Wiener Fiaker Original Bart-Fritz Reisinger © Erhard Gaube - www.gaube.at
Der Wiener Dialekt
Weanarisch - Wienerisch
eine kleine Wiener Dialektkunde
"Des is halt weanarisch, holodaro,
a Witz, a Kern, so reden d'Leut' in Wean,
vor so aner Ausdrucksweis' hot ma Respekt,
so klingt da echte unverfälschte
Weana Dialekt.
"
Refrain aus: Nach´n alten Weanaschlag
 Das Wienerische ist ein ostmittelbairischer Dialekt, der in Wien und Umgebung gesprochen wird. Wie andere Dialekte unterscheidet es sich vom Standarddeutschen unter anderem in Wortschatz, Grammatik und Aussprache. Im Wienerischen haben sich alte Wendungen erhalten, die der Hochsprache fremd geworden sind. Es gibt wie bei den meisten Dialekten keinerlei verbindliche Orthographie.
  Wiener Dialekt Deutsch
  A
  Aff Rausch
  allerweil immer
  amoi einmal
  ang’straht angetrunken
  Anten Ente
  aufeuhn beschimpfen/auf die Nerven gehen
  aufg’straht gestreut
  augstraad betrunken, dumm
  aupumpan anklopfen; schwängern
  Aupumperer Dummkopf, Dickschädel
 
  B
  Bahö Lärm, Durcheinander, Streit
  Ballawatsch Unfug, Missgeschick,
  Bankerl Bank
  Beisl Kneipe, kleines gemütliches Wiener Gasthaus
  Beserlpark kleiner Park mit wenig Grün
  Birn Kopf
  Bladl Dickwanst, auch Blättchen, Zeitung
  Bleamerl Blume
  Blitzgneisa Schnelldenker; meist ironisch gemeint
  bloshappat barfuß
  Bodewaschl Bademeister
  Bröckerl Bröckchen, bewundernd für einen kräftigen Mann
  Büchserl Dose, Sparbüchse
  Busara Zusammenstoss
  busarian drängen
  büsln schlafen
  busseln küssen
 
  D
  damisch verwirrt, benommen
  dazuaschaun aufpassen
  derrisch schwerhörig
  doder bleiben hier bleiben
  Donauweiberl Wiener Sagenfigur
  Drahrer Nachtschwärmer
  d’runt unten
  Dudler wienerischer Jodler (Gesang ohne Worte, oft mit Kopfstimme)
 
  E
  eignaht an sich genommen
  einebuttern sich finanziell beteiligen
  eng euch (Dat. pl.)
 
  F
  Faxn mochn sich gegen etwas wehren
  fechten betteln
  ferm (auch: firm) fesch, fest, urwüchsig, gemütvoll
  Fetzn Tuch, Kleid, Dirne, Rausch
  Fetzndandla Altwarenhändler
  Fetznlawal Fussball
  Fiaker Pferdekutsche
  firti fertig
  Fisch Messer
  fix Laudon Fluchwort, von kruzifix und dem österreichischen Feldmarschall Laudon
  fladan stehlen
  Fleischlawal Frikadellen
  Flitscherln Flittchen, leichtfertiges Mädchen
  fortschubieren  jemanden abschieben
  führigehn es anderen an Lustigkeit zuvortun; schnell fahren
 
  G
  gach schnell
  Gachn Wut ,Zorn
  Galoschn feste Schuhe
  Gansel Gans
  Gatsch Schlamm
  gfeut faulig, falsch
  gfeuta Schmäh schlechte oder falsche Erzählung
  G’frett Unannehmlichkeit, Mühsal, Plage; fretten: sich abmühen
  Gfrast schlimmes Kind
  Gigara Pferd
  g’nua genug
  goschat frech
  Goschn Mund ,Maul
  Goscherl Mäulchen, Mund
  grantig schlecht gelaunt
  Grätzl kleiner Teil eines Bezirksgrundes; jeder Wiener betrachtet sein Grätzl als intimeren Heimatort
  Grill Grille: besonders kleiner Mensch
  Gruab’n Grab
  Gschaftlhuawa Wichtigtuer
  gschamig schamhaft
  g’schmackig lecker
  G’schra Geschrei, Gezeter
  Gschroppm Kinder
  Gspaßlabaln weibliche Brust, Busen
  g’spreizt umständlich geziert, demonstrativ vornehm
  Gspusi Verhältnis
  G’stanz Hetz, Gaudi, Tanz, lustige Unterhaltung
  Gucker Fernglas
  Guckerln Augen
  Gugascheckn Sommersprossen
  G’wirkst ärgerliches, schwer lösbares Problem
 
