Votivkirche
Rooseveltplatz,1090 Wien
Votivkirche - © jomare - Fotolia.com
Errichtet 1855-79 nach Entwurf von H. v. Ferstel auf Anregung von Kardinal J. O. v. Rauscher und mit Hilfe des damaligen Thronfolgers Erzhzg. Ferdinand Maximilian (später Ks. Maximilian von Mexiko) zum Gedächtnis an die Errettung Ks. Franz Josephs I. beim Libényi-Attentat 1853.
Der neugot. Bau bildete den Auftakt zur Stadterweiterung und wurde dann in die Ringstraße einbezogen. Die urspr. Idee, ihn als Reichskirche und Ruhmeshalle zu verwirklichen, ließ sich nicht realisieren. 1862 widmete der Kaiser die Votivkirche als Garnisonskirche, 1878 erhob er sie zur Propsteikirche und leitete ihre Verbindung zur Universität ein.
Votivkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Blick auf die Kirche von erhöhtem Standpunkt aus.
Links hinten die Universität in Bau. Wilhelm Burger, um 1880
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Kirchenbau, der zunächst auf dem höchsten Punkt der Belvedere-Anhöhe stehen sollte. Als endgültiger Standort jedoch wurde im Oktober 1855 der Platz vor dem damaligen Schottentor gewählt. Somit ist die Votivkirche 'Zum Göttlichen Heiland' noch vor dem Abbruch der Basteien der erste Bau an der späteren Ringstraße. Aus einer internationalen Konkurrenz und 75 eingegangenen Projekten fiel die Wahl der Jury unter Vorsitz von Erzherzg Ferdinand Max mit König Ludwig I. von Bayern als Beirat am 29. Mai 1855 auf den Entwurf des erst 27jährigen Heinrich Ferstel. Der Grundstein wurde am 24.04.1856 gelegt. Am 24.04.1879 erfolgte die Weihe.
Die Grundsteinlegung der Votivkirche. Kol. Lithographie v. F. Kollarz. 1856
Die lange Bauzeit ist die Folge von Ferstels Bestrebungen, den Hausteinbau in alten Handwerkstechniken ausführen zu lassen, um das alte Bauhüttenwesen zu beleben. Gemäß dem hohen Anspruch des Werkes wählte Ferstel für die dreischiffige Basilika mit Querschiff und polygonalem Chor mit Umgang und Kapellenkranz die bedeutendsten französischen und deutschen Kathedralen zum Vorbild. Die hochaufragenden Fassadentürme beeindrucken durch ihre filigrane Gestalt.
Votivkirche - © S. Gaube, 2008
Votivkirche - © S. Gaube, 2008 Votivkirche - © S. Gaube, 2008
Der reiche plastische Schmuck an der Fassade und im Inneren wurde von Josef Gasser, Johann Benk, Franz Melnitzky, Franz Erler geschaffen. Von Viktor Tilgner stammt ein Reliefporträt Ferstels über der Kanzel. Der ursprünglich für die Votivkirche vorgesehene Hochaltar erwies sich als zu groß und wurde daraufhin in die Augustinerkirche übertragen.
Baugeschichte
Votivkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Votivkirche In Bau. Chorpartie Richtung Theseustempel. ;um 1860
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der Bau der Kirche nahm schließlich über 20 Jahre in Anspruch. Zunächst wurden die Fundamente des Chors gelegt und der Chor errichtet, der 1857 bis in die Höhe der Absidialkapellen reichte und gemeinsam mit dem Kreuzschiff bis 1859 auf die Höhe der Seitenschiffe erhöht wurde. 1860 wurden die Fundamente der Türme geschaffen und der Langbau bis in die Höhe der Seitenschiffe gebracht. 1861 erreichte schließlich bereits die gesamte Kirche die Höhe der Seitenschiffe. 1862 bis 1863 erfolgte die Erhöhung der Türme und des Langhauses bis zur Höhe des Hauptschiffes, 1864 wurde mit dem Kreuzschiff begonnen und die Türme bis zum mittleren Dachgiebel erhöht. Besondere Energie steckte Ferstel in den Bau der Türme, da oftmals bei großen Kirchen die Türme unvollendet blieben.
