21. Bezirk Floridsdorf
Fläche: 44,52 km²
Einwohner: 158.712 (1. Jänner 2017)
Bevölkerungsdichte: 3565 Einw./km²
Bezirksamt:   Am Spitz 1, 1210 Wien Wien
Grafik: WStLA
Das Wappen des 21. Bezirks ist sechsgeteilt. Auf fünf Wappenschildern liegt ein Herzschild auf. Die Grundfarben der Wappenfelder sind drei Mal silber, zwei Mal blau und ein Mal rot. Der Wappenschild vereint die ehemals selbstständigen Gemeinden Floridsdorf, Leopoldau, Stammersdorf, Jedlesee, Strebersdorf und Großjedlersdorf.
Eine Vase mit roten Blumen steht als Wappenfigur der ehemaligen Gemeinde Floridsdorf. Der Name des Bezirks geht auf eine Siedlung zurück, die nach Propst Floridus Leeb benannt war. Zuvor nannte sich dis Siedlung "Am Spitz".
Die goldenen Ähren symbolisieren die ehemalige Gemeinde Leopoldau. Der Name geht auf Kaiser Leopold I. zurück. Auf seinen Wunsch wurde das 1120/36 erstmals als "Alpitowe" belegte Dorf umbenannt. Der ursprüngliche Name (auch "Elpeltaw" und "Eypeltau" genannt) kam aus dem Slawischen und bedeutete "Schwanendorf".
Floridsdorf und seine Umgebung um 1872 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Das sprechende Wappen symbolisiert durch Bäume die ehemalige Gemeinde Stammersdorf. Erstmals 1177/85 belegt, stammt der Ortsname "Stueumarstorf" beziehungsweise "Stevmarisdorf" vom slawischen Personennamen "Stojmir".
Die Jungfrau Maria zu Loretto, das Jesuskind im Arm, steht für Jedlesee. Der Name Jedlesees stammt von einem Gewässernamen: einem See, der nach einem Mann mit dem Namen "Vci" benannt ist. Erstmals urkundlich erwähnt 1120/25 als "Vcinse".
Ein Turm symbolisiert die ehemalige Gemeinde Strebersdorf. Der Name führt auf die Benennung nach einer Person zurück: einem Mann namens "Strob(e)li". Erstmals beurkundet ist Strebersdorf 1250/60.
Die Wappenfigur von Großjedlersdorf ist das Bild zweier gekreuzter Säcke. Urkundlich belegt ist der Ort seit zirka 1150 als "Vrliugestorf", ab 1590 als "Jedledorff". Ein Mann mit dem Beinamen "Vrliug" gilt als Namenspate der ehemaligen Gemeinde.
Das Amtshaus für den 21. Bezirk Floridsdorf.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Bwag
Floridsdorf ist der 21. Wiener Gemeindebezirk. Im Norden von Floridsdorf dominieren die südlichen Ausläufer des Bisambergs das Relief des Gemeindebezirks. Während sich der Gipfel des Bisambergs (358 m) bereits in Niederösterreich befindet, stellt dessen Seitengipfel Falkenberg (320 m) den höchsten Punkt Floridsdorfs dar. Die Donau bildet die südwestliche Bezirksgrenze. Ein Teil der Neuen Donau und ein Abschnitt der Donauinsel liegen in Floridsdorf, während sich die Wasserfläche unmittelbar jenseits der Donauinsel bereits auf Döblinger Bezirksgebiet befindet.
Wien 21, Floridsdorf. Flugsichtaufnahme über die Alte Donau gegen Norden; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die Wiener Donaubrücken auf Floridsdorfer Gebiet sind (gereiht in Fließrichtung) die Jedleseer Brücke, die Nordbrücke (Nordwestbahnbrücke), der Steinitzsteg, die Floridsdorfer Brücke, die Nordbahnbrücke, der Georg-Danzer-Steg und die Brigittenauer Brücke. In Floridsdorf befindet sich ferner das nördlichste Viertel der Alten Donau. 1992 wurde der Marchfeldkanal in Betrieb genommen, der das Bezirksgebiet quert. Der Gemeindebezirk besteht aus sieben auf ehemals eigenständige Gemeinden zurückgehenden Bezirksteilen, die – sofern nicht anders angegeben – heute Wiener Katastralgemeinden sind.
