23. Bezirk Liesing
Fläche: 32,02 km²
Einwohner: 101.053 (1. Jänner 2017)
Bevölkerungsdichte: 3156 Einw./km²
Bezirksamt:   Perchtoldsdorfer Straße 2, 1230 Wien
Grafik: WStLA
Das Wappen des 23. Bezirks ist achtgeteilt. Das Wappen ist in den Grundfarben blau und silber gehalten. Die untere Grundfläche in silber läuft nach oben hin spitz zu. Das Wappen von Liesing repräsentiert in den acht Feldern die Bezirksteile Atzgersdorf, Erlaa, Inzersdorf, Kalksburg, Liesing, Mauer, Rodaun, Siebenhirten. Auf der unteren, silbernen Fläche ist über flammendem Boden und der Jahreszahl 1683 ein Haselnusszweig abgebildet. Drei grüne Blätter und vier Früchte sind sternförmig angeordnet. Diese Symbolik weist auf die Türkenbelagerungen hin.
Heilige Katharina (Patronin der Pfarrkirche Atzgersdorf) mit Palmzweig und Schwert auf grüner Wiese. Im Jahre 1171 wird ein Luitwin de Azilinesdorf genannt. Das gilt als die erste urkundliche Erwähnung des Ortes.
Erlenblatt (Ableitung des Namens von Erlenbäumen). Wie bei allen anderen Orten des Bezirkes ist die Frühzeit von Erlaa kaum mehr zu rekonstruieren. Heute gilt die Erwähnung des Heinrich von Erila in einer Klosterneuburger Traditionsnotiz aus 1114 als ältester Beleg für Erlaa. Diese Niederschrift beurkundete eine Schenkung an das Augustiner Chorherrenstift.
Karte der Bezirksteile des 23. Wiener Gemeindebezirks Liesing
Drei aus einem roten Herz wachsende Ähren, von einem goldenen Pferd und einem goldenen Löwen eingerahmt. Inzersdorf liegt in einem flachen Schwemmland, wo sich große Mengen Tegel und Ton ablagerten. Sie waren ein wichtiger Rohstoff für die Ziegelwerke und die aufkommende Baustoffindustrie. Noch heute zeugen Badeseen wie der Steinsee oder der Schloßsee von dieser Vergangenheit. Die Abbaugruben ehemaliger Ziegelfabriken wurden als Erholungsgebiete erschlossen.
Burgtor der Burg Kalksburg. Kalksburg liegt im Liesingbachtal am Rand des südlichen Wienerwaldes. Der Name leitet sich von Chalbsperger ab. Die Ortschaft wurde auch Kalbsberg, Kalksdorf und Kadoltsperg genannt. 1188 kam Kalksburg an die Babenberger. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts war Kalksburg mit Mauer in einer Herrschaft vereinigt. 1609 bis 1773 gehörte der Ort zur Grundherrschaft der Jesuiten, 1790 verkaufte ihn die Staatsgüteradministration an Hofjuwelier Franz von Mack. Er wurde zum bedeutendsten Wohltäter des Ortes.
Liesing Goldener Korb und Kammrad für Industrie, Landwirtschaft und Weinbau. Auf der unteren, silbernen Fläche ist über flammendem Boden und der Jahreszahl 1683 ein Haselnusszweig abgebildet. Drei grüne Blätter und vier Früchte sind sternförmig angeordnet. Diese Symbolik weist auf die Türkenbelagerung hin. ( Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes wird meist auf das Jahr 1002 datiert. In diesem Jahr wurde der Fluss Liesing als Liezniccha erwähnt. Dieser Name leitet sich aus dem slawischen Lieznicka ab und bedeutet Waldbach.
Wien 23, Liesing. Ansicht 1830-46 auf 'Schweickhardts Perspectivkarte'; nach 1846.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rote Ziegelmauer mit Maurer. Der Beginn der Ortschaft Mauer liegt im Mittelalter. Hier wurden die ältesten Spuren der Besiedlung des 23. Bezirks gefunden. Der tatsächliche Anfang ist zunächst durch die Existenz zweier Bezeichnungen etwas verschleiert. Schon am Ende des 12. Jahrhunderts ist der Name Gereut erstmals überliefert, der bis ins 15. Jahrhundert verwendet wurde. Der Name Mauer lässt sich im Jahre 1210 zum ersten Mal bezeugen. Noch im 15. Jahrhundert ist von zwei Dörfern "in der Maur" die Rede.
