9. Bezirk Alsergrund
Fläche: 2,99 km²
Einwohner: 42.709 (1. Jänner 2017)
Bevölkerungsdichte: 14.284 Einw./km²
Bezirksamt:   Wilhelm-Exner-Gasse 5, 1090 Wien
Grafik: WStLA
Hugo Gerald Ströhl schuf 1904 das Bezirkswappen, für das er die Vorstadtsiegel verwendete. Jenes von der Alservorstadt setzte er in die Mitte des Wappens, die restlichen gruppierte er kreisförmig herum. Michelbeuern, wurde 1991 aus Gründen der heraldischen Sauberkeit verändert. Vorher war auch in diesem Feld eine Elster.
Alservorstadt: Elster, auf einem Baum sitzend
Althangrund: nach links schreitender Hirsch, zwischen dem Geweih ein Kreuz
Himmelpfortgrund: Lamm mit Kreuzfahne
Lichtental: rechts und links ein Berg mit Haus, dazwischen ein Tal, darüber Sonne
Michelbeuern: silberne Flügel des Erzengels Michael
Roßau: Wiese mit Weiden
Thurygrund: Johannes der Täufer, auf der rechten Hand eine Kirche,
in der Linken ein Kreuzpanier, zu seinen Füßen ein Lamm
Karte der Alservorstadt um 1830 von Carl Graf Vasquez.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der Alsergrund ist der 9. Wiener Gemeindebezirk und liegt innerhalb des Gürtels, der an Stelle des ehemaligen Linienwalls angelegt wurde. Der Bezirksname wird mit Artikel verwendet; man wohnt nicht „in Alsergrund“, sondern „am Alsergrund“.
Wien 9, Schlickgasse; Durchblick vom Schlickplatz; um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der 9. Bezirk, Alsergrund, liegt im nördlichen Zentrum Wiens. Er ist 2,99 km² groß und damit der siebentkleinste Bezirk Wiens. Seine größte Nord-Süd-Ausdehnung erreicht der Bezirk mit 2,35 km von der Gürtelbrücke zur Universitätsstraße. Die größte Ost-West-Ausdehnung liegt zwischen Augartenbrücke und Zimmermannplatz (2 km).[3] Der Bezirk wird vom Hernalser und vom Währinger Gürtel sowie der Heiligenstädter Straße im Westen und Nordwesten, dem Donaukanal im Osten sowie dem Straßenzug Maria-Theresien-Straße–Universitätsstraße–Alser Straße im Süden begrenzt. Benachbarte Bezirke sind Döbling im Norden, Währing und Hernals im Westen sowie die Josefstadt und die Innere Stadt im Süden. Im Osten ist der Alsergrund durch den Donaukanal von der Brigittenau und der Leopoldstadt getrennt.
Wien 9, Währingerstraße 32; "Das Bäckerhäusl". Seit dem 15. Jh. im Besitz der
Bäckersfamilie Ländler, 1713 Pest-Kontumatshaus der Stadt Wien, 1866 bis zur
Demolierung 1905 zur Tabakregie gehörig; 1905.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die ursprüngliche Topografie des Bezirksgebietes ist durch die starke Verbauung heute nur noch eingeschränkt zu erkennen. Der größte Höhenunterschied befindet sich zwischen dem Bauernfeldplatz (163 Meter) und der U-Bahn-Station Michelbeuern (202 Meter). Bedeutend für die Formung des Gebietes waren die Donauarme. Neben dem Donaukanal (früher auch Wiener Arm genannt) durchfloss der Salzgriesarm das heutige Bezirksgebiet. Dieser zweigte ursprünglich in Nussdorf ab und durchfloss in etwa die heutige Linie Heiligenstädter Straße–Liechtensteinstraße–Salzgries, wo er wieder in den Donaukanal mündete. Zwischen dem Donaukanal und dem Salzgriesarm entstand der Obere Werd, eine Insel, die auch die Spittelau und die Rossau umfasste.
