Die Römer in Wien - Vindobona
Legionslager im Herzen der heutigen Stadt
97. n. Chr. bis 400 n. Chr.
Römische Kleidung - Römerfest Carnuntum 2009 - © Erhard Gaube - www.gaube.at
Römische Kleidung - Römerfest Carnuntum 2009
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Wie so viele Städte auf dem europäischen Kontinent gehen auch die siedlungsmäßigen Anfänge Wiens auf die römische Antike zurück. Im 1. Jahrhundert n. Chr. kam es hier zur Anlage eines römischen Militärlagers namens Vindobona, das sich in die große Zahl der Anlagen an der Limesgrenze reihte. Dieses Lager befand sich im Herzen der heutigen Stadt, sein Mauerverlauf spiegelt sich bis zur Gegenwart in einer Reihe recht markanter Straßenzüge des städtischen Zentrums.
Vindobona - Groma - Lagermittelpunkt
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Ab dem 3. Jahrhundert ist sodann auch eine Zivilsiedlung im Südosten etwas außerhalb des Lagers nachweisbar, deren bauliches Gefüge aber im Gegensatz zum Lager selbst weniger gut bekannt ist. Keiner dieser beiden Anlagen auf dem Boden der heutigen Stadt kam freilich eine bedeutendere Stellung innerhalb der antiken Städtelandschaft des heute österreichischen Raumes zu.
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Vindobona - Legionslager, Lagervorstadt
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 Ab dem späten 4. und 5. Jahrhundert begann nicht nur im Römerreich allgemein, sondern auch für Vindobona im Besonderen ein markanter Niedergang, archäologisch nicht zuletzt an einer schweren Brandkatastrophe im Lagerareal zu Beginn des 5. Jahrhunderts fassbar.
Römische Baureste am Hof
Den Schauraum erreicht man über den Keller der heutigen Feuerwehrzentrale Am Hof. Der etwa 4 x 10 m große Raum enthält in originaler Lage ein Stück des Lagerhauptkanals, dieser begleitete den Wall an der Innenseite des Legionslagers und lief direkt unter der Wallbegleitstraße, der Via Sagularis. Der Teil des dargestellten Kanals nahm vermutlich die Abwässer aus dem südlichen Teil des Lagers auf und führte sie in den Tiefen Graben zum Ottakringerbach. Die Kanalsohle zeigt einen Belag aus der Länge nach gelegten Dachziegeln (sog. Leistenziegel), je zwei von ihnen kommen in der Mitte des Kanals mit den Leisten nebeneinander zu liegen. Die Ziegel sind durchwegs gestempelt und tragen, wie ein ausgestelltes Exemplar zeigt, den Stempel der XIII. Legion in Form einer Schrifttafel (Tabula ansata) Am Ende des Stempels sind die Namensinitialen jenes Unteroffiziers (centurio) zu lesen, der die Herstellung der Ziegel beaufsichtigte.
Römische Ruinen   unter dem Hohen Markt
Das Museum zeigt einen Teil der römischen Offiziersquartiere des Legionslagers von Vindobona (1. bis 4.Jhdt .n.Chr.). Die beiden Häuser, welche durch eine Straße getrennt sind, weisen teilweise Fußbodenheizungen in Form von Schlauchheizungen bzw.ypocaustheizungen  auf. Eine kleine Dokumentation an archäologischen Funden (Keramiken, Altäre, Grabsteine) gibt einen Einblick in das Leben der römischen Legionäre vor 2000 Jahren.
Rekonstruktion Carnuntum - © Erhard Gaube - www.gaube.at
Rekonstruktion eines römischen Zimmers in Carnuntum.
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Nach einer einmonatigen Restaurierung wurde die Außenstelle des Historischen Museums der Stadt Wien, die "Römischen Ruinen unter dem Hohen Markt" mit 4. Februar 2001 wieder eröffnet. Die grundlegende architektonische Umgestaltung der Präsentation erfolgte durch das Architektenteam "Elmecker & Reuter", die Außenstelle wurde mit zahlreichen neuen Objekten zur römischen Geschichte Wiens sowie mit umfangreichen Texttafeln über das Legionslager von Vindobona und die römische Zivilstadt ausgestattet und empfiehlt sich nun als Stelle für eine grundlegende Erstinformation betreffend die römische Epoche in Wien.
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Vindobona - Therme
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Vindobona - Via Principalis
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Grabungsfeld Michaelerplatz
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Ausgrabungen am Michaelerplatz in Wien.
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In den Jahren 1989 bis 1991 ergab sich die Möglichkeit, die Fläche des Michaelerplatzes großflächig archäologisch zu untersuchen.
