Wiener Wasserversorgung
I. und II. Wiener Hochquellenwasserleitung
Baubeginn 1870
Der Goldene Brunnen beim Hochstrahlbrunnen wurde anlässlich der Verlegung des
dreimillionsten Rohrmeters in Netz der Wiener Wasserversorgung im Jahr 1988 aufgestellt.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Maderbacher
Die Wiener Wasserversorgung wird durch zwei Hochquellenwasserleitungen sowie verschiedene Grundwasserspender gewährleistet, die in Ausnahmefällen in das Leitungssystem eingebunden werden. Insgesamt können damit täglich bis zu
589.000 m³ Trinkwasser in die österreichische Bundeshauptstadt geleitet werden.
Schneeberg (Niederösterreich), Wasserschutzgebiet der Wiener Wasserleitung.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Karl Gruber
"Kläfferquelle" bei Wildalpen, Steiermark. Ergiebigste Karstquelle Mitteleuropas.
Auch: Kläfferbrünnequelle genannt. Diese Quelle im Tal der Salza ist mit einem 90m langen
Stollen im Berg gefaßt und über eine Wasserleitung mit den Wiener Wasserwerken verbunden.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / GuentherZ
Der durchschnittliche Tagesverbrauch liegt bei 367.917 m³ Trinkwasser, das entspricht etwa 221 Liter pro Einwohner (Stand 2010). Der höchste Tagesverbrauch betrug im Jahr 2010 506.980 m³, der niedrigste 298.850 m³. Das Rohrnetz in der Stadt hat eine Länge von rund 3.023 km (2010) und versorgt rund 100.000 Häuser in Wien. Betreiber der gesamten Wasserversorgung ist die Magistratsabteilung 31 (Wiener Wasserwerke) der Gemeinde Wien, die für Betrieb und Instandhaltung zuständig ist. Verbrauchtes Wasser wird durch die Wiener Kanalisation abgeleitet.
Der Weg des Wiener Wassers von den Alpen in die Stadt.
© Wiener Wasser (Magistratsabteilung 31)
Im Jahr 1804 wurden erstmals auch die damaligen Vorstädte dank der Albertinischen Wasserleitung von Hütteldorf aus mit Wasser versorgt, die unter Albert von Sachsen-Teschen erbaut wurde. Zwischen 1835 und 1841 schließlich wurde das erste flächendeckende Wasserleitungssystem Wiens gebaut: Die Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung, welche täglich 20.000 m³ filtriertes Donauwasser in die Stadt brachte. Das Wachstum der Stadt überforderte dieses System schon bald – pro Tag waren nur etwa vier bis fünf Liter für jeden Bewohner möglich. Da das Wasser aus dem nahegelegenen Donaukanal entnommen wurde, war das Wasser nicht viel reiner als das aus den Hausbrunnen.
Das Maschinenhaus der Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung; 1859.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) 
Als 1861 bereits die siebenfache Menge dessen notwendig war, was die Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung lieferte, kam es zu einer öffentlichen Ausschreibung in der Wiener Zeitung für ein neues Wasserversorgungssystem. Es gewann das Projekt des Wiener Geologen und Gemeinderats Eduard Suess und seines Mitarbeiters Carl Junker, welches eine 120 km lange Fernleitung, Wasserspeicher, und ein Verteilungssystem beinhaltete.
Quellgebiet Raxalpe.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Tsui
Die Bauarbeiten begannen 1870. Nur drei Jahre später wurde die vom niederösterreichischen Rax-Schneeberg-Gebiet entlang der Thermenlinie nach Wien führende I. Wiener Hochquellenwasserleitung fertiggestellt und anlässlich der Weltausstellung am 24. Oktober 1873 als Europas größte Wasserleitung von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet. Zur Erinnerung an dieses Bauwerk wurde in Wien der Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz errichtet.