  H
  Haberer Freund, Liebhaber
  hackln arbeiten
  Häfn Gefängnis
  Häferl Tasse
  Hamur Humor
  harb böse, lebhaft, scharfzüngig
  Hascherl bemitleidenswertes Wesen
  Hatschara langer Fußweg
  hatschen, hatschn hinken, gehen
  Haubenstock dummer Mensch, Hohlkopf
  Hauer Winzer
  hautschlecht grundschlecht (im Charakter)
  Hawara Freund
  heckerln jemanden auf den Arm nehmen
  Heigeign dürrer Mensch
  Hendel Huhn
  Hendlbiagl Hüherflügerl
  herg’straht niederfallen
  Hetz Gaudium, überschäumende Heiterkeit
  Hockn Arbeit, Axt
  Hodan Alte Kleidung
  Hotwolee Die oberen Zehntausend
  hudln übereilt handeln
  hussen aufhetzen
 
  J
  Jaus’nschal’n Teller für Brotzeit
  Jessas! Jesus!
  juchaz’n johlen
 
  K
  Kaffeetscherl eine Tasse Kaffee
  Kaiserschmarrn in kleine Stücke gerissener Eierkuchen
  Kammerl Kammer
  Kanderl Krug, Kanne
  Katzerl junge Frau, hübsches Mädchen
  keppln schimpfen
  Kerzlschlika frommer Mensch
  Kiebara Polizist, eigentl. Kriminalbeamter
  Kilo Hundertschillingbanknote
  Kipferl Hörnchen
  Kittröhrl Blashorn für Kitt-Kügelchen, Lausbubenspielzeug
  Kluppe Wäscheklammer
  Knedl Geld
  Knira Feigling
  Kranl Krönlein, Krone, Geld
  Kren Meerrettich
  kreuzfidel sehr gut gelaunt
  Kriagl Krügerl Bier (0,5 Liter)
  Krinolin Krinoline (=Reifrock)
  Krochn Revolver
  Krügerl Halbe; Glas mit Henkel
  kudan lachen
  Kukuruz Mais
 
  L
  a Laberl werd’n sich freuen, freudig erregt sein
  Laberl „Schuasterlaberl“ Wiener Gebäcksorte
  Lacken Pfütze
  lamadian jammern
  Landl Landesgerichtshaus
  Lapperl Lapalie/unbedeutsam
  Lausbua Spitzbube, Lausejunge
  leichn borgen
  einen Lenz haben faul sein, es sich gut gehen lassen
  leiwand erstklassig, gut
  lepschi ausgehen
  Liachthof Lichthof
  Luada Luder
  Lug’nschippel Lügenbold, Gewohnheitslügner
  Lusta Deckenleuchte
 
  M
  Manderl Männchen
  Marie Geld
  Maschekseitn von einer anderen Seite
  Mehlspeis Kuchen
  Musi Musik
 
  N
  nachsteigen hofieren (einem Mädchen)
  Nedsch geringer Geldbetrag
  Negarant Pleitier
  neger ohne Geld
 
  O
  Oarsch Hinterteil
  Oarschkreula Mastdarmakrobat
  obaschau’n hinunterschauen
  Ogrosl hässlicher Mensch
  ös ihr (2. Pers. pl.)
  ostiern berauben
  owezahn faulenzen, nichts tun
 
  P
  Palatschinken Eierkuchen, Pfannkuchen
  Palawatsch Durcheinander
  Panier Gewand
  Pantscherl Verhältnis
  Papp Kleister, Brei, schlechtes Essen
  patschert ungeschickt
  Pecka Dachschaden
  Peckal Tätowierung; Tattoo
  Pfandl Pfandleihe
  Pfertal Pferd, Prostituierte
  Pflanz Täuschung, Angeberei, Aufschneiderei
  pflanzn foppen, necken
  Pfludan alte Frau
  plazn weinen
  plauschen plaudern
  Plutzer, Pluza großer Kopf; Kürbis
  pofeln Rauchen
  pomale langsam, gemütlich
  Powidltatschkerln Teigtaschen mit Pflaumenmarmelade
  Pratzen Pfote, Hand
  Protzn grosse Hände
  pülseln dösen, schlafen
  Puff Bordell
  Puffn Faustfeuerwaffe
  Pumpara Poltergeräusch, Pistole
  pumperlg’sund kerngesund
 