Wien 9, Nußdorferstraße 32; 1875 - 1877.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ab dem 13. Jahrhundert versandete der Donauarm immer mehr, sodass der Flusslauf 1750 nur noch aus einem seichten, schmalen Arm bestand, der schließlich zugeschüttet wurde. Die Uferkante ist heute noch durch den Geländeabfall zwischen der Nussdorfer Straße bzw. Währinger Straße und der Liechtensteinstraße erkennbar, der durch mehrere Stiegenanlagen (z. B. Strudlhofstiege) ausgeglichen wird. Prägend für den Bezirk waren auch die heute kanalisierten Wienerwaldbäche. Der markanteste war der Alserbach, der sich bei der heutigen Kreuzung Nussdorfer Straße / Alserbachstraße mit dem Währinger Bach vereinigte und oft für Überschwemmungen, insbesondere im Lichtental, sorgte. Durch den Althangrund verlief der in der Cottage entspringende Döblinger Bach.
Wien 9, Jüdischer Friedhof: Größere Gruppe von Grabsteinen, dazwischen Bäume; 1943.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die frühsten Ausgrabungen im Alsergrund stammen aus der Römerzeit, als der Limes durch den Bezirk führte. Zu den erhaltenen Überresten dieser Zeit zählen Reste der Straße, Grundmauern eines Limesturmes, Überreste der Lagervorstadt sowie einige Votivsteine und Altäre. Erste Besiedelungen erfolgten um das Jahr 800 durch bayrische Kolonisten, die mit St. Johann an der Als eine von mehreren stützpunktartig angelegten Kirchensiedlungen entlang des Limes gründeten. Ein weiterer früher Besiedelungspunkt befand sich im heutigen Bezirksteil Michelbeuern, wo ein Hof der Benediktinerabtei St. Michael zu Beuern erstmals 1072 urkundlich genannt wurde.
Wien 9, Salzergasse 36; Typischer Hof im Liechtental; 1911.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 9. Säulengasse 3; Hof; 1918.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Um St. Johann an der Als entwickelte sich im Hochmittelalter eine erste Siedlung (Siechenals), die über ein Hospital und eine Kirche auf einem Hügel rechts der Als verfügte. 1158 überantwortete Heinrich der II. Jasomirgott dem Schottenstift den Grundbesitz und das Pfarrrecht des Gebietes zwischen dem Tiefen Graben, der Kirche St. Johann und der Als bis zur Mündung in die Donau. Wichtigste Einnahmequelle des Gebietes war der Weinbau am sogenannten „Schottenpoint“. Auch am heutigen Donaukanal entwickelte sich ein kleines Fischerdorf, dessen Kirche 1255 als St. Johann im Werd erstmals genannt wurde. Am Schottenpoint ist des Weiteren 1239 das Maria-Magdalen-Kloster belegt, in nächster Nähe befand sich der Neuburgerhof (Klosterneuburger Hof) des Stifts Klosterneuburg.
Wien 9, Säulengasse 10. Kaiserwäscherhaus (Leibwäscherei Kaiserin Maria Theresias); 1905.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Neben dem Weinbau wurde auch Löss abgebaut und Ziegel erzeugt. Einer der Öfen löste 1276 einen Großbrand aus, der neben dem Fischerdorf auch die Stadt Wien vernichtete. Nur 150 Häuser der Stadt blieben verschont. Das Fischerdorf wurde in der Folge wiederaufgebaut, befand sich im 13. und 14. Jahrhundert in ständig wechselndem Besitz verschiedener Klöster. Die sogenannte Fischervorstadt verfügte jedoch immerhin über eine eigene Pfarrkirche. Die Bewohner lebten vor allem vom Fischfang. 1477 und 1485 war das heutige Bezirksgebiet vom Ungarnkönig Matthias Corvinus besetzt, der die Stadt Wien belagerte. 1486 konnte Matthias Corvinus schließlich in Wien einziehen.
