20. Bezirk Brigittenau
Fläche: 5,67 km²
Einwohner: 86.868 (1. Jänner 2017)
Bevölkerungsdichte: 15.321 Einw./km²
Bezirksamt:   Brigittaplatz 10, 1200 Wien
Grafik: WStLA
Das Wappen des 20. Bezirks ist zweigeteilt und zeigt die Wappen der zwei ehemaligen Gemeinden Brigittenau und Zwischenbrücken. Die obere Hälfte des Wappens ist in blau, die untere in silber gehalten.
Ein silberner Anker repräsentiert Brigittenau. Den Namen hat Brigittenau
von der 1650 hier erbauten Brigittakapelle.
Das Symbol des Heiligen Johannes Nepomuk steht für Zwischenbrücken. Der Name Zwischenbrücken entstand zur Zeit des Brückenbaus. Als die Brücken über den Fluss gebaut wurden, lag der Ort zwischen den Brücken.
Wien 20, Klosterneuburgerstraße. Blick gegen den Bahnhof der Straßenbahn;1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Brigittenau ist der 20. Wiener Gemeindebezirk. Sie entstand zu einem großen Teil auf durch die Wiener Donauregulierung 1868–1875 gewonnenem Neuland, worauf die Namen der wichtigsten Durchzugsstraßen, größtenteils nach Mitgliedern der Donauregulierungskommission benannt, zurückzuführen sind. Sie verfügt über kein markantes historisches Zentrum und war seit 1850 Teil des 2. Wiener Gemeindebezirks, der Leopoldstadt, bis sie im Jahr 1900 davon abgetrennt wurde. Nach dem Bau der Brigittakapelle (1645–1651) wurden die frühere Wolfsau, die Schottenau (eine Au gleichen Namens gab es im Besitz des Schottenstiftes auch im heutigen 9. Bezirk) und die Taborau (siehe Am Tabor) „Brigittenau“ genannt. Diesen Namen erhielt dann im Jahr 1900 auch der neue Bezirk, zu dem außerdem ein Teil des früheren Dorfes Zwischenbrücken gehört.
Wien 20, Jägerstraße; Durchblick; um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Brigittenau liegt nördlich des 2. Bezirks Leopoldstadt auf einer Insel zwischen dem Donaukanal und der Donau im nordöstlichen Zentrum des Wiener Stadtgebietes. Die mittlere Höhe des Bezirksgebietes beträgt 162,4 m ü. A. Das Gebiet wurde ursprünglich Unterer Werd (Werd, auch Werder = Insel im Fluss) genannt. Durch die Donauregulierung wurde der Charakter des Bezirksgebietes stark verändert. Die Auwaldbestände und Donaualtarme verschwanden nach und nach. Die Brigittenau umfasst eine Fläche von 5,67 km² bzw. 1,4 % der Wiener Stadtfläche. Damit liegt die Brigittenau im unteren Mittelfeld der Wiener Gemeindebezirke. Auf Grund seiner Lage entfallen rund 21 % des Bezirksgebietes auf Gewässer, der zweithöchste Wert in Wien. Das Ufergebiet des Donaukanals südlich der Friedensbrücke gehört zur Außenzone der UNESCO-Welterbestätte Historisches Zentrum von Wien. Während Grünflächen unterdurchschnittlich repräsentiert sind, gehört der Anteil der Verkehrsflächen zu den höchsten.
Wien 20, Friedrich-Engels-Platz. Blick auf die Wohnhausanlage der Gemeinde Wien; 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Brigittenau liegt am Westrand des Wiener Beckens. Der tiefere Untergrund des Wiener Beckens besteht in der Brigittenau aus Flyschgestein. Durch den Abbruch des Wiener Beckens liegt diese Schicht am Brigittenauer Spitz in nur 200 Meter Höhe, in Zwischenbrücken hingegen bereits in 2.000 Metern Tiefe. Während des Mittelmiozän (Badener Schicht) brach das Becken ein und es wurde in geringer Mächtigkeit Süßwasserablagerungen (Sande und Konglomerate) abgelagert. Von Osten lagerte das Meer Tonmergel, Sande und Algenkalke ab, deren Mächtigkeit nach Osten zunimmt. Im Sarmat (Obermiozän) entstand durch die Abschneidung des Meeres eine Brackwasserfauna und die Ablagerung von Tonmergel. Auch diese Schicht nimmt in ihrer Mächtigkeit von Westen nach Osten zu. Am Brigittenauer Spitz liegt sie 10 Meter unter der Oberfläche, bei Zwischenbrücken in 360 Metern Tiefe. Der immer mehr verlandende Süßwassersee bildete während des Pannon erneut Tegelablagerungen. Bedeckt wird das Gebiet der Brigittenau von quartären Ablagerungen, die eine Mächtigkeit von 10 bis 15 Metern erreichen. Seine unteren Schichten bestehen überwiegend aus Schottern mit Sand und Kieslagen.