  Q
  Quetschn Ziehharmonika
 
  R
  Raunzerei Gejammer
  rean weinen
  Reindl Kasserolle
  Remasuri Durcheinander
  resch knackig
  Ringlgspü Karusell
  Rutsch’n Rutschbahn, Kohleschacht, auf jemanden a Rutsch’n haben, auf jemanden ein Auge geworfen haben, jemanden nicht leiden können
 
  S
  Scharl Scheitel; die Haare über Ohr und Schläfe geölt und nach vorne „fürig’wichst“
  schenant peinlich, zum Genieren
  Scheniera genieren
  Scheppara Lärmgeräusch, Autounfall
  schiabarisch unternehmungslustig
  Schinakl kleines Boot
  Schlapfn Hausschuh, üble Frauenperson
  schleich di zum gehen auffordern
  schmieren jemanden eine schmieren, jemanden ohrfeigen
  Schmattes Trinkgeld
  Schmoiz Gefängnis
  Schneid Tapferkeit, Kühnheit
  Schrammeln klassische Wiener Heurigenmusik
  Schuach Schuh
  Schwammer Rausch
  Schwül Rausch
  Separetscherl Séparée
  stantapede sofort
  Steffel Stephansdom
  Sternderl Sterne
  stier sein kein Geld mehr haben
  stirln herumstochern
  Stockerl Hocker, Stockzahn
  Stösser schmalrandiger Zylinder; leichter Stoß
  Strawanzer Herumtreiber
  strawanzn vagabundieren
  Strizi Zuhälter, liebenswerter Gauner
  Strumpferl Strumpf, Socke
  Stutzer geckenhafter, eitler Mann
  Sudern   jammern
 
  T
  terrisch schwerhörig, taub
  tippelneger völlig pleite
  Trücherl Truhe
  Trutscherl dumme Frauenperson
  Tschako Hut
  tschechern trinken
  Tschick Zigarette
  tschickn rauchen
  tulli großartig, gut, tadellos; a tulli g’stelltes Maderl; eine fesche junge Frau
  Tupferl Bezeichnung für jemanden, der stets benachteiligt wird und oft der letzte ist; auch „Tintinger“
 
  U
  Ungustl widerwertiger Mensch
  umadum herum
 
  V
  Vakehrte Schlag mit dem Handrücken
  vakutzn verschlucken
  vanadan verraten
  Veigerl Veilchen
 
  W
  waschelnaß tropfnaß
  Wasserbank’l Küchenbank, auf der früher Wasserkrug oder Wasserschaff standen
  Watsche Ohrfeige
  Weana Wiener
  Weda Wetter
  Wed’l gutmütiger Mensch, der für andere alles ausbaden soll
  Weh Versager
  Weinderl feiner Wein
  a Wengerl ein Weilchen
  Wickl Streit
  windich unseriös
  wogeln wackeln
  Wuchtl Fussball, Unwahrheit
 
  Z
  Zezn wehleidiger Mensch
  Zniachtl schwächliche Person
  Zores Ärger
  Zwiedawurzn mürrischer Mensch
Fiaker mit Riesenrad - © Erhard Gaube - www.gaube.at
"Fiaker mit Riesenrad"
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Charakteristisch für das Wienerische ist ein Pendeln zwischen Standarddeutsch und Dialekt, abhängig von der Situation und der sozialen Schicht (Julius Jakob schreibt 1929 von einer „Vermischung von Volkssprache mit Schriftdeutsch“).
Sachverhalte werden selten in trockener, realistischer Form dargelegt.
Formale Unter- und Übertreibungen sind fixer Bestandteil von Schilderungen, wobei sie seitens des Angesprochenen durchaus semantisch exakt „entschlüsselt“ werden.
Eine Distanzbeschreibung wie
 „do brauchst ned ewig und drei Tog umahatschn,
do foist dreimoi um und bist scho duat“

