Das Rote Wien
Wien als Musterstadt sozialdemokratischer Gesellschaftspolitik
1918 - 1934
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 20, Friedrich-Engels-Platz; Eröffnung einer Wohnhausanlage
durch Bürgermeister Karl Seitz; 16. 07. 1933.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als Rotes Wien wird die österreichische Hauptstadt Wien in der Zeit von 1918 bis 1934 bezeichnet, als die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschösterreichs bei den Wahlen zu Landtag und Gemeinderat wiederholt die absolute Mehrheit erreichte. Die sozialdemokratische Kommunalpolitik dieser Jahre war geprägt von umfassenden sozialen Wohnbauprojekten und von einer Finanzpolitik, die neben dem Wohnbau auch die Sozial-, Gesundheits- und Bildungspolitik unterstützte.
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ausrufung der Republik Deutschösterreich.
Arbeiter auf der Ringstraße, in der Nähe des Parlaments; 12. 11. 1918.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Sozialdemokratie bildete „durch ihre Stellung in Wien einen Machtfaktor, der sich als Blockade gegen die uneingeschränkte Realisierung einer Politik zu Lasten der Lohnabhängigen […] erwies“, einen Gegenpol zur Politik der Christlichsozialen Partei (CS), die damals in den anderen Bundesländern und auf Bundesebene regierte. Das „Rote Wien“ endete 1934, als Bürgermeister Karl Seitz infolge des österreichischen Bürgerkrieges seines Amtes enthoben und verhaftet wurde und die aus der CS hervorgegangene Vaterländische Front (VF) auch in Wien die Macht übernahm.
Das Neue Wien. Karte von Erich Leischner mit Einzeichnung der bis 1931
neu errichteten Wohnhausanlagen, Siedlungen, Bäder und Gartenanlagen.
Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der Donaumonarchie wurde in Österreich die Republik ausgerufen. Bei den Gemeinderatswahlen am 4. Mai 1919 – erstmals waren Frauen und Männer aus allen Schichten berechtigt, den Gemeinderat zu wählen – errang die Sozialdemokratische Partei in Wien die Mehrheit. Obwohl die Volksvertreter nun freie Hand hatten, standen sie vor einer schwierigen Aufgabe. Beamte aus zum Ausland gewordenen Gebieten kehrten zu Tausenden in ihre Heimatländer zurück, Flüchtlinge aus dem zeitweise russisch besetzten Galizien und ehemalige Soldaten der k.u.k. Armee kamen zumindest vorübergehend nach Wien.
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
"Kriegsheimkehrer 25. lnfanterie-Truppendivision"
K.u.k. Kriegspressequartier, Lichtbildstelle - Wien;  1918.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die neuen Staats- und Zollgrenzen zur Tschechoslowakei und Ungarn, woher Wien bis dahin versorgt worden war, machten Lebensmittellieferungen nach Wien schwierig. (Mit Hilfe der flächendeckend bestehenden sozialistischen Konsumvereine gelang es, die Lebensmittelversorgung der Stadt sicherzustellen.)
Wien 1918 - 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wien 1918 - 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 20, Rauscherstraße 10.
Elendsquartier: Gangkabinett der
Katharina Teichner zusammen mit
ihren drei Kindern; 1920.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 14, Beckmanngasse 66.
Elendsquartier: Kabinett der Marie
Leichter im Tiefparterre: Die Frau mit
Kind auf Bett sitzend; 1919.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 1918 - 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wien 1918 - 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Armut in Wien. Frau sucht aus
Kohlenschutt vor einer Schule
brauchbare Koksabfälle; 1919.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Armut in Wien. Frau sucht aus
Kohlenschutt vor einer Schule
brauchbare Koksabfälle; 1919.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Im neuen Österreich wurde die Hauptstadt als „Wasserkopf“ – als viel zu groß für das kleine Land – betrachtet. Dazu kam die kriegsbedingte Hyperinflation, der erst 1925 die Währungsreform von der Krone zum Schilling folgte. Bis dahin hatten Löhne und Gehälter oft schon wenige Stunden nach Auszahlung drastisch an Wert verloren.
Wien 1918 - 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wien 1918 - 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mann in dürftigem Interieur mit
kleinem eisernen Ofen; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Armut in Wien; 1930. Arbeitsloser mit
umgehängtem Plakat ´Ich hungere´.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 1918 - 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Wien 1918 - 1934 © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kinderrachitis in Wien; um 1920.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kinderrachitis in Wien; um 1918.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In den überfüllten Mietwohnungen und Notunterkünften mit spärlichen sanitären Einrichtungen grassierten Krankheiten wie Tuberkulose („Wiener Krankheit“), spanische Grippe und Syphilis. Zur extremen Wohnungsnot kam die hohe Zahl der Arbeitslosen.