Wien 21, Nussberg; Ausflügler. Blick gegen Osten gegen Floridsdorf; 1919.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Der namensgebende Bezirksteil Floridsdorf ist der flächenmäßig kleinste. Den größten Bezirksteil bildet Stammersdorf im Norden des Bezirks. An Stammersdorf grenzen Strebersdorf sowie Großjedlersdorf, das aus den beiden Katastralgemeinden Großjedlersdorf I und Großjedlersdorf II besteht. Östlich davon, an der Grenze zum 22. Gemeindebezirk, liegen die Leopoldau und Donaufeld. Jedlesee im Westen setzt sich aus der gleichnamigen Katastralgemeinde und der Katastralgemeinde Schwarze Lackenau zusammen. Zusätzlich zu den schon genannten Katastralgemeinden befinden sich in Floridsdorf kleine Teile der Katastralgemeinden (nicht der heutigen Bezirksteile) Kagran und Kaisermühlen, die als Katastralgemeinden zum Großteil, als Bezirksteile zur Gänze im Gemeindebezirk Donaustadt liegen.
Wien 20 / 21, Franz Joseph-Brücke ( Floridsdorfer Brücke). Aufnahme vor Beginn
des Umbaus. Standort am rechten Brückenkopf, Blick gegen Floridsdorf; 1913.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine weitere, der Allgemeinheit kaum bekannte Gliederung des Bezirksgebiets besteht in den 28 Zählbezirken der amtlichen Statistik, in denen die Zählsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Obwohl sie gleich oder zumindest annähernd gleich lautende Bezeichnungen wie die entsprechenden Katastralgemeinden führen, weisen die Zählbezirke Donaufeld, Groß-Jedlersdorf, Alt-Jedlesee, Neu-Jedlesee, Leopoldau, Schwarzlackenau, Stammersdorf und Strebersdorf einen sich von jenen jeweils unterscheidenden Grenzverlauf auf.
Wien 21, Alte Donau; Bootsvermietung. Blick von der Kagraner Brücke gegen Norden;
im Hintergrund die Donaufelder Pfarrkirche; um 1928.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
An Siedlungen und Flurnamen orientieren sich die Zählbezirke Hirschfeld, Nordrandsiedlung, Großfeldsiedlung, Schotterfeld, Siedlung Siemensstraße, Jochbergen, Donaufelder Gärtnergebiet, Mühlschüttel, Bruckhaufen und Industriegelände Bahndreieck. An die größte militärische Automobilwerkstätte (Austro-Fiat) der Donaumonarchie erinnert der Zählbezirk Autokader, an das 1911 in Betrieb genommene städtische Gaswerk der Zählbezirk Gaswerk Leopoldau. Die übrigen Floridsdorfer Zählbezirke führen Straßenbezeichnungen im Namen. Es sind dies die Zählbezirke Stammersdorf-Brünner Straße, Leopoldauer Straße-Siemensstraße, Strebersdorf-Pragerstraße, Koloniestraße, Shuttleworthstraße, Floridsdorf-Brünnerstraße, Floridsdorf-Am Spitz und Donaufeld-Leopoldauer Straße.
Wien 21, Strebersdorf. Straßenbild; um 1938.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Floridsdorf gehört aus floristischer Sicht der Pannonischen Florenprovinz an und lässt sich in vier Naturräume gliedern: Im Nordwesten erstreckt sich ein Teil des hauptsächlich in Niederösterreich gelegenen Bisambergs in den Bezirk. Dieser Einheit ist zudem das östlich des Bisambergs und nördlich der Stammersdorfer, Dr.-Nekowitsch-, Anton-Böck- und Langenzersdorfer Straße gelegene Areal zuzurechnen. Das Gebiet ist durch Weingärten und Äcker sowie durch Siedlungen mit teilweise noch dörflichem Charakter geprägt. Nördlich von Stammersdorf wurden während des Preußischen Krieges 1866 Schanzen als Verteidigungsanlagen zur Sicherung Wiens gegen die aus dem Marchfeld anrückenden preußischen Truppen errichtet.
Wien 21, Alte Donau. Uferpartie mit Badenden und Blick gegen die Rotunde; 1929.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Heute wachsen auf den ehemaligen, inzwischen unter Naturschutz gestellten Alten Schanzen Halbtrocken- und Trockenrasen und Verbuschungsstadien mit bemerkenswerter Flora und Fauna. Gemeinsam mit dem Bisamberg gehören die Schanzen zu einem Natura-2000-Schutzgebiet. Der Raum zwischen Donau, Prager Straße und Alter Donau wurde früher durch alljährliche Hochwässer und Altarmsysteme geprägt. Erst die Donauregulierung in den 1870er Jahren erlaubte eine Besiedlung. In der Schwarzlackenau und im Floridsdorfer Aupark sind noch kleine Reste der ehemaligen Pappel-Au vorhanden. Als Gewässer zu nennen sind die Schönungsteiche des Marchfeldkanals sowie die Alte Donau.