Wien 20. Handelskai. Im Hintergrund Kahlenberg und Leopoldsberg; 1887.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Bereich zwischen Heiligenstädter Brücke, Franz-Josefs-Bahnhof, Augarten und Frachtenbahnhof ruhen darauf Lehme, lehmige Feinsande und lößähnliche Ablagerungen. Die Schotterablagerungen stammen aus den Erosionsprozessen der Eiszeiten (Pleistozän), die große Mengen Schotter anlandeten. Die Donau schnitt in diese Ablagerungen breite Terrassen ein, wobei sich die Brigittenau im Bereich der „Zone der rezenten Mäander“ befindet, die den nacheiszeitlichen Teil der Praterterrasse darstellt. Wechselnde Hochwässer und die immer wieder neue Verlegung der Donauarme und Bildung neuer Schotterbänke führten zu einer geringen Ablagerungshöhe von nur 10 bis 15 Metern. Oberhalb der Schotterablagerungen befinden sich graue und braune Auenböden.
Wien 20, Kinderfreibad; um 1932.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die ersten bekannten Besitzer dieses Gebiets waren im 11. Jahrhundert die Babenberger. Das Gebiet wurde um 1096 von Leopold III. an das von ihm gegründete Kloster St. Maria Nivenburg (das heutige Stift Klosterneuburg) verschenkt. Die Besitzer wechselten damals häufig, weil das Gebiet vom Stift oft verschenkt, verkauft und verpachtet wurde. Im 13. Jahrhundert wurde das Gebiet erstmals urkundlich in einer Chronik erwähnt. Die Wiener bezeichneten es als „Werd“ (= Insel). Die ersten Siedler waren Fischer, Jäger und Holzfäller. Später siedelten sich auch Gärtner und Wirte an. 1463/64 wurde die Schlagbrücke (im Bereich der heutigen Schwedenbrücke im 2. Bezirk) gebaut, dies war eine der ersten Brücken über den heutigen Donaukanal. Die erste urkundliche Erwähnung dieses Gebiets als Brigittenau erfolgte 1670, frühere Bezeichnungen waren neben Werd auch Schottenau und Wolfsau. Im Zuge der Ersten Wiener Türkenbelagerung im Jahr 1529 kam es zu schweren Kämpfen auf dem Gebiet der damaligen Donauinseln. 1532 lagerte in der Wolfsau jenes Heer, welches zur Abwehr eines erneuten türkischen Angriffs auf Wien aufgestellt worden war.
Wien 20, Nordwestbahnstraße. Blick vom Nordwestbahnhof gegen
Rauscherstraße und Nordwestbahnstraße; um 1925.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Teile desselben waren noch im selben Jahr an der Vernichtung der von Kasim Bey geführten Streifscharen beteiligt. Von 1536 bis 1540 wurden hier Baugründe an jene Bürger verschenkt, die während der Türkenbelagerung ihre Häuser verloren hatten. Während des Dreißigjährigen Krieges eroberte am 9. April 1645 das schwedische Heer unter Lennart Torstensson die Wolfsschanze. Kaiserliche Truppen eroberten das Gebiet in einer viertägigen Schlacht zurück. So entstand die Brigittasage, an die heute die Brigittakapelle erinnert. Nach dieser Heiligen wurde das Gebiet fortan auch Brigittenau genannt. Auch während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 waren die Wolfsschanze und der Bereich der heutigen Friedensbrücke heftig umkämpft, dabei wurde die Brigittakapelle teilweise zerstört, jedoch 1695 wieder aufgebaut.
