Stephansdom
Domkirche St. Stephan zu Wien
Stephansplatz, 1010 Wien
Stephansdom - © Ciaobucarest - Fotolia.com
Der Stephansdom (eigentlich Domkirche St. Stephan zu Wien) am Wiener Stephansplatz (Bezirk Innere Stadt) ist seit 1365 Domkirche (Sitz eines Domkapitels), seit 1469/1479 Kathedrale (Bischofssitz) und seit 1723 Metropolitankirche des Erzbischofs von Wien. Der von Wienern mitunter auch kurz Steffl genannte römisch-katholische Dom gilt als Wahrzeichen Wiens und wird häufig auch als österreichisches Nationalheiligtum bezeichnet. Namensgeber ist der heilige Stephanus, der als erster christlicher Märtyrer gilt. Das zweite Patrozinium ist Allerheiligen.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom; Innenansicht des Chores.
Bild: Anrather, Oskar; vor 1990.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Bauwerk ist 107 Meter lang und 34 Meter breit. Der Dom ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke in Österreich. Teile des spätromanischen Vorgängerbaues von 1230/40 bis 1263 sind noch erhalten und bilden die Westfassade, flankiert von den beiden Heidentürmen, die etwa 65 Meter hoch sind.
Vormärz und Biedermeier © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das Haupttor der St. Stephanskirche.
Kolorierte Tonlithografie von Franz Josef Sandmann nach einer Zeichnung von Rudolf von Alt.
Blatt Nr. 6 aus dem Mappenwerk "Malerische Ansichten von Wien" (um 1850-1873).
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Insgesamt besitzt der Stephansdom vier Türme: Der höchste ist der Südturm mit 136,4 Meter, der Nordturm wurde nicht fertiggestellt und ist nur 68 Meter hoch. Im ehemaligen Österreich-Ungarn durfte keine Kirche höher als der Südturm des Stephansdoms erbaut werden. So wurde beispielsweise der Mariä-Empfängnis-Dom in Linz um zwei Meter niedriger gebaut.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bischofstor ohne Vorbau: oberer Teil der Lünette: Krönung Maria; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Südturm ist ein architektonisches Meisterwerk der damaligen Zeit; trotz seiner bemerkenswerten Höhe ist das Fundament weniger als vier Meter tief. Im Südturm befinden sich insgesamt 13 Glocken, wovon elf das Hauptgeläut des Stephansdoms bilden. Die Pummerin, die zweitgrößte freischwingend geläutete Kirchenglocke Europas, befindet sich im Nordturm unter einer Turmhaube aus der Renaissance-Zeit.
Pummerin. Bildnis des Meisters Pilgram.
Das Areal, welches später vom Stephansdom eingenommen wurde, lag östlich des römischen Legionslagers Vindobona im Bereich der canabae legiones, der Lagervorstadt. Das Lager war vom ersten bis zum dritten Jahrhundert von Gebäuden und Straßen umschlossen, welche jedoch im dritten und vierten Jahrhundert von Gräbern und Grabbauten abgelöst wurden. Im Bereich des Stock-im-Eisen-Platzes wurden seit 1690 immer wieder Grabbefunde gemacht.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ansicht der südlichen Langhauswand mit Sebastians-, Dreifaltigkeits-
und Leopoldaltar an den Wandpfeilern XVI, XX, XXIV und der Empore zwischen den
Pfeilern XVI. und XX. schräg von links (etwa Pfeiler XI).
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Anfänge des Doms gehen auf das Jahr 1137 zurück, aus dem der Tauschvertrag von ag von Mautern zwischen Markgraf Leopold IV. und dem Bischof von Passau überliefert ist. Dabei wurden Güter, aber auch Pfarrrechte ausgetauscht, um es dem Bischof zu ermöglichen, außerhalb der damaligen Stadt eine Kirche zu bauen, die dem heiligen Stephanus geweiht sein sollte, dem Patron der Bischofskirche von Passau.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Pfeiler XX: mittlere Partie mit Figuren:
Kreuzigung Christi, Kreuztragung,
Judaskuss. Daneben Fenster 6 und 7
des Südschiffes; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Grabmal Friedrich III.
