Die Wiener Staatsoper
Eines der führenden Opernhäuser der Welt
Opernring 2, 1010 Wien
Staatsoper Wien - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Bwag
Südwestansicht der Wiener Staatsoper (vom Opern Ring).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Bwag
Rund 50 Opern und 20 Ballettwerke bietet das Repertoire jeder Spielzeit, die von 1. September bis 30. Juni läuft. Entscheidend ist aber nicht der (von keinem Opernhaus der Welt erreichte) Superlativ, sondern die Abwechslung auf höchstem Niveau, die an diesem Haus geboten wird. Ein künstlerischer Eckpfeiler dieses Opernhauses ist ein fest engagiertes Sängerensemble, das stets von internationalen Gastsängern ergänzt wird. So waren zahlreiche Weltstars ursprünglich Ensemblemitglieder .
Staatsoper Wien - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Blick auf die Rückseite der Oper von der Terrasse der Albertina.
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Vor allem Direktor Ioan Holender entdeckte zahlreiche junge Sänger, wie Natalie Dessay, Barbara Frittoli, Angela Gheorghiu, Vesselina Kasarova, Angelika Kirchschlager, Andrea Rost, Michael Schade, Bo Skovhus, Bryn Terfel und Ramón Vargas für die Wiener Staatsoper und somit für die internationale Musikwelt.
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Wiener Staatsoper. Seitenansicht vom Kärntner Ring.
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Ein weiteres: das Wiener Staatsopernorchester, aus dessen Mitgliedern sich bekanntlich die Wiener Philharmoniker rekrutieren. In aller Unbescheidenheit: Es herrscht in Wien und auch anderswo kein Zweifel, daß dieser weltberühmte Klangkörper als das beste Opernorchester der Welt zu gelten hat. Hinter den Kulissen arbeiten über 250 Bedienstete des technischen Personals vom frühen Morgen bis in die Nacht am Zustandekommen der täglich wechselnden Vorstellungen.
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Ringseitige Fassade der Staatsoper. Am Dach das Zelt der Oper für Kinder.
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Die Wiener Staatsoper ist der Inbegriff österreichischer Musiktradition und dadurch Symbol für diese relativ kleine, kulturell aber überproportional präsente Nation im allgemeinen. Dies wird nicht zuletzt durch die Staatsoperngastspiele bestätigt, die gleichsam das Format von Staatsbesuchen aufweisen. Das erste Auslandgastspiel (1947 nach Frankreich) veranlaßte einen Pariser Kritiker zu dem Satz:
"Wie reich ist dieses arme Österreich!"
Staatsoper Wien - © Alexander Wurditsch - FOTOLIA
Staatsoper Wien
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Betrachtet man das Gebäude vom Opernring aus, also von seiner Vorderfront her, so hat man jenen historischen Teil vor sich, der vom ursprünglichen Bau von 1869 erhalten geblieben ist. Die Fassaden sind im Renaissance-Bogenstil gehalten, die Loggia der Ringstraßenseite soll den öffentlichen Charakter unterstreichen.
Staatsoper Wien - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Blick von der Kärntner Straße auf die Wiener Staatsoper.
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Die beiden Reiterdarstellungen über der Hauptfassade der Loggia wurden erst 1876 aufgestellt. Sie wurden von Ernst Julius Hähnel geschaffen und stellen zwei geflügelte Pferde dar, die von der Harmonie und der Muse der Poesie (Erato) geführt werden. Ebenfalls von Hähnel stammen die fünf Bronzestatuen (von links nach rechts: Heroismus, Melpomene, Phantasie, Thalia und Liebe) die auf Podesten in den Arkadenbögen der Loggia stehen.