versteht der Wiener etwa als – positive – Mitteilung, dass das gemeinte Ziel zu Fuß in weniger als zehn Minuten erreichbar ist. (Hdt. ungefähr: „Man muss nicht eine Ewigkeit plus drei Tage lang gehen, da die Entfernung nur drei Körperlängen beträgt“.)
Wiener Fiaker © Erhard Gaube
Ein Wiener Original: Der Fiaker
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Zentrales Element des Wienerischen ist die (selbst-) ironische Doppelbödigkeit. Die Grenzen zwischen Ernst und Witz sind dabei fließend.
Diese Form der Kommunikation spiegelt eine Lebenshaltung wider, die sich stets ein gewisses Augenzwinkern bewahrt. Im Vokabular der Wiener Küche finden sich zahlreiche ortsspezifische Spezialausdrücke; die hier wesentlichen Zentren gastronomischer Kultur haben darüber hinaus ihre jeweils eigenen Formulierungen im Sprachgebrauch hinterlassen. Im Kaffeehaus bestellt man z. B. keinen Cappuccino, sondern eine „Melåusch“. Kellner gibt es dort nicht: „Herr Ober“ ist die korrekte Anrede, beziehungsweise – so man bereits öfter zu Gast war – unter Einbeziehung des Vornamens etwa „Herr Franz“. Beim Heurigen oder im Wirtshaus wiederum werden die servierenden Damen (nur) mit „Fräulein“ angesprochen. Wobei auf die Intonation zu achten ist:
Wer „Froij-laihn“ sagt, wird sofort als Ausländer erkannt
(„Fräuleein“ – mit Meidlinger L – wäre annähernd richtig). Ähnliches gilt für Bestellungen wie Schorle statt „Gsprizta“ oder Halbe statt „Kriagl“. Das umfangreiche Begriffsrepertoire beim Würstelstand variiert sogar bezirksweise, weshalb es für Ortsfremde faktisch nicht erlernbar ist.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Wienerisch" der
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Da Guatsteher
von Toni Krutisch
(Frei nach Schillers Ballade "Die Bürgschaft")
Zu Dionis, dem Tyrann von de Griechen,
is dä Mörus mit an Dolch zuwegschlichen.
Oba wira se so zuwedrängt, und ans Stechn no net amol denkt,
da ham eahm scho de Kiewara daglengt.

Da sagt da Tyrann "Hob i di du Strolch,
speib, was hast‘n machen wollen mitn Dolch?"
Mant da Mörus, i bin a ehrlicher Knopf,
und wann ma de Wahrheit a kostat mein Kopf,
aber i sags, und sollt mi da Teufi hoin,
ja du Bücha, i hab di hamdrahn wolln!

Aha, schreit da Tyrann, du biestiges Luada,
i habs ja glei gwußt, du bist a ka Guada!
Aber bei mir du Sandler do hast di vergoglt,
dafür wirst jetzt aufs Kreuz aufegnoglt!

Do winselt da Mörus ganz dasig, "Oh mei!"
"Wia kann ma nur so nachtragend sei."
Der tut a so , wia wann i eahm wehtau hät,
dabei war i zum Stechn eh fü zu bled.

Wann i net so botschert warat du Pippn,
hättast den Feidl scho längst zwischn d‘Rippen!
Aber wannst ma scho nehma wüst mei Leben,
kunnst ma vorher a Gnade no geben.
Weil wann i jetzt sterbat, dann wa des saubled,
weil mei Schwester de Hochzeit no hät.

Lang gnua hots ja gsuacht de schiache Zechn,
jetzt hots endlich an gfunden, an so an Wechn.
Der is so deppat, und packts, so a Blinder,
und spielt a den Vatern für ihre drei Kinder!

I wahrat ihr Beistand, und wann i net kau,
rennt ihr des Weh vielleicht wieda davau.
Drum tat i di bitten, laß ma mei Pflicht no erfülln,
wanns dan vorbei is, komm i z’ruck, und erfüll da dein Wülln.

Nachan laß i mi braten am Kreuz in da Sun,
"Was warst den so deppat" sagt drauf der Tribun.
Hättast halt mitn Stechn zugwoat bis Murgen,
dann häst wegn da Hochzeit heit kane Surgen.