Bild: Cermak, Alfred; um 1980.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die anderen Kirchen im damaligen Wien, die Ruprechtskirche und die Peterskirche, waren nach Salzburger Heiligen benannt; das Patrozinium der Kirche war also ein politisches Signal. Die erste Kirche wurde 1147 fertiggestellt und im selben Jahr vom Passauer Bischof Reginbert von Hagenau geweiht (Patronat nach der Mutterkirche Passau). Die Kirche war für die damalige Stadt völlig überdimensioniert – es könnte also damals schon Bestrebungen gegeben haben, sie in eine Bischofskirche zu verwandeln. Geostet ist die Kirche auf den Sonnenaufgang des 26. Dezember 1137.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Brüstung: Relief Heiliger Augustinus.
Ganzaufnahme.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der "Fenstergucker".
Bild: Cermak, Alfred; um 1980.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Von 1230 bis 1245 entstand ein weiterer spätromanischer Bau, dessen Westfassade noch erhalten ist. Sie besteht aus den beiden Heidentürmen und dazwischen dem Riesentor. Der Ursprung beider Namen ist nicht völlig geklärt. Heidentürme kommt vielleicht von den Steinen, die von altrömischen Ruinen stammten, möglicherweise auch von den beiden Darstellungen der nichtchristlichen Fruchtbarkeitssymbole Phallus und Vulva, die die beiden Blendsäulen in der Westwand unterhalb der Türme krönen. Türme krönen.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nordchor: Maria mit Volk und drei
Pharisäer. Ganze Figuren; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Westfassade, Vorbau, 2. Nische
von links: Dornauszieher, romanisch.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Name Riesentor geht der Legende nach auf einen riesigen, über dem Tor aufgehängten Mammutknochen oder einen beim Bau helfenden Riesen zurück; tatsächlich dürfte die Bezeichnung aber auf das mittelhochdeutsche Wort risen (sinken, fallen) zurückgehen und sich auf die Trichterform des Portals beziehen. Oberhalb des Tores befand sich eine Herzogsempore, ähnlich dem Kaiserstuhl Karls des Großen in Aachen und den Westemporen der Kaiserdome. 1258 brach ein Brand aus. Die Obergeschoße der Heidentürme wurden erst danach gebaut. Die feierliche Weihe erfolgte 1263. Zwischen 1304 und 1340 wurde ein vergrößerter Chor gebaut, nunmehr im gotischen Stil. Nach den Herzögen Albrecht I. und Albrecht II., die diesen Bau vorantrieben, spricht man vom Albertinischen Chor.
Stephansdom
Die Regentschaft Rudolfs IV. war bedeutsam für die Kirche: 1359 wurde der Grundstein für den gotischen Neubau des Langhauses gelegt. 1358 errichtete er in der Allerheiligenkapelle in der Hofburg ein Kollegiatstift, welches 1365 an die Stephanskirche umsiedelte. Seitdem ist das Allerheiligenpatrozinium das zweite Patrozinium des Doms. 1433 konnte der Südturm vollendet werden und war mit 136 Metern einige Jahre lang der höchste Turm Europas. Das gotische Langhaus wurde vor 1474 beendet, es wuchs wie eine äußere Zwiebelschale um das romanische Langhaus, das 1430 abgebrochen worden war. Zur selben Zeit wurde auch der Dachstuhl fertig; die Einwölbung des Langhauses begann 1446 unter dem Baumeister Hans Puchsbaum.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom; Kapistrankanzel.
Bild: Stauda, August; 1899.
©  ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ansicht des Chorgestühls, Südseite,
Einblick in die untere Reihe; 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1450 legte Friedrich III. den Grundstein für den Nordturm (früher auch Albertinischer Turm), wobei der Legende nach der Wein eines ganzen Jahrganges als Bindemittel verwendet wurde. Nach langer Unterbrechung erfolgte erst 1467 unter Dombaumeister Laurenz Spenning der Weiterbau. Dieser Turm war aber schon viel zu groß und viel zu prunkvoll konzipiert, zumal die Zeit der gotischen Kathedralen sich ihrem Ende zuneigte. Die Bauarbeiten endeten 1511, 1578 wurde auf den Turmstumpf eine Renaissance-Haube gesetzt, die nach dem Baumeister Hans Saphoy Saphoy'sche Haube heißt. Im Jahre 1469 war Wien zudem endlich zum Bistum und damit der Stephansdom zur Kathedrale erhoben worden, so dass auch das von Rudolf IV. begründete Kollegiatstift zum Domkapitel wurde.
Stephansdom - © Marta Szczesniak - FOTOLIA
Von 1511 bis 1515 übernahm der Bildhauer und Baumeister Anton Pilgram die Leitung der Bauhütte, er vollendete den Orgelfuß und war unter anderem an der Ausführung der Domkanzel beteiligt, der dortige Fenstergucker wurde traditionell für sein Selbstbildnis gehalten.
