Der Semmering
Ein beliebtes Ferienziel der „feinen Gesellschaft“ Wiens
Berühmte Hotels waren Magneten für Touristen und Wanderer
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Blick auf Semmering vom Hang des Hirschenkogels.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Semmering ist ein Höhenluftkur- und Fremdenverkehrsort im Bezirk Neunkirchen, an der südlichen Grenze Niederösterreichs zur Steiermark. Semmering liegt auf einer Höhe von 985 m ü. A., und hat eine Fläche von 8,72 km². Der Ort liegt an der Scheitelhöhe des Semmering-Passes an der Semmering Schnellstraße S 6, die seit 2004 den Pass und damit den Ort in einem Tunnel unterfährt, und an der Südbahn, hier Semmeringbahn genannt.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bild zeigt das Heereskurlazarett - im Hintergrund befindet sich der Schneeberg; 1940.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seit dem 19. Jahrhundert ist der Ort ein beliebtes Ferienziel der „feinen Gesellschaft“ Wiens im Sommer. In den Villen des mondänen Kurortes versammelten sich nicht nur der Adel (Kaiser Karl I. verbrachte hier in der Nähe mit seinem Sohn Otto oft die Ferien in der Villa Wartholz), sondern auch die Zweite Gesellschaft sowie Künstler (etwa Oskar Kokoschka, Adolf Loos, Peter Altenberg oder Karl Kraus). Sie gaben und geben dem Lebensgefühl hier diesen Namen.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ansicht des Kurhauses "Semmering" am Wolfsbergkogel von Süden.
Im Vordergrund Bahnstrecke und Tunneleinfahrt.
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Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hotel Panhans am Semmering.
© B Bildarchiv und Grafiksammlung
Kurhaus "Semmering" 1925.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Berühmte Hotels wie das Südbahnhotel (erbaut 1882) oder das Hotel Panhans (erbaut 1888) und das Kurhaus Semmering (erbaut 1909) sowie das Hotel Erzherzog Johann auf der Passhöhe (letzteres 1945 zerstört) waren bis in die Zwischenkriegszeit Magneten für die Touristen und Wanderer.
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Viadukt der Semmeringbahn.
Quelle: Semmering-Hirschenkogel Bergbahnen - semmering.com
Nach 1945 litt der Kurort unter den Folgen der Kämpfe zu Kriegsende, der russischen Besatzung und am Verlust der großbürgerlich-jüdischen Klientel. Aktuell positioniert er sich vor allem als Wintersportort. Das Hotel Panhans wurde revitalisiert, das Schicksal des Südbahnhotels ist aber – nach Teilsanierung – ungewiss.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Diätgenesungsheim Breitenstein am Semmering; 1980.
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Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bild zeigt das Hotel Panhans, 1969.
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Aufgeblüht ist der Ort vor allem mit dem Bau der Eisenbahn über den Semmering, die 1854 eröffnet wurde. Mit ihr war der Semmering vom kaum 80 km entfernten Wien in wenigen Stunden zu erreichen. Dem mondänen Charakter des Ortes entsprechend versuchte man seine Gäste zu unterhalten. So gab es bereits 1899 das erste Semmering-Bergrennen, eine Motorsportveranstaltung über zehn Kilometer für die damals noch wenig ausgereiften Automobile und Motorräder.
 
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Südbahn-Hotel Semmering 1904.
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Grandhotel Erzherzog Johann 1899.
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Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Tourismuswerbung Semmering 1928.
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Semmeringfahrten, 1903.
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Bis 1933 fanden mit einigen Unterbrechungen jährlich Rennen statt, in die Siegerlisten trugen sich so bekannte Namen wie Rudolf Caracciola und Hans Stuck ein. Heute ist der Semmering wohl der beliebteste Austragungsort für Oldtimer-Rallyes und den historischen Motorsport im Wiener Nahgebiet.
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Werbung des Alpinen Hallenbades, Hotel Panhans; 1932.
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Tourismuswerbung Semmering 1939.
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Palace-Sanatorium 1930.
© B Bildarchiv und Grafiksammlung
In den 1920er und 1930er Jahren fanden mehrere hochrangig besetzte Schachturniere auf dem Semmering statt, unter den Teilnehmern so klingende Namen wie die Schachweltmeister Alexander Aljechin und José Raúl Capablanca, die Schachweltmeisterin Vera Menchik oder die Großmeister Paul Keres, Efim Bogoljubow und Rudolf Spielmann. Ab dem Anfang der 1930er Jahre bis etwa 1960 zählte das Alpenstrandbad Semmering zu den Attraktionen der Gegend.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hotel Erzherzog Johann: Ansicht aus einiger Entfernung, teils von Bäumen verdeckt.