Die Feststiege
Staatsoper, Feststiege - © Wiener Staatsoper
Betritt man durch eine der Türen vom Opernring aus das Foyer, so gewinnt man einen unmittelbaren Eindruck vom Interieur des alten Opernhauses, das am 12. März 1945 zum größten Teil zerstört wurde. In der ursprünglichen Form erhalten blieben die ganze Hauptfront und mit ihr das Foyer, die zentrale Treppenanlage (deren unterer Teil auch "Feststiege" genannt wird), Schwindfoyer und Schwind-Loggia sowie der Teesalon im ersten Stock.
Schwind-Foyer
Das Moritz von Schwind-Foyer, ursprünglich Pausenraum für das gesellschaftlich höherstehende Publikum, war zugleich Denkmalraum und Ruhmeshalle des Wiener Operntheaters. Das Foyer ist eines der wenigen gut erhaltenen Räume des romantischen Historismus, in welchem die Einheit von Zweck und Geist gesucht und dargestellt worden ist. Sechzehn Ölgemälden nach Kartons von Moritz von Schwind verdankt dieser prachtvolle Saal auch seinen Namen.
Loggia
In der Schwind-Loggia, der Erweiterung des Foyers, sehen wir vor allem die prächtigen, von Schwind gemalten, „Zauberflöten“-Fresken.
Schwind wollte mit seinen auch von der Ringstraße her sichtbaren Gemälden die Besucher/innen des Opernhauses, wie auch die gewöhnlichen Passanten, durch die Darstellung der seiner Meinung nach bedeutendsten deutschen Opern, auf Geist und Bestimmung des Hauses hinweisen.
Teesalon
Das Prunkstück des historischen Traktes ist der Teesalon. Dieser Raum ist der einzige der ursprünglich dem kaiserlichen Hof vorbehaltenen Räume, der die Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkrieges überstanden hat. Decke und Wände zieren 22karätiges Blattgold. Einst als Hoflogensalon bezeichnet, diente er bei besonderen Anlässen als Salon des Kaisers. Die Gestaltung des Salons stammt vom Sicardsburg- und van der Nüll-Schüler Josef Storck.
Der Zuschauerraum
Bild: Blick aus der Mittelloge
Die Mittelloge gewährt dem Publikum einen eindrucksvollen Blick auf den hufeisenförmigen Zuschauerraum, der nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig neu aufgebaut werden mußte. Erich Boltenstern, Professor der Technischen Hochschule und der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wurde aufgrund eines Wettbewerbs mit der Ausführung des Zuschauerraums, der neuen Stiegenaufgänge auf die ehemalige 3. Galerie, sämtlicher Publikumsgarderoben und der Pausenräume in den oberen Rängen betraut; die Architekten Otto Prossinger, Ceno Kosak und Felix Cevela übernahmen die Ausgestaltung der Pausenräume im ersten Rang. Die Grundgestalt des Logentheaters mit drei Logenrängen und zwei offenen Rängen (Balkon und Galerie) nach den Plänen Sicardsburgs und van der Nülls wurde beibehalten. Boltenstern beschränkte sich darauf, die dritte Galerie (heute Balkon) etwas anzuheben. Die Säulen auf der dritten und vierten Galerie konnten wegfallen, da keine statische Notwendigkeit mehr für sie bestand; an ihrer Stelle wurde eine freischwebende Deckenkonstruktion gewählt, welche die Sichtverhältnisse wesentlich verbessert hat.