Wien 20, Brigittaspitz. Ansicht vom Eichelhof am Hang des Nussberge; vermutlich 1926.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Von 1688 bis 1698 wurde die Taborbrücke gebaut. Es entstand eine neue Durchzugsstraße „Zwischen den Brücken“ und es kam daher zur Verlegung der Wolfsbrücke Richtung stromabwärts. 1695 wurde die Brigittakapelle wiederaufgebaut. Das Hof- und Landjägeramt errichtete 1732 eine Fasanerie. 1796 wurde in der Nähe der Taborbrücke eine Johann von Nepomuk geweihte Kapelle errichtet. Erste Handwerksbetriebe siedelten sich um 1810 in der Brigittenau an, unter anderem eine Kunstblecherei, ein Dampfsägewerk und eine Feuerspritzenfabrik. 1828 wurde das seit 1834 als Vergnügungsstätte betriebene Colosseum erbaut.
Eisstoß 1929; Ansicht von Nussdorf aus.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Ein verheerender Eisstoß und eine große Überschwemmung sorgten im Jahr 1830 für enorme Schäden. 1843 eröffnete Carl Hör, der schon das bis 1842 betriebene Colosseum geführt hatte, den Erlustigungsort Universum, nach dem die heutige Universumstraße benannt ist. Nachdem die Kaiser Ferdinands-Nordbahn 1837 als erste Dampfeisenbahn des Kaisertums Österreich auf der Teilstrecke Floridsdorf–Deutsch-Wagram eröffnet worden war, überquerte sie ein Jahr später im Bereich der heutigen Brigittenau die Donau zum Nordbahnhof am späteren Praterstern.
Wien 20, Friedrich Engels-Platz. Gemeindebauten um den Kapaunplatz; um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In den Jahren 1840 bis 1842 fuhr die erste schienengebundene Pferdebahn Wiens entlang der heutigen Jägerstraße, vom Donaukanal kommend, zum Colosseum. Der verbliebene Auwald wurde 1846 gerodet, an seiner Stelle entstanden Gärtnereien (im Bereich der Vorgartenstraße im Norden des heutigen Bezirkes). Das Revolutionsjahr 1848 erschütterte auch Wien. Robert Blum, gebürtiger Kölner und Abgeordneter zur gesamtdeutschen Frankfurter Nationalversammlung, kam nach Wien, um hier die Demokraten gegen die Reaktionäre zu unterstützen. Nach der Niederschlagung des Wiener Oktoberaufstandes wurde er am 9. November 1848 im „Brigittawaldl“ durch das kaiserliche Militär standgerichtlich erschossen.
Wien 20, Wallensteinplatz. Überblick mit Straßenbahn; um 1910.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Jahr 1850 erfolgte die Eingemeindung der Wiener Vorstädte in die Stadt Wien. Darunter waren die Brigittenau, die ebenfalls zwischen Donau und Donaukanal gelegene Leopoldstadt sowie weitere Ortschaften, etwa das damals diesseits der Donau gelegene Kaisermühlen. Aus diesen Orten wurde der 2. Wiener Gemeindebezirk, Leopoldstadt, gebildet. Eine neuerliche große Überschwemmung im Jahr 1862 führte zur konkreten Planung der Wiener Donauregulierung: Baubeginn der umfassenden Regulierungsmaßnahmen war 1870, ebenso für den Bau des Nordwestbahnhofes an der Stelle nahe dem heutigen Tabor.
Wien 20, Allerheiligenplatz. Das Gebiet mit Janecek-Hof in Bildmitte von Südosten; um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1867 wurde mit dem Bau der Brigittakirche begonnen, die 1874 eingeweiht wurde. 1871 wurden die Nordwestbahnbrücke über die Donau und die Brigittabrücke (heute Friedensbrücke) über den Donaukanal errichtet, 1873 die Nordbahnbrücke über die Donau. Im gleichen Jahr wurde der Bau des Nordwestbahnhofes beendet. Um dem Bahnhof Platz zu machen, musste das beliebte Vergnügungsetablissement „Universum“ 1870 demoliert werden. Im Jahr 1874 wurde die über das noch ungenutzte neue Strombett führende Kaiser-Franz-Josephs-Brücke eingeweiht, an deren Stelle sich heute die Floridsdorfer Brücke befindet.
Wien 20, Hannovergasse. Marktbild, Blick gegen den Stand der Wiener Fleischbänke; um 1925.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
1875 wurde schließlich der Strom ins neue Bett umgeleitet; durch die Regulierung kam es zu großen Baulandgewinnen in der Brigittenau. Von 1883 bis 1884 wurde die Kaiser-Franz-Joseph-Regierungsjubiläumsbrücke (heute Heiligenstädter Brücke) über den Donaukanal errichtet. Die Dampftramway Wien–Stammersdorf wurde 1886 eröffnet. Die Strecke in dieses heute im 21. Bezirk gelegene Dorf führte durch die Jägerstraße, die Strom- und die Marchfeldstraße und über die Kaiser-Franz-Josephs-Brücke. 1897 fuhr die erste elektrische Straßenbahn in Wien.