„Waren die letzten Jahrzehnte der Habsburgermacht unter dem Signum ‚hoffnungslos, aber nicht ernst‘ gestanden, so gab es jetzt viele, die einen düsteren Ernst der Lage diagnostizierten, wo sich endlich konstruktive Möglichkeiten für soziales und politisches Handeln zeigten. Für die pragmatische Mehrheit bestand allerdings die vordringlichste Aufgabe darin, diese Möglichkeiten zu nutzen. […] Im neuen Österreich gab es für die Intellektuellen genug positive Arbeit. Für Leute wie Hans Kelsen und Karl Bühler gab es wenig Grund zum Zweifel an der Möglichkeit, Werte im praktischen gesellschaftlichen Leben zu verwirklichen. Eine Verfassung musste ausgearbeitet, ein Parlament eingerichtet, das funktionierende System einer sozialen Demokratie in Gang gebracht werden. […] Es war in den Augen der Pragmatiker eine Zeit des Aufbaus und des Optimismus.“
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Elendsquartier in Wien; Wohnrauminnenansicht eines Elendsquartieres; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wohnungsnot in Wien. Mutter mit drei Kindern in einer Elendsküche; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der tristen materiellen Ausgangslage standen also beachtliche intellektuelle Ressourcen gegenüber. Der später weltbekannte Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Karl Kraus, Friedrich Torberg und viele andere Wissenschaftler, Künstler, Publizisten und Architekten, die in Wien lebten, standen der Aufbauarbeit der sozialdemokratischen Stadtverwaltung positiv gegenüber und beteiligten sich nicht an der grundsätzlichen Gegnerschaft der Christlichsozialen Partei zum Reformwerk.
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erste Sitzung der Konstituierenden Nationalversammlung.
Die weiblichen Abgeordneten der sozialdemokratischen Partei; 04. 03. 1919.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Bundespolitik der Rot-Schwarzen Koalition 1918–1920 brachte bereits sieben Tage nach der Ausrufung der Republik den gesetzlich verankerten Achtstundentag und in der Folge die Arbeitslosenversicherung. Auch die Arbeiterkammer als gesetzliche Interessensvertretung der Arbeiter und Angestellten entstand zu dieser Zeit. Der Reformeifer der Sozialdemokraten wurde jedoch mit zunehmendem Abstand zum Kriegsende von den Christlichsozialen immer weniger geteilt.
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Otto Bauer bei einer Ansprache; 1932.
Er war von 1918 bis 1934 stellvertretender Parteivorsitzender der Sozialdemokratischen
Arbeiterpartei (SDAP) und 1918 bis 1919 Außenminister der Republik Deutschösterreich.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Koalition ging 1920 zu Bruch, bis 1945 waren die Sozialdemokraten dann im Gesamtstaat in Opposition oder im Untergrund. Umso mehr bemühten sie sich, Wien, wo sie praktisch allein regieren konnten, zur Musterstadt sozialdemokratischer Gesellschaftspolitik zu machen. Ihre Politik wurde damals als spektakulär betrachtet und in ganz Europa beachtet. Die Konservativen hassten diese Politik teilweise, konnten jedoch vorerst gegen die Wahlerfolge der Sozialdemokraten in Wien nichts ausrichten. Wien war seit Jahrhunderten auch Hauptstadt des nunmehrigen Bundeslandes Niederösterreich gewesen. Mit seiner starken sozialdemokratischen Majorität und den Sozialdemokraten aus dem niederösterreichischen Industrieviertel um Wiener Neustadt stellten die „Roten“ auch den ersten demokratischen Landeshauptmann von Niederösterreich, Albert Sever.
Arbeitsbeschaffung der Gemeinde Wien; Straßenbahngleise werden umgelegt; um 1935.
© Sozialdemokratische Partei Österreich - www.dasrotewien.at
Arbeitsbeschaffung der Gemeinde Wien; Straßenbau: Steinpflasterung; um 1935.
© Sozialdemokratische Partei Österreich - www.dasrotewien.at
Da sich das Bauernland nicht von den „Roten“ regieren lassen wollte, die Wiener „Sozis“ sich hingegen von der konservativen Landbevölkerung nicht in ihre Kommunalpolitik dreinreden lassen wollten, waren die beiden großen Parteien bald darin einig, das „rote Wien“ vom „schwarzen Niederösterreich“ zu trennen.
