Sisi Museum
Elisabeth als ewig junge und schöne Kaiserin
Hofburg - Michaelerkuppel, 1010 Wien
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Raum "Mythos Sisi" im Sisi Museum.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Das Sisi-Museum gehört zu den meistbesuchten Stätten österreichischer Geschichte. Von der ehemaligen Residenz der Habsburger sind heute noch die originalen Amts- und Wohnräume von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth zu besichtigen. Das Sisi-Museum bringt dem Besucher in aufwändig inszenierter Weise Mythos und Wahrheit über Kaiserin Elisabeth („Sisi“) nahe. Die ehemalige Hofsilber- und Tafelkammer präsentiert wertvolle Porzellan-, Glas- und Silberservice aus dem Besitz der Habsburger. Diese Bereiche werden von der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft verwaltet, die auch für das Schloss Schönbrunn zuständig ist. In den nach Erzherzog Stephan Viktor benannten Stephan-Appartements ist seit 2004 das Sisi Museum untergebracht. Anhand von zahlreichen persönlichen Gegenständen Elisabeths wird die wahre Persönlichkeit der vielfach missverstandenen Kaiserin vorgestellt. Die gefühlvolle Inszenierung des renommierten Bühnenbildners Prof. Rolf Langenfass orientiert sich an persönlichen Gedichten der Monarchin und veranschaulicht, wie aus dem unbeschwerten Mädchen Sisi eine rastlose, unnahbare und schwermütige Frau wurde.
Eingang zum Sisi Museum © Erhard Gaube - www.gaube.at
Eingang zum "Sisi Museum" in der Michaelerkuppel der Wiener Hofburg.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
 Zu den über 300 im Museum ausgestellten Objekten zählen Sonnenschirme, Fächer und Handschuhe der menschenscheuen Elisabeth, Schönheitsrezepte, ihre Totenmaske, eine Rekonstruktion von Sisis Polterabendkleid oder ein Teil-Nachbau ihres luxuriösen Hofsalonwagens. 2006 wurde die sogenannte Klauda-Sammlung mit etwa 240 Objekten angekauft. Elisabeths Reiseapotheke, ihre Spielesammlung, eine Waschgarnitur wurden neben anderen Stücken in das Museum integriert, andere Objekte wie das Taufkleid und Sisis Milchzahn werden nur zu bestimmten Anlässen ausgestellt. 2009 wurde das Sisi Museum nach fünf Jahren Betrieb und über 3 Mio Besuchern einer Renovierung und teilweisen Neugestaltung unterzogen. Die Präsentation wurde um einige spektakuläre Exponate ergänzt, darunter das rekonstruierte ungarische Krönungskleid, der schwarze Mantel, mit dem Elisabeth nach dem Attentat zugedeckt wurde, Trauerschmuck sowie die junge Sisi auf ihrer Schaukel.
Kaiserin Elisabeth von Österreich (Porträt von Franz Xaver Winterhalter, Öl auf Leinwand,
1865; der Künstler schuf gleichzeitig ein Porträt von Kaiser Franz Joseph I.). In diesem
wohl bekanntesten Porträt trägt die Kaiserin in ihrem Haar die sogenannten Edelweiß-Sterne.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Elisabeth ist als ewig junge und schöne Kaiserin in die Geschichte eingegangen. Sie galt über drei Jahrzehnte als schönste Monarchin Europas. Politisch äußerte sie sich in den letzten Jahrzehnten ihres Lebens kaum und aus der Öffentlichkeit hatte sie sich stark zurückgezogen. Als sie in Genf ermordet wurde, stand nicht nur das Attentat im Vordergrund der Berichterstattungen. Die Zeitungen der Monarchie bedauerten vor allem den armen Kaiser, den wieder einmal ein schwerer Schicksalsschlag getroffen hatte. Sehr bald erkannte man die Möglichkeit, das Thema des einsamen Kaisers und vor allem das der schönen, unglücklichen und ermordeten Kaiserin für monarchistische Propagandazwecke auszunutzen.
Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth , um 1906.
Statuen vom österreichischen Künstler Hermann Klotz 1850 - 1932.
Quelle: http://www.artnet.de/künstler/hermann-klotz/
Gedenkbilder und Münzen, Postkarten, allerlei Gebrauchsgegenstände mit dem Konterfei der Monarchin und die verschiedensten Memorabilien eroberten die Souvenirläden des In- und Auslandes. In jenen Ländern, in denen sich die Kaiserin in den letzten Lebensjahren besonders gerne und oft aufhielt, gründeten sich Komitees, die Denkmäler der verblichenen Kaiserin errichten ließen. Eine von Hermann Klotz entworfene lebensgroße Statue der schreitenden Kaiserin wurde für die Mathiaskirche in Budapest geschaffen, zwei weitere Ausführungen waren im Besitz von Ida Ferency und der Kaisertochter Marie Valerie.