Bild: Der Zuschauerraum von der Bühne aus gesehen
Der Fassungsraum des Auditoriums beträgt statt wie zuvor 2881 nun 2284 Plätze (davon 1709 Sitz-, 567 Steh-, 4 Rollstuhl- und 4 Begleiterplätze). Die Verringerung der Anzahl ist durch strengere bau- und feuerpolizeiliche Vorschriften bedingt. Die Logenbrüstungen aus Eisenbeton wurden aus akustischen Gründen mit Holz verkleidet (die Akustik des Wiener Opernhauses ist von beispielloser Brillanz), die Zugänge zum Saal wurden vermehrt und behindertengerecht gestaltet. Einige der seitlichen oberen Rangsitze mit eingeschränkter Sicht wurden mit Lampen zum Mitlesen ausgestattet. Die traditionellen Farben Rot-Gold-Elfenbein für das Auditorium wurden übernommen, aber das üppige Interieur durch schlichtere, zeitlose Gestaltung ersetzt. Keine Gemälde, Reliefs oder Säulen schmücken mehr den Innenraum, der große Mittelluster wurde aus Sicherheitsgründen durch einen in die Decke eingebauten Beleuchtungskranz aus Kristallglas ersetzt. Dieser wiegt etwa 3000 Kilogramm und beinhaltet 1100 Glühbirnen. Die Konstruktion hat einen Durchmesser von 7 Metern, ist 5 Meter hoch und bietet Raum für einen Beleuchterstand und Gänge zur Wartung des Lichtkranzes.
Bild: 2. Rang Loge
Prof. Rudolf Eisenmenger gestaltete auch den sogenannten eisernen Vorhang, der den Zuschauerraum von der Bühne trennt. Er zeigt ein Motiv aus Glucks Oper "Orpheus und Eurydike. Im Frühjahr 1998 wurde museum in progress mit der Realisierung einer Serie von vorläufig 5 Großbildern - eines pro Saison - für die Staatsoper beauftragt. Die Umsetzung und Fixierung der Bilder erfolgt über ein eigens entwickeltes Verfahren, das sowohl die Erhaltung des Eisenmenger-Bildes als auch eine optimale Qualität des neu zu schaffenden zeitgenössischen Werkes garantiert. Mit der Schaffung eines Museumsraumes in der Wiener Staatsoper entspricht das Traditionsgebäude seiner Verantwortung, gegenüber zeitgenössischen künstlerischen Entwicklungen offen zu sein
Bild: Orchestergraben
Der Orchestergraben beherbergt allabendlich die Musiker des vielleicht berühmtesten Ensembles der Welt: aus den Mitgliedern des Staatsopernorchesters rekrutieren sich die Wiener Philharmoniker. Der Orchesterraum bietet mit seiner Größe von 123m2 etwa 110 Musikern Platz. Er ist mit hebbaren Fußböden ausgestattet, sodaß seine Höhe variiert werden kann. Dies dient dazu, akustische Wirkungen zu erzielen und bei kleineren Besetzungen Auftritte auf der Vorbühne zu ermöglichen.
Das Bühnenhaus
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Bild: Bühne
Das Bühnenhaus wurde im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Kriege innerhalb der bestehenden Grundmauern neuerrichtet. Betriebsstätten (wie Malersaal, Dekorationswerkstätten, Schneidereien, Hut- und Schuhmachereien sowie das Kostümlager), die sich früher im Gebäude befunden hatten, wurden im neben der Oper gelegenen Österreichischen Bundestheaterverband (Hanuschgasse 1) untergebracht. Die Verbindung zur Oper ist durch einen unterirdischen Tunnel hergestellt, durch den die täglich benötigten Kostüme antransportiert werden, ohne mit dem Straßenverkehr in Berührung zu kommen. Im Bühnenhaus wurde ausreichend Platz für Probensäle geschaffen, an denen ein empfindlicher Mangel geherrscht hatte. Weiters brachte man hier nebst einer Theaterkantine auch die aus dem Zuschauerhaus ausgelagerten Direktionsräume mit allen administrativen Nebenräumen unter. Die meisten Räumlichkeiten, einschließlich der Künstlergarderoben, sind mit einer Lautsprecher- und einer Videomonitor-Anlage ausgestattet, die es erlauben, das Bühnengeschehen laufend zu verfolgen.
Umbau
In den Sommermonaten 1991 bis 1993 sowie in einer längeren Schließzeit von Juli bis Mitte Dezember 1994 wurde die Wiener Staatsoper umfangreichen Erneuerungsarbeiten unterzogen, die pünktlich und in Rekordzeit abgeschlossen werden konnten. In deren Zentrum stand die Generalsanierung der Bühnenmaschinerie.