Blick vom Donauturm auf Floridsdorf.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Cha già José
Im Gebiet treten einige in Wien vom Aussterben bedrohte Arten, wie das Acker- und Steppen-Mannsschild auf. In Donaufeld herrschen durch die Donaunähe frischere Böden vor und die Landschaft ist teilweise noch durch Gärtnereien und Gemüsekulturen mit interessanter Segetalflora geprägt. Durch den Siedlungsdruck geht die Anzahl der offenen Flächen aber in den letzten Jahren ständig zurück. Auch im Kernbereich des Bezirks – in Floridsdorf, Jedlersdorf, Leopoldau und Strebersdorf – finden sich neben alten Ortskernen und vielen Neubauten noch Äcker und Brachen. Diese sind wegen ihrer Segetalflora bemerkenswert, unter anderem findet man hier die gefährdeten Arten Acker-Schwarzkümmel und Gelb-Günsel sowie die stark gefährdete Spatzenzunge. Der Marchfeldkanal durchzieht das Gebiet als grünes Band. Aus botanischer Sicht sind die ausgedehnten Bahnanlagen interessant, so treten hier Sand-Mohn und Gedrungen-Ampfer auf.
Wien 21, Strebersdorf; Straßenbild, im Hintergrund das Pensionat St.Josef; um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die ersten Besiedlungen in diesem Gebiet gab es bereits in der Jüngeren Steinzeit (ca. 4000 bis 2000 v. Chr.) Es wurden Steinbeile und Topfreste aus dieser Zeit gefunden und man geht davon aus, dass es Jäger waren, die erstmals in diesem Gebiet siedelten. In der Gegend von Leopoldau wurden Waffen und Schmuck aus Bronze gefunden die auf eine Besiedlung hindeuten. Diverse Gegenstände sind im Bezirksmuseum heute zu besichtigen. Um 500 v. Chr. kamen Kelten in das Gebiet des heutigen Floridsdorf, verloren aber als die Römer kamen wieder ihren Einfluss. Lange Zeit war das Gebiet Niemandsland, eine Pufferzone zwischen Römern und Germanen, und es kam hier auch immer wieder zu Kämpfen zwischen beiden Völkern. Nach dem Ende der Römerherrschaft zog es Langobarden, Awaren und Slawen in dieses Gebiet. Die Awaren wurden später von Karl dem Großen besiegt und so zogen Bayern in das Land, um wiederum von den Magyaren vertrieben zu werden. Um das Jahr 1000 wurden die Babenberger in diesem Gebiet wieder eingesetzt und es gab 1014 die erste urkundliche Erwähnung des Floridsdorfer Stadtteils Jedlesee, damals Outcinesse (See des Uz) genannt.
Wien 21, Bruckhaufen; Müllabfuhr; um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Lange Zeit konnte die Donau nur mit Fähren überquert werden, erst um 1500 wurde die erste Donaubrücke errichtet. An der Stelle der heutigen Floridsdorfer Hauptstraße beim Wasserpark wurde die erste Holzbrücke (Taborbrücke) errichtet, über einen weiteren kleinen Donauarm führte das Kuhbrückl. An der Gabelung der Hauptstraße nach Böhmen und Mähren (Am Spitz) entstand die neue Ansiedlung Floridsdorf. Sie wurde nach dem Propst Floridus Leeb vom Stift Klosterneuburg, der 1786 Liegenschaften des Klosters an 26 Siedlerfamilien abgegeben hatte, benannt.
Stadtrandsiedlung Leopoldau. Bewohner bei der Bestellung der Felder; um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Eine Erinnerungsplatte im Bahnhof Wien Floridsdorf zeigt, dass am 23. November 1837 mit der Eröffnung des ersten Teilstückes der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn zwischen Floridsdorf und Deutsch-Wagram das Eisenbahnzeitalter in Österreich begann. Ab 1841 trug die Nordwestbahn, vorerst nach Stockerau, ebenfalls zur Industrialisierung bei, ab 1886 auch die Dampftramway als Vorläuferin der heutigen Straßenbahn. Durch die Industrialisierung wandelte sich das ursprünglich stark von der Landwirtschaft geprägte Floridsdorf in kurzer Zeit zu einer Industriestadt. Dafür stehen beispielsweise die "Vereinigten Chemnischen Fabriken", die 1910 aus der Zusammenlegung zweier Chemischer Betriebe (ansässig ab ca. 1894) in der Sebastian-Kohl-Gasse entstanden und Arbeitsplätze schufen. Der Gewerbepark wurde ab den neunziger Jahren zu einem Eventareal umgestaltet.