Wien 9, Boltzmanngasse; Blick auf Waisenhaus und -kirche;
davor Durchbruch der Strudlhofgasse zur Währingerstraße; 1912.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als 1529 die Türken unter Süleyman II. Wien erreichten, wurden die äußeren Verteidigungsanlagen aufgegeben. Durch das in Brand stecken der Vorstädte sollte den Türken die Deckungsmöglichkeiten genommen werden, wobei der Maßnahme auf dem heutigen Bezirksgebiet das Maria-Magdalena-Kloster, der Klosterneuburger Hof, die Kirche St. Johann im Werd, sowie die Kirche und das Lazarett von Siechenals mit dem gleichnamigen Dorf zum Opfer fielen. Die ehemaligen Verteidigungsanlagen wurden 1538 abgebrochen und um die Stadt ein Glacis errichtet. Das Stadtumland wurde durch begradigte Straßenachsen neu erschlossen und auf dem ehemaligen Klosterareal Weingärten angelegt. Während der Ort Siechenals verödete, wurden das Lazarett und die Kirche wiedererrichtet. Am Donaukanal siedelten sich zudem Mitte des 16. Jahrhunderts Glashütten an. Durch die Erweiterung des Glacis musste unter anderem das Fischerdörfchen am Donaukanal abgebrochen werden.
Wien 9, Währingerstraße 2-4. Maria-Theresien-Hof. Gesamtansicht über den Maximiliansplatz
(heute Rooseveltplatz) leicht von rechts. Aufnahme von erhöhtem Standort; um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Der noch bestehende Aucharakter der Rossau wandelte sich im Zuge des 17. Jahrhunderts durch die Errichtung von Zweitwohnsitzen durch wohlhabende Bürger und Adelige sowie die Ansiedelung von Orden im Zuge der Gegenreformation zusehend. Die Besiedelung erfasste zunehmend auch andere Bezirksteile, jedoch war Mitte des 17. Jahrhunderts nur das Gebiet bis zum Unterlauf der Als aufgelockert verbaut. Immer bedeutender wurde der Alsergrund auch als Zentrum für Spitäler und Infektionshäuser. Das alte Lazarett im heutigen Arne-Carlsson-Park, dessen Vorgänger das Siechenhaus war, umfasste zwei Gebäude, in deren Mitte die Kirche lag. Grassierte keine Seuche, so wurde der Hof an Mieter vergeben.
Wien 9, Kolingasse; Durchblick von der Währingerstraße gegen die Rossauerkaserne; 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Als die Pest 1678 aus Ungarn eingeschleppt wurde, scheiterten jedoch alle Vorsichtsmaßnahmen. Bis zum Dezember 1679 wurden allein auf dem Bezirksgebiet etwa 64.000 Menschen begraben. Kurz darauf führte die 1683 erfolgte Zweite Wiener Türkenbelagerung erneut zur Vernichtung der Vorstädte, die von den Verteidigern in Brand gesetzt worden waren. Der daraufhin erfolgte Wiederaufbau führte Ende des 17. Jahrhunderts zur Errichtung der niederösterreichischen Landschaftsakademie, eines Soldatenspitals (später Altes AKH) und des Klosters der Trinitarier (Weißspanier). Gleichzeitig wurden die Vorstädte im Schutz des 1704 errichteten Linienwalls größer und großzügiger wieder aufgebaut
Wien 9, Währinger Linie; Linienamt und Linienkapelle II von erhöhtem Standort
gegen die Fuchsthallergasse; um 1890.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im 18. Jahrhundert kam es zu einem Bauboom, wobei Adelige ihre Palais auf den günstigen Gründen außerhalb der Stadtmauern insbesondere in der südlichen Alservorstadt errichteten. Der nördliche Alsergrund entwickelte sich weiter zu einem Zentrum der Heil- und Pflegeanstalten und in ließen die Grundherren Äcker parzellieren und von Handwerkern und Wirten mit Häusern bebauen. Auch Johann Adam Andreas Fürst von Liechtenstein errichtete in der Rossau ein großes Palais (das spätere Liechtenstein Museum) und begründete die Grundherrschaft Lichtental, die er ab 1699 verbauen ließ. Des Weiteren erwarb die Stadt Wien 1713 das Palais Althan mit zugehöriger Liegenschaft, die 1724 zur Besiedelung freigegeben wurde und sich zur Vorstadt Althangrund entwickelte. Auch eine Reihe von kirchlichen Gebäuden entstand im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts. Neben dem Spanischen Spital entstand die Kirche „Santa Maria de Mercede“ und die Lichtentaler Pfarrkirche während die Servitenkirche erneuert, die Peregrini-Kapelle zugebaut und das zerstörte Schwarzspanierkloster an anderer Stelle wiedererrichtet wurde.