Burg Rodaun auf dem Schloss- bzw. Kirchenberg. Der Name der um 1170 erstmals genannten Siedlung ist slawischen Ursprungs. Mehrfache Nennungen Rodauns gegen Ende des zwölften Jahrhunderts beziehen sich auf eine offensichtlich babenbergische Ministerialenfamilie und damit auf die Burg. Die Burg selbst ist 1405 erstmals urkundlich bezeugt.
Zahl Sieben mit Schafhirten. Der Ortsname Siebenhirten leitet sich von Subinhirten ab. Die erste urkundliche Erwähnung ist zwischen 1140 und 1150 dokumentiert. Im Jahr 1559 wurde der Ort mit der Herrschaft Rodaun vereinigt und erst 1848 wieder eine eigenständige Gemeinde.
Wien 23, Atzgersdorf; Flugbild von Süden. Links die Breitenfurterstraße,
ganz rechts noch ein Stück des Friedhofes; 1930 - 1939.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Liesing ist der 23. Wiener Gemeindebezirk. Er entstand 1938 als 25. Wiener Gemeindebezirk durch den Zusammenschluss mehrerer zuvor selbständiger Gemeinden und besteht in seiner jetzigen, verkleinerten Form seit 1954/56. Liesing liegt im Südwesten Wiens und ist mit einer Fläche von 32,29 km² dessen fünftgrößter Gemeindebezirk. Mit einem Anteil von 7,7 Prozent an der Gesamtfläche der Stadt umfasst Liesing die Ufer des Liesingbachs vom Wienerwald im Westen bis ins Wiener Becken im Osten. Zwischen alten Ortskernen wurden ausgedehnte Wohnsiedlungen errichtet und zahlreiche Industriebetriebe angesiedelt.
Wien 23, Liesing. Ledermann, Postkartenverlag;
Brauhaus-Restauration mit Teilansicht der Brauerei A.G. Liesing; um 1920.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In Liesing liegen drei geologische Regionen, die Teile des Wienerwalds und des Wiener Beckens umfassen. Im Südwesten des Bezirks befinden sich die steilen und schroffen Felsen der Nördlichen Kalkalpen (Kalksteinwienerwald), die bis nördlich des Dorotheer Walds und im Osten bis südlich der Antonshöhe reichen. Die Kalkzone in Liesing gliedert sich in zwei Abschnitte. Die Anhöhe des Leopoldsdorfer Walds besteht aus Hauptdolomit, einer Gesteinsform, die sich in Richtung Kalksburg bis zur Himmelwiese zieht. Nördlich der Dolomitzone erstreckt sich ein breiter Streifen von Allgäuschichten. Auch nördlich der Kaltenleutgebner Straße wurden entlang der unter anderem aus Kalken, Mergel und Sandstein bestehenden Talflanke Steinbrüche betrieben, die Kalke für die Bauindustrie lieferten. Im Norden schließen sich an die Kalksteinzone die sanften Hügel der Flyschzone (Sandsteinwienerwald) an.
Wien 23, Liesing; Aquädukt der 1. Hochquellenwasserleitung.
Blick schräg von rechts entlang des Aquädukts; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Zuge der Alpenfaltung wurden hier mehrere Gesteinsschichten (Decken) übereinander geschoben, die aus Sandstein, Mergel und Kalkmergel bestehen. Darin eingeschuppt liegt die nicht mehr zur Kalksteinzone zählende, sondern aus der Tiefe emporgeschürfte Kalkklippe der Antonshöhe, wo in einem jungsteinzeitlichen Bergbaubetrieb Radiolarit für Feuersteinklingen abgebaut wurde (vgl. Roter Berg). Die für Liesing relevante Laaber und Kahlenberger Decke der Flyschzone sind Relikte einer Tiefseerinne, die sich während der Kreide- und frühen Tertiärzeit zwischen der sich erhebenden Alpenfront und der Böhmischen Masse erstreckte.Prägendes Gewässer für Liesing war von jeher der Liesingbach. Die „Reiche Liesing“ fließt aus westlicher Richtung kommend durch Kalksburg, wo sie den Gütenbach aufnimmt. Dieser entwässert Teile des Lainzer Tiergartens. Nach Kalksburg mündet der Kalksburger Graben unterirdisch in die Reiche Liesing, bevor sich diese bei Rodaun mit der „Dürren Liesing“ zur „Liesing“ vereint. Die harte Verbauung der Liesing wurde in Teilbereichen durch eine Renaturierung ersetzt.
