Rotunde
Zu ihrer Zeit die mit Abstand größte Kuppel der Welt
Pratergelände, 1020 Wien
Die Wiener Rotunde © Christian Brandstätter Verlag - "Wien - Die Welt von gestern in Farbe"
Das Südportal der 1873 zur Wiener Weltausstellung errichteten, 1937 abgebrannten Rotunde.
Handkoloriertes Glas-Diapositiv der Wiener Urania; um 1900.
Bild:  © Christian Brandstätter Verlag - "Wien - Die Welt von gestern in Farbe"
Die Rotunde in Wien war ein Kuppelbau, der anlässlich der Weltausstellung 1873 im Wiener Prater auf dem vormaligen Parkgelände errichtet wurde. Sie war zu ihrer Zeit die mit Abstand größte Kuppel der Welt (Durchmesser 108 m). Die Rotunde überbot dabei das 118–125 n. Chr. erbaute Pantheon in Rom (Durchmesser 43,4 m); übertroffen wurde sie erst 1957 durch eine Messehalle in Belgrad (Durchmesser 109 m). Das Gebäude fiel 1937 einem Großbrand zum Opfer.
Die Wiener Rotunde © Pressebildagentur Votava - www.votava.at
Bau der Rotunde - Rotunde mit dem Hauptportal
Bild: © Pressebildagentur Votava - www.votava.at
Es handelte sich um eine teilweise mit Holz und Gips verkleidete Stahlkonstruktion. Die Kuppelhöhe betrug 84 Meter, der Basisdurchmesser 108 Meter. Das abgestutzte Kegeldach, besonders auffällig durch Radialsparren und konzentrische Ringe, ruhte auf 32 Eisensäulen, zwei Laternen bildeten den oberen Abschluss. Die untere fungierte als Aussichtsgalerie, die obere trug eine vergoldete, mit Steinen besetzte vier Meter hohe Nachbildung der Kaiserkrone.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ledermann, Postkartenverlag ;Kaiser-Jubiläumsausstellung:
Straße von erhöhtem Standort gegen die Rotunde; 1898.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der kreisrunde Zentralbau war von vier 190 Meter langen Galerien quadratisch umschlossen; vier breite Hallen verbanden Kuppelbau und Galerien. Das Hauptportal erhielt die Form eines Triumphbogens und war geschmückt mit Halbsäulen und figurativen Darstellungen. Unter dem Giebel war der Wahlspruch Kaiser Franz Josephs „Viribus Unitis“ (Mit vereinten Kräften) angebracht.
Die Aussichtsplattform auf der Kuppel der Rotunde.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erste Pläne lieferte der schottische Schiffbauingenieur John Scott Russell. Mit veränderten Entwürfen wurde das Projekt unter der Leitung des Architekten Carl von Hasenauer realisiert, wobei er unter anderem mit Johann Caspar Harkort V., Mitglied der Duisburger Stahl-Dynastie Harkort zusammenarbeitete.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rotunde und Ausstellungsgelände der Weltausstellung 1873.
Aquarell von Franz Alt, wiedergegeben in einem Farbdruck.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Innenraum hatte eine Fläche von rund 8.000 m² und diente während der Weltausstellung als zentraler Treffpunkt für Besucher und offizielle Anlässe. Weiters waren hier österreichische und deutsche Ausstellungen untergebracht. Die österreichische Kaiserkrone an der Spitze der Rotunde überragte das gesamte Weltausstellungsgelände und stellte die Veranstaltung damit symbolisch unter imperialen Schutz.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Demonstration des Luftschiffes "Estaric I" über den Prater.
Das von Franz Renner entwickelte Flugschiff über der Rotunde; 1909.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am 1. Mai 1873 fand in dem noch unfertigen Gebäude die Eröffnung der Weltausstellung statt. Regenfälle, die schon Tage vor der Eröffnung einsetzten und den Prater in ein Sumpfgelände verwandelten, andauernde ungünstige Witterungsverhältnisse, aber vor allem der Börsenkrach vom 9. Mai 1873 und die nachfolgende Wirtschaftskrise versetzten den optimistischen Erwartungen an die Weltausstellung einen schweren Dämpfer. Eine Choleraepidemie in den Wiener Elendsvierteln hatte einen weiteren Besucherrückgang zur Folge. Statt der erwarteten 20 Millionen Besucher kamen lediglich 7,2 Millionen. Das Defizit der Weltausstellung betrug ca. 15 Millionen Gulden. So fehlten die finanziellen Mittel für den ursprünglich geplanten Abriss des Gebäudes.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rotunde: Blick auf Kuppel und Südportal. Nahansicht leicht von links; um 1928.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Jahr 1877 wurde ein Teil der Rotunde von der Stadt Wien als Lager verwendet. Ein Jahr danach diente bereits die gesamte Rotunde als Lager. Erst danach wurde sie für kommerzielle Veranstaltungen genutzt. Der anfangs von Architekten abgelehnte Bau fand bei den Besuchern begeisterten Anklang. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Rotunde zum Wiener Wahrzeichen und beherbergte Festveranstaltungen, Zirkusvorführungen und große Ausstellungen, wie:
1883 die „Internationale Elektrische Ausstellung“.
1885 die Gründungsfeierlichkeiten zur Eröffnung der Wiener Rettungsgesellschaft, bei der auch Alexander Girardi auftrat.
1892 die „Internationale Ausstellung für Musik- und Theaterwesen“.
1898 die „Collektivausstellung österreichischer Automobilbauer'“ im Rahmen der „Kaiser Franz Joseph Jubiläumsausstellung“, auf der die vier ersten im damaligen Österreich gebauten Automobile gezeigt wurden, darunter der Wagen von Siegfried Marcus aus den Jahren 1888/89 und zwei Fahrzeuge von Jakob Lohner (Egger-Lohner Elektromobil).
1910 die „Erste Internationale Jagd-Ausstellung Wien 1910“