Bild: Unterbühne
Auf den neuesten technischen Stand gebracht, ermöglichen seither die hydraulisch betriebenen Hubpodien und neue elektromechanische Prospektaufzüge einen noch präziseren und störungsfreien Bühnenbetrieb. Die Elektroanspeisung der Staatsoper, die bis dahin über die Hofburg erfolgt war, ist seit dem Umbau zwei Umspannwerken anvertraut.
Bild: Blick vom Schnürboden auf die Bühne
Während diese Maßnahmen, ebenso wie neue Heizungs-, Lüftungs-, Brandschutz- und Brandmeldesysteme, für das Publikum unsichtbar blieben, fanden auch im Zuschauerraum Renovierungsarbeiten statt: etwa Malerarbeiten und die Montage einer neuen Logenbestuhlung.
Geschichte der Wiener Staatsoper
Staatsoper Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Opernhaus. Friedrich Wilhelm Bader, um 1875
Holzschnitt 9.5cm x 14cm
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Über dreieinhalb Jahrhunderte, bis in die Zeit des Frühbarock, reicht die Tradition der Wiener Opernpflege zurück. Kaiser Franz Joseph I. dekretierte im Dezember 1857, die alten Stadtmauern und Befestigungen um die Wiener Innenstadt abzureißen und einen breiten Boulevard mit neuen Prachtbauten für Kunst und Politik, die Ringstraße, anzulegen.
Staatsoper Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Oper in Bau. Fundamentierungsarbeiten. Blick über den Stadtgraben mit
Grundmauern diagonal gegen Heinrichhof (noch nicht fertiggestellt)
und Kärntnerring bis Heumarktkaserne. ;1861
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Auch die beiden Hoftheater (ein Sprech- und ein Musiktheater) sollten am Ring einen neuen Platz finden. Für das Kaiserlich-königliche Hofoperntheater wurde ein prominenter Platz im unmittelbaren Bereich des ehemaligen Kärntnertortheaters gewählt. Dieses vom Publikum so geliebte Operntheater aus dem Jahre 1709 wurde aufgrund seiner Beengtheit abgerissen.
Staatsoper Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Aufnahme während des Baues, bei Erreichen der Dachgleiche: Stirnfront. ;um 1865
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Erbaut wurde das neue Opernhaus von den Wiener Architekten August von Sicardsburg, der den Grundplan entwarf, und Eduard van der Nüll, der die Innendekoration gestaltete. Aber auch andere bedeutende Künstler hatten mitgewirkt: man denke nur an Moritz von Schwind, der die Fresken im Foyer und den berühmten "Zauberflöten"-Freskenzyklus in der Loggia malte.
Staatsoper Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Staatsoper - Dachaufnahme während des Baues: Errichtung des ersten
Bogens der eisernen Dachkonstruktion. ;nach 1865
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Die beiden Architekten erlebten die Eröffnung "ihres" Opernhauses nicht mehr. Der sensible van der Nüll beging Selbstmord, da die Wiener das neue Haus als stillos abqualifizierten, sein Freund Sicardsburg erlag wenig später einem Schlaganfall.
1869 - 1955
Staatsoper Wien - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Eröffnungsvorstellung im neuen Haus der Wiener Hofoper mit „Don Giovanni“,
Innenansicht mit Blick auf die Bühne, 25. Mai 1869, zeitgenössisches Aquarell.
Kunsthistorisches Museum.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Peter Haas
Am 25. Mai 1869 wurde das Haus mit Mozarts DON JUAN in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph, dem allerhöchsten Bauherren, und Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet.
Mit der künstlerischen Ausstrahlung unter den ersten Direktoren Franz von Dingelstedt, Johann Herbeck, Franz Jauner und Wilhelm Jahn wuchs jedoch auch die Popularität des Bauwerkes.