Eine riesige Baustelle, der Karl-Marx-Hof.
© Sozialdemokratische Partei Österreich - www.dasrotewien.at
Wegen der extremen Wohnungsnot wurde die Schaffung von neuen Wohnungen das wichtigste Ziel der Sozialdemokraten. Mit dem Wohnanforderungsgesetz des Bundes von 1919 konnte bereits eine bessere Auslastung der Wohnungen erzielt werden.
Wien 5, Reumannhof; Blick über das Bassin mit Reumannbüste
achsial auf den rechten Seitenflügel; nach 1926.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 17, Balderichgasse 23(-29); Gemeindebau Hof; nach 1924.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Weil der vom k.k. Gesamtministerium 1917 verordnete und sogleich auf Wien erstreckte Mieterschutz (RGBl. 34 und 36/1917) die Mietzinse auf Vorkriegsniveau festschrieb, lohnte sich das Bauen für Privatleute nicht mehr. Mangels Nachfrage von privater Seite waren Bauland und Baukosten für die Gemeinde günstig.
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 20, Winarskyhof. Durchfahrt mit Denkmal von Ferdinand Lassalle; um 1933.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 5, Siebenbrunnenfeldgasse 26-30; Matteottihof; nach 1927.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Von 1925 bis 1934 entstanden auf diese Weise über 60.000 Wohnungen in Gemeindebauten. Große Wohnblocks wurden um einen Hof mit weiten Grünflächen gebaut. Berühmte Beispiele sind der Karl-Marx-Hof oder der George-Washington-Hof. Die Wohnungen wurden nach einem Punktesystem vergeben. Familien oder Personen mit einem Handicap erhielten Pluspunkte.
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Karl-Marx-Hof: Mittelrisalit mit der Bronzestatue 'Sämann' von Otto Hofner; um 1933.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Karl Marx-Hof; Ledermann, Postkartenverlag ;Ansicht des Mittelteiles
von erhöhtem Standort aus Richtung Heiligenstädterstraße; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Karl-Marx-Hof (Heiligenstädter Hof);
Flugansicht des Karl-Marx-Hofes mit Hoher Warte gegen die Donau; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die neuen Wohnungen wurden zu 40 Prozent aus dem Ertrag der im Land Wien eingeführten Wohnbausteuer und der Rest vornehmlich durch die Fürsorgeabgabe, eine vierprozentige Lohnsummensteuer, die von den Unternehmen im Wesentlichen an die Konsumenten überwälzt wurde, finanziert. Damit konnte die Mietzinsbelastung in den städtischen Wohnungen für einen Arbeiterhaushalt auf vier Prozent des Einkommens gesenkt werden, während es vorher 30 Prozent waren. Bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit wurde der Mietzins gestundet.
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kindergarten im Karl-Marx-Hof.
© Sozialdemokratische Partei Österreich - www.dasrotewien.at
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Brausebad im Karl-Marx-Hof.
© Sozialdemokratische Partei Österreich - www.dasrotewien.at
Das Rote Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Waschküche im Karl-Marx-Hof.
© Sozialdemokratische Partei Österreich - www.dasrotewien.at
Die städtische Sozial- und Gesundheitspolitik wurde durch günstige Leistungen der städtischen Gas- und Elektrizitätswerke und der Müllabfuhr verbessert. Jeder Säugling bekam gratis ein Wäschepaket, damit „kein Wiener Kind mehr in Zeitungspapier gewickelt werden musste“. Zur Erleichterung der Berufstätigkeit der Mütter und um der Verwahrlosung von Kindern auf der Straße vorzubeugen, wurden Horte, Kindergärten und Kinderfreibäder eingerichtet. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung war kostenlos. Es gab Angebote für Kuraufenthalte und Ferienkolonien sowie öffentliche Bäder und Sportanlagen zur Körperertüchtigung.
Krankenhaus der Stadt Wien, Tuberkulosepavillon:
Krankenzimmer mit Ausblick auf die Terrasse; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach den Worten des Sozial- und Gesundheitsstadtrates Julius Tandler war man sich der gesamtgesellschaftlichen Dimension dieser Maßnahmen bewusst: „Was wir für die Jugendhorte ausgeben, werden wir an Gefängnissen ersparen. Was wir für Schwangeren- und Säuglingsfürsorge verwenden, ersparen wir an Anstalten für Geisteskranke.“ Tandler gründete 1925 die Kinderübernahmestelle der Gemeinde Wien. Der Steigerung der Sozialausgaben auf das Dreifache der Vorkriegszeit stand eine Reduktion der Säuglingssterblichkeit unter den österreichischen Durchschnitt und der Tuberkulose um die Hälfte gegenüber.