Der Stephansdom um 1530
1514/1519 wurde an der Spitze des Stephansturmes eine achtstrahlige Sonne („Stern“) mit einer Mondsichel als Symbol der geistlichen und weltlichen Macht angebracht. Als die Wiener bei der Türkenbelagerung (1529) überall im Lager ihrer Feinde ähnliche Symbole sahen, erhoben sie erste Bedenken gegen das „haidnisch Zaichen“, dennoch blieb der
„Mondschein“ auf dem Turm. Erst anlässlich der zweiten Belagerung (1683) gelobte Leopold I., das „gottlose und unwürdige Türkenwappen“ durch das Zeichen des heiligen Kreuzes zu ersetzen, wenn die Stadt durch Gottes Beistand befreit wurde.
Der von St. Stephan abgenommene Mond. Buchillustration, 18 Jh.
 Das neue, aus Kupfer getriebene Doppelkreuz („Spanisches Kreuz“) wurde vom Kupferschmied Hans Adam Bosch angefertigt. Es war eineinhalb Meter hoch und 45.5 kg schwer. Am 14.September, dem Kreuzerhöhungstag (zugleich Jahrestag des Einzuges Leopolds in die befreite Stadt), wurde es unter großem Spektakel aufgestellt. Es war jedoch nicht beweglich genug und fiel bereits am 14.Dezember infolge eines heftigen Sturmes herab. Am 31.Oktober 1687 erfolgte die Aufstellung einer neuen Bekrönung. Zum Spanischen Kreuz waren nun der kaiserliche Doppeladler und die Initialen Leopolds I. hinzugekommen. Kreuz und Adler hatten eine Höhe von 2,45 m und ein Gewicht von 67 kg.
Stephansdom - © Gaube Stephansdom - © Gaube
Stephansdom - © Gaube Stephansdom - © Gaube
Unter Hans Herstorffer, der von 1637 bis 1650 als Dombaumeister wirkte, wurde 1647 die Innenausstattung barockisiert, vor allem der Hochaltar des Bildhauers Johann Jacob Pock und seines Bruders, des Malers Tobias Pock, stammt aus dieser Zeit. Während der Türkenbelagerung 1683 wurde der Dom durch türkische Kanonenkugeln beschädigt. Aus den Kanonen der Belagerer wurde danach die große Glocke (die Pummerin) gegossen. 1713, gleich zu Beginn der Amtszeit von Dombaumeister Johann Carl Trumler, leistete Kaiser Karl VI. im Dom das Gelöbnis, eine Kirche zu stiften, wenn die Pest ausklinge. Rund drei Jahre später wurde mit dem Bau der Karlskirche begonnen.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Grundrisse mit Bezeichnung der Bauepochen. Nach Friedrich Schmidt. ;um 1880.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seit den Renovierungen im 19. Jahrhundert wird auf dem Dach des Stephansdoms der österreichische Reichsadler in bunten Ziegeln ausgelegt. Im Brustschild dieses Adlers steht ein Monogramm von Kaiser Franz I. Seit 1950 bilden ein österreichischer Bundesadler und das Wiener Wappen das Pendant auf der anderen Dachseite dazu, wobei der Bundesadler in die heraldisch falsche Richtung blickt.
Stephansdom - © Jean-jacques Cordier - FOTOLIA
Ansicht der drei Giebel der Südfront.
In den Jahren 1839–1842 wurden die obersten 17 Meter der baufälligen Spitze des Südturmes, die sich nach Norden neigte, durch Paul Sprenger abgenommen; die Steinornamente wurden an einen Kern aus Eisen angefügt. Das Eisen erwies sich jedoch nicht als rostbeständig, sodass aufgrund von Rostsprengungen etliche Steine zerbrachen. Ab 1850 verwendete Dombaumeister Leopold Ernst daher mit Zement vergossene Steindübel und „ersetzte dabei einen Fehler durch zwei andere”, da das Treiben des Zements ebenfalls zu schweren Schäden führte.
Der Stephansdom, von Rudolf von Alt.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Deshalb wurden 1861 die obersten 40 Meter von Leopold Ernst wieder abgetragen und 1862–1864 von dem 1863 zum Dombaumeister bestellten Friedrich von Schmidt in mittelalterlicher Steintechnik möglichst originalgetreu neu errichtet. Mehrere Phasen dieses Vorganges sind auf Aquarellen von Rudolf von Alt zu sehen.