Hochstrahlbrunnen mit sowjetischem Ehrenmal in Wien, Schwarzenbergplatz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / SchiDD
Der Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Haeferl
Gleichzeitig wurden die Hochbehälter am Rosenhügel, auf der Schmelz, am Wienerberg und am Laaerberg gebaut. Bereits 1888 waren 90 % der Wohnhäuser des damaligen Wien an das Netz angeschlossen, womit der Großteil der etwa 900.000 Einwohner mit sauberem Trinkwasser versorgt werden konnte.
Rohrkanal der I. Hochquellwasserleitung im Bereich Schneeberg.
Das Bild zeigt drei Arbeiter in einem der Kanalanlagen, 1950-1960.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Durch die rasante Stadtentwicklung reichte das von der ersten Hochquellenleitung gelieferte Wasser bald nicht mehr aus. Deshalb wurde bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts unter Bürgermeister Karl Lueger die II. Wiener Hochquellenwasserleitung errichtet. Diese wird von Quellen im Hochschwabgebiet gespeist und wurde 1910 ebenfalls von Kaiser Franz Joseph eröffnet.
Reservoir Lainz; Überblick während des Baues; 1936.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Seit 1966 existieren die Tiefbrunnen in der Lobau, auf welche in Sonderfällen oder bei außergewöhnlich hohem Wasserverbrauch zurückgegriffen wird. Das Wasser ist Uferfiltrat der Donau, welches durch die lange Fließzeit im Untergrund etwas härter als Quellwasser ist.Etwa dreißig Hochbehälter versorgen die Stadt, die in verschiedene Druckzonen eingeteilt ist, mit Trinkwasser. 95 % der Haushalte werden aufgrund der Gravitationsenergie – also ohne Pumpe versorgt.
Der heute denkmalgeschützte Wasserturm in Favoriten wurde von Franz Borkowitz
entworfen und in den Jahren 1898 bis 1899 errichtet..
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Thomas Ledl
Nur wenige Druckzonen müssen mit Pumpen versorgt werden, so beispielsweise der Wohnpark Alt-Erlaa oder der Millennium Tower, welche hauseigene Pumpen besitzen. Markante Hochbehälter sind der mittlerweile stillgelegte Wasserturm Favoriten am Wienerberg oder auch der Wasserbehälter Bisamberg, dessen Fassade vom Bildhauer Gottfried Kumpf gestaltet wurde. Durch die vielen Behälter können die Tagesspitzen abgedeckt werden.
I. Hochquellwasserleitung; Das Bild zeigt zwei Herrn bei Entnahme von Proben:
"Schon draußen auf der Strecke, viele Stunden bevor das Wasser der zwei Hochquelleitungen
Wien erreicht, wird es untersucht. Mit vollkommen keimfrei gemachten Flaschen - die sich
erst unter Wasser öffnen und mit einer Vorrichtung zum Verschließen unter Wasser
ausgestattet sind - werden der Leitung die Proben entnommen.", 1950-1960.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Durch die Lage der Quellen im reinen Karstgebiet ist die Durchflussgeschwindigkeit durch den Boden meist sehr hoch. Da das Wasser durch den Kalkstock nach 8 bis
10 Stunden bereits wieder aus der Quelle fließt, ist die Reinigungswirkung nicht sehr stark. Das Quellgebiet in den Voralpen wurde aber bereits 1965 in einer Größe von
600 km² als Wasserschutzgebiet deklariert, wodurch das Wasser der beiden Hochquellenwasserleitungen auch heute, trotz veränderter Umweltbedingungen, so sauber ist, dass es nicht aufbereitet werden muss.
Reservoir: Überprüfung der Trinkwasserqualität mit Messgeräten; 1955.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Wiener Wasserwerke arbeiten eng mit der Forstverwaltung der Stadt Wien zusammen, um zielgerichtete Aufforstungen zur vermehrten Bildung von Humus zu betreiben, der in der Lage ist, das Wasser zu speichern und zu reinigen. Zudem hat sich die Stadt Wien auch an einer fachgerechten Wasserentsorgung der in dem Gebiet liegenden Schutzhütten beteiligt. Durch den kurzen Aufenthalt des Wassers im Boden ist es mit 7–9 deutschen Härtegraden (dH) eher weich. Wasser aus dem Wasserwerk Lobau hat eine Gesamthärte von rund 18 dH. Die Wasserhärte schwankt in allen Bezirken zwischen 6 und 11 (in manchen bis 14 dH).