Skiwiese mit Skiläufern im Vordergrund; um 1933.
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Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Strassenbild vor dem Hotel Erzh. Johann im Winter.
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 Seit der Jahrhundertwende ist Semmering auch ein Wintersportort. Heute führen Liftanlagen auf den Hirschenkogel (der wieder den Beinamen Zauberberg erhalten hat). Außerdem finden am Hirschenkogel regelmäßig Weltcup-Skirennen statt.
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Das Palace Hotel am Semmering.
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Auch sind im Sommer die Aufführungen der Festspiele Reichenau im Südbahnhotel Anziehungspunkt für die Besucher. Im Jahr 2007 erlebte auch Alma, das Stück über Alma Mahler-Werfel, im Kurhaus Semmering zahlreiche Aufführungen. Alma Mahler-Werfel besaß eine Villa am Semmering, und ihre Tochter Anna Mahler hatte sich während eines Aufenthalts im Kurhaus mit ihrem späteren Mann Paul Zsolnay verlobt.
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Skigebiet Hirschkogel - Zauberberg am Semmering.
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Der Semmering wurde vor allem um 1900 von den Wienern als Naherholungs- und Ausflugsgebiet geschätzt. Auch heute noch sind der Wintertourismus und der Kurtourismus von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Am Semmeringpass gelegen, kam dem Ort auch große Bedeutung hinsichtlich des Nord-Süd-Verkehres zu.
Das Hotel Panhans
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Das Grand Hotel Panhans, 1888.
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Das Hotel Panhans ist ein Traditionshotel am Semmering im österreichischen Bundesland Niederösterreich. Von allen Grandhotels der Fin de siècle-Periode am Semmering versteht sich das Panhans – laut Eigendefinition – als das einzige regional bestehende Haus mit durchgängiger Tradition. Allerdings ist der derzeitige Hotelbetrieb nicht mehr auf die Luxusschicht konzentriert, sondern adressiert sich als modern geführtes Haus an ein bürgerliches Publikum. Das Hotel wurde im Jahr 1888 von Vinzenz Panhans (1841–1905) eröffnet und hatte damals 44 Zimmer. Panhans war zuvor Küchenchef im seit 1882 bestehenden Südbahnhotel gewesen – einem Grandhotel in unmittelbarer Nähe des Panhans.
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Hotel Panhans am Semmering.
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Es zählte nach seinem Ausbau 1912/13 zeitweise zu den größten Hotels in Europa – die Dependancen Pension „Waldesruhe“ und der „Fürstenhof“ noch nicht mit eingerechnet. Die Planung dieses letzten noch erhaltenen Gebäudeteiles – einer damals hochaktuellen Stahlbetonkonstruktion – geht, wie auch die der gleichzeitig entstandenen Dependancen, auf die Wiener Architekten Fellner & Helmer zurück. In den Jahren 1910 bis 1912 war Kaiser Franz Josef I. Gast der Familie Panhans in der 1908 errichteten Villa Waldruhe. 1918 gab Clara Panhans das Haus an die Österreichische Commerzialbank ab, und es folgte eine Periode der Unruhe und mehrfacher spekulativer Besitzerwechsel.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hotel Panhans Plakat ;um 1935.
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Hotel Panhans Plakat ;um 1898.
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 Im Jahr 1930 übernahm der aus Estland stammende Hotel- und Spielbankenunternehmer William D. Zimdin das Hotel. Er konnte die Wettbewerbsfähigkeit des Hauses durch Investitionen erhalten und sogar ausbauen. So ließ er 1932 durch die Architekten Anton Liebe und Ludwig Stigler das legendäre Alpenstrandbad Semmering errichten, ein freistehendes Hallenbad mit verschiebbaren Glaswänden. Am 3. Februar 1934 wurde im Panhans, gleichzeitig mit jenem in Kitzbühel, ein Spielcasino eröffnet. Zimdin finanzierte auch zwei Schienenbusse, die besonders für den Casinoverkehr eingesetzt wurden.
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Tourismuswerbung Grand Hotel Panhans am Semmering.