Stephansdom mit Nordturm - © Tomas Sereda - Fotolia.com
Die Rückseite des Stephansdomes mit dem Nordturm
Schmidt leitete über Jahrzehnte die Restaurierung des Doms, wobei auch „verbessernde“ Eingriffe im Sinne der Neugotik und Viollet-le-Ducs unternommen wurden (etwa im Giebelbereich der Südfenster des Doms). Am 18. August 1864, dem Geburtstag des Kaisers, wurde im Zuge der Turmrenovierung ein neues Kreuz und ein drei Zentner schwerer Adler auf die fertiggestellte Turmspitze aufgesetzt.
Stock-im-Eisen-Platz und Stephansplatz vor dem Häuserabbruch
Kolorierter Stich v.C. Schütz. 1779
Die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs sowie die Kämpfe im Stadtgebiet überstand der Stephansdom ohne größere Schäden. Als am 10. April 1945 vom Turm eine weiße Fahne gehisst wurde, erhielt der damalige Wehrmachtshauptmann Gerhard Klinkicht vom Kommandanten Dietrich den Befehl, den „… Dom zunächst mit 100 Granaten in Schutt und Asche zu legen. Sollte das nicht ausreichen, ist bis zu seiner völligen Zerstörung weiterzuschießen.“ Gerhard Klinkicht befolgte diesen Befehl nicht, eine Gedenktafel am Dom erinnert an ihn.
Stephansdom, April 1945 © Pressebildagentur Votava Stephansdom, April 1945
Der Dachstuhl des Stephansdomes steht in Flammen.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als am 11. April 1945 zivile österreichische Plünderer in Geschäften um den Steffl Feuer legten, griffen die Brände in der Nacht zum 12. April, dem Tag als die Sowjetarmee einmarschierte, auch auf den Dom über. Dabei brannten der Dachstuhl und der Glockenturm vollständig aus. Aufgrund der militärischen Lage waren keine effektiven Löscharbeiten möglich.
Kriegsschäden am Stephansdom.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Pummerin stürzte bei diesem Großbrand aus dem Glockenstuhl ab und zerschellte am Boden. Die wertvolle Walcker-Orgel von 1886 wurde durch den Einsturz des brennenden Daches oberhalb der Westempore zerstört. Der Brand wurde nicht, wie oftmals behauptet wird, durch Artilleriebeschuss verursacht, sondern durch Funkenflug, der von Geschäften in der Umgebung ausging, die bei der Plünderung in Brand gesteckt worden waren.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wiederaufbau: Dachstuhl nach der Montage. Axialdurchblick vom Flachdach
des Chorraumes gegen die Heidentürme; 1949.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wiederherstellungsarbeiten am Stephansdom, im Bild rechts unten wird
der Wetterhahn am Stephansdom wieder aufgesetzt.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Wiederaufbau des Stephansdoms, der unter anderem durch zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung finanziert wurde (siehe auch: Stephansgroschen), begann sofort nach Kriegsende. Er wurde 1952 mit dem Einzug der neu gegossenen Pummerin wiedereröffnet. Der Stephansdom verfügt über 22 Glocken, von denen 17 läutbar sind. Die bedeutendste Glocke ist die Pummerin.
Der Wiener Stephansdom - Wiedereröffneter Dom, Kardinal Innitzer mit Gefolge
beim Betreten des Altarraumes, an den Seiten Pressefotogarphen; 1952.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Pummerin wird in den Stephansdom geführt. Die Pummerin im Festzug.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die größte Glocke, die Pummerin, hängt im Nordturm. Sie ist die größte Glocke in Österreich und die drittgrößte Glocke in West- und Mitteleuropa. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 als Geschenk des Bundeslandes Oberösterreich aus dem Metall ihrer Vorgängerin erneut gegossen.
Die Weihe der Pummerin vor dem Riesentor am 26. April 1952.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Pummerin wird in den Stephansdom geführt.
Blick vom Dom auf die Pummerin im Festzug am 26. April 1952.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
  Sie wird nur zu Neujahr, zu hohen katholischen Feiertagen (solistisch) und aus staatlichen Anlässen (z. B. Unterzeichnung des Staatsvertrages, Tod des Bundespräsidenten) geläutet. Das Hauptgeläut – Festgeläut genannt – besteht aus den elf Glocken, die im hohen Südturm hängen und 1960 durch die Glockengießerei Pfundner gegossen wurden. Die große Stephanusglocke – auch als Halbpummerin bezeichnet – rundet das Hauptgeläut nur an Festtagen ab. Das Sonntagsgeläut ist um ebendiese reduziert. Zu allen übrigen Messen und zum Angelus ertönt ausnahmslos nur die dritte Glocke..