Staatsoper Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Aufnahme schräg von erhöhtem Standort beim Beginn der verlängerten Kärntnerstraße. Pferdetramway. Das Dach der Loggia noch ohne die geflügelten Rosse. vor 1876
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Einen ersten Höhepunkt erlebte die Wiener Oper unter dem Direktor Gustav Mahler, der das veraltete Aufführungssystem von Grund auf erneuerte, Präzision und Ensemblegeist stärkte und auch bedeutende bildende Künstler (darunter Alfred Roller) zur Formung der neuen Bühnenästhetik heranzog. In seiner zehnjährigen Direktionszeit (von 1897 bis 1907) setzte Gustav Mahler, noch heute in den Konzertsälen der Welt als bedeutendster Symphoniker an der Schwelle zum 20. Jahrhundert omnipräsent, die intensive Wagner-Pflege fort, Mozarts Opern und Beethovens FIDELIO wurden neugestaltet, die Verbindung mit Verdi wurde aufrechtgehalten, mit Richard Strauss angebahnt. Österreichische Komponisten wurden gefördert (Hugo Wolf), der europäischen Moderne die Hofoper geöffnet.
Staatsoper Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Staatsoper - Kostüm-Werkstätte; um 1925
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Neben den Klassikern des italienischen Repertoires waren und sind vor allem Mozart, Wagner und Richard Strauss (selbst von 1919 bis 1924 Direktor des Hauses) die musikalischen Schutzgötter der Wiener Staatsoper. Auch die Moderne hatte stets ihren Platz: die zwanziger und dreißiger Jahre erlebten die Wiener Erstaufführungen von Kreneks JONNY SPIELT AUF, Hindemiths CARDILLAC, Korngolds WUNDER DER HELIANE und Bergs WOZZECK (unter Direktor Clemens Krauss). Diese Tradition wurde mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten unterbrochen, ja, nach den verheerenden Bombentreffern, die am 12. März 1945 das Haus am Ring weitgehend verwüsteten, war die Pflege der Kunstform selbst fraglich. Die Wiener, die sich während des Krieges ein reges Kulturleben bewahrt hatten, waren zutiefst erschüttert, das Symbol österreichischer Musikpflege in Schutt und Asche zu sehen.
Staatsoper Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zerstörte Staatsoper
Albert Hilscher; 1945
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Aber der Geist der Oper war nicht zerstört. Bereits am 1. Mai 1945 wurde die "Staatsoper in der Volksoper" mit einer glänzenden Aufführung von Mozarts DIE HOCHZEIT DES FIGARO eröffnet, am 6. Oktober 1945 folgte die Wiedereröffnung des in aller Eile restaurierten Theaters an der Wien mit Beethovens FIDELIO. Damit gab es für die nächsten zehn Jahre zwei Spielstätten, während das eigentliche Stammhaus mit großem Aufwand wiedererrichtet wurde.
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Besucher strömen zur Oper. Wiedereröffnung am 5. November 1955.
Bild aus © www.staatsvertrag.at/bildarchivaustria/ÖGZ/Hilscher
Schon am 24. Mai 1945 hatte der Staatssekretär für öffentliche Bauten, Ing. Julius Raab, den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper verkündet, der in die Hände der österreichischen Architekten Erich Boltenstern und Otto Prossinger gelegt werden sollte. Nur die Hauptfassade, die Feststiege und das Schwindfoyer waren von den Bomben verschont geblieben - mit neuem Zuschauerraum und modernisierter Technik wurde die Wiener Staatsoper glanzvoll mit Beethovens FIDELIO unter Karl Böhm am 5. November 1955 wiedereröffnet.
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Staatsakt zur Wiedereröffnung am 5. November 1955. Ganz rechts unter der Loge des Bundespräsidenten sieht man eine Fernsehkamera des österreichischen Rundfunks, die das Ereignis übertrugen. Bild aus © www.staatsvertrag.at/ÖGZ/Cermak
Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden vom Österreichischen Fernsehen übertragen und in der ganzen Welt zugleich als Lebenszeichen der neuerstandenen 2. Republik verstanden.
seit 1955
Staatsoper Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Staatsoper - Blick vom Ring aus. 