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1937 fand im Hotel der Zweikampf um die Schachweltmeisterschaft der Damen zwischen Vera Menchik und Sonja Graf statt, der von Menchik klar mit 11,5:4,5 gewonnen wurde. Im selben Jahr war es zusammen mit dem Hotel Grüner Baum in Baden bei Wien Austragungsort eines stark besetzten Schachturniers, das Paul Keres vor Reuben Fine, José Raúl Capablanca und Samuel Reshevsky gewann.
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Hotel Panhans von Südosten.
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Nach dem „Anschluss“ erzwang der Wiener NS-Gauleiter Bürckel von Zimdin, der jüdischer Herkunft war, den Verkauf des Hotels an die Gauelektrowerke. Während der NS-Herrschaft stand es als Gauhotel Semmering den NS-Granden zur Verfügung. Zwischenzeitlich wurde das Gebäude auch von Hermann Göring als Leitstelle der deutschen Luftwaffe genutzt.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Hotel Panhans; 1980.
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1945 wurde es von der NEWAG, der Rechtsnachfolgerin der Gauelektrowerke, übernommen und 1949 das Haupthaus unter Federführung des Österreichischen Verkehrsbüros wieder eröffnet. Die einst noble Semmeringregion erlebte damals allerdings durch ihre Zugehörigkeit zur sowjetischen Besatzungszone (bis 1955) eine lange nachwirkende Periode des Niedergangs. Das Panhans konnte bis 1969 überleben und wurde dann geschlossen.
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Hotel Panhans; 1988.
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Das Hotel gibt an, dass bis zum Ende des Ersten Weltkrieges unter seinen Gästen waren: Kaiser Franz Josef I. (1909), Peter Altenberg, Gerhart Hauptmann, Oskar Kokoschka, Karl Kraus, Adolf Loos, Arthur Schnitzler und Stefan Zweig.
Für die Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges werden genannt: Heinz Rühmann, Josephine Baker, Fritz Imhoff, Jan Kiepura, Maria Jeritza, Rudolf Forster, Rudolf Caracciola, Hans Stuck.
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Hotel "Panhans", 1973.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Im Zuge dieser „Rundumerneuerung“ in den 1980er Jahren wurden allerdings wichtige Bauteile entfernt bzw. nicht mehr in das Konzept eingebunden, darunter auch das architektonisch bedeutsame große Hallenbad. Letzte Reste dieses durchaus interessanten Bauwerkes der klassischen Moderne sind bis dato im Gelände noch erkennbar. Der Hotelbetrieb findet heute überwiegend in diesem neuen Zubau und nur mehr in einem Teil des historischen Haupthauses statt.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hotel "Panhans"; Das Bild zeigt den Speisesaal, 1980.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Hotel "Panhans"; Das Bild zeigt die Hoffmann-Bar, 1988.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In diesem befinden sich u.a. der Restaurantbereich, die Rezeption sowie ein kleineres Hallenbad. An das Ambiente des traditionsreichen Hauses wurde insofern angeknüpft, dass man bei der Wahl des Interieurs auf eine Art Neo-Jugendstil setzte, der sich großteils durch die öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten zieht.
Das Südbahnhotel
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Südbahnhotel auf dem Semmering-Pass.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Südbahnhotel ist ein auf dem Semmering-Pass in Österreich seit 1882 bestehendes ehemaliges Grand Hotel in Sichtweite der den Pass passierenden Eisenbahn (Österreichische Südbahn). Innerhalb von 14 Monaten wurde das Hotel nach einem Entwurf des Hausarchitekten der Südbahngesellschaft Wilhelm von Flattich (1826–1900), der bereits 1873 den Wiener Südbahnhof und 1878 das Südbahnhotel in Toblach, heute Grand-Hotel-Toblach, geplant hatte, errichtet. Es waren drei Stockwerke mit 60 Fremdenzimmern sowie Badeeinrichtungen, Spiel-, Rauch- und Damensalons, ein Post- und Telegraphenbureau und ein Restaurationsgebäude, welches einen großen Speisesaal und die Wirtschaftsräumlichkeiten enthielt, vorgesehen.
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Südbahnhotel 1925.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Grand Hotel war weithin sichtbar und wurde dadurch bald zum Wahrzeichen des Semmerings. Bei seiner Fertigstellung im Jahre 1903 entsprach das Erscheinungsbild des von Alfred Wildhack gemeinsam mit Robert Guido Elio, Freiherr v. Morpurgo durchgeplanten neuen Südbahnhotels in allen Bereichen den mittlerweile aufgekommenen Vorstellungen eines „Palasthotels“, der luxuriösesten Form der gehobenen Hotelkategorie. Ein zur Mitte hingestaffelter dominierender Turm, in dem das Hauptstiegenhaus untergebracht war, unter dessen Dach sich ein hölzerner Wandelgang befindet, gehörte ebenso zur architektonischen Sprache dieses Traktes, wie die zwei verblechten Zwiebeltürmchen, die bedachten Rauchfänge und die mit Biberschwanz gedeckte komplexe Dachlandschaft.