Romy Schneider in der Rolle als Kaiserin Elisabeth in "Sissi - Die junge Kaiserin" von 1956.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Diese Darstellung der Kaiserin fand so großen Anklang, dass Kaiser Franz Joseph die kleine Ausführung in Biskuit-Porzellan als besondere Geste an Familienmitglieder und Staatsgäste verschenkte. Die Kaiserin Elisabeth beschäftigte die Nachwelt auch nach dem Zusammenbruch der Monarchie. So erschienen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts Fortsetzungsromane, die nach dem zweiten Weltkrieg Grundlage der Sissi Trilogie von Ernst Marischka werden sollten. Lange bevor diese berühmten Filme mit Romy Schneider entstanden, gab es bereits 1919 den ersten Film über die Kaiserin, bei dem Elisabeths Nichte Marie Larisch Regie führte. In der Folge produzierte man weitere Filme, in denen das Leben der Kaiserin thematisiert wurde , bis der Höhepunkt des Mythos mit den Ernst Marischka Filmen erreicht wurde. Doch wie war die historische Persönlichkeit der Kaiserin Elisabeth?
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Bad Ischl Szene mit Sisis Original-Harfe.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Elisabeth wurde am Weihnachtsabend 1837 als viertes Kind des Herzogs Max in Bayern und seiner Gemahlin Ludovika an einem Sonntag geboren und besaß auch schon bei der Geburt ein Glückszähnchen. Die Eltern lebten in einem vornehmen Stadtpalais in München und verbrachten den Sommer meist in Schloss Possenhofen am Starnberger See, wo sich die Kinder in der ländlichen Umgebung austoben konnten. Das Schloss war von einem wilden, natur belassenen Park umgeben und in einer kleinen Viehwirtschaft gab es Tiere, mit denen die Kinder spielen konnten. Herzog Max verreiste viel, dichtete, liebte die Musik und spielte leidenschaftlich gerne Zither, aber nicht in aristokratischen Kreisen, sondern in Gasthäusern der Umgebung. Herzogin Ludovika oblag die Erziehung. Der Unterricht fand täglich außer Sonntag statt. Dennoch ließ der Erfolg zu wünschen übrig, denn die Kinder sprachen im bayerischen Dialekt. Es war für das Lehrpersonal schwierig, da der nach wochenlanger Abwesenheit heimkehrende Vater oft die Unterrichtsstunden unterbrach, um die Kinder zu Streifzügen ins Umland mitzunehmen, wo sie in Landgasthäusern gemeinsam Zither spielten und musizierten. Die erste Zäsur im Leben der jungen Elisabeth war ihre Verlobung mit Kaiser Franz Joseph vor der Kulisse von Ischl im Jahre 1853.
Sisi im Efeuschmuck.
© Sisi Museum - hofburg-wien.at
Vermählungsanzeige.
© Sisi Museum - hofburg-wien.at
Das bis dahin völlig unbekannte Mädchen rückte nun in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Um die Kaiserbraut der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen wurden Künstler beauftragt. So entstanden die ersten Portraits, die bei den Zeitgenossen nicht immer Anklang fanden. Auch der junge Kaiser war mit den Ergebnissen oft unzufrieden und äußerte sich oft verärgert über misslungene Bildnisse. Besonders bekannt unter den Brautbildnissen ist die Büste, die Johann von Halbig geschaffen hat und die Franz Joseph besonders gelungen fand. Die Unbefangenheit und Natürlichkeit der 15jährigen Prinzessin bezauberte den jungen Kaiser so sehr, dass er sich Hals über Kopf in sie verliebt hatte. Der Verlobung am 19. August 1853 folgte die Brautzeit, in der die junge Elisabeth im Schnellverfahren die bis dahin vernachlässigte Ausbildung nachholen musste.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Kleider-Repliken im Sisi Museum.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Die unsichere Braut wurde still und ruhig, je näher der Abschied von der geliebten Heimat rückte. Bei der Abschiedssoiree in München waren alle Augen auf sie gerichtet, ein Umstand, an den sie sich von nun an gewöhnen musste. Die Kaiserbraut trug ein aufwändiges Kleid mit weit ausladender Krinoline, das als sogenanntes „Polterabendkleid“ erhalten geblieben ist und als Replik gezeigt wird. Arabische Schriftzeichen verzieren den Rock und die Stola. Übersetzt bedeuten die Schriftzeichen: „Oh mein Herr, welch schöner Traum“. Für die junge Frau war es ein Alptraum, denn durch die Heirat kam Elisabeth an die Spitze der höfischen Hierarchie, ihr Leben wurde von nun an durch Protokoll und Zeremoniell bestimmt. Dieses Leben lehnte Elisabeth zeitlebens ab, sie kritisierte die Strukturen des Hofes und anerkannte die Berechtigung einer derart strengen Etikette nie.
Portrait Elisabeth, Georg Raab.
© Sisi Museum - hofburg-wien.at
Elisabeth im Rubinschmuck, G. Raab.
© Sisi Museum - hofburg-wien.at