Votivkirche © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Votivkirche in Bau - Eingerüstete Halbtürme. Oscar Kramer um 1865
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Durch eine Subvention von 150.000 Gulden des Wiener Gemeinderates konnte er schließlich die Türme im zehnten Baujahr vollenden und erreichte am 18. August 1868 eine Höhe von 99 m. 1872 wurde das Kirchenschiff schließlich eingewölbt und ein Jahr später wurden die eisernen Dachstühle aufgesetzt. Innenausstattung und die Vollendung der Bauarbeiten dauerten weitere sechs Jahre an.
Votivkirche 1905
Nach 23 Jahren Bauzeit konnte die Kirche schließlich am 24. April 1879, anlässlich der Silberhochzeit des Kaiserpaares, geweiht werden. Der Platz vor der Votivkirche war der Maximilianplatz. Zwischen 1862 und 1918 war die Votivkirche auf Anordnung von Kaiser Franz Joseph I. die katholische Garnisonskirche Wiens.
Hochaltar
Votivkirche Wien - © Tupungato - Fotolia.com
Der Hochaltar
Der Hochaltar ist eine Kombination von einem Ziborien- und einem Altarretabel. Er wurde von dem Bildhauer Joseph Gasser entworfen und teilweise gefertigt. Der Baldachin hat die Form zweier sich kreuzender Giebeldächer, über deren Durchschneidungspunkt eine Fialenbekrönung sich erhebt. Im Zentrum der Fiale steht eine rund 1,8 Meter hohe Heilands-Figur, umgeben von vier auf kleinen Säulen ruhenden Engelsfiguren mit den Leidenswerkzeugen. In den Eckfialen des Baldachin, der von vier runden Säulen aus rotem sächsischen Granit getragen wird, stehen vier kleinere Heiligenfiguren. Der Baldachin ist sowohl innen als auch außen an der Giebelfläche bemalt. Die vorder Giebelfläche ist eine Widmung von Papst Pius IX. und wurde in Rom gefertigt. der Altartisch ist aus Laaser Marmor gefertigt und wird von sechs Säulen aus ägyptischen Alabaster gestützt. Auf dem Altartisch aufgesetzt ist das rund vier Meter Retabulum aus vergoldeter Bronze und mit farbigen Emailbildern.
Bischofskapelle
Die Bischofskapelle, auch als Herz-Jesu-Kapelle bezeichnet, mit dem Herz-Jesu-Altar befindet sich an der rechten und der Empore zugewandten Schnittkante des Langhauses mit dem Querschiff. Die vier Fenstern sind den Heiligen Ambrosius von Mailand (Kirchenlehrer), Altmann von Passau (Gründer des Stiftes Göttweig), Klemens Maria Hofbauer (Stadtpatron von Wien) und dem Papst Pius II. gewidmet. Der Altar ist aus Laaser Marmor. Am Altartisch befinden sich an der Vorderseite drei Medaillons.
Rosenkranzkapelle
Die Rosenkranzkapelle an der rechten Ecke vom Presbyterium und Querhaus wurde früher als Prinzenkapelle bezeichnet. In dieser Kapelle war bis 1986 ein spätgotische Antwerpener Altar aufgestellt. Derzeit ist in dieser Kapelle die Tumba vom Grafen Niklas von Salm aufgestellt. Dieses Grabmal stiftete Kaiser Ferdinand I. aus Dankbarkeit, weil Salm als Befehlshaber des österreichischen Heeres 1529 Wien erfolgreich gegen die Türken verteidigte.