Wien 21, Brünnerstraße 62; Bleistiftfabrik Brevillier und Urban; um 1932.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Der niederösterreichische Statthalter Erich von Kielmansegg betrieb 1890 intensiv die Vergrößerung Wiens und wollte auch Floridsdorf und andere Orte am linken Donauufer eingemeindet sehen. Der damalige Wiener Bürgermeister Johann Prix opponierte dagegen; die 1892 in Kraft getretene Stadterweiterung betraf daher nur das rechte Donauufer. Infolgedessen setzte sich Kielmansegg dafür ein, Floridsdorf zu vergrößern, und fand bei den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden positive Resonanz. Am 28. Mai 1894 trat die Vereinigung Floridsdorfs mit den Ortschaften Donaufeld, Jedlesee und Neu-Jedlersdorf (dem südwestlichen Teil von Großjedlersdorf) zur Großgemeinde Floridsdorf mit über 30.000 Einwohnern in Kraft. (1885 waren es noch 20.000 Einwohner gewesen, 1905 wurden 36.000 erreicht.) Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Bestrebungen, Wien reichsunmittelbar zu machen und so vom Kronland Österreich unter der Enns abzutrennen. Für diesen Fall sah Kielmansegg Floridsdorf als Hauptstadt Niederösterreichs vor.
Der Karl-Seitz-Hof in Floridsdorf um 1950.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Um die Jahrhundertwende beteiligten sich Floridsdorfer Politiker intensiv an der Lobby für die Realisierung des Donau-Oder-Kanals, an dessen Wiener Ende sie einen großen Hafen in der Alten Donau anlegen wollten. Der Wiener Bürgermeister Karl Lueger hatte schon zuvor angekündigt, dass man in diesem Fall an die Vereinigung Floridsdorfs mit Wien schreiten müsse. (Er wollte keine konkurrierende Hafenstadt „vor der Haustür“.) Die Initiative dazu ging letztlich aber von Floridsdorf selbst aus. Die Deutsche Bank hatte Lueger ein großes Kommunaldarlehen zugesagt. Die Floridsdorfer hingegen wussten nicht, wie sie ihre Investitionen finanzieren sollten. Bürgermeister Anderer wollte daher 1902 „auch um den Preis der Einverleibung“ Finanzhilfe von der Stadt Wien erhalten. Der Wiener Gemeinderat und der Niederösterreichische Landtag hatten keinen Einwand, doch spießte sich der Vorgang im Detail.
Wien 21, Leopoldau. Blick auf das Gaswerk; 1930 - 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Mit Unterstützung des k.k. Ministerpräsidenten Ernest von Koerber gelang Lueger dann 1904 der Durchbruch. Der Floridsdorfer Landtagsabgeordnete Karl Seitz, 1923–1934 beliebter Bürgermeister im Roten Wien, sprach sich gegen den Zusammenschluss Floridsdorfs mit Wien aus, weil er erwarteten Wohlstand der zu vergrößernden Industriestadt nicht mit ganz Wien teilen wollte. Das entsprechende Landesgesetz wurde am 12. November 1904 beschlossen und am 10. Jänner 1905 publiziert, womit die Eingemeindung der bisherigen Großgemeinde Floridsdorf in die Stadt Wien in Kraft trat. Der neue 21. Bezirk umfasste Floridsdorf mit den Ortschaften Jedlesee, Großjedlersdorf, Donaufeld, Leopoldau, Kagran, Hirschstetten, Stadlau und Aspern. Das kurz vor der Eingemeindung errichtete Floridsdorfer Rathaus wurde vom 1. Jänner 1906 an als Magistratisches Bezirksamt für den 21. Bezirk weiterverwendet). 1909–1911 wurde das Gaswerk Leopoldau gebaut, das beträchtliche Teile Wiens mit Stadtgas versorgte. 1911 wurde der noch selbstständig gebliebene Teil von Strebersdorf eingemeindet.