Die Wiener Aristokratie kritisierte einerseits Elisabeths Haltung, andererseits wurde sie aber bewundert wenn sie offiziell als Kaiserin auftrat. Die offiziellen Staatsportraits zeigen Elisabeth am Höhepunkt ihrer Schönheit. Das Gemälde der Kaiserin von Franz Xaver Winterhalter zeigt die 28-jährige mit Diamantschmuck im Sternenkleid. Diese Modeschöpfung des berühmten Pariser Couturiers Charles Frederic Worth hat Elisabeths Schönheit weltberühmt gemacht. Georg Raab malte die 30-jährige im ungarischen Krönungsornat und 1879 ein letztes Mal zum Zeitpunkt der Silberhochzeit im Rubinschmuck. Das letzte Bildnis vor Modell war eine Büste des Bildhauers Victor Tilgner und entstand ebenfalls 1879.
Bild: „Die Allerhöchste Kaiserfamilie“;
Photographie von Ludwig Angerer, 1859. Bezeichnenderweise gibt es nur ein einziges Photo, auf dem Elisabeth gemeinsam mit ihrer Familie und ihren Kindern zu sehen ist. Dargestellt sind sitzend v. l. n. r. Elisabeth mit dem kleinen Rudolf auf dem Schoß, Gisela, Erzherzogin Sophie sowie Erzherzog Franz Karl. Dahinter stehend v. l. n. r. Franz Joseph, Ferdinand Max (der spätere Kaiser von Mexiko), seine Gemahlin Charlotte, Franz Josephs jüngster Bruder Ludwig Viktor sowie Karl Ludwig. Elisabeth lässt sich im Gegensatz zu Franz Joseph kein einziges Mal mit ihren Kindern oder auch nur einem ihrer Kinder photographieren. Darstellungen der kaiserlichen Familie sind zumeist Photomontagen, um in der Öffentlichkeit den Eindruck eines „normalen“ Familienlebens zu vermitteln.
© Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Kaiserin Elisabeth zeigte sich in dieser Zeit an Politik interessiert und setzte sich vehement für den ungarischen Ausgleich ein, indem sie Franz Joseph massiv beeinflusste. Unbestrittener Höhepunkt ihres Lebens war die Krönung zur Königin von Ungarn im Jahre 1867. Zu diesem Ereignis trug sie ein Kleid aus Silberbrokat und Spitzen mit nachtblauem Samtmieder und Perlenverschnürungen, wieder eine Creation des Modeschöpfers Worth, das in Anlehnung an eine ungarische Tracht entworfen wurde. Dieses Kleid wurde nach historischen Fotographien rekonstruiert und kann in seiner Pracht erstmals bestaunt werden.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Raum "Die Flucht" im Sisi Museum.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Nachdem Elisabeth den Kaiser während der Ausgleichsverhandlungen ziemlich unter Druck gesetzt hatte, verbot Franz Joseph in Zukunft jegliche Einmischung seiner Gemahlin bei politischen Fragen. Elisabeth zog sich daraufhin zurück, begann ihr eigenes Leben zu führen und ihre Neigungen auszuleben. Sie betrieb nun intensiv Reitsport, dichtete im Stil Heinrich Heines und liebte es zu reisen. In ihren Appartements ließ sie sich Turnzimmer einrichten und absolvierte täglich ein intensives Trainingsprogramm zum Schrecken des Hofes. Ihre legendäre Schönheit pflegte sie täglich mit großem Aufwand. Das Auffälligste war ihr dichtes, bodenlanges Haar, für dessen Pflege die Kaiserin viel Zeit investierte. Franziska Feifalik, die private Friseuse, zauberte täglich mit großer Geschicklichkeit die kunstvollsten Frisuren und kreierte auch in späteren Jahren die berühmte Zopfkrone.
Seidenstiefletten mit Spitzenbesatz von Kaiserin Elisabeth.
© Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.
 Während des zweistündigen Frisierens lernte die Kaiserin Sprachen, später vor allem Alt- und Neugriechisch mit ihrem Lehrer Constantin Christomanos. Alle vierzehn Tage wurden die Haare mit extra angefertigten Mixturen aus Eigelb und Cognac gewaschen. Viele Pflegeprodukte, welche die Kaiserin verwendete, wurden für sie nach bestimmten Rezepten in der Hofapotheke hergestellt.
Vitrine im Sisi Museum.
© Sisi Museum - hofburg-wien.at
Schönheitskult Elisabeths.
© Sisi Museum - hofburg-wien.at
Sie liebte Olivenölbäder und ließ sich über Nacht verschiedenste Umschläge zur Straffung der Haut auflegen. Auf Reisen wurden sogar Ziegen und Kühe mitgenommen, damit die Kaiserin rundum mit frischer Mich versorgt werden konnte. Vielen Zeitgenossen erschien dieses Leben sonderbar. Nach dem tragischen Selbstmord ihres Sohnes Rudolf im Jahr 1889 legte die Kaiserin die Trauerkleidung nicht mehr ab und zog sich in ihr Leid zurück. Trauerschmuck ersetzte von nun an die Juwelen und Edelsteine, die sie an ihre Töchter und Enkel verschenkte.
© Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Kaiserpaar beim gemeinsamen Frühstück in der Wiener Hofburg, nach Theo Zasche.
© Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Schwarze Glasperlen und sogenannter Jet, der aus Braunkohle hergestellt wurde, dienten von nun an der Kaiserin von Österreich als Schmuck. Schwarze Schleier und schwarze Fächer rundeten das Bild der trauernden, in sich gekehrten Frau ab. Die Kaiserin wurde immer rast- und ruheloser und begann vermehrt zu reisen. Ausgedehnte Seereisen, die sie mit den kaiserlichen Jachten unternahm, bestimmten von nun an das Leben Elisabeths.
Achilleion - © Ing. P. Gruber
Sisi Statue am Achilleion auf der Insel Korfu.
© Ing. Patrick Gruber  - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Mit der Segeljacht Miramar befuhr sie den Atlantik, das Mittelmeer und die griechischen Küsten, wo eines ihrer Lieblingsziele die Insel Korfu war. Auf dieser ließ sie sich die Villa Achilleion erbauen, ein Schlösschen im pompejanischen Stil, das nach Achilleus, ihrem Lieblingshelden aus der griechischen Mythologie, benannt war. Alle Gegenstände, die für das Achilleion angeschafft wurden, erhielten als Erkennungszeichen den gekrönten Delfin. Doch obwohl die Kaiserin in einem Brief an ihren Gatten 1888 von Korfu als „idealem Aufenthalt“ schwärmte, verlor sie nach der Fertigstellung bald das Interesse an dieser Villa und bot sie zum Verkauf an. 1897 erhielt eine Realitätenagentur den Auftrag, das Achilleion zu veräußern, woraufhin ein Großteil der Möbel nach Wien in die Hermesvilla gebracht wurde. Nach dem Tod der Kaiserin 1898 erbte die Kaisertochter Gisela das Achilleion, und verkaufte es 1907 schließlich an den deutschen Kaiser Wilhelm II.
Achilleion - © Ing. P. Gruber
Garten des Achilleion auf der Insel Korfu.
© Ing. Patrick Gruber  - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Wenn die Kaiserin mit dem Schiff reiste, wurde das Achterdeck, auf dem sie sich aufhielt, durch Sonnenzelte abgeschirmt. Elisabeth führte an Bord ein bescheidenes, einfaches Leben, gab keine Staatsbesuche und auch keine offiziellen Diners. Auf dem Verdeck ihrer Yacht hatte sie einen Glaspavillon, um bei jedem Wetter das Meer beobachten zu können. Bei stürmischer See ließ sie sich dort sogar an einem Stuhl festbinden, damit sie sich dieses Naturschauspiel anschauen konnte, während die anderen Begleiter oft von Seekrankheit geplagt waren.
Achilleion - © Ing. P. Gruber
Das Achilleion auf der Insel Korfu.
© Ing. Patrick Gruber  - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
  Ein weiteres Reisemittel, dessen sich die Kaiserin gerne bediente, war die Eisenbahn. 1873 beschlossen die österreichischen Bahngesellschaften, als Huldigung an die beliebte Kaiserin, eine Reisewagengarnitur anfertigen zu lassen, die aus einem Salon- und einem Schlafwagen bestand und Elisabeth zur Verfügung gestellt wurde. Ausgestattet war der Waggon mit elektrischer Beleuchtung, einer Dampfheizung und einer Toilette. Um ein ungehindertes Reisen auch auf den Strecken der Nachbarländer zu ermöglichen, wurden etwa die Auftrittsstufen wegen des engeren italienischen Profils hochklappbar ausgeführt.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Der Nachbau des Hofsalonwagen  im Sisi-Museum.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
 Die Ausstattung sollte stilgerecht, einfach, ruhig und ohne jede Überladung gehalten sein. Wegen des engen Platzes wurde die Funktion auf zwei Wagen aufgeteilt, einem Salon- und einem Schlafwagen. Der heute noch erhaltene Schlafwagen der Kaiserin befindet sich im Technischen Museum Wien, wo man ihn von außen durch die Fenster hindurch besichtigen kann. Um dem Besucher die Möglichkeit zu geben, sich wie einst die Kaiserin im Reisewaggon aufzuhalten wurde er im Sisi-Museum nachgebaut und kann während der Besichtigungstour „begangen“ werden.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
 Raum "Das Attentat" im Sisi Museum.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Im September des Jahres 1898 reiste die Kaiserin im Zuge eines Kuraufenthaltes in die Schweiz an den Genfer See und besuchte die Baronin Rothschild auf ihrem Landsitz. Da es sich bei dieser Reise um keinen offiziellen Staatsbesuch handelte und um dem Gastland keine repräsentativen Pflichten aufzuerlegen, reiste Elisabeth als Gräfin von Hohenembs, einem Titel, den die Habsburger führten und den auch der Kaiser benutzte, wenn er sich privat im Ausland aufhielt. Die Kaiserin fuhr nach Genf und bezog im Hotel Beau Rivage eine Suite. Am Abend ging sie mit ihrer Begleiterin Irma Sztáray in die Stadt, um Eis zu essen und Geschenke für ihre Enkelkinder einzukaufen. Durch eine Indiskretion aufmerksam gemacht, berichteten