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Ansichtskarte von 1936: Südbahnhotel, Schwimmbad und Terasse.
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Neben diesen äußeren Merkmalen war aber vor allem die Anwesenheit eines hochgestellten, teils aristokratischen Publikums der wichtigste Empfindungsträger eines „Palasthotels“. Zusätzlich zu den Gästen aus den alten, aristokratischen Kreisen bot das neue Südbahnhotel am Semmering gleichzeitig der neuen vermögenden Klientel eine entsprechende Kulisse zur Selbstdarstellung. Diese fand im und um das Hotel statt, ja setzte sich auf der Promenade fort. Diese war quasi zum exterioren Gesellschaftsraum des Hauses geworden. Was Rang und Namen hatte in der österreichisch-ungarischen Monarchie ging auf ihr, um zu sehen, vor Allem aber, um gesehen zu werden.
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Südbahnhotel, Speisesaal.
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Im Haus selbst boten die Salons, wie etwa der „rote“ Salon, Spiel- und Rauchzimmer die Möglichkeit zur Selbstinszenierung und wer die roten Sisalläufer der Bel Etage betrat, war, wie es damals so schön hieß, „entweder der Creme der Gesellschaft zuzurechnen – oder Zimmerkellner…“. Über beiden Gruppen schwebte der aus Preußen stammende Hoteldirektor Seibt: Stets begleitet von einem kleinen, von Zeitzeugen als „echten Köter“ bezeichneten dreibeinigen Hund führte er nicht nur das Kommando über eine Heerschar von Angestellten, er führte unter seinen Gästen auch geschickt soziale Regie. Allgegenwärtig in Halle und Bel Etage hielt er die Luxus-Unterhaltungsmaschine über ein Vierteljahrhundert am Laufen, vermied oder förderte das Aufeinandertreffen von Gästen, arrangierte Auftritte und Abgänge in der nicht enden wollenden Kette feiner Akteure.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Werbeplakat; um 1933.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Werbeplakat; um 1933.
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Die Einrichtung der Zimmer stand der Noblesse der Gäste um nichts nach. Zum Großteil von Bothe & Ehrmann (Kunstmöbelatelier Bothe und Ehrmann, K. u. k. Hoflieferanten, Wien I/Agram) entworfen und gefertigt, glich das Interieur kaum eines Zimmers exakt dem anderen. Dennoch war eine gewisse Einheitlichkeit in dem hellen, eichenfurnierten und kirschfarben gebeizten Mobiliar beabsichtigt. Die feinen Unterschiede ergaben sich aus dem Detail, dem Muster der Intarsien, den Leistchen und Formen. Da gab es etwa glasbeplattete Spiegeltische mit eckigen oder ovalen Spiegeln, breiter oder schmäler, regelrechte Schreibtische usw. Edle Teppiche bedeckten das Parkett. Luxuriöse Waschräume und Bäder waren im SH von 1903 bereits selbstverständlich. Generell finden sich, obwohl noch deutlich im Historismus verhaftet, im Trakt von 1912 immer wieder Motive floralen und gelegentlich auch ornamentalen Jugendstils. Selten aber doch, finden sich streng geometrische Details, die bereits in Richtung Moderne weisen. In der Gestaltung der Außenhaut ist dieser Bauabschnitt bis auf die auffälligen Dachterrassen jedoch dem historistischen Konzept treu geblieben. Genau diese Mixtur der Stile ist es, die das Ensemble so einzigartig macht und als „Semmeringstil“ in die Kunstgeschichte eingegangen ist.
Das Kurhaus Semmering
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Hotel-Sanatorium-Kurhaus Semmering.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das Kurhaus Semmering ist ein 1909 fertiggestelltes Kurhotel in Semmering. Es gehört zu den landschaftsbezogenen Monumentalbauten, die um die Wende zum 20. Jahrhundert hier errichtet wurden. Zusammen mit dem Südbahnhotel und dem Hotel Panhans stand das Kurhaus im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aktivitäten in der österreichisch-ungarischen Monarchie und im Österreich der Zwischenkriegszeit.