Bei den Grabungen konnten neben mittelalterlichen und neuzeitlichen Resten auch Reste der römischen Bebauung der Lagervorstadt (Cannabae) aufgefunden werden.
Carnuntum - © Erhard Gaube - www.gaube.at
Römischen Straße in Carnuntum.
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Die Lagervorstadt war die Heimat der Frauen und Kinder der Soldaten. Der römische Legionär durfte bis ins dritte Jahrhundert offiziell nicht verheiratet sein und lebte in der Regel mit seiner Lebensgefährtin im Konkubinat. Die Freizeit konnte er bei seiner Familie in der Cannabae verbringen, die auch Läden, Schenken und oft auch Bordelle umfasste. Über den Kohlmarkt und den Michaelerplatz verlief seit dem Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. zwei Straßenzüge.
Rekonstruktion Carnuntum - © Erhard Gaube - www.gaube.at
Rekonstruktion eines römischen Hauses in Carnuntum.
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Hier kreuzte sich die aus dem Raum Aquae (Baden bei Wien) kommende Bernsteinstraße mit der die Donau entlangführenden Limesstraße, dieser Straßenverlauf ist mit rotem Kies angedeutet. An dieser Kreuzung wurden die Teile von vier verschiedenen Häusern, vermutlich als Fachwerkhäuser gebaut, aufgefunden. 
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Vindobona - Michaeler Platz West-Ost
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Vindobona Nord-Süd
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Diese wurden bis in das 5. Jahrhundert benutzt und im Verlauf der Zeit mehrmals umgebaut und die sich auf die Querstraße mit einer Vorhalle öffneten. Das östlich der Straßenkreuzung liegende Haus besaß eine Vorhalle, in die nachträglich eine Verkaufsbude eingebaut wurde. Dieses Haus war mit einer Fußbodenheizung und Wandheizung ausgestattet und, wie ein kleiner Freskenrest mit Weinranken zeigt, mit Fresken ausgemalt.
michaelerplatz - © Erhard Gaube - www.gaube.at
Ausgrabungen am Michaelerplatz in Wien.
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Westlich der Straßenkreuzung wurde ein Fundament gefunden, das darauf hinweisen könnte, dass sich hier ein pfeilerartiges Ehren- oder Grabmonument erhoben hat. Über das Ende der Siedlung vor dem Legionslager ist nichts bekannt.
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Vindobona - Streifenhaus - Front
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Sie dürfte ein erstes Mal in den Markommannen- und Quadenkriegen zerstört worden sein, das genaue Datum des Endes ist nicht mehr feststellbar, da die obersten römischen Schichten wahrscheinlich schon bei der Anlage des mittelalterlichen Witmarktes abgetragen worden sind.
Römischer Baukran - © Erhard Gaube - www.gaube.at Römischer Brennofen - © Erhard Gaube - www.gaube.at
Rekonstruktion eines römischen Baukrans und eines Brennofen in Carnuntum 2009.
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Wasserleitung Vindobona
Reste der aus Süden kommenden Wasserleitung konnten im 23. und 12. Bezirk gefunden werden. Der 23. Bezirk beherbergt außerdem noch Überreste einer Veteranensiedlung und Gräberfunde. Zwischen Mauer und Atzgersdorf konnte ein 2,5 km langes Stück der Wasserleitung im Jahre 1905 erforscht werden.
Bleirohre
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Die Bauweise ist üblicherweise sehr einheitlich. Es wurde ein breiter Graben ausgehoben, dessen Boden und Seitenwände massiv ausgemauert und mit wasserdichtem Mörtel verputzt worden sind. Die Höhe des Kanals betrug 60 - 65 cm und die Breite etwa 50 cm und verjüngte sich an der Sohle bis zu 40 cm. Von oben her wurde die Wasserleitung mit großen Steinplatten abgedeckt. In dem 2,5 km langen Stück konnten zwei Schlammfänger dokumentiert werden.
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Vindobona - Kanal und Latrine
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Das waren kleine Becken, etwa 30 cm tief und 70 cm lang, die so gebaut wurden, dass die Wand an der Einflussstelle höher war, als an der Abflussstelle. Die Wasserleitungen wurden so gebaut, dass das Gefälle möglichst gering war. Auf den 2,5 km ergibt sich nur ein Gefälle von 1,46 m. Weitere Wasserleitungen fanden sich in Laab am Walde und in der Lainzerstraße - Ecke Promenadenweg.
