Rathaus wird zum Teil von einem Vorplatz, dem Rathausplatz eingenommen. Der Großteil des Areals vor dem Rathaus und gegenüber dem 1888 fertiggestellten Burgtheater wurde durch den Gartenkünstler Rudolph Siebeck als Rathauspark gestaltet. Die Parkanlage wurde im Juni 1873 – zeitgleich mit der Grundsteinlegung für das Rathaus – fertiggestellt und hat eine Gesamtfläche von rund 40.000 m².
© E. Gaube, Citype - 2008
Veranstaltung im Rahmen der UEFA EURO 2008TM in der Fanzone Rathausplatz
 
Heute wird der Rathausplatz häufig für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Seit 1991 findet alljährlich im Juli und August das Film Festival auf dem Wiener Rathausplatz statt, bei dem bei freiem Eintritt Filmaufzeichnungen mit Schwerpunkt Klassische Musik gezeigt werden. In der Vorweihnachtszeit hat der traditionelle Christkindlmarkt geöffnet, von Mitte Jänner bis Anfang März befindet sich hier mit dem Wiener Eistraum ein mobiler Eislaufplatz. Die Wiener Festwochen werden üblicherweise auf dem Rathausplatz eröffnet, darüber hinaus fanden und finden auch unregelmäßige Veranstaltungen statt
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Wiener_Rathaus" der
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Website Screenshot 2017: https://www.wien.gv.at/verwaltung/rathaus/index.html
Rathaus der Stadt Wien
Stadtinformation
Rathaus (Eingang Friedrich-Schmidt-Platz 1), 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 525 50
E-Mail: stadtinformation@post.wien.gv.at
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, von 7.30 bis 18 Uhr
www.wien.gv.at/verwaltung/rathaus
 
 
 
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Volksgarten
Der Volksgarten liegt auf einem Areal, auf dem sich früher in erster Linie Festungsanlagen befanden. Darin wurde ein Park angelegt, der ursprünglich als Privatgarten für die Erzherzöge gedacht war, doch auf Vorschlag der Hofgartenverwaltung der erste öffentliche zugängliche Park in Hofbesitz wurde.
Ab 1825 war die Bezeichnung Volksgarten gebräuchlich. Verantwortlich für das Konzept des Garten war Ludwig von Remy, die gärtnerische Gestaltung erfolgte durch den Hofgärtner Franz Antoine dem Älteren. Die streng geometrische Form der Wege erleichterte auch die Überwachung der Besucher.
In der Mitte der Anlage wurde von 1819 bis 1823 nach Entwürfen von Peter von Nobile der Theseustempel angelegt. Nach Schleifung einer Kurtine um 1860 wurde der Volksgarten von Franz Antoine dem Jüngeren im Zuge des Ringstraßenbaus im französischen Barockstil erweitert und 1864 mit einer Einfriedung von Moritz Löhr versehen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
Palmenhaus
Das 1882 eröffnete Schönbrunner Palmenhaus ist das prominenteste der vier Pflanzenhäuser im Schönbrunner Schlosspark und, zusammen mit den Kew Gardens und dem Palmenhaus von Frankfurt, weltweit eines der drei größten seiner Art.
Die Eisen-Glas-Konstruktion ist ein architektonisches Schmuckstück des Schlossparks. Das Haus wurde von 1986 bis 1990 generalsaniert. Heute zeigt es Teile der Schausammlungen der Bundesgärten mit zahlreichen mediterranen, tropischen und subtropischen Pflanzen.
Von den wichtigsten Pflanzenarten fehlen nur die Wüstenpflanzen, die man sich jedoch im nahen und erst vor kurzem eröffneten Wüstenhaus ansehen kann. Dort gibt es eine künstliche Landschaft voller Kakteen, in der farbenfrohe Geckos in der Hitze baden und winzige Elefantenspitzmäuse zwischen den Felsen und Sukkulenten herumhuschen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
Grinzing
Kaiser Probus ist schuld daran, dass schon 276 n.Chr. die ersten Weinstöcke auf den Hügeln rund um Grinzing gepflanzt wurden. Diese botanische Nebenbeschäftigung der römischen Legionäre brachte dem kleinen Dorf vor den Toren Wiens Wohlstand und viel, viel später sogar internationale Berühmtheit - denn in dieser anmutigen Landschaft wächst ein vorzüglicher Wein!
Um bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 700 Jahre gelegentlich ungeschoren davonzukommen, legten die Grinziger Weinbauern von ihren Weinkellern aus unterirdische Fluchtwege an, die sie bis in ihre geliebte Grinzinger Kirche brachten.
Auch das ehemalige "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besaß einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wurde in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.
Vor einer prachtvollen, 250 Jahre alten Weinpresse und großen, alten Fässern konnte man hier Heurigengemütlichkeit erleben. Diese typische Wiener Geselligkeitsform, seit Maria Theresias Zeiten als "Heuriger" amtlich bezeichnet, ist für den Wiener ein kleines, zeitloses Stückchen Glück.
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Prater Wien
Der Wellenbrecher oder umgangssprachlich einfach „Scherm“ genannte Kettenflieger begeistert seit Jahrzehnten die Praterbesucher und weckt mit Sicherheit zahlreiche Kindheitserinnerungen. In luftigen Höhen lässt sich hier schon im Eingangsbereich des Wurstelpraters ein erster Überblick über das Areal gewinnen.
Pratercard
Mit der Pratercard wird die Tradition der bargeldlosen Bezahlung bei den Praterattraktionen zeitgerecht weiter geführt, die vor Jahren mit dem „Calafati Schilling“ ihren Anfang nahm. Die Pratercard eignet sich hervorragend als Geschenk zu jedem Anlass, oder für Ihren nächsten Firmen-Betriebsausflug in den Wiener Prater.
Wiener Riesenrad
Das Wiener Riesenrad im Prater im Gemeindebezirk Leopoldstadt ist eine Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen Wiens. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war zur damaligen Zeit eines der größten Riesenräder der Welt.
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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