Wer mitn Feia spüt, der varbrennt se de Klebeln,
drum halt jetzt dei Meu, und hea auf mitn Kebbeln.
I bin da Dionys, oder glaubst i has Ottl,
laßat i di jetzt geh, dann wa i a Trottel!

Du hast ja an Klopfer, wia stellst da des fur.
Drauf mant da Mörus jetzt hea amoi zua:
"I hätat an Freind" der stangat ma guat,
und bleibt da ois Pfand, daweil i bin fuat.
Und wirklich, der Freind is bereit zu der Hackn,
und sagt i vertrau da, du wirst es dapockn!

Aber dastas wast, dei Wurt, des muast hoidn,
und wann i stot dir eigeh, sag is deiner Oidn.
Und was da dann bliaht, des kannst da ja denga!"
"I komm scho zruck" sagt da Mörus, "lieber laß i mi hänga!"

Bei mir da hast de teischt, i laß eahm net stocken
sagt da Mörus, und macht si zur Hochzeit aufd Socken.

Dort hat er als Beistand ganz brav unterschriebn,
aber trotzdem is er, wias halt a so is, dann do picken blieben.
Und er hat gsoffen und gfressen und kudert und glacht,
und die Ramasurie hat dauert zwa Tag, und zwa Nacht.

Wira mit an tepperten Schädel erwacht in der Hapfen,
foid eahm da Freind ein, und eahm hauts fast aus de Schlapfen.
Zwölf Stund hat er nur mehr bis zum Abendrot,
und wanna net zrechtkummt is da Hawara tot!

Ohne Abschied, ohne Fruastuck und ohne Rasieren,
schleicht er se fuat und fangt an zum marschiern.
Da fangts an zum trepfeln, dann regnets und schütts,
doch er hatscht weida bei Sturm Donner und Blitz.

Aber wira zum Fluß kommt vergeht eahm da Reiß,
de Bruckn is weg. "Wos tua oh Zeis?"
"De Bruckn is weg, i hab ka Schinackl,
und bei dem Wellengang schwimma, des is a ka Hackl."
Aber es bleibt eahm nix über, er muaß durch des Wosser,
also hupft er halt eini, er wird jo eh nimma nossa.

Er raft se herum mit de haushochn Wogen,
und a poa mal da häts eahm a fast abizogen,
aber er tuat beten und bitten und sempern,
und da Zeis hat a Mitleid, und laßt eahm net schlempern.

So kummt er mit Ach und Krach umi,
kreut außi und sagt, wann i mi dummi,
kumm i nu vorm Abendrot eini ind Stadt.
Dabei macht er an Fotz der Zwiefikrowod.

Und weida rennt er mitn patschnassen Frack,
wia waun eahm sitzad da Teufi im Gnack!
Da versperrn eahm auf amol no Räuba den Weg,
"Schleichts eich!" schreit er, "I hab ja an Dreck!"

"Des anzige was i no hab, is mei Leben,
und des muaß i heite in Kenig nu geben."
Aber de kreuln eahm net abi, und wolln eahm daschlogen,
da wird er wüld, da platzt eahm da Kragen.

Er gibt den ersten a Fotzn, den zweiten an Schuß,
dem dritten a Kinnhakerl, voller Genuß,
dem vierten an Tritt, und kaft eahm an Reider,
de andern verkuman, und er rennt scho weida.

Aber sche langsam wean bleiern de Haxen,
er wird miada und miada, es krachen de Flaxen!
Und er denkt se, kummt des vom jaucken,
oder hät i vielleicht solln net so vü rauckn.
Doch er jappert weida auf de hinichn Schleich,
de Sun geht scho owe, der Himmel wird bleich.

Da kommt er zum Stadtrand mit hängada Zunga,
er denkt se nur ans: "Gelunga, gelunga!
Da kommt eahm auf amol sei Hausmasta ind Quer
und schreit, du rettest den Freind nimma mehr!
Zu spät, sie ziagn eahm scho aufi aufs Kreiz,
rett du dir dei Lebn, und verduft in de Schweiz.