die Zeitungen bereits am nächsten Tag vom Aufenthalt der Kaiserin. Der Anarchist Luigi Lucheni, der sich gerade in der Stadt aufhielt, plante ein Attentat, um ein Zeichen gegen die Reichen zu setzen. Sein Opfer sollte Prinz Henri Philippe Marie d’Orléans sein, der jedoch seinen Besuch in Genf kurzfristig absagte. Als Lucheni schließlich vom Aufenthalt und Tagesplan der Kaiserin in der Zeitung las, änderte er sein Vorhaben. Er beobachtete eine geraume Zeit das Kommen und Gehen Elisabeths und ihrer Begleiterin vor dem Hotel und lauerte den beiden Frauen schließlich an der Seepromenade auf. Mit einer Dreikantfeile in Form eines Stiletts fügte er der Kaiserin eine winzige, aber tödliche Wunde am Herzen zu. Sie stürzte unter der Wucht des Faustschlags, stand aber sofort wieder auf. Nachdem sie sich bei den Personen, die den Vorfall beobachtet hatten und zur Hilfe herbeigeeilt waren, bedankt hatte, beeilte sie sich, um das Dampfschiff nicht zu verpassen.
Bericht vom Attentat auf Elisabeth, Zeitung "Le Petit Parisien", 25. September 1898
© Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.
Die Kaiserin bestieg im Glauben, nur einen Faustschlag erhalten zu haben, das Ausflugsschiff und fiel dann in eine tiefe Ohnmacht. Als Gräfin Irma Sztáray das Mieder der Kaiserin öffnete, um ihr Luft zu machen, und den kleinen Blutfleck am Unterhemd bemerkte, wurde ihr bewusst, dass Lucheni die Kaiserin erdolcht hatte. Sie gab nun die wahre Identität der Gräfin Hohenembs preis und man brachte die sterbende Kaiserin in das Hotel zurück. Die herbeigeeilten Ärzte konnten Elisabeth nicht mehr retten. Sie starb an innerer Verblutung. Für die Kaiserin war dieses Ende „schön und still und groß im Anblick geliebter, großer Natur, schmerzlos und friedlich, nur für die Welt habe es entsetzlich gewirkt“, fand Elisabeths Dichterfreundin Carmen Sylva, die rumänische Königin. Die jüngste Kaisertochter Marie Valerie schrieb zum Tod der Mutter: „Nun ist es gekommen, wie sie es immer wünschte, rasch, schmerzlos, ohne ärztliche Beratungen, ohne lange, bange Sorgentage für die Ihren.“ Lucheni wurde noch am Tatort festgehalten und ließ sich stolz abführen. Nach den Gesetzen des Landes wurde er vor Gericht gestellt und nach einem Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt.
Der Anarchist und Attentäter Luigi Lucheni.
© Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.
Als er vom Tod der Kaiserin erfuhr, triumphierte er. Am 19. Oktober 1910 fand man ihn tot in seiner Zelle. Er hatte sich mit seinem Gürtel erhängt. Elisabeths Leichnam wurde nach Wien überführt und in der Kaisergruft bei den Kapuzinern beigesetzt. Gräfin Fürstenberg bemerkte später sehr treffend: „Wie sie wirklich war, was an ihr so anziehend und bezaubernd wirkte, das kann kein Meißel und kein Pinsel wiedergeben, das war nur ihr eigen. Sie wird in der Legende fortleben, nicht in der Geschichte.“
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Die Totenmaske von Kaiserin "Sisi" Elisabeth, Franz v. Matsch, 1900.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen! Es lebe die Anarchie, Tod der Aristokratie!" Das war die Antwort des Anarchisten Luigi Lucheni auf die Frage, warum er die Kaiserin von Österreich ermordet hatte. Die Öffentlichkeit war erschüttert, als bekannt wurde, dass Elisabeth am 10. September 1898 einem Attentat zum Opfer gefallen war. Doch durch diesen gewaltsamen Tod wurde die Kaiserin, die schon zu Lebzeiten von einem Mythos umgeben war, zur unsterblichen Legende. Elisabeths tragischer Tod war das Ende eines bewegten, unglücklichen und oft missverstandenen Lebens einer außergewöhnlichen Persönlichkeit. Er trug aber auch entscheidend zur Entstehung eines Mythos bei, den Elisabeth schon zu Lebzeiten durch ihren unkonventionellen Lebensstil gefördert hatte.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
Raum "Der Tod" im Sisi Museum.
© Sisi Museum - www.hofburg-wien.at/sisi-museum
ADDIO REGINA - TUA MARI
steht in goldenen Lettern auf der Trauerschleife für Elisabeth von ihrer Schwester Marie. Die Trauerschleife ist als ständiges Exponat bei der Totenmaske im Sisi Museum ausgestellt. Wie entstand nun dieser Mythos Sisi? Wie kam es, dass aus dem ungezwungenen, natürlichen, schönen Mädchen eine enttäuschte, rastlose Suchende wurde, die den Tod herbeisehnte? Begeben wir uns auf eine Suche nach der wahren Persönlichkeit der Kaiserin!
Der Nachwelt, den von ihr so genannten "Zukunfts-Seelen",
 hinterließ sie traurige Bilder ihrer Einsamkeit:

"Ich wandle einsam hin auf dieser Erde,
Der Lust, dem Leben längst schon abgewandt;
Es teilt mein Seelenleben kein Gefährte,
Die Seele gab es nie, die mich verstand."

(Sisi, das poetische Tagebuch)

Text und Bilder auszugsweise aus:
Kaiserappartements - Sisi Museum - Silberkammer
© 2008 Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.
Website Screenshot 2017: http://www.hofburg-wien.at/wissenswertes/sisi-museum.html
Sisi Museum
Kaiserappartements - Sisi Museum - Silberkammer
Hofburg - Michaelerkuppel, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 533 75 70
E-Mail: info@hofburg-wien.at
Öffnungszeiten:
Die Kaiserappartements, das Sisi Museum und die Silberkammer
sind täglich für Sie geöffnet - auch an Feiertagen!
September bis Juni 9.00 bis 17.30 Uhr
Juli und August 9.00 bis 18.00 Uhr
Die Mitnahme von sperrigen Gegenständen und Gepäckstücken
aller Art – Koffer, Taschen, Scooter etc. – ist nicht gestattet.
Bitte beachten Sie, dass es auch keine Möglichkeit zur
Gepäcksaufbewahrung gibt. Wir danken für Ihr Verständnis.
Erreichbarkeit:
U-Bahn: Linie U3 (orange), Station Herrengasse
Straßenbahn: Linie 1, 2 und D, Station Burgring
Bus: Linie 2A und 3A, Station Hofburg
www.hofburg-wien.at/sisi-museum
 