Wien 23, Kalksburg; Ledermann, Postkartenverlag; In der Klausen:
Häusergruppe zu beiden Seiten einer Durchzugsstraße. ;um 1925.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Norden des Bezirksgebiets befinden sich an der Liesing mit dem Figurenteich und dem nicht öffentlich zugänglichen Steinsee zwei alte Ziegelteiche. Im Süden von Siebenhirten liegt der ebenfalls nicht öffentlich zugängliche Schellensee. Der Pappelteich im Maurer Wald ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die höchsten Erhebungen befinden sich im Westen des Gemeindebezirks, wobei der Eichkogel mit 428 m Höhe im äußersten Südwesten den höchsten Punkt des Bezirksgebiets markiert. Nördlich der Reichen Liesing sind der Tschogel (eine Erhebung südlich des Gütenbachs, 377 m ü. A.) und der Wilde Berg (370 m ü. A.) die höchsten Erhebungen. Nach Osten hin fällt die Höhe der Hügel auf dem Bezirksgebiet ab. Während der Kroissberg (327 m ü. A.), der Kadoltsberg und der Neuberg die Reste des ehemals weitläufigen Weinanbaus beherbergen, befindet sich auf dem dazwischen liegenden Georgenberg (321 m ü. A.) die Wotrubakirche. Im Norden von Liesing liegt der Südhang des Rosenhügels (258 m ü. A.), dessen nördlicher Teil sich in den Gemeindebezirken Hietzing und Meidling befindet. Zwischen den alten Ortskernen von Mauer und Atzgersdorf erhebt sich der Steinberg (256 m ü. A.). Weiter östlich grenzt Liesing an den Wienerberg im Gemeindebezirk Favoriten. Den tiefsten Punkt im Bezirksgebiet (178 m ü. A.) markiert das Liesingbachbett im Blumental an der Grenze zu Favoriten.
Wien 23, Inzersdorf; Medikamentendirektion; um 191.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Schon vor der Schaffung des Gemeindebezirks bestanden zwischen den alten Orten in dessen Gebiet verschiedene Zusammenschlüsse in der politischen Verwaltung. Seit dem Mittelalter zeigte sich dies in den Eigentümerverhältnissen der Grundherrschaften. Kadolt der Ältere von Eckartsau etwa besaß im 14. Jahrhundert die Orte Erlaa, Kalksburg, Mauer und Rodaun, die damit eine gewisse politische Einheit bildeten. Ferner spielte bis zu den josephinischen Reformen die Pfarre Atzgersdorf eine Rolle als regionales religiöses Machtzentrum für die umliegenden Orte. Von dort aus wurden die katholischen Einwohner von Altmannsdorf, Erlaa, Hetzendorf, Liesing, Mauer und Siebenhirten sowie teilweise Kalksburg betreut, die zwar eigene Kirchengebäude, aber keine eigenen Pfarren besaßen. Nachdem die Grundherrschaften aufgehoben worden waren, entstanden 1850 in allen Kronländern Bezirkshauptmannschaften, in denen meist mehrere Gemeinden zur gemeinsamen Verwaltung zusammengeschlossen wurden.
Wien 23, Rodaun; Zementwerk; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Wien 23, Inzersdorf; Ziegelteich; um 1925.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Die acht heutigen Bezirksteile von Liesing wurden dabei dem damals noch außerhalb der Stadt Wien gelegenen Politischen Bezirk Hietzing zugeschlagen. Als der Norden dieses Bezirks als 13. Gemeindebezirk Hietzing in Wien eingemeindet wurde, sah eine Verordnung des Ministeriums des Innern mit Wirksamkeit ab 1. Jänner 1892 die Gründung eines neuen Politischen Bezirks Hietzing Umgebung vor. Hietzing Umgebung bestand neben den Orten im heutigen Gemeindebezirk Liesing unter anderem auch aus Perchtoldsdorf, Purkersdorf und Vösendorf. Mit 1. Jänner 1904 wurde der Gerichtsbezirk Liesing geschaffen, der zunächst alle Bezirksteile des heutigen Gemeindebezirks mit Ausnahme von Kalksburg, Mauer und Rodaun umfasste und auch Vösendorf mit einschloss.