Wien 20, Hannovergasse. Marktbild mit Obst- und Gemüseständen; um 1925.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Transversallinie (heute Linie 5) verband die Wiener Kopfbahnhöfe von Nord-, Nordwest-, Franz-Josephs- und Westbahn und führte, vom 2. Bezirk kommend, entlang des Augartens (Rauscherstraße) und der Wallensteinstraße durch den heutigen 20. Bezirk, sodann über die Brigittabrücke in den 9. Bezirk. Bei der Abzweigung des Donaukanals vom Hauptstrom der Donau hatte seit 1873 eine schwimmende Barriere, das sogenannte Sperrschiff, bei Bedarf den Wasserzustrom begrenzt. Von 1894 bis 1898 baute Otto Wagner stattdessen das Nussdorfer Wehr (mit der Schemerlbrücke) und daneben eine Kammerschleuse für die Schifffahrt. In der Brigittenau war in den Jahrzehnten um 1900 starker Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Es handelte sich um wenig prestigereiche und deshalb preisgünstige Wohnmöglichkeiten; die Brigittenau wurde zum Arbeiterbezirk.
Wien 20, Leystrasse 47-53; Ecke Stromstraße. Gemeindebau Gerlhof,
erbaut von Heinrich Ried. Aufnahme von rechts mit Nebenfront; 1932.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am 24. März 1900 kam es auf Wunsch Brigittenauer Politiker in der Ära des Bürgermeisters Karl Lueger zur Trennung der Brigittenau vom 2. Bezirk. Die Brigittenau wurde vom Gemeinderat zum 20. Wiener Gemeindebezirk erklärt; dies blieb bis zur Eingemeindung Floridsdorfs als 21. Bezirk, 1904/1905, die höchste Bezirksnummer. 1904/1905 wurde das Gebäude des Magistratischen Bezirksamts für den 20. Bezirk am Brigittaplatz gegenüber der Brigittakirche errichtet. 1905 wurde in der Meldemannstraße 27 von einem privaten Wohltätigkeitsverein ein Männerheim genanntes, für damalige Verhältnisse außergewöhnliches Obdachlosenheim eröffnet. Das Haus verfügte über Einzelkabinen für die Bewohner, Kantine, Speisesaal, Lesezimmer und Bäder und wurde im Eröffnungsjahr von Kaiser Franz Joseph I. besucht. Die Verwaltung des Hauses übernahm die Stadt Wien. Der junge Adolf Hitler wohnte hier vom 9. Februar 1910 bis Mai 1913, als er nach München übersiedelte.
Wien 20, Meldemannstraße 27. Kaiser Franz Joseph verlässt nach einer Besichtigung
das Männerheim, für damalige Verhältnisse ein außergewöhnliches Obdachlosenheim; 1905.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Am 7. Juli 1906 wurde Anton Karas im Haus Leystraße 46 geboren. 1948 wurde der Zitherspieler von Regisseur Carol Reed für die Musik zum Film Der dritte Mann engagiert und mit seinem Harry-Lime-Thema ab 1949 weltweit bekannt. Die Straßenbahn-Remise in der Wexstraße wurde 1907 in Betrieb genommen. Sie diente als Betriebsbahnhof für die damaligen Linien 3, 34 und V. 1910 wurde die Dampftramway nach Stammersdorf durch die elektrische Straßenbahn (Linie 31) ersetzt. Von 1911 bis 1985 bestand in der Forsthausgasse der vom Gaswerk Leopoldau aus versorgte Gasometer Brigittenau. Mit dem Umbau der Kaiser-Franz-Josephs-Brücke wurde 1912 begonnen.