 
 
  Museen in Wien
    Wien Museum
    Albertina
    Sisi Museum
    Kaiserappartements
    Silberkammer
    Wagenburg
    Museumsquartier
    Mozarthaus
    Freud Museum
    Jüdisches Museum
    Römermuseum
    Heeresgesch. Museum
    Techn. Museum
    J. Strauss Museum
    Schubert Geburtshaus
    Eroicahaus
    Haydnhaus
    Theatermuseum
    Schatzkammer
    Hofmobiliendepot
    Uhrenmuseum
    Kunst Haus Wien
    21er Haus
    Kunsthist. Museum
    Naturhist. Museum
    Hofjagd u. Rüstkammer
    Musikinstrumente
    Weltmuseum
    Postsparkasse
    Otto Wagner Pavillon
    Dom Museum
    Neidhart Fresken
    Pratermuseum
    Circusmuseum
    Museum der Illusionen
    Dritte Mann Museum
    Kriminalmuseum
    Bestattungsmuseum
    Patholog. Museum
    Blindenwesen Museum
    Porzellanmuseum
    Verkehrsmuseum
  Kirchen in Wien
    Stephansdom
    Virgilkapelle
    Karlskirche
    Mexikokirche
    Votivkirche
    Minoritenkirche
    Kapuzinerkirche
    Maria am Gestade
    Ruprechtskirche
    Peterskirche
    Kirche am Steinhof
    Mariahilfer Kirche
    Klosterkirche BBW
    Kirche Maria Grün
    Mormonenkirche
    Friedenspagode
    Friedhofskirche
    Zentralfriedhof Wien
 