Doch er gibt net nach, reistse nuamol zaum,
spuckt in de Händ, und sagt, glei werdn mas habn.
Er start wia da Ben Johnson eine ind Stadt,
dort zahns in Freind aufs Kreiz aufi grad.

Und der Tyrann hanselt eahm immer:
Na, Tepperta, dei Spezi komm nimma.
"Der kommt" röchelt der Freind obwoi ers ned glaubt
aufamol siacht er von der Weidn, wias do a so staubt.
Da kummt ana khatscht, steßt Türl auf und schreit:
"Mochts ma an Plotz, i hab ja ka Zeit."

Da schreit da Freind" Hollodaroh!
Was sagst jetzt Tyrann, da Mörus is do!"
Dem Tyrann foid obi vor Entteischung des Ladl,
er glaubt, er tramd und zwickt se ins Wadl.
Aber es is woa und wirklich ka Tram,
da Mörus da Oide is wida Daham.

"Freindschaft" schreit da Mörus "geht mir über ois,
jetzt bin i do Freind, und, rett da dein Hals!"
Und de zwa falln se vor Rührung so lang in de Arm,
das de Leit umadum scho glaubn, de san woam.
Der Tyrann steht danebn, und siniert,
der Mörus, des Hundsviech, des hat mi blamiert.

Jetzt kann i nix tuan, als wia vertuschen mein Gietzi,
und schasfreindlich sagt er: "Es sats ma zwa Strizzi"
"I mecht eich sche bittn in dera Stund,
nehmts mi als drittn auf in eichan Bund."
Da sagt der Mörus zum bekehrten Tyrann:
"Du des is leiwand, mia brauchn eh an!"
"Nissal schreib auf, du kannst uns net Pflanzen,
du wirst unser Dritter.... beim Preferanzen!
Anton Krutisch - Foto Privat - Quelle: http://www.daswienerlied.at/Content/Krutisch/
Anton Krutisch-Autogrammkarte mit einer Widmung seiner Witwe,
 Maria Krutisch, die an diesem Abend zu Gast war. Foto: privat
Quelle: http://www.daswienerlied.at/Content/Krutisch/
Anton Hugo Krutisch (* 2. Mai 1921 in Wien; † 19. September 1978)
war ein österreichischer Heimatdichter und Humorist.
Erst mit 50 Jahren begann er Mundartgedichte heiteren und besinnlichen Inhalts zu schreiben, die er auch selbst vortrug. Seine Themen stammten meist aus Krutischs engerer Heimat Meidling. Einige seiner Gedichte wurden als Wienerlieder vertont. Bekannt wurde er durch Auftritte bei Heinz Conrads im Fernsehen, sowie mit den Spitzbuben, mit denen er auftrat.
http://www.daswienerlied.at/Content/Hansl/Krutisch
 
 
 
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Johann Strauss
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W i e n   M u s e u m
Johann Strauß (1825 – 1899) war der erfolgreichste Spross der Walzerdynastie und als solcher zwangsläufig der härteste Konkurrent seines Vaters. Er lebte in der kurz zuvor zur mondän-eleganten Praterstraße ausgebauten ehemaligen Jägerzeile in den Jahren 1863 bis 1870.
Die wichtigste mit dem Haus Nr. 54 verbundene Komposition ist das als "inoffizielle österreichische Hymne" bezeichnete Opus 314, der Walzer "An der schönen blauen Donau".
Zu den zahlreichen Exponaten der Musikerwohnung gehört eine kostbare Amati-Geige, welche einem Zertifikat von 1911 zufolge aus dem Besitz des Walzerkönigs stammt.
Praterstraße 54, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 214 01 2
 
 
MuTh Konzertsaal
Es entsteht ein spannender Ort der Begegnung von Musik und Theater mit Fokus auf jungen Menschen mitten in Wien. Die neue Bühne ist top-ausgestattet und der Zuschauerraum bietet Platz für 413 Gäste. Die Bühne ist 12 x 9 Meter groß, hat einen optimal konzipierten Orchestergraben und die beste Akustik der Stadt.
Der Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
Möge die Architektur dazu beitragen, dass dieses neue Musik- und Theaterzentrum seine positive Strahlkraft weit über die Grenzen Wiens entfalten wird.
Die Wiener Sängerknaben sind ein weltbekannter Knabenchor und eine Institution des Wiener Musiklebens, bestehend aus vier Einzelchören.
Am Augartenspitz 1 (Ecke Castellezgasse), 1020 Wien
Telefon: +43 1 347 80 80
www.muth.at
 