Marc Aurel
Marc Aurel starb am 17. März 180 in Vindobona.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Marc Aurel wurde am 26. April 121 nach Christus als Sohn einer reichen und vornehmen Senatorenfamilie in Rom geboren. Marcus widmete sich intensiv philosophischen Studien, und er durchlief die politische Ämterlaufbahn bis hin zum Konsul. Im Mai 145 heiratete er seine Verlobte Faustina. Sie hatten insgesamt dreizehn (!) Kinder. Mit vierzig Jahren bestieg der friedvolle Philosoph den römischen Kaiserthron und wurde durch die Umstände in dauernden Kriege verwickelt, die er aber großteils erfogreich für die Römer führte. Trotzdem ging Marc Aurel nicht als Feldherr, sondern als Philosoph in die Nachwelt ein. Dies ist besonders aus die von ihm geschriebenen "Selbstbetrachtungen" zurückzuführen, in denen seine stoische Haltung zum Ausdruck kommt.
   
"Wien wird unterm Kayser Augusto
der Römerwohnsitz"
© Ch. Brandstätter Verlag
  Embleme der XIII. römischen Legion
Buchillustration 1739
© Ch. Brandstätter Verlag
Auch als er im Jahr 180 an Pest erkrankte, sah er seinem Tod mit der typisch stoischen Gelassenheit entgegen. Er legte sich aufs Bett, zog sich ein Leinentuch über den Kopf und wartete auf den Tod. Daß er sich nicht vor dem Tod ängstigte zeigt auch der letzte Satz seiner "Selbstbetrachtungen": Geh also heiter aus dem Leben; denn der, der dich entläßt, tut es heiter. Am 17. März 180 starb Marc Aurel in Vindobona, dem heutigen Wien.
Reiche Römer in Vindobona
Gold und Edelsteine aus dem Albertina-Gräberfeld
© Naturhistorisches Museum Wien
© Naturhistorisches Museum Wien
Im Jahr 2000 wurde während der Bauarbeiten einer neuen Ausstellungshalle der Albertina dieses einmalige Gräberfeld entdeckt, das aus insgesamt 150 Brand- und Körpergräbern des 2. - 4. nachchristlichen Jahrhunderts besteht. Neben Schmuckstücken befanden sich auch Glas- und Keramikerzeugnisse unter den Grabbeigaben, welche ebenfalls ausgestellt wurden.
© Naturhistorisches Museum Wien © Naturhistorisches Museum Wien
Die Ausgrabungsstätte des Albertina-Gräberfeldes.
© Naturhistorisches Museum Wien
Im Albertina Gräberfeld wurden zahlreiche Grabbeigaben geborgen, darunter auch ein wertvolles, fein gearbeitetes Paar Ohrgehänge aus Gold mit Smaragden und Granaten. Es wurde im Grab einer Frau von etwa 25 bis 40 Jahren gefunden, der auch Silber- und Bronzeringe und ein so genannter Trierer Spruchbecher mitgegeben worden war. Diese wertvollen Keramikbecher mit dem für sie typischen schwarz glänzenden Überzug stammen eigentlich aus dem Rheinland des 3. und 4. Jh. und sind ungewöhnlich für den pannonischen Raum. Es wurde im Zuge der Arbeiten an dem Albertina-Gräberfeld festgestellt, dass solch wertvolle Grabbeigaben eine Seltenheit darstellen, da kostbare Schmuckstücke offenbar meist weitervererbt wurden.
© Naturhistorisches Museum Wien
Grabbeigaben aus dem Albertina Gräberfeld.
© Naturhistorisches Museum Wien
Reiche Römerinnen und Römer schmückten sich gerne mit Gold, Silber und Perlen. Schmuck galt als Statussymbol. Wer weniger wohlhabend war, musste sich mit Silber- oder Bronzeschmuck begnügen. Die Handwerkskunst der römischen Gold- und Silberschmiede war legendär, wovon die Grabbeigaben ein eindrucksvolles Zeugnis ablegen. Die römischen Bestattungsriten waren nach dem Zwölftafelgesetz geregelt. Dieser Gesetzessammlung aus dem 5. Jh. v. Chr. zufolge mussten Tote vor den Stadtmauern "extra muros" begraben werden, da die Geister der Toten die heiligen Plätze der Stadt ansonsten entweihen könnten.
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Grabbeigaben aus dem Albertina Gräberfeld.
© Naturhistorisches Museum Wien
Insgesamt wurden im Jahr 2000 die Knochenreste von 150 Brand- und Körpergräbern von der Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie geborgen und von Anthropologinnen des Naturhistorischen Museums Wien untersucht.