I. Wiener Hochquellenleitung
Tafel über Wasserschutzgebiet
 der I. Wiener Hochquellenwasserleitung bei Naßwald in Niederösterreich.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / GuentherZ
Zum Zeitpunkt der offiziellen Eröffnung der Wiener Kaiser-Franz-Josefs-Hochquellenleitung betrug die Leitungslänge 94,75 Kilometer. Davon entfielen
89,09 Kilometer auf den Abschnitt Kaiserbrunn–Ternitz–Rosenhügel und auf die Strecke von der Stixensteiner Quelle nach Ternitz zur Einmündung in den Leitungskanal 6,2 Kilometer. Durch die späteren Zubauten verlängerte sich die
Länge der I. Wiener Hochquellenleitung auf rund 112 Kilometer.
Schneeberg: Das Bild zeigt den Stollendurchbruch für die Wiener Wasserleitung; 1965.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die I. Wiener Hochquellenleitung, zu ihrer Zeit Kaiser-Franz-Josef-Hochquellenleitung genannt, ist ein Teil der Wiener Wasserversorgung und war die erste Versorgung von Wien mit einwandfreiem Trinkwasser. Nach vierjähriger Bauzeit wurde die 95 Kilometer lange Leitung am 24. Oktober 1873 eröffnet. Heute liefert sie rund 62 Millionen Kubikmeter pro Jahr (53 Prozent der Gesamtmenge des Wiener Trinkwassers, 2007). Es bestehen auch mit mehreren Gemeinden, die von der Wasserleitung durchquert werden, Wasser-Abnahmeverträge. Gewonnen wird das Hochquellwasser aus Quellen im Rax- und Schneeberggebiet im südlichen Niederösterreich und in der Steiermark.
Wien 23, Mauer. Motiv mit Bogen der ersten Wiener Hochquellwasserleitung; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Stixensteinquelle in der Nähe von Burg Stixenstein bei Sieding (Gemeinde Ternitz) befand sich so wie das Schloss im Besitz des Grafen Ernst Karl von Hoyos-Sprinzenstein (1830–1903). Dieser beantwortete die Bitte der Stadt Wien, die Quelle zu verkaufen, am 27. Juli 1864 mit der schriftlichen Mitteilung, dass er diese der Stadt schenke. Die Quellfassung steht unter Denkmalschutz.
Wasserschloss der Stixensteinquelle.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / GuentherZ
Nach dem Gemeinderatsbeschluss vom 12. Juli 1864 bat eine Deputation in einer Audienz Kaiser Franz Joseph I., die Überlassung des dem Finanzärar gehörenden Kaiserbrunnens bei Kaiserbrunn am Schneeberg, heute Gemeinde Reichenau an der Rax, an die Stadt Wien allergnädigst zu genehmigen. Beantwortet wurde diese Bitte am 1. Mai 1865 anlässlich der Eröffnung der Wiener Ringstraße durch den Kaiser, als er diese in seiner Ansprache der Stadt zum Geschenk machte. Der Kaiserbrunnen entspringt einem Kluft- und Höhlensystem und wurde 2004 mit 36 m Länge neu kartiert (Katasternummer 1854/10). Das Einzugsgebiet könnte sich mit dem der Fuchspaßquelle überschneiden. Die Quellfassung steht unter Denkmalschutz.
Aquädukt Baden der I. Wiener Hochquellenwasserleitung.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Haeferl
Der offizielle Baubeginn war der 21. April 1870, als Kaiser Franz Joseph I. auf dem Gelände des Wasserbehälters Rosenhügel geruhte, den ersten Spatenstich vorzunehmen. Tatsächlich hatten die Arbeiten bereits am 6. Dezember 1869 mit der ersten Sprengung für die Errichtung des Stollens im Höllental begonnen.
