Virgilkapelle
auch Virgiliuskapelle
Stephansplatz (U-Bahnstation Stephansplatz), 1010 Wien
Virgilkapelle
Das bemalte byzantinischem Radkreuz der unterirdischen Virgilkapelle.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Virgilkapelle wurde 1973 im Zuge des U-Bahnbaues entdeckt und als Standort des Museums in die U-Bahn-Station Stephansplatz integriert. Die unterirdische Kapelle ist einer der besterhaltenen gotischen Innenräume in Wien. Die Virgilkapelle, eine unterirdische Gruft neben dem Stephansdom in Wien, ist eine Krypta von rechteckiger Form (etwa 6 m × 10 m) mit sechs Nischen. Sie liegt heute etwa zwölf Meter unter dem Niveau des Stephansplatzes. Darüber errichtete man hier später die Maria-Magdalenenkapelle (der Grundriss dieses Kirchleins ist im Straßenpflaster des Stephansplatzes heute noch sichtbar).
Virgilkapelle
Eine der sechs Apsiden der Virgilkapelle.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Wiener Stephansplatz ist das Zentrum der österreichischen Bundeshauptstadt. In seiner Mitte steht der Stephansdom. Das südwestliche Eck des Stephansplatzes und das östliche Ende des stumpf einmündenden Grabens, sowie das nördliche Ende der Kärntner Straße werden durch den Stock-im-Eisen-Platz, das nordöstliche Eck ist mit dem Beginn der Rotenturmstraße und der Brandstätte verbunden.
Virgilkapelle
Die Virgilkapelle in der U-Bahn-Station Stephansplatz.
© www.wienmuseum.at - Kollektiv Fischka/Kramar mit Eszter Korodi
Die westliche Ecke wird vom Beginn der Schulerstraße begrenzt, im Südosten mündet neben dem Erzbischöflichen Churhaus die Churhausgasse ein. Die Geschichte der Kapelle ist nicht ganz klar: Ihre Architektur lässt sich auf das frühere 13. Jahrhundert datieren. Zu dieser Zeit war der letzte Herzog aus dem Hause Babenberg, Friedrich der Streitbare (1230–1246), Herr von Wien.
Virgilkapelle
Die Virgilkapelle in der U-Bahn-Station Stephansplatz.
© www.wienmuseum.at - Kollektiv Fischka/Kramar mit Eszter Korodi
Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass der Herzog, der Wien gerne als Bistum gesehen hätte, eine Krypta für den heiligen Koloman als damaligen Schutzpatron der gewünschten Diözese errichten ließ. Die Achsen der Kapelle sind nach dem Sonnenstand am Namenstag des Heiligen ausgerichtet. Die Chroniken erwähnen den Bau jedenfalls nicht, was zu der Vermutung Anlass gibt, dass es sich um ein wie auch immer gescheitertes Projekt handelte.
Virgilkapelle
Die Virgilkapelle.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Spätestens um 1300 war es zu wichtigen Baumaßnahmen an der Kapelle gekommen. Im hinteren Bereich wurde jenes Gewölbe eingezogen, das heute noch sichtbar ist. Das über der Virgilkapelle entstandene Geschoß, das nur wenig unter Bodenniveau lag und vom Stephansfreithof aus zugänglich war, diente zunächst als Karner, d.h. es wurden die Gebeine aus den aufgelassenen Gräbern des Stephansfriedhofs verwahrt.
Virgilkapelle
Nennung der Virgilkapelle als Besitz der Familie Chrannest.
Urkunde des Andre Chrannest, Kaplan an der Virgilkapelle, vom 2. Februar 1340.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
1486 schlossen Bürgermeister und Rat der Stadt Wien mit dem Deutschen Orden einen Vertrag, der die Nutzung eines Kellers des Deutschordenshauses, das an den Stephansfreithof grenzte, als Karner erlaubte. Der Karner ober der Virgilkapelle wurde in der Folge wohl aufgelassen und diente ab da der Gottleichnamsbruderschaft als Andachts- und Versammlungsort. 1589 ist dort der Gottesleichnamsaltar explizit genannt. Über Virgilkapelle und Karner wurde im 14. Jahrhundert die Maria-Magdalena-Kapelle errichtet, der Sitz der Schreiberzeche. Die Virgilkapelle lag genau unter dieser Kapelle. Ein Schacht führte nach oben in die Magdalenskapelle.
Virgilkapelle
Das Kreuzgewölbe der Virgilkapelle.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Im Jahre 1732 wurde der Friedhof um den Dom aufgelassen. Die Magdalenskapelle brannte im Jahr 1781 ab und wurde nicht wieder aufgebaut (vermutlich weil es ohne Friedhof keinen Bedarf für eine Friedhofskapelle gab). Die Virgilkapelle wurde zugeschüttet und geriet in Vergessenheit.
Virgilkapelle
Eine der sechs Apsiden der Virgilkapelle.
Quelle: www.wienmuseum.at - Kollektiv Fischka/Kramar
Im Jahr 1972 wurde im Zuge der Arbeiten an der Wiener U-Bahn die Kapelle wiederentdeckt. Der Innenraum war verfüllt. Nach dem Entfernen des Materials präsentiert sich die Kapelle heute in einem guten Zustand, die Westwand fiel allerdings dem U-Bahn-Bau zum Opfer. Die Virgilkapelle hatte ursprünglich weder Türen noch Fenster und war nur von oben über Leitern zugänglich. Durch das Entfernen der Westwand kann sie nun bequem erreicht werden; als Konsequenz wurde die Kapelle in die U-Bahn-Station Stephansplatz integriert.
Virgilkapelle
Zisterne im Boden der Kapelle.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Am Stephansplatz wurde mit farbigen Steinen der Grundriss von Virgilkapelle und Magdalenskapelle nachgebildet. Die Virgilkapelle ist heute eine Außenstelle des Wien Museums. Sie ist unterirdisch von der U-Bahn-Station Stephansplatz zugänglich. Durch ein Fenster im Verteilergeschoss ist ein Blick in den Oberteil der Kapelle möglich. Weiters wurde im Tiefengeschoss der U3-Station (Fahrtrichtung Simmering) ein Gang angelegt, der zum Erdgeschoß der Virgilkapelle führt.
Die Virgilkapelle in der U-Bahn-Station Stephansplatz.
© www.wienmuseum.at - Kollektiv Fischka/Kramar mit Eszter Korodi
Nach dem Einbau eines halb unter der Erde befindlichen Zwischengeschoßes standen die Kapelle und die tiefer liegenden Räumlichkeiten ab dem frühen 14. Jahrhundert für ganz unterschiedliche Nutzungen bereit.
Virgilkapelle
Die Umrisse der Virgilkapelle am Stephansplatz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der ursprüngliche Bau, die heute sichtbare Virgilkapelle, diente einer reichen Wiener Kaufmannsfamilie als Andachtskapelle, unter anderem wurde sie mit einem Altar für den hl. Virgil ausgestattet. Für das Zwischengeschoss ist eine Nutzung als „Neuer Karner“ (Beinhaus) belegt. Die Maria-Magdalenenkapelle selbst wurde als Friedhofskapelle genutzt, während ihre Empore Versammlungen der „Schreiberzeche“ (der Bruderschaft aller Schreiber) Raum bot.
Virgilkapelle
Ausstellung zum mittelalterlichen Wien des Wien Museum.
Quelle: www.wienmuseum.at - Kollektiv Fischka/Kramar
Aus konservatorischen Gründen musste die Außenstelle des Wien Museums vor einigen Jahren geschlossen werden. Nach umfassenden Restaurierungsmaßnahmen wird die Virgilkapelle Ende 2015 nun wieder eröffnet.
Virgilkapelle
Eingangsbereich zur Virgilkapelle in der U-Bahn-Station Stephansplatz.
© www.wienmuseum.at - Kollektiv Fischka/Kramar mit Eszter Korodi
Ein neu gestalteter, besucherfreundlicher Eingang auf Ebene der U-Bahn-Passage wird diesen faszinierenden Sakralraum adäquat erschließen, eine kompakte Ausstellung bietet einen historischen Abriss zum mittelalterlichen Wien. Mit der Wiedereröffnung der Virgilkapelle ist das Wien Museum wieder mitten im Herzen der Stadt präsent.
Website Screenshot 2017: http://www.wienmuseum.at/de/standorte/virgilkapelle.html
Virgilkapelle
Ein Museum des Mittelalters
Stephansplatz (U-Bahn-Station), 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 505 87 47
E-Mail: office@wienmuseum.at
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und Feiertag: 10 bis 18 Uhr
24. Dezember und 31.. Dezember: 10 bis 14 Uhr
Geschlossen:
1.1., 1.5., 25.12
www.wienmuseum.at/virgilkapelle
 