Wien 20, Nordbahnbrücke. Standort am Brigittenauer Ufer, beim Aufgang zum Steg; 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Das nunmehr Floridsdorfer Brücke genannte Bauwerk wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg, 1922, eröffnet. In der Halle des Nordwestbahnhofs wurde 1913 während einer Kundgebung der sozialdemokratische Reichsratsabgeordnete Franz Schuhmeier von Paul Kunschak ermordet, dem Bruder des christlichsozialen Politikers Leopold Kunschak. 1914 wurde von Alexander Graf Kolowrat-Krakowsky die Sascha-Film gegründet, die anfangs in der Treustraße 76 produzierte. Vom privaten Verein zur Begründung und Errichtung eines Spitals im 20. Wiener Gemeindebezirk wurde in der Stromstraße 34 das Brigitta-Spital errichtet. Am 26. November 1927 wurde die weltweit erste Schihalle durch den damaligen Wiener Bürgermeister Karl Seitz in der Brigittenau eröffnet. Die „Schneepalast“ genannte Halle befand sich im ehemaligen Nordwestbahnhof und war 3.000 Quadratmeter groß.
Schneepalast in der Wiener Nordwestbahnhalle. Bau der Sprungschanze; 1927.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 2, Nordwestbahnhof. Die zum 'Schneepalast' adaptierte Nordwestbahnhalle:
Die Schiabfahrt im Aufblick. Seitlicher Treppelweg in der Blickachse.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die kommunale Wohnhausanlage Winarsky-Hof, an deren Planung ab 1921 bekannte Architekten wie Adolf Loos und Margarete Schütte-Lihotzky beteiligt waren, wurde 1924 ihrer Bestimmung übergeben. Die alte Brigittabrücke über den Donaukanal wurde durch die von 1924 bis 1926 errichtete Friedensbrücke ersetzt. 1926 erfolgte die Einrichtung des Unfallkrankenhauses in der Webergasse unter der Leitung von Lorenz Böhler. Die 1930 begonnene große Wohnhausanlage Friedrich-Engels-Platz bei der Floridsdorfer Brücke wurde 1932 fertiggestellt. 1934–1938 war die demokratische Entwicklung des Bezirks durch die „Ständestaat“ genannte und von Kritikern als Austrofaschismus bezeichnete Diktatur unterbrochen. Der Friedrich-Engels-Platz bei der Floridsdorfer Brücke wurde 1934 in Pater-Abel-Platz umbenannt; dies wurde nach 1945 rückgängig gemacht. Die 1938 folgende NS-Diktatur und der Zweite Weltkrieg hinterließen auch in der Brigittenau ihre Spuren. 1938 begann der Terror gegen jüdische Bürger, Vertreibung und Massenmord.
Wiener Flaktürme - Augarten Flakturm © ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Gefechtsturm Augarten
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Schule Karajangasse wurde zum ersten Sammellager, wo unter vielen anderen auch Bruno Kreisky kurze Zeit festgehalten wurde. In der Halle des Nordwestbahnhofs, wo im Frühjahr 1938 Wien-weit besuchte Großveranstaltungen für den „Anschluss“ an das Deutsche Reich stattgefunden hatten, fand die NS-Ausstellung Entartete Kunst statt. 1943 wurde im Augarten (im 2. Bezirk, knapp an der Grenze zur Brigittenau) mit dem Bau der Flaktürme begonnen. Der erste amerikanische Bombenangriff auf Wien am 16. Juli 1944 richtete schwere Schäden in der Brigittenau an. Im April 1945 gab es schwere Bombenschäden an Bezirksamt, Brigittakirche, Leyschule und an vielen anderen Gebäuden. Die Allerheiligenkirche wurde völlig zerstört.
Notsteg Floridsdorf;„Menschen stroemen über den ersten Notsteg, den die Russen errichtet
haben. Deutsche Truppen hatten diese auf ihrem Rueckzug gesprengt.“; 1945.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Floridsdorfer Brücke wurde wie fast alle Donaubrücken durch abziehende deutsche Truppen gesprengt. In der Viersektorenstadt Wien fiel die Brigittenau bis 1955 in die russische Besatzungszone. Am 19. Mai 1946 wurde die Floridsdorfer Brücke als Malinowskybrücke wiedereröffnet, zu Ehren des sowjetischen Marschalls Rodion Jakowlewitsch Malinowski, des Befehlshabers der 2. Ukrainischen Front, die Wien einnahm. Seit 1956 heißt die Brücke wieder Floridsdorfer Brücke. Der Döblinger Steg und die Friedensbrücke wurden wieder aufgebaut. Die zerstörte Nordwestbahnhof-Halle wurde 1952 abgetragen; der Personenverkehr auf der Stadtstrecke der Bahn wurde am 1959 endgültig beendet und zum Bahnhof Wien Praterstern im 2. Bezirk verlegt.