Aquädukt Mauer der I. Wiener Hochquellenwasserleitung.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Neospephotus
Verteilt über den Verlauf der I. Hochquellenleitung mussten zahlreiche Stollen errichtet werden. Um die Stixensteinquelle an die I. Hochquellenleitung anschließen zu können, war zwischen der Stixensteiner Quelle und Ternitz der Bau von zwei weiteren Stollen notwendig. In jüngerer Zeit (1965–1968) wurde zunächst der Schneealpenstollen mit einer Länge von 9.680 Metern zur Einleitung der Sieben Quellen errichtet.
Aquädukt Liesing der I. Wiener Hochquellenwasserleitung.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Anna Saini
Mit dem Bau des Lärchsteinstollens (2,6 km Länge) und des Wetterinstollens (8,1 km Länge) konnte überdies 1986 die Pfannbauernquelle aus dem Hochschwabgebiet, dem Quellgebiet der II. Hochquellenleitung, in die I. Hochquellenleitung eingeleitet werden. Entlang der I. Hochquellenleitung wurden 30 Aquädukte und sonstige Talquerungen errichtet, die heute alle unter Denkmalschutz stehen.
Im Behälter am Rosenhügel (Inhalt 130.000 m³).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Johannes Tögel
In Wien wurden zunächst neben dem Wasserbehälter auf dem Rosenhügel noch die Wasserbehälter Schmelz und Wienerberg errichtet, die ab dem 1. September 1873 erstmals geflutet wurden. Der Trinkwasserbehälter Laaerberg wurde nachträglich eingeplant und erbaut. Der Behälter Rosenhügel war damals der höchstgelegene Wasserbehälter der Stadt. Von hier aus wurde das Hochquellwasser auf die übrigen Behälter und von dort über die Stadt verteilt.
Die Alte Schieberkammer (errichtet 1873) des ehemaligen Wasserreservoirs auf der Schmelz.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Manfred Werner
Die Bauarbeiten an der Hochquellenleitung waren bis Ende August 1873 weitgehend abgeschlossen, sodass am 1. September der Trinkwasserbehälter Rosenhügel erstmals geflutet werden konnte. Die Reservoirs Schmelz und Wienerberg folgten. Krönender Höhepunkt der Eröffnungsfeier der I. Hochquellenleitung am 24. Oktober 1873 war die Inbetriebnahme des von Antonio Gabrielli finanzierten Hochstrahlbrunnens auf dem Schwarzenbergplatz durch Kaiser Franz Joseph I.
Der ehemalige Wasserbehälter Meiselmarkt während des Umbaues zum Shopping Center, 1993.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Robert Schediwy
Der Umstand, dass die Hochquellenleitung während der Wintermonate 1876/77 und 1877/78 leistungsmäßig stark hinter den in sie gesetzten Erwartungen zurückblieb, löste bei den zuständigen Stellen hektische Bemühungen aus, durch zusätzliche Einleitungen eine geregelte Versorgung der Stadt mit Trinkwasser herzustellen. Die Erschließung neuer Quellen wurde durch das Wasserrecht verzögert und gipfelte schließlich in der Errichtung der Zweiten Hochquellenleitung, die 1910 eröffnet wurde.
II. Wiener Hochquellenleitung
Einsteigturm 90 der II. Wiener Hochquellenwasserleitung in Kasten bei Böheimkirchen,
Niederösterreich. Reiten Verboten Schild neben dem Einsteigturm, 22. Feber 1906, BH Liezen.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Herzi Pinki
Die Streckenlänge vom Quellgebiet bis nach Wien beträgt 183 km.
Das Gefälle beträgt durchschnittlich rund 2,1 ‰, über weite Strecken jedoch
nur 0,22 ‰. Der Leitungskanal selbst besitzt durchschnittlich eine lichte
Breite von 192 cm und eine lichte Höhe von 208 cm.