Wien 21, Gaswerk Leopoldau. Flugbild von Westnordwesten; 1930 - 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Roten Wien der Zwischenkriegszeit wurden zahlreiche kommunale Wohnbauten (Gemeindebau) wie etwa der Schlingerhof, die später Karl-Seitz-Hof genannte Gartenstadt und der Paul-Speiser-Hof errichtet. Am 19. Februar 1924 wurde die nach Nordosten verlaufende Grenze zwischen 2. und 20. Bezirk an der Innstraße über die Donau bis zur Alten Donau verlängert – auf dieser Linie waren, wie im Wiener Landesgesetz vermerkt ist, Brücken über beide Gewässer geplant. Der am linken Donauufer nördlich dieser Linie gelegene Bruckhaufen (heute das Gebiet zwischen nördlicher Arbeiterstrandbandstraße, Donauturmstraße und Am Bruckhaufen) gelangte nun zum 21. Bezirk. An der Alten Donau, die im obersten Teil von 1924 an zur Gänze, südlich des Bruckhaufens aber von der Mittellinie des Gewässers nordwärts zum 21., südwärts zum 2. Bezirk zählte, breiteten sich Sommerbäder und Sporteinrichtungen aus (das Arbeiterstrandbad, bis 1938 im 2. Bezirk, war schon 1910 errichtet worden).
Wien 21, Donaufelder Pfarrkirche; Kinzerplatz von Südosten; um 1932.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Das Stift Klosterneuburg stellte ab 1920 Baugründe in der Schwarzlackenau zur Verfügung. Von 1923 an wurde die Straßenbahnlinie 132 bis Strebersdorf geführt; im gleichen Jahr wurde der seit 1912 ausgeführte Neubau der Floridsdorfer Brücke eröffnet. Im Februar 1929 gab es auf der Donau bei einer Temperatur um −32 °C einen gewaltigen Eisstoß. Im gleichen Jahr wurde im nördlichsten Teil der Alten Donau der Wasserpark fertiggestellt. 1933 wurde auf dem Bisamberg an der nördlichen Stadtgrenze die in ganz Wien sichtbare Sendeanlage in Betrieb genommen, die 2010 gesprengt wurde. Im Bürgerkrieg 1934 waren das Arbeiterheim Floridsdorf und der Schlingerhof Brennpunkte des Kampfes, den sozialdemokratische Floridsdorfer gegen das Heer der Diktaturregierung Dollfuß führten. Gemeindebauten wurden fallweise vom Bundesheer mit Kanonen beschossen, im Bezirk gab es 71 Tote und 182 Verwundete.
Wien 21, Jedleseestraße. Gemeindebauanlage 'Gartenstadt'.
Außenfront von rechts; am linken Bildrand der Leopoldsberg; um 1934.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurden in Floridsdorf ab 13. März 1938 wie überall in Wien Juden diskriminiert, beraubt, vertrieben und zur Ermordung deportiert; das jüdische Bethaus in der Freytaggasse wurde am 10. November 1938 demoliert. Per 15. Oktober 1938 erfolgte die Vergrößerung der Stadt zu Groß-Wien. Dabei wurde der neue 22. Bezirk, Groß-Enzersdorf geschaffen, zu dem u.a. alle östlich der Laaer Ostbahn gelegenen Teile des bisherigen 21. Bezirks geschlagen wurden. Der Bezirk Floridsdorf verlor Stadlau, Hirschstetten, Aspern und die Lobau an den 22. Bezirk, gewann aber Kaisermühlen und das Gebiet zwischen Alter Donau und Donau etwa von der heutigen Donauturmstraße südwärts (heute vor allem Donaupark, UNO-City und Donaucity) vom 2. Bezirk, das niederösterreichische Stammersdorf, das 1954 bei Wien blieb, und weitere zehn niederösterreichische Gemeinden, die dann zu Niederösterreich zurückkehrten.
Wien 21, Nordrandsiedlung; Straßenansicht ('Straße I'); um 1951.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 1940 wurde in der Brünner Straße die heutige Van-Swieten-Kaserne errichtet. Von 1944 an wurde das Industriegebiet von alliierten Bomberflotten angegriffen. Am 15. April 1945 war der Zweite Weltkrieg für Floridsdorf mit dem Abzug der letzten SS-Truppen Richtung Stockerau und mit der Besetzung durch die Rote Armee beendet. Zuvor waren Am Spitz vor dem Bezirksamt am 8. April die Widerstandskämpfer Major Karl Biedermann, Hauptmann Alfred Huth und Oberleutnant Rudolf Raschke von einem SS-Standgericht gehängt sowie am 13. April der Bisamberg-Sender und am 14. April die Floridsdorfer Brücke gesprengt worden. Der Bezirk zählte nun bis zum Sommer 1955 zum sowjetischen Sektor Wiens.