Hannovermarkt nach der Generalsanierung. Aufnahme aus dem Jahr 2010.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Peter Gugerell
Auf dem Höchstädtplatz wurde 1956 das neue, von Margarete Schütte-Lihotzky entworfene Gebäude des Globus-Verlags eröffnet. Hier wurde bis 1990 die kommunistische Tageszeitung Volksstimme verlegt. Bis 1992 war hier der Sitz der KPÖ, die das Gebäude dann verkaufte. Seit 1962 verläuft die Wiener Schnellbahn mit der Haltestelle Traisengasse auf der Nordbahnstrecke durch die Brigittenau, später kam die heutige Verkehrsstation Wien Handelskai dazu. Die Gürtelbrücke über den Donaukanal im Zuge der Adalbert-Stifter-Straße wurde 1964 eröffnet.
Die Brigittakirche. Nach Plänen von Friedrich von Schmidt in den 1860/70er Jahren errichtet.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Bwag
Der Bezirk verfügt über ein Museum: Das Bezirksmuseum Brigittenau in der Dresdner Straße 79 widmet sich der Bezirksgeschichte, die anhand von Plänen, Bildern, Ansichten und Modellen dargestellt wird. Hinzu kommen die Geschichte der Donau sowie Sonderausstellungen. Schwerpunkte des Museums sind zudem unter anderem die Gewerbe- und Industriegeschichte, das Verkehrswesen, Alltags- und Gesellschaftsleben und der Mathematiker Carl Friedrich Gauß.
Blick vom Millennium Tower über den 20. Bezirk.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Cha già José
Drei Eisenbahnstrecken durchqueren den Bezirk. Die bedeutendste Strecke stellt die Nordbahn dar, welche in diesem Abschnitt Teil der Schnellbahnstammstrecke ist. Die auch von Regionalzügen bedienten Stationen sind Wien Traisengasse und Wien Handelskai. Die überwiegend für den Güterverkehr genutzte Donauuferbahn verläuft zwischen dem Handelskai und der rechten Donaupromenade. Vom nicht für den Personenverkehr genutzten Bahnhof Brigittenau gelangen die Züge zu den Bahnhöfen Nußdorf, Wien Heiligenstadt, Nordwestbahnhof und Donauuferbahnhof.
Südöstlicher Bereich des ehemaligen Nordwestbahnhofes.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Bwag
Zu diesem Bahnhof gehört auch der im Straßenniveau liegende Mittelbahnsteig 11–12 des Stationsbauwerkes Wien Handelskai, an welchem die Züge der von Heiligenstadt kommende S-Bahn-Linie S45 ihre Endstation haben. Eine Verlängerung dieser Linie Richtung Süden wurde 2003 angedacht, ist derzeit jedoch ohne konkrete Realisierungsabsicht. Der Nordwestbahnhof wurde als Güterterminal genutzt; die Zulaufstrecke als Rest der ehemaligen Nordwestbahn ist an den Bahnhof Brigittenau, sowohl in Richtung Franz-Josefs-Bahn als auch zur Donauuferbahn, angeschlossen.
Der Milleniumtower in Wien Brigittenau.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Schiffswalter
Am rechten Donauufer befinden sich Anlegestellen für Frachtschiffe, ansonsten hat die Donauschifffahrt für den Bezirk kaum eine Bedeutung. Der Donaukanal wird für Ausflugsschifffahrten genutzt, in der Brigittenau gibt es jedoch keine Anlegestellen. Die Nussdorfer Wehr- und Schleusenanlage ist zwar nach Nussdorf im 19. Bezirk benannt, befindet sich aber größtenteils auf Gebiet des 20. Bezirks.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Brigittenau" der
WIKIPEDIA - Die freie Enzyklopädie
und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz
für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
de.wikipedia.org
Weitere Inhalte zum 20. Wiener Bezirk Brigittenau:
 
 
 
  Die Wiener Bezirke
    Demografie Wien
    1. Innere Stadt
2. Leopoldstadt
    3. Landstraße
4. Wieden
    5. Margareten
6. Mariahilf
    7. Neubau
8. Josefstadt
    9. Alsergrund
10. Favoriten
    11. Simmering
12. Meidling
    13. Hietzing
14. Penzing
    15. Fünfhaus
16. Ottakring
    17. Hernals
18. Währing
    19. Döbling
20. Brigittenau
    21. Floridsdorf
22. Donaustadt
    23. Liesing
  Kirchen in Wien
    Stephansdom
    Virgilkapelle
    Karlskirche
    Mexikokirche
    Votivkirche
    Minoritenkirche
    Kapuzinerkirche
    Maria am Gestade
    Ruprechtskirche
    Peterskirche
    Kirche am Steinhof
    Mariahilfer Kirche
    Klosterkirche BBW
    Kirche Maria Grün
    Mormonenkirche
    Friedenspagode
    Friedhofskirche
    Zentralfriedhof Wien
  Typisch Wien
    Der Wiener Dialekt
    Der Wiener Fiaker
    Wiener Lieder
    Würstelbuden
 
 
 
 
U-Bahnnetz Wien - Schnellverbindungen Wien  
 
Dienstbereite Apotheken in Wien  
 
BMI-Sicherheits-App
Bundesministerium für Inneres
Polizei.AT ist die offizielle Polizei-App Österreichs. Neben brandaktuellen Nachrichten, Präventionstipps und Fahndungsausschreibungen bietet die App hilfreiche Informationen aus dem Bereich der Polizei.