Bau der zweiten Wiener Hochquellwasserleitung, 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die II. Wiener Hochquellenleitung (ursprünglich: II. Kaiser-Franz-Josef-Hochquellenleitung) wurde bis 1910 zur Verstärkung der I. Wiener Hochquellenleitung errichtet und bringt Trinkwasser aus dem Hochschwabgebiet in der Steiermark nach Wien. Neben den Planungen, die I. Wiener Hochquellenleitung mit zusätzlichem Quellwasser zu versorgen und den Wassermangel in Wien dadurch zu beheben, wurde auch die Möglichkeit der Errichtung eines Grundwasserwerks für die Gewinnung von Nutzwasser im Raum Wien untersucht. Diese Bemühungen wurden aber 1896 eingestellt. Weiters wurden Studien über eine zweite Hochquellenleitung angestellt. Mögliche Quellgebiete suchte man in Niederösterreich in den Einzugsgebieten der Traisen, der Ybbs und der Erlauf, in der Steiermark wurden die Enns und die Salza erforscht und in Oberösterreich der Oberlauf der Steyr.
Bau der zweiten Wiener Hochquellwasserleitung, 1908.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Bereits bei der ersten Kaiser-Franz-Josef-Hochquellwasserleitung hatte es sich bewährt, nicht nur die Quellen und die Wasserrechte zu erwerben, sondern auch die zugehörigen Einzugs- und Niederschlagsgebiete, um beim Quellschutz nicht auf die Zusammenarbeit und das Wohlwollen der Grundbesitzer angewiesen zu sein. Der erste derartige Kaufvertrag wurde zwischen der Stadt Wien und dem Benediktinerstift Admont am 1. Mai 1899 geschlossen und am 5. Mai des gleichen Jahres vom Gemeinderat der Stadt Wien genehmigt. Thema des Vertrags war der Erwerb des Siebenseegebiets bei Wildalpen (Rollersee, Lindnersee, Kesselsee, Hartlsee, … samt zahlreichen wasserreichen Quelladern).
Wildalpen in der Steiermark.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Kasper Antonín - Tonek
Drei in Brunngraben, Weichselboden und Wildalpen erworbene Grundstücke waren so ausgedehnt, dass sie Eigenjagden bildeten. Zu übernehmen hatte die Stadt Wien aber auch die Erhaltung von drei Ortswasserleitungen in Wildalpen und eine in Weichselboden. Der im Salzatal gelegene Grundbesitz wurde zunächst weiterhin von den Organen des Ärars und des Stiftes Sankt Lambrecht gegen Kostenersatz verwaltet. Nach dem Aufbau einer eigenen Forstverwaltung mit Sitz in Weichselboden übernahm die Stadt Wien diese Aufgabe selbst.
Betriebsgebäude Kläfferquelle.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Szojak (talk)
Die Fassung der Brunngrabenquelle auf dem Gemeindegebiet von Gußwerk (bis zur Änderung des Gemeindenamens 1908: Aschbach) sowie deren Anschluss an die II. Wiener Hochquellenleitung wurde 1919 fertiggestellt. Die Mindesttagesschüttung beträgt etwa 21.600 m³ Wasser täglich. Die Höllbachquelle liegt in der sogenannten „Vorderen Hölle“, einem Tal zwischen den Zeller Staritzen, dem Ringkamp und dem Mieskogel. Die Mindesttagesschüttung beträgt etwa 25.600 m³ täglich. Fertig angeschlossen an die II. Wiener Hochquellenleitung wurde sie 1912.
Aquädukt I in Wildalpen der II. Wiener Hochquellenwasserleitung.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Andreas E. Neuhold
Die rund 13 km von Wildalpen entfernte Kläfferquelle im Salzatal ist die ergiebigste Quelle der Wiener Wasserwerke und eine der größten Karstquellen Mitteleuropas. Die mittlere Quellschüttung beträgt rund 4790 l/s, zur Zeit der Schneeschmelze beträgt sie rund 10.000 Liter Wasser pro Sekunde. Die tägliche Mindestschüttung beträgt etwa 54.000 m³. Um die Quelle zu fassen, wurde ein Stollen etwa 90 Meter tief in den Berg getrieben. Die Seisensteinquelle entspringt am Fuß des 1306 Meter hohen Seisensteins. Die Einleitung der Quelle mit einer Mindesttagesschüttung von 8.000 bis 10.000 m³ Quellwasser, wofür schon seit 1906 die wasserrechtliche Genehmigung vorlag, erfolgte aus Anlass des wasserarmen Winters 1928/1929. Sie war die erste Quelle der II. Wiener Hochquellenleitung, die künstlich gehoben werden musste.