Kinder in der Montessorischule Wien 10, Troststraße 98.
Eine Gruppe Kinder bei der "Küchenarbeit"; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Trotz eingeschränkter Kompetenzen, da Bildung Sache des Bundes war, wurde in Wien eine Schulreform in Angriff genommen. Otto Glöckel, der von 1919 bis 1920 sozialdemokratischer Unterrichtsminister in Österreich war, wurde als Leiter des Wiener Stadtschulrates zur treibenden Kraft der Wiener Schulreform. Die Bildungsreform profitierte davon, dass das Wien Sigmund Freuds und Alfred Adlers eine Hochburg der noch jungen Tiefenpsychologie war. Am „Schaltbrett der Erziehung“, in der Lehrerausbildung, in der Elternberatung usw. wirkten vor allem individualpsychologisch ausgebildete Lehrer, Ärzte und Sozialarbeiter. Neue Formen der Schulorganisation (Arbeitsschule), der Schülermitbestimmung und der Erwachsenenbildung wurden erprobt.
Erster Mai 1932; Maiumzug der sozialdemokratischen Partei, zwischen Burgtheater
und Rathaus. Transparent "Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will".
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der kostenlose Schulbesuch und Stipendien sollten allen Schichten gleiche Bildungschancen ermöglichen und das Volk zur demokratischen Mitbestimmung befähigen. Nach der Theorie des Austromarxismus war es notwendig, Kinder und Erwachsene zunächst zu bilden und zu kultivieren, damit sie dann in einem späteren Schritt, als „neue Menschen“, den Sozialismus verwirklichen könnten. Die Sozialdemokratie sah sich insofern zuvorderst als "Bildungsbewegung". Trotz Widerständen wurde der Religionsunterricht von der Kirche getrennt. Im Schloss Schönbrunn bestand unter der Leitung von Otto Felix Kanitz von 1919 bis 1924 die Schönbrunner Erzieherschule, eine pädagogische Ausbildungseinrichtung der damaligen österreichischen Kinderfreunde.
Sozialistische Arbeiterjugend; 1933.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Sozialdemokratische Partei kümmerte sich in Institutionen, die man heute „Vorfeldorganisationen“ der Partei nennen würde, um den kulturellen, sportlichen und gesellschaftlichen Sektor. Gefördert wurden über fünfzig sozialdemokratische Vereine für verschiedenste Interessen inklusive Sportvereine zur Kräftigung des „Körpers für den Kampf der Arbeiterbewegung“.
1. Mai 1931 - Rote Falken vor dem Wiener Rathaus.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Neben dem eigentlichen Vereinszweck gab es immer auch Bildungsarbeit und Geselligkeit. Obwohl in diesen Vereinen selbst das Privatleben der Parteimitglieder sozialistisch gestaltet wurde, blieben die meisten Parteimitglieder zu Hause der kleinbürgerlichen Welt verhaftet.
Das "Große Festspiel" im Wiener Praterstadion am Vorabend der Arbeiterolympiade; 1931.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Arbeiterolympiade; Umzug auf der Ringstraße, vor dem Parlament,
große Tafel "Die Proletarier der ganzen Welt vereinigen sich im Sport"; 1931.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Juli 1926 wurden in Wien ein Automobil-Blumenkorso, ein Riesenfeuerwerk auf der Hohen Warte, das Arbeiter-Turn- und Sportfest (60.000 Teilnehmer) und das Deutsche Turnerfest (50.000 Teilnehmer) gefeiert. Im September 1926 fand die Enthüllung des Dr.-Karl-Lueger-Denkmals (60.000 Teilnehmer) statt. 1928 war Wien Veranstaltungsort des 10. Deutschen Sängerbundesfestes, an dem laut Polizeibericht über 200.000 Personen teilnahmen. 1929 gab es einen Gewerbefestzug, einen Katholikentag und ein Sozialistisches Jugendtreffen als Großveranstaltungen.
Eröffnung des Praterstadions.
Karl Renner bei seiner Ansprache; 11. 07. 1931.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eröffnung des Praterstadions.