Joe J. Heydecker; 1954
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Diktum, daß die Wiener Staatsoper jeden Direktor überlebt, wird Egon Seefehlner zugeschrieben, der selbst durch viele Jahre die Geschicke des Hauses leitete. Und doch prägten er und die einunddreißig anderen Direktoren der Wiener Oper seit 1869, große Musikerpersönlichkeiten oder musische Administratoren, auf ihre Weise das Profil dieser weltberühmten Institution: Nach dem zweiten Weltkrieg waren es zuerst die Dirigenten-Direktoren Karl Böhm und Herbert von Karajan - letzterer bestand auf dem Titel "Künstlerischer Leiter" und öffnete das Ensemblehaus dem internationalen Sängermarkt, ließ die Opern in Originalsprache einstudieren und richtete seine Pläne auf "Gemeinschaftsproduktionen" mit ausländischen Opernhäusern, die jedoch erst nach seiner Amtszeit verwirklicht wurden.
Staatsoper Wien © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kärntnerstraßenfront mit Fahnenschmuck anlässlich der Operneröffnung aus
dem 1. Stock des Hauses Nummer 51 gegen den Opernhof gesehen. 1955-11-04
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Es folgten als Direktoren Egon Hilbert, Heinrich Reif-Gintl, Rudolf Gamsjäger und der erwähnte Egon Seefehlner, der nach dem Abgang seines Amtsnachfolgers Lorin Maazel ein zweites Mal an die Spitze des Hauses berufen wurde. Claus Helmut Drese (Staatsoperndirektor von 1986 bis 1991) stand mit Claudio Abbado ein international angesehener Musikdirektor zur Seite. Zu Beginn der 90er Jahre wurde der ehemahlige Star-Bariton Eberhard Waechter, zu jenem Zeitpunkt Direktor der Volksoper, mit der Leitung betraut.
Staatsoper - © Oliver Thomann - FOTOLIA
Staatsoper Wien
© Fotolia Bilddatenbank - de.fotolia.com
Nur sieben Monate waren ihm als Direktor beschieden. Nach Waechters tragischem Tod im März 1992 übernahm Generalsekretär Ioan Holender, ein ehemaliger Sänger (Bariton) und Inhaber einer Sänger-Agentur, das Amt, die Tradition des vielleicht bedeutendsten Operninstituts der Welt über die Jahrtausendwende bis 2010 fortzuführen. Dominique Meyer ist seit 2010 Direktor des Hauses.
Im Dezember 2016 wurde Bogdan Roščić als designierter Nachfolger von Dominique Meyer an der Wiener Staatsoper bestimmt. Er wird diese Funktion mit Beginn der Spielzeit 2020/2021 übernehmen.
Briefmarke "140 Jahre Wiener Staatsoper"
Bild: © Post.at
Erscheinungsdatum:   25.05 2009
Auflagenhöhe:   400.000
Druckart:   Offset
Entwurf:   Hannes Margreiter
Druck:   Joh. Enschedé Stamps B.V.
Art:   Sonderpostmarke
Website Screenshot 2017: http://www.wiener-staatsoper.at/
Die Wiener Staatsoper
Opernring 2, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 51444 2250
E-Mail: information@wiener-staatsoper.at
Telefonischer Vorverkauf:
Montag bis Sonntag, 10 bis 21 Uhr
Telefon: +43 (0)1 513 1 513
www.wiener-staatsoper.at
 
 
 
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Volksgarten
Der Volksgarten liegt auf einem Areal, auf dem sich früher in erster Linie Festungsanlagen befanden. Darin wurde ein Park angelegt, der ursprünglich als Privatgarten für die Erzherzöge gedacht war, doch auf Vorschlag der Hofgartenverwaltung der erste öffentliche zugängliche Park in Hofbesitz wurde.