Hierbei konnte festgestellt werden, dass der Gesundheitszustand auch der feinen römischen Gesellschaft nicht der beste war. Ernährungsbedingte Mangelerkrankungen waren an der Tagesordnung. Weiters weisen Knochenhautentzündungen und Zahnschmelzdeformationen auf chronischen Vitamin C- und Eisenmangel hin. Frisches Obst und Gemüse dürfte also nicht auf dem täglichen Speiseplan gestanden haben. Kein Wunder, dass nur 6 % der Gesamtbevölkerung älter als 40 Jahre wurde und die 45- bis 60-jährigen sich die Bezeichnungen "seniores" oder gar "senes" (Greise) gefallen lassen mussten.
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Schädelfund aus dem Albertina Gräberfeld.
© Naturhistorisches Museum Wien
Die römischen Begräbnisriten haben im Lauf der Zeit Veränderungen erfahren. Waren bis zum 2. Jahrhundert Feuerbestattungen üblich, bei denen die Toten verbrannt und die Asche samt Grabbeigaben in eine Urne gefüllt und beigesetzt wurden, so setzten sich im 2. nachchristlichen Jahrhundert Körperbestattungen immer mehr durch. Die aufwendigen Feuerbestattungen waren ohnehin nur wohlhabenden Erwachsenen vorbehalten. Kleinkinder, ärmere Personen und Personen, die eines nicht natürlichen Todes gestorben sind, wurden in einfachen Särgen oder auf Holzbrettern bestattet. War es den Verwandten möglich, so wurden Grabsteine aufgestellt, um den Toten unvergessen zu machen. Ein Andenken, das nach beinahe 2000 Jahren den Wissenschaftlern von heute Interessantes und bisher Unbekanntes über das Leben in Österreich zur Römerzeit enthüllt.
"Reiche Römer in Vindobona - Gold und Edelsteine aus dem Albertina-Gräberfeld"
Ausstellung 4. März bis 1. Juni 2009
Allgemeine Presseinformation des Naturhistorischen Museums
Römermuseum
Wien Museum Römermuseum
Tor zum Legionslager.
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Wo sich vor fast 2000 Jahren Offiziershäuser des Lagers Vindobona befanden, kann man ab sofort die römische Stadtgeschichte Wiens erkunden – im neuen Römermuseum am Hohen Markt. Das Publikum erwartet eine attraktive, abwechslungsreiche Präsentation auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. So werden erstmals neben dem Legionslager auch die weiteren städtischen Siedlungen (Lagervorstadt, Zivilstadt) ins Blickfeld gerückt. Entstanden ist das Römermuseum aus den „Römischen Ruinen Hoher Markt“, einer Außenstelle des Wien Museums, die schon bislang im Keller des Gebäudetraktes zu besichtigen war. Durch Hinzumietung von Erdgeschoss und 1. Stock wurde die Ausstellungsfläche auf das Dreifache erweitert. Für die innovative bauliche Neugestaltung, die mit der Fassade auch ein gestalterisches Zeichen am Hohen Markt setzen will, zeichneten querkraft Architekten verantwortlich.
   
Illustration des Legionslagers
und der Lagervorstadt von Vindobona,
2008, Bernhard Münzenmayer
© Wien Museum
  Gewandfibel in Form eines Pferdes,
2./3. Jh. n. Chr., Bronze
Fundort: Wien 3, Landstr. Hauptstr. 19,.
© Wien Museum
 „Endlich können wir den Besuchern ein Museum bieten, das der Bedeutung Wiens zur Römerzeit entspricht“, freut sich Wolfgang Kos, Direktor des Wien Museums. Im Zentrum der Präsentation stehen die wichtigsten Baureste der Römerzeit in Wien, die Ruinen von Tribunenhäusern aus dem Legionslager. Dazu kommen nun rund 300 faszinierende archäologische Funde, die das ganze Spektrum römischen Lebens in Wien abdecken. Zu sehen sind Alltags- und Kultgegenstände, Fragmente von Gebäuden, Figuren und Spielzeug, Kanaldeckel und Geschirr, Götterstatuen und Nippes. Neueste 3-D-Technologien ermöglichen Visualisierungen des Siedlungsraumes, auch Grafiken und Wandmalereien geben eine Vorstellung davon, wie es damals ausgesehen haben könnte.
30.000 lebten in Vindobona
Blick ins Legionslager.