Bürgermeister Karl Seitz mit Bundespräsident Miklas; 11. 07. 1931.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1928–1931 baute die Stadtverwaltung das (Prater-)Stadion. Es wurde im Juli 1931 mit der II. Arbeiterolympiade eröffnet. Die Aufführung des Films Im Westen nichts Neues nach dem Roman von Erich Maria Remarque führte zu tagelangen, stürmischen Gegenkundgebungen der Nationalsozialisten. Im September 1933 – das Parlament war bereits ausgeschaltet – trafen einander Hunderttausende aus In- und Ausland beim Katholikentag, der (250 Jahre nach 1683) mit einer großen „Türkenbefreiungsfeier“ verbunden wurde. Nun blieben kulturelle und sportliche Massenveranstaltungen dem sich formierenden Ständestaat vorbehalten; der traditionelle Maiaufmarsch war den Sozialdemokraten 1933 bereits verboten worden.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Rotes_Wien" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
Website Screenshot 2017: http://www.dasrotewien.at
dasrotewien.at
Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie
Medieninhaber, Herausgeber, Hersteller und Eigentümer:
Sozialdemokratische Partei Österreichs, Landesorganisation Wien
www.dasrotewien.at
 
 
  Stadtgeschichte Wiens
    Heeresgesch. Museum
    Steinzeit
    Bronzezeit
    Eisenzeit - Kelten
    Die Römer in Wien
    Carnuntum
    Völkerwanderung
    Wien im Mittelalter
    Schlacht am Marchfeld
    Neidhart Fresken
    Virgilkapelle
    Wiener Geserah
    1.Türkenbelagerung
    Der 30jährige Krieg
    2.Türkenbelagerung
    Pestepidemien
    Franzosenkriege
    Wiener Kongress
    Vormärz
    Hochwasser 1830
    Revolution 1848/49
    Solferino 1859
    Königgrätz 1866
    Seeschlacht v. Lissa
    Donaumonarchie
    Weltausstellung 1873
    Ringtheaterbrand 1881
    Die Belle Époque
    Erster Weltkrieg
    Erste Republik
    Das Rote Wien
    Justizpalastbrand 1927
    Bürgerkrieg 1934
    Anschluss 1938
    Judenverfolgung
    Groß Wien
    Widerstandsbewegung
    Kampf um Wien
    Nachkriegszeit
    ERP Marshallplan
    Staatsvertrag
    Gipfeltreffen 1961
    OPEC Überfall 1975
    Reichsbrückeneinsturz
    Gipfeltreffen 1979
    Austromir 1991
    Flüchtlingskrise 2015
    Silberstein-Affäre 2017
    Demografie Wien
    Historische Erdbeben
    Hist. Hochwässer
  Militär und Luftfahrt
    Die Deutschmeister
    k.u.k. Kriegsmarine
    Nordpolexpedition
    Flaktürme Augarten
    Patrouillenbootstaffel
    Österr. Luftstreitkräfte
    Luftfahrt Geschichte
    Austrian Airlines
    Flughafen Wr. Neustadt
    Flugfeld Aspern
    Alouette III
    Eurofighter EF2000
    Österr. Landstreitkräfte
  Wirtschaft und Technik
    Austromir 1991
    Techn. Museum
    Eisenbahn Geschichte
    Der "Blaue Blitz"
    Stadtbahn Wien
    Autoindustrie
    Marcus-Wagen
    Donauschifffahrt
  Die Belle Époque
    Wien um 1900
    Die Ringstraße
    Ringstraßenpalais
    Heinrichhof
    Café Prückel
    Café Schwarzenberg
    Café Landtmann
    Hotel Imperial
    Hotel Bristol
    Grand Hotel
    Kursalon Hübner
    Semmering
    Die Semmeringbahn
    Bad Gastein
    Die Tauernbahn
  Geschichte 2. Bezirk
 
 
 
 
 
Historischer Originalschauplatz
2000 Jahre Wiener Geschichte lebendig gemacht
ein Rundgang durch 1.300m2 Erlebnisfläche - humorvoll begleitet durch Tourguides - mit 5D Kino, Animatronic Shows, Musik und Spezialeffekten
Time Travel Vienna richtet sich an Menschen jedes Alters, an Einheimische und Touristen, an alle, die etwas über die Geschichte Wiens erfahren wollen. Die Shows dauern 50 Minuten, sind kompakt und spannend aufbereitet, humorvoll begleitet von Tourguides.
Habsburgergasse 10A, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 5321514
www.timetravel-vienna.at
 
 
Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
© design by gaube 2016
design by gaube