Islamisches Zentrum Wien © Erhard Gaube - www.gaube.at
Islamisches Zentrum Wien - Floridsdorf.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Moderner öffentlicher Verkehr wurde in Floridsdorf anfangs nur von der 1837 eröffneten Kaiser-Ferdinands-Nordbahn und der 1841 eröffneten Nordwestbahn angeboten. Jede der beiden Bahnlinien besaß ihre eigene Donaubrücke. 1870 kamen die Laaer Ostbahn und die Marchegger Ostbahn dazu, beide heute im 22. Bezirk. Die Nordwestbahn bog bis 1959 vor der Station Jedlersdorf in ihre heutige Strecke ein; dann wurde der Nordwestbahnhof für den Personenverkehr stillgelegt und die Bahnbrücke zur Nordbrücke umgebaut. Die Nordwestbahnzüge verkehrten nun vom Bahnhof Wien Praterstern wie die Nordbahnzüge über den Bahnhof Wien Floridsdorf. Seit 1962 ist Floridsdorf der nördliche Endpunkt der so genannten Stammstrecke der in diesem Jahr eröffneten Wiener Schnellbahn zum Bahnhof Wien Meidling. Dazu wurde der Bahnhof (Wien) Floridsdorf neu gestaltet. Neben diesem Verkehrsknotenpunkt besitzt der Bezirk an der Nordbahn die S-Bahn-Stationen Siemensstraße und Leopoldau, an der Nordwestbahn Brünner Straße, Jedlersdorf und Strebersdorf. Die Floridsdorfer Hochbahn als Schleife ermöglicht vereinfachte Güterzugsfahrten von der Nordwestbahn zur Nordbahn.
Straßenbahnlinien 217 und 317 am Franz-Jonas-Platz (1969).
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Kurt Rasmussen
Das Bezirksmuseum Floridsdorf wurde 1960 im Mautner Schlössl (Prager Straße) untergebracht. Das Bezirksmuseum widmet sich schwerpunktmäßig der Entstehung der Landschaft links der Donau, dem Beginn der Dampfschifffahrt, der Eisenbahngeschichte sowie der Geschichte der alten Orte. Das „1. Wiener Fischereimuseum“ bietet seinen Besucher Informationen über die Fischerei im Wandel der Zeit. Die Ausstellung zeigt seltene Präparate einheimischer Fischarten, Aquarien, alte Schriften und Exponate, Fischereigeräte und „fischfressende“ Tiere. In Jedlesee wurde im ehemaligen Landgut der Gräfin Anna-Maria Erdődy eine Gedenkstätte für Ludwig van Beethoven eingerichtet.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Floridsdorf" der
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Kaiser Probus ist schuld daran, dass schon 276 n.Chr. die ersten Weinstöcke auf den Hügeln rund um Grinzing gepflanzt wurden. Diese botanische Nebenbeschäftigung der römischen Legionäre brachte dem kleinen Dorf vor den Toren Wiens Wohlstand und viel, viel später sogar internationale Berühmtheit - denn in dieser anmutigen Landschaft wächst ein vorzüglicher Wein!
Um bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 700 Jahre gelegentlich ungeschoren davonzukommen, legten die Grinziger Weinbauern von ihren Weinkellern aus unterirdische Fluchtwege an, die sie bis in ihre geliebte Grinzinger Kirche brachten.
Auch das ehemalige "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besaß einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wurde in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.
Vor einer prachtvollen, 250 Jahre alten Weinpresse und großen, alten Fässern konnte man hier Heurigengemütlichkeit erleben. Diese typische Wiener Geselligkeitsform, seit Maria Theresias Zeiten als "Heuriger" amtlich bezeichnet, ist für den Wiener ein kleines, zeitloses Stückchen Glück.
 
 
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Das Citybike Wien ist ein großflächig angelegtes Fahrradverleihsystem in Wien, das vom Werbeunternehmen Gewista betrieben wird. Citybike ist eine Ergänzung zu öffentlichen Verkehrsmitteln und ist nicht für die Nutzung über einen längeren Zeitraum gedacht.
Die Benutzung des Rades ist für die erste Stunde gratis. Die zweite Stunde kostet 1 Euro, die dritte 2 Euro, ab der vierten Stunde kostet es vier Euro.
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www.citybikewien.at
 
 
 
 
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