Wien 9, Berggasse 43/41/39/37/35. Fassaden (Nr.41-43 = Polizeigebäude)
von rechts über den Donaukanal; nach 1904.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 9, Donaukanal. Aufnahme vom rechten Ufer kanalaufwärts gegen die
Stadtbahnhaltestelle Rossauerlände. Im Mittelpunkt das Polizeigebäude; 1903 - 1920.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Auch erste Manufakturen siedelten sich im 18. Jahrhundert in den Vorstädten an. So startete 1718 in der Rossau (Liechtensteinstraße 43) die erste Porzellanmanufaktur, 1754 kam in nächster Nähe eine Kattunfabrik hinzu. In Lichtental war die Weberei das zahlenmäßig wichtigste Gewerbe, während am Michelbeuern-, Himmelpfort- und dem nördlichen Thurygrund die größte Dichte an Ziegeleien in und um Wien herrschte. Zudem wurde der Alsergrund ein Zentrum der Seidenraupenzucht, während an der Als mehrere Mühlen bestanden. Unter Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II. wurden zudem einige wichtige Bauwerke wie die Alser Kaserne, die k.k. Gewehrfabrik, das k.k. Militär-Garnisons-Hauptspital und das Josephinum errichtet. Nach einem Besuch im Großarmenhaus verfügte Joseph II. 1783 zudem die Aufhebung der Einrichtung und eröffnete die Anlage 1784 als „Allgemeines Krankenspital“ (Altes AKH) wieder.
Wien 9, Garnisonsspital. Blick von erhöhtem Standort in der Sensengasse
über das Garnisonsspital in Richtung Narrenturm und Votivkirche; 1904.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Amtszeit von Joseph II. führte im Zuge der Josephinischen Reformen zudem zur Aufhebung des Schwarzspanierklosters und des Klosters der Trinitarier, das von den Minoriten übernommen wurde. Nach der Auflösung des Klosters der Himmelspförtnerinnen in der Inneren Stadt ging dessen Grundherrschaft in Staatseigentum über, wobei sich für das Gebiet später der Name Himmelpfortgrund einbürgerte. Auf der Grundherrschaft des Stifts Michaelbeuern entstand der Michelbeuerngrund. Die immer dichtere Verbauung des Gebietes führte jedoch auch zu gesteigerten Überschwemmungen, die im späten 18. Jahrhundert insbesondere die tieferliegenden Vorstädte Althangrund, Lichtental und Rossau heimsuchten.
Wien 9, Währingerstraße 25a. Zahnärztliches Institut der Universität:
Großer Operationsaal. Durchblick;um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nachdem in den Jahren 1805 bzw. 1809 Brände und ein Pestausbruch infolge der Besetzung französischer Truppen während der napoleonischen Kriege den Alsergrund heimgesucht hatten, erholten sich die Wirtschaftsbetriebe wie die Porzellanmanufakturen erst ab 1815 wieder. In die folgende Biedermeierzeit fiel unter anderem das Wirken des hier geborenen Franz Schubert sowie die Tanzveranstaltungen in den zahlreichen Gastwirtschaften des Lichtentals oder der Roßau, in denen unter anderen Joseph Lanner und Johann Strauss aufspielten.