 
 
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Johann Strauss
Wohnung
W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
 
 
MuTh Konzertsaal
Es entsteht ein spannender Ort der Begegnung von Musik und Theater mit Fokus auf jungen Menschen mitten in Wien. Die neue Bühne ist top-ausgestattet und der Zuschauerraum bietet Platz für 413 Gäste. Die Bühne ist 12 x 9 Meter groß, hat einen optimal konzipierten Orchestergraben und die beste Akustik der Stadt.
Der Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
Möge die Architektur dazu beitragen, dass dieses neue Musik- und Theaterzentrum seine positive Strahlkraft weit über die Grenzen Wiens entfalten wird.
Die Wiener Sängerknaben sind ein weltbekannter Knabenchor und eine Institution des Wiener Musiklebens, bestehend aus vier Einzelchören.
Am Augartenspitz 1 (Ecke Castellezgasse), 1020 Wien
Telefon: +43 1 347 80 80
www.muth.at
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Odeon Theater
Das Odeon wurde 1988 von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits als Spielstätte für ihr Serapions Ensemble gegründet. Der Theatersaal war ursprünglich der große Saal der Börse für landwirtschaftliche Produkte.
In Anlehnung an das griechische Odeion, das ein überdachter, freier Platz für Tanz- und Musikaufführungen war, wurde der Saal Odeon genannt.
Dem Serapions Ensemble liegt die Idee der Zusammenführung und der freien Entfaltung der Künste zugrunde – seine Arbeiten haben einen ganz besonderen, unvergesslichen Reiz, der sich aus der Verbindung von Musiktheater, Tanz, Schauspiel und bildender Kunst ergibt. Es arbeitet vor allem mit visuellen Mitteln und ist daher universell verständlich; Musik und Wort begleiten das Geschehen auf der Bühne.
Taborstrasse 10, 1020 Wien
Telefon: +43-(0)1- 216 51 27
www.odeon-theater.at
 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.
steinedererinnerung.net
 
 
 
 
 
 
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