1913 die „Adriaausstellung“, die die letzte große Veranstaltung der Monarchie war.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Flugansicht der Gesamtanlage; um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Gebäude stand im Eigentum des Obersthofmeisteramtes und wurde durch ein Inspektorat mit Sitz in der Rotunde verwaltet. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Rotunde als „Rekonvaleszentensammelstelle“ militärisch genutzt. Ab 1920 stand sie wieder für Veranstaltungen zur Verfügung. Nach dem 11. August 1921, der Eröffnung der ersten Wiener Internationalen Messe, war die Rotunde zweimal jährlich Messezentrum. Im Jahr 1936 prüfte die Stadt Wien neue Nutzungsmöglichkeiten, und Clemens Holzmeister wurde mit der Erstellung eines Vorschlages zum Umbau der Rotunde für das Staatsarchiv beauftragt.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rotunde - Ostseite mit Portal leicht von links. Trabrennplatz im Vordergrund; 1891.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Schon lange galt das Gebäude als brandtechnisch riskant, wie man aus den Anweisungen der jeweiligen Brandsicherheitswachen während der verschiedenen Veranstaltungen entnehmen kann. Das Hauptgebäude geriet am 17. September 1937 in Brand. Gemeldet wurde er unabhängig über zwei Brandmelder von verschiedenen Standorten um 12:36 Uhr.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Innenraum der Rotunde.
Durchblick aus dem Ansatz der Kuppel während des Messebetriebes um 1930.
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Während das Feuer von außen nicht als Großbrand wahrnehmbar war, breitete es sich in den Hohlräumen zwischen Stuckatur und äußerer Blechverkleidung schnell aus. Ausgegangen war es von einer der tragenden Kuppelsäulen. Die ersten Löschmannschaften erreichten um 12:55 Uhr den Brandort, der nur über eine Stiege in einer Höhe von 15 bis 18 m erreichbar war. Die mit Blech verkleideten Dachteile verhinderten, dass Löschwasser in ausreichender Menge zu den brennenden Holzteilen gelangte.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Wiener Rotunde um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
So brannte die Kuppel, in der 400 t Holz verbaut waren, rasch ab. Um 13:30 mussten die Löschmannschaften auf Befehl von Branddirektor König den Rückzug antreten, da Einsturzgefahr bestand. Tatsächlich stürzte die Kuppel drei Minuten später ein und drückte die Flammen in die seitlichen Gebäude. Die Feuerwehr konnte ab diesem Zeitpunkt ihre Löscharbeiten nur noch von außen durchführen, da ein Betreten der Gebäude nicht mehr möglich war. Bis zum Abend brannte auch der letzte Eckturm nieder.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Brand der Rotunde in Wien, 1937.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Außerdem mussten auch Sekundärbrände, die durch den Funkenflug entstanden, gelöscht werden, denn auch ein Lagerhaus sowie die Dächer einiger Wohnhäuser und der Übungsturm der eigenen Feuerwache im Prater gerieten in Brand. Zur Unterstützung der Feuerwehr wurden nicht nur dienstfreie Mannschaften einberufen, sondern auch Soldaten des Infanterieregiments 5 angefordert. Brandwachen versahen bis zum 18. September ihren Dienst, erst am 22. September begannen die Aufräumungsarbeiten.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Brand der Rotunde in Wien, 1937.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Kleine Blatt vom 18. September 1937 berichtete mit der Schlagzeile Wien hat keine Rotunde mehr! und einer Bilderserie über den dramatischen Ablauf der Brandkatastrophe. Der Brand der Wiener Rotunde zählt zu den größten Brandkatastrophen Wiens und bedeutete schweren wirtschaftlichen Schaden sowie den Verlust einer bedeutenden Kulturstätte für die Stadt Wien.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ansicht des Portals nach dem Brand, 1937.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ab 1950 befand sich an der nordwestlich der Trabrennbahn Krieau gelegenen Stelle der Rotunde das Hauptgebäude (Südportal) der Messe Wien, welches 2001 abgerissen wurde. Heute befinden sich auf diesem Platz ein Parkhaus sowie Gebäude des 2013 neu errichteten Campus WU der Wirtschaftsuniversität Wien.
Die Wiener Rotunde © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Aufnahme nach dem Brand 1937. Aus Südosten gegen das Riesenrad; 1937.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In Wien Leopoldstadt erinnern noch die Rotundenbrücke, die Rotundenallee, der Rotundenplatz, die Harkortstraße, die Perspektivstraße, die Südportalstraße (ursprünglich Auffahrtsstraße), die Zufahrtsstraße und die Haltestelle Rotunde der Liliputbahn an das ehemalige Wahrzeichen. Im zweiten Wiener Bezirk trägt die Apotheke gegenüber der Messe Wien (Ausstellungstraße/Ecke Sebastian Kneipp-Gasse) den Namen "Zur Rotunde".
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Rotunde_(Wien)" der
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Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.

steinedererinnerung.net

 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Johann Strauss
Wohnung
W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
E-Mail: office@wienmuseum.at 
www.wienmuseum.at
 
 
Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
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Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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