Kreuzkapelle
Die Kreuzkapelle, ehemals als Kaiserkapelle bezeichnet, an der linken Ecke vom Presbyterium und Querhaus ist nach dem Kreuzaltar benannt. Die Wandmalereien haben als Thema die Verehrung der Eucharistie. Von den beiden Fenster ist das rechte dem Kriegsdienstverweiger Franz Jägerstätter und das linke dem Spanier Johannes von Gott gewidmet.
Taufkapelle
Die Taufkapelle befindet sich in der linken Ecke vom Lang- und Querhaus. Darin ist ein achteckiger Taufstein aus ägyptischen Marmor (Alabaster) aufgestellt. Die Säulen sind mit den Statuen der heiligen Märtyrer Katharina von Alexandrien, Laurentius von Rom, Barbara von Nikomedien und Stephanus geschmückt. Ursprünglich war in dieser Kapelle die Tumba des Grafen Niklas Salm aufgestellt.
Antwerpener Altar
Die Votivkirche besitzt einen der berühmten Antwerpener Altäre (Retabeln), der in dem als Museum eingerichteten ehemaligen Hoforatorium ausgestellt ist und besichtigt werden kann. Diese flämische Holzschnitzarbeit aus der Mitte bzw. 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts mit originaler Polychromie stellt Passionsszenen dar.
Fenster
Ursprünglich gab es 78 bemalte Glasfenster mit meist figurenreichen Darstellungen. Die Entwürfe dazu stammen unter anderem von Joseph von Führich, Edward von Steinle, Ferdinand Laufberger und anderen bedeutenden österreichischen Malern. In der Mehrzahl wurden die bemalten Glasfenstern von der Glasmalerei Geyling in Wien und der Glasmalereianstalt Neuhauser in Innsbruck angefertigt. In Summe wurde für die Glasmalerei ein Betrag von 225.000 Gulden aufgewendet, wobei meist Adelige und Geistliche die einzelnen Glasfenster spendeten.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Votivkirche_(Wien)" der
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Johann Strauss
Wohnung
W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
 
 
MuTh Konzertsaal
Es entsteht ein spannender Ort der Begegnung von Musik und Theater mit Fokus auf jungen Menschen mitten in Wien. Die neue Bühne ist top-ausgestattet und der Zuschauerraum bietet Platz für 413 Gäste. Die Bühne ist 12 x 9 Meter groß, hat einen optimal konzipierten Orchestergraben und die beste Akustik der Stadt.
Der Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
Möge die Architektur dazu beitragen, dass dieses neue Musik- und Theaterzentrum seine positive Strahlkraft weit über die Grenzen Wiens entfalten wird.
Die Wiener Sängerknaben sind ein weltbekannter Knabenchor und eine Institution des Wiener Musiklebens, bestehend aus vier Einzelchören.
Am Augartenspitz 1 (Ecke Castellezgasse), 1020 Wien
Telefon: +43 1 347 80 80
www.muth.at
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Odeon Theater
Das Odeon wurde 1988 von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits als Spielstätte für ihr Serapions Ensemble gegründet. Der Theatersaal war ursprünglich der große Saal der Börse für landwirtschaftliche Produkte.
In Anlehnung an das griechische Odeion, das ein überdachter, freier Platz für Tanz- und Musikaufführungen war, wurde der Saal Odeon genannt.
Dem Serapions Ensemble liegt die Idee der Zusammenführung und der freien Entfaltung der Künste zugrunde – seine Arbeiten haben einen ganz besonderen, unvergesslichen Reiz, der sich aus der Verbindung von Musiktheater, Tanz, Schauspiel und bildender Kunst ergibt. Es arbeitet vor allem mit visuellen Mitteln und ist daher universell verständlich; Musik und Wort begleiten das Geschehen auf der Bühne.
Taborstrasse 10, 1020 Wien
Telefon: +43-(0)1- 216 51 27
www.odeon-theater.at
 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.
steinedererinnerung.net
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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