Wien 23, Schloss Alterlaa. Blick vom Aufgang zum Einfahrtstor; um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich trat am 15. Oktober 1938 das Gesetz über Gebietsveränderungen im Lande Österreich in Kraft. Damit wurde „Groß-Wien“ geschaffen, zu dem auch der neue 25. Wiener Gemeindebezirk, Liesing, gehörte. Das Bezirksgebiet umfasste neben dem Gebiet des späteren 23. Gemeindebezirks auch die bis dahin selbstständigen Gemeinden Breitenfurt bei Wien, Kaltenleutgeben, Laab im Walde, Perchtoldsdorf und Vösendorf sowie den 1956 in den 13. Bezirk eingegliederten Lainzer Tiergarten. Dass die Bezeichnung „Liesing“ gewählt wurde, hatte in der Benennung des Gerichtsbezirks Liesing eine Vorgeschichte, zudem war Liesing der einzige Bezirksteil mit Stadtrecht gewesen. Noch 1934 hatten etwa in Mauer 169, in Atzgersdorf 137 und in Liesing 87 Juden gelebt. Zu den von den Nationalsozialisten umgebrachten jüdischen Bewohnern des Bezirks, nach denen nach 1945 Straßenzüge benannt wurden, zählen der Kaufmann und Wohltäter Samuel Amster und dessen Frau Ettel (Amstergasse), die Ärzte Wilhelm Drill (Drillgasse) und Karl Neumann (Dr.-Neumann-Gasse) sowie der Widerstandskämpfer Hans Kunke (Kunkegasse, die auch nach seiner Frau Stefanie Kunke benannt ist). Die Synagoge Atzgersdorf wurde durch Brandlegung in der „Reichskristallnacht“ vollständig zerstört. Das Jesuitenkollegium Kalksburg wurde von den neuen Machthabern noch 1938 geschlossen.
Kalksburg; Teilübersicht von Nordosten: Blick vom Hang über eine Häusergruppe
gegen das Jesuitenkolleg. ;um 1910
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Insbesondere aus der kommunistisch orientierten Arbeiterschaft Liesings stammten zahlreiche Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, von denen mindestens dreißig nach Schauprozessen vor dem Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und im Wiener Landesgericht geköpft oder in Konzentrationslagern zu Tode gebracht wurden. Zu den prominentesten von der nationalsozialistischen Justiz ermordeten Liesinger Widerstandskämpfern zählten die Brüder Franz und Michael Heindl, die Eheleute Hans und Stefanie Kunke, die beiden Tischler Leopold Stípčak und Johann Teufel, die Arbeiterin Therese Klostermann und der Lederarbeiter Alfred Goldhammer. Nach 1945 wurde in Liesing eine Reihe von Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus errichtet, es wurden Straßen umbenannt und Erinnerungssteine verlegt.
Wien 23, Rodaun. Hotel und Bad 'Stelzer'; Bad-Fassade von links; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
In Mauer wurde ab 1938 die inzwischen abgetragene Luftnachrichtentruppen-Kaserne erbaut. Im Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg 1944/1945 wurden die mittelalterlichen Pfarrkirchen von Liesing und Siebenhirten vollständig zerstört. Die Pfarrkirche Inzersdorf und der Inzersdorfer Friedhof wurden schwer beschädigt. Am 9. und 10. April 1945 marschierte die Rote Armee in Liesing ein. Schon 1946 beschlossen der Nationalrat, der Wiener und der Niederösterreichische Landtag übereinstimmend das Gebietsänderungsgesetz, das die Eingemeindungen von 1938 großteils rückgängig machen sollte. Die sowjetische Besatzungsmacht erhob dagegen Einspruch, so dass das Gesetz nicht kundgemacht werden und nicht in Kraft treten konnte.
Wien 23, Inzersdorf. Musterhaus der Wienerberger Ziegeleiwerke
für die Verwendung von Ziegeln und Keramik im Kleinhausbau; 1937.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Für die Gebiete Groß-Wiens, die nicht bei Wien bleiben sollten, ergab sich dadurch bis 1954 eine Zwitterstellung: Sie wurden von Wien verwaltet, waren aber im Wiener Gemeinderat nicht vertreten. Sie durften Vertreter in den Niederösterreichischen Landtag entsenden, diese waren dort aber nicht stimmberechtigt. 1954 zog die Sowjetunion ihr Veto zurück, das Gesetz konnte in Kraft treten: Der 25. Gemeindebezirk wurde nun aufgelöst; die nicht bei Wien verbleibenden Orte wurden wieder selbstständige Gemeinden in Niederösterreich. 1945–1955 war das gesamte Gebiet des damaligen 25. bzw. des heutigen 23. Bezirks sowjetisch besetzt. Es zählte besatzungsrechtlich nicht zur „Viersektorenstadt“ Wien, sondern wie alle vor 1938 nicht eingemeindeten Gebiete zum sowjetisch besetzten Niederösterreich.