Stephansdom - © scales - FOTOLIA
Das Langhaus des Doms ist dreischiffig, was ihn als Stadtpfarrkirche ausweist. Das Hauptschiff ist auf den Hauptaltar ausgerichtet, das linke Seitenschiff hat ein Marienprogramm, das rechte Seitenschiff ist den Aposteln gewidmet.Obwohl das Innere sein Aussehen im Mittelalter erhielt, ist das ursprüngliche künstlerische und liturgische Ensemble aus der Zeit nur noch lückenhaft vorhanden, da der Bau während des Barocks nochmal umfassend verändert wurde.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kanzel: Skulptur des Heiligen
Ambrosius im Kanzelfuß. ;um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Kanzel: Skulptur des Evangelisten
Matthäus im Kanzelfuß. ;um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Gnadenfigur der sogenannten Dienstbotenmuttergottes aus der Zeit zwischen 1280 und 1320 ist ein Original aus der Zeit. Erste überlieferte Meldungen über Altäre stammen aus der Zeit der Chorweihe durch Bischof Albert von Passau am 23. April 1340. Der Bischof weihte nicht nur die Chorhalle und salbte sie an den noch heute teilweise erhaltenen Apostelzeichen ein, sondern weihte auch noch sechs weitere Altäre. Drei befanden sich im Chor und drei am Lettner, der steinernen Trennwand zwischen Langhaus (auch bekannt als Laienkirche) und Chor (auch bekannt als Kleruskirche). Der Hauptaltar wurde häufig wegen seiner Nähe zum Sakramentshäuschen in mittelalterlichen Quellen „Vronaltar“ genannt und war an der Rückwand des Mittelchores mit dem heiligen Stephanus als Patron. Weitere Informationen über den Hauptaltar sind nicht überliefert, außer dass es sich wahrscheinlich um einen Flügelaltar handelte.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Tirnakapelle: Gesamtansicht
ohne Abschlussgitter; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom
Festbeleuchtung ;1948.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine Rechnung aus dem Jahr 1437 zeigt wie der Mesner für das Auf- und Zuklappen der Flügel bezahlt wurde. An der Stelle des Hochaltares wurde ein frühbarocker Hochaltar von den Gebrüdern Johann Jacob Pock, Bildhauer und Steinmetzmeister, und Tobias Pock, Maler des Altarblattes, errichtet. Das Bild zeigt die Steinigung des heiligen Stephanus, im Hintergrund ist eine Menschenmenge zu sehen, in der andere Heilige repräsentiert sind – ein Hinweis auf das Allerheiligenpatrozinium. In seinem Aufbau gleicht er einem Hausportal, er ist daher ein Porta-Coelis-
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom
Hochaltar ;um 1940.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wiedereröffneter Dom, Messe,
Blick auf die Messebesucher
und den Hochaltar; 1952.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde der alte Flügelaltar irgendwann wurmstichig und musste abgetragen werden. Er wurde in das Kloster zur heiligen Agnes an der Himmelpfortgasse (deshalb auch bekannt als Himmelpfortkloster ) übertragen. Dieses Kloster wurde später unter der Herrschaft von Kaiser Joseph II. im 18. Jahrhundert aufgehoben, spätestens da verliert sich die Spur des Flügelaltars. s Flügelaltars.