 
Der Augarten
Ein allen Menschen gewidmeter Erlustigungsort
Die Gartenanlage im französischen Stil bietet neben einem gepflegten Parterregarten mit aufwändigen Blumenlandschaften auch ein weitläufiges, von schattigen Alleen aus Kastanien, Rüstern, Linden, Eschen und Ahornbäumen durchzogenes Gebiet, das für die Bevölkerung und für touristische Besucher Raum zur Erholung, aber auch zur sportlichen Betätigung bietet.
Älteste barocke Gartenanlage Wiens
Wie in fast allen Bundesgärten in Wien ist der Zugang in der Nacht nicht möglich, da die fünf Parktore vom Einbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen sind; Metallschilder mit den saisonabhängigen Öffnungszeiten sind an den Toren angebracht.
Flaktürme Augarten - Monströse Überbleibsel des „Dritten Reichs“
Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von zwei der Wiener Flaktürme (einem Gefechtsturm mit einer Höhe von 55 Metern und einem Leitturm mit einer Höhe von 51 Metern) begonnen, die durch ihre bizarre Erscheinung inmitten des Gartens mittlerweile zu einem Charakteristikum des Augartens geworden sind.
Augarten, 1020 Wien
ÖFFNUNGSZEITEN:
Der Garten wird von 1. April bis 31. Oktober um 6.30 Uhr
und von 1. November bis 31. März
um 7.30 Uhr geöffnet.
 
 
Odeon Theater
Das Odeon wurde 1988 von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits als Spielstätte für ihr Serapions Ensemble gegründet. Der Theatersaal war ursprünglich der große Saal der Börse für landwirtschaftliche Produkte.
In Anlehnung an das griechische Odeion, das ein überdachter, freier Platz für Tanz- und Musikaufführungen war, wurde der Saal Odeon genannt.
Dem Serapions Ensemble liegt die Idee der Zusammenführung und der freien Entfaltung der Künste zugrunde – seine Arbeiten haben einen ganz besonderen, unvergesslichen Reiz, der sich aus der Verbindung von Musiktheater, Tanz, Schauspiel und bildender Kunst ergibt. Es arbeitet vor allem mit visuellen Mitteln und ist daher universell verständlich; Musik und Wort begleiten das Geschehen auf der Bühne.
Taborstrasse 10, 1020 Wien
Telefon: +43-(0)1- 216 51 27
www.odeon-theater.at
 
 
Im Etablissement Nestroy-Säle, das sich im unteren Teil des Hauses befand, 1899 eröffnet wurde und ein bekanntes Wiener Vergnügungsetablissements war, gab es ein Wirtshaus, eine Bierhalle, ein Restaurant in Form eines Wintergartens und im Keller die Tanzbar Sphinx sowie einen Theatersaal
Die Abendkassa hat an den Vorstellungstagen
ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn für Sie geöffnet.
2003 wurde eine Zwischendecke entfernt und dabei ein unversehrtes, zentrales Auditorium und eine Theaterbalkon-Ebene für mehr als 250 Personen entdeckt. Zwischen 2004 und 2007 fanden in unregelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen statt.
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
Telefon: +43 (0) 189 00 314
E-Mail: contact@hamakom.at
www.hamakom.at
 
 
Weg der Erinnerung
Der „Weg der Erinnerung durch die Leopoldstadt“ führt zu vielen für das frühere jüdische Leben in der Leopoldstadt bedeutsamen Orten und macht die Geschichte der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sichtbar.
Der Erinnerungsweg ist ausschließlich im „öffentlichen Raum“ angelegt.
Er kann mit Hilfe des Folders und der Begleitpublikation auch ohne Begleitung begangen werden. Seit 2015 führt auch ein GPS-gesteuerter Multimedia-Guide zu den Steinen der Erinnerung. In Bild, Schrift und Ton erfährt man übers Smartphone oder Tablet die Geschichte der Personen, derer gedacht wird.
steinedererinnerung.net
 
 
 
 
 
 
Die schönsten Wiener Lieder  
 
 
 
 
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