Wien 9, Kinderspitalgasse 6; Kinderspital St. Anna. Frontalansicht von rechts; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zudem wurde in dieser Zeit Großprojekte wie das St. Anna Kinderspital und die Irrenheilanstalt auf dem Brünnlfeld verwirklicht. Zudem wurde die Als eingewölbt und der Michelbeuerngrund mit Häusern und Fabriken verbaut. Zur besseren Wasserversorgung erfolgte ab 1836 der Bau der Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung. Wirtschaftlich entwickelte sich die Rossau während des Biedermeiers zu einem der wichtigsten Zentren des Wagenbaus und der Sattler, in der Alservorstadt siedelten sich zahlreiche Buchdrucker und Schriftsetzer an. Doch auch in dieser Zeit blieb das Bezirksgebiet nicht von Katastrophen verschont. Im Winter 1829/30 forderte ein massiver Eisstoß in Donau und Donaukanal 25 Menschenleben im Bezirk.
Wien 9, Servitengasse; Peregrinimarkt; 1914.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Die Ausbeutung der Arbeiter in der Frühzeit der Industrialisierung führte zur Bildung zahlreicher Elendsviertel um Wien, zu denen an erster Stelle auch Lichtental und der Thurygrund gehörten. Nach massiven Preissteigerungen bei Lebensmitteln und dem Hungerwinter 1847/48 kam es zur bürgerlichen Märzrevolution und der darauffolgenden Wiener Oktober-Revolution, wobei die kaiserlichen Truppen insbesondere über den Alsergrund auf Wien vorrückten und die Kämpfe an der Nussdorfer Linie zu starken Schäden an Häusern in Lichtental und der Spittelau führten.
Wien 9, Brünnlbad; Ansicht schräg von links mit Blick die Lazarettgasse abwärts; 1892.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 9, Donaukanal; Blick vom rechten Ufer über die Friedensbrücke auf das
Unfallkrankenhaus gegen den Kahlen- und Leopoldsberg; 1932.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach dem Regierungsbeschluss zur Unterstellung von 34 Vorstädten unter den Wiener Gemeinderat, 1849, wurde die Eingemeindung de jure 1850 in Kraft gesetzt. Das bisher bereits dicht verbauten Gebiet zwischen Stadtmauer und Linienwall kam so zu Wien. Das heutige Bezirksgebiet entstand aus den bisherigen Vorstädten Althangrund, Himmelpfortgrund, Lichtental, Michelbeuern, Rossau und Thurygrund. Hinzu kam die Alservorstadt, die als größte Vorstadt dem neuen Bezirk zu seinem Namen verhalf, von der aber 1861 der Teil südlich der Alser Straße abgetrennt und zum heutigen 8. Bezirk geschlagen wurde.
Wien 9, Franz Josefs-Bahnhof; Stirnfront von links; 1930 - 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach der Abtrennung Margaretens vom 4. Bezirk, Wieden, 1861, wurde aus dem ursprünglichen 8. Bezirk der heutige 9. Bezirk, da die bisherigen Bezirke 5–8 in 6–9 umnummeriert wurden, um für Margareten die Nummer 5 freizumachen. Zur Zeit der Eingemeindung war das Alsergrunder Gebiet noch in sehr unterschiedlicher Dichte verbaut. Unverbauten Raum gab es insbesondere zwischen Spital- und Porzellangasse und in den Randgebieten wie der hochwasserbedrohten Zone am Donaukanal.
Wien 9, Nußdorferstraße 22; Menschen vor der Detailmarkthalle; 1917.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Durch die Zusammenfassung der sieben Vorstädte bildete sich ein sozialer Schmelztiegel, in dem die Bewohner des Ärzteviertels der Alservorstadt ebenso lebten wie die Ziegelarbeiter des Michelbeuerngrundes, die Strobler des Althangrundes, die Holzarbeiter der Rossau, die Wäschermädel des Himmelpfortgrunds, die Lichtentaler Handwerker oder die Thurygrunder Tagelöhner. Hinzu kamen die Slowaken des Krowotendörfels und die Juden der Rossau. Die Gründerzeit (etwa 1850 bis 1914) führte generell zu einer grundlegenden Veränderung der Bausubstanz, wobei während der Hochgründerzeit (1870 bis 1890) in der Nähe der neu angelegten Ringstraße zahlreiche Repräsentationsbauten wie Mietpalais und Nobelmietshäuser für die Oberschicht entstanden. Zum Gürtel hin bebaute man das Bezirksgebiet hingegen mit Miethäusern vom Bassenatyp.