 
U-Bahnnetz Wien - Schnellverbindungen Wien  
 
Kaiserappartements
Während in den meisten Räumlichkeiten heute die verschiedensten Museen, aber auch Ämter, Ministerien und nicht zuletzt die Präsidentschaftskanzlei untergebracht sind, können im Reichskanzleitrakt und der Amalienburg die ehemaligen Appartements des Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth besichtigt werden.
  Die Ausstattung und Möblierung stammt größtenteils aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der Keramiköfen gehören zum Großteil zur Originalausstattung des 18. Jahrhunderts und wurden ursprünglich mit Holz geheizt.
Der Zugang zum Sisi Museum und den Kaiserappartements erfolgt über die prunkvolle Kaiserstiege, über die auch der Kaiser seine Gemächer betrat. Hier erwarten Sie zwei Räume, die über die Familie Habsburg und Habsburg- Lothringen sowie über die Baugeschichte der Wiener Hofburg informieren.
Heldenplatz - Neue Burg, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 525 24 4602
 
 
 
 
Römermuseum
Römische Ruinen Hoher Markt
Der Ausbau der Außenstelle „Römische Ruinen Hoher Markt“ zum Römermuseum erlaubte, nicht nur die Geschichte der Ausgrabungen, sondern auch die Geschichte Wiens in der Römerzeit darzustellen.
 Der Schwerpunkt liegt nicht mehr allein auf dem römischen Legionslager, das sich einst zwischen Donaukanal und Graben erstreckte und dessen direkten Bezug man noch immer im Untergeschoss mit den Resten der Tribunenhäuser sehen kann, sondern auch auf die Lagervorstadt und die Zivilstadt, die im heutigen 3. Bezirk lag.
So wird sowohl das militärische Leben als auch das zivile Leben dargestellt. Aufgrund des begrenzten Platzes liegt das Hauptaugenmerk des Römermuseums auf dem 2. und 3. Jahrhundert, der Blütezeit Vindobonas.
Hoher Markt 3, 1010 Wien
Telefon: +43 1 535 56 06
 
 
 
 
 
 
 
 
Bestattungsmuseum
Das Bestattungsmuseum vermittelt mit seinen Originalobjekten und dem historischen Bildmaterial Wissen über die Wiener Bestattungs- und Friedhofskultur. Es präsentiert zudem die typisch wienerische Art, mit dem Tod umzugehen.
"Die schöne Leich" ist nicht nur ein aufwändiges Leichenbegängnis. Sie ist auch Ausdruck einer Lebenshaltung. Die einzigartige Lage des Museums auf dem zweitgrößten Friedhof Europas, dem Wiener Zentralfriedhof, lädt zu einem anschließenden Rundgang ein.
Auf 300 Quadratmetern entstand unter der historischen Aufbahrungshalle 2 am Wiener Zentralfriedhof ein zeitgemäßes, modernes und interaktives Museum. Mehr als 250 Originalobjekte sowie vielfach zum ersten Mal ausgestelltes Bildmaterial warten darauf, entdeckt zu werden.
Nächster Eingang über Tor 2
Simmeringer Hauptstr. 234
Telefon: +43 (01) 760 67
 
 
 
 
Historischer Originalschauplatz
2000 Jahre Wiener Geschichte lebendig gemacht
ein Rundgang durch 1.300m2 Erlebnisfläche - humorvoll begleitet durch Tourguides - mit 5D Kino, Animatronic Shows, Musik und Spezialeffekten
Time Travel Vienna richtet sich an Menschen jedes Alters, an Einheimische und Touristen, an alle, die etwas über die Geschichte Wiens erfahren wollen. Die Shows dauern 50 Minuten, sind kompakt und spannend aufbereitet, humorvoll begleitet von Tourguides.
Habsburgergasse 10A, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 5321514
www.timetravel-vienna.at
 
 
Johann Strauss
Wohnung
W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
www.wienmuseum.at
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
© design by gaube 2016
design by gaube