 
Das Eichgrabenaquädukt in Eichgraben, Niederösterreich, steht unter Denkmalschutz.
Es ist Teil der II. Wiener Hochquellenwasserleitung..
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Herzi Pinki
Um die Streckenlänge kurz zu halten, mussten zahlreiche Wasserscheidestollen von einem Tal ins nächste errichtet werden. Durch weitgehendes Ausfahren von Tälern und Gräben bemühten sich die Planer, Aquädukte und Rohrbrücken wegen der hohen Bau- und Erhaltungskosten in Zahl und Größe so gering als möglich zu halten. Errichtet wurden schließlich 100 dieser Bauten, nur wenige davon sind länger als 100 Meter und keiner davon ist höher als 24 Meter. Der längste dieser 100 Aquädukte ist die Luegerbrücke im Scheibbser Ortsteil Neubruck.
Hagenbachaquädukt der II. Wiener Hochquellenwasserleitung.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / HermannSchachner
Eigentlich sollte das Jeßnitztal bei St. Anton an der Jeßnitz mittels eines Siphons unterirdisch gequert werden. Auf Bitten des Besitzers der nahe gelegenen Gummibänderfabrik Piwonka, der mit Karl Lueger befreundet war, wurde schließlich doch die 271 m lange und 22 m hohe Luegerbrücke mit einem 30 m weiten Mittelbogen errichtet. Aquädukt Pfalzau bei Pressbaum Aquädukt Reisingergraben / Dorotheerwald in Kalksburg (Wien-Liesing).
Wolkersbergaquädukt der II. Wiener Hochquellenwasserleitung.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Henry Kellner
So wie die Aquädukte an der I. Wiener Hochquellenleitung sind auch alle der II. Wiener Hochquellenleitung denkmalgeschützt. Am 8. Juni 1912 beschloss der Gemeinderat von Wien, da die Arbeitskräfte noch zur Verfügung standen, die Brunngrabenquelle sofort einzuleiten. Bei dieser Quelle handelte es sich um die letzte große Quelle, die ohne technische Hilfsmittel dem Leitungskanal zugeführt werden konnte.
Luegeraquädukt bei St. Anton/Jessnitz und Scheibbs.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Calauer
Fertiggestellt wurden diese Arbeiten erst 1923. Später wurde der bei der Kläfferquelle erfolgende Anschluss an den Leitungskanal so umgestaltet, dass das Wasser der Brunngrabenquelle und der Höllbachquelle erst nach der Kläfferquelle in den ursprünglichen Leitungskanal eingeleitet wurde. Dadurch wurde ein Ableiten des Wassers der Kläfferquelle, sollte es durch starken Regen getrübt sein, ermöglicht, ohne auch das Trinkwasser der beiden anderen Quellen zu verlieren.
Hackenbergreservoir in Wien Döbling von der Krottenbachstraße gesehen; um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das künftige höhere Trinkwasserangebot, welches nun auch höher gelegene Gebiete der Stadt aus eigener Kraft erreichen konnte und die damit verbundenen Änderungen des Wasserdrucks, machte Änderungen im Rohrleitungsnetz ebenso notwendig wie es den Bau zusätzlicher Wasserbehälter zur Speicherung des Wassers und zum Ausgleich von Verbrauchsspitzen ermöglichte.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Wiener_Wasserversorgung" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
 
 
  Österreich Serien
    Hohe Warte ZAMG
    Sonnblick Observat.
    Conrad Observat.