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Ansichtskarte: Kurhaus Semmering, im Hintergrung der "Schneeberg".
Quelle: www.alma-mahler.at/
Es befindet sich auf der Liste der denkmalgeschützten Objekte in Semmering (Niederösterreich). Mit seiner markanten Außengestaltung in bester, sonniger Lage am Semmering situiert, stellte das Kurhaus mit seiner Ausstattung und Einrichtung ein Musterbeispiel für die großzügigen und eleganten Kuranstalten dar, wie sie auch Thomas Mann im Zauberberg beschreibt, obwohl das als Kurhotel konzipierte Haus keine Lungenheilanstalt in diesem Sinne war.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kurhaus "Semmering": Ansicht der Vorderfront schräg von links; um 1933.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 In Frage kommende Klientel wurde dezent auf die berühmten Sanatorien der Region, wie etwa das Sanatorium Wienerwald oder das Sanatorium am Hochegg verwiesen. Im Inneren wurde den bis zu 120 Kurgästen eine Fülle von verschieden Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, die durch ihre Detailgestaltung zwischen der Funktion als Kuranstalt und jener als Luxushotel vermittelten.
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Hotel-Sanatorium-Kurhaus Semmering im Winter, 2016.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
So gab es im sogenannten Hochparterre sehr geräumige Zimmer mit Bad, im ersten Stock waren hingegen doppelt so viele kleinere Zimmer untergebracht. Die Zimmereinrichtung war entsprechend dem Charakter eines Kurhauses in Weiß gehalten, Kästen und Kommoden waren eigens funktionsgerecht entworfen worden.
Semmering - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Hotel-Sanatorium-Kurhaus Semmering, Eingangsbereich.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Den Gästen standen ein elegantes Lesezimmer, ein Musikzimmer sowie ein Billard- und ein Spielzimmer zur Verfügung. Das Spiel sollte aber der Erholung und Zerstreuung dienen, daher war das Spielen um höhere Geldsummen verboten. Es gab tagsüber auch Möglichkeiten zum Tennis oder Golf sowie zur Gymnastik und Bewegung in der frischen Luft.
Semmering © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kurhaus "Semmering": Ansicht der Vorderfront schräg von links; um 1933.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Unter den Gästen des Kurhauses waren viele Literaten, Regisseure, Schauspieler und Verleger, darunter Max Reinhardt und Arthur Schnitzler, Anton Wildgans, Raoul Auernheimer, Jakob Wassermann, Otto Brahm, Gerhart Hauptmann, Ernst Lothar, Peter Altenberg und Franz Werfel. Die Tochter Alma Mahler-Werfels, Anna Mahler, wurde hier während einer Krankheit einquartiert und lernte dabei ihren späteren Ehemann Paul Zsolnay näher kennen. Der Schauspieler Josef Kainz verbrachte 1910 im Kurhaus die letzten Wochen vor seinem Tod, wo er im Juli 1910 von Hermann Bahr besucht wurde. In der Zwischenkriegszeit waren Sänger wie Leo Slezak, Jan Kiepura mit seiner Frau Martha Eggerth, die Schauspielerinnen Liane Haid und Renate Müller, der Pianist Otto Schulhof, Kardinal Theodor Innitzer und Pauline Horthy, die Tochter des ungarischen Reichsverwesers Miklós Horthy im Kurhaus zu Gast.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Semmering" der
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Das 1882 eröffnete Schönbrunner Palmenhaus ist das prominenteste der vier Pflanzenhäuser im Schönbrunner Schlosspark und, zusammen mit den Kew Gardens und dem Palmenhaus von Frankfurt, weltweit eines der drei größten seiner Art.
Die Eisen-Glas-Konstruktion ist ein architektonisches Schmuckstück des Schlossparks. Das Haus wurde von 1986 bis 1990 generalsaniert. Heute zeigt es Teile der Schausammlungen der Bundesgärten mit zahlreichen mediterranen, tropischen und subtropischen Pflanzen.
Von den wichtigsten Pflanzenarten fehlen nur die Wüstenpflanzen, die man sich jedoch im nahen und erst vor kurzem eröffneten Wüstenhaus ansehen kann. Dort gibt es eine künstliche Landschaft voller Kakteen, in der farbenfrohe Geckos in der Hitze baden und winzige Elefantenspitzmäuse zwischen den Felsen und Sukkulenten herumhuschen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
 
 
 
 
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