 
Die App ist mit allen gängigen Betriebssystemen (ios, android und windows) kompatibel und steht in den App-Stores kostenlos zum Download zur Verfügung.
QR-Code für alle Betriebssysteme
 
 
 
 
Online Apotheke
Barmherzigen Brüder
Qualität bei Arzneimitteln
seit 250 Jahren
Ab sofort können Arzneimittel, Medizinprodukte, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika sowie alternativmedizinische Produkte über den Online-Apotheken-Shop der Apotheke Linz bestellt werden.
Mit der bequemen Suchfunktion auf der Internetseite können Sie rasch interessante Produkte oder Themen finden. Zusätzlich bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich telefonisch per
Hotline 0732 774 190
ausführlich, kostenlos und kompetent beraten zu lassen.
Die Online Apotheke der Barmherzigen Brüder bietet Ihnen eine große Auswahl an Arzneimitteln, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitten, alternativmedizinischen Produkten sowie Kosmetika, die Sie schnell, komfortabel und günstig 24 Stunden täglich zu sich nach Hause bestellen können.
apotheke
barmherzige-brueder.at
 
 
Grinzing
Kaiser Probus ist schuld daran, dass schon 276 n.Chr. die ersten Weinstöcke auf den Hügeln rund um Grinzing gepflanzt wurden. Diese botanische Nebenbeschäftigung der römischen Legionäre brachte dem kleinen Dorf vor den Toren Wiens Wohlstand und viel, viel später sogar internationale Berühmtheit - denn in dieser anmutigen Landschaft wächst ein vorzüglicher Wein!
Um bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 700 Jahre gelegentlich ungeschoren davonzukommen, legten die Grinziger Weinbauern von ihren Weinkellern aus unterirdische Fluchtwege an, die sie bis in ihre geliebte Grinzinger Kirche brachten.
Auch das ehemalige "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besaß einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wurde in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.
Vor einer prachtvollen, 250 Jahre alten Weinpresse und großen, alten Fässern konnte man hier Heurigengemütlichkeit erleben. Diese typische Wiener Geselligkeitsform, seit Maria Theresias Zeiten als "Heuriger" amtlich bezeichnet, ist für den Wiener ein kleines, zeitloses Stückchen Glück.
 
 
Citybike Wien
Das Citybike Wien ist ein großflächig angelegtes Fahrradverleihsystem in Wien, das vom Werbeunternehmen Gewista betrieben wird. Citybike ist eine Ergänzung zu öffentlichen Verkehrsmitteln und ist nicht für die Nutzung über einen längeren Zeitraum gedacht.
Die Benutzung des Rades ist für die erste Stunde gratis. Die zweite Stunde kostet 1 Euro, die dritte 2 Euro, ab der vierten Stunde kostet es vier Euro.
Möchten Sie Ihre Bankomat-/Kreditkarte nicht nutzen, oder mehrere Karten erhalten, mit denen Sie Citybike Wien nutzen können, sind Sie bei der Citybike Card richtig, Voraussetzung dafür ist lediglich ein österreichisches Bankkonto. Sie können sich online für eine Citybike Card anmelden.
www.citybikewien.at
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
© design by gaube 2016
design by gaube