Wien 23, Maurer Hauptplatz; Haus Nr.4 gegen die Kirche; um 1900.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zu den aus der grundherrschaftlichen Periode erhaltenen Schlössern in Liesing gehören das Schloss Liesing und das Schloss Alterlaa. Im Bezirksteil Rodaun liegen das Schloss Rodaun, das Hofmannsthal-Schlössl und die barocke Bergkirche Rodaun in unmittelbarer Nähe. Die Pfarrkirche Mauer ist ein ursprünglich gotisches Bauwerk, das in den 1930er Jahren stark umgestaltet wurde. Mit der Pfarrkirche Atzgersdorf, der Pfarrkirche Inzersdorf und der Pfarrkirche Kalksburg weist der Bezirk drei klassizistische Kirchengebäude auf. Zwischen 1870 und 1873 wurden die unter Denkmalschutz stehenden Aquädukte Liesing (über die Liesing), Mauer (über die Endresstraße) und Speising (über die Tullnertalgasse) errichtet.
Wien 23, Rodaun; Bahnstation; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
 Von den Bauten des 20. Jahrhunderts sind besonders die evangelische Johanneskirche im Art-Déco-Stil (erbaut 1930–1935), die Pfarrkirche Liesing (erbaut 1953–1955) und der Wohnpark Alt-Erlaa (erbaut 1973–1985) zu nennen. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Bezirks ist die Wotrubakirche in Mauer, eine aus kubischen Formen zusammengefügte Kirche nach einem Entwurf des Bildhauers Fritz Wotruba. Ungewöhnlich ist der Anlass zur Errichtung der Kandlkapelle in der Breitenfurter Straße. Sie erinnert an eine hingerichtete Gattenmörderin.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Rosenhügel-Filmatelier, Flugbild von Westsüdwesten; 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Im Bezirksteil Mauer befinden sich die Rosenhügel-Filmstudios. Die von 1919 bis 1923 errichteten Filmstudios galten zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung als die modernsten und größten Österreichs. In der Geschichte des österreichischen Stummfilms spielten die Studios ebenso eine wichtige Rolle wie als Drehort mehrerer Klassiker des Wiener Films wie des Operettenfilms Maskerade. Ein Beispiel für eine Großproduktion aus jüngerer Zeit, die auch am Rosenhügel gedreht wurde, ist Die Klavierspielerin von Michael Haneke. Mehrere Kirchengebäude im 23. Gemeindebezirk beherbergen bedeutende Kunstschätze. So befinden sich etwa in der Bergkirche Rodaun drei Bilder des Barockmalers Michelangelo Unterberger und in der Pfarrkirche Kalksburg und der Pfarrkirche Mauer jeweils ein Gemälde des Rokokokünstlers Paul Troger.
Wien 23, Inzersdorf; Sanatorium, Parkfront; um 1930.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Liesing beherbergt wie jeder Wiener Gemeindebezirk ein eigenes Bezirksmuseum. Das Bezirksmuseum Liesing, das zunächst im Amtshaus Liesing untergebracht war, befindet sich seit 1983 in der ehemaligen Knabenvolksschule in der Canavesegasse in Atzgersdorf. Der Schwerpunkt des Museums liegt in der Volkskunde, der Darstellung der Geschichte der Eisenbahn, der Darstellung der alten acht Orte Liesings sowie der Geschichte des Gewerbes und der Industrie.
Wien 23, Mauer; Weingarten mit blühenden Obstbäumchen; um 1935.
© ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung
Zusätzlich zum großen Erholungsgebiet des Wienerwalds im Westen des Bezirks gibt es mehrere Parkanlagen in Liesing. Beim Draschepark in Inzersdorf handelt es sich um einen ehemaligen barocken Schlossgarten. Der Engelbert-Schliemann-Park ist ein kleiner Landschaftspark in Rodaun. Es gibt sowohl einen Inzersdorfer Schubertpark als auch einen Kalksburger und einen Maurer Schubertpark, wobei die beiden letzteren der Kategorie „Beserlpark“ zuzuordnen wären. Im Maurer Rathauspark befindet sich der Magna-Mater-Brunnen mit einer Skulptur von Anton Hanak. Das Erholungsgebiet Kellerberg in Siebenhirten wurde erst in den Jahren 2002/2003 geschaffen.