Ab 1825 war die Bezeichnung Volksgarten gebräuchlich. Verantwortlich für das Konzept des Garten war Ludwig von Remy, die gärtnerische Gestaltung erfolgte durch den Hofgärtner Franz Antoine dem Älteren. Die streng geometrische Form der Wege erleichterte auch die Überwachung der Besucher.
In der Mitte der Anlage wurde von 1819 bis 1823 nach Entwürfen von Peter von Nobile der Theseustempel angelegt. Nach Schleifung einer Kurtine um 1860 wurde der Volksgarten von Franz Antoine dem Jüngeren im Zuge des Ringstraßenbaus im französischen Barockstil erweitert und 1864 mit einer Einfriedung von Moritz Löhr versehen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
Palmenhaus
Das 1882 eröffnete Schönbrunner Palmenhaus ist das prominenteste der vier Pflanzenhäuser im Schönbrunner Schlosspark und, zusammen mit den Kew Gardens und dem Palmenhaus von Frankfurt, weltweit eines der drei größten seiner Art.
Die Eisen-Glas-Konstruktion ist ein architektonisches Schmuckstück des Schlossparks. Das Haus wurde von 1986 bis 1990 generalsaniert. Heute zeigt es Teile der Schausammlungen der Bundesgärten mit zahlreichen mediterranen, tropischen und subtropischen Pflanzen.
Von den wichtigsten Pflanzenarten fehlen nur die Wüstenpflanzen, die man sich jedoch im nahen und erst vor kurzem eröffneten Wüstenhaus ansehen kann. Dort gibt es eine künstliche Landschaft voller Kakteen, in der farbenfrohe Geckos in der Hitze baden und winzige Elefantenspitzmäuse zwischen den Felsen und Sukkulenten herumhuschen.
Das Palmenhaus
ist ganzjährig geöffnet.
 
 
Grinzing
Kaiser Probus ist schuld daran, dass schon 276 n.Chr. die ersten Weinstöcke auf den Hügeln rund um Grinzing gepflanzt wurden. Diese botanische Nebenbeschäftigung der römischen Legionäre brachte dem kleinen Dorf vor den Toren Wiens Wohlstand und viel, viel später sogar internationale Berühmtheit - denn in dieser anmutigen Landschaft wächst ein vorzüglicher Wein!
Um bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 700 Jahre gelegentlich ungeschoren davonzukommen, legten die Grinziger Weinbauern von ihren Weinkellern aus unterirdische Fluchtwege an, die sie bis in ihre geliebte Grinzinger Kirche brachten.
Auch das ehemalige "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besaß einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wurde in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.
Vor einer prachtvollen, 250 Jahre alten Weinpresse und großen, alten Fässern konnte man hier Heurigengemütlichkeit erleben. Diese typische Wiener Geselligkeitsform, seit Maria Theresias Zeiten als "Heuriger" amtlich bezeichnet, ist für den Wiener ein kleines, zeitloses Stückchen Glück.
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Prater Wien
Der Wellenbrecher oder umgangssprachlich einfach „Scherm“ genannte Kettenflieger begeistert seit Jahrzehnten die Praterbesucher und weckt mit Sicherheit zahlreiche Kindheitserinnerungen. In luftigen Höhen lässt sich hier schon im Eingangsbereich des Wurstelpraters ein erster Überblick über das Areal gewinnen.
Pratercard
Mit der Pratercard wird die Tradition der bargeldlosen Bezahlung bei den Praterattraktionen zeitgerecht weiter geführt, die vor Jahren mit dem „Calafati Schilling“ ihren Anfang nahm. Die Pratercard eignet sich hervorragend als Geschenk zu jedem Anlass, oder für Ihren nächsten Firmen-Betriebsausflug in den Wiener Prater.
Wiener Riesenrad
Das Wiener Riesenrad im Prater im Gemeindebezirk Leopoldstadt ist eine Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen Wiens. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war zur damaligen Zeit eines der größten Riesenräder der Welt.
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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