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Die Präsentation konzentriert sich auf die Zeit vom späten 2. bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts, als Vindobona seine Blüte erlebte. Über 30.000 Menschen lebten damals in unserem Raum, ein buntes Völkergemisch aus Einheimischen und Zuwanderern aus allen Teilen des Römischen Reiches. Ursprünglich stammten viele Soldaten aus Italien oder Gallien. Später wurden die Truppen mit neuen Rekruten dort ergänzt, wo einzelne Abteilungen an Kriegszügen teilnahmen. Bei ihrer Rückkehr folgten ihnen Menschen aus diesen Gebieten im Tross.
   
Merkurstatuette,
2./3. Jh. n. Chr., Bronze
Fundort: Wien 1, Ruprechtsplatz
© Wien Museum
  Ausgrabung eines Spitzgrabens,
Wien 3, Klimschgasse 2-4
Foto Josef Nowalski de Lilia, 1909
© Wien Museumm
Das Legionslager, das 97 n. Chr. gegründet worden war, diente – wie auch Carnuntum – zur Sicherung der nördlichen Grenze des Imperiums, das sich von Britannien bis Syrien erstreckte. Von hier aus unternahm Kaiser Marc Aurel seine Feldzüge gegen die Markomannen. Die Zeiten, in denen Frieden herrschte, dauerten länger als jene, in denen Kriege geführt wurden. Dementsprechend „zivil“ ging es im Lager zu. Neben militärischen Aufgaben hatten die rund 6000 Soldaten auch administrative und handwerkliche Tätigkeiten zu verrichten. In Vindobona stand den Legionären eine Reihe von Freizeitangeboten zur Verfügung, damit sie nicht auf ihre gewohnten Lebensweisen verzichten mussten – von Tavernen über Thermen und Theater bis hin zu Bordellen. Auch das Glücksspiel erfreute sich großer Beliebtheit.
Nicht nur das Soldatenlager
Silbergeschirr mit in Gold eingelegten
Buchstaben, 2./3. Jh. n. Chr.
Fundort: Wien 1, Kärnterstraße 2, 1945
© Wien Museumm
Lange Zeit konzentrierte sich die Darstellung Vindobonas auf das Legionslager, das zwischen Donaukanal und Graben lag. Die neuesten Forschungen ergeben aber ein komplexeres Bild, mit großer Lagervorstadt und Zivilstadt im heutigen 3. Bezirk. Denn das Lager war auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die städtische Siedlungen im Umkreis stellten die Versorgung mit Gebrauchsgegenständen und Lebensmitteln wie Getreide, Speck und Käse sicher. Selbst Luxusgüter wie Olivenöl oder sogar Austern konnte man hier kaufen.
Öllampen, 1. bis 3. Jh. n. Chr., Bronze
Fundort: Wien 1, Am Hof 4 / Naglergasse 22-24, 1913
© Wien Museumm
Römische Kulturtechniken und Werthaltungen wurden von der örtlichen Bevölkerung aufgenommen, die ihrerseits die Römer beeinflussten. So entstand eine provinzialrömische Kultur, die auch neue religiöse Bräuche mit einschloss. Bis heute faszinierend ist die moderne Infrastruktur (Straßen, überdachte Gehsteige, Kanalisation, Wasserversorgung etc.), die den Römern zur Verfügung stand.
Inventar eines Brandgrabes, 2. Jh. n. Chr., Keramik
Fundort: Wien 3, Klimschgasse 19, 2005
© Wien Museum
Durch ihre monumentalen Gebäude aus Stein glichen Legionslager städtischen Siedlungen. Die Zentralbauten zählten in den Provinzen zu den größten Bauwerken ihrer Zeit und wirkten auf die einheimische Bevölkerung sicher imposant – nachzuprüfen anhand der Visualisierungen.
Website Screenshot 2017: http://www.roemermuseum.at/
Römermuseum
Römische Ruinen Hoher Markt
Hoher Markt 3, 1010 Wien
Telefon: +43 1 535 56 06
E-Mail: office@wienmuseum.at
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Geschlossen: 1.1., 1.5. und 25.12.
www.wienmuseum.at/Römermuseum
www.roemermuseum.at
 
 
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2000 Jahre Wiener Geschichte lebendig gemacht
ein Rundgang durch 1.300m2 Erlebnisfläche - humorvoll begleitet durch Tourguides - mit 5D Kino, Animatronic Shows, Musik und Spezialeffekten
Time Travel Vienna richtet sich an Menschen jedes Alters, an Einheimische und Touristen, an alle, die etwas über die Geschichte Wiens erfahren wollen. Die Shows dauern 50 Minuten, sind kompakt und spannend aufbereitet, humorvoll begleitet von Tourguides.
Habsburgergasse 10A, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 5321514
www.timetravel-vienna.at
 
 
Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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