Blick auf Liesing vom Kadoltsberg Richtung Osten mit dem Wohnpark Alterlaa in der Bildmitte.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Eknuf
Beim Sterngarten handelt es sich um ein Freiluftplanetarium auf dem Georgenberg. In jedem der acht Bezirksteile gibt es einen eigenen Friedhof. Der größte davon ist der Inzersdorfer Friedhof, der kleinste der Erlaaer Friedhof. Auf dem in den Weinbergen gelegenen Kalksburger Friedhof ist der Dichter Hugo von Hofmannsthal bestattet. Der Friedhof Mauer ist vor allem wegen seiner historistischen Mausoleen von Interesse. Die weiteren Friedhöfe im Bezirksgebiet sind der Atzgersdorfer Friedhof, der Friedhof Liesing und der Friedhof Rodaun. 2008 wurde am Ufer der Liesing in Inzersdorf der Islamische Friedhof Wien als erster islamischer Friedhof in Österreich eröffnet.
Der von 1973 bis 1985 erbaute Wohnpark Alt-Erlaa.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Burner83
Die Strecke der Südbahn durchquert den Bezirk in Nord-Süd-Richtung und besitzt hier zwei Bahnhöfe: Wien Atzgersdorf und Wien Liesing. Hier verkehrt auch die Wiener S-Bahn. Am Bahnhof Wien Liesing zweigt die Kaltenleutgebner Bahn (stillgelegt) ab. Im äußersten Osten verläuft die Bahnstrecke der Pottendorfer Linie und entlang der Nordgrenze zu Favoriten die Donauländebahn. Die U-Bahn-Linie U6 hat in Liesing vier Stationen, diese sind – von Norden nach Süden – Alterlaa, Erlaaer Straße, Perfektastraße und die Endstation Siebenhirten.
Wotrubakirche, eigentlich „Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0) / Thomas Ledl
Daneben ist der 23. Gemeindebezirk auch durch Straßenbahnen und Autobusse an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Durch Liesing führt die Autobahn Südosttangente mit dem Knoten Wien-Inzersdorf. Von der Wiener Außenring Autobahn und der Wiener Außenring Schnellstraße befinden sich jeweils nur sehr kleine Streckenabschnitte im Bezirksgebiet. Weitere bedeutende Straßenzüge sind die Altmannsdorfer Straße, die Brunner Straße, die Laaber Straße, die Laxenburger Straße und die Wiener Neustädter Straße.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Liesing_(Wien)" der
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Kaiser Probus ist schuld daran, dass schon 276 n.Chr. die ersten Weinstöcke auf den Hügeln rund um Grinzing gepflanzt wurden. Diese botanische Nebenbeschäftigung der römischen Legionäre brachte dem kleinen Dorf vor den Toren Wiens Wohlstand und viel, viel später sogar internationale Berühmtheit - denn in dieser anmutigen Landschaft wächst ein vorzüglicher Wein!
Um bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten 700 Jahre gelegentlich ungeschoren davonzukommen, legten die Grinziger Weinbauern von ihren Weinkellern aus unterirdische Fluchtwege an, die sie bis in ihre geliebte Grinzinger Kirche brachten.
Auch das ehemalige "Alte Preßhaus", Grinzings älteste Weinschänke, besaß einen Gang unter der Erde. Seit 1527 wurde in dem mächtigen, eindrucksvollen Keller der "junge Wein" ausgeschenkt.
Vor einer prachtvollen, 250 Jahre alten Weinpresse und großen, alten Fässern konnte man hier Heurigengemütlichkeit erleben. Diese typische Wiener Geselligkeitsform, seit Maria Theresias Zeiten als "Heuriger" amtlich bezeichnet, ist für den Wiener ein kleines, zeitloses Stückchen Glück.
 
 
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Das Citybike Wien ist ein großflächig angelegtes Fahrradverleihsystem in Wien, das vom Werbeunternehmen Gewista betrieben wird. Citybike ist eine Ergänzung zu öffentlichen Verkehrsmitteln und ist nicht für die Nutzung über einen längeren Zeitraum gedacht.
Die Benutzung des Rades ist für die erste Stunde gratis. Die zweite Stunde kostet 1 Euro, die dritte 2 Euro, ab der vierten Stunde kostet es vier Euro.
Möchten Sie Ihre Bankomat-/Kreditkarte nicht nutzen, oder mehrere Karten erhalten, mit denen Sie Citybike Wien nutzen können, sind Sie bei der Citybike Card richtig, Voraussetzung dafür ist lediglich ein österreichisches Bankkonto. Sie können sich online für eine Citybike Card anmelden.
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