 
Seit 2012 ist der Domschatz wieder in die Kirche zurück, und wird im Stephansdom öffentlich ausgestellt. Der Eingang des Dommuseums befindet sich beim Haupttor („Riesentor“) im rechten Heidenturm. Mit einem Aufzug kommt der Besucher in einen oberen Turmabschnitt. Hier beginnt eigentlich das Dommuseum mit seinen Ausstellungsstücken. Durch ein Glasfenster sieht der Besucher das Hochgrab Kaiser Friedrichs III., über ein paar Stufen hinab gelangt man in einem Raum oberhalb, nahe der Eligiuskapelle, wo sich aus Silber und Gold verzierte liturgische Geräte befinden.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Riesentor und Teil der Westfront von erhöhtem Standort.Bild: Stauda, August; 1905.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Über eine Wendeltreppe aus Eisen gelangt der Besucher hinunter zur Westempore, welche ursprünglich die Herrscherempore war. Sie befindet sich im Mittelschiff, mit Blick nach Osten zum Hochaltar, in ihr steht auch die „Kauffmann-Orgel“ und große Altartafel Bilder.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Feuerwache; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der alte Schalltrichter des Glöckners
von St. Stephan; um 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bevor der Domschatz zurückkehrte, wurden hier Sonderausstellungen präsentiert. Der Domschatz setzt sich aus wertvollen, kunstvoll mit Goldplatten (Blattgold) und Edelsteinen verzierte Reliquien, Monstranzen, sowie sehr alten liturgischen Texten (Handschriften), Bücher, Bildern, sowie Gewändern zusammen. Von hier verläuft die Ausstellung hinüber, über ein paar Stufen aufwärts gehend in den linken Heidenturm. In ihm befindet sich Gegenstände, die einst außen an der Wandfassade oder in der Kirche montiert waren, wie zum Beispiel ein alter, aus verwittertem Sandstein, über zwei Meter langer Teil eines Fresko „Die Kreuzwegstationen Jesu Christi“. Darüber hinaus gibt es Steinstatuen, sakrale alte Gemälde, gotische Altarbilder des Jesus von Nazareths mit Dornenkrone. mit Dornenkrone.
Stephansdom © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Stephansdom - Bischofsgruft; 1955.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine andere steinerne Wendeltreppe führt hinauf in ein Abteil oberhalb nahe der Prinz Eugen Kapelle oder auch Morandus-, Tirna-, Kreuz- und Liechtensteinkapelle genannt. Hier befinden sich die meisten Reliquien des Domschatzes. So auch ein vergoldeter Glassarg sowie große Schaukästen, und Vitrinen. So befindet sich in einen Schaukasten, die Reliquie mit der Nummer 16, eine Reliquie des Namenspatrons des Doms, des heiligen Stephanus. Durch eine moderne Stahltreppe und einen Steg kommt der Besucher, in einen weiteren Raum in dem sich Vitrinen mit religiösen Devotionalien befinden. Von hier hat man die Aussicht hinab auf den Stephansplatz sowie auf der gegenüberliegenden Seite, wo der Besucher durch ein Glasfenster Sicht in den Kirchenraum hat.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Stephansdom_(Wien)" der
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In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
Website Screenshot 2017: http://www.stephanskirche.at
Stephansdom
Domkirche St. Stephan zu Wien
Stephansplatz, 1010 Wien
Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag: 06:00 - 22:00 Uhr
Sonn- und Feiertag: 07:00 - 22:00 Uhr
www.stephanskirche.at
 
 
 
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Johann Strauss
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W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
 
 
MuTh Konzertsaal
Es entsteht ein spannender Ort der Begegnung von Musik und Theater mit Fokus auf jungen Menschen mitten in Wien. Die neue Bühne ist top-ausgestattet und der Zuschauerraum bietet Platz für 413 Gäste. Die Bühne ist 12 x 9 Meter groß, hat einen optimal konzipierten Orchestergraben und die beste Akustik der Stadt.
Der Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
Möge die Architektur dazu beitragen, dass dieses neue Musik- und Theaterzentrum seine positive Strahlkraft weit über die Grenzen Wiens entfalten wird.
Die Wiener Sängerknaben sind ein weltbekannter Knabenchor und eine Institution des Wiener Musiklebens, bestehend aus vier Einzelchören.
Am Augartenspitz 1 (Ecke Castellezgasse), 1020 Wien
Telefon: +43 1 347 80 80
www.muth.at
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Odeon Theater
Das Odeon wurde 1988 von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits als Spielstätte für ihr Serapions Ensemble gegründet. Der Theatersaal war ursprünglich der große Saal der Börse für landwirtschaftliche Produkte.
In Anlehnung an das griechische Odeion, das ein überdachter, freier Platz für Tanz- und Musikaufführungen war, wurde der Saal Odeon genannt.
Dem Serapions Ensemble liegt die Idee der Zusammenführung und der freien Entfaltung der Künste zugrunde – seine Arbeiten haben einen ganz besonderen, unvergesslichen Reiz, der sich aus der Verbindung von Musiktheater, Tanz, Schauspiel und bildender Kunst ergibt. Es arbeitet vor allem mit visuellen Mitteln und ist daher universell verständlich; Musik und Wort begleiten das Geschehen auf der Bühne.
Taborstrasse 10, 1020 Wien
Telefon: +43-(0)1- 216 51 27
www.odeon-theater.at
 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.
steinedererinnerung.net
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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