Die Strudlhofstiege.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Welleschik
Wichtige Entwicklungsgebiete des neuen Bezirks waren die bisherigen Bauverbotszonen des Glacis und um den Linienwall. Am Rossauer Glacis wurde in den Jahren 1854–1859 auf 71 Bauplätzen zwischen Berggasse und Türkenstraße große Wohnhäuser wie das Palais Schlick und das Palais Festetics errichtet. Zudem entstand 1861 am Beginn der Währinger Straße das provisorische Parlamentsgebäude, 1856 erfolgte der Baubeginn für die Votivkirche. Ebenso fiel die Errichtung der Rossauer Kaserne und des Magistratischen Bezirksamtes in der Währinger Straße in diese Zeit.
Blick über den Alsergrund (Canisiuskirche und Spittelau).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Manfred Werner
Der Bezirk Alsergrund verfügt über zahlreiche Museen. Das Sigmund-Freud-Museum in der Berggasse 19 wurde in der ehemaligen Wohnung des bekannten Psychoanalytikers eingerichtet. Auch im Geburtshaus Franz Schuberts wurde ein Museum eingerichtet. Neben dem Leben des Komponisten widmet sich das Museum dem Schaffen von Adalbert Stifter. Das Lichtentaler Pfarrmuseum verfügt ebenfalls über eine Schubert-Gedenkstätte. Das Bezirksmuseum Alsergrund widmet sich der Geschichte des Bezirks und seiner berühmten Bewohner, im Hauptgebäude der Österreichischen Nationalbank befindet sich das Geldmuseum.
Volksoper Wien - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Volksoper von der Lustkandlgasse aus gesehen.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Bwag
Die lange Tradition des Gesundheitswesens am Alsergrund bescherte dem Bezirk zahlreiche Museen zu dieser Thematik. Neben dem Pathologisch-anatomischen Bundesmuseum (Narrenturm) befindet sich im Bezirk das Zahnärztliche Museum (Universitätszahnklinik), das Pharma- und Drogistenmuseum Wien, das Medizinhistorische Museum (Josephinum) und das Museum des Instituts für Gerichtliche Medizin. Darüber hinaus widmet sich ein Museum der Wagenbaufirma Lohner. 2015 wurde in der Müllnergasse das Strauss Museum eröffnet mit einer Dauerausstellung zur Familiengeschichte der Musikerdynastie Strauss.
Wien-Alsergrund, Sigmund-Freud-Park, Blick zum Hotel Regina.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Dguendel
Die größte Parkanlage des Bezirksgebietes ist der Sigmund-Freud-Park mit dem Votivpark, die durch eine Straße getrennt sind und zusammen rund 29.000 m² umfassen. Die Grünfläche wurde bereits nach der Errichtung der Votivkirche gestaltet. 1961 wurde der Park mit einer Tiefgarage versehen und der südöstliche Teil in Sigmund-Freud-Park umbenannt. Der zweitgrößte Park im Alsergrund ist der Arne-Karlsson-Park mit rund 12.500 m². Ursprünglich befand sich an der Stelle die Siedlung St. Johannes an der Als, der Park selbst wurde 1928 eröffnet. Etwa halb so groß ist der Liechtensteinpark um das Palais Liechtenstein. Der Park ist in Privatbesitz, jedoch zum Teil öffentlich zugänglich und verfügt über einen Kinderspielplatz. Weitere größere Parkanlagen befinden sich bei der Oesterreichischen Nationalbank (Ostarrichipark), im Bezirksteil Lichtental (Lichtentalerpark) sowie hinter der Roßauer Kaserne (Erwin-Ringel-Park). Zudem befinden sich einige „Beserlparks“ auf dem Bezirksgebiet.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Alsergrund" der
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Auch das ehemalige "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besaß einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wurde in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.
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