    Historische Erdbeben
    Hist. Hochwässer
    Die Garten Tulln
    AKW Zwentendorf
    Kölnbreinsperre
    Kraftwerk Kaprun
    Kraftwerk Freudenau
    Arlbergtunnel
    Hochalpenstrasse
    Westautobahn
    Europabrücke
    Eisenbahnmuseum
    Wiener Bahnhöfe
    Die Tauernbahn
    Die Semmeringbahn
    Kanalisation Wien
    Wasserversorgung
    Demografie Wien
  Naturräume
    Wienerwald
    Lainzer Tiergarten
    Neusiedler See
    Die Donau
    Donauauen
    Semmering
    Bad Gastein
  Filmstadt Wien
    Die ersten Studios
    Rosenhügel Studios
    Sodom u. Gomorrha
    Der dritte Mann
    James Bond
    Die drei Musketiere
  Traditionsbetriebe
    Ankerbrotfabrik
    Julius Meinl
    Manner Süßwaren
    Ottakringer Brauerei
    Wienerberger AG
    Bösendorfer
    LOFAG
  Typisch Wien
    Der Wiener Dialekt
    Der Wiener Fiaker
    Wiener Lieder
    Würstelbuden
  Wirtschaft und Technik
    Austromir 1991
    Techn. Museum
    Eisenbahn Geschichte
    Der "Blaue Blitz"
    Stadtbahn Wien
    Luftfahrt Geschichte
    Austrian Airlines
    Flughafen Wr. Neustadt
    Flugfeld Aspern
    Autoindustrie
    Marcus-Wagen
    Donauschifffahrt
    Twin City Liner
    Tragflügelbootlinie
  Die Belle Époque
    Wien um 1900
    Die Ringstraße
    Ringstraßenpalais
    Heinrichhof
    Café Prückel
    Café Schwarzenberg
    Café Landtmann
    Hotel Imperial
    Hotel Bristol
    Grand Hotel
    Kursalon Hübner
 
 
 
 
 
Historischer Originalschauplatz
2000 Jahre Wiener Geschichte lebendig gemacht
ein Rundgang durch 1.300m2 Erlebnisfläche - humorvoll begleitet durch Tourguides - mit 5D Kino, Animatronic Shows, Musik und Spezialeffekten
Time Travel Vienna richtet sich an Menschen jedes Alters, an Einheimische und Touristen, an alle, die etwas über die Geschichte Wiens erfahren wollen. Die Shows dauern 50 Minuten, sind kompakt und spannend aufbereitet, humorvoll begleitet von Tourguides.
Habsburgergasse 10A, 1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 5321514
www.timetravel-vienna.at
 
 
 
 
Türkenbelagerung 1683
Die Hauptarmee der Osmanen traf am 13. Juli 1683 in Schwechat ein und am nächsten Tag wurde die Zeltstadt halbkreisförmig zwischen St. Marx und Oberdöbling errichtet. Die Prunkzelte Kara Mustafas standen auf der heutigen Schmelz.
Bild oben: Angriff der Türken von der Donau auf Leopoldstadt bei der Taborbrücke. Im Jahre 1683 publizierte Nicolaas Visscher II  eine Serie von 10 Drucken über die erfolglose  Belagerung Wiens durch die Türken im gleichen Jahre.
Am späten Nachmittag des 11. September wurde die Schlacht entschieden, als die Kavallerie, insbesondere die durch König Johann III. Sobieski geführte polnische Elitetruppe der Husaren (Hussaria) in einer Kavallerieattacke vom Berg herab ins feindliche Lager eindrang. Wien war gerettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Klostergeschichten.at
Geschichte, Informationen und Angebote über Klöster, Orden und Kirchen in Österreich
Klostergeschichten.at ist eine
private Internetplattform mit dem
Ziel über Kirche, Orden und Klöster
in Österreich zu informieren. Weiters
versucht Klostergeschichten.at
die Geschichte des Christentums in aktuellen und historischen Fotos,
sowie in der Kunst darzustellen.
 Orden, Klöster, Stifte u. Abteien; Ordensspitäler; Geschichte des Christentums; Kirchen in Österreich; Heilige und Selige; Fest- und Feiertage; Gebet und Kirche; Klostergeschichten; Mönchtum
Es werden keinerlei Geschäfte oder kommerzielle Nutzungen mit dieser Plattform lukriert bzw. getätigt. Die Ausrichtung des Mediums ist r.k.
klostergeschichten.at
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